Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 34 von 49
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Die katholischen Bischöfe von Haiti haben sich nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse entsetzt gezeigt. „Dieses traurige Ereignis markiert einen unglücklichen Wendepunkt in der Geschichte unseres Volkes“, heißt es in einer Erklärung der haitianischen Bischofskonferenz, die KIRCHE IN NOT vorliegt.

Die aktuelle Eskalation sei gekennzeichnet „durch die bewusste Wahl von Gewalt …, die viele Teile der Bevölkerung seit einiger Zeit als Methode des Überlebens und der Konfliktbeilegung wählen“. Haiti befinde sich in einer „politischen Sackgasse“, stellen die Bischöfe fest. Sie schlagen einen runden Tisch vor, der jede Bevölkerungsgruppe einschließt und auf einen Waffenverzicht hinarbeitet.

Kürzlich hat die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der haitianischen Bischofskonferenz einen Bericht veröffentlicht, der allein für die Hauptstadtregion Port-au-Prince im ersten Vierteljahr 2021 131 gewaltsame Todesfälle dokumentiert. 31 Todesopfer hätten nicht einmal identifiziert werden können. Pro Tag ereigneten sich in der Hauptstadt durchschnittlich ein oder zwei Entführungen. An manchen Tagen werden bis zu sechs Personen verschleppt.

Im Jahr 2010 wurde Haiti von einem starken Erdbeben erschüttert.

Völliger Mangel an Stabilität

„Der Mord an Präsident Moïse zeigt den völligen Mangel an Stabilität im Land“, erklärte der für Haiti zuständige Projektreferent von KIRCHE IN NOT, Rafael d’Aqui. „Die aktuelle Lage ist eine große Herausforderung für die Kirche, die als Motor für den Frieden eine Schlüsselrolle spielt. Die haitianische Gesellschaft muss die Botschaft des Evangeliums von Gerechtigkeit, Versöhnung und Vergebung vertiefen.“ Rund 94 Prozent der Haitianer sind Christen, die meisten gehören der katholischen Kirche an.

KIRCHE IN NOT unterstütze die Kirche auf Haiti seit Jahren, hob d’Aqui hervor. Dazu zählt zum Beispiel der Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen nach Erdbeben oder Wirbelstürmen, die Ausbildung von Priestern und Katecheten und die Unterstützung der Arbeit von Seelsorger in den Armenvierteln der Städte. Im vergangenen Jahr hat KIRCHE IN NOT auf Haiti Projekte im Umfang von rund 690.000 Euro unterstützt.

Gebetsaufruf für die Menschen in Haiti

„Die Kirche will den Menschen ein Mindestmaß an Menschenwürde gewährleisten, da der Staat seiner Aufgabe nicht gerecht wird. Wir können sie nicht alleinlassen“, erklärte der Projektreferent.

Er rief im Namen von KIRCHE IN NOT zum Gebet für die Menschen in Haiti auf: „Schließen wir uns dem Aufruf der Bischöfe an und bitten wir die Patronin von Haiti, Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe, das Land von den Fesseln des Hasses und des Bösen zu befreien.“

Der haitianische Präsident Jovenel Moïse war in der Nacht zum 7. Juli erschossen worden. Auch die Frau des Präsidenten, Martine Moïse, wurde schwer verletzt. Sie wird in einem Krankenhaus in den USA behandelt und schwebt in Lebensgefahr. Nach Polizeiangaben wurden mittlerweile 17 Tatverdächtige verhaftet und drei weitere getötet.

Seit über zehn Jahren befindet sich Haiti in einer politischen und wirtschaftlichen Dauerkrise. Regierung und oppositionelle Kräfte geben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation vor. Auf den Straßen haben vielfach bewaffnete Banden das Kommando übernommen. Nach dem Mordanschlag auf den Präsidenten hat die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.

Kinder in Haiti.
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Das Apostolische Vikariat San José del Amazonas liegt im Norden des peruanischen Urwalds, an der Grenze zu Kolumbien und Brasilien. Das Gebiet ist mehr als doppelt so groß wie Bayern. In der Gegend gibt es kaum befestigte Straßen; die beiden großen Flüsse Amazonas und Napo mit ihren Nebenarmen sind die Hauptverkehrsadern.

Die Dörfer liegen weit im Urwald verstreut. Entsprechend schwer ist es, Lebensmittel zu kaufen, einen Arzt oder eine Schule zu besuchen. So ist das Bildungs- und Gesundheitsniveau in der Gegend des niedrigste von ganz Peru. Hinzukommt organisierte Kriminalität wie Drogen- oder Menschenhandel; der Staat ist in dem schwer zugänglichen Gebiet so gut wie nicht präsent.

In diesem vergessenen Teil Perus unterstützen rund 60 Laienmissionare und Katecheten die 14 Priester, die sich pastoral wie karitativ um die einheimische Bevölkerung kümmern. Die Missionare kommen aus verschiedenen Ländern: Mexiko, Polen, Kanada, Kolumbien, Brasilien, Indien und auch aus Peru selbst. Es ist eine große internationale Gemeinschaft, die sich in diesem armen Gebiet der Menschen annimmt.

Andacht in einem Dorf im Apostolischen Vikariat San José del Amazonas in Peru.

Kritische finanzielle Situation

KIRCHE IN NOT unterstützt seit einem Vierteljahrhundert diese Seelsorgearbeit. Sie ist in den vergangenen Monaten noch schwieriger geworden. Die Ortskirche befindet sich aufgrund der Corona-Krise und der dadurch rückläufigen Kollekten und weiteren Einnahmen in einer kritischen finanziellen Situation.

Deshalb verstärkt KIRCHE IN NOT seine Hilfen für die Missionare im Urwald, „wo die Menschen nicht zum Unterhalt ihrer Gemeinden beitragen können, sondern selber Unterstützung brauchen“, erklärte der zuständige Bischof José Javier Travieso Martín. Die Menschen würden „ihrem Schicksal überlassen“, das Gesundheitssystem sei seit Jahren vernachlässigt, wie die Pandemie einmal mehr gezeigt habe.

