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Das Generalsekretariat der bolivianischen Bischofskonferenz (CEB) bestätigt die Explosion eines Sprengsatzes am Eingang des Gebäude, in dem der Sitz der Bischofskonferenz untergebracht ist ,am frühen Morgen des Mittwochs, 24. November. Die Explosion sei ohne Folgen für die Menschen geblieben, habe nur materielle Schäden verursacht. „Obwohl der materielle Schaden an der Struktur reparierbar ist“, heißt es in der Erklärung, „fordern wir die Verantwortlichen auf zu bedenken, dass ihr Handeln unschuldige Menschen geschädigt haben könnte. Als katholische Kirche rufen wir erneut zur Achtung des Lebens und zur brüderlichen Begegnung zwischen Brüdern und Schwestern auf“. Die CEB veröffentlichte auch Bilder einer Überwachungskamera, die zeigen, wie eine Person einen Gegenstand an der Eingangstür ablegt und dann verschwindet, während die Detonation 20 Sekunden später erfolgt.

Obwohl über die Hintergründe des Angriffs bisher nichts bekannt ist wird vermutet, dass er auf die Kontroverse zurückzuführen ist, die durch die Haltung der bolivianischen Kirche in Bezug auf den jüngsten Fall eines 11-jährigen Mädchens ausgelöst wurde, das infolge von Gewalt schwanger wurde. Die Bischöfe forderten die Behörden auf, das Recht auf Leben des Kindes, das Opfer der Gewalt geworden ist, ebenso zu respektieren und zu schützen wie das des schwangeren Kindes, denn „beide Leben müssen geschützt werden“. Sie erinnerten auch daran, dass „niemand zu einer Abtreibung gezwungen werden kann, auch nicht angesichts der Schwere der sexuellen Gewalt, denn Abtreibung ist in Bolivien ein Verbrechen“. Bereits m vergangenen 27. Oktober war es vor dem Hauptsitz der CEB zu Protesten gegen die Position der Kirche gekommen. (Quelle: Fidesdienst)

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) zeigt sich alarmiert über die zunehmende Gefährdung von Priestern, Ordensleuten und Missionaren weltweit. Recherchen des Hilfswerks zufolge wurden im Jahr 2021 bislang 17 von ihnen ermordet und 20 entführt.

„Kirchliche Mitarbeiter werden oft gezielt Opfer von Gewalt“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, am Sitz der internationalen Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus. Manchmal sei das Motiv finanzieller Natur, etwa wenn es sich um einen Raubüberfall oder eine Lösegeldforderung handele. „Manchmal wollen die Angreifer die Stimme der Kirche, die Ungerechtigkeit und Gewalt anprangert, zum Schweigen bringen. Aber es gibt auch eine zunehmende Aggression, die ihren Ursprung in fehlender Religionsfreiheit hat.“

Steigende Zahl von Entführungen in Nigeria

Besonders besorgt ist „Kirche in Not“ über die Lage in Nigeria. Dort wurden in diesem Jahr bislang zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet und sieben entführt. Zu ihnen zählt Pater Izu Marcel Onyeocha aus dem Claretiner-Orden. Er wurde in der Nacht des 10. April verschleppt, als er mit dem Auto unterwegs nach Owerri im Süden Nigerias war. Als er wegen einer Panne ausstieg, wurde er von einer bewaffneten Gruppe attackiert und verschleppt. Dabei soll es sich um Extremisten aus dem Nomaden-Stamm der Fulani gehandelt haben. Der Ordensmann kam nach zwei Tagen wieder frei.

Auch in Südamerika kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Geistliche. In Mexiko wurden 2021 bislang mindestens drei Priester und ein Katechet ermordet. Einer von ihnen ist der Franziskaner-Pater Juan Antonio Orozco Alvarado. Er wurde auf dem Weg zur heiligen Messe in einem Dorf von rivalisierenden Banden getötet.

Auch in Europa kommt es zu Übergriffen

Berichte über Entführungen, Gewalt und Morde an Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern hat „Kirche in Not“ im zu Ende gehenden Jahr auch aus Venezuela, Peru, Haiti, den Philippinen, Angola, Burkina Faso, Mali und anderen Staaten erhalten – auch aus Europa: Am 9. August wurde der französische Ordensmann Olivier Maire von einem Mann getötet, der auf seinen Prozess wegen mutmaßlicher Brandstiftung in der Kathedrale von Nantes wartete.

