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Am Morgen des 2. April 2015 (Gründonnerstag) stürmten bewaffnete Dschihadisten den Campus der Universität von Garissa in Kenia. Ein Zeuge berichtete, dass sie auf jeden schossen, dem sie begegneten – außer auf muslimische Glaubensgenossen. Mindestens 148 christliche Studenten wurden bei dem Überfall getötet, 70 weitere verletzt.

Die Terroristen der Gruppe Al-Shabaab bekannten sich später zu dem Angriff. Sie sagten, sie hätten die christlichen Opfer sorgfältig ausgewählt.

Die Universität in Garissa liegt 145 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt in einem überwiegend muslimischen Gebiet. Seit vielen Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Al-Shabaab die Menschen in Somalia und in den Nachbarländern.

Die mangelnde Sicherheit auf dem Campus war bereits vor dem Überfall bekannt. Schon im November 2014 hatten Studenten demonstriert und auf die Defizite aufmerksam gemacht. KIRCHE IN NOT unterstützt in vielen Gegenden den Bau von Sicherungsmaßnahmen für kirchliche Grundstücke. Dazu zählen zum Beispiel auch Mauern oder andere Befestigungen für Schwesternkonvente, um die Ordensfrauen vor Eindringlingen zu schützen.

Am Morgen des 2. April 2015 (Gründonnerstag) stürmten bewaffnete Dschihadisten den Campus der Universität von Garissa in Kenia. Ein Zeuge berichtete, dass sie auf jeden schossen, dem sie begegneten – außer auf muslimische Glaubensgenossen. Mindestens 148 christliche Studenten wurden bei dem Überfall getötet, 70 weitere verletzt.

Die Terroristen der Gruppe Al-Shabaab bekannten sich später zu dem Angriff. Sie sagten, sie hätten die christlichen Opfer sorgfältig ausgewählt. Die Universität in Garissa liegt 145 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt in einem überwiegend muslimischen Gebiet. Seit vielen Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Al-Shabaab die Menschen in Somalia und in den Nachbarländern.

Die mangelnde Sicherheit auf dem Campus war bereits vor dem Überfall bekannt. Schon im November 2014 hatten Studenten demonstriert und auf die Defizite aufmerksam gemacht. KIRCHE IN NOT unterstützt in vielen Gegenden den Bau von Sicherungsmaßnahmen für kirchliche Grundstücke. Dazu zählen zum Beispiel auch Mauern oder andere Befestigungen für Schwesternkonvente, um die Ordensfrauen vor Eindringlingen zu schützen.

Ein Beispiel aus Pakistan … mehr dazu.

Das YOUCAT-Buch ist der Katechismus der Katholischen Kirche für Jugendliche und junge Erwachsene. Die wichtigsten Glaubensinhalte werden kurz und leicht verständlich im Frage-Antwort-Stil zusammengefasst. Illustrationen machen das Buch, das mittlerweile in 58 Sprachen erschienen ist, noch attraktiver.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen. Ende 2019 war die Übersetzung endlich fertig. Die Freude war groß, aber dann kam die Pandemie, die alles schwieriger machte. Die Schwestern hatten große Pläne gehabt: Sie wollten Schulen besuchen, um Schülern, Lehrern und Eltern das Buch vorzustellen. Jugendtreffen waren geplant und auch zahlreiche Initiativen im Rahmen der Jugendpastoral der Diözesen. Aber das Coronavirus blockierte diese Aktivitäten leider. Sobald es die Situation zulässt, machen die Schwestern weiter mit ihrem Engagement.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen.

Trotz dieser Hindernisse freuen sich aber bereits viele junge Leute über das Buch.  Besonders nützlich ist es für die Gefängnisseelsorge. Schwester Olga Massango von den Paulusschwestern schreibt: „Bruder Linus und Bruder Paul waren sehr froh und finden diese Bücher sehr hilfreich für unsere Schwestern und Brüder im Gefängnis. Wir sind KIRCHE IN NOT dankbar dafür, dass Sie uns geholfen haben, unsere Brüder und Schwestern zu erreichen, die die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit am nötigsten brauchen. Bitte seien Sie gewiss, dass wir für Sie und alle Wohltäter beten, besonders in dieser Zeit, in der Covid weiterhin Angst und Unsicherheit in der heutigen Welt verbreitet.“

Dank Ihrer Hilfe konnten wir mit 13.800 Euro den Druck von 6.000 Exemplaren finanzieren.