Das Apostolische Vikariat San José del Amazonas unterhält 16 Missionsstationen. Dazu kommen ein Krankenhaus, ein Pflegeheim für Leprakranke, 16 Medizinstationen am Fluss Napo, zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie vier Schulen und zwei Internate.

Blick auf Pevas im Apostolischen Vikariat San José del Amazonas in Peru, mit der Kirche im Hintergrund.

Missionare kümmern sich um die Menschen vor Ort

Die Missionare sind für mehrere Seelsorgestellen verantwortlich und besuchen regelmäßig dutzende Dörfer. Aufgrund des Priestermangels in der Region leiten sie Wortgottesdienste, bilden Katecheten aus und halten Religionsunterricht. Darüber hinaus koordinieren sie Hilfen für erkrankte Menschen und unterstützen die Ausbildung der Kinder in den Dörfern.

Gabriel Grégoire ist einer der Laienmissionare, die KIRCHE IN NOT unterstützt. Der gebürtige Kanadier ist in der Gemeinde- und Sozialarbeit tätig. Er leitet Totengebete und Wortgottesdienste, wenn gerade kein Priester da ist. Er ist auch Mitglied des Wirtschaftsrats im Apostolischen Vikariat und unterstützt die Mitglieder der Legio Mariae, die kranke Menschen und Heimbewohner besuchen und mit ihnen beten.

Der Missionar Antonio Romero mit seiner Frau Monica Adriana und den drei Kindern. Sie stammen ursprünglich aus Mexiko.

Lebensmittel und Medikamente sind knapp

Unter den Missionaren gibt es auch Familien wie die von Antonio Romero, der mit seiner Frau Monica Adriana und drei Kindern aus Mexiko in den peruanischen Urwald gekommen ist.

Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT erzählt er, wie die Corona-Krise auch in dieser Region alles verändert hat: „Lebensmittel sind knapp, es gibt nicht einmal einfache Medikamente. Menschen sterben, und es gibt keinen Sauerstoff zum Beatmen oder er ist sehr teuer. Die Menschen sind in Trauer um verstorbene Angehörige und suchen Trost, andere erkranken …“

Seit Anfang 2020 hat KIRCHE IN NOT 20 Missionare unterstützt, damit sie Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs besorgen können. Aktuell benötigen 14 Ordensschwestern und sieben Laienmissionare Hilfe, vor allem für das tägliche Überleben oder medizinische Behandlungen.

Die Missionarin Dominika Szkatula, eine gebürtige Polin, mit Gemeindemitgliedern.

„Wenn man im Amazonasgebiet lebt, ist man näher an Gott”

KIRCHE IN NOT unterstützt auch Dominika Szkatula. Sie kommt aus Polen und koordiniert die Pastoral unter den Eingeborenen. Seit fast vierzig Jahren ist sie als Missionarin tätig. Sie hat unter anderem Leprakranke betreut und sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung eingesetzt.

„Ich bin hier glücklich“, erzählt sie. „Wenn man im Amazonasgebiet lebt, ist man näher an Gott. In der Arbeit mit den einfachen und bescheidenen Menschen hier kann man ihn spüren und berühren.“

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Das Leben für Christen in Pakistan ist nicht einfach. Als Angehörige einer religiösen Minderheit sind sie häufig Opfer von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Die meisten Christen gehören zu den ärmsten Schichten der Gesellschaft und sind Fabrikarbeiter, Tagelöhner, Hausangestellte, Reinigungspersonal von Abflüssen und Toiletten… Viele von ihnen finden sich ohne Zugang zu rechtlicher Unterstützung wieder und werden von den Behörden ignoriert, wenn sie versuchen, ihre Menschenrechte zu verteidigen. Christliche Frauen sind in diesem Kontext noch verwundbarer und größeren Gefahren ausgesetzt. Öffentliche Berichte über sexuellen Missbrauch und Zwangsverheiratungen werden immer zahlreicher, und doch ist die tatsächliche Zahl dieser Fälle wahrscheinlich noch höher.

KIRCHE IN NOT fördert nun ein Programm, das junge christliche Frauen, die in diesen extrem schwierigen Verhältnissen leben, stärken soll. Viele der jungen Frauen, die an dem Programm teilnehmen, sind Studentinnen oder Hausangestellte in den Außenbezirken einer pakistanischen Großstadt. Um die Sicherheit der betroffenen jungen Frauen zu schützen und sie und die lokalen Projektpartner von KIRCHE IN NOT vor jeglicher Art der Repressalien zu bewahren, gibt die Hilfsorganisation weder Namen noch Orte bekannt. Sie teilt aber dennoch die Geschichten der Frauen, die Ängste und die Sorgen, mit denen sie konfrontiert sind. Es ist die Realität, von der so viele christliche Frauen in Pakistan betroffen sind.

Schülerinnen einer katholischen Schule in Pakistan (Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT).
Schülerinnen einer katholischen Schule in Pakistan (Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT).

Eine dieser jungen Frauen ist „Samia“ (Name geändert). Sie lebt im Norden Pakistans zusammen mit ihren Eltern und vier Brüdern. Ihr Vater ist Fabrikarbeiter und ihre Mutter ist Hausfrau. Sie berichtet: „Da ich zu einer christlichen Familie gehöre, haben meine Eltern mich immer ermahnt, niemals mit anderen Menschen über religiöse Unterschiede zu sprechen. Sie haben uns beigebracht, jede Art von Diskriminierung einfach zu ertragen, da wir ohnehin keinen Einfluss haben, weil wir in einem muslimischen Land leben. Ich habe Angst von den Gesetzen diskriminiert zu werden; wir sind eine Minderheit in Pakistan, die nicht viel Unterstützung hat. Wir leben in einem Zustand der Angst und des ständigen Drucks. Wir glauben, dass wir, wenn wir versuchen, unsere Rechte zu verteidigen, aufgrund falscher Anschuldigungen der Blasphemie oder anderer Vergehen beschuldigt werden, so wie es in der Vergangenheit schon häufiger vorgekommen ist.

