
Nordkorea funktioniert als totalitäres Regime, das stark von einem Personenkult um die Kim-Dynastie beeinflusst ist, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs drei Generationen lang regiert. Die einzige anerkannte „Religion“ ist Juche, eine Ideologie marxistischer „Eigenständigkeit“, die vom Staatsgründer Kim Il-Sung geschaffen wurde.
Derzeit wird das Christentum als erhebliche Bedrohung für die Vorherrschaft des Staates und die Dominanz der Kim-Familie angesehen. Christen sind daher dazu gezwungen, im Verborgenen zu agieren. Die tatsächliche Zahl der Christen oder der Glaubenspraxis in Nordkorea zu ermitteln, ist äußerst schwierig. Sie machen jedoch schätzungsweise etwa 0,38 Prozent der Bevölkerung aus, was etwas über 98 000 Menschen entspräche.
Christen in Nordkorea sind extremer Verfolgung ausgesetzt. Jeder, der sich als Christ identifiziert oder Interesse am Christentum oder der Bibel zeigt, wird mit ziemlicher Sicherheit als Staatsfeind betrachtet.Nordkorea gilt weithin als das christenfeindlichste Land der Welt: Das Songbun-System des Landes kategorisiert die Bürger nach ihrer Loyalität zum Staat, und Gläubige werden automatisch als „feindlich“ eingestuft und schwerer Verfolgung ausgesetzt. Während es im ganzen Land umfassende Menschenrechtsverletzungen und religiöse Unterdrückung gibt, die alle Gesellschaftsschichten und Glaubensgruppen betreffen, sind Christen und Anhänger der schamanistischen Religion Mugyo laut dem US-Außenministerium besonders im Visier.
Wer beim Praktizieren des Christentums erwischt wird, kann in Arbeitslager geschickt werden, wo er Hunger und Folter erleiden muss. Die Regierung erzwingt strikte Loyalität, verlangt von den Bürgern, als Informanten zu fungieren, und indoktriniert Kinder, ihre Eltern zu verraten. Daher müssen Christen in Nordkorea in ihren Äußerungen und Handlungen äußerst diskret sein. Wenn ein Christ festgenommen wird, wird seine gesamte Familie bestraft.
Laut dem 2023 vom US-Außenministerium veröffentlichten Bericht über internationale Religionsfreiheit sitzen schätzungsweise 50 000 bis 70 000 Nordkoreaner in Gefangenenlagern, nur weil sie Christen sind.

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