„Priester, Ordensleute und Missionare geraten in die Schusslinie wegen ihrer Hingabe und ihrem Dienst am Nächsten“, erklärte „Kirche in Not“-Präsident Heine-Geldern. „In vielen Ländern der Welt bleiben sie auch dann vor Ort, wenn die Sicherheitslage prekär ist und alle fliehen. Sie brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung mehr denn je.“

Die Leiche des mexikanischen Priesters José Guadalupe Popoca wurde am Morgen des 31. August in der Pfarre San Nicolás de Bari, in der Stadt Galeana (Zacatepec) im Bundesstaat Morelos gefunden. Nach ersten Informationen, wurde der Pfarrer durch Kopfschüsse getötet. Pfarrer José Guadalupe wurde am 12. Dezember 1977 in Jiutepec (Morelos) geboren und am 15. August 2007 zum Priester geweiht. Er war in mehreren Pfarren der Diözese Cuernavaca als Pfarrer tätig und widmete sich dabei insbesondere der Jugendarbeit.

In einer Videobotschaft drückte Bischof Ramón Castro Castro von Cuernavaca, der Diözese, zu der die Pfarre San Nicolas de Bari gehört, seine Bestürzung und Trauer aus und forderte die Behörden auf, die Gründe für das Verbrechen umgehend zu untersuchen. Er bittet um das Gebet für die ewige Ruhe des Priesters und dass Gott seiner Gemeinde den Mut und die Kraft geben möge, diesen Verlust zu bewältigen.

Der Generalsekretär der Mexikanischen Bischofskonferenz Bischof Alfonso G. Miranda Guardiola von Monterrey erklärte in seinem Beileidsschreiben: „Mit tiefer Trauer bringen wir unsere Bestürzung über die Ermordung von Pater José Guadalupe Popoca, einem Mitglied des Klerus der Diözese Cuernavaca, zum Ausdruck. Wir sprechen Herrn Ramón Castro, seiner Familie, seinen Freunden und den Gläubigen, denen er in seinem Leben als Pfarrer diente, unser Beileid aus. Wir bitten diejenigen, die Schmerz und Leid verursachen, umzukehren, damit sie auf den Weg des Guten zurückkehren. Gott hat niemanden geschaffen, um Böses zu tun, er liebt uns, weil wir seine Kinder sind, und er erwartet von uns, dass wir den Weg des Lebens wählen“. Abschließend dankt der Generalsekretär der Bischofskonferenz allen Priestern, „die ihre Arbeit im ganzen Land verrichten“ und bittet sie, „die Hoffnung nicht zu verlieren und ihre kirchliche Sendung trotz aller Schwierigkeiten mit Eifer fortzusetzen, nach dem Beispiel Jesu, des Guten Hirten“.

Nach offiziellen Angaben gab es zwischen Januar und Juli 2021 allein im mexikanischen Bundesstaat Morelos 769 Morde und 10 Entführungen. Laut dem Index 2021 steht Morelos an neunter Stelle unter den 32 mexikanischen Bundesstaaten, was Kriminalität und Gewalt anbelangt. (Quelle: Fidesdienst)

Zwischen 2012 und 2018 wurden in Mexiko 26 Priester ermordet. Es gab zudem Hinweise auf Entführungen, gewaltsame Attacken auf Kirchen und Bombenattacken. Meistens werden Priester ermordet, um eine drohende Botschaft zu senden und um zu zeigen, dass man auch jeden anderen Priester töten könnte. Dies destabilisiert die Gesellschaft und schafft eine Kultur des Schweigens, die es den Drogenkartellen und der organisierten Kriminalität ermöglicht, zu schalten und walten.

Oftmals sind die Priester die einzigen, die den Mut aufbringen, sich für die Opfer der Kartelle einzusetzen und sich gegen die Korruption im Land zu wehren. Die Priester wissen um die Gefahr, in die sie sich begeben, aber sie folgen dem Evangelium.

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für katholische Priester, die sich ständiger Aggression und einer stetig steigenden Anzahl an Entführungen und Morden ausgesetzt sehen, die meistens vom organisierten Verbrechen ausgehen.