Dank meiner Teilnahme an dem von KIRCHE IN NOT International unterstützten Frauenförderprogramm bin ich in meinem Glauben gestärkt worden. Es hilft uns Frauen, uns unserer Verantwortung und unserer Rechte stärker bewusst zu werden. Es ermutigt uns, stark zu bleiben, gegen Diskriminierung, Zwangsbekehrung, Belästigung und Gewalt zu kämpfen und unsere gleichen Rechte zu verteidigen“, erklärt die 20-jährige. Das Programm habe sie ermutigt, „hart zu arbeiten, damit unsere Gemeinschaft eine bessere Zukunft haben kann“.

Paksitan, Sargodha, 2018
Daughter Meerab Gulzaar and her monther Naasra Bibi at their home.
Nach fünf Jahren Ehe adoptierten Gulzar Masih und seine Frau, ein katholisches Paar, mit Hilfe eines Familienfreundes ein kleines Mädchen aus einem örtlichen Krankenhaus. Das Mädchen hieß Meerab. Meerab, der heute 19 Jahre alt ist und in Sargodha, Pakistan, lebt, spricht über die schwierigen Realitäten ihres Lebens und ihre Ziele für die Zukunft an die Pontifikalstiftung Aid to the Church in Need.

Eine andere junge Frau, die an dem Programm teilnimmt, ist „Ashia“ (Name geändert). Ihr Vater ist Straßenkehrer und verdient gerade mal 10.000 Rupien (rund 53 Euro) im Monat. „Als ich zum College ging, wurde ich von meinen Lehrern und Mitschülern oft diskriminiert, und das ging so weit, so dass ich mich nicht mehr aufs Lernen konzentrieren konnte“, berichtet die 17-jährige. Sie erzählte ihre Schwierigkeiten einer Freundin, die sie ermutigte, am KIRCHE IN NOT-Programm teilzunehmen. „Ich nahm an den Beratungsgesprächen teil und sie gaben mir neue Hoffnung, mit meinen Umständen fertig zu werden. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich den Anderen keine weitere Gelegenheit geben werde, meine Zukunft zu zerstören. Ich werde fleißig studieren und den Menschen zeigen, dass unser Herr immer bei uns ist, dass er uns Kraft gibt und uns führt und beschützt“, schließt sie.

Paradigmatisch is der Fall von „Shazia“ (Name geändert). Wie viele junge christliche Frauen hatte die 19-Jährige große Träume. Ihr Vater, ein Rikschafahrer, war der Einzige, der für den Lebensunterhalt der Familie sorgte. Mit viel Mühe seitens ihrer Familie schaffte sie es, an der Universität Software Engineering zu studieren. Doch wegen der Finanzkrise musste sie das Studium im zweiten Jahr abbrechen. „Ich begann, in einer Fabrik zu arbeiten, um meinem Vater zu helfen, die Familie finanziell zu unterstützen. Ich verdiente zwischen acht- und zehntausend pakistanische Rupien im Monat. Ich dachte, das ist mein Schicksal und das sollte meine Zukunft sein“, erinnert sie sich. Sie hatte sich mit diesem  Schicksal abgefunden, bis sie das von KIRCHE IN NOT gesponserte Förderprogramm kennenlernte. „Neue Hoffnung keimte auf. Es entzündete in mir den Funken der Hoffnung, dass es möglich sein kann, etwas Anderes in unserem Leben zu tun, und das selbst verzweifelte junge Menschen wie ich es schaffen können, positive Veränderungen herbeizuführen. Der Motivationsvortrag hat mich so sehr inspiriert, und mir wurde klar, dass Bildung das einzige Werkzeug und der Schlüssel zum Erfolg ist. Alles ist möglich, wenn wir uns mit ganzem Herzen engagieren und uns mutig den Schwierigkeiten des Lebens stellen“, sagt Shazia jetzt.

Das Leben für Christen in Pakistan ist nicht einfach. Als Angehörige einer religiösen Minderheit sind sie häufig Opfer von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung.

Eine der jüngsten Teilnehmerinnen des Programms ist „Nasreen“ (Name geändert). Diese junge Frau war gerade 15 Jahre alt und befand sich im neunten Schuljahr an einer staatlichen Schule, als die Pandemie ihr Leben zerstörte. Ihr Vater ist Tagelöhner und befand sich durch den „Lockdown“ in großen finanziellen Schwierigkeiten, so dass er das Schulgeld und den Online-Unterricht in Zeiten der COVID-Pandemie nicht mehr bezahlen konnte. Zudem war Nasreen die einzige Christin in der Klasse. Am Ende wurde sie aus den Online-Kursen verwiesen. „Ich war sehr verletzt und aufgebracht, aber ich konnte darüber mit meinen Eltern nicht sprechen, weil sie aufgrund der schwierigen finanziellen Situation in der Familie ohnehin schon sehr litten“, erinnert sie sich. „Es war nicht das erste Mal, dass ich von meinen Mitschülern aufgrund unserer Religion Diskriminierungen und Vorurteilen gegenüber mir und meiner Familie ausgesetzt war. Ich war völlig ratlos und verzweifelt über das, was mir widerfahren ist“, erzählt Nasreen. „Dann lernte ich das Team kennen, das das Förderprojekt leitete und das einer Gruppe junger Mädchen wie mir die Teilnahme an einem Kurs anbot. Sie erklärten uns, dass eine Ausbildung unerlässlich ist, um persönlich und spirituell wachsen zu können.“ Schließlich besserte sich die Lage und Nasreens Vater konnte wieder arbeiten und ihr Schulgeld bezahlen.

Aber es geht nicht nur um den wirtschaftlichen Aspekt. Die moralische Unterstützung und Ermutigung, die die Kurse bieten, sind absolut notwendig, um diesen jungen christlichen Frauen zu helfen, die sich sonst angesichts ihres Schicksals oft überfordert und verlassen fühlen. „Ich bin KIRCHE IN NOT so dankbar, dass es mir eine so große Veränderung in meinem Leben ermöglicht hat. Jetzt erleuchtet die Kerze des Glaubens und der Hoffnung meinen Weg, und ich werde sie in Zukunft nicht durch irgendeine Art von Diskriminierung verlöschen lassen“, sagt Nasreen.

