
Die Angriffe auf Christen im Bezirk Jaranwala in der Provinz Punjab im August 2023, bei denen mehr als 25 Kirchen in Brand gesteckt wurden,188 haben die Sorge vor einer zunehmenden Verfolgung geweckt. Untersuchungen haben ergeben, dass „Terroranschläge auf religiöse Minderheiten und Gotteshäuser im Jahr 2023 deutlich zugenommen haben“. Christen wurden wiederholt schikaniert, falsch beschuldigt und vor Gericht sowie in Schulen und am Arbeitsplatz diskriminiert. Berichte deuteten auf einen „Anstieg von Entführungen, Zwangsverheiratungen und Konversionen minderjähriger Mädchen und junger Frauen“ aus christlichen und anderen religiösen Minderheiten hin.
Im August 2023 verabschiedete der pakistanische Senat einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Strafen für abfällige Bemerkungen über verehrte Persönlichkeiten, die dem Propheten des Islam nahestanden. Angesichts des weit verbreiteten Missbrauchs der Anti-Blasphemiegesetze gab dieser Gesetzesentwurf besonderen Anlass zur Sorge. Im März 2023 ergaben Untersuchungen, dass zwischen 1987 und 2022 insgesamt 2120 Personen wegen Blasphemie angeklagt wurden, wobei es in diesem Zeitraum zu einem zunehmenden Missbrauch der entsprechenden Gesetze kam. Mehr als die Hälfte der Fälle betrafen Minderheiten, obwohl diese nur 1,9 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Im Januar 2024 hob die Bundesregierung die Pflicht für nicht muslimische Studierende auf, den Islam zu studieren. Der Lehrplan für Religionsunterricht 2023 ermöglichte es Minderheiten, „sich tiefer mit Themen und Inhalten zu befassen, die mit ihrer Religion in Zusammenhang stehen“. Menschenrechtsbeobachter stellten jedoch fest, dass „religiöse Inhalte gegen Minderheiten“ in Lehrplänen und Schulbüchern zunahmen, was „eine Reihe von dauerhaften und neuen Herausforderungen … im Bildungssystem“ mit sich bringt.
Als „Ärmste der Armen“ sind Christen besonders anfällig für Verfolgung. Christen, die als Leibeigene beschrieben werden, machen 20 Prozent der Ziegelbrennereiarbeiter aus, an manchen Orten sogar bis zu 80 Prozent. Viele von ihnen sind in Lebensgefahr, da ihnen Schutzausrüstung fehlt.

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