Das Bistum Lomas de Zamora ist eine kleine Diözese im Nordosten Argentiniens. Es ist zwar nur etwa halb so groß wie das Saarland, aber hier leben rund 2,5 Millionen Einwohner. 80 Prozent von ihnen sind katholisch. Das Bistum liegt im Großraum der Hauptstadt Buenos Aires.

Hier lebte und arbeitete der ständige Diakon Guillermo Luquín in den Gemeinden Lomas und Banfield Este als Seelsorger. Seine Arbeit und sein Einsatz wurden von den Gläubigen sehr geschätzt.

Am Morgen des 9. Juni 2019 wurde er jedoch mit einer Wunde am Hals tot in seinem Haus tot aufgefunden. Er wurde nur 53 Jahre alt.

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Brasilien: Pfarrer Kazimierz Wojno. 46 Jahre lang lebte der gebürtige polnische Priester Kazimierz Wojno in Brasilien. Er war beliebt und bekannt als „Pater Casimiro“.

Am Abend des 21. September 2019 drangen nach der letzten Samstagabendmesse sechs Männer in die Kirche am Heiligtum „Unserer Lieben Frau der Gesundheit“ im Norden der Hauptstadt Brasilia ein. Sie nahmen den Priester und den Küster als Geiseln. Letzterem gelang die Flucht. Der Pfarrer hingegen wurde später auf einem an die Kirche angrenzenden Grundstück mit gefesselten Händen und Füßen und einem Draht um den Hals tot aufgefunden. Es war nicht das erste Mal, dass diese Kirche überfallen wurde.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: http://bit.ly/kalender-maertyrer

GUATEMALA: DIANA ISABEL HERNANDÉZ JUÁREZ. Guatemala ist ein Staat in Mittelamerika. Auf der Südseite des Landes liegt am Pazifik die Provinz Suchitepequez. Hier wurde die Lehrerin, Umweltaktivistin und kirchliche Koordinatorin Diana Isabel Hernandéz Juárez am 7. September 2019 auf offener Straße erschossen. Sie nahm an einer Versammlung zum Bibeltag in der Gemeinde „Monte Gloria“ teil, als sie von zwei Personen angegriffen wurde, die das Feuer eröffneten und flohen.

Die 35-Jährige leitete in ihrer Region Jugendgruppen in katholischen Pfarren. Darüber hinaus arbeitete sie in einem Jugendprojekt der Caritas, das die massive Umweltzerstörung in der Pazifik-Region des Landes aufzuhalten versucht.

Heute sind in Guatemala nur noch knapp 40 Prozent der Bevölkerung katholisch. Protestantische Freikirchen breiten sich aus. Es ist wichtig, dass die Gläubigen seelsorglich gut betreut werden, damit sie sich in der Kirche weiterhin verwurzelt fühlen. 2019 hat KIRCHE IN NOT mit mehr als 100.000 Euro in Guatemala geholfen.

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Am 23. April 2021 finden in Santa Cruz del Quiché die Feiern zur Seligsprechung von zehn Märtyrern der guatemaltekischen Diözese Quiché statt. Die Bischöfe von Guatemala haben aus diesem Anlasses eine Botschaft veröffentlicht, in der sie die vom Blut der Märtyrer getränkte Geschichte dieses Landes nachzeichnen, die sie als „treue Zeugen Gottes“ und seines Evangeliums bezeichenen, die sich dafür einsetzen, dass die Gesellschaft “nach den Werten des Himmelreichs” aufgebaut wurde.
Am 23. Januar 2020 hatte Papst Franziskus das Martyriums von drei Priestern und sieben Laien, darunter ein 12-jähriger Junge, besätigt, die zwischen 1980 und 1991 aus Hass auf den Glauben getötet wurden. Sie hatten sich im Namen Gottes den ärmsten Brüdern und Schwestern in einer Zeit der Verfolgung der Kirche und der Gewalt gegen die gesamte Bevölkerung gewidmet. Ihnen waren Hunderten anderer bekannter und unbekannter Zeugen vorausgegangen, die dieses Land mit ihrem Blut befruchtet haben.

