„Wir freuen uns über die Initiative von Papst Franziskus, der 2021 zum Josefsjahr ausgerufen hat. Damit möchte er auf Menschen hinweisen, die wie der heilige Josef zurückhaltend, aber treu ihren Dienst tun. Das erleben wir bei unseren Projektpartnern in 140 Ländern tagtäglich“, erklärte der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Herbert Rechberger.
Aus diesem Anlass weist das internationale katholische Hilfswerk auf einige Hilfsprojekte hin, die besonders dem heiligen Josef gewidmet sind.

Eines der aktuellsten ist der Wiederaufbau der Josefskirche in der libanesischen Hauptstadt Beirut, die von Jesuiten betreut wird. Die Explosion im Hafen von Beirut Anfang August 2020 hat auch das Gotteshaus stark in Mitleidenschaft gezogen: Die Druckwelle riss Türen und Fenster aus den Angeln, auch das Dach ist schwer beschädigt.
KIRCHE IN NOT finanziert die Reparaturmaßnahmen, wie auch in zahlreichen Kirchen und kirchlichen Krankenhäusern, Konventen, Kindergärten und sonstigen Anlaufstellen im christlichen Viertel von Beirut.
Unzählige Pfarren und zahlreiche Diözesen weltweit sind dem heiligen Josef geweiht – in vielen von ihnen hilft KIRCHE IN NOT, damit Seelsorge auch unter erschwerten Umständen möglich ist.

So finanziert das Hilfswerk auf Madagaskar im Indischen Ozean den Bau eines Pfarrhauses in der Josefspfarre von Betatao, die ein riesiges Gebiet im Nordosten der Insel umfasst. Die Gemeinde wird von mehreren Seelsorgern betreut, die weite Strecken zu den einzelnen Außenstationen zurücklegen müssen. Das Pfarrhaus soll ihnen als Zuhause und Stützpunkt dienen.
Im südamerikanischen Uruguay hat KIRCHE IN NOT den Kauf eines Geländewagens finanziert, der Priester und Gemeindemitglieder in der Pfarrei St. Josef von Lavalleja im Norden des Landes mobiler macht. KIRCHE IN NOT ermöglicht pro Jahr die Anschaffung von durchschnittlich über 600 Transportmitteln für die Seelsorge – von Autos, Trucks, Motor- und Fahrrädern bis hin zu Booten.

Die römisch-katholische Diözese Irkutsk in Russland hat ebenfalls den heiligen Josef zum Patron. Das ostsibirische Bistum umfasst eine Fläche in der Größe Kanadas; nur 0,5 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Die 56 Ordensfrauen, die im Bistum Irkutsk tätig sind, widmen sich der ganzen Gesellschaft. In den größeren Städten betreiben sie Heime, Suppenküchen, Begegnungszentren für Straßenkinder, Waisen und werdende Mütter.
KIRCHE IN NOT finanziert seit Jahren den Lebensunterhalt der Schwestern. Eine von ihnen beschreibt gegenüber dem Hilfswerk ihre Verbundenheit mit dem heiligen Josef: „Er beklagt sich nicht, wenn schwierige Momente kommen. Im Evangelium sagt er kein einziges Wort – und hat dennoch ein Leben voller Schwierigkeiten gemeistert wie wir.“
Ein Waisenhaus betreibt auch die griechisch-katholische Gemeinschaft vom heiligen Josef in Potelytsch im äußersten Westen der Ukraine, nahe der polnischen Grenze. Die Gebäude sind in einem erbarmungswürdigen Zustand, seit der politischen Wende in Osteuropa wurden kaum Renovierungsarbeiten durchgeführt. Nun steht eine Generalsanierung an.

KIRCHE IN NOT hilft auch hier. „Der heilige Josef ist der Schutzpatron unserer Gemeinschaft“, schreiben die Schwestern. „Indem wir seinen Tugenden folgen, arbeiten wir voller Freude zur Ehre Gottes und für das Wohl der Kirche.“
Mit dem Schreiben „Patris corde“ („Mit väterlichem Herzen“) hat Papst Franziskus ein Jahr des heiligen Josef ausgerufen, das bis zum 8. Dezember 2021 dauert. Damit erinnert der Papst an die Ausrufung des heiligen Josef zum Patron der Weltkirche vor 150 Jahren.
Unterstützen Sie den seelsorgerischen Einsatz der Weltkirche im Geist des heiligen Josef! Spenden Sie – online … hier oder auf folgendes Konto:
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„Fast wöchentlich erreichen KIRCHE IN NOT neue Horrormeldungen aus Mosambik. Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit spielt sich dort eine humanitäre Katastrophe nach der anderen ab“, erklärt Ulrich Kny, der für das Land im Südosten Afrikas zuständige Projektreferent in der internationalen Zentrale unseres Hilfswerks.
Seit 2017 wird der Norden Mosambiks von dschihadistischen Angriffen überrannt. Die eigentlichen Absichten der Terroreinheiten liegen im Dunkeln, Beobachter vermuten eine Mischung aus wirtschaftlichen, politischen und religiösen Interessen.
Am 10. März stufte die US-Regierung die Gruppierung als Ableger des „Islamischen Staates“ (IS) sowie als globale Terrororganisation ein. Augenzeugen berichten US-Medien zufolge von Massenenthauptungen und unvorstellbarer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.