60 Jahre ist es her, dass 17 Staaten Afrikas ihre Unabhängigkeit erlangten – darunter Kamerun, Somalia, die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik und Nigeria. Das Jahr 1960 wird darum auch als „Afrikanisches Jahr“ bezeichnet – die europäische Kolonialherrschaft auf dem Kontinent ging nach und nach zu Ende.

In die Freude über Selbstbestimmung und Eigenstaatlichkeit mischt sich Nachdenklichkeit: Nach wie vor befinden sich viele Länder Afrikas in tiefer Krise. Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT blickt mit Professor Apollinaire Cibaka Cikongo auf 60 Jahre Unabhängigkeit zurück. Der Priester lehrt an der Universität von Mbuji-Mayi im Süden der Demokratischen Republik Kongo und hat unter anderem zahlreiche Werke zu gesellschaftspolitischen Themen verfasst.

Eine Ordensschwester in Ruanda versorgt eine ältere Frau. © KIRCHE IN NOT

 KIN: Herr Professor Cikongo, Sie haben kürzlich gesagt, dass seit dem „Afrikanischen Jahr“ 60 Jahre des Scheiterns vergangenen sind, die Afrika zum Kontinent der Gewalt gemacht haben. Ist diese Analyse nicht zu hart?

Appolinaire Cibaka Cikongo: Es ist die Wahrheit. Die gegenwärtige Gestalt Afrikas südlich der Sahara ist nicht das Ergebnis einer positiven Dynamik, sondern einer Dynamik der Gewalt. Sie wurde durch die westliche Eroberung hervorgerufen: Sklavenhandel, Kolonialisierung, Diktaturen und Schein-Demokratien. Subsahara-Afrika ist ein geopolitisches Gebilde, das auf Gewalt aufbaut, Gewalt erleidet und von Gewalt lebt.

Die Gewalt zeigt ihr grausamstes Antlitz in den kriegerischen Auseinandersetzungen. Sie haben die vergangenen 60 Jahre geprägt und dauern immer noch an. Warum?

Es gibt viele Faktoren, die zum Ausbruch dieser Kriege geführt haben; ich möchte drei hervorheben: Erstens die Konflikte, die durch eine „gescheiterte Koexistenz“ aufgrund künstlicher geopolitischer Entscheidungen verursacht werden. Zweitens die Kriege, die durch Gier und Wirtschaftsinteressen einiger indigener Gruppen und internationaler Mächte verursacht werden. Und drittens die Religionskriege, durch die Völker gewaltsam bekehrt werden sollen und die sich gegenwärtig in einem gewalttätigen, blinden und grundlosen islamistischen Terrorismus zeigen.

In manchen Staaten gibt es ohne die Kirche keine Hoffnung und keine Zukunft. Das zeigt sich in vielen Bereichen, besonders in der Bildung und der Gesundheitsvorsorge.

Sie haben von Gier gesprochen. Zahlreiche afrikanische Länder verfügen über große natürliche Ressourcen. Doch die Menschen leiden dort paradoxerweise umso mehr unter Armut und Verwahrlosung. Was sind die Gründe dafür, warum sich daran auch nach 60 Jahren Unabhängigkeit nichts geändert hat?

Unsere Wirtschaft beruht auf den Interessen der Großmächte, die uns unterjocht haben – aber auch auf den Interessen der „neuen“ Mächte, die aus Asien kommen. Noch heute profitieren diese Mächte aufgrund der ungerechten Gesetze einer grausamen Marktwirtschaft mehr von den vorhandenen Ressourcen als die eigentlichen Eigentümer. Darüber hinaus war die afrikanische Wirtschaft nicht in der Lage, sich zu entwickeln oder zu diversifizieren. Sie geht nicht über Gewinnung und den Verkauf von Rohstoffen hinaus.