Um christlichen Frauen in Pakistan, die in diesen extrem schwierigen Verhältnissen leben, helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Am 3. September 2016 wurde die spanische Ordensschwester Isabel Sola Matas, 51 Jahre alt, ermordet, als sie die Straße in Bel Air, einer Barackenstadt auf einem Hügel im Zentrum der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, entlangfuhr.

Mitten am helllichten Tag schossen zwei Unbekannte auf einem Mofa an einer Straßenkreuzung auf sie; sie wurde zweimal in die Brust getroffen. Man geht von einem Raubüberfall aus. Haiti ist eines der gefährlichsten Länder Zentralamerikas.

Schwester Isabel lebte seit 2008 auf Haiti, half den Ärmsten der Armen, so auch den Betroffenen des katastrophalen Erdbebens im Jahr 2010. Sie sorgte für sie mit Lebensmitteln und Schulbildung. Sie war Krankenschwester und richtete eine Werkstatt zur Herstellung von Prothesen für die durch das Erdbeben verstümmelte Menschen ein.

Kurz vor ihrem Tod verfasste Schwester Isabel ein persönliches Zeugnis: „Ich hoffe, dass ich das getan haben werde, was ich immer liebte: mein Leben zu geben, mein Volk zu lieben und zu dienen.”

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Christenverfolgung

Mit einer Fläche von knapp 2,8 Millionen Quadratkilometern ist Argentinien der achtgrößte Staat der Erde. Die Heimat von Papst Franziskus durchlebt eine schwere Wirtschaftskrise. Die Armut steigt, und bereits 2019 wurden 40 Prozent der 44 Millionen Einwohner als „arm“ eingestuft. Die Pandemie hat diese Entwicklung noch verschärft. Das Land wurde schwer getroffen: In der letzten Maiwoche 2021 wurden 3,5 Millionen Infektionen und über 74.000 Tote durch Covid-19 verzeichnet. Seit dem 22. Mai ist das Land wieder im Lockdown, denn die Lage hat sich wieder dramatisch zugespitzt: Jeden Tag gibt es 30.000 Neuinfektionen und über 500 Tote.
In Argentinien hat die Kongregation derzeit 20 Schwestern, von denen sich einige noch in der Ausbildung befinden.

Die Krise trifft auch die Kirche hart. Im vergangenen Jahr schrieben uns die „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ (spanisch: (Misioneras de Jesús Verbo y Víctima), dass ihre Situation „sehr, sehr schwierig“ sei. Wegen der Lage konnten sie nicht einmal die jungen Frauen aufnehmen, die ihrer Gemeinschaft beitragen wollten. Um sich zwischen den verschiedenen Departamentos (Verwaltungseinheiten) fortbewegen zu dürfen, benötigten sie eine Sondererlaubnis. Auch wirtschaftlich litten die Schwestern Not.

Ihre Kongregation wurde 1961 in Peru gegründet. Sie gehen vor allem an abgelegene und schwer zugängliche Orte, wo es an Priestern fehlt. Dort widmen sie sich der Seelsorge an den Armen und an den Rand gedrängten. Inzwischen gehören der Kongregation mehr als 400 Schwestern an, die in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern tätig sind. Von ihren Missionsstationen aus fahren sie oft stundenlang auf unbefestigten Straßen, oder sie gehen sogar zu Fuß, reiten auf einem Maultier reitend oder fahren mit einem Boot, um ein abgelegenes Dorf oder einen Bauernhof mit einigen wenigen Familien zu besuchen. Man sagt, dass dort, wo eine befestigte Straße endet, die Arbeit der Missionsschwestern beginnt.

Die Schwestern widmen sie sich der Seelsorge an den Armen und an den Rand gedrängten. Inzwischen gehören der Kongregation mehr als 400 Schwestern an.

In Argentinien hat die Kongregation derzeit 20 Schwestern, von denen sich einige noch in der Ausbildung befinden. Eine davon ist Schwester Maria Augustina. Sie ist 24 Jahre alt und hat bereits ihre zeitlichen Gelübde abgelegt. Sie schreibt: „Ich danke Gott, dass Er mir erlaubt, in dieser Kongregation zu sein, und bete jeden Tag um die Gnade, bis zum Ende meines Lebens treu zu sein. Es ist klar, dass es wie in jeder Ehe Kreuze zu tragen und Prüfungen zu bewältigen gibt, aber das sind die Momente, in denen sich wirklich unsere Liebe zu unserem gekreuzigten Bräutigam und Gott zeigt. Heute, in dieser Zeit, braucht die Kirche und mehr denn je, denn der Mensch hat sich von Gott entfernt, und die Kirche wird so angegriffen.

Im Vertrauen auf die Worte des Herrn: „Sei treu bis zum Tod, und Ich werde dir die Krone des Lebens geben“ überlasse ich mich ganz Seinen göttlichen Händen bis zu dem Augenblick, in dem Er mich zu unserer ewigen Hochzeit rufen wird.“

Dank der Hilfe unserer Wohltäter konnten wir den Schwestern in Argentinien mit 10.900 Euro unter die Arme greifen, um die Ausbildung der jungen Schwestern zu ermöglichen und einen Beitrag zum Lebensunterhalt aller 20 Ordensfrauen zu leisten. Sie bedanken sich herzlich und beten für alle Wohltäter!

Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ (Aid to the Church in Need – ACN) hat im Jahr 2020 Spenden in Höhe von 122,7 Millionen Euro für notleidende und bedrängte Christen gesammelt. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat das Hilfswerk, das in 23 Ländern Nationalbüros unterhält, 16,4 Millionen Euro mehr eingenommen; das ist ein Plus von 15,4 Prozent. Die Wohltäter von „Kirche in Not-Österreich“ haben mit 3,2 Millionen Euro beitragen (Vorjahr: 2,7 Millionen Euro) – dass die vielfältigen Nöte in aller Welt gelindert wurden.