Während der dschihadistische Terror sich in der Region im Grenzgebiet zu Tansania immer weiter vorwärts frisst und das Flüchtlingselend vergrößert, wird das Land aktuell von der Corona-Pandemie gebeutelt.
„War die erste Welle noch vergleichsweise glimpflich verlaufen, sind die Zahlen der Infizierten seit Januar stark angestiegen. Die stark steigenden Todeszahlen sind besorgniserregend“, sagt der Projektreferent von KIRCHE IN NOT. Dazu kommt, dass sich Cholera-Infektionen weiter ausbreiten – eine Folge der katastrophalen hygienischen Zustände in den Flüchtlingscamps, in denen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt.
Kny berichtet von einem Gespräch mit der Ordensfrau Aparecida Ramos Queiroz, die in der Diözese Pemba im Norden Mosambiks für die Koordination der Hilfsprojekte zuständig ist. In der Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado und den umliegenden Gemeinden haben hunderttausende Flüchtlinge aus dem Norden des Landes Zuflucht gefunden. UN-Angaben zufolge waren bis Ende 2020 fast 670 000 Menschen auf der Flucht.

Von den 17 Distrikten der Provinz Cabo Delgado wurden mittlerweile neun angegriffen. Die Gewalt trifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die Christen, berichtete Schwester Aparecida: „Es werden muslimische wie christliche Einrichtungen angegriffen. Wir Christen sind nicht das Hauptziel der Aufständischen.“
Dennoch leidet auch die Kirche massiv unter den Folgen der Gewalt, schilderte die Ordensfrau: Mehrere Kirchen seien vollständig zerstört worden; sechs der insgesamt 23 Pfarreien des Bistums Pemba sind verwaist – die Lage ist zu unsicher, die meisten Gläubigen geflohen. Dennoch kümmern sich an einem der verlassenen Pfarrorte eine Schwester und ein junger Pfarrvikar um die Menschen, die selbst zur Flucht zu arm sind.

„Mittlerweile hat die Regierung begonnen, die Flüchtlinge aus Pemba auf andere Orte in der Region umzusiedeln. Viele kommen privat unter, andere in neuen Flüchtlingssiedlungen“, beschreibt Ulrich Kny die Situation. Die meisten Priester und Ordensschwestern aus den Kampfregionen seien mit ihren Gläubigen geflüchtet.
„Sie versuchen nun dort, wo sie untergekommen sind, die Seelsorge unter den Flüchtlingen aus ihren Gemeinden fortzusetzen, und werden dabei von den kirchlichen Mitarbeitern vor Ort nach Kräften unterstützt.“
Weil trotz internationaler Hilfen eine akute Lebensmittelknappheit herrscht und viele Menschen Hunger leiden, hat KIRCHE IN NOT Nothilfen zur Verfügung gestellt. „Dank dieser Unterstützung können die Priester und Ordensleute vor Ort Lebensmittel an die Flüchtlinge verteilen“, berichtet Kny.

Ein weiteres Projekt widmet sich der psychosozialen Begleitung der Flüchtlinge, von denen die meisten nach dem unvorstellbaren Leid durch den Terror und durch die Flucht stark traumatisiert sind. Inzwischen wurden in Pemba über 120 pastorale Mitarbeiter und Freiwillige psychologisch geschult.
Über die Nothilfe hinaus finanziert KIRCHE IN NOT in Mosambik Existenzhilfen für Priester und Ordensleute und die Ausbildung von Seminaristen und angehenden Ordensschwestern, den Ausbau der kirchlichen Infrastruktur, die kirchliche Medienarbeit und anderes mehr.
Kny erklärt: „Die Kirche in Mosambik ist ein Anker der Hoffnung und der Nächstenliebe in einem Meer von Leid und Gewalt. Darum hat das Land für uns Priorität. Jede Unterstützung lindert das Leid der geschundenen und entwurzelten Menschen.“
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Verwendungszweck: Mosambik
„Kirche in Not“ unterstützt eine Initiative, die christliche und hinduistische Frauen und Mädchen in Pakistan vor Entführung und sexuellem Missbrauch schützen soll. Trägerin der Kampagne ist die „Katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ (Catholic Commission for Justice and Peace CCJP).
„Eine der größten Herausforderungen“ sei, dass in jüngster Zeit Entführungen, Zwangsheiraten und -konversionen von Mädchen und Frauen aus religiösen Minderheiten zunähmen, erklärte der Leiter der Kommission, Emmanuel Yousaf: „Das ist nicht neu, hat sich aber in jüngster Zeit verstärkt, weil es mancherorts keine angemessenen Gesetze gibt. Auch die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen aus religiösen Minderheiten werden zu wenig umgesetzt.“

