Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Libanon leidet besonders der Süden des Landes unter den Folgen der Luftschläge. Diese richteten sich zwar gegen die Hisbollah, zogen jedoch auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft; in der Region leben zahlreiche Christen. Ordensfrauen stehen der Bevölkerung bei.
„Die Menschen, die geblieben sind, haben kein Einkommen. Sie leben von der Landwirtschaft, und die Felder wurden durch den Krieg zerstört“, berichtet Schwester Gerard Merhej aus Debel, das rund 90 Kilometer südlich von Beirut unweit der Grenze zu Israel liegt, gegenüber KIRCHE IN NOT. Mitarbeiter haben kürzlich die Projektpartner im Libanon besucht.
Die Bauern probierten jetzt zwar neue Anbauformen aus, aber die wirtschaftlichen Folgen blieben katastrophal, so Schwester Gerard. Hinzukomme die Abwanderung: „Die meisten christlichen Familien sind nach Beirut gezogen, dort ist es sicherer und es gibt mehr Arbeit.“
Auch die Ordensfrauen in Ain Ebel betreiben eine Schule, sie gehört zu den besten des Landes. „Während des Krieges haben wir auf Online-Unterrichtet umgestellt“, berichtet Schwester Maya. „Als während des Unterrichts in der Nachbarschaft eines Schülers eine Rakete einschlug, konnten es alle hören.“ Die Schüler hätten des Gefühl gehabt, „miteinander verbunden zu sein, obwohl sie physisch voneinander getrennt waren“, sagte die Ordensfrau.

Als im Oktober 2024 die Luftschläge begannen, hätte die Bevölkerung nur 40 Minuten Zeit gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen. Die schlimmste Zeit sei der vergangene Herbst und Winter gewesen, erinnert sich Schwester Maya: „Irgendwann waren nur noch alte Menschen im Dorf. Sie wollten lieber daheim sterben, als woanders hinzugehen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT konnten die Ordensfrauen diese Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen; das sei entscheidend gewesen: „Während der Zeit der Angriffe hätten wir die unmöglich irgendwo kaufen können.“
Zusätzlich unterstützt KIRCHE IN NOT die kirchlichen Schulen sowie die Arbeit von Priestern und Ordensfrauen im Südlibanon und in anderen Landesteilen. Das sei ein wichtiges Hoffnungssignal, erklärte Schwester Maya: „Vielen Dank für alles, was Sie tun. Gott sei Dank für KIRCHE IN NOT!“

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Libanon
Trotz anhaltender Kämpfe im Gaza-Streifen harren dort immer noch rund 500 Menschen in der einzigen katholischen Pfarre aus. Wie der Pfarrer von Gaza-Stadt, Pater Gabriel Romanelli, in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT sagte, sei die Situation „sehr schlecht“: „Wir müssen alles, was wir haben, rationieren. Nur dadurch können wir die Flüchtlinge auf dem Grundstück und die Menschen außerhalb unterstützen.“
Dennoch habe er es kürzlich geschafft, Wasser an die Menschen zu verteilen. Die Gemeinde versorge nicht nur die Menschen, die sich in den Räumen der Pfarre aufhalten, sondern auch die Nachbarn – darunter einige muslimische Familien.
Da Israel drei Monate lange Hilfslieferungen nach Gaza verweigerte, sei auch keine Hilfe angekommen, so Pater Romanelli. Erst am 22. Mai erlaubte Israel 90 Lkw mit Hilfsgütern die Zufahrt nach Gaza, geschätzt wären täglich jedoch rund 500 Lkw notwendig.
Man versuche in der Pfarre, das Leben so gut wie möglich zu gestalten, auch wenn man häufig Granaten höre und Geschosse das Pfarrgrundstück erreichten, sagte Pater Romanelli weiter. Für die vielen Kinder in der Pfarre gebe es weiterhin Schulunterricht. Auch das kirchliche Leben versuche man aufrechtzuerhalten, wie zum Beispiel eine tägliche heilige Messe, Gebetszeiten und wöchentliche Bibelgespräche.