„Die Covid-19-Pandemie hat die Nöte der Christen dramatisch verschärft, die in vielen Regionen von heute auf morgen buchstäblich ohne Lohn und Brot dastanden“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern. „In dieser Notsituation haben die Wohltäter dem Hilfswerk die Treue gehalten. Das war nicht abzusehen, zumal die Krise ja auch viele wirtschaftliche Unsicherheiten und Schwierigkeiten für unsere Spender mit sich gebracht hat“, so Heine-Geldern.

Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not-Österreich: „Unsere Wohltäter haben sehr großherzig und rasch auf die Nöte unserer Projektpartner reagiert: sei es infolge der Pandemie, sei es nach der verheerenden Explosion von Beirut im August, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dafür gebührt unseren Wohltätern der allerherzlichste Dank“.

Kathedrale in Aleppo
Im Jahr 2020 konnte auch die maronitische Kathedrale wiedereröffnet werden. Sie war im Krieg in Syrien schwer zerstört worden.

4758 Projekte in 138 Ländern unterstützt

Mit den Spendeneinnahmen hat „Kirche in Not“ 4758 Einzelprojekte in 138 Ländern unterstützt. Diese hatten ein Gesamtvolumen von 102,1 Millionen Euro. 20,6 Millionen Euro konnten aufgrund von Verzögerungen wegen der Corona-Krise im ersten Halbjahr 2021 ausbezahlt werden.

79 Prozent der in 2020 ausgegebenen Mittel flossen in Projektarbeit, Information, mediale Unterstützung und Gebetsaktionen. Rund acht Prozent wurden für Verwaltung aufgewendet und 12,5 Prozent für Wohltäterbetreuung und Spendenwerbung. „Kirche in Not“ erhält keine öffentlichen Gelder, sondern finanziert ihre Hilfen ausschließlich durch private Spenden.

Nach Ausbruch der Pandemie hat das Hilfswerk 401 Corona-Hilfsprojekte mit einem Umfang von über 6,2 Millionen Euro gefördert. So konnten sich unter anderem Ordensleute und Priester mit Schutzausrüstungen für ihren Dienst ausstatten, ihre pastorale Arbeit fortsetzen und finanzielle Engpässe aufgrund der Pandemie ausgleichen.

Junge irakische Christin bedankt sich für die Unterstützung. Foto: KIRCHE IN NOT

Pandemie verändert regionale Schwerpunkte

Rund ein Drittel (32,6 Prozent) der Projekthilfen von „Kirche in Not“ floss 2020 nach Afrika. „Besonders die Länder der Sahelregion machen uns große Sorge. Dort breitet sich der Terror immer weiter aus. Die Pandemie hat die Lage der geflüchteten und vertriebenen Menschen noch verschärft. Vielfach ist die Kirche die einzige Institution, die jetzt noch bei den Menschen ist“, erklärte Präsident Heine-Geldern.

Im Nahen Osten, zum Beispiel in Syrien und im Irak, mussten viele Wiederaufbauprojekte vorerst pausieren, da wegen der Corona-Krise nicht genügend Baustoffe geliefert werden konnten. Dennoch bleibt die Region ein Schwerpunkt von „Kirche in Not“. Nach der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut am 4. August 2020 hat das Hilfswerk ein Nothilfeprogramm für das Land mit der größten christlichen Gemeinschaft im Nahen Osten gestartet. Weitere Hilfen zielten auf den Wiederaufbau des christlichen Viertels in Beirut, das besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dort unterstützte „Kirche in Not“ schwerpunktmäßig die Instandsetzung von Kirchen und Konventen. Die Hilfe für den Libanon belief sich 2020 auf knapp vier Millionen Euro.

Ein weiterer Förderschwerpunkt (18 Prozent der Projektgelder) ist der Mittlere und Ferne Osten. Die meisten Hilfsgelder im Jahr 2020 flossen nach Indien – rund 5,4 Millionen Euro. Der Kontinent wurde von der Pandemie besonders schwer betroffen; bisweilen war die christliche Minderheit von öffentlichen Hilfeleistungen abgeschnitten. So hat „Kirche in Not“ zum Beispiel in Pakistan die Verteilung von Hilfsgütern an Christen unterstützt, die infolge der Corona-Krise ihre Lebensgrundlage verloren hatten.

4. August 2020: Eine schwere Explosion erschüttert die libanesische Hauptstadt Beirut. Hier konnte KIRCHE IN NOT in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vor Ort schnell die Ausgabe von Lebensmittelpaketen für betroffene Familien organisieren und durchführen.

Vom Kirchenbau bis zum Seelsorger-Auto

Die Liste der geförderten Projekte weltweit führt wie in der Vergangenheit die Bauhilfe an. 744 Kirchen, Pfarrhäuser, Klöster, Priesterseminare, Kindergärten und Gemeindezentren konnten mithilfe von „Kirche in Not“ neu gebaut, renoviert oder nach Zerstörungen infolge von Krieg und Terror wiederinstandgesetzt werden. Ein Beispiel ist die maronitische Kathedrale St. Elias im syrischen Aleppo. Zwischen 2012 und 2016 durch Raketenbeschuss stark beschädigt, konnte sie im Juli 2020 wieder eingeweiht werden.

Über 1,7 Millionen Messstipendien

„Gerade in der Corona-Krise waren Messstipendien ein Zeichen der Verbundenheit im Gebet und für viele Priester die einzige Quelle zum Überleben. Über 1,7 Millionen Messstipendien konnten wir weiterleiten“, erklärte Heine-Geldern. Jeder neunte Priester weltweit erhielt diese direkte und geistliche Form der Unterstützung. Bei den Priesteramtskandidaten ist es jeder achte, der von „Kirche in Not“ Hilfe beim Studium oder für die Unterbringung im Seminar bekommt – 14 000 Priester von morgen hat das Hilfswerk gefördert.

