
Die 1875 erbaute Jesuitenkirche liegt im Stadtteil Aschrafiyya in der Beiruter Altstadt. Der mehrheitlich von Christen bewohnte Bezirk liegt nur rund drei Kilometer vom Hafen entfernt, wo am 4. August 2020 über 2700 Tonnen Ammoniumnitrat in die Luft gingen. Dabei wurden rund 200 Personen getötet und über 6000 verletzt. Tausende Gebäude in der Stadt wurden beschädigt, viele Menschen sind obdachlos geworden.
KIRCHE IN NOT hat nach der Explosion über 5,3 Millionen Euro für die Menschen im Libanon bereitgestellt. Damit wurden Nothilfen und Lebensmittellieferungen finanziert; aktuell unterstützt das Hilfswerk den Wiederaufbau von Kirchen, Konventen, Kindergärten, Schulen und weiteren christlichen Einrichtungen in der Hauptstadt. Über 300.000 Euro flossen in die Instandsetzungsarbeiten der Jesuitenkirche und weiterer zerstörter Gotteshäuser in der Beiruter Altstadt.

„Die Josefskirche wurde durch die Explosion schwer beschädigt. Die Fensterrahmen und Holztüren wurden zerstört, auch das Dach war schwer in Mitleidenschaft gezogen“, erklärte der verantwortliche Bauingenieur Farid Hakimé gegenüber KIRCHE IN NOT. 95 Prozent der Glasfenster waren durch die Explosion zerborsten. Auch die Zwischendecke, die Beleuchtung und die Dachbalken, die noch aus der Erbauungszeit der Kirchen stammen, waren beschädigt. „Nach der Explosion traten an der Decke und am Kirchenbau zahlreiche Risse auf“, sagte Hakimé. Immerhin sei die Kirche nicht einsturzgefährdet gewesen, so dass die Renovierungsarbeiten rasch beginnen konnten.
Jesuitenpater SalahAbou Jaoude, der die Josefskirche betreut, teilte KIRCHE IN NOT mit: „Die neuen Türen werden in den kommenden Tagen geliefert und eingebaut. Auch die Maler- und Elektroarbeiten gehen dem Ende zu, und jetzt beginnt die Installation der Zwischendecke.“
Im Juli sollen dann wieder in größerem Rahmen Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Die Jesuitenkirche St. Josef beherbergt zahlreiche internationale Gemeinden. Gottesdienste werden unter anderem auf Arabisch, Englisch und Französisch gefeiert. Messen finden auch im maronitischen Ritus statt. Die Jesuiten betreiben in Beirut unter anderem eine Universität, die ebenfalls den Namen des heiligen Josef trägt und zu den größten Bildungseinrichtungen im Nahen Osten gehört.
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Der Priester war auf dem Weg in das Dorf Takum, um an einem Treffen zur Streitschlichtung teilzunehmen, das eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen dem Stamm der Tiv und dem Stamm der Jukun zum Ziel hatte, als er im Dorf Kufai Amadu von bewaffneten Männern angegriffen wurde, die ihn später töteten und sein Auto anzündeten.
Pfarrer David Tanko gab sein Leben in dem Bestreben, zwischen zwei verfeindeten Stämmen den Frieden herbeizuführen. KIRCHE IN NOT unterstützt viele Projekte, die sich für Frieden einsetzen. So unterstützte KIRCHE IN NOT beispielsweise in Nigeria ein großes Treffen für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, das von der Fokolar-Bewegung organisiert wurde.
Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer
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Jenen Tag im November 2018 wird die jetzt 21-jährige Sophia [Name von der Redaktion geändert] nie vergessen. Immer wieder neu muss sie ihn durchleben – bis heute.
Die junge Frau lebte damals auf einem Bauernhof im Nordosten Nigerias, nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Maiduguri entfernt. Sophia, ihre jüngere Schwester und die Eltern arbeiteten im Freien, als junge Männer den Bauernhof umstellten. Auf Motorrädern waren sie gekommen. Vom Vater verlangten sie die Herausgabe der Mädchen, sonst müsse er sterben.
Was sich danach abspielte, ist schwer in Worte zu fassen. Nach der Weigerung des Vaters, seine Töchter auszuliefern, hielt Sophia seinen Kopf in ihren Händen. Die Angreifer hatten ihn enthauptet. Sophia fiel in Ohnmacht.