Später kaufen wir die aus den Rohstoffen hergestellten Waren auf den vom Ausland dominierten Märkten zu einem hohen Preis zurück. Es gibt aber auch eine „Wirtschaft der Verschwendung und des Diebstahls“ in den afrikanischen Ländern selbst: Das Wenige, das im Land bleibt, wird nicht zum Wohler aller Bürger eingesetzt, sondern für die Interessen und Launen der Mächtigen.

Einige afrikanische Projektpartner von KIRCHE IN NOT beklagen eine anhaltende „soziale Unterwerfung“, was Lebensart und Kultur angeht. Es gibt Berichte, wonach internationale Organisationen als Voraussetzung für Hilfen Bedingungen stellen, die Auswirkungen auf Weltanschauung und Lebensbild der Afrikaner haben. Stimmt das?

Es handelt sich um eine kulturelle Gewalt von Seiten fremder Staaten und Interessensgruppen. Sie verleugnen die tief verwurzelten afrikanischen Werte, um uns fremde Sitten und Gebräuche aufzuzwingen, die oft im Widerspruch zum Naturrecht stehen. Dies geschieht vor allem im Hinblick auf das Leben und die Familie. Es gibt einen starken wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Druck. Es handelt sich auch um eine „anthropologische Gewalt“: Sie nimmt uns das Recht auf Entscheidungsfreiheit. Ich denke, das ist das Hauptvermächtnis des Sklavenhandels, der Afrika in eine Hölle verwandelt hat.

Wie würden Sie die Rolle der katholischen Kirche Afrikas in den vergangenen 60 Jahren bezeichnen?

Die Kirche ist die am besten funktionierende Institution. In vielen Ländern, zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, ist die Kirche ein Art „Ersatz-Staat“, ohne den es kein Leben, keine Hoffnung, keine Zukunft gibt. Das zeigt sich in vielen Bereichen, besonders in der Bildung und der Gesundheitsvorsorge. So leitet die Kirche etwa die Hälfte der Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Unter ihnen befinden sich die besten Einrichtungen des Landes, aber auch die einzigen in den Dörfern, die vom Staat oft vollkommen vergessen sind.

Begräbnis in einem abgelegenen afrikanischen Dorf in Kenia.

Mit welchen Schwierigkeiten hat die afrikanische Kirche derzeit zu kämpfen?

Die katholische Kirche leistet ihre pastorale und soziale Arbeit trotz Zerbrechlichkeit von innen und Feindschaft von außen. Wir leiden unter innerer Zerbrechlichkeit, weil viele Gläubige ihre Berufung in der Welt kaum leben. Das gesamte soziale Engagement ruht auf den Schulten der einzelnen Bischöfe und der Bischofskonferenzen. Darüber hinaus mangelt es am Geld; wir sind von der Großzügigkeit aus dem Ausland abhängig. Schließlich leben wir in einem Klima starker religiöser Konkurrenz, es gibt viele evangelikale Sekten. Außerdem sind unsere Mitgliederzahlen rückläufig, weil es uns nicht gelungen ist, unsere apostolische Tätigkeit zu erneuern.

Sie haben auch eine Feindseligkeit von außen genannt. Worin besteht die?

Aufgrund ihres sozialen Engagements bedroht die Kirche viele Interessen. Deshalb ist es für viele Menschen ein Ziel, den Einfluss der Kirche zu verringern. Wir sind eine unbequeme Kirche, die von einigen Staaten gehasst oder sogar verfolgt wird. Einige Menschen oder Gruppen versuchen, jede kritische Äußerung mit Gewalt und Einschüchterung zum Schweigen zu bringen.

Weitere Methoden, die Kirche zu schwächen, bestehen darin, die Christen zu spalten oder die Korruption in der „religiösen Welt“ durch Schaffung neuer christlicher Kirchen zu fördern, von denen viele reine Geschäftsbetriebe sind. In der Demokratischen Republik Kongo hat der Staat in den letzten 30 Jahren rund 17 0000 christlichen Gemeinschaften Rechtsstatus gewährt. Das bedeutet, dass im Schnitt alle zwei Tage drei neue „Kirchen“ entstehen.

Sie zeichnen ein düsteres Bild. Was können wir tun, um nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung zu sein?