Die drei Priester waren Missionare des Heiligen Herzens Jesu und stammten alle aus Spanien. Pater José María Gran Cirera wurde 1975 als Missionar nach Guatemala geschickt, wo er sich um Arme und Indigene kümmerte. Er wurde am 4. Juni 1980 zusammen mit dem Sakristan und Katechisten Domingo del Barrio Batz, der auch zu den neuen Seligen gehört, ermordet, als sie von einem Besuch in einigen Dörfern zurückkehrten. Pater Faustino Villanueva Villanueva wurde 1959 als Missionar nach Guatemala geschickt, wo er in verschiedenen Pfarreien der Diözese Quiché pastorale Aufgaben übernahm. Er wurde am 10. Juli 1980 ermordet. Pater Juan Alonso Fernández wurde 1960, im Jahr seiner Weihe, nach Guatemala geschickt. Von 1963 bis 1965 war er Missionar in Indonesien. Zurück in Guatemala gründete er die Gemeinde S. Maria Regina in Lancetillo. Er wurde am 15. Februar 1981 gefoltert und ermordet.

Zusammen mit ihnen werden sieben Laien selig gesprochen, neben Domingo del Barrio Batz, der zusammen mit Pater Cirera ermordet wurde handelt es sich um den 12jährigen Juan Barrera Méndez, Mitglied der Katholischen Aktion; Tomás Ramírez Caba, verheiratet, Sakristan; Nicolás Castro, Katechet und Kommunionhelfer; Reyes Us Hernández, verheiratet und Mitarbeiter der Kirche; Rosalío Benito, Katechet und Pastoralarbeiter; Miguel Tiu Imul, verheiratet, Direktor der Katholischen Aktion und Katechet.

In ihrer Botschaft vom 21. März erinnern die Bischöfe von Guatemala daran, dass „im Laufe der Geschichte der Kirche zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen Männer und Frauen, treue Jünger des Herrn, ihr Blut vergossen haben. Mit dem Opfer ihres eigenen Lebens besiegelten sie die tiefsten Überzeugungen, die ihr Leben beseelten: sie wollten wie Jesus ihre Existenz für andere geben und an ihrem Schicksal teilzunehmen und dieses Schicksal der Verfolgung und des Todes zu teilen.“

In der jüngsten Geschichte Guatemalas seien auch im Jahr 2017 vier weitere Märtyrer selig gesprochen, bekräftgen die Bischöfe, die „in den Jahren des internen bewaffneten Konflikts ihr Blut vergossen haben, weil sie davon überzeugt waren, dass es keine größere Liebe gibt, als das Leben für andere zu geben, und als Katholiken darauf bestanden, die vom Herrn Jesus verkündeten Werte des Himmelreichs zu bewahren: die Verteidigung der Menschenwürde, die Achtung des Lebens, die soziale Gerechtigkeit und der Schutz der Schwächsten und Verletzlichsten.“

„Heute”, so die Bischöfe zu den bevorstehenden Feierlichkeiten, “bietet uns der Herr erneut die Gelegenheit, ihn zu preisen und ihm zu danken, denn am 23. April dürfen wir Zeugen der Seligsprechung der Märtyrer der Diözese Quiché sein.“ (Quelle: Fidesdienst)

Am 12. März fand in der Kathedrale von Ibagué unter dem Vorsitz von Erzbischof Orlando Roa Barbosa eine Sühneliturgie statt, nachdem das Gotteshaus in den vergangenen Tagen durch vandalistische Aktionen entweiht worden war. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März drang eine Gruppe feministischer Aktivistinnen in die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis ein, während sich Gemeindemitglieder in der Kirche aufhielten und besprühtena die Wände der Kirche mit Schriften und Graffitis.