Gesetze wie der 2014 in der Provinz Sindh verabschiedete „Child Marriage Restrain Act“ haben das Heiratsalter auf 18 Jahre angehoben – ein rechtsstaatlicher Fortschritt. Dennoch gab es Fälle, in denen Gerichte mutmaßlichen Entführern von jungen Frauen aus religiösen Minderheiten Recht gaben. Ein Beispiel ist das Schicksal von Huma Younus aus Karatschi. Die Christin war im Oktober 2019 mit einem Muslim zwangsverheiratet worden; das Mädchen war zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt. Im Februar 2020 hatten zwei Richter des „Sindh High Court“ entschieden, dass die Ehe gültig sei, da Huma zum Islam konvertiert sei und bereits ihre erste Regelblutung hatte.
„Von extremistischer Seite wird immer wieder Druck auf die Gerichte ausgeübt. Viele der jungen Frauen fürchten sich vor Gewalt oder dem gesellschaftlichen Stigma. Das führt dazu, dass sie oft zugunsten ihrer Entführer aussagen“, erklärte Emmanuel Yousaf.

Angaben der Menschenrechtsorganisation „Bewegung für Solidarität und Frieden in Pakistan“ zufolge werden jedes Jahr bis zu 1000 christliche und hinduistische Frauen und Mädchen zwischen zwölf und 25 Jahren entführt und verheiratet. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen, da nicht alle Fälle zur Anzeige gebracht oder öffentlich bekannt würden, so die Organisation.
Die neue Initiative der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, die von „Kirche in Not“ gefördert wird, umfasst Konsultationen mit Politikern sowie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um die pakistanische Gesellschaft für das Schicksal der Frauen und Mädchen zu sensibilisieren. Außerdem sollen betroffene Frauen und ihre Familien Rechtsbeihilfen erhalten.

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Verwendungszweck: Pakistan

Laut der „Hilfsvereinigung für Politische Gefangene“ in Myanmar sind seit dem Militärputsch vom 1. Februar bislang mindestens 125 Personen ums Leben gekommen. Am Wochenende wurde in sechs Stadtbezirken der Metropole Yangon das Kriegsrecht verhängt. Auslöser waren Brandanschläge auf chinesische Fabriken.
Beobachter und zahlreiche Bewohner Myanmars sehen China als Strippenzieher des Putschs. In einer Twitter-Mitteilung erklärte die „Bewegung für zivilen Ungehorsam“, das die Proteste am Sonntag koordiniert hat, die Brandschläge seien nicht von den Demonstranten verübt worden: „Die Terrorjunta ist voll und ganz verantwortlich für die Brände.“

In seiner Botschaft wies Kardinal Bo darauf hin, dass viele Unschuldige in den Konflikt mit hineingezogen würden: „Das vergossene Blut ist nicht das Blut eines Feindes. Es ist das Blut unserer Brüder und Schwestern, unserer eigenen Bürger. … Hört auf mit dem Töten. Hört auf mit der Gewalt!“
In seinem Schreiben betonte Kardinal Bo auch die Solidarität von Papst Franziskus mit den Menschen in Myanmar. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe die Kirche Myanmars ermutigt, sich in den Friedensprozess einzubringen, führte Bo aus: „Gestärkt durch die Ermutigung des Vatikans verpflichten wir uns zusammen mit allen Menschen guten Willens zu der Aufgabe, diese Nation in gegenseitigem Verständnis und Frieden wiederauferstehen zu sehen.“
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Verwendungszweck: Myanmar
Der Ostermorgen 2019 wird den Menschen in Sri Lanka für immer in schrecklicher Erinnerung bleiben: Eine Serie von Selbstmordattentaten in drei Kirchen und drei Hotels kostete rund 300 Menschen das Leben. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt.
Die katholische Erzdiözese Colombo stand den Verletzten und den Angehörigen der Toten sofort zur Seite, um die Wunden zu behandeln, die Toten zu begraben und die erste Not zu lindern. Die seelischen Wunden sitzen jedoch tief. Dazu kommt, dass die Menschen befürchten müssen, dass sich jederzeit wieder Anschläge ereignen können.

Die Priester standen an vorderster Front und waren mit nahezu unendlicher Not und unermesslichem Leid konfrontiert. „In unserem Land ist ein Priester nicht nur ein geistlicher Ratgeber, sondern er ist auch ein Ansprechpartner für alle sozialen Belange. „Unser Volk gehorcht den religiösen Führern und respektiert sie mehr als die politische Führung. Deshalb müssen wir sie auch dafür ausbilden“, sagt Fr. Jude Chrysantha Fernando, der Beauftragte für soziale Kommunikation der Erzdiözese Colombo.
Auch manche Priester selbst wurden traumatisiert. Sie waren schockiert und entmutigt und litten mit den Leidenden. Außerdem waren sie erschöpft, weil sie wochenlang Tag und Nacht im Einsatz waren, ohne sich auszuruhen. Ein Problem war der Mangel an starken und gut ausgebildeten Laien, die die Priester entlasten konnten. Daher hat die Erzdiözese Colombo ein Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen, das Priester, Ordensfrauen und Laien in die Lage versetzt, in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren und Hilfe zu leisten.