„Seither hat sie immer wieder Flashbacks [traumatische Rückerinnerungen; Anm. d. Red.]. Sie lebt in der ständigen Angst, getötet zu werden“, berichtet Joseph Bature Fidelis gegenüber KIRCHE IN NOT. Der Priester hat auch einen Abschluss in Klinischer Psychologie und betreut die junge Frau.
Mit der grausamen Ermordung ihres Vaters war das Martyrium von Sophia nicht zu Ende – im Gegenteil. Nach einer längeren Zeit der Bewusstlosigkeit wachte sie im Dschungel auf. Die jungen Männer hatten sie in ein Lager der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Den Horror, den Sophia dort erlebte, beschreibt der Priester und Therapeut nicht näher. Nur so viel: „Sie wurde dort wiederholt gefoltert und auf jede erdenkliche Weise missbraucht.“

Ihr gelang schließlich die Flucht. Verwundet, erschöpft und voller Schmerzen traf sie auf einen älteren Mann. Er half ihr, sich in Sicherheit zu bringen. Sophia konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern, wo ihr Elternhaus lag. Stunden dauerte es, bis sich die Fragmente in ihrem Gedächtnis zusammenfügten und sie zu ihrer Familie gebracht werden konnte.
„Damals konnte Sophia weder sprechen noch erklären, was geschehen war“, erzählt Joseph Bature Fidelis. Ihre Mutter hatte sie zu ihm gebracht. „Sie sah Geister und Menschen ohne Kopf. Sie halluzinierte und hatte bedrängende Gedanken.“
Sophia ist eines der vielen Opfer von Boko Haram, das im Traumahilfezentrum der Diözese Maiduguri Hilfe erhält. KIRCHE IN NOT unterstützt die Initiative, um den an ihrer Seele verwundeten Menschen Heilung zu ermöglichen. Joseph Bature Fidelis arbeitet dort. Jetzt sollen dort neue Gebäude entstehen; die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Schicksale wie das von Sophia gibt es im Nordosten Nigerias viele. Seit Jahren wird die Region von dschihadistischen Terrormilizen heimgesucht. Muslime leiden unter ihnen ebenso wie die Christen. „Durch Boko Haram haben viele Menschen ihr Leben verloren. Viele wurden vertrieben und leben in Lagern“, so der Priester.
Doch es geht nicht nur um psychologische Hilfe, betont Joseph Bature Fidelis. Seine Einrichtung hilft den Binnenflüchtlingen auch, wieder Tritt im Leben zu fassen und sich zu integrieren: „Wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um auf die Gefahr von Stigmatisierung und die Notwendigkeit sozialer Integration aufmerksam zu machen.“
Durch die Unterstützung von KIRCHE IN NOT für diesen Dienst konnte hunderten Menschen geholfen werden, nach den Schrecken des Boko-Haram-Terrors wieder neu zu beginnen.
Sophia geht es heute viel besser. Sie erhielt Medikamente und eine Therapie. Die Halluzinationen verschwanden. Sie isst wieder besser, schläft normal. Sie hat große Fortschritte auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben gemacht. Derzeit arbeitet sie als Näherin. In das Traumahilfezentrum kommt sie regelmäßig zur Nachsorge.
Sie hat große Zukunftspläne: „Sie hat gefragt, ob sie ihre Ausbildung fortsetzen kann, da sie nur einen einfachen Schulabschluss hatte. Und jetzt hat sie sich für Aufnahmeprüfungen angemeldet, um später an der Hochschule studieren zu können“, berichtet Joseph Bature Fidelis. Boko Haram soll nicht das letzte Wort haben.
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Auch nach dem blutigsten Massaker seit Beginn der islamistischen Gewalt in Burkina Faso sei das Zusammenleben der Religionen und der interreligiöse Dialog nicht gefährdet. Das hat der katholische Bischof von Dori, Laurent Dabiré, gegenüber KIRCHE IN NOT betont.
„Das Land wird von unterschiedlichen Gruppen angegriffen, die den Islam als Mittel der Propaganda oder zur Mobilisierung nutzen. Der Islam der bewaffneten Gruppen ist nicht der Islam unserer Brüder. Die Muslime Burkina Fasos werden selbst zum Ziel“, so der Bischof. Ihm zufolge funktioniere Burkina Faso das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen.
Einer Fortführung oder gar Intensivierung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen stehe daher nichts im Wege. „Wir müssen hoffen, dass der Dialog der Religionen zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Ich denke dabei besonders an die Flüchtlingsfrage.“

Aufgrund des islamistischen Terrors gibt es eine zunehmende Zahl an Binnenflüchtlingen; nach UN-Angaben sind es über eine Million. „Besonders in den vergangenen beiden Monaten hat die Zahl wegen der erneuten Angriffe zugenommen“, erklärte Bischof Dabiré.
In der Nacht zum 5. Juni waren bei einem terroristischen Angriff mutmaßlich islamistischer Gruppen in dem Ort Solhan im Osten von Burkina Faso über 100 Personen ermordet worden. Bischof Dabiré zufolge sind die tatsächlichen Opferzahlen noch unklar und bewegten sich nach Medienberichten zwischen 100 bis 170. „Darunter sind auch vier Christen“, so der Bischof.
Im Anschlagsort Solhan gebe es dem Bischof zufolge eine lebendige christliche Gemeinde. Bereits vor dem Anschlag aber seien viele Christen wegen der brenzligen Sicherheitslage geflohen.