Unter den rund 500 Frauen, Männern und Kindern sei auch eine Gruppe von Menschen mit Behinderung, die von Ordensfrauen der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ betreut werden.
Die Menschen versuchten, nur noch zu überleben, so Pater Romanelli. Er stelle fest, dass mentale Krankheiten wie Depressionen zunehmen: „Das Schlimmste ist, dass niemand vom Ende des Krieges spricht“, klagt der Pfarrer. „Deshalb beten wir und bitten auch alle, für den Frieden zu beten und daran zu arbeiten.“
Seit Beginn des Krieges als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sind bereits mehr als 50 Christen gestorben. Einige wurden getötet, andere starben aufgrund des Mangels an medizinischer Versorgung. Vor dem Krieg lebten rund 1000 Christen im Gazastreifen.
KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, um die Hilfe für die christliche Minderheit im Gaza-Streifen und den anderen Teilen des Heiligen Landes aufrechtzuerhalten. Die Hilfe geht unvermindert weiter.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Heiliges Land
Die Pfarre San Francisco Javier liegt in einem ländlich geprägten Gebiet der Diözese San Ignacio de Velasco im tropischen Osten Boliviens. Die Menschen leben von dem, was sie mit traditionellen Methoden selbst anbauen. Das Gebiet ist wenig entwickelt, die Bevölkerung ist arm.
Eine der Gemeinden, die zu der Pfarre gehören, ist Juancito. Der Ort hat knapp 500 Einwohner und ist nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen. An den Feiertagen kommen zudem auch Gläubige aus anderen Ortschaften der Umgebung nach Juancito.

Bislang gab es dort eine sehr alte Kapelle, die viel zu klein für die zahlreichen Gläubigen war. Sie war in einem desolaten Zustand und war außerdem schlecht belüftet, so dass in ihrem Inneren eine erstickende Hitze herrschte. Im Laufe der Zeit wurde sie zu einem Unterschlupf für Fledermäuse, die sich nur schwer vertreiben ließen. Zudem war sie aber auch ungünstig gelegen. Es wurde ein größeres Gotteshaus benötigt, das an einer Stelle steht, wo es leichter zu erreichen ist.
Die Gläubigen nehmen sehr intensiv am Leben der Kirche teil und praktizieren ihren Glauben. Um ein „richtiges“ Gotteshaus errichten zu können, haben sie Zeit und Geld geopfert, lokales Baumaterial wie Holz und Lehm herbeigeschafft und ihre Fähigkeiten und ihre Arbeitskraft eingesetzt. Aber ihre Mittel haben nicht gereicht, und so haben unsere Wohltäter 13.800 Euro gespendet, damit dieser Traum verwirklicht werden konnte. Die Freude in Juancito ist groß. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!
Anlässlich des Jubiläums der Familien, Kinder, Großeltern und Älteren in Rom (30. Mai – 1. Juni) gibt das KIRCHE IN NOT (ACN) eine Sonderausgabe seiner gefragten Kinderbibel heraus – ein Klassiker der Kinderkatechese, der seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1979 Millionen von Familien auf der ganzen Welt begleitet hat.
Während einer der Hauptveranstaltungen des Jubiläums wird KIRCHE IN NOT 10.000 Exemplare der Kinderbibel in fünf Sprachen (Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch) an die Teilnehmer des „Festes der Familie“ und der Gebetsvigil auf der Piazza San Giovanni in Laterano verteilen. Die Sonderausgabe enthält ein bisher unveröffentlichtes Vorwort von Erzbischof Rino Fisichella und soll Kinder, Eltern und Großeltern bei der Weitergabe des Glaubens in der Familie miteinander verbinden.
Die Kinderbibel wurde bisher in mehr als 190 Sprachen übersetzt und weltweit über 51 Millionen Mal gedruckt.

„Liebe Familien, liebe Kinder, liebe Großeltern und älteren Menschen: Sie halten eine besondere Kinderbibel in Ihren Händen. Sie ist ein kostbarer Schatz, denn sie enthält die schönste Geschichte der Welt – die Geschichte der Liebe Gottes zu jedem einzelnen von uns“, schreibt Erzbischof Fisichella.
„Es ist nicht irgendein Buch, sondern das Wort Gottes, das Kraft, Freude, Trost und Hoffnung schenkt. Es ist eine Gelegenheit, im Jubiläumsjahr unsere Beziehung zum Wort Gottes zu erneuern. Lassen wir es nicht im Regal verstauben: Wenn Gott spricht, erwartet er, dass wir innehalten und zuhören.“
Diese Worte betonen die Bedeutung der Bibel als Werkzeug zur Glaubensweitergabe in der Familie und als Brücke zwischen den Generationen. Dank ihrer einfachen Sprache und farbenfrohen Illustrationen ist sie auch für jüngere Kinder leicht verständlich und ansprechend gestaltet.