KIRCHE IN NOT (ACN) zieht eine ermutigende Bilanz der Papstreise in den Irak, die an diesem Montag zu Ende gegangen ist. „Schon jetzt hat der Besuch von Papst Franziskus den Blick der irakischen Gesellschaft auf die Christen verändert. Sie haben verstanden, dass Christen keine Gäste aus dem Westen sind, sondern wirklich Teil des Landes und der Region. Wir hoffen, dass diese neue Aufmerksamkeit erhalten bleibt“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. Sie gehörte als Vertreterin des Ostkirchennetzwerks ROACO zur Reisedelegation von Papst Franziskus.
Lynch erhofft sich nun weitere Schritte hin zu einer Verbesserung der Lage der christlichen Minderheit. „Besonders das Treffen mit dem Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali al-Sistani, war wichtig. Immerhin hat er Einfluss auf große Teile der Schiiten im Land. Das waren sehr positive Schritte.“

Emotionaler Höhepunkt der Reise war Lynch zufolge der Besuch des Papstes in der mehrheitlich von Christen bewohnten Stadt Karakosch in der Ninive-Ebene: „Tausende Menschen säumten die Straßen. Das waren die Menschen, die ihre Häuser wegen der Eroberungen des ,Islamischen Staates’ verlassen mussten und wiedergekommen sind. Der Papst sah hier wirklich die lebendigen Steine der Kirche im Irak“. Besonders bewegt habe sie das Zeugnis einer Christin, deren Sohn vom IS getötet worden war. „Sie hat den Tätern vergeben. Ihr Glaube bewog sie dazu. Das war ein sehr starker Moment.“
Der Papst habe in verschiedenen Ansprachen deutlich gemacht, dass genau darin die Berufung der Christen im Irak liege. „Sie sollen Werkzeuge des Friedens und der Versöhnung sein. Das ist ein Zeugnis, das sie für die ganze Gesellschaft des Landes geben“, betonte Lynch.

Nun komme es darauf an, die Aufmerksamkeit zu nutzen, die der Irak durch den Papstbesuch erfahren hat. „Das weltweite Interesse an dem Besuch war riesig. Ich hoffe, das motiviert die internationale Gemeinschaft, im Irak zu helfen. Denn die Herausforderungen bleiben groß“, sagte Lynch. So herrsche unter vielen Christen die Furcht, dass der IS zurückkehre. „Die irakische Regierung muss endlich effektiv für Sicherheit sorgen. Sie muss eine schlagkräftige Polizei anstelle der Milizen setzen. Außerdem brauchen die Christen, die in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind, wirtschaftliche Perspektiven.“
Lynch hofft, dass die schlimmste Phase der Abwanderung von Christen aus dem Irak vorbei ist. „Ich habe mit dem syrisch-katholischen Erzbischof von Erbil, Nizar Semaan, gesprochen. Wenigstens für den Bereich der autonomen Region Kurdistan ist er zuversichtlich, dass die Christen bleiben. In jedem Fall hat der Besuch des Papstes sie dazu ermutigt.“

KIRCHE IN NOT werde die Unterstützung für die bedrängten Christen des Irak fortsetzen, versicherte Lynch: „Wir arbeiten derzeit vor allem am Wiederaufbau der vom IS zerstörten Kirchen und kirchlichen Einrichtungen. Es war deshalb eine große Freude, als das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche, Patriarch Ignatius Joseph III. Younan, in einem Grußwort an den Papst ,Kirche in Not’ ausdrücklich dankte für die Hilfe beim Wiederaufbau“, sagte Lynch.
Darüber hinaus habe KIRCHE IN NOT kürzlich ein Stipendienprogramm für Studenten der Katholischen Universität von Erbil gestartet, um jungen Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen. „Besonders aber kommt es darauf an, den Glauben der Menschen zu stärken. Deshalb unterstützen wir die pastorale Arbeit der Kirche, besonders mit Jugendlichen und Familien. Wir haben bei der Papstreise gesehen, wie jung diese Kirche ist“, erklärte Lynch.
Sie kehre selbst bestärkt aus dem Irak zurück. „Der Glaube der Menschen dort hat mich sehr bewegt. Eine Frau sagte: „Wir waren im Angesicht des IS bereit, für unseren Glauben zu sterben.’ Für uns im Westen haben die Christen im Irak eine doppelte Botschaft: Seien wir selbstbewusst und verstecken wir unseren Glauben nicht.“
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Verwendungszweck: Irak
Im Vorfeld der bevorstehenden Papstreise in den Irak startet das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) ein neues Großprojekt, um junge Christen zu unterstützen: In den kommenden vier Jahren finanziert das Hilfswerk Stipendien für 150 Studenten der Katholischen Universität in Erbil (CUE), der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan. Das Stipendienprogramm hat einen Umfang von 1,5 Millionen Euro.
Projektpartner ist der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, der einer der Gastgeber von Papst Franziskus sein wird. Warda erklärte: „Die Katholische Universität Erbil ist ein Leuchtturm und ein Symbol der Hoffnung. Die Hilfe ist ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Christen und allen anderen Minderheiten in der Region.“