„Die Angst überkommt die Christen wie alle anderen vom Terror betroffenen Menschen in Burkina Faso auch. Sie haben als Christen allerdings einen zusätzlichen Grund, sich vor einem aufgezwungenen Islam zu fürchten. Sie könnten ihre Religionsfreiheit, ja ihr Leben verlieren“, erklärt der Bischof.
Die Angst vor weiteren Anschlägen sei religionsübergreifend groß: „Die Menschen sind sprachlos. Besonders die Menschen in der betroffenen Sahelzone fragen sich: Wer wird das nächste Ziel sein? Das Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“, sagte der Bischof.
Noch sei unklar, wer genau die Täter waren, so Dabiré. „Man weiß nicht genau, wer warum angegriffen hat. Aber am plausibelsten ist es, anzunehmen, dass es sich um die bewaffneten Gruppen handelt, die seit 2015 das Land heimsuchen. Es ist eine weitere ihrer Untaten. Sie wollen dadurch zeigen, dass sie stark sind, und von sich reden machen.“

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.
Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an.
KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche Burkina Fasos dabei, den von islamistischer Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumatisierungen gefördert.
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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“
Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.
„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“
Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“
Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“
KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.
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Pfarrer Francois Mourad wurde am 23. Juni 2013 im Franzis kanerkloster St. Antonius von Padua in Ghassanieh im Westen Syriens ermordet.
Er war aus Sicherheitsgründen in das Kloster der Kustodie umgezogen, um die wenigen dort verbliebenen Ordensbrüder zu unterstützen, zusammen mit einem anderen Priester und den Rosenkranzschwestern.

Das Kloster wurde von militanten Islamisten der damaligen Dschihadisten-Gruppe „Al-Nusra-Front“ angegriffen. Bei dem Versuch, die Schwestern und andere Personen zu retten, wurde Pater Francois erschossen. Er war sich der Gefahr seiner Situation durchaus bewusst und hat tapfer sein Leben für den Frieden in Syrien und auf der ganzen Welt geopfert.
Pater Mourad hatte einen Traum und begann dafür mit dem Bau eines Klosters in Aleppo, um „Gott vor allem unter den armen Menschen präsent zu machen”, wie er an KIRCHE IN NOT geschrieben hatte. Er schrieb: „Und wieder einmal klopfen wir an eure Tür, die einzige Tür, die für uns noch offen ist, da es keine andere Organisation gibt, die uns noch helfen kann.” Dann brach der Krieg aus, und die Hauptsorge der Franziskaner war es, der leidenden Bevölkerung zu helfen – ungeachtet ihres ethnischen oder religiösen Hintergrunds.
KIRCHE IN NOT setzt nun die großartige Arbeit von Pfarrer Mourad fort, indem das Hilfswerk beispielsweise einen Teil der Kosten des Kindergartens für Flüchtlingskinder übernimmt, der von Franziskanerinnen in Damaskus geleitet wird und in dem die Kinder von rund 50 syrischen und sudanesischen Flüchtlingsfamilien aufgenommen wurden.

„Auch wenn die meisten von Ihnen [den Wohltätern] im Verborgenen bleiben möchten und diesen Dank nicht erwarten, ist es uns und unseren notleidenden Brüdern und Schwestern sehr wichtig, Ihnen unsere Dankbarkeit persönlich zu zeigen“, schreibt der Geistliche Assistent von KIRCHE IN NOT International, Pater Martin Barta, in einem Brief an die Unterstützer des Hilfswerks. „Für diesen ,Tag der Wohltäter’ haben wir das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesus ausgewählt, denn Ihre Großherzigkeit hat ihren Ursprung und ihre Kraft in der Nachahmung der barmherzigen Liebe des göttlichen Herzens. Danke, dass Sie ihr liebendes Herz auch in Ihren schenkenden Händen tragen.“
KIRCHE IN NOT zählt insgesamt über 330 000 Wohltäter in 23 Ländern. „Ohne diese wertvolle Hilfe unserer zahlreichen Wohltäter könnten wir nicht in mehr als 140 Ländern der Welt helfen. Dafür gebührt allen Wohltätern ein aufrichtiges und herzliches Vergelt´s Gott“, erklärte Herbert Rechberger, Nationaldirektor des österreichischen Zweigs.