Nach 45 Jahren hat KIRCHE IN NOT beschlossen, das Layout der Kinderbibel zu modernisieren. Die von den Lesern beliebten Originalillustrationen bleiben erhalten, werden jedoch nun ganzseitig und in einem zeitgemäßeren, visuell ansprechenden Format präsentiert.
„Der Inhalt bleibt der ursprünglichen Botschaft treu. Doch das neue Design soll den Einsatz in Familien, der Katechese und im Alltag erleichtern – insbesondere in Regionen, in denen der Zugang zu religiösem Material begrenzt ist“, erklärt Pater Anton Lässer, Internationaler Kirchlicher Assistent von KIRCHE IN NOT International.
Neu hinzugekommen sind am Ende jeder biblischen Geschichte praxisnahe Elemente: „Ein kurzer Satz, der die Frohe Botschaft jeder Erzählung zusammenfasst und Kinder zu einer persönlichen Begegnung mit Christus einlädt, zwei einfache Fragen zur Anregung des Gesprächs mit den Kindern sowie ein kleines Gebet, das das spirituelle Leben von klein auf stärkt“, so Pater Lässer weiter.
Mehr Informationen zur Kinderbibel finden Sie hier: https://www.kircheinnot.at/kirche-in-not/kinderbibel/

Mehr als 1000 Menschen aus zahlreichen Ländern nahmen an der Pilgerreise zum „Jubiläum der Hoffnung“ teil und wurden auf dem Petersplatz Zeugen der Wahl von Papst Leo XIV.
Die Wallfahrt prägte eine Atmosphäre großer Freude und tiefen Glaubens, die Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Freunde und Wohltäter aus zahlreichen Ländern in Rom zusammenführte. Aus Österreich pilgerten 55 Wohltäter und Mitarbeiter nach Rom.
Die Pilgerreise fand vom 7. bis 11. Mai statt und umfasste Gebetszeiten wie Heilige Messen und Rosenkranzgebete sowie Vorträge über die verfolgte Kirche, gehalten von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt. Auch Momente der Entspannung und des Vergnügens kamen nicht zu kurz. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Heilige Pforten in der Petersbasilika, in der Basilika Santa Maria Maggiore, der Lateranbasilika und der Basilika St. Paul vor den Mauern zu durchschreiten – jeweils ein besonders eindrucksvoller Moment des Jubiläums.
Papst Leo XIV. war als Priester und Bischof über 30 Jahre in Peru tätig. KIRCHE IN NOT hat seine Arbeit unterstützt. Worin diese Hilfe bestand und vor welchen Herausforderungen die Christen in Peru stehen, berichtet Luis Vildoso. Er ist Projektleiter von KIRCHE IN NOT für Lateinamerika und stammt selbst aus Peru.
Herr Vildoso, wie hat KIRCHE IN NOT mit Robert Francis Prevost, dem heutigen Papst Leo XIV., zusammengearbeitet?
Es war eine enge und geschwisterliche Kooperation. Der jetzige Papst kam schon 1985 als Augustiner-Missionar nach Peru. Er war zuerst in Pfarren in der Nähe von Chulucanas tätig. Das ist ganz im Nordwesten von Peru, nahe der Grenze zu Ecuador. Später war er in der Priesterausbildung tätig, bevor er 2014 Bischof von Chiclayo wurde, ebenfalls im Nordwesten Perus an der Pazifikküste. Er hat dann auch ab 2020 ein gutes Jahr die Diözese Callao verwaltet.
Papst Leo XIV. hat in all diesen Jahren großen pastoralen Eifer und Sensibilität für die Nöte der Menschen gezeigt. KIRCHE IN NOT konnte in allen seinen Wirkungsfeldern verschiedene Projekte fördern: ein Priesterseminar, Schwesterngemeinschaften, den Bau von Seelsorgezentren, die Instandsetzung von Kapellen in ländlichen Regionen, die Schulung von Katecheten und den Religionsunterricht.

