string(19) "2020-07-24 11:04:53" Hilfsprojekte Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
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Die Sprache Tschiluba (Ciluba) wird von etwa sechs Millionen Menschen in der Kasai-Region im Südosten der Demokratischen Republik Kongo gesprochen. Sie ist eine der vier Nationalsprachen des Landes.

Die Bischöfe der acht in dieser Region gelegenen Diözesen hatten vor einigen Jahren den dringenden Bedarf erkannt, die liturgischen Bücher in dieser Sprache nach und nach neu herauszugeben.

Zum einen waren die Bücher bereits vergriffen, zum anderen mussten sie auch sprachlich überarbeitet und korrigiert werden.

Gottesdienst in der Demokratischen Republik Kongo.

Die Kasai-Region ist eine arme und vernachlässigte Gegend. In den Jahren 2016 und 2017 kam es in dieser Region zu wahren Gewaltorgien, bei denen mehrere Tausend Menschen getötet wurden. Es wurden später zahlreiche Massengräber gefunden.

Auch kirchliche Gebäude wurden angegriffen, geplündert und niedergebrannt, so beispielsweise die Kathedrale und der Bischofssitz Luebo.

Die Regierung ist in dieser Region nahezu nicht präsent. Um die Nöte der Bevölkerung kümmert sich vor allem die Kirche. Sie hat vor allem das Seelenheil der Menschen im Blick. Die Eucharistiefeier bedeutet der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens.

Daher stand für die Bischöfe der Region die Herausgabe der liturgischen Bücher ganz oben auf der Prioritätenliste. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT, die 20.000 Euro ermöglicht haben, konnte die erste Auflage der Bücher gedruckt werden. Die Freude ist groß: Bischöfe, Priester und Gläubige danken allen, die geholfen haben.

„In Damaskus ist alles teuer geworden“, stellt Schwester Joseph-Marie Chanaa besorgt fest. „Die wachsende Not war für mich der Auslöser, mich für die Menschen einzusetzen, die arm sind und leiden.“ Vor dem Krieg arbeitete Schwester Joseph-Marie vom Orden der Barmherzigen Schwestern von Besançon als Katechetin. Seit über neun Jahr leitet sie eine sechzehnköpfige Gruppe von Ordensschwestern und freiwilligen Helfern, die sich um die christlichen Familien in Damaskus kümmern. Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützt den Einsatz seit Langem.

Der Krieg geht in sein zehntes Jahr – und die soziale Not im Land wird immer größer. 2019 lebten laut UN-Angaben 83 Prozent der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Auch wenn in Damaskus inzwischen keine Bomben mehr fallen, trägt die Bevölkerung doch weiterhin die Hauptlast des Krieges – und der internationalen Handelssanktionen. Sie verknappen und verteuern die Dinge des täglichen Bedarfs. Sie führen zu weiteren Lohneinbrüchen, was viele Familien hart trifft.

Verteilung von Kleiderspenden an bedürftige Familien. © KIRCHE IN NOT

Lebensmittel, Mieten, Medikamente: alles unerschwinglich

Erschwerend kommt hinzu, dass landwirtschaftliche Flächen nicht bestellt werden können – zum einen weil Maschinen fehlen oder zerstört sind, zum anderen weil die Felder durch Granateneinschläge und chemische Kampfmittel unbrauchbar geworden sind. Die Folgen all dieser Entwicklungen sind offensichtlich: Schwester Joseph-Marie erzählt von einem Familienvater, der umgerechnet etwa 140 Euro verdient. Für die Wohnung der Familie gehen über 100 Euro drauf. Also bleiben noch etwa vierzig Euro zum Leben – für eine mehrköpfige Familie. Um sich eine Vorstellung zu machen, was das im Alltag bedeutet: Ein belegtes Brot kostet in Damaskus aktuell knapp zwei Euro. „Für Syrien ist das sehr teuer“, sagt Schwester Joseph-Marie.

Damit christliche Familien in dieser Situation überleben können, zahlen die Ordensfrau und ihre Mitstreiter zum Beispiel Mietzuschüsse, die etwa ein Viertel der Kosten decken. Das Geld kommt von den Wohltätern von KIRCHE IN NOT. Anders als die Syrer, die im Ausland ihr Glück probieren, fehlen den verbliebenen Menschen die finanziellen Möglichkeiten, erklärt Schwester Joseph-Marie. In den vergangenen Monaten seien nur fünf oder sechs Familien, die sie betreut, ausgewandert.

Schwester Joseph-Marie Chanaa mit Studenten, die KIRCHE IN NOT unterstützt. © KIRCHE IN NOT

Wegen Armut von Bildung ausgeschlossen

Die Ordensfrau schildert noch ein weiteres Problem: Viele Familien schicken ihre Kinder nicht zur Schule oder lassen sie nicht zur Universität. Sie wollen sie „versteckte Bildungskosten“ vermeiden, zum Beispiel das Geld für den Bus oder Kosten für Bücher und Fotokopien. Um Studienabbrüche zu verhindern, hat KIRCHE IN NOT beschlossen, auch dieses Jahr wieder 550 Studentinnen und Studenten an der Universität Damaskus mit Stipendien zu unterstützen. Die Dankbarkeit ist groß, stellt Schwester Joseph-Marie fest. Oft höre sie den Satz: „Schwester, wir wissen nicht, wie wir ihnen danken sollen; Ihre Hilfe ist so wertvoll.“