Diese Verbundenheit bei der Feier der heiligen Messe wird auch am „Tag der Wohltäter“ sichtbar: Unzählige Bischöfe, Seminardirektoren, Ordensgemeinschaften und Priester in Afrika, Asien, Osteuropa und Lateinamerika haben bereits zugesagt, am Herz-Jesu-Fest besonders für die Wohltäter von KIRCHE IN NOT zu beten und die heilige Messe für sie zu feiern.
Einer von ihnen ist Bischof Zenildo Luiz Pereira da Silva aus Borba im brasilianischen Amazonasgebiet. Er schreibt: „Wir nehmen am Tag der Wohltäter mit zwei Gefühlen teil: Dankbarkeit und Verpflichtung. Dankbarkeit für alle Unterstützung, die wir empfangen haben. Ohne ,Kirche in Not’ könnten wir unsere Evangelisierungsarbeit nicht durchführen. Und dieser Tag ist uns auch Verpflichtung zum Gebet für die Wohltäter, die Frieden und Solidarität stiften.“
Aus Kolumbien schreibt der Apostolische Vikar von San Andrés y Providencia, Mons. Jaime Uriel Sanabria Arias. Die von ihm betreute Region beginnt sich gerade von der Zerstörung durch die Hurrikane, die im November 2020 die Inseln heimgesucht haben, zu erholen. KIRCHE IN NOT drückte seine Solidarität durch seinen Präsenz aus, als es noch kaum eine Möglichkeit gab, in unser Gebiet zu reisen. Das Erleben der Anwesenheit der Weltkirche in schwierigen Zeiten ist eine verwandelnde Erfahrung, weil wir damit die Nähe, Sorge und Wohltätigkeit der Mutterkirche fühlen könnten“ schreibt der Bischof. „Liebe Wohltäter, Sie alle, Ihre Hilfe hat es uns ermöglicht, die Priester zu unterstützen, die wiederum den Glauben der christlichen Gemeinschaften unterstützen, insbesondere, damit das eucharistische Brot ihnen nicht fehlt. Darüber hinaus können wir mit Ihrer Hilfe die zerstörten Räume wie Kirchen und Pfarrhäuser reparieren, die wertvolle Orte für unsere Evangelisierungsarbeit sind. Seien Sie sich gewiss, liebe Wohltäter, dass Ihre Großzügigkeit gewirkt hat. Unser Vikariat betet für Sie und vertraut Sie in besonderer Weise der Feier der Eucharistie an.“
Die Armen Klarissen von Antsirabe aus Madagaskar schicken zu diesem Anlass einen berührenden Dankbrief: „Wir möchten Ihnen am Tag der Wohltäter unseren aufrichtigen Dank für die Hilfe aussprechen, die unser Leben verändert hat. Im Jahr 2018, als wir wirklich in finanziellen Schwierigkeiten waren, konnten wir uns nicht einmal unseren Strom und unser Essen leisten. Sie waren unsere Rettung wie ein wahrer Freund, an den wir uns im Notfall wenden können! Letztes Jahr 2020 und dieses Jahr 2021 haben Sie ein Wunder in unserem Leben vollbracht, indem Sie uns auf den Weg zur Selbstfinanzierung gebracht haben. Ihr Beitrag zum Aufbau unseres spirituellen Zentrums ist ungeheuer wichtig für unsere Zukunft. Das Geld, das von Gästen kommt, die das Zentrum nutzen, hilft uns, einen Teil unseres täglichen Lebens zu bezahlen. Sie haben uns geholfen, eine neues Kapiteln in unserer Geschichte aufzuschlagen. Dank Ihnen gehen wir einer sichereren Zukunft entgegen.“
Mehr über den Tag der Wohltäter auf: https://www.kircheinnot.at/tag-der-wohltaeter

Gezielte Angriffe auf junge Menschen, wahllose Morde und sexuelle Gewalt, einschließlich der Vergewaltigung von Ordensfrauen, ereignen sich laut einer kirchennahen Quelle aktuell in der umkämpften Region Tigray im Norden Äthiopiens. Der Gesprächspartner, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, machte gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unter anderem Militärs aus dem Nachbarland Eritrea für die Gräueltaten verantwortlich.
„Das ist nicht nur ein Kampf zwischen Militäreinheiten; sie töten alle. Das ist eindeutig ein Völkermord an den Menschen von Tigray.“ Die anonyme Quelle bestätigte damit die Einschätzung des Oberhaupts der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, Patriarch Mathias. Dieser hatte Anfang Mai von einem Völkermord in der Region Tigray gesprochen.