KIRCHE IN NOT hat auch Priester in der „Papst-Diözese“ mit Mess-Stipendien unterstützt. Das sind freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Da die Diözesen den Priester nur sehr wenig Lohn zahlen können, ist diese Unterstützung überlebenswichtig. Selbstverständlich setzen wir unsere Hilfen für Peru weiter fort.
Was sind die größten Herausforderungen für die Kirche in Peru?
Die erste Herausforderung ist der Priestermangel. Ein Priester in Peru betreut im Schnitt 10 000 Menschen, manchmal mehr. In Europa kommen auf einen Priester etwa 1500 Gläubige. Und man muss bedenken, dass in Lateinamerika die Bindung zur Kirche weit höher ist und es zudem weniger Anlaufstellen für Menschen in Not gibt. Deshalb liegt für uns ein Fokus darauf, angehende Priester zu unterstützen – und ebenso die Berufungspastoral.

Peru ist nach Brasilien und Argentinien das drittgrößte Land Südamerikas. Geografisch reicht es vom Meer bis zu Regionen auf über 6000 Meter Höhe. In abgelegenen Gebieten ist oft die Kirche die einzige Institution vor Ort. KIRCHE IN NOT fördert deshalb Autos, Geländefahrzeuge oder auch Boote, damit die kirchlichen Mitarbeiter in den riesigen Gebieten die Menschen erreichen können.
Die dritte Herausforderung ist die Landflucht in die Großstädte, wie überall in Lateinamerika. Die Kirche kümmert sich um diese Zuwanderer, darum unterstützen wir den Bau von Seelsorgezentren und Kapellen gerade an den Stadträndern. Die Kirche schult freiwillige Helfer für die Betreuung der Menschen, die oft in Armut leben. Auch dabei hilft KIRCHE IN NOT.
Was bedeutet es für KIRCHE IN NOT, dass ein früherer Projektpartner zum Papst gewählt wurde?
Es ist eine große Freude und ein Segen! Papst Leo XIV. kennt die Herausforderungen der Weltkirche. Er hat eine große Zuneigung zur Kirche in Lateinamerika. Das habe ich bei einer persönlichen Begegnung mit ihm selbst erfahren. KIRCHE IN NOT hat ja auch mit dem damaligen Kardinal Prevost zusammengearbeitet, als er Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika war.

Er kennt unsere Arbeit gut. Seine Gesten der Dankbarkeit für die Unterstützung haben mich sehr berührt. Sie sind ein Aufwind für unsere Mission: Brücken der Liebe zu bauen zu den Christen weltweit, die unter Not und Verfolgung leiden. Das ist keine Einbahnstraße: KIRCHE IN NOT konnte 2024 ein Büro in der peruanischen Hauptstadt Lima eröffnen, das jetzt über die Lage der verfolgten Kirche informiert und um Spenden bittet. Das zeigt: Wir sind als Weltkirche miteinander und als Geschwister im Glauben solidarisch.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Peru
Katholische Priester aus der Türkei haben in einem Schreiben an KIRCHE IN NOT für die Unterstützung durch Messstipendien gedankt. Sie seien nicht bloß ein Messopfer der Wohltäter, sondern eine wichtige Unterstützung für das Überleben der Priester in der Türkei, betonte der Apostolische Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro.
Einst war die Türkei ein bedeutendes Zentrum des Christentums, viele biblische Orte liegen auf dem heutigen Staatsgebiet. Heute bilden Christen mit 0,1 Prozent der Gesamtbevölkerung jedoch nur noch eine winzige Minderheit – und sie leben weit verstreut.
Die Türkei ist mehr als neunmal so groß wie Österreich, aber nur in drei katholische Kirchenprovinzen aufgeteilt: das Erzbistum Izmir sowie die Apostolischen Vikariate Anatolien (mit Sitz in Iskenderun) und Istanbul. „Wir sind nur wenige Priester und können nicht alle Gläubigen erreichen“, bedauert Pater Massimiliano Treti, einer von 26 Priestern im Apostolischen Vikariat Istanbul.
Zur selben Kirchenprovinz gehört auch die Hauptstadt Ankara, wo Pater Seraphin Kazadi tätig ist. Er kümmert sich nicht nur um die dortige Pfarrgemeinde, sondern ist auch zuständig für die Studentenseelsorge an der Universität in Karabük, etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Die meisten der rund 80 katholischen Studenten stammen aus dem Ausland. Da es dort keine katholische Kirche gibt, muss Pater Seraphin für Gottesdienste einen Saal anmieten.