Die CUE ist die einzige Hochschule des Irak, die von der katholischen Kirche getragen wird. Sie bietet mehrere Studiengänge an, unter anderem Architektur und Bauingenieurwesen. Aktuell sind 170 Personen an der Universität immatrikuliert, die Erzdiözese Erbil plant aber einen weiteren Ausbau der Studienplätze. Die Studentenschaft besteht zu 54 Prozent aus Frauen und 46 Prozent Männern. 72 Prozent von ihnen sind Christen, 10 Prozent Muslime und 18 Prozent Jesiden. Die meisten Studenten sind Binnenvertriebene und Flüchtlinge aus allen Teilen des Irak. Viele von ihnen sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
„An der Katholischen Universität von Erbil lernen junge Menschen unterschiedlichen Glaubens, miteinander zu leben und zu arbeiten. Deshalb unterstützt das Projekt aus unserer Sicht die Botschaft von Papst Franziskus zum sozialen Zusammenhalt und zur Versöhnung“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern. Im kurdischen Teil des Irak halte, wie im ganzen Land, die Unsicherheit nach wie vor an. Schuld daran sei auch die angespannte wirtschaftliche Lage, so Heine-Geldern: „Die Katholische Universität von Erbil ist ein entscheidendes Projekt, um die Christen zum Bleiben zu ermutigen. Wenn junge Christen die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu bekommen, werden sie nicht emigrieren.“

„Kirche in Not“ hat bereits erhebliche Anstrengungen für die christliche Minderheit im Irak unternommen: Nach der Vertreibung von über 100 000 Christen aus der Ninive-Ebene hat das Hilfswerk die Versorgung der Geflüchteten in der Region Erbil unterstützt. Nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ förderte es den Wiederaufbau zerstörter Wohngebäude in den Ortschaften der Ninive-Ebene. Rund die Hälfte der vertriebenen Familien konnte zurückkehren. Aktuell finanziert „Kirche in Not“ die Instandsetzung kirchlicher Kindergärten, Gemeindezentren und Gotteshäuser. Unter ihnen befindet sich auch die Al-Tahira-Kirche in Karakosch, die Papst Franziskus am 7. März besuchen wird. Das neue Stipendienprogramm schlage ein weiteres Kapitel der Hilfe für den Irak auf, erklärte „Kirche in Not“-Präsident Heine-Geldern: „Jetzt ist es wieder an der Zeit, ein für uns sehr ehrgeiziges Projekt zu starten, um in die jungen Leute zu investieren.“
Papst Franziskus besucht von 5. bis 8. März den Irak. Unter anderem wird der Papst in Erbil eine heilige Messe feiern und der Gemeinde in Karakosch (Bagheda) einen Besuch abstatten. Zur offiziellen Delegation der Papstreise gehört auch die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ (ACN) International, Regina Lynch.

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Verwendungszweck: Irak
Regina Lynch, Leiterin der Projektabteilung von „Kirche in Not“ (ACN) wird als offizielle Delegierte der Organisation ROACO, einer päpstlichen Organisation zur Unterstützung der katholischen Ostkirchen, während des Papstbesuches in den Irak vom 5. bis 8. März teilnehmen.
„Die Aufnahme eines Vertreters von ROACO in das päpstliche Umfeld des bevorstehenden Papstbesuches ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr der Heilige Stuhl die Arbeit der Organisationen im Nahen Osten, in Ost- und Mitteleuropa, in Indien, Eritrea und Äthiopien schätzt“, erklärte Lynch. Es sei eine große Ehre, als Vertreterin von ROACO beim Papstbesuch in den Irak dabei zu sein. Für sie sei es das erste Mal, dass sie zusammen mit dem Papst an einer Reise teilnehme.

Sie bewertet die Reise des Heiligen Vaters in den Irak als „historisch“ und als ein „Zeichen der Ermutigung und eine Botschaft der Hoffnung für die irakischen Christen, die in ihrem Glauben durch die Jahrhunderte hindurch geprüft wurden“. Regina Lynch hat den Irak mehrfach für „Kirche in Not“ besucht, wo das internationale Hilfswerk bereits seit 1972 Hilfe leistet. „Die Tatsache, dass Papst Franziskus jetzt in so einer schwierigen Zeit kommt, wird den irakischen Christen Hoffnung geben“, ist sie sich sicher.
Papst Franziskus wird vom 5. bis 8. März den Irak besuchen. Stationen sind unter anderem Bagdad, Erbil und die Ninive-Ebene, wo „Kirche in Not“ den Wiederaufbau privater und kirchlicher Gebäude unterstützt.
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Verwendungszweck: Irak
Seit 2003 gibt es in der Diözese Zomba im Süden Malawis ein Karmelitinnenkloster. Zur Zeit leben dort elf Schwestern, die sich ganz dem kontemplativen Leben widmen. Sie beten dort für das Heil der Welt und besonders für die Heiligung der Priester. Weitere junge Frauen möchten sich ihnen anschließen.
Die Gläubigen der Umgebung sind froh über die Anwesenheit der Schwestern und unterstützen sie gern, soweit es ihnen möglich ist. Allerdings sind die Menschen selbst arm. Acht Monate im Jahr herrscht Dürre. So teilen die Ordensfrauen das wenige, was sie haben, mit den Armen, die an ihre Tür klopfen.