Die Kämpfe im Norden Äthopiens brachen im November vergangenen Jahres aus. Premierminister Abiy Ahmed warf der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. In dem ausbrechenden Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe.
Die anonyme Quelle berichtete, dass die Truppen auch Jugendliche aus der Zivilbevölkerung gezielt angriffen. Zahlreiche Bewohner der Region seien in den benachbarten Sudan geflüchtet. Der Ansprechpartner beschrieb auch, dass zahlreiche Frauen und Mädchen durch eritreische Soldaten missbraucht worden seien. Unter den Opfern befänden sich auch Ordensfrauen. „Es ist eine Form des Missbrauchs, wie Sie ihn vielleicht noch nie gehört haben. Angehörige unseres Volkes, unsere Ordensschwestern wurden vergewaltigt. Einige von ihnen mussten wir ins Krankenhaus bringen. Mehrere Anlaufstellen, wo wir Hilfe bekommen könnten, haben die Soldaten geschlossen.“

Rund 90 Prozent der Bewohner der Region Tigray seien vertrieben worden, so der Ansprechpartner. „Dieser Krieg hat eine große humanitäre Krise ausgelöst, die sich in einer überwältigenden Zahl von zivilen Opfern, der Vertreibung von Millionen Menschen, der Zerstörung unserer wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen, psychischen Schmerzen und Panik ausdrückt.“
Die Region brauche dringend internationale Unterstützung, hob die anonyme Quelle hervor. „Die Kirche ist überall – sie öffnet ihre Hand. Ich erinnere mich gut an die Hilfe von ,Kirche in Not’. Wir sind seit langem Partner. Die aktuelle Krise in Tigray ist beispiellos im Vergleich mit allen anderen humanitären Krisen, an die wir uns je erinnern können.“
KIRCHE IN NOT leistet in der Region Tigray Nothilfen für Priester und Ordensleute. Seit 2019 hat KIRCHE IN NOT rund 100 Projekte in Äthiopien unterstützt, darunter den Bau von Kapellen und Klöstern, die Ausbildung von Katecheten oder die Anschaffung von Fahrzeugen für Seelsorger und Gemeinden. Eine wichtige Unterstützung für die Priester sind auch Mess-Stipendien, da die Seelsorger über kein reguläres Einkommen verfügen.
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Verwendungszweck: Äthiopien
Nach dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo und zahlreicher Nachbeben herrscht Chaos im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Die Bevölkerung ist in Gefahr und Not. Wir rechnen mit dem Schlimmsten“, erklärte Schwester Floride Bugagara gegenüber KIRCHE IN NOT. Schwester Floride ist eine langjährige Projektpartnerin des weltweiten päpstlichen Hilfswerks und leitet die Ordensgemeinschaft der „Töchter der Auferstehung“, die in der Region am Kiwu-See ihren Sitz hat.
Mit Blick auf die Massenflucht aus der Zwei-Millionen-Stadt Goma sagte die Ordensfrau: „Ich habe Angst, dass es zu einer humanitären Katastrophe kommt. Viele Menschen kampieren entlang der Straßen oder in den Bergen. Auch an Lebensmitteln und Wasser fehlt es. Außerdem fürchte ich, dass wegen der schlechten hygienischen Umstände Krankheiten ausbrechen können.“

Nach der Teilevakuierung der Stadt Goma nahe der Grenze zu Ruanda sei die Lage von großer Unsicherheit geprägt. „Der Gouverneur hat die Menschen aufgerufen, die besonders gefährdeten Viertel zu verlassen. Die Menschen wissen aber nicht, wo die Lawa austreten wird. Alle laufen deshalb chaotisch von einer Richtung in die andere“, sagte die Ordensfrau. Aufgrund des Chaos hätten einige Eltern ihre Kinder verloren.
Auch einige ihrer Ordensschwestern hätten fliehen müssen, so Schwester Floride: „Als religiöse Gemeinschaft fragen wir uns aber vor allem, wie wir den Menschen helfen können. Einige von uns sind in den Notunterkünften aktiv. Die Menschen haben wirklich nichts.“