Nach dem Vorfall erinnerte der Erzbischof in einer öffentlichten Erklärung daran, dass die Kirhe „das weibliche Genie“ und die Rolle der Frau beim Aufbau der Kirche und der Gesellschaft wertschätze und fördere. Er verurteilte die vandalistischen Handlungen und versichert, dass die Kirche auch künftig nach dem Vorbild Jesu „für die Würde der Frauen eintreten und ihre wichtige Rolle im kirchlichen Leben anzuerkennen wird … um alles anzuprangern, was gegen Integrität, Wesen und Würde der Frauen verstößt“. „Die Kirche von Ibagué bedaueert den Vandalismus gegen ihre Kathedrale”, so der Erzbischof -, “gegen einen heiligen Ort, der für eine Begegnung mit Gott bestimmt ist“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: adelmotrujillo@gmail/wikipedia)

Mit großer Trauer und Bestürzung hat KIRCHE IN NOT die Nachricht von der Ermordung des 39-jährigen venezolanischen Priesters José Manuel de Jesús Ferreira erhalten. Der Verstorbene war Pfarrer von San Juan Bautista in der Diözese San Carlos de Venezuela im Bundesstaat Cojedes im Nordwesten des Landes und Projektpartner von KIRCHE IN NOT.

Ferreiras Pfarrei strahlt weit über die Ortsgrenzen hinaus: Sie beherbergt ein eucharistisches Heiligtum, das viele Besucher und Wallfahrer anzieht. Der Verstorbene gehörte der Ordensgemeinschaft der Dehonianer (Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester) an, die sich besonders der Seelsorge und der Verehrung der Eucharistie widmen.

Nach Angaben seines Ordens ereignete sich der Mord nach der Feier der heiligen Messe am Abend des 20. Oktober. Als Pater José Manuel an den Stufen seines Pfarrhauses die Gottesdienstbesucher verabschiedete, seien bislang unbekannte Angreifer auf die Gruppe zugestürmt mit dem Ziel, sich Zugang zum Pfarrhaus zu verschaffen.

Tod vor dem Pfarrhaus

Wie die Diözese San Carlos mitteilte, wollte Ferreira einem Mann zu Hilfe kommen, der von einem Angreifer festhalten wurde. Dabei habe der Täter dem Priester in die Brust geschossen. Sein Herz sei von einer Kugel getroffen worden und Ferreira noch an Ort und Stelle gestorben.

KIRCHE IN NOT sprach dem Bischof der Diözese San Carlos, Polito Rodriguez, den Eltern und Geschwistern des ermordeten Priesters sowie allen Gemeindemitgliedern das Beileid und die Verbundenheit im Gebet aus. Mitarbeiter des Hilfswerks hatten Pater José Manuel zuletzt im Jahr 2019 besucht. KIRCHE IN NOT hatte die Pfarrei bei der Renovierung des Kirchendachs finanziell unterstützt.

„Große Liebe zur Eucharistie”

„Der junge Pater beeindruckte uns als Seelsorger, der seinem Volk diente, zutiefst missionarisch war und eine große Liebe zur Eucharistie zeigte“, erklärte Maria Lozano, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.

„Auch an seinem Lebensende sehen wir in ihm ein Beispiel für die Hingabe an andere. Es schmerzt uns, dass dieser junge Priester in einer Zeit, in denen Venezuela mehr denn je seine Priester braucht, Opfer von Gewalt geworden ist, die das Land seit Jahren heimsucht.“

In der im Stadtzentrum gelegenen Pfarrkirche La Asunción liegt Brandgeruch in der Luft und überall ist Asche. Vom Boden des Hauptschiffes aus kann man die Wolken sehen, die Decke ist völlig zerstört. Der Glockenturm, der bislang das Bild des Viertels prägte, fehlt ebenfalls. Die beiden Glocken fielen aus der Höhe, als der Turm einstürzte; die eine wurde zerstört, die andere konnte aus den Trümmern gerettet werden. Bänke und Altäre wurden bereits im Zuge der Proteste im vergangenen Jahr verbrannt und zerstört. Nach den Anschlägen im Jahr 2019 waren die Türen und die Glasfenster mit Messing beziehungsweise Schutzblech verkleidet worden, aber das reichte nicht aus.

Letzte Woche fand in der hundertjährigen Kirche ein Treffen statt, bei dem die Pläne für den Beginn der Arbeiten koordiniert und festgelegt werden sollte, am 8. November 2020 das Datum für den Beginn der Renovierungsarbeiten bekanntzugeben. Die alten Pläne der Kirche waren bereits vorhanden, sie waren von der Stadtverwaltung Santiago zur Verfügung gestellt worden, ebenso historische Studien und Baustudien.