Die Karmelitinnen verdienen ihren bescheidenen Lebensunterhalt vor allem durch das Backen von Hostien. Anfangs gab es nur wenige Kunden, aber die Nachfrage stieg immer weiter, und inzwischen haben sie nicht nur Aufträge aus ihrer eigenen Diözese, sondern auch aus anderen Diözesen des südostafrikanischen Landes. Nun hatten die Schwestern aber ein Problem: Sie konnten die schweren Mehlsäcke, die sie benötigen, nicht transportieren, weil sie kein Auto zur Verfügung hatten. Manchmal half ihnen jemand beim Transport, aber das war nur eine Notlösung. Vorher hatten sie einen uralten Wagen gehabt, der jedoch im Laufe der Zeit immer mehr Reparaturkosten verursachte.
Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 25.570 Euro gespendet haben, konnten die Karmelitinnen sich nun einen neuen Wagen zulegen, mit dem sie das Mehl und alles, was sie sonst benötigen, transportieren können. Da in afrikanischen Ländern die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, muss ein Auto geländetauglich und strapazierfähig sein, sonst ist es bald hoffnungslos kaputt. Die Schwestern freuen sich über diese Hilfe und schreiben: „Wir sind sehr glücklich über dieses Auto. Gott segne Sie millionenfach und vergelte es Ihnen! Er, der in den Herzen liest, sieht, wie dankbar wir sind!“
Wenige Tage vor der Ankunft von Papst Franziskus im Irak sind die Erwartungen der Ortskirche hoch. „Wir hoffen, dass der Besuch im Land die Wahrnehmung dafür schärfen wird, dass es Christen im Irak gibt. Der Respekt für diesen Teil des irakischen Volkes wird wachsen“, erklärte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, gegenüber KIRCHE IN NOT.
Warda wird am 7. März Gastgeber des Papstes während dessen Besuch in Erbil sein. „Die Menschen im Irak wissen wenig über uns. Wir hoffen, dass das Bewusstsein dafür zunimmt, dass wir keine Gäste sind, sondern ursprüngliche Einwohner des Landes.“
Vor allem von der Begegnung des Papstes mit dem Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali Al Sistani, erhofft sich Erzbischof Warda positive Effekte. „Der Irak hat eine schiitische Mehrheit. Al Sistani ist hoch angesehen als ein Mann des Friedens und als jemand, der die allgegenwärtige Korruption im Land verurteilt. Die Begegnung der beiden Männer wird sicher positive Auswirkungen auf das Bild haben, das sich Schiiten von uns Christen machen.“

Auch das interreligiöse Treffen in Ur im Südirak sei von großer Bedeutung. „Dass der Papst nach Ur geht, das als die Heimat Abrahams verehrt wird, wird zeigen, dass Juden, Christen und Muslime in Abraham einen gemeinsamen Vater haben“, erklärte der Erzbischof.
Er räumte ein, dass es auch Kritik an dem Besuch gebe. „Manche Fundamentalisten verhalten sich in den sozialen Medien feindselig gegenüber der Papstreise. Der Papst ist für diese Leute der ,König der Kreuzfahrer’, der als Missionar ins Land kommt.“

Besonders junge Menschen im Irak wüssten aber, dass Papst Franziskus eine Botschaft des Friedens und der Geschwisterlichkeit für alle Menschen bringe, so Warda. „Die Menschen haben mitbekommen, wie oft und anteilnehmend der Papst über die Lage in Syrien und im Irak gesprochen hat.“ Er werde deshalb als Gast des Landes willkommen geheißen, so Warda.
Befürchtungen, eine Verschlechterung der Sicherheitslage durch Terror könne die Reise von Papst Franziskus kurzfristig gefährden, wies der Erzbischof zurück. „Das Einzige, was zu einer Verschiebung des Besuchs führen kann, ist die Corona-Pandemie. Das hat der Papst deutlich gemacht. Er kommt ganz bewusst in ein von Krieg und Gewalt gekennzeichnetes Gebiet, um eine Botschaft des Friedens zu bringen.“
Die Christen im Land seien sich darüber im Klaren, dass der Besuch unter Pandemiebedingungen mit zahlreichen Einschränkungen verbunden sei. „Natürlich hätten es unsere Gläubigen gerne gesehen, dass der Papst noch mehr Orte aufsuchen würde. Aber sie haben Verständnis, dass das aufgrund der Lage eben nicht geht.“
Zuletzt sei die Zahl der Neuinfektionen sowohl in Bagdad wie auch in Erbil wieder gestiegen. Es werde deshalb für die öffentlichen Gottesdienste strikte Begrenzungen geben. „Für die heilige Messe im Stadion von Erbil haben wir nur 10 000 Karten ausgegeben, obwohl 30 000 Menschen Platz finden könnten.“ Außerdem sei geplant, die Menschen vor der Anreise per Bus auf Corona-Symptome zu untersuchen.