Medienberichten zufolge kehren aktuell die ersten geflüchteten Bewohner wieder nach Goma zurück. Als Grund geben sie die elenden Bedingungen auf der Flucht und in den Notunterkünften an. Die Gefahr ist derweil noch nicht gebannt: Staatliche Stellen rechnen damit, dass es nach dem Vulkanausbruch vom Pfingstsamstag zu weiteren Eruptionen und Beben kommen kann. Der Nyiragongo gilt als einer der aktivsten Vulkane weltweit.
„Zu all den Massakern in unserer Provinz Nord-Kivu kommt jetzt diese Naturkatastrophe“, erklärt Schwester Floride mit Blick auf den Terror, den Milizen seit Jahren in der Region verüben. In der aktuellen Notlage zählten die Christen in der Demokratischen Republik Kongo spirituell und materiell auf die Wohltäter von KIRCHE IN NOT. „Wir bitten die Wohltäter, das Hilfswerk weiterhin zu unterstützen, das sich der benachteiligten Menschen annimmt. Und wir bitten den Herrn, dass er sein Volk weiter beschützt und diese Katastrophe abwendet.“
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Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto im Nordwesten Nigerias hat bestätigt, dass seitens seiner Diözese Kontakte zu den Entführern aufgenommen wurden, die am 21. Mai den 75-jährigen Priester Joseph Keke verschleppt haben. „Es ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, mit Kriminellen und Mördern zu verhandeln, die in einer zivilisierten Umgebung eigentlich für immer weggesperrt sein sollten, von deren Gnade wir aber jetzt abhängig sind“, sagte Kukah dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.
Die Entführer hätten zunächst umgerechnet knapp 200.000 Euro Lösegeld verlangt; später hätten sie ihre Forderungen auf an die 100.000 Euro reduziert, berichtete der Bischof. Die Verhandlungen dauerten noch an. Die Kidnapper nutzten einheimische Kollaborateure oft als Informanten. Sie wählten nur „weiche Ziele“ aus, also wehrlose Personen oder leicht zugängliche Orte, so Kukah: „Ihre einzige Motivation ist das Geld.“

Am Freitag vor Pfingsten war Joseph Keke zusammen mit seinem Amtsnachfolger Pfarrer Alphonsus Bello in der Pfarrei St. Vinzenz Ferrer in Malunfashi im nordnigerianischen Bundesstaat Katsina gefangen genommen worden. Bello wurde am nächsten Morgen in der Nähe getötet aufgefunden. Wie internationale Medien berichteten, wurde der Priester nur 30 Jahre alt. „Pfarrer Bellos Tod ist Teil der sinn- und endlosen Verluste, die unsere Nation verschlingen“, sagte Bischof Kukah.

Wie die Nachrichtagentur „Fides“ berichtet, hatten am Pfingstmontag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja hunderte Menschen gegen die zunehmenden Entführungen demonstriert, die alle Teile der Gesellschaft und alle religiösen Gruppen betreffen. Kirchenvertreter hatten zu Pfingsten erneut die Untätigkeit des Staates kritisiert, der den anhaltenden dschihadistischen Überfällen, Entführungen durch kriminelle Banden und Übergriffen radikalisierter Hirten nichts entgegensetze.
Massive Kritik kommt auch von Bischof Kukah. Die Regierung sei in das zunehmende Chaos verstrickt, erklärte er gegenüber KIRCHE IN NOT: „Sie wollen kein egalitäres und geeintes Land schaffen. Ihr Fokus liegt auf dem Aufstieg eines Islam, den selbst 80 Prozent der Muslime nicht gutheißen. Wir sind im Würgegriff der salafistischen Form des Islam.“
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Verwendungszweck: Nigeria
Das jüngste Schreiben ‚Antiquum ministerium‘ mit dem der Papst den „laikalen Dienst“ des Katecheten mit eigener liturgischer Beauftragung eingeführt hat, war eine große Freude für uns“, erklärt Regina Lynch, Direktorin der Projektabteilung des Hilfswerkes KIRCHE IN NOT (ACN).
„Durch unsere Projektarbeit in mehr als 140 Ländern wissen wir, dass Katechetinnen und Katecheten an vielen Orten der Welt das Rückgrat der Kirche sind“, sagte Lynch. Gerade in entlegenen Gegenden, in die nur selten ein Priester kommen kann, oder in Ländern, wo durch Krieg und Verfolgung die Gemeindearbeit erschwert ist, seien Katecheten Ansprechpartner, Helfer und Seelsorger in einem.


Auch in zahlreichen anderen Ländern weltweit unterstützt KIRCHE IN NOT den Einsatz von Katecheten. „Allein im Jahr 2020 haben wir über 18 000 Katecheten auf allen Kontinenten gefördert – die meisten in Asien und Afrika“, so Lynch. KIRCHE IN NOT hat im vergangenen Jahr 20 Projekte finanziert, um Katecheten für ihren Dienst technisch auszustatten oder sie mit Material für die Seelsorgearbeit und den Religionsunterricht zu versorgen. Hinzu kommen 35 Projekte zur Schulung und Weiterbildung von Katecheten in 18 Ländern.

Hinter diesen Projekten stehen Menschen mit sehr beeindruckenden Geschichten. Einer der Katecheten, die KIRCHE IN NOT unterstützt, ist zum Beispiel John Joseph Gazi aus Uganda. Ursprünglich kommt er aus dem Südsudan. In dem jüngsten Staat Afrikas, erst 2011 unabhängig geworden, herrscht ein brutaler Kampf, allen Friedensbemühungen zum Trotz. Es geht um Macht, um ethnische Konflikte. Johns Familie konnte dem Morden nicht entkommen. „Mein Vater, meine Schwester und mein Bruder wurden getötet. Es geschah innerhalb weniger Minuten“, erzählt er KIRCHE IN NOT.
Er jedoch konnte ins Nachbarland Uganda flüchten, wo über eine Million Menschen in Flüchtlingslagern hausen. Doch schlimmer als die himmelschreiende Not dort sind die Narben der Seele, vor allem unter den jungen Menschen: Denn viele wurden in den Auseinandersetzungen als Kindersoldaten missbraucht.
Zu ihnen fühlt John sich besonders gesandt: „Viele tragen Hass und Rachegedanken in sich. Ich spreche zu ihnen über Vergebung.“ Er hat fast alles verloren – aber nicht den Glauben an Gott. Darum hat er sich zum Katecheten ausbilden lassen. Er selber bevorzugt die Bezeichnung „Evangelisierer“: Den armen und verzweifelten Menschen die Frohe Botschaft bringen.
KIRCHE IN NOT hat seine Ausbildung finanziert, im Emmaus-Zentrum, nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala. Dort werden junge Menschen geschult, die Wunden der Seelen ihrer Landsleute zu heilen und ihnen in verschiedenen Nöten beizustehen. Ein ganz anderer und aussichtsreicherer „Kampf“ als der verbitterte Krieg in seiner Heimat, bekennt John: „Ich bin jetzt ein Soldat für Jesus. Ich kämpfe darum, die Seelen zu Gott zurückzubringen.“
John besucht jetzt seine Landsleute, die sich in Uganda mehr schlecht als recht eine neue Existenz aufbauen – aber ohne Gewalt und Krieg. „Ich will das Leben zu den Südsudanesen zurückbringen.“ Er spricht vom Glauben, er spendet Trost, hört sich die schrecklichen Erzählungen der traumatisierten Menschen an und vermittelt Hilfe. John und seine Mitstreiter haben neben katechetischen auch psychologische Kenntnisse im Emmaus-Zentrum erworben. Denn zusätzlich zu den Kriegserfahrungen, der Armut und Arbeitslosigkeit stellt auch der Alkoholmissbrauch ein Problem unter den Geflüchteten dar.
Der „Kampf“ gegen die Folgen des Krieges dauert an. Aber John ist sich sicher, dass es jede Mühe wert ist: „Dank meiner Ausbildung als Katechet mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT, bringe ich nun Hoffnung und Liebe zu meinen Leuten.“

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Verwendungszweck: Katecheten-Ausbildung
Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas und eines der wichtigsten Finanz, Geschäfts- und Wirtschaftszentren in Brasiliens Nördlicher Region. Die mehr als zwei Millionen Einwohner zählende Metropole wächst unaufhaltsam und planlos. Seit Jänner droht aufgrund der COVID 19-Pandemie der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung; sie befindet sich in einer Gesundheitskrise. Die Situation ist unhaltbar geworden.
In Manaus arbeiten unter anderem die Minderen Kapuzinerbrüder von Amazonas und Roraima. Der Kapuziner Fr. Paolo Maria Braghini erklärt im Gespräch mit dem weltweiten Hilfswerk „Kirche in Not“: „Zusammen mit den Pfarren sind wir sowohl in der historischen Altstadt von Manaus als auch in den Vororten in verschiedenen Bereichen aktiv, in der Obdachlosenbetreuung oder auch in der Seelsorge, etwa beim Spenden des Bußsakraments. Wir arbeiten auch mit den Laien in anderen Teilen der Stadt zusammen“.
„Kirche in Not“ half bereits im letzten Jahr den Kapuzinermissionaren, die in der ganzen Region präsent sind, durch Messstipendien. Diese Hilfe ist sehr wichtig, denn seit Beginn der Pandemie waren die Kirchen immer wieder geschlossen, und durch die Wirtschaftskrise, die das Land durchmacht, sind die Kollekten drastisch zurückgegangen.

Doch in den letzten Monaten hat sich aufgrund der Pandemie Verzweiflung in der Bevölkerung breit gemacht: „Zurzeit schreit der Hunger, besonders in der zweiten Pandemie-Welle, wirklich zum Himmel. In den Slums betreuen wir Familien, die nichts zum Leben haben. Viele von ihnen kommen aus dem Landesinneren; sie sind mit der Hoffnung hierhergekommen, in der Stadt ein Auskommen zu finden, doch hier fanden sie nur Hunger und Arbeitslosigkeit. Zu allem Überfluss haben sie jetzt nicht einmal mehr einen Gemüsegarten, den sie bewirtschaften oder einen Fluss, in dem sie fischen können.
Aus diesem Grund haben die zum Orden der Minderen Kapuzinerbrüder von Amazonas und Roraima gehörenden Missionare nun ein Projekt ins Leben gerufen, um diese Familien sieben Monate lang mit Körben mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen, um die Not zu lindern: „Wir haben dafür Orte in der Peripherie ausgewählt und dort zusammen mit den Gemeindeleitern unter allen Notleidenden die bedürftigsten Familien: kinderreiche und sehr arme Familien, viele Witwen, Tuberkulosekranke und Arbeitslose, die in diesem Leben kaum die Möglichkeit auf eine neue Chance haben“, so Fr. Paolo.

„Kirche in Not“ sagte eine außerordentliche Nothilfe zu, damit die Kapuziner die Ärmsten der Armen mit Lebensmitteln versorgen können. Fr. Paolo ist den Wohltätern von „Kirche in Not“ sehr dankbar: „Liebe Wohltäter von „Kirche in Not“, im Namen aller Kapuziner von Amazonas und Roraima und besonders im Namen der Hunderten von Familien, denen die Hilfe zugutekommt, möchte ich Ihnen von ganzem Herzen danken. In diesem sehr schwierigen Augenblick der Pandemie, die die Familien in den Vororten von Manaus schwer trifft und deren Leben zu einem Drama geworden ist, sind diese Körbe mit Grundnahrungsmitteln viel mehr als eine Hilfe gegen den Hunger, der wirklich weh tut. Sie sind ein Zeichen, dass Gott diese armen Menschen nicht im Stich lässt. Sie, die Spender, werden so zu Werkzeugen der göttlichen Vorsehung und zu einer Quelle der Hoffnung.“
Menschen wie Maria Madalena aus dem Stadtteil Cidade de Deus profitieren von den Grundnahrungskörben: „Es war ein Segen, diesen Korb mit Grundnahrungsmitteln zu erhalten, da mein Sohn und ich arbeitslos sind.“ Auch für Fátima da Conceição aus Colônia Terra Nova stellt er eine große Hilfe dar: „Diese Spende kommt in einer so schwierigen Zeit, die wir durchmachen. Sie helfen uns, damit wir jeden Tag etwas zum Essen haben. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar! Möge Gott jeden einzelnen der Menschen segnen, die dazu beigetragen haben.“

Die Tätigkeit der Kapuziner beschränkt sich nicht auf die Lieferung eines Korbes mit Grundnahrungsmitteln. Es geht ihnen dabei auch um die Würde der Menschen und um die Suche nach dauerhaften Lösungen. So schenken sie neben den Körben auch Saatgut, um die Familien zu ermutigen, ihr eigenes Gemüse anzubauen, auch in einfachen Blumentöpfen: „Wenn möglich, ermutigen wir sie, Tiere wie Hühner zu züchten. Wir wollen gegen die weitverbreitete Haltung des Spenden-Empfangens vorgehen. Sie müssen selbst etwas tun, um aus ihrer Situation herauszukommen, wenn es möglich ist“, fügt Fr. Paolo hinzu.
Das Projekt ist auf etwa sieben Monate angelegt, da die Kapuziner diese Familien über längere Zeit betreuen möchten. Sie versuchen, jeder der besuchten Lösungen für ihr Leben aufzuzeigen und ihr zu helfen, eine Möglichkeit zu finden, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
„Kirche in Not“ unterstützt seit mehr als 30 Jahren Dutzende von Projekten in der Region. Daran erinnert sich Fr. Paolo: „Sie haben uns schon bei mehreren Projekten geholfen, und wir und unsere Leute sind Ihnen unendlich dankbar.“ Er erwähnt einige davon ausdrücklich: „Sie haben uns geholfen, ein Boot zu kaufen, um die Gemeinden am Fluss zu versorgen, und ein Auto, um die Fahrten auf den Straßen von Roraima und Humaita zu bewältigen. Noch heute ernten wir die Früchte dieser Spenden. Unsere Anwesenheit bringt Hoffnung und das Wort Christi zu den Menschen.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Brasilien