Malawi Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Österreichisches Spendegütesiegel Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!
Malawi

Malawi

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 4 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Vielerorts in Afrika ist die Kirche mit der Herausforderung konfrontiert, dass große Entfernungen und schlechte Straßenverhältnisse die Seelsorge schwierig machen. Zugleich haben die Gläubigen aber große Sehnsucht nach Gott und der Frohen Botschaft.

Auch in der Diözese Karonga im Norden Malawis ist es so. Daher ist der katholische Radiosender Tuntufye FM ein wichtiges Instrument, um die Gläubigen auch in den abgelegenen Dörfern täglich zu erreichen. Evangelisierung ist das wichtigste Ziel des Senders. Zugleich leistet er aber auch Entwicklungshilfe durch praktische Hinweise und Informationen.

Unsere Wohltäter haben 28.114 Euro gespendet, um die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs für den Radiosender zu ermöglichen.

Nun erreichte uns aber eine Bitte um Hilfe, denn für die Arbeit des Radios wurde ein Fahrzeug gebraucht, das den örtlichen Straßenverhältnissen gewachsen ist. Schließlich sollten die Sendungen nicht nur vom Sitz des Senders selbst, sondern aus der ganzen Diözese gesendet werden können. Aufgrund der Entfernungen und der vor allem in der Regenzeit oft nur schwer passierbaren Straßen konnten Beiträge nur aus nahegelegenen Gemeinden gesendet werden. Da das Ziel des Senders aber ist, die ganze Diözese mit einzubeziehen, war es auf die Dauer frustrierend für die Gläubigen aus den weiter abgelegenen Gebieten, dass es aus ihren Gemeinden nie Beiträge gab.

Unsere Wohltäter haben 28.114 Euro gespendet, um die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs für den Radiosender zu ermöglichen. Nicht nur die Mitarbeiter des Senders, sondern vor allem auch die Hörer freuen sich, denn nun ist das Programm vielfältiger und hochwertiger geworden. „Das Auto hat der Arbeit des Radios großen Auftrieb gegeben und hat unsere Schwierigkeiten mit der Mobilität, die die Aktivitäten des Radios behinderten, verringert“, freut sich Innocent Nazombe, der das Radio leitet. Herzlichen Dank an alle, die geholfen haben!

Seit 2003 gibt es in der Diözese Zomba im Süden Malawis ein Karmelitinnenkloster. Zur Zeit leben dort elf Schwestern, die sich ganz dem kontemplativen Leben widmen. Sie beten dort für das Heil der Welt und besonders für die Heiligung der Priester. Weitere junge Frauen möchten sich ihnen anschließen.

Die Gläubigen der Umgebung sind froh über die Anwesenheit der Schwestern und unterstützen sie gern, soweit es ihnen möglich ist. Allerdings sind die Menschen selbst arm. Acht Monate im Jahr herrscht Dürre. So teilen die Ordensfrauen das wenige, was sie haben, mit den Armen, die an ihre Tür klopfen.

Da in afrikanischen Ländern die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, muss ein Auto geländetauglich und strapazierfähig sein.

Die Karmelitinnen verdienen ihren bescheidenen Lebensunterhalt vor allem durch das Backen von Hostien. Anfangs gab es nur wenige Kunden, aber die Nachfrage stieg immer weiter, und inzwischen haben sie nicht nur Aufträge aus ihrer eigenen Diözese, sondern auch aus anderen Diözesen des südostafrikanischen Landes. Nun hatten die Schwestern aber ein Problem: Sie konnten die schweren Mehlsäcke, die sie benötigen, nicht transportieren, weil sie kein Auto zur Verfügung hatten. Manchmal half ihnen jemand beim Transport, aber das war nur eine Notlösung. Vorher hatten sie einen uralten Wagen gehabt, der jedoch im Laufe der Zeit immer mehr Reparaturkosten verursachte.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 25.570 Euro gespendet haben, konnten die Karmelitinnen sich nun einen neuen Wagen zulegen, mit dem sie das Mehl und alles, was sie sonst benötigen, transportieren können. Da in afrikanischen Ländern die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, muss ein Auto geländetauglich und strapazierfähig sein, sonst ist es bald hoffnungslos kaputt. Die Schwestern freuen sich über diese Hilfe und schreiben: „Wir sind sehr glücklich über dieses Auto. Gott segne Sie millionenfach und vergelte es Ihnen! Er, der in den Herzen liest, sieht, wie dankbar wir sind!“

Mutmaßlich islamische Extremisten haben im westafrikanischen Mali bei Angriffen auf drei überwiegend von Christen bewohnte Dörfer mindestens 27 Menschen getötet. Einige der Opfer wurden lebendig verbrannt, berichtet die Online-Zeitung „Christian Post“. Demnach überfielen bewaffnete Männer auf Motorrädern zwischen dem 2. und 3. Juni die Dörfer Bankass, Koro und Tillé (Region Mopti/Zentral-Mali). Lokalen Beamten zufolge könnte es sich bei den Männern um Dschihadisten gehandelt haben. Diese hätten behauptet, die Hirten aus dem Volk der Fulani vor den Bauern des Minderheitenstammes der Dogon beschützen zu wollen. Der überwiegende Teil der Dogon sind Muslime. Rund elf Prozent sind Christen. In den vergangenen Jahren kam es in Mali immer wieder zu gewalttätigen Eskalationen zwischen Dogon-Bauern und halbnomadisch lebenden Fulani-Hirten mit Opfern auf beiden Seiten.

Kampf um Vormachtstellung

Laut der christlichen Hilfsorganisation „Barnabus Aid“ führen seit 2016 Dschihadisten einen „Krieg“ um die Vorherrschaft in Nord- und Zentral-Mali. Erklärtes Ziel sei die landesweite Durchsetzung des islamischen Rechts (Scharia). Extremisten verwüsteten immer wieder christliche Dörfer und vertrieben Bewohner. Bei einem Angriff im Juli vergangenen Jahres auf das Dorf Sobame Da (Region Mopti) starben bis zu 135 Menschen – darunter Frauen und Kinder. Der Staat Mali stand lange weithin für einen gemäßigten Islam. 2012 übernahmen radikale Islamisten im Norden zeitweise die Macht, konnten aber zurückgedrängt werden. Seit 2013 sichern UN-Soldaten die Region. Nach Angaben des christlichen Hilfswerks Open Doors ist der Einfluss der islamischen Extremisten weiter spürbar. Zum einen hätten sie die dort lebende muslimische Bevölkerung radikalisiert, zum anderen stelle ihr fortwährender Aufstand insgesamt eine Bedrohung für die Christen im Land dar. Von den etwa 17,9 Millionen Einwohnern Malis sind über 95 Prozent Muslime und knapp fünf Prozent Christen.

Bischof berichtet von Radikalisierung der muslimischen Bevölkerung. „In letzter Zeit ist es wiederholt zu christenfeindlichen Übergriffen bei uns gekommen. Wir beobachten eine zunehmende Radikalisierung der muslimischen Bevölkerung.“ Das berichtete Bischof Montfort Stima gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der 58-Jährige leitet seit zwei Jahren die Diözese Mangochi im Süden Malawis.

„Eigentlich leben wir hier friedlich mit den Muslimen zusammen“, sagte Stima. Es gäbe gute Kontakte zwischen Religionsführern auf beiden Seiten. So sei zum Beispiel ein christlich-muslimisches Komitee gegründet worden. Dort würden Probleme im Zusammenleben offen angesprochen.

„Aber jetzt kommen zunehmend Imame aus dem Sudan nach Malawi. Sie predigen einen radikalen Islam“, so der Bischof. Vor allem nach den Freitagsgebeten komme es immer wieder zu Gewalt. Er habe islamische Religionsführer nach der Ursache gefragt. „Sie sagten mir: Ihr müsst für diese Imame beten, denn sie sind schlecht ausgebildet.“ Auch sei es schwierig, die Prediger zu kontrollieren. „Jeder, der das nötige Geld hat, kann eine Moschee bauen. Und wer die Moschee baut, kontrolliert auch den Imam.“ Teilweise gebe es in Dörfern mehrere muslimische Gotteshäuser – traditionelle, die einen moderaten Islam predigen, und radikale. Auch die Jugend würde zunehmend infiltriert, so der Bischof. Immer mehr erhielten Stipendien für einen Studienaufenthalt im Sudan oder in Saudi-Arabien und kämen von dort radikalisiert zurück.

„Ein weiteres Problem ist die Polygamie“, erklärte Stima. Manche muslimische Familien hätten so viele Kinder, dass sie ihnen keinen regulären Schulbesuch ermöglichen könnten, sondern auf Koranschulen schickten. Auch spiele die Vielehe eine wichtige Rolle bei der Missionierung von Anhängern traditioneller afrikanischer Religionen. Während die katholische Kirche Polygamie strikt ablehne, könnten Menschen bei einer Konversion zum Islam diese Lebensform beibehalten. Auch würden Imame ihre Gläubigen dazu anhalten, Christinnen zu heiraten. „Denn selbst wenn diese nicht konvertieren, sind die Kinder automatisch Muslime“, erklärte der Bischof. Die Folge all dieser Entwicklungen: Der muslimische Bevölkerungsanteil in seiner Diözese steige immer mehr. Während in Malawi gut 80 Prozent der Einwohner Christen und 13 Prozent Muslime sind, beträgt der Anteil der Muslime in der Diözese Mangochi zwischen 50 und 90 Prozent, je nach Region.

„Für manche Gläubige ist es eine große Verlockung zum Islam überzutreten – vor allem dann, wenn die einzige Schule vor Ort muslimisch ist“, sagte Stima. Die Menschen bräuchten Ermutigung und Hilfe. „Wir fordern die Priester auf, den Menschen nahe zu sein, die Sakristei zu verlassen, wie Papst Franziskus sagt.“

„Kirche in Not“ steht der Kirche in Malawi solidarisch bei. Das Hilfswerk fördert unter anderem die Priesterausbildung und die Weiterbildung von Seelsorgern. Darüber hinaus unterstützt das Hilfswerk auch Projekte, die das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen fördern. (Bild: TUBS)

Beiträge zu diesem Thema