Der Erzbischof lobte die Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen der kurdischen Autonomieregion. „Die Behörden nehmen die Sicherheit des Papstes sehr ernst. 10 000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Die Medien werden die Veranstaltungen übertragen. Das zeigt, dass es hier wirklich Koexistenz gibt. Dasselbe höre ich aus Bagdad.“
Papst Franziskus wird vom 5. bis 8. März den Irak besuchen. Noch nie hat ein katholisches Kirchenoberhaupt das Land vorher besucht. Neben Begegnungen mit staatlichen Repräsentanten und Vertretern anderer Religionen gilt die Visite insbesondere der christlichen Minderheit des Landes.
Nach dem militärischen Sieg über die Terroreinheiten des „Islamischen Staates“ sind mit Hilfe von KIRCHE IN NOT zehntausende Christen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, die sie 2014 nach dem Vordringen der Dschihadisten hatten verlassen müssen.
KIRCHE IN NOT hat die Christen des Landes während der Jahre ihrer Vertreibung und des anschließenden Wiederaufbaus der christlichen Ortschaften in der Ninive-Ebene unterstützt. Nach dem Wiederaufbau der Wohnhäuser unterstützt das Hilfswerk aktuell die Instandsetzung kirchlicher Schulen, Kindergärten, Pfarrzentren und Gotteshäuser.
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Verwendungszweck: Irak
Zum dritten Jahrestag der Entführung der Christin Leah Sharibu erinnerte der protestantische Missionar Gideon Para-Mallam im Gespräch mit KIRCHE IN NOT an das Schicksal des Mädchens. „Einige Nachrichten, die ich über Leah erhalten habe sind beunruhigend. Die gute Nachricht jedoch ist, dass Leah noch am Leben ist“, erklärte Para-Mallam, der in engem Kontakt mit der Familie des Mädchens steht.
Leah besuchte ein staatliches Internat in Dapchi im Bundesstaat Yobe im Nordosten Nigerias, 75 Kilometer von der Grenze zu Niger entfernt. Yobe und der angrenzende Bundesstaat Borno gelten als Hochburgen von Boko Haram und weiterer Splittergruppen.
Am 19. Februar 2018 wurde Leah zusammen mit 109 Mitschülerinnen von Kämpfern der ISWAP-Miliz („Islamischer Staat von Westafrika“) verschleppt. Damals war sie 14 Jahre alt. Acht Schülerinnen starben in der Gefangenschaft, die anderen Mädchen wurden freigelassen – bis auf Leah. „Leah wurde festgehalten, weil sie sich weigerte, ihrem Glauben an Christus abzuschwören“, sagte der Pastor.

Im Herbst 2018 tauchte ein Video auf, in dem Leah um ihre Freilassung bat; auch konnte sie ihre Eltern nochmals kontaktieren. „Das war das letzte Mal, dass wir direkt von ihr gehört haben.“ Erst wieder im Januar 2020 habe es wieder ein Lebenszeichen von Leah gegeben.
Auch sei unklar, wo das Mädchen festgehalten wird. „Denken Sie daran, dass ihre Entführer erklärten, dass Leah und andere Sklavinnen auf Lebenszeit sein würden. Sie wurden anschließend mit einigen der Befehlshaber verheiratet“, erklärte Para-Mallam.
Berichten, Leah sei mittlerweile zum Islam konvertiert, hielt der Pastor entgegen: „Wäre dies eine freiwillige oder erzwungene Konversion? Vergessen Sie nicht, dass Leah in erster Linie festgehalten wurde, weil sie sich im jungen Alter von 14 Jahren entschied, ihrer christlichen Überzeugung treu zu bleiben. Was für eine Heldin des Glaubens Leah ist!“

Leider ist Leahs Schicksal kein Einzelfall, erinnerte der Geistliche: „Außer Leah sind noch einige der Chibok-Mädchen unauffindbar.“ Bereits im April 2014 waren in Chibok im Bundesstaat Borno 276 Schülerinnen von Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Ihr Schicksal hatte international Bestürzung ausgelöst. Mittlerweile gelten noch immer rund 100 Mädchen als vermisst. Erst am 17. Februar 2021 waren in Kagara im Bundesstaat Niger im Westen Nigerias 27 Schulkinder verschleppt worden.
„Mir scheint, dass es in Nigeria zu viele rechtsfreie Räume gibt und unsere Integrität als Nation daher gefährdet ist“, fasste Gideon Para-Mallam zusammen und appellierte an die Weltgemeinschaft: „Es geht nicht nur um Leah Sharibu, sondern um unsere gemeinsame Menschlichkeit. Lasst uns über die Grenzen hinweg zusammenkommen und handeln!“