Die Messstipendien durch KIRCHE IN NOT seien für ihn daher unverzichtbar, um die Reisekosten zu decken und die Saalmiete zu bezahlen, betonte er. Darüber hinaus werde mit den Mess-Stipendien auch die Seelsorgestelle für ausländische Studenten an der Universität Karabük unterstützt und aufrechterhalten.
Aber auch in anderen Teilen des Vikariats sind Messstipendien eine unverzichtbare Hilfe zur Existenzsicherung. Ein Priester, der in einer Pfarre tätig ist, die überwiegend aus „Flüchtlingsfamilien und einigen Studenten aus Afrika“ besteht, und nicht namentlich genannt werden möchte, berichtet: „Wir erhalten keinerlei lokale Hilfe zum Unterhalt der Pfarre. Ihre Unterstützung ist daher von entscheidender Bedeutung – für unsere Ordensgemeinschaft und für unsere Pfarre.“
Ein Messstipendium ist eine freiwillige Gabe eines Wohltäters, mit der heilige Messen gestiftet und in einem bestimmten Anliegen gefeiert werden. Es ist eine wichtige Unterstützung für den Priester und seine Gemeinde – insbesondere in Ländern, in denen Priester nur wenig oder gar keinen Lohn erhalten.
Im Jahr 2024 hat KIRCHE IN NOT weltweit mehr als 40 000 Priestern durch Messstipendien geholfen.
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Verwendungszweck: Messstipendien
Der neue Papst Leo XIV. hat in seiner Zeit als Bischof in Peru (2014-2023) und als Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika im Dikasterium für die Bischöfe ab 2023 mehrfach mit KIRCHE IN NOT (ACN) zusammengearbeitet.
Daran erinnerte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, anlässlich der Wahl von Robert Francis Kardinal Prevost zum Oberhaupt der katholischen Kirche: „Ich freue mich, dass ein Missionar mit über 20 Jahren Erfahrungen in der Verbreitung des Evangeliums unser neuer Papst ist. Wir sind stolz darauf, dass wir seine Arbeit in Peru unterstützen konnten.“
KIRCHE IN NOT finanzierte mehrere Projekte in den beiden Diözesen Chiclayo und Callao an der peruanischen Westküste, die der jetzige Papst als Apostolischer Administrator und Bischof leitete. KIRCHE IN NOT unterstützte die Ausbildung angehender Priester und leitete Messstipendien an Missionare in den Anden-Gebieten weiter.
In einem Brief an das Hilfswerk bedankte sich der damalige Bischof Prevost für die gute Zusammenarbeit „insbesondere in den ärmsten Gebieten unserer Diözesen“ und bat: „Gott segne die Arbeit von KIRCHE IN NOT.“

Erst im März dieses Jahres hatten sich Vertreter von „Kirche in Not“ mit Kardinal Prevost ausgetauscht, als die Päpstliche Kommission für Lateinamerika und weitere Vatikanbehörden ein Treffen über synodale Zusammenarbeit in der lateinamerikanischen Kirche und in der Karibik ausrichteten. „,Kirche in Not‘ ist entschlossen und freut sich darauf, in Einheit mit Papst Leo XIV. die Arbeit im Dienst notleidender christlicher Gemeinden fortzusetzen – in Lateinamerika und weltweit“, erklärte Regina Lynch.
Der Augustinerpater Robert Francis Prevost war ab den 1980er Jahren in Peru tätig, unterbrochen durch seine Tätigkeit als Generaloberer seines Ordens von 2001-2013. Nach seiner Bischofsweihe 2014 leitete er das Bistum Chiclayo im Norden Perus, von 2020 bis 2021 als Apostolischer Administrator auch die weiter südlich gelegene Diözese Callao. 2023 wurde Prevost zum Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für die Bischöfe und Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika ernannt. Im September 2023 nahm ihn Papst Franziskus in das Kardinalskollegium auf; am 8. Mai 2025 wurde Prevost zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an.