Nur eine Kirche, die Christus und dem Evangelium treu ist, kann aus der Kontemplation, der Demut, der Vorbildlichkeit und dem Engagement aller ihrer Mitglieder ihre Sendung erfüllen. Dies ist das einzige, was Christus von ihr verlangt, damit sie Tempel und Werkzeug seiner Liebe und Gnade ist.

Um die Arbeit der katholischen Kirche Afrikas weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Afrika

Weil es im Nordosten Kenias immer wieder zu Übergriffen durch die radikal-islamische Terrororganisation Al-Shabaab auf mehrheitlich christliche Lehrer kommt, haben mehr als 2.300 von ihnen die Region seit Anfang des Jahres verlassen. Das meldet der deutsche Zweig von Open Doors. Auch christliche Geschäftsleute und Mitarbeiter von Behörden seien aufgrund der anhaltend gefährlichen Situation gegangen. „Da bereits zuvor Lehrermangel herrschte, sind weitere Schulschließungen und ein deutliches Absinken des Bildungsniveaus zu befürchten.“ Das wiederum mache Jugendliche anfälliger für extremistische Tendenzen, zumal die Al-Shabaab-Miliz eifrig um junge Anhänger werbe. Bereits Ende 2014 sei es zu einer ähnlichen Abwanderung christlicher Fachkräfte gekommen, nachdem innerhalb von zwei Wochen 64 Christen in der Region ermordet wurden. In der nachfolgenden Versorgungskrise hätten allein im Bezirk Mandera 20 Krankenhäuser schließen müssen. Al-Shabaab versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al Kaida und verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das ostafrikanische Land 2011 Truppen nach Somalia schickte, um Islamisten zu bekämpfen.

Al-Shabaab fordert Christen auf, den Nordosten zu verlassen

Erst Anfang März hatte die Terrorgruppe Christen dazu aufgefordert, die in Nordost-Kenia gelegenen Bezirke Garissa, Wajir und Mandera zu verlassen, und ihnen andernfalls mit Vertreibung gedroht. In einem im Internet veröffentlichten Audioclip begründete Al-Shabaab-Sprecher Scheich Ali Dhere die Forderung damit, „einheimischen Muslimen die Möglichkeit zu geben, alle lokalen Arbeitsplätze zu bekommen“. So seien etwa muslimische Lehrer, Ärzte, Ingenieure und junge Hochschulabsolventen aus der nordöstlichen Provinz derzeit arbeitslos. „Ist es nicht besser, ihnen eine Chance zu geben? Die Anwesenheit von Ungläubigen ist nicht notwendig“, so Dhere. In Kenia sind 83 Prozent der 48 Millionen Einwohner Kirchenmitglieder und elf Prozent Muslime. (Quelle: idea, Open Doors, Bild: TUBS/wikipedia)

Die Leiche des am 8. Oktober entführten Michael Maingi Kyengo, der als stellvertretender Pfarrer in Thatha in der Machakos-Diözese tätig war wurde in einem Grab in der Nähe des Ufers des Mashamba-Flusses bei Makima im Landkreis Embu aufgefunden. Der 43jährige Seelsorger war zuletzt am 8. Oktober gesehen lebend gesehen worden. Am 11. Oktober meldeten die Angehörigen das Verschwinden der Polizei. Den Ermittlern gelang es, einen Verdächtigen festzunehmen, der im Besitz des Handys, des Autos und der Kreditkarte des vermissten Priesters war. Als sich in die Enge getrieben sah, führte er die Polizei zu dem Ort, an dem die Leiche von P. Kyengo vergraben war. Der Täter soll den Priester erwürgt und ihm dann die Kehle durchgeschnitten haben. Der 25jährige Michael Muthini Mutunga soll Komplizen gehabt haben, nach denen derzeit gesucht wird. P. Kyengo wurde 2012 zum Priester geweiht und war seither in der Gemeinde Thatha tätig. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Drei weitere wurden verletzt – Täter sind islamische Terroristen aus Somalia. In der kenianischen Grenzregion zu Somalia haben somalische radikalislamische Terroristen bei einem Überfall auf eine Schule in Mandera zwei christliche Lehrer getötet. Drei weitere wurden verletzt. Das meldete das christliche Hilfswerk International Christian Concern (ICC) und forderte eine bessere Absicherung der Grenze zu Somalia. Bei den Opfern soll es sich um Johnstone Okumu und Simon Wekesa handeln. Beide stammen selbst nicht aus der Region. Der Überfall habe am 10. Oktober um ein Uhr nachts stattgefunden. Dabei sei das Haus, in dem die Lehrer wohnten, in die Luft gesprengt worden. Der Polizeichef Manderas stufte den Überfall gegenüber ICC als Terrorangriff ein. Immer wieder kommt es nach Angaben des Hilfswerks zu Überfällen durch radikalislamische Gruppierungen auf zugezogene Lehrer in dieser Region, weil diese mehrheitlich Christen seien. Ein ortsansässiger Pädagoge bedauerte gegenüber ICC, dass unschuldige Lehrer, die Hoffnung und Bildung in die nordöstliche Region brächten, nur wegen ihres Glaubens abgeschlachtet würden. Der Lehrer Esita Katunge kritisierte die Regierung. Sie habe versprochen, Lehrer zu beschützen, aber bis jetzt habe sich die Sicherheit nicht verbessert. Ein in Mandera lebender Pastor berichtete ICC: „Wir verlieren in Mandera sehr viele Christen. Erst letzten Monat starben fünf durch Terroranschläge, nun diese beiden Lehrer.“ Am 16. Februar waren drei Lehrer einer in der Region gelegenen Grundschule auf ähnliche Weise getötet worden. 2014 hatte die somalische Al-Shabaab-Miliz einen Bus in Mandera überfallen und 28 Christen ermordet – laut ICC waren sie ebenfalls Lehrer. Ob die Miliz auch hinter der jetzigen Tat steckt, ist bislang unbekannt. Die Gruppe versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al Kaida und verübt seit Jahren immer wieder Anschläge in Kenia, weil das ostafrikanische Land 2011 Truppen nach Somalia zur Bekämpfung der Islamisten geschickt hatte. Rund 83 Prozent der 48 Millionen Einwohner Kenias sind Kirchenmitglieder und elf Prozent Muslime. (Quelle: idea, Bild: TUBS/wikipedia)

Muslimische Schüler einer Sekundar-Schule haben Christen, die sich weigerten, zum Islam überzutreten, geschlagen und mit Messern angegriffen. Seit Wochen waren die Spannungen angewachsen in der Jamhuri High School im Norden Nairobis. Es waren hauptsächlich Muslime somalischer Abstammung und mit ethnischen Wurzeln der Borana und Oromo aus Äthiopien , die sich als erste über Diskriminierung beschwert hatten.

Wegen der ständig zunehmenden Feinseligkeiten hatte die Schulleitung des Internats Muslimen und Christen separate Bäder und Toiletten zugeteilt, sowie die Bibliothek in zwei Abschnitte geteilt. Ende Januar erreichten die Spannungen dann ihren Höhepunkt, als Muslime in aufrührerischer Tonart zu reden begannen und christliche Mitschüler zwangen, die islamische Schahada aufzusagen (islamisches Glaubens-bekenntnis, Anm. d. Redaktion) und an islamischen Reinigungsritualen teilzunehmen.

„Einige der muslimischen Schüler zwangen christliche Klassenkameraden gewaltsam, ihrer Religion beizutreten. Diejenigen, die sich weigerten, wurden mit Messern verletzt und es wurde auf sie eingestochen. Andere wurden brutal geschlagen“, erzählt ein Augenzeuge. „Die Messer und Macheten sollen angeblich von außerhalb der Schule eingeschmuggelt worden sein.“

Mindestens 35 der 1.500 Schüler wurden verletzt. Darunter sind auch einige der Muslime, denn die christlichen Schüler versuchten, sich zu verteidigen. Einige der Christen wurden in Krankenhäusern behandelt, haupsächlich wegen Stichwunden und ausgerenkten Knochen in Händen und Gelenken. Auch der Schulleiter Fred Awuor wurde bei dem Vorfall verletzt und im Krankenhaus behandelt.

Die Polizei untersucht die Vorfälle und die Schule wurde bis auf Weiteres geschlossen. (Quelle: Morning Star News)

Al-Shabaab-Anhänger töten vier Christen in Ostkenia. Am vergangenen Freitag, dem 18. August, kam es in der ostkenianischen Küstenprovinz Lamu zu einem tödlichen Überfall auf Christen. Die vier Männer hatten sich geweigert, das islamische Glaubensbekenntnis (Schahada) zu rezitieren. Eine Ehefrau musste die grausame Tat miterleben und ist schwer traumatisiert.

Bekehrung zum Islam gefordert

Gegen 9 Uhr abends trafen bewaffnete Anhänger von Al Shabaab in der Stadt Kasala Kairu ein und teilten sich in Gruppen auf. Eine Gruppe ging direkt zum Haus von Changawa Muthemba und schleifte ihn zu dem nahegelegenen Haus seines Schwagers Joseph Kasena. Dort hielt sich zu dem Zeitpunkt auch der 17-jährige Kadenge Katana auf, Sohn eines Nachbarn. Die Angreifer bedrohten die Männer mit Macheten und wollten sie zwingen, die Schahada zu rezitieren und sich damit zum Islam zu bekehren. Als die drei sich weigerten, wollten die Al-Shabaab-Anhänger sie fesseln. Dabei kam es zum Handgemenge, bei dem die Christen mit Macheten umgebracht wurden. Im Anschluss an die Bluttat drangen die Mörder in ein benachbartes Haus ein und töteten den dort wohnenden, älteren Bruder Josephs, den geistig behinderten Charo Karisa.

Josephs Frau Caroline Riziki wurde Augenzeugin der Tat und ist schwer traumatisiert. Ihre 17-jährige Tochter war an dem Abend nicht zu Hause. Die Familie von Kadenge Katana ist durch den Verlust ihres Sohnes zutiefst erschüttert. Über Carolines Schwester, die Witwe des ermordeten Changawa Muthemba, liegen bislang keine Informationen vor.

„Al Shabaab wusste, dass sie Christen sind“

Ein lokaler Kontakt von Open Doors erklärte zum Hintergrund der Tat, dass Al Shabaab und ihre Sympathisanten tief in der lokalen Gesellschaft verwurzelt seien. Somalische Viehhirten lassen ihre Herden immer wieder gezielt auf dem Land einheimischer Bauern weiden, so dass es zwischen den beiden Gruppen regelmäßig zu Spannungen kommt. Ein solcher Vorfall hatte sich auch am Tag des Überfalls ereignet, doch die Kontaktperson betonte: „Das war nicht Grund für den Angriff, es war höchstens ein willkommener Anlass. Al Shabaab wusste, dass diese Männer Christen sind und Joseph ein Gemeindeältester. Bitte betet für uns und mit uns“, so sein eindringlicher Appell an die Christen in aller Welt. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS)

Die Terrormiliz Al-Shabaab tötete bei einem Anschlag 14 Wanderarbeiter. Die von Somalia aus operierende islamistische Al-Shabaab-Bewegung verstärkt im Nordosten Kenias ihren Terror gegen Christen. Kämpfer der Organisation haben dort am 7. Juli 14 kenianische Grubenarbeiter – mehrheitlich Christen – getötet und zwölf verletzt. Nach Angaben der größten kenianischen Tageszeitung „Daily Nation“ (Nairobi) ereignete sich der Angriff auf die Unterkunft der Wanderarbeiter gegen 1 Uhr nachts. Die Attentäter stürmten das Gelände und eröffneten das Feuer. Ein Sprecher der Bewegung gab an, dass sie bei dem Massaker in der Stadt Mandera nahe der Grenze zu Somalia gezielt Christen umbringen wollte. Als zehn Minuten nach Beginn der Schüsse die Polizei eintraf, flüchteten die Täter Richtung somalische Grenze.

Katholischer Bischof: Region könnte zu Kalifat erklärt werden

„Das Ziel von Al-Shabaab ist es, den Norden Kenias, der mehrheitlich von somalischstämmigen Kenianern bewohnt wird, von den Nichtmuslimen und Nichtsomalis zu befreien“, sagte der katholische Bischof von Garissa, Joseph Alessandro, der katholischen Nachrichtenagentur Fides. Er befürchtet, dass Al-Shabaab, falls die ethnischen und religiösen Säuberungen erfolgreich sein sollten, diese Gebiete zu „islamischem Land“ erklären und dort möglicherweise ein Kalifat errichten könnte. Am 2. April hatte Al-Shabaab sechs Schlafsäle der Universität von Garissa in Zentralkenia gestürmt und die Studenten gefragt, wer von ihnen Christ sei. Wer sich dazu bekannte, wurde erschossen. 148 Studenten – 142 von ihnen Christen – kamen bei dem Massaker ums Leben. (Quelle: idea)

Nach dem Massaker an 148 Christen in der Universität in der nordkenianischen Stadt Garissa hat Kardinal John Njue, Erzbischof von Nairobi zu nationalem Zusammenhalt aufgerufen. Das geht aus einer Solidaritätserklärung hervor, die Kardinal Njue am Mittwoch, dem 8. April in der Leichenhalle Chiromo in Nairobi verlas, wohin die Leichname der Opfer gebracht worden waren. In seiner Ansprache, die Kirche in Not vorliegt, bezeichnet es Kardinal Njue als „äußerst betrüblich, dass viele junge Kenianer radikalisiert und angestachelt wurden, Terror-Akte gegen die eigenen Mitbürger zu begehen.“ Er nahm damit Bezug auf Medienberichte, denen zufolge fünf Kenianer unter den Verdächtigen sind, die nach dem Anschlag festgenommen wurden. Sie sollen die Angreifer mit Waffen versorgt haben. Einer der vier von der Polizei getöteten Terroristen wurde den Berichten zufolge als Sohn eines Distriktchefs im Nordosten Kenias identifiziert. Kardinal John Njue weiter: „Die religiösen Führer sollen aufhören, Hass gegen Menschen zu schüren, die nicht ihrer Religion und Glaubensrichtung angehören und stattdessen anerkennen, dass jeder an ein höheres Wesen glaubt. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben und Glaubensfreiheit und deshalb darf niemand als nicht-gläubig bezeichnet werden.“

Er forderte die Regierung auf, für die Sicherheit von „allen Menschen in allen Teilen des Landes“ zu sorgen, rief aber auch alle Kenianer auf, wachsam zu sein und Informationen über verdächtige Personen in ihrer unmittelbaren Umgebung weiterzuleiten. Kardinal Njue: „Es ist bedauerlich, dass einige Terroristen unter uns leben und wir sie nicht den zuständigen Behörden melden.“

Die islamistische Terrormiliz Al Shabaab hat am Gründonnerstag 148 Studierende und Mitarbeiter der Universität von Garissa im Norden Kenias getötet und 80 weitere verletzt. Berichten von Augenzeugen zufolge sonderten die Terroristen gezielt christliche Studenten als Opfer aus. Das grausame Attentat auf christliche Studenten ist schon der dritte Terroranschlag von Al-Shabaab auf Christen in Kenia in den vergangenen Monaten. Im Dezember 2014 wüteten Al-Shabaab Milizen in einem Steinbruch in Kormey im Norden von Kenia. Dort trennten sie muslimische Arbeiter von den übrigen und ermordeten 36 Menschen, vor allem Christen. Einen Monat davor entführten sie einen Bus in der gleichen Region und töteten 28 Nicht-Muslime, die sie vorher aussortiert hatten – viele dieser Männer und Frauen waren Christen. 

Angesichts dieser Häufung von Terroranschlägen hat John Kardinal Njue am Mittwoch vor den sterblichen Überresten der Opfer die kenianische Regierung und die Sicherheitsbehörden aufgefordert, Notfallstrategien für Schulen und Universitäten zu entwickeln. „Wir müssen uns fragen: Wie gut sind wir auf Terrorakte vorbereitet?“ 

Die Lage in Garissa ist nach Aussagen des Bischofs-Koadjutors der Diözese von Garissa, Joseph Alessandro (O.F.M. Cap.) nach dem Anschlag am Gründonnerstag „sehr angespannt.“ Seinen Angaben zufolge trauten sich nur wenige Menschen auf die Straßen. Die Sicherheitsvorkehrungen vor der Bischofsresidenz und den Kirchen seien hoch. Nach dem Massaker in den Morgenstunden des Gründonnerstags seien in Garissa die Gründonnerstagsliturgien abgesagt worden. Bischof Alessandro berichtete, dass die Priester an Karfreitag und Karsamstag in Garissa mit einigen wenigen Gläubigen Gottesdienste gefeiert haben. Am Sonntag sei die Kathedrale von Garissa wieder voll gewesen, die Menschen „haben ihre Ängste überwunden“, so der Bischofs-Koadjutor.

Bischof Alessandro verwies auf die guten Beziehungen zwischen christlichen und muslimischen Geistlichen in Garissa. „Am Karsamstagmorgen kam der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Kenia zusammen mit einem Imam zu uns um seine Solidarität mit uns zu zeigen.“ Laut Bischof Alessandro gibt es einige Dialog-Initiativen zwischen den Religionen in Kenia. So seien katholische Schulen offen für muslimische Kinder und die von der Kirche angebotene humanitäre Hilfe kann jeder in Anspruch nehmen.

In der Republik Kenia ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur halb so viele Einwohner. Davon sind 85 Prozent Christen und nur zehn Prozent Muslime. Eine Ausnahme bildet der Osten Kenias, wo Garissa liegt. In dieser Region, die an Somalia grenzt, leben mehrheitlich Muslime. In Somalia stellen die Muslime 99,8 Prozent der Bevölkerung. Von dort aus planen die Anhänger der Al-Shabaab-Miliz, einer islamistischen militanten Bewegung, die Al Qaida nahesteht, ihre Terroranschläge.

„Kirche in Not“ hat die Arbeit der katholischen Kirche in Kenia in den insgesamt 20 Diözesen im Jahr 2014 mit 900.000 Euros unterstützt. Die Hilfsgelder flossen in kirchliche Bauprojekte in Kenia, in Mess-Stipendien und andere Existenzhilfen für Priester und Ordensleute sowie in die Ausbildung von Seelsorgern und die Anschaffung von Fahrzeugen für die Seelsorge in dem ostafrikanischen Land. (Foto: Waumini Communications – Kenya Conference of Catholic Bishops (KCCB))

Die somalische Terrormiliz Al Shabaab (Die Jugend) hat bei einem Überfall auf eine Universität im Nordosten Kenias gezielt Christen umgebracht. Die radikal-islamischen Kämpfer stürmten am Morgen des 2. April die sechs Schlafsäle der Universität von Garissa und fragten, wer Christ sei. Wer sich dazu bekannte, sei sofort erschossen worden, berichtete der stellvertretende Vorsitzende der dortigen Studentenvereinigung, Collins Wetangula. Er hatte sich mit drei Studenten in einem Zimmer verbarrikadiert. Nach ersten Berichten wurden 147 Personen getötet – darunter zwei Polizisten – und 79 verletzt. 587 Studenten wurden durch kenianische Sicherheitskräfte gerettet. Augenzeugen berichteten von stundenlangen Schusswechseln und Detonationen. Al Shabaab bekannte sich zu dem Überfall. Ein Sprecher sagte, man habe Studenten als Geiseln genommen und die Muslime wieder freigelassen. An der Universität studieren knapp 900 Frauen und Männer.

Ziel: Das Land von Christen „säubern“

Die schätzungsweise 7.000 Kämpfer zählende Miliz, die zum Terrornetzwerk El Kaida gehört, will Somalia von Christen „säubern“ und verübt auch Anschläge in ostafrikanischen Ländern wie Kenia. Unter anderem überfiel sie am 21. September 2013 ein Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi; dabei wurden 67 Menschen getötet und 175 verletzt. Kenia hat Truppen zur Bekämpfung von Al Shabaab ins Nachbarland Somalia entsandt. Von den etwa 44 Millionen Einwohnern Kenias sind 83 Prozent Christen, acht Prozent Muslime und sieben Prozent Anhänger von Naturreligionen. Der Rest gehört anderen Religionen an. Von den 10,5 Millionen Einwohnern Somalias sind 99,7 Prozent Muslime und 0,3 Prozent Christen, die sich im Untergrund versammeln. (Quelle: idea, Bild: TUBS)