Letztes Jahr hat Afrika zum zweiten Mal in Folge einen traurigen Rekord gebrochen: Es war der Kontinent mit den meisten Morden an Priestern, Ordensleuten und kirchlichen Mitarbeitern. Die Ausmaße der Verfolgung von Christen in Afrika ist so groß, wie der Kontinent selbst. Einer von sechs Christen in Afrika leidet unter Verfolgung. Zusätzlich zur Verschärfung der schweren wirtschaftlichen und sozialen Nöten durch die Coronavirus-Pandemie, werden Christen von extremistischen religiösen Gruppen bedroht, verfolgt und oft getötet.
Die Auswirkungen eines Lebens unter der ständigen Bedrohung durch Terrorismus und Angst sind lähmend. Sie verursachen tiefes seelisches Leid. Tausende von Menschen brauchen Unterstützung, und sie wenden sich an die Kirche, an Ordensschwestern und Priester, um Trost zu finden.
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Verwendungszweck: Verfolgte Christen in Afrika
Papst Franziskus will von 5. bis 8. März den Irak besuchen. Auch von Corona oder der prekären Sicherheitslage möchte er sich nicht abhalten lassen. Der Besuch wurde sowohl vom Vatikan als auch von der irakischen Regierung bestätigt. Der Pontifex will die Christen im Irak stärken, die in den vergangenen Jahren unermesslich gelitten und doch die Hoffnung nie aufgegeben haben.
Auf dem Reiseplan des Papstes steht auch Karakosch – von den Christen auf Aramäisch Baghdeda genannt. Die Stadt liegt in der Ninive-Ebene im Norden des Irak, etwa eine halbe Autostunde südöstlich von Mossul. Über Jahrhunderte war Karakosch die größte christliche Stadt des Landes. Bis im August 2014 die Milizen des „Islamischen Staates“ (IS) kamen.

Die Christen flüchteten innerhalb weniger Stunden aus Karakosch, um ihr Leben zu retten. Sie mussten alles zurücklassen, was sie besaßen. So ging es mehr als 100 000 Personen aus der Ninive-Ebene – das „christliche Herz“ des Irak hatte aufgehört zu schlagen. „Es wird im Irak kein Christentum mehr geben“, schmierten die Terroristen an die Kirchenwände.
Erst drei Jahre später, 2017, als der IS militärisch besiegt war, wagten einige die Rückkehr. Doch ihr Zuhause gab es nicht mehr. Mehr als ein Drittel der Häuser und Kirchen in Karakosch waren zerstört – verbrannt, zerbombt geplündert.

Seither bauen die Christen in der Ninive-Ebene ihre Städte unermüdlich wieder auf. Die Spender des weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT haben maßgeblich die Instandsetzung zahlreicher Wohnhäuser ermöglicht. Das Hilfswerk hat zusammen mit den lokalen Kirchen ein Wiederaufbaukomitee für die Ninive-Ebene ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Gut die Hälfte der vertriebenen christlichen Familien ist wieder zurück in ihrer alten Heimat. Aktuell sind Kirchen, Gemeindezentren, kirchliche Kindergärten und Schulen mit dem Wiederaufbau dran. Sie bedeuten den Menschen so viel – denn dort findet das Leben statt, dort finden sie Gemeinschaft, Zusammenhalt und neuen Mut.
Doch die Ungewissheit bleibt: Die überwiegende Mehrheit der Rückkehrer fühlt sich unsicher. Und diejenigen, die ins Ausland gegangen sind, kommen in den seltensten Fällen zurück. Lebten vor 2003 noch rund 1,5 Millionen Christen im Irak, so sind es aktuell etwa 250 000, wie Bischöfe aus der Region KIRCHE IN NOT bestätigten.
Allen Gefahren zum Trotz: Das christliche Herz des Irak schlägt wieder. Sichtbar wird das auch in Karakoschs Al-Tahira-Kirche, der Papst Franziskus am 7. März einen Besuch abstatten wird. Auch sie wurde während des IS-Terrorregimes fast vollständig zerstört. Nun ist die Marienbasilika dank der Wohltäter von KIRCHE IN NOT fast vollständig wiederinstandgesetzt. „Der IS hat alle Kreuze zerstört und gestohlen. Der Außenbereich der Kirche wurde als Trainingsgelände für neue Terrorkämpfer genutzt“, berichtet der Priester Ammar Yako gegenüber KIRCHE IN NOT.

Yako leitet den Wiederaufbau der Al-Tahira-Kirche – eine Herzensangelegenheit nicht nur für ihn, sondern auch für seine Mitbürger in Karakosch: „Alle Menschen hier empfinden die Kirche als ihr Zuhause, als Teil ihrer Geschichte.“ Dass jetzt Papst Franziskus die „auferstandene“ Kirche mit seinem Besuch ehrt, ist darum eine besondere Ehre für die Gemeinde, erklärt Yako mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen: „Der Papst kann uns helfen, unseren Glauben in diesen Zeiten zu leben, und wir können ihm zeigen, wie unser Leben als Christen hier aussieht. Als Minderheit haben wir nicht viele Möglichkeiten. Wir müssen uns bemühen, Arbeit für unsere Leute zu finden. Das größte Problem ist jedoch die Auswanderung.“

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Irak