Die Atmosphäre war angespannt. Während des ganzen Jahres 2020 wurden in und an der Kirche weiterhin immer wieder Drohungen an die Wände geritzt. „Aufgrund ihrer Lage, nur wenige Meter von der Piazza Baquedano entfernt, herrschte in der Gemeinde ein ständiges Gefühl der Unsicherheit, auch während der Quarantäne. Seit 2019 werden an den Wänden innen und außen Slogans gegen die Kirche und die Priester geritzt, etwa die Parole: ‚Wir wollen sie brennen sehen’“, so Maria de los Angeles Covarrubias, Präsidentin des Hilfswerks KIRCHE IN NOT in Chile, das aufgrund ihres Glaubens verfolgte oder notleidende Christen in aller Welt unterstützt.

„Eine durch Brandstiftung zerstörte Kirche zu sehen, tut in der Seele weh“, fügt Covarrubias hinzu. „Es zeigt, wie tief unsere Gesellschaft zerrissen ist. kleine Gruppen haben das Gefühl, im Besitz der Wahrheit zu sein und deshalb das Recht zu haben, Orte zu zerstören, die den Glauben einer Gemeinschaft repräsentieren, und diese Zerstörung zu feiern. Die Unvernunft und der Hass, die wir gesehen haben, sind ein Angriff auf ein grundlegendes Menschenrecht, die Religionsfreiheit. Gewalt hat in einer Gesellschaft, die sich selbst als demokratisch bezeichnet, keinen Platz.“

Der Pfarrer der Kirche, Pedro Narbona, berichtet, dass er immer noch erschüttert sei von der „rauschhaften Feier, als am Sonntag der Turm des Gotteshauses fiel. Ich erinnerte mich dabei daran, wie im November 2019 die Statue der Muttergottes an der Vorderseite der Kirche enthauptet wurde. Es schmerzt mich, dass die Gemeinde nun keinen Ort mehr hat, an dem sie sich treffen kann. Der kleine Raum, den wir dafür genutzt haben, wurde völlig verwüstet. Die Kirche hier hat eine lebendige Geschichte, die über ihre Mauern hinausgeht. Es ist die Gottesbeziehung vieler Menschen, die zum Beten kamen, die hier ihre Kinder tauften, hier heirateten, und sich von ihren Toten verabschiedeten.“

Die Direktorin von KIRCHE IN NOT Chile, Magdalena Lira, erklärt, dass „sich seit dem ersten gewaltsamen Angriff am 8. November 2019 Pfarrer Pedro Narbona und KIRCHE IN NOT zusammengetan haben, um Geld für die Restaurierung der Kirche zu sammeln. Wir arbeiteten mit einem Team von Fachleuten an der Feinabstimmung des Projekts. Am 8. November, ein Jahr nach dem ersten Angriff, wollte der Pfarrer den Beginn der Arbeiten bekannt geben. Unsere Pläne wurden zunichte gemacht.“

Zum Projekt gehörte der Ersatz des Kirchenmobiliars (Altar, Kirchenbänke, Heiligenbilder), das Ende 2019 verbrannt, zerstört und für Barrikaden verwendet wurde. „Außerdem sollten Beleuchtung, Malereien sowie die Wand- und Deckenverkleidungen wiederhergestellt werden. Besonders wichtig waren die Sicherheitsmaßnahmen für die ganze Fassade, insbesondere für die vier Türen und die Fenster“, so Lira.

Trotz der beunruhigenden Lage soll die Kirche gerettet und die Kraft dazu auch aus der gegenwärtigen Niedergeschlagenheit geschöpft werden. Wenigstens stehen die Längswände noch – allerdings ist noch nichts Genaues über ihren Zustand bekannt. „Die Gläubigen brauchen einen würdigen Ort, um sich mit Gott zu treffen, die Sakramente zu feiern und sich zu versammeln. Es geht nicht nur um Bauten, die teilweise denkmalgeschützt sind. Diese Gebäude bewahren die Geschichte einer Gemeinschaft“, berichtet Covarrubias. Nach dem Erdbeben 2010 errichtete KIRCHE IN NOT Chile 45 Notkapellen, und restaurierte neun chilenische Kirchen, die durch die Erdbeben 2005 und 2010 beschädigt worden waren. „Aber vor einigen Jahren konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir Kirchen in Chile aufgrund von Intoleranz würden brennen sehen“, so Covarrubias.