Die Ordensfrau freut sich, dass viele Studenten in Syrien bleiben wollen und nur ins Ausland gehen, um sich zu spezialisieren und dann wieder zurückkommen. Den jungen Männern, die an Auswanderung denken, weil sie dem langen und harten Militärdienst entgehen wollen, pflegt Schwester Joseph-Marie zu sagen: „Natürlich wissen wir nicht, was die Zukunft bringt, aber ihr müsst eurem Land dienen. Die Kirche hilft euch dabei.“

Schwester Joseph-Marie besucht ein älteres Ehepaar. © KIRCHE IN NOT

Zahl der Krebskranken nimmt dramatisch zu

Die Auswirkungen des Krieges haben auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Stoffwechselstörungen, hohem Blutdruck oder Cholesterin nicht verschont. Die Preise für Tabletten und Insulin haben sich seit 2016 verdreifacht. Und selbst wenn die Menschen sie sich leisten könnten: Es gibt viel zu wenige Medikamente. Viele Pharma-Firmen wurden zerstört, ebenso die Arzneimittellager. Die Regale in den Apotheken sind oft leer, einzig kirchliche und humanitäre Organisationen können mit Glück ein paar lebenswichtige Medikamente vorhalten.

Hilfsorganisationen sind vor allen in den Regionen des Landes aktiv, in denen noch gekämpft wird. In mittlerweile von der Regierung kontrollierten Gebieten wie Damaskus sind sie nicht so aktiv. Deshalb unterstützt KIRCHE IN NOT auch dieses Jahr wieder 200 kranke Menschen in der Hauptstadt.

Schwester Marie-Joseph und ihre Helfer versuchen, Medikamentenvorräte für drei bis vier Monate anzulegen – in Zeiten nochmals eingeschränkter Hilfslieferungen sicher ein guter Ansatz. Betroffen macht Schwester Marie-Joseph, dass die Zahl der Krebskranken „unter jungen Menschen dramatisch zunimmt. Es gibt sehr wenig Hilfe für sie.“

Um die Arbeit von Schwester Joseph-Marie für notleidende Familien in Damaskus weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien

Im Rahmen der aktuellen Unterstützungskampagne zugunsten von Ordensleuten und Priestern, die in besonders gefährdeten und durch Covid-19 betroffenen Regionen der Welt arbeiten, hat KIRCHE IN NOT elf neue Projekte bewilligt, um Priestern und Ordensschwestern in Brasilien, einem der durch die Pandemie am stärksten betroffenen Länder, zu helfen. Die Projekte werden 169 Priester, 31 Seminaristen, 141 Ordensschwestern und 56 Missionare zugute kommen.

Darunter sind die Priester des in Nordostbrasilien gelegenen Bundesstaats Cearà, die das Hilfswerkunterstützt, damit sie weiterhin für die Bedürftigsten da sein können. Denn von der Corona-Pandemie ist auch die im Norden, 130 Kilometer von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates, gelegene Stadt Itapipoca betroffen.  Itapipoca ist bekannt als Ort der drei Klimazonen, denn das Stadtgebiet umfasst Strände, Berge und semiaride Gebiete. Hier kämpft die Kirche darum, um den Geist der Solidarität aufrecht zu erhalten und den Christen, die auf sie angewiesen sind, zu helfen.

Ein Priester fährt mit dem Allerheiligsten durch ein Dorf, um es zu segnen.

Die Region, die die Diözese Itapipoca umfasst, verzeichnet einen konstanten Anstieg der Corona-Fallzahlen. Am 05. Juni gab es 4258 bestätigte Fälle und 203 Tote. Angesichts dieser Zahlen bleiben die Kirchen geschlossen, damit es zu keinen Menschenansammlungen kommt. Die Messen werden online und in den sozialen Netzwerken übertragen, und die Gläubigen nehmen von zu Hause aus daran teil. Die Priester werden bei der Feier der Heiligen Eucharistie von einigen wenigen Personen unterstützt.

Nach Angaben von Pater P. Francisco Danízio Silva, dem örtlichen Ökonom, ist die Diözese Itapipoca bedürftig und durchlebt einen kritischen Moment: “Wir leiden unter vielen Schwierigkeiten. Ich erwähne nur zwei davon: Die erste ist der fehlende Kontakt zu den Leuten. Unsere Bevölkerung braucht uns sehr, sie braucht unser Gebet, unsere Begleitung, unseren Rat, aber aufgrund der Pandemie ist dieser physische Kontakt beeinträchtigt. Ein weiterer Punkt ist die finanzielle Frage: Unsere Mittel sind stark reduziert, und wir bekommen circa 60 Prozent weniger Kollekten von den Gläubigen, weil es keine öffentlichen Messen gibt. So ist unsere Situation sehr schwierig, denn unsere Mittel sind erschöpft”, erklärt er.

Lebensmittelhilfe der Kirche für bedürftige Frauen.

Die Angst, im Leben der Gläubigen nicht präsent zu sein

“In dieser Zeit ist es nicht möglich, persönlich mit unseren Gläubigen zu sprechen, die sehr verängstigt sind. Wir helfen ihnen ein bisschen, indem wir ihnen über die sozialen Netzwerke wie Whatsapp, Facebook oder Youtube geistige Orientierung geben”, berichtet Pater Danízio. Die Diözese hat zwei Radiosender, die sie ebenfalls nutzt, um den Menschen näher zu sein.  “Wir verwenden dieses Mittel, um uns selbst und unsere Gläubigen zu schützen”, sagt er. Wenn sie nach draußen gehen oder in einem Notfall Hilfe leisten müssen, tragen die Priester Schutzmasken.