Die Corona-Krise hat in vielen Regionen der Welt die Einnahmequellen von Ordensfrauen zum Versiegen gebracht; „Kirche in Not“ hat im Jahr 2020 Existenz- und Ausbildungshilfen für über 18 000 Ordensfrauen geleistet und ihre Aufgaben unterstützt.

„Die Pandemie und ihre Folgen werden uns auch in Zukunft beschäftigen“, bilanzierte Thomas Heine-Geldern. „Auch die schreckliche Situation auf dem afrikanischen Kontinent, wo Terrorismus und Gewalt sich immer mehr ausbreiten, ist eine große Sorge unseres Hilfswerks. Genauso wichtig wie die äußere Not zu lindern, ist es, den bedrängten und verfolgten Christen Stimme und Gesicht zu geben. Das tun wir durch Information, Gebet und tatkräftige Hilfe. Wir sind froh und dankbar, dass wir dabei auf unsere Wohltäter und Förderer weltweit zählen können.“

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Die Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik geht seit Jahren durch die Hölle: Seit 2017 haben dschihadistische Truppen Schätzungen zufolge mehr als 2500 Menschen getötet und eine Dreiviertelmillion vertrieben. Berichte über niedergebrannte Dörfer, Massaker und Entführungen gehören mittlerweile zum Alltag.

Aufgrund der gefährlichen Lage ist es selbst für Hilfsorganisation schwierig, in die Region zu gelangen. Oft ist die Kirche die einzige Anlaufstelle für die Menschen. Ordensfrauen, Priester und Katecheten kümmern sich darum, dass Binnenflüchtlinge untergebracht und versorgt werden – wenn auch unter prekären Umständen.

KIRCHE IN NOT hat dafür Soforthilfen bereitgestellt und unterstützt die Arbeit der Seelsorger und Ordensleute in der Region.

Neben der Hilfe suchen viele der leidgeprüften Bewohner auch einen Halt und Trost im Glauben. „Evangelisierung in der Krise“ heißt ein Seelsorgeprojekt der Diözese Pemba, das KIRCHE IN NOT ebenfalls fördert.

Vor allem an Katecheten, wichtige Multiplikatoren in Mosambik, wurden die Solarradios verteilt.

Radio ist wichtiges Mittel, um Bevölkerung zu erreichen

Hauptmittel der Verkündigung ist das Medium, das zurzeit in der Region am besten funktioniert: das Radio. Internet und Mobilfunknetz brechen viel zu oft zusammen und sind nicht flächendeckend verfügbar. Darum bietet das Radio eine Möglichkeit, die isolierte Bevölkerung zu erreichen.

Das war schon vor der Krise so: Viele Dörfer sind abgelegen, in der Regenzeit sind die Straße unpassierbar. Auch hier griff die katholische Diözese schon auf das Radio zurück, um die heilige Messe auszustrahlen, Katechese und Beratung anzubieten oder die Menschen mit christlicher Musik zu trösten.

Der bewaffnete Konflikt hat die Lage noch schlimmer gemacht. Die Terroristen zerstörten auch einen der katholischen Radiosender in der Region. Nun ist „Radio Sem Fronteiras“ (Radio ohne Grenzen) als einziges katholisches Medium übriggeblieben. Das Einzugsgebiet und die Zahl der Hörer hat sich erheblich vergrößert. KIRCHE IN NOT hat geholfen, das Sendersignal und damit die Reichweite zu verstärken.

Radio Sem Fronteiras (Radio ohne Grenzen) ist ein beliebter Radiosender in Mosambik.

Viele Orte haben keinen Strom: Solar-Radios schaffen Abhilfe

Auch konnte „Radio Sem Fronteiras“ dank der Hilfe neue Programme ins Leben rufen und Kooperationen mit anderen Sendern schließen, sodass nun auch über andere Stationen christliche Inhalte ausgestrahlt werden können.

Radio-Direktor Latifo Fonseca bedankt sich bei allen Spendern, die das ermöglichen: „Ich sende jedem einzelnen von ihnen meinen Segen. Sie helfen jeden Tag, die Mission Jesu Christi an Orten weiterzuführen, an denen es viel Leid gibt.“

Die Lage im Norden Mosambiks ist so schlimm, dass viele Gemeinden nicht einmal ein Radiogerät oder gar Strom haben. KIRCHE IN NOT hat deshalb Radiogeräte finanziert, die mit Solarenergie aufgeladen werden können.

Jedes Gerät wurde einem Gemeindeleiter – meistens ein Katechet – übergeben. So sollen möglichst viele Christen das hören können, was in diesen Zeiten des Terrors die wohl einzige Quelle der Hoffnung ist: das Evangelium.

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Ein knappes Jahr nach der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut kann die Jesuitenkirche St. Josef im Juli wieder ihre Pforten öffnen. Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt die Renovierungsarbeiten maßgeblich.
Bei der verheerenden Explosion im Hafen Beiruts wurden rund 200 Personen getötet und über 6000 verletzt.

Über 5,3 Mio. Euro für die Menschen im Libanon

Die 1875 erbaute Jesuitenkirche liegt im Stadtteil Aschrafiyya in der Beiruter Altstadt. Der mehrheitlich von Christen bewohnte Bezirk liegt nur rund drei Kilometer vom Hafen entfernt, wo am 4. August 2020 über 2700 Tonnen Ammoniumnitrat in die Luft gingen. Dabei wurden rund 200 Personen getötet und über 6000 verletzt. Tausende Gebäude in der Stadt wurden beschädigt, viele Menschen sind obdachlos geworden.

KIRCHE IN NOT hat nach der Explosion über 5,3 Millionen Euro für die Menschen im Libanon bereitgestellt. Damit wurden Nothilfen und Lebensmittellieferungen finanziert; aktuell unterstützt das Hilfswerk den Wiederaufbau von Kirchen, Konventen, Kindergärten, Schulen und weiteren christlichen Einrichtungen in der Hauptstadt. Über 300.000 Euro flossen in die Instandsetzungsarbeiten der Jesuitenkirche und weiterer zerstörter Gotteshäuser in der Beiruter Altstadt.

Jesuitenkirche St. Josef in Beirut
Front der Jesuitenkirche in Beirut. Alle Glasfenster wurden durch die Wucht der Explosion zerstört.

95 Prozent der Glasfenster zerborsten

„Die Josefskirche wurde durch die Explosion schwer beschädigt. Die Fensterrahmen und Holztüren wurden zerstört, auch das Dach war schwer in Mitleidenschaft gezogen“, erklärte der verantwortliche Bauingenieur Farid Hakimé gegenüber KIRCHE IN NOT. 95 Prozent der Glasfenster waren durch die Explosion zerborsten. Auch die Zwischendecke, die Beleuchtung und die Dachbalken, die noch aus der Erbauungszeit der Kirchen stammen, waren beschädigt. „Nach der Explosion traten an der Decke und am Kirchenbau zahlreiche Risse auf“, sagte Hakimé. Immerhin sei die Kirche nicht einsturzgefährdet gewesen, so dass die Renovierungsarbeiten rasch beginnen konnten.

Jesuitenpater SalahAbou Jaoude, der die Josefskirche betreut, teilte KIRCHE IN NOT mit: „Die neuen Türen werden in den kommenden Tagen geliefert und eingebaut. Auch die Maler- und Elektroarbeiten gehen dem Ende zu, und jetzt beginnt die Installation der Zwischendecke.“

Im Juli sollen dann wieder in größerem Rahmen Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Die Jesuitenkirche St. Josef beherbergt zahlreiche internationale Gemeinden. Gottesdienste werden unter anderem auf Arabisch, Englisch und Französisch gefeiert. Messen finden auch im maronitischen Ritus statt. Die Jesuiten betreiben in Beirut unter anderem eine Universität, die ebenfalls den Namen des heiligen Josef trägt und zu den größten Bildungseinrichtungen im Nahen Osten gehört.

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Verwendungszweck: Libanon

Am 29. August 2019 wurde David Tanko, ein nigerianischer Priester, 42 Jahre alt und Pfarrer der Pfarre St. Peter in der Diözese Jalingo, ermordet, während er in einem Konflikt verschiedener ethnischer Gruppen im Bundesstaat Taraba im östlichen Nigeria vermittelte.

Der Priester war auf dem Weg in das Dorf Takum, um an einem Treffen zur Streitschlichtung teilzunehmen, das eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen dem Stamm der Tiv und dem Stamm der Jukun zum Ziel hatte, als er im Dorf Kufai Amadu von bewaffneten Männern angegriffen wurde, die ihn später töteten und sein Auto anzündeten.

Pfarrer David Tanko gab sein Leben in dem Bestreben, zwischen zwei verfeindeten Stämmen den Frieden herbeizuführen. KIRCHE IN NOT unterstützt viele Projekte, die sich für Frieden einsetzen. So unterstützte KIRCHE IN NOT beispielsweise in Nigeria ein großes Treffen für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, das von der Fokolar-Bewegung organisiert wurde.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer

Um verfolgten und bedrohten Christen in Nigeria weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Nigeria

Jenen Tag im November 2018 wird die jetzt 21-jährige Sophia [Name von der Redaktion geändert] nie vergessen. Immer wieder neu muss sie ihn durchleben – bis heute.

Die junge Frau lebte damals auf einem Bauernhof im Nordosten Nigerias, nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Maiduguri entfernt. Sophia, ihre jüngere Schwester und die Eltern arbeiteten im Freien, als junge Männer den Bauernhof umstellten. Auf Motorrädern waren sie gekommen. Vom Vater verlangten sie die Herausgabe der Mädchen, sonst müsse er sterben.

Was sich danach abspielte, ist schwer in Worte zu fassen. Nach der Weigerung des Vaters, seine Töchter auszuliefern, hielt Sophia seinen Kopf in ihren Händen. Die Angreifer hatten ihn enthauptet. Sophia fiel in Ohnmacht.

Nigeria Camp für vertriebene Mütter und Kinder
Der Priester Joseph Bature Fidelis (links) in einem Camp für vertriebene Mütter und Kinder im Bistum Maiduguri.

„In ständiger Angst, getötet zu werden”

„Seither hat sie immer wieder Flashbacks [traumatische Rückerinnerungen; Anm. d. Red.]. Sie lebt in der ständigen Angst, getötet zu werden“, berichtet Joseph Bature Fidelis gegenüber KIRCHE IN NOT. Der Priester hat auch einen Abschluss in Klinischer Psychologie und betreut die junge Frau.

Mit der grausamen Ermordung ihres Vaters war das Martyrium von Sophia nicht zu Ende – im Gegenteil. Nach einer längeren Zeit der Bewusstlosigkeit wachte sie im Dschungel auf. Die jungen Männer hatten sie in ein Lager der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Den Horror, den Sophia dort erlebte, beschreibt der Priester und Therapeut nicht näher. Nur so viel: „Sie wurde dort wiederholt gefoltert und auf jede erdenkliche Weise missbraucht.“

Grundsteinlegung des Zentrums für Traumabetreuung im Bistum Maiduguri durch Bischof Oliver Dashe Doeme.

Gefoltert und missbraucht

Ihr gelang schließlich die Flucht. Verwundet, erschöpft und voller Schmerzen traf sie auf einen älteren Mann. Er half ihr, sich in Sicherheit zu bringen. Sophia konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern, wo ihr Elternhaus lag. Stunden dauerte es, bis sich die Fragmente in ihrem Gedächtnis zusammenfügten und sie zu ihrer Familie gebracht werden konnte.

„Damals konnte Sophia weder sprechen noch erklären, was geschehen war“, erzählt Joseph Bature Fidelis. Ihre Mutter hatte sie zu ihm gebracht. „Sie sah Geister und Menschen ohne Kopf. Sie halluzinierte und hatte bedrängende Gedanken.“

Sophia ist eines der vielen Opfer von Boko Haram, das im Traumahilfezentrum der Diözese Maiduguri Hilfe erhält. KIRCHE IN NOT unterstützt die Initiative, um den an ihrer Seele verwundeten Menschen Heilung zu ermöglichen. Joseph Bature Fidelis arbeitet dort. Jetzt sollen dort neue Gebäude entstehen; die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Frau aus Nigeria mit Kind (Foto: KIRCHE IN NOT/Jaco Klamer).

Psychologischer Hilfsdienst betreut traumatisierte Menschen

Schicksale wie das von Sophia gibt es im Nordosten Nigerias viele. Seit Jahren wird die Region von dschihadistischen Terrormilizen heimgesucht. Muslime leiden unter ihnen ebenso wie die Christen. „Durch Boko Haram haben viele Menschen ihr Leben verloren. Viele wurden vertrieben und leben in Lagern“, so der Priester.

Doch es geht nicht nur um psychologische Hilfe, betont Joseph Bature Fidelis. Seine Einrichtung hilft den Binnenflüchtlingen auch, wieder Tritt im Leben zu fassen und sich zu integrieren: „Wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um auf die Gefahr von Stigmatisierung und die Notwendigkeit sozialer Integration aufmerksam zu machen.“

Auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben begleiten

Durch die Unterstützung von KIRCHE IN NOT für diesen Dienst konnte hunderten Menschen geholfen werden, nach den Schrecken des Boko-Haram-Terrors wieder neu zu beginnen.

Sophia geht es heute viel besser. Sie erhielt Medikamente und eine Therapie. Die Halluzinationen verschwanden. Sie isst wieder besser, schläft normal. Sie hat große Fortschritte auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben gemacht. Derzeit arbeitet sie als Näherin. In das Traumahilfezentrum kommt sie regelmäßig zur Nachsorge.

Sie hat große Zukunftspläne: „Sie hat gefragt, ob sie ihre Ausbildung fortsetzen kann, da sie nur einen einfachen Schulabschluss hatte. Und jetzt hat sie sich für Aufnahmeprüfungen angemeldet, um später an der Hochschule studieren zu können“, berichtet Joseph Bature Fidelis. Boko Haram soll nicht das letzte Wort haben.

Unterstützen Sie die Arbeit der Diözese Maiduguri für traumatisierte Menschen und den Einsatz der Kirche Nigerias für die Betroffenen von Terror und Gewalt! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Auch nach dem blutigsten Massaker seit Beginn der islamistischen Gewalt in Burkina Faso sei das Zusammenleben der Religionen und der interreligiöse Dialog nicht gefährdet. Das hat der katholische Bischof von Dori, Laurent Dabiré, gegenüber KIRCHE IN NOT betont.

„Das Land wird von unterschiedlichen Gruppen angegriffen, die den Islam als Mittel der Propaganda oder zur Mobilisierung nutzen. Der Islam der bewaffneten Gruppen ist nicht der Islam unserer Brüder. Die Muslime Burkina Fasos werden selbst zum Ziel“, so der Bischof. Ihm zufolge funktioniere Burkina Faso das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen.

Einer Fortführung oder gar Intensivierung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen stehe daher nichts im Wege. „Wir müssen hoffen, dass der Dialog der Religionen zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Ich denke dabei besonders an die Flüchtlingsfrage.“

Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).
Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).

Überfall auf eine Gemeinde: mehr als 100 Tote

Aufgrund des islamistischen Terrors gibt es eine zunehmende Zahl an Binnenflüchtlingen; nach UN-Angaben sind es über eine Million. „Besonders in den vergangenen beiden Monaten hat die Zahl wegen der erneuten Angriffe zugenommen“, erklärte Bischof Dabiré.

In der Nacht zum 5. Juni waren bei einem terroristischen Angriff mutmaßlich islamistischer Gruppen in dem Ort Solhan im Osten von Burkina Faso über 100 Personen ermordet worden. Bischof Dabiré zufolge sind die tatsächlichen Opferzahlen noch unklar und bewegten sich nach Medienberichten zwischen 100 bis 170. „Darunter sind auch vier Christen“, so der Bischof.

Im Anschlagsort Solhan gebe es dem Bischof zufolge eine lebendige christliche Gemeinde. Bereits vor dem Anschlag aber seien viele Christen wegen der brenzligen Sicherheitslage geflohen.

Vertriebene Christen in Burkina Faso
Vertriebene Christen in Burkina Faso.

„Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“

„Die Angst überkommt die Christen wie alle anderen vom Terror betroffenen Menschen in Burkina Faso auch. Sie haben als Christen allerdings einen zusätzlichen Grund, sich vor einem aufgezwungenen Islam zu fürchten. Sie könnten ihre Religionsfreiheit, ja ihr Leben verlieren“, erklärt der Bischof.

Die Angst vor weiteren Anschlägen sei religionsübergreifend groß: „Die Menschen sind sprachlos. Besonders die Menschen in der betroffenen Sahelzone fragen sich: Wer wird das nächste Ziel sein? Das Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“, sagte der Bischof.

Noch sei unklar, wer genau die Täter waren, so Dabiré. „Man weiß nicht genau, wer warum angegriffen hat. Aber am plausibelsten ist es, anzunehmen, dass es sich um die bewaffneten Gruppen handelt, die seit 2015 das Land heimsuchen. Es ist eine weitere ihrer Untaten. Sie wollen dadurch zeigen, dass sie stark sind, und von sich reden machen.“

Verteilung von Hilfsgütern in Burkina Faso.

Seit 2015 Gewalt dschihadistischer Gruppen

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.

Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an.

KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche Burkina Fasos dabei, den von islamistischer Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumatisierungen gefördert.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Burkina Faso für Betroffene des Terrors und Flüchtlinge! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Auch Ordensfrauen verschleppt

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.

„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Kinder in einem Flüchtlingscamp in der Diözese Pemba. © Johan Viljoen

Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“

Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado. © Kirche in Not

Neue Generation von Kämpfern herangezogen

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“

Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

Unterstützen Sie die Versorgung von Flüchtlingen und Vertriebenen in Mosambik! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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