Der Dekan der Architektur-Fakultät an der UDD („Universidad del Desarrollo“) Pablo Allard hat eine persönliche Beziehung zur Kirche: Seine Mutter Angélica Serrano hatte ihr ein von ihr selbst gemaltes Bild geschenkt. „Meiner Meinung nach sind Kirchen über die Konfession hinaus Werke, die von der Kraft des Glaubensgeheimnisses und von der Suche der Menschen nach Transzendenz jenseits des Materiellen zeugen. Sie sind im Wesentlichen Orte der Gemeinschaft. Sie bringen nicht nur die Liturgie des Wortes zu den Gläubigen. Sie sind auch Brennpunkte der Hilfe und Unterstützung für die Schwächsten sowie Teil unseres materiellen und immateriellen Erbes. Trotz knapper Mittel sollte meines Erachtens der Wiederaufbau dieser Kirchen als ein Werk der Wiedergutmachung und des Engagements für den sozialen Frieden betrachtet werden“, so der Architekt und Stadtplaner.

Der renommierte Fotograf und Dokumentarfilmer Pablo Valenzuela Vaillant war am Sonntag vor Ort, um die Brände zu fotografieren. Gestern besuchte er die Ruinen der beiden Kirchen. Er war sehr berührt. „Nach dem Beginn der sozialen Unruhen begann ich, mich als Fotograf auf die Plaza Italia und ihre Umgebung zu konzentrierten. Es ist eine urbane Aufzeichnung der Gegend geworden mit Fotos, die zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wurden“, erklärt er. „Diese beiden brennenden Kirchen zu sehen und zu fotografieren, veranlasst mich zu einem Appell über politische oder sonstige Grenzen hinweg: Wir sollen uns vereinen und unser Natur- und Kulturerbe zum Wohle der gegenwärtigen und künftiger Generationen bewahren.“ (Quelle: El Mercurio)

„Kirche in Not“ verurteilt die gewaltsamen Attacken auf Kirchen in Santiago de Chile. Dort waren am Sonntag zwei Gotteshäuser von Demonstranten angegriffen, verwüstet und in Brand gesteckt worden. Es handelte sich um die Kirche „San Francisco de Borja“ und die Mariä-Himmelfahrts-Kirche, eine der ältesten Sakralbauten der chilenischen Hauptstadt aus dem Jahr 1876. Der dortige Pfarrer Pedro Narbona ist auch geistlicher Assistent des chilenischen Nationalbüros von „Kirche in Not“.

Der geschäftsführende Präsident des Hilfswerks, der Österreicher Thomas Heine-Geldern, zeigte sich in einer Erklärung bestürzt über die Vorfälle. Die Ereignisse zeigten, wie weit die von einigen Gruppen geförderte Gewalt und der Hass reichen könnten. Nichts rechtfertige die Angriffe auf Kirchen oder gegen den Glauben und die Überzeugungen anderer, um soziale, ethische oder wirtschaftliche Gerechtigkeit zu verteidigen.

Es sei legitim, soziale Veränderungen zu fordern und dafür auf die Straße zu gehen, so der Präsident. „Ungezügelter Hass auf religiöse Gruppen“ aber erzeuge Gewalt und Zerstörung und sollte deshalb weltweit verurteilt werden. Zudem forderte Heine-Geldern die chilenische Regierung auf, den Schutz religiöser Gebäude vor solchen Verbrechen zu gewährleisten.

Nach Angaben von „Kirche in Not“ wurden in Chile seit Oktober 2019 mehr als 57 kirchliche Einrichtungen angegriffen und niedergebrannt. Anlass der jüngsten Gewaltattacken sei der erste Jahrestag des Ausbruchs regierungskritischer Massenproteste gewesen. Diese hätten sich ursprünglich an einer Fahrpreiserhöhung für die Metro entzündet. Die Demonstranten fordern eine andere Sozialpolitik sowie die Überarbeitung der noch aus der Zeit der Militärdiktatur stammenden Verfassung. Die Proteste seien weitgehend friedlich verlaufen, doch wie schon im Vorjahr sei es auch zu Plünderungen und Zerstörungen von Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und den Kirchen gekommen.

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