Was die Hilfe für die Leute betrifft, so gelang es den Priestern in manchen Pfarren, am Anfang der Pandemie durch eine Kampagne Geld zu sammeln, um Körbe mit Grundnahrungsmitteln vorzubereiten und sie an die Bedürftigsten zu verteilen. “In der letzten Zeit haben wir viele Anstrengungen unternommen, um Geld zusammenzubringen, aber jetzt ist es sehr schwierig, weil die Menschen keine Einkünfte haben”, erklärt der Priester. Einige Pfarren haben beschlossen, über die Familienpastoral jeden Abend an die Ärmsten eine Mahlzeit zu verteilen. Jedoch nehmen die Mittel für diese Aktion ebenfalls ab.

Pater Danizío setzt auf die Nächstenliebe der Bevölkerung: “In diesen Zeiten, die wir durchleben, ist die Hilfe jedes Einzelnen wichtig. Mit dem Wenigen, das wir haben, können wir vielen Menschen helfen. Unsere Kirche ist arm und bedürftig, aber sie ist reich an der Gnade Gottes und an guten und großzügigen Menschen.”

Der Priester bedankt sich auch für die Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT: “Sie, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT, helfen uns sehr. In dieser Zeit ist Ihre Hilfe direkt mit der Hilfe für diese Brüder und Schwestern verbunden, die uns, unseren Blick, unsere Aufmerksamkeit und auch unsere Nächstenliebe so sehr brauchen.  Auf die Fürsprache Seiner heiligsten Mutter Maria bitte ich Gott darum, dass Er Sie – jeden Einzelnen von Ihnen segnen möge. : Möge Gott Ihnen Ihre Großzügigkeit vergelten.. Vergessen Sie nie, dass die Hilfe für den Nächsten eines der wirksamsten Mittel ist, um unserem Herrn Jesus Christus, dem Guten Hirten, ähnlich zu werden. Unsere Dankbarkeit gilt allen, die uns in aller Welt bei der Evangelisierung durch die Nächstenliebe helfen.”

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie leistet KIRCHE IN NOT Priestern, Ordensleuten und Laien Nothilfe, damit sie weiterhin den Bedürftigsten helfen können. Damit diese wichtige Arbeit fortgesetzt werden kann, klicken Sie hier, um Ihre Spende zu tätigen.

Der Libanon steckt in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise – und dann kam auch noch Corona. Die Auswirkungen treffen auch die karitative Arbeit der katholischen Kirche im Land schwer. In Zahlé und der Bekaa-Ebene versorgen kirchliche Einrichtungen tausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien.

Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, hat für das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit dem dortigen melkitischen griechisch-katholischen Erzbischof Issam John Darwish über die aktuelle Lage gesprochen.

Issam John Darwish, melkitischer griechisch-katholischer Erzbischof von Zahlé und Furzol.

Oliver Maksan: Herr Erzbischof, der Libanon war schon vor der Corona-Krise großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt. Zwingt die Pandemie das Land jetzt in die Knie?

Erzbischof Issam John Darwish: Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft anderer großen Länder schwer getroffen. Wir müssen deshalb damit rechnen, dass der Libanon im Vergleich dazu sogar härter getroffen wird, denn es gab schon zuvor Verschuldung und Korruption. Aber man muss auch sagen, dass es ernst zu nehmende Bemühungen der neuen Regierung gibt, zu verhindern, dass das Land in die Knie geht.

Der Libanon ist ein Land mit vielen Religionen. Vor Corona sind alle gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen das Versagen der Politik zu protestieren. Würden Sie sagen, dass Corona auch die Solidarität unter den Menschen unabhängig von ihrer Religion gestärkt hat?

Dieser religionsübergreifende Konsens ist viel mehr als nur das Resultat der gegenwärtigen Pandemie oder einer wirtschaftlichen Krise. Konsens und Solidarität müssen als Kultur verankert werden. Proteste allein vereinigen noch kein gespaltenes Land. Was ein Land viel eher zusammenführt, ist eine Erziehung hin zur Einheit und ein funktionierendes nationales Vorbild. Anderenfalls wird der Libanon ein Schauplatz frustrierender Experimente und des Politikerversagens bleiben.

Ausgabe von warmen Mahlzeiten in der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ in Zahlé unter Corona-Schutzmaßnahmen.

Was macht die katholische Kirche, um den von Corona heimgesuchten Menschen zu helfen?

Der Patriarch der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, Joseph I. Absi, hat alle Bischöfe gebeten, die Agrarflächen der Diözesen den Gläubigen zur Verfügung zu stellen, damit sie es bewirtschaften können. Das haben wir gemacht. Außerdem haben wir damit begonnen, das Krankenhaus in Zahlé mit der wegen Covid-19 dringend benötigten Ausrüstung auszustatten. Wir haben zudem mit dem Krankenhaus der Amerikanischen Universität in Beirut zusammengearbeitet, um unser Personal im Umgang mit der Pandemie zu schulen. Schließlich haben wir die Verteilung von Hygiene-Artikeln verstärkt, um den Menschen eine bessere Vorsorge gegen die Pandemie zu ermöglichen.

„Kirche in Not“ unterstützt das Projekt „Tafel Sankt Johannes der Barmherzige“. Dort werden bedürftigen Menschen warme Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Mussten Sie wegen der Pandemie etwas umstellen?