Äquatorialguinea ist eine ehemalige spanische Kolonie an der Westküste Afrikas. Es ist ein relativ kleines Land mit nur etwas mehr als 28.000 Quadratkilometern Fläche und ca. 1,4 Millionen Einwohnern. Zwar verfügt es über reiche Erdölvorkommen, so dass das Land nicht zu den ärmsten Ländern Afrikas zählt, aber von diesem Reichtum profitiert nur eine kleine Elite. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in bitterer Armut und leidet unter der galoppierenden Inflation.
Erfreulich ist, dass es viele Priesterberufungen gibt. Dabei verspricht das Priestertum den jungen Männern, die sich berufen fühlen, keinen Komfort oder Wohlstand. Im Gegenteil: Die meisten Priester haben weder elektrischen Strom noch fließendes Wasser. Um für ihren Lebensunterhalt aufzukommen, müssen sie zusätzlich in Schulen unterrichten. Da den Priestern in den meisten Pfarren kein Fahrzeug zur Verfügung steht, müssen viele von ihnen beschwerliche Fußwege durch den Dschungel auf sich nehmen, um ihre Außenstationen seelsorglich zu betreuen.

In der Stadt Bata wurde 1994 ein interdiözesanes Priesterseminar gegründet, wo sich junge Männer aus allen fünf Diözesen des Landes, aus den Ordensgemeinschaften und auch aus Nachbarländern während ihres Philosophie- bzw. Theologiestudiums darauf vorbereiten, eines Tages Priester zu werden. Die Zahl der Berufungen steigt von Jahr zu Jahr, und derzeit sind es 90 Seminaristen.
Der Rektor des Seminars, Pater Sebastian Mba Nguema Mokuy, hatte uns um Hilfe gebeten, da dringend ein Kleinbus benötigt wurde. Denn die Seminaristen müssen an den Wochenenden praktische pastorale Erfahrungen in verschiedenen Pfarren sammeln. Außerdem stehen im Rahmen der Ausbildung auch Exkursionen auf dem Programm, und die Seminaristen müssen zudem an kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen. Zudem ist ein Fahrzeug auch notwendig für den wöchentlichen Lebensmitteleinkauf des Seminars und für dringende Krankentransporte.
Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 26.000 Euro gespendet haben, konnte ein Kleinbus angeschafft werden. Der Rektor schreibt uns: „Ihre Hilfe hat sehr positive Auswirkungen auf uns alle und auch auf die künftigen Generationen. Dieses Fahrzeug ist das einzige Mittel, das uns zur Verfügung steht. Das gibt uns Grund zu großer Freude und Dankbarkeit“.
Rund um die Hauptstadt Port-au-Prince in Haiti haben bewaffnete Banden die Gewalt übernommen. Auch immer mehr kirchliche Einrichtungen geraten in ihr Visier, berichtete Spiritaner-Schwester Helena Queijo aus Jacmel im Südosten Haitis im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Katholische Schulen wurden von Banden überfallen, ebenso das kirchliche Krankenhaus sowie die Schule und das Wohnheim unseres Ordens in Port-au-Prince.“
Die Missionarinnen der Nächstenliebe, die von Mutter Teresa gegründete Gemeinschaft, hätten die von ihnen betreuten Kranken evakuieren und ihre Arbeit vorübergehend einstellen müssen. Ordensschwestern des Franz-von-Sales-Krankenhauses in der Hauptstadt seien gezwungen gewesen, ihre Ordenskleidung abzulegen, um sich so besser unter der Bevölkerung verstecken zu können, erklärte Schwester Helena, die sich gegenwärtig in Portugal aufhält.
Entführungen und Gewalt gegen kirchliche Mitarbeiter seien inzwischen ebenfalls an der Tagesordnung: „Die Bandenmitglieder machen keinen Unterschied: Sie entführen Ausländer, Priester, Ordensleute oder auch einfache Leute. Niemand ist sicher.“ Es gehe den Entführern darum, Lösegeld zu erpressen und so ihre Aktivitäten weiter zu finanzieren.

Schwester Helena erinnerte auch an die beiden Ordensfrauen Evanette Onezaire und Jeanne Voltaire, die Ende März bei einem Angriff bewaffneter Banden in Mirebalais etwa 50 Kilometer nordöstlich von Port-au-Prince zusammen mit weiteren Personen getötet wurden. „Das Leid der Menschen ist enorm. Wenn sie Glück haben, bleiben sie am Leben – aber sie müssen alles zurücklassen und sich oft für lange Zeit verstecken. Viele haben ihr Zuhause und ihr gesamtes Hab und Gut verloren.“
In der Gegend um Jacmel, wo die Lage noch vergleichsweise ruhig sei, nehme die Zahl der Binnenflüchtlinge weiter zu, berichtet Schwester Helena. Lebensmittel würden deshalb knapp; die Gegend sei ohnehin sehr arm. „Wenn es lange nicht regnet, leiden die Menschen Hunger und kommen deshalb in unser Kloster. Sie bitten um ein wenig Reis oder Bohnen. Wir lassen niemanden mit leeren Händen gehen, auch wenn wir selbst nur wenig haben.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Arbeit der Ordensschwestern und weitere Projekte in der Diözese Jacmel seit mehr als 30 Jahren. Da es in der Gegend häufig keinen Strom gibt, bauen Pfarreien und Klöster Solarmodule auf ihre Dächer, um Speisen für bedürftige Menschen zuzubereiten oder zu kühlen.
Was die zukünftige Entwicklung in Haiti angeht, ist Schwester Helena skeptisch: „Gewalt ist hier leider keine neue Erscheinung. Doch die Lage hat sich jetzt dramatisch verschärft.“

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre, schwere Naturkatastrophen haben das Land wiederholt getroffen. Seit über zehn Jahren befindet sich das Land in einer politischen Dauerkrise, die 2021 in der Ermordung des damaligen Präsidenten Jovenel Moïse gipfelte. Seither haben bewaffnete Banden immer mehr Oberhand gewonnen; die staatlichen Sicherheitsbehörden haben ihnen wenig entgegenzusetzen. Eine im Herbst 2024 gestartete UN-Unterstützungsmission unter Führung Kenias hat bislang wenig Erfolg gezeigt.
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31 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda hat sich die katholische Kirche in dem ostafrikanischen Land wieder stabilisiert. Das berichtete Bischof Papias Musengamana aus Byumba im Nordosten von Ruanda im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Während des Genozids wurden viele Priester ermordet. In meiner Diözese waren nur drei, vier übrig geblieben. Heute sind es mehr als 130 Priester! Die meisten von ihnen sind sehr jung.“
Die Versöhnung zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi sei immer noch eine große Herausforderung – auch für die Seelsorge. Bei den Massakern an der Minderheit der Tutsi ab 1994 kamen Schätzungen zufolge bis zu eine Million Menschen ums Leben.
Eine weitere Priorität gelte den Familien und den jungen Menschen in Ruanda. Diese seien wie auch in anderen Ländern zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt, betonte Bischof Musengamana: „Die Welt ist ein Dorf geworden. Der Einfluss durch Fernsehen, Internet und soziale Medien ist sehr stark. Es gibt viel mehr Individualismus und Materialismus. Die Familien stehen vor Herausforderungen, und die Kirche muss ihnen helfen.“ Er sehe mit Sorge, dass die Zahl der Scheidungen auch in den ländlichen Regionen zunehme. Die Familie sei oft der einzige Rückhalt für die Menschen.

Auch Jugendliche seien zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. „Viele Jugendliche gehen zwar in Ruanda noch in den Gottesdienst, aber auch hier werden es weniger.“ Gerade in den Sommermonaten seien viele junge Menschen ohne Schule und Arbeit. Sie lungerten herum, viele kämen in Berührung mit Drogen. Die katholische Kirche versuche, dieser Gefahr zum Beispiel mit Ferienfreizeiten entgegenzusteuern.. Dieser Kontakt zur Jugend sei enorm wichtig, betonte der Bischof: „Wenn wir die Jugendlichen verlieren, verlieren wir die Gesellschaft.“
Ein weiteres Augenmerk gilt den kirchlichen Berufen. Die katholische Kirche betreibe Schulen und Seminare, „dort entstehen viele Berufungen“, betonte Musengamana. Er bedankte sich, dass KIRCHEIN NOT die Priesterausbildung und den Betrieb katholischer Bildungseinrichtungen unterstützt. Auch den Katecheten, also katholischen Laien die Aufgaben in Gemeinden und Religionsunterricht übernehmen, komme eine große Bedeutung zu, sagte der Bischof: „Sie sind sehr engagiert und die ersten Verkündiger des Evangeliums im Land. Sie geben den Glauben auch an ihre Kinder weiter.“

Die Zahl der Katholiken Ruandas sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen und liegt bei knapp 40 Prozent der Bevölkerung. Sekten verzeichneten Zulauf. „Die Evangelisierung bleibt daher eine Priorität“, so Bischof Musengamana. „Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, damit das Evangelium noch besser Wurzeln schlagen kann.“
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Von den ca. 70.000 römisch-katholischen Gläubigen der Diözese sind nur noch rund 2.500 übriggeblieben. Die anderen sind entweder in die Zentral- oder die Westukraine geflüchtet oder ins Ausland gegangen. Bischof Pavlo Honcharuk erklärt, dass aus manchen Gemeinden 90 Prozent der Gläubigen weggegangen seien, und fügt hinzu: „Die Priester bleiben und betreuen die verbliebenen Gläubigen und diejenigen, die Gott suchen und in die Kirche kommen, um geistliche Unterstützung zu finden.“ Aber die Kollekten bleiben aus, während Energiekosten steigen und die laufenden Kosten weiterhin bezahlt werden müssen. Damit die Arbeit in den Pfarren weitergehen kann, hatte er uns um Hilfe für 25 Pfarren seiner Diözese gebeten. Unsere Wohltäter haben 40.000 gespendet.

Kapuzinerpater Jaroslav Fedirchuk berichtet aus Dnipro: „Die Lage in Dnipro ist immer noch sehr gefährlich. Wir hören ständig Luftabwehralarm. Wir leben Tag und Nacht unter Stress. Die geistlich-emotionale Anspannung liegt in der Luft. Die Zahl der Kriegsopfer steigt von Tag zu Tag, darunter sind auch Menschen mit tiefen Traumata. Wir möchten unsere lieben Wohltäter aber darüber informieren, dass wir trotz des anhaltenden Krieges auf unseren geistlichen Posten bleiben, ohne die Gläubigen im Stich zu lassen.
Wir dienen allen, die in Not sind. Wir feiern täglich die Eucharistie, nehmen Beichten ab, bereiten Erwachsene und Kinder, die neu in unsere Gemeinde kommen, auf die Erstbeichte und die Heilige Kommunion sowie auf die Taufe, die Firmung und das Sakrament der Ehe vor. Wir helfen überall, ohne Rücksicht auf die mögliche Gefahr eines Angriffs aus der Luft.“
Der Pfarrer der Gemeinde des heiligen Antonius in Nikopol berichtet: „Nikopol wird seit den ersten Monaten des Krieges fast täglich von schwerer Artillerie und in letzter Zeit auch von Drohnen beschossen. Viele Menschen haben die Stadt verlassen, während diejenigen, die geblieben sind, versuchen, ihr Leben an die täglichen Gefahren und Belastungen anzupassen. Manchen Menschen fällt es schwer, das Haus ihrer Familie zu verlassen, an dem sie so sehr hängen, und sie vertrauen Tag für Tag darauf, dass sie vom Unglück verschont bleiben, obwohl ihnen niemand diese Garantie geben kann. Die Menschen versuchen, möglichst normal zu leben, aber nicht alle erleben den nächsten Tag.

Uns tröstet die Tatsache, dass es inmitten der Dunkelheit des Bösen, die uns umgibt, Raum gibt, um Gott zu begegnen, indem wir sein Wort hören und die Heilige Kommunion empfangen, den Rosenkranz beten, die Leidenden trösten. Wenn wir Menschen sehen, die Hilfe brauchen, teilen wir mit ihnen, was wir haben. Es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wir glauben, dass es wichtig und notwendig ist. Wir danken allen unseren Brüdern und Schwestern für ihre Hilfe und ihre Freundlichkeit gegenüber den Menschen. Bitten wir den lieben Gott, dass diejenigen, die sich auf den Weg des Bösen begeben haben, zur Besinnung kommen. Möge der Herr uns allen ein Herz schenken, das bereit ist, Buße zu tun, denn Gott will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er Buße tut und leben kann.“
Bischof Honcharuk dankt uns im Namen aller 25 Pfarrgemeinden, die Hilfe erhalten haben, und schreibt: „Möge der gute Gott Sie segnen und die Heiligste Jungfrau Maria, die Königin des Friedens, möge den Frieden für die Ukraine und für die ganze Welt erbitten.”