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In einem Schreiben an die zuständigen Behörden fordert katholische Kirche in Hanoi das „Volkskomitee“ der Provinz Hoa Binh auf, die Religionsfreiheit und die pastoralen Aktivitäten der katholischen Gläubigen in der Provinz zu garantieren. Das Schreiben von Pfarrer Alphonso Pham Hung, dem Leiter des Pastoralbüros der Erzdiözese Hanoi, unterzeichnet. Das Schreiben bezieht sich auf den Vorfall, der sich am Sonntag, den 20. Februar 2022 ereignete, während Erzbischof Joseph Vu Van Thien, von Hanoi die Messe in der Pfarrkirche der Stadt Vu Ban, im Bezirk Lac Son, in der Provinz Hoa Binh, die im nordwestlichen Teil Vietnams liegt, feierte und zwei Personen die Kirche betraten und am Mikrofon von der Kanzel die Gottesdienstbesucher aufforderten, sich zu entfernen. Bei den beiden Beamten handelte es sich um den Sekretär der Kommunistischen Partei der Stadt Vu Ban, Pham Hong Duc, und den Vizepräsident des Volkskomitees derselben Stadt, Pham Van Chien.

„Es handelte sich um einen respektlosen Akt“, heißt es in dem Schreiben der Erzdiözese Hanoi, „einen Machtmissbrauch, der das Recht auf Religionsfreiheit, das Recht auf religiöse Praxis von Bischöfen, Priestern und Laien ernsthaft verletzt. Darüber hinaus ist es eine Beleidigung des heiligen Ritus der Eucharistie, der heiligsten und wichtigsten liturgischen Handlung für den Glauben der Katholiken. Dies ist in einem Land, in dem Rechtsstaatlichkeit herrscht, nicht hinnehmbar. Die Geste hat bei den Teilnehmern der Messe sowie bei all jenen, die die Bilder im Internet und in den sozialen Medien gesehen haben, Empörung und Schmerz ausgelöst“.

Das Schreiben wurde an alle Gläubigen der Erzdiözese verteilt und Erzbischof Joseph Vu Van Thien bat darum, dass „alle beten und dass die Probleme bei der Ausübung unseres Glaubens in der Provinz Hoa Binh bald gelöst werden“.
Hoa Binh ist eine Gebirgsprovinz im Nordwesten Vietnams mit einer Fläche von 4.595,2 km2 und einer Gesamtbevölkerung von 854.000 Menschen, die sechs ethnischen Gruppen angehören: Muong, Kinh (Viet), Thai, Dao, Tay und Mong. Nach den Statistiken von 2019 leben in der Provinz etwa 21.000 Katholiken, die zum Teil im Gebiet der Diözese Hung Hoa und zum Teil in dem der Erzdiözese Ha Noi leben. Zu den 11 Pfarreien der Erzdiözese Ha Noi gehört auch die Pfarrei Vu Ban mit 450 Gemeindemitgliederm, die von Pfarrer Francis Xavier Tran Van Liem seelsorgerisch betreut werden. (Quelle: Fidesdienst)

Regierungsbeamte drangen in eine Kirche in der Provinz Hoa Binh ein und unterbrachen dort die Messe, die Erzbischof Joseph Vu Van Thien von Hanoi zelebrierte. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 20. Februar, in der Gemeinde Vu Ban. Die Kirche ist die größte der Stadt und bietet Platz für über hundert Menschen. Mehrere vietnamesische Sicherheitsbeamte, die Helme trugen, unterbrachen aus unbekannten Gründen den Gottesdienst mit dem Erzbischof. „Es war sehr unangenehm und besorgniserregend, dass die Liturgie durch die Anwesenheit mehrerer Staatsbeamter unterbrochen wurde“, heißt es in einer Mitteilung der Erzdiözese Hanoi, die auch von der Empörung der Anwesenden berichtet.

Sicherheitsbeamte in Zivil unterbrachen dann den liturgischen Dienst. Angeführt vom Vorsitzenden des Ortsverbandes der Kommunistischen Partei gingen sie zum Altar und befahlen dem Erzbischof, die Liturgie sofort zu beenden und die Versammlung aufzulösen. Unklar war, warum die Regierungsvertreter eingriffen und die Messe unterbrachen. Erzbischof Joseph feierte die Eucharistie mit anderen Priestern der Diözese aus Anlass des voln der Erzdiözese begangenen „Sonntag der Mission“. Die Konzelebranten und Gemeindemitglieder stellten sich schützend vor den Erzbischof Joseph und baten die Beamten, die Kirche zu verlassen, damit die Liturgie beendet werden konnte. Nach dem unglücklichen Vorfall wurde die Heilige Messe fortgesetzt, wobei die Anwesenden fassungslos und erschüttert waren.

Unterdessen verurteilten Katholiken und Vertreter anderer Religionen in Vietnam die eklatante Verletzung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit. „Zum ersten Mal habe ich gesehen, wie lokale Regierungsvertreter an den Altar getreten sind und die Messe unterbrochen haben, ohne das Ende abzuwarten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Zum ersten Mal habe ich gesehen, wie sie die Priester gewaltsam angegangen sind und die heiligen Diener nicht respektiert haben. Dies war eine brutale und illegale Aktion. Das ist eklatante Blasphemie und Sakrileg“, so der Redemptoristenpater Peter Nguyen Van Khai.

Einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Bericht der Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) zufolge ist die Situation im Hinblick auf die Religionsfreiheit Vietnam weiterhin „besonders besorgniserregend“, wobei das Land seinen Bürgern die freie Ausübung ihrer Religion zwar erlaubt, aber „die Verfolgung durch die Regierung weiterhin eine harte Realität gegenüber nicht registrierten unabhängigen religiösen Gruppen bleibt“, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus verhängen die Behörden weiterhin langjährige Haftstrafen gegen Gläubige und Verfechter der Religionsfreiheit. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Der vietnamesischer Dominikanerpater Joseph Tran Ngoc Thanh wurde am vergangenen Samstag, den 29. Januar im Beichtstuhl ermordet, während er in seiner Kirche in der Diözese Kon Tum die Beichte abnahm. Er war 41 Jahre alt. Das Attentat ereignete sich kurz vor dem Vespergottesdienst am Samstagabend. Pater Joseph Tran Ngoc Thanh befand sich im Beichtstuhl, als er von einem geistig instabilen Mann mit einem Messer angegriffen wurde. Ein weiterer dominikanischer Ordensmann, der zum Tatort eilte, wurde beim Versuch den Angreifer aufzuhalten, von diesem mit dem Messer verwundet. Die Anwesenden in der Kirche, die Zeugen des Anschlags waren, standen unter Schock. Der verwundete Pater Tran erhielt zunächst erste Hilfe, konnte sich aber nicht mehr erholen und erlag um 23.30 Uhr (Ortszeit) den Verletzungen.

Die örtliche Polizei verhaftete den Angreifer, der als „psychisch krank“ gilt. Die örtliche bereitete sich auf die Feierlichkeiten zum Neujahrsfest vorbereiteten, das in Vietnam am 1. Februar begangen wird, als es zu dem schrecklichen Ereignis kam. Die vietnamesische Dominikanerprovinz und die Gemeinde von Dak Mót, 40 km nördlich von Kon Tum, wo der Priester lebte und wirkte, brachten ihre Trauer und ihren Schmerz zum Ausdruck. Der Geistliche hatte erst vor kurzem sein Amt als Seelsorger für eine „kleine Herde“ von Katholiken angetreten.

Bischof Aloisio Nguyen Hung Vi von Kon Tum leitet, zelebrierte am gesterigen Sonntag, den 30. Januar, einen Trauergottesdienst und sprach der Pfarrgemeinde Dak Mót und der Dominikanerprovinz von Vietnam sein Beileid aus. Der Bischof sagte: „Wir wissen, dass der Wille Gottes geheimnisvoll ist, wir können die Wege des Herrn nicht vollständig verstehen. Wir können unseren Bruder nur in die Hände des Herrn übergeben. Pater Josef ist auf der Reise durch die Ewigkeit, und was auch immer geschehen ist, niemand kann ihn oder uns von der Liebe Gottes trennen. Als er niedergeschlagen wurde, handelte Pater Joseph als Stellvertreter Christie und dessen Barmherzigkeit. In diesem Moment „in persona Christi“ zu sterben, muss eine Gnade sein. In diesem Schmerz sehen wir auch die Schönheit und den Edelmut des Priesters“.

Der Leichnam von Pater Joseph Thanh wurde am heutigen, am 31. Januar, in die St. Martinskapelle der Stadt Bien Hoa in der Provinz Dong Nai überführt, wo das Requiem und die Beisetzung stattfanden. Er wurde zusammen mit anderen Dominikanermönchen auf dem Friedhof der Provinz Bien Hoa beigesetzt.
P. Joseph Thanh wurde am 10. August 1981 in Saigon geboren und legte am 13. August 2010 seine Gelübde bei den Dominikanern ab. Am 4. August 2018 wurde er zum Priester geweiht.

Kon Tum, die Hauptstadt der Provinz Kon Tum, liegt im Inneren des zentralen Hochlands von Vietnam, nahe der Grenze zu Laos und Kambodscha.

Christenverfolgung macht auch vor Kindern nicht halt. In Vietnam ist eine Sechsjährige wegen ihres Glaubens von einem Bewohner aus ihrem Dorf ins Koma geprügelt worden. Das berichtet der deutsche Zweig der christlichen Organisation „Open Doors“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main). Der Vorfall ereignete sich vor kurzem in einem Dorf im Norden Vietnams, nachdem bekanntgeworden war, dass die junge Familie (Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt) Christen geworden sind und nicht länger Ahnenkult betreiben. Daraufhin seien der Vater und die Mutter von den Dorfbewohnern aufgefordert worden, ihren christlichen Glauben wieder abzulegen. Dies hätten beide verweigert. Sie seien dafür verspottet, mit Seilen gefesselt und geschlagen worden. Anschließend hätten die Dorfbewohner die Familie aus dem Dorf gejagt. Mitglieder ihrer Gemeinde hätten die Verletzten in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, wo sie drei Tage lang behandelt worden seien. Der Pastor der Familie habe bei den örtlichen Behörden erreichen können, dass die drei Christen in ihr Dorf zurückkehren durften. Die Beleidigungen und Drohungen hätten Open Doors zufolge jedoch nicht aufgehört. Im Juli habe dann ein Dorfbewohner die sechsjährige Tochter der Familie auf den Kopf und in den Bauch geschlagen. Ihre Eltern hätten sie mit starken Kopf- und Bauchschmerzen ins Krankenhaus gebracht, wo sie ins Koma fiel. Als das Mädchen nach einem Monat ihr Bewusstsein zurückerlangte, konnte sie sich weder an die Ereignisse erinnern noch ihre Eltern erkennen.

Auf dem Weg der Besserung

Wie der Pressesprecher von Open Doors, Ado Greve, auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärte, befindet sich das Mädchen noch immer im Krankenhaus. „Sie erholt sich und wartet auf weitere Eingriffe.“ Die Familie plane, sie dafür in ein besseres Krankenhaus zu bringen. Greve weiter: „Die Angreifer sind bislang unbehelligt geblieben. Die lokalen Behörden wurden über den Vorfall informiert, haben bislang aber nichts unternommen.“ Laut Greve vertrauen die Eltern trotz dieser traumatischen Erfahrung darauf, „dass Gott die Kontrolle hat“. Offiziell garantiert die Verfassung des kommunistisch regierten Landes Glaubens- und Religionsfreiheit. Der christliche Glaube wird jedoch häufig als westliche Religion angesehen und abgelehnt. So werden Christen überwacht, verhaftet und vertrieben. Von den über 95 Millionen Einwohnern Vietnams sind 23 Prozent nicht religiös, 21,7 Prozent Buddhisten, zehn Prozent Christen, und der Rest gehört verschiedenen Stammes- und Naturreligionen an. (Quelle: idea)

Die kommunistischen Behörden untersagten am 25. Dezember mindestens zwei katholischen Pfarreien in der Provinz Kon Tum die Zelebration des Weihnachtsfestes. Das schreibt Katholische Info.Net Da heißt es: „In der Pfarrei von Dak Lak in der Gemeinde Dak Mon hatten sich 5.000 Gläubige versammelt, als die Zelebration des Hochfestes verboten wurde. In der Pfarrei Xe Dang in der Gemeinde Dak Ha waren es 3.000 Christen,, die sich zur Zelebration zusammengefunden hatten, als die kommunistischen Behörden auftraten und diese untersagten.“ Vietnam zählt 87 Millionen Einwohner. Laut Asianews sind 48 Prozent davon Buddhisten, 38 Prozent Atheisten, mehr als sechs Millionen – sieben Prozent Katholiken, ca. 0,6 Prozent Protestanten und 5,6 Prozent Synkretisten.

Die katholische Glaubensgemeinschaft in Thai Ha, die von Redemptoristen betreut wird, forderte im Rahmen einer Protestkundgebung in den vergangenen Tagen die Rückgabe eines ehemals kirchlichen Grundstücks. Wie “Redemptorist International” berichtet, ließen die Behörden einen sich auf dem Grundstück befindlichen See trocken legen. Nach Ansicht der Ordensleute und der Gemeindemitglieder handelt es sich bei der Austrocknung des ehemaligen Sees um einen Verstoß gegen die Rechte der Kirche. Die Protestkundgebung wurde von der Polizei aufgelöst.

Am vergangenen 16. Oktober hatte die Gemeinde Thai Ha bei der Regierung einen Antrag auf die vorübergehende Aussetzung der Arbeiten und eine Lösung des Problems eingereicht, auf den die Behörden jedoch nicht antworteten. Die Pfarrei Thai Ha seo seot 1928 Eigentümerin des sieben Hektar großen Grundstücks im Distrikt Dong Da. Dies sei durch offizielle Dokumente belegt. Das Grundstück wurde von der kommunistischen Regierung beschlagnahmt. Heute bittet die Gemeinde angesichts der steigenden Mitgliederzahlen (die Sonntagsgottesdienste werden von 15.000 Gläubigen besucht) und den sich daraus ergebenden seelsorgerischen Erfordernissen um eine umgehende Rückgabe des Grundstücks. Ein entsprechender Antrag wurde bereits 1996 auf den Weg gebracht. (Quelle: Fidesdienst)

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