Die Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ hat nie damit aufgehört, bedürftigen Menschen Essen zur Verfügung zu stellen. Wegen der Pandemie mussten wir aber dafür sorgen, dass die Menschen ihr Essen erhalten können, ohne ihre Sicherheit zu riskieren. Diese Maßnahmen greifen noch immer. Die Zahl der Empfänger hat seit Beginn der Pandemie zugenommen – und tut es immer noch. Derzeit gibt die Tafel mehr als 1400 Essen täglich aus.

An der Essensausgabe der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“.
Es gibt kein Land auf der Welt, das im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat als der Libanon. Stellen die Libanesen ihre Solidarität mit den Syrern durch Corona in Frage?

Die Mehrheit der Libanesen hat zu Beginn der syrischen Krise das Flüchtlingsaufkommen sehr zögerlich aufgenommen. Die Einreise wurde zu bestimmten Zeiten von der libanesischen Regierung aufgedrängt. Jetzt wird die Lage immer schwieriger, denn die Zahl der Flüchtlinge ist problematisch groß. Während der Corona-Zeiten bedrohen zum Teil undisziplinierte Flüchtlinge zudem die Solidarität wie auch die Möglichkeiten des Aufnahmelandes.

Hilft Ihre Diözese an Corona erkrankten Flüchtlingen?

Bislang gibt es in Zahlé und Umgebung keine an Corona erkrankten Menschen. Aber wir ergreifen natürlich die notwendigen Vorkehrungen, um für auftretende Fälle vorbereitet zu sein. Entscheidend sind dabei die Ausstattung des Krankenhauses und die Schulung des dortigen Personals.

Was hat die Corona-Krise die Kirche gelehrt?

Ich neige dazu zu glauben, dass die Vorsehung des Herrn seine Schöpfung an seine Gebote und seine immerwährende Liebe und Barmherzigkeit erinnert. Vielleicht ist aber auch ein Ruf an die Menschheit, das Ausmaß des Schadens in den Blick zu nehmen, den Industrie und Waffen anrichten. Wir bitten Gott darum, unseren Glauben zu reinigen und der Menschheit die Gelegenheit zur Umkehr zu geben, damit er diese Bedrohung durch die Pandemie für immer aufhebt.

Würden Sie sagen, dass die Corona-Krise die Christen der Kirche nähergebracht hat?

Die Gläubigen standen und stehen immer noch der Kirche nahe. Sie baten uns immer darum, die Kirchen wieder zu öffnen. Wann immer wir in der Kirche gebetet haben, sind Gläubige gekommen und haben vor der Tür mit uns gebetet. Sie glauben fest, dass die Eucharistie sie beschützt.

Um die Versorgung von Flüchtlingen und die Arbeit der katholischen Kirche in Libanon weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier  oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon

Flüchtlingslager im Libanon.
Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (international „Aid to the Church in Need“ – ACN) konnte im Jahr 2019 mit 111,2 Millionen Euro Projekte und Aktivitäten für verfolgte und notleidende Christen verwirklichen. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres (111,1 Millionen Euro). Die Spendengelder flossen vorrangig in mehr als 5 200 Hilfsprojekte in 139 Ländern.

Die 23 Nationalbüros des Hilfswerks haben über 106 Millionen Euro Spenden gesammelt; fünf Millionen Euro am Gesamtergebnis stammen aus Vorjahresspenden. Die österreichischen Wohltäter von „Kirche in Not“ haben mit knapp 2,7 Millionen dazu beitragen. „Die Spendenbereitschaft und Treue unserer Wohltäter machen uns dankbar und demütig“, erklärte Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“ Österreich.

Über 80 Prozent der Einnahmen von „Kirche in Not“ flossen in Projektarbeit, Information über die verfolgte Kirche und Gebetsinitiativen – die drei Hauptaufgaben des Hilfswerks. Die Verwaltungsausgaben lagen bei rund acht Prozent. Elf Prozent wurden für Wohltätergewinnung und -betreuung aufgewendet. Die sachgemäße Mittelverwendung ist von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert. „Kirche in Not“ Österreich trägt darüber hinaus schon von Anfang an das Spendengütesiegel und hat seit 5. Februar 2019 auch die Spendenabsetzbarkeit.

Eine syrische Familie dankt für die Hilfe von „Kirche in Not“. © KIRCHE IN NOT

Afrika erhält die meisten Hilfen

Dank der stabilen Spendeneinnahmen konnte „Kirche in Not“ 211 Projekte mehr als 2018 unterstützen und war in über 1160 Diözesen der Weltkirche aktiv – das ist mehr als ein Drittel der Diözesen weltweit.

Schwerpunkt der Hilfen im Jahr 2019 war der afrikanische Kontinent. Fast ein Drittel der Projektausgaben ging dorthin, zum Beispiel in die Demokratische Republik Kongo, nach Nigeria, Kamerun und Burkina Faso. Diese Länder werden seit Jahren von fundamentalistischem Terror heimgesucht. „Die Not der Menschen vor allem in den Ländern der Sahel-Zone schreit zum Himmel. Sie fühlen sich von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen“, erklärte Rechberger.

Ein Viertel der Projektgelder floss in den Nahen Osten, um die in ihrer Existenz bedrohten Christen zu unterstützen. „Kirche in Not“ leistet Aufbau- und Überlebenshilfe, zum Beispiel in Syrien und im Irak. Dort hatte das Hilfswerk in den vergangenen Jahren den Wiederaufbau von zerstörten Wohnhäusern in der Ninive-Ebene unterstützt. Nun wurde eine neue Phase eingeläutet: Auch Kirchen und Klöster werden jetzt nach und nach wieder instandgesetzt. Darunter befindet sich auch die Al-Tahira-Kirche in Karakosch (Baghdeda), die größte Kirche im Irak.

An dritter Stelle der Hilfsregionen von „Kirche in Not“ stand auch 2019 Osteuropa. Die mit Abstand meisten Gelder kamen der katholischen Minderheit in der Ukraine zugute. Dort wurden 2019 über 300 Projekte realisiert.

Brandgeschwärzter Innenraum der Al-Tahira-Kirche in Karakosch (Baghdeda)/Irak. © Kirche in Not

Neue Schwerpunkte in Lateinamerika und Asien

In Lateinamerika widmete „Kirche in Not“ besonders Venezuela gesteigerte Aufmerksamkeit. Das Land befindet sich in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Kirche in Venezuela ist oft die einzige Anlaufstelle für die Bevölkerung. Neben Brasilien gehen die meisten Hilfsgelder für diese Weltregion dorthin.

In Asien stehen besonders Pakistan und Indien im Fokus, wo islamistischer Fundamentalismus beziehungsweise ein übersteigerter hinduistischer Nationalismus das Leben der Christen bedrohen. Kürzlich hat „Kirche in Not“ ein Hilfsprojekt gestartet, damit pakistanische Christen während der Corona-Krise mit den lebensnotwendigsten Dingen versorgt werden können.

In allen Weltregionen hat „Kirche in Not“ 2019 die Unterstützung für angehende Priester und Ordensleute verstärkt. Mehr als 13 000 Ordensfrauen und -männer in Kriegsgebieten, den Elendsvierteln großer Metropolen und unwegsamen Regionen Afrikas, Lateinamerikas oder Asiens erhielten Hilfe für ihren Einsatz. „Kirche in Not“ unterstützte auch jeden siebten angehenden Priester weltweit bei der Ausbildung – insgesamt über 16 000 Seminaristen.

„Eine große Unterstützung und geistliche Verbundenheit sind Messstipendien“, die ca. ein Drittel der Spenden in Österreich ausmachen,“ erklärte Rechberger. Über 1,3 Millionen Gaben für die Feier der heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen konnte „Kirche in Not“ 2019 an mittellose Priester weiterleiten. Die meisten von ihnen verwenden die Mess-Stipendien nicht nur für ihren eigenen Unterhalt, sondern auch für pastorale und soziale Aufgaben.

Eine Vinzentiner-Schwester in Indien betreut Kinder mit Behinderung. © Ismael Martinez-Sanchez/Kirche in Not

„Kirche in Not“ als Anwalt für verfolgte Christen und Religionsfreiheit

„Kirche in Not“ steht verfolgten und notleidenden Christen nicht nur unterstützend bei, sondern verleiht ihnen auch eine Stimme in Politik und Öffentlichkeit. Das Hilfswerk vermittelt regelmäßig ranghohe Kirchenvertreter zu Gesprächen vor EU- und UN-Institutionen. Publikationen wie der alle zwei Jahre erscheinende Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ oder die Studie „Verfolgt und vergessen?“ informieren aktuell über die Lage benachteiligter Christen und machen sich für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit stark.

Auch die Aktion „Red Wednesday („Roter Mittwoch“) erweckt immer mehr Aufmerksamkeit: 2019 wurden in Österreich dutzende Kirchen und Gebäude rot angestrahlt, um auf die schwierige Lage der Religionsfreiheit hinzuweisen und zum Gebet für verfolgte Christen einzuladen.

Für alle diese Aktivitäten hofft Nationaldirektor Herbert Rechberger weiterhin auf Unterstützung, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung: „Die Corona-Pandemie betrifft uns alle; Christen in Kriegs- und Krisenregionen aber stürzt sie noch weiter ins Elend. Wir konnten umfangreiche Hilfen bereitstellen, damit Priester und Ordensleute die Krise schultern und für die ihnen anvertrauten Menschen da sein können – materiell wie geistlich. Dazu zählen wir auf die Großherzigkeit unserer Wohltäter, die uns auch im vergangenen Jahr nicht im Stich gelassen haben.“

Das Hilfswerk wurde 1947 vom niederländischen Prämonstratenser Werenfried van Straaten (1913-2003) gegründet. Um die Not der heimatvertriebenen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg zu lindern, organisierte Pater Werenfried in Belgien und den Niederlanden Hilfe für die verhassten Feinde von gestern und rief zur Versöhnung auf. Da er anfangs bei den flämischen Bauern vor allem Speck sammelte, nannte man ihn bald den „Speckpater“.

Rot erleuchteter Stephansdom am Red Wednesday 2019. © Kirche in Not
Herbert Rechberger, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich

Die Lage hat sich zwar etwas beruhigt, doch ist die Gefahr durch die COVID19-Pandemie  nicht verschwunden. In den mittel- und osteuropäischen Ländern sind die offiziellen Zahlen der Infizierten relativ gering, aber die tatsächlichen Zahlen liegen wesentlich höher, da diese Länder keinen Zugang zu zuverlässigen Tests haben. In der Ukraine ist das Gesundheitssystem sehr schlecht ausgestattet; die Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, müssen meistens ihre Medikamente, notwendiges Verbandsmaterial und medizinische Grundausrüstung selbst mitbringen.

Priester halten weiterhin einen pastoralen Notdienst aufrecht, halten Beerdigungen, besuchen kranke und ältere Menschen, nehmen die Beichte ab und spenden die Krankensalbung. Damit werden sie folglich zur nächsthöheren Risikogruppe nach den Ärzten und dem Pflegepersonal. In der Ukraine wurden sieben Priester auf COVID-19 positiv getestet. Einer starb im Alter von 55 Jahren.

Zur Unterstützung des engagierten Dienstes durch ukrainische Geistliche in dieser Zeit der Pandemie stattet das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mehr als 2740 griechisch-katholische Priester und 1000 Mitglieder von Ordensgemeinschaften mit der notwendigen Schutzausrüstung aus: Sie erhalten Schutzmasken, Handschuhe, Desinfektionsmittel usw., damit sie sich angemessen schützen und die Ausbreitung der Infektion verhindern können. Ein weiteres, ähnlich gelagertes Projekt kommt 738 Priestern und 92 Seminaristen der katholischen Kirche des lateinischen Ritus zugute.

Bei den Ostergottesdiensten in den Kirchen selbst waren nur 2 % der Gläubigen dabei. Die übrigen nahmen über soziale Netzwerke an der Liturgie teil. Zurzeit ist die Teilnahme an der heiligen Messe auf zehn Gläubige beschränkt. Obwohl die katholische Kirche des lateinischen wie des griechisch-katholischen Ritus die Einschränkungen der Regierung sehr ernst nehmen, können sich die Priester der Gesundheit der Seelen nicht verweigern.

Aus diesem Grund haben viele Geistliche unter Beachtung der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen die Zahl der Heiligen Messen erhöht. Sie sind außerdem den ganzen Tag über in den Kirchen anwesend, um „die Gläubigen, die das Sakrament der Beichte oder der heiligen Kommunion empfangen möchten“, individuell zu betreuen, so Pater Mikolay Leskiv, ein Priester des lateinischen Ritus in Tscherwonohrad.

„In diesen schwierigen Zeiten müssen wir uns noch stärker um unsere Gläubigen kümmern und ihnen unseren Dienst auf dem Weg der Erlösung anbieten. Wir müssen allerdings auch für ihre Sicherheit in der Kirche sorgen. Ungeachtet der hohen Preise, die sich seit Beginn der Pandemie mehr als verzehnfacht haben, habe ich deshalb Desinfektionsmittel gekauft. Eine Flasche steht am Eingang der Kirche für die Gläubigen zur Verfügung. Eine weitere ist für den Priester bestimmt, der die heilige Kommunion austeilt, die neben dem Tabernakel aufbewahrt wird. Ich habe auch Schutzmasken für die Gläubigen besorgt, die nicht über die dafür notwendigen Mittel verfügten. Aber unsere Geldmittel sind begrenzt“, erklärt Pater Mikolay Leskiv.

Die Zeit der Quarantäne und des Lockdown geht zwar bald vorbei; die Vorschrift, eine Schutzmaske zu tragen, wird jedoch noch über Monate bestehen bleiben. Das mit Hilfe von KIRCHE IN NOT bereitgestellte Material wird voraussichtlich bis August reichen.

Das Sonderhilfepaket zur Linderung der COVID-Folgen in der Ukraine umfasst auch Unterstützung für den Lebensunterhalt von 150 Ordensfrauen aus 24 Ordensgemeinschaften in der Diözese Kamjanez-Podilskyj. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen und der COVID-19-Beschränkungen kann das Bistum trotz der von den Ordensfrauen in Pfarren, Waisenhäusern und Krankenhäusern geleisteten außerordentlichen Arbeit für ihren Lebensunterhalt kaum aufkommen.

Gerade in dieser Zeit haben viele von Arbeitslosigkeit, Armut, häuslicher Gewalt und Perspektivlosigkeit betroffene, insbesondere junge Menschen die Hoffnung verloren. Wegen der mangelnden Betreuung seitens der Regierung werden Priester und Ordensfrauen zu deren ersten Gesprächspartnern, weil Hunderte von Menschen mit jemandem reden müssen, dem sie vertrauen. Darüber hinaus werden Geistliche und Ordensleute oft vor Ort zu „Führungskräften“, die die Gemeinden anregen und ermutigen, Selbsthilfegruppen für Bedürftige, Kranke oder Gesundheitspersonal zu organisieren. Die drei Projekte zum Schutz und zur Unterstützung der „Seelenärzte“ in der Ukraine belaufen sich auf 165.400 €.

KIRCHE IN NOT (ACN) startet Nothilfe für bedrängte Christen in Pakistan, die aufgrund der COVID-19-Folgen vom Hunger bedroht sind.

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hat sich das soziale Elend der christlichen Minderheit in Pakistan weiter verschärft. Um mehr als 5000 Familien, die bereits vor der Pandemie unterhalb der Armutsgrenze lebten und sich jetzt in einer verzweifelten Lage befinden, mit Nahrungsmittelhilfepaketen versorgen zu können, haben die Bischöfe der Diözesen von Faisalabad, Islamabad-Rāwalpindi und Lahore „Kirche in Not“ ein umfassendes Hilfsprogramm vorgelegt. Das internationale Hilfswerk wird dieses mit einer Starthilfe in Höhe von insgesamt 150.000 Euro unterstützen.

Nach offiziellen Angaben haben sich inzwischen 59 151 Personen mit dem Virus infiziert und 1225 gestorben (Stand 27. Mai). Am stärksten betroffen sind die Regionen Sindh und Punjab.

Christliche Familien leiden besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Ausgangssperre und sie werden bei humanitären Hilfen benachteiligt.

Christen zählen zu den sozial Schwächsten in Pakistan

„Christen, die etwa zwei Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen, zählen zu den sozial Schwächsten in Pakistan. Sie leiden besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Ausgangssperre und den Einschränkungen, die seit Ende März im Land herrschen. Das Coronavirus hat ihnen das Stück Brot weggenommen, das sie hatten. In dieser Krise, in der sie auf engstem und überfülltem Raum mit wenigen Ressourcen leben müssen, können wir sie nicht einer grausamen Wahl zwischen Hunger oder Infektion überlassen“, betont Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“.

Laut lokalen Berichten, über die „Kirche in Not“ vor kurzem informiert hat, haben sich einige NGOs in Pakistan sowie muslimische Führer geweigert, Christen und andere religiöse Minderheiten im Rahmen der COVID-19-Nothilfe zu unterstützen, obwohl diese zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Bevölkerungsgruppen gehören.

Arbeiter in einer Ziegelei in Faisalabad. Viele Christen arbeiten in diesem Bereich.

Minderheiten werden bei staatlichen Hilfsprogrammen ausgeschlossen

„Die auf staatlicher Ebene angebotenen Hilfsprogramme schließen religiöse Minderheiten zumeist aus; de facto sind sie Bürger zweiter Klasse, die staatliche Förderung nur selten in Anspruch nehmen können. Religiöse Diskriminierung in Pakistan ist nichts Neues, besorgniserregend ist allerdings, dass Minderheiten auch während dieser globalen Krise klar benachteiligt werden“, bedauert Heine-Geldern.

Viele Christen arbeiten als Tagelöhner, Hausangestellte, in Reinigungs- oder Küchendiensten, als Straßenverkäufer oder in der Ziegelproduktion. Sie sind Geringverdiener, die auf ihren Tageslohn angewiesen sind, um ihre Familie zu ernähren. „Alle diese Arbeitsbereiche sind von den Schließungen stark betroffen. Viele christliche Hausangestellte wurden etwa ohne Vorwarnung oder Entschädigung von den Familien entlassen, in denen sie jahrelang gearbeitet hatten, weil diese befürchteten, dass die Armen die Infektion in ihre Häuser bringen könnten“, so der geschäftsführende Präsident.

Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

In Faisalabad beinhaltet das von „Kirche in Not“ unterstützte Nothilfeprogramm neben der Verteilung von Nahrungsmitteln auch eine Sensibilisierungskampagne, die Familien über Radio und digitale Medien informieren soll, wie man sich vor dem Virus schützen kann. Zudem ist laut dem internationalen geschäftsführenden Präsidenten von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern, geplant, in den Kirchen Masken an die Gläubigen zu verteilen sowie Priester, Katecheten, Diözesanpersonal und Freiwillige auszurüsten, um ihren persönlichen Schutz bei der Durchführung ihrer Seelsorge- und Sozialprogramme zu gewährleisten.

„Priorität unseres Hilfswerkes ist, Christen zu helfen, die unter Verfolgung und Diskriminierung leiden, und in Pakistan ist dies offensichtlich der Fall. Wir haben bereits Nothilfe über Mess-Stipendien zur Unterstützung von Priestern geleistet, aber das reicht nicht aus. Zwar haben wir nicht die Mittel, um alle Not zu lindern, aber wir glauben, dass es gut ist, dieses Zeichen der Solidarität zu setzen, und wir hoffen, dass andere Organisationen und viele Menschen guten Willens sich diesen Bemühungen anschließen werden, andernfalls sind Christen in Pakistan in ihrer Existenz bedroht“, warnt Heine-Geldern.

„Kirche in Not“ hat ein Nothilfeprogramm aufgelegt, damit Priester, Ordensleute und Gemeinden die Folgen der Corona-Pandemie schultern können. Dazu bittet das Hilfswerk um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600

Verwendungszweck: Pakistan

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine medizinische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung, sondern auch eine pastorale. Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat seit Ausbruch der Krise zahlreiche Solidaritätsbekundungen von Projektpartnern überall auf der Welt erhalten, aber auch von den steigenden Nöten und dem Einsatz von Priestern und Ordensleuten im Kampf gegen die Pandemie erfahren. Als Antwort darauf hat das Hilfswerk ein Sonderprogramm auf den Weg gebracht, um diese Arbeit zu stärken.

Corona hat die Welt im Griff. Priester und Ordensfrauen sorgen dafür, dass Seelsorge und Nächstenliebe in dieser Zeit weitergehen.

Menschen in Kriegs- und Entwicklungsländern trifft Corona mit besonderer Härte. Häufig sind sie bei der Gesundheitsfürsorge vom Einsatz der Kirche abhängig. Die Kirche betreibt Krankenhäuser und Heime und versorgt die Bevölkerung mit Lebensmitteln. An erster Stelle steht aber immer die Seelsorge.

Bitte helfen Sie ihnen mit Ihrer Spende, damit Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter gerade in dieser Zeit notleidenden Menschen Gottes Liebe und Erbarmen in Wort und Tat vermitteln können.

„Da in Folge der COVID-19-Pandemie eine Welle menschlichen Leids weltweit spürbar wird, ist der Bedarf an sozialer und geistlicher Fürsorge gestiegen“, sagt Thomas Heine-Geldern, der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“.

Essensausgabe in Venezuela.

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzumildern, stellt KIRCHE IN NOT Nothilfen für Priester und Ordensfrauen zur Verfügung. Die finanzielle Hilfe unterstützt insbesondere Hilfsprojekte im Nahen Osten, in Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika, Asien und Afrika.

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, wendet sich an alle, die jetzt helfen: „Mein Dank gilt vor allem unseren Wohltätern, die oft trotz ihres eigenen Leids und ihrer eigenen Bedrängnis die Hand nach ihren Mitchristen ausstrecken und helfen, den Glauben lebendig zu halten.“

Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

Um den Einsatz von Priester und Ordensfrauen weltweit im Kampf gegen COVID-19 unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Nothilfen COVID-19

Verteilung von Schutzausrüstung in der Erzeparchie Iwano-Franiwsk/Ukraine. © Kirche in Not

Als Antwort auf die anhaltende dramatische Situation der Christen in Syrien unterstützt das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit einem weiteren Nothilfeprogramm 20 550 christliche Familien unterschiedlicher Konfessionen.

Der einmalige Zuschuss von 25 Euro pro Familie ermögliche besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen, das sich auch in Syrien ausbreite, erklärte der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“. „Es scheint ein kleiner Betrag zu sein, aber er entspricht fast der Hälfte des monatlichen Einkommens einer syrischen Familie und ist daher lebenswichtig. Die Nothilfe muss schnell umgesetzt werden, bevor sich COVID-19 weiter im Land ausbreitet.“

Die Nothilfe ermöglicht besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen

Das mit über eine halbe Million Euro umfassende Programm kommt katholischen, orthodoxen und evangelischen Familien in ganz Syrien zugute. Viele Familien sind durch den immer noch andauernden Krieg und die Wirtschaftssanktionen am Ende ihrer Kräfte. Jetzt müssen sie sich einer weiteren Herausforderung stellen: der Ausbreitung von COVID-19. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Schließung von Geschäften und Schulen sowie der Einstellung des Transports zwischen den Städten, stößt die finanzielle Situation der Ortskirchen in Syrien an ihre Grenzen.

„Wir unterstützen mehr als hundert Projekte in Syrien. Einige sind wegen der Pandemie eingeschränkt, aber viele laufen weiter, wie zum Beispiel unser Projekt ,Ein Tropfen Milch‘. Damit wird hunderten Kleinkindern und Säuglingen eine lebenswichtige Milchration gewährleistet. Das neue Hilfsprogramm ist ein Zeichen der Ermutigung für unsere Brüder und Schwestern in Syrien und gibt ihnen Trost und finanzielle Unterstützung“, erklärt Thomas Heine-Geldern. „Wir möchten die Christen in Syrien nicht allein lassen.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

Besonders die christliche Bevölkerung in Syrien leidet unter den Folgen des Krieges, der seit 2011 andauert. Waren Diskriminierungen gegen Christen davor eher selten und die Auswanderung begrenzt, so fühlen sie sich heute als Bürger zweiter Klasse, die von der Regierung im Stich gelassen und von anderen Bürgern diskriminiert werden. Ihr Eigentum wurde im Krieg zerstört, geplündert oder weit unter Preis verkauft. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren. Ausländische Hilfen erreichen wegen der Sanktionen und Grenzschließungen das Land nur sehr schwer.

Darüber hinaus ist das Bankensystem des Nachbarlandes Libanon, das einen Teil des Systems aufrechterhalten hat, aufgrund der politisch-sozialen Krise und der COVID-19-Pandemie zusammengebrochen. Die Inflation im Land ist immens hoch.

Um die Christen in Syrien weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien

Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine medizinische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung, sondern auch eine pastorale. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat seit Ausbruch der Krise zahlreiche Solidaritätsbekundungen von Projektpartnern überall auf der Welt erhalten, aber auch von den steigenden Nöten und dem Einsatz von Priestern und Ordensleuten im Kampf gegen die Pandemie erfahren. Als Antwort darauf hat das Hilfswerk ein Sonderprogramm auf den Weg gebracht, um diese Arbeit zu stärken. Tobias Lehner hat mit Regina Lynch, Projektdirektorin von „Kirche in Not“, über die aktuellen Hilfen und den Einsatz der Kirche in der Corona-Krise gesprochen.

Kirche in Not: Von welchen Nöten berichten die Projektpartner von „Kirche in Not“ in der Corona-Krise am meisten?

Regina Lynch: Sie schildern, welche Auswirkungen die Einschränkungen auf das kirchliche Leben haben: Öffentliche Gottesdienste und Versammlungen sind verboten, die Schulen sind geschlossen und immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den meisten unserer Projektländer sind die Christen in der Minderheit und gehören zu den unteren sozialen Schichten, manchmal werden sie auch verfolgt.

Am härtesten trifft es die Kirche, dass weder Gottesdienste noch karitative und seelsorgerische Aktivitäten in gewohnter Form möglich sind. Priester und Ordensleute können ihren wichtigsten Pflichten nicht mehr nachgehen: Sakramente spenden, das Evangelium verkünden und die Menschen trösten.

Ordensschwester in Burkina Faso versorgt ein krankes Kind. © Kirche in Not

Wo sind die aktuellen Schwerpunkte der Hilfe von „Kirche in Not“ angesichts der Pandemie?

Damit sie nicht durch Geldmangel an der Erfüllung ihrer Hauptaufgaben gehindert werden, unterstützt „Kirche in Not“ notleidende und bedrängte Gemeinden. Wir geben zum Beispiel Mess-Stipendien für mittellose Priester oder Existenzhilfen für Ordensleute weiter. Außerdem unterstützt „Kirche in Not“ Priesterseminare, da in vielen Fällen auch die Seminaristen der Ausgangs- und Kontaktsperre unterliegen und ihr Rektor keine Möglichkeit hat, für sie zu sorgen. Wir helfen, damit sich Priester, Seminaristen und Ordensschwestern mit Masken und Schutzkleidung eindecken können. Das ist zum Beispiel in Chile oder in der Ukraine der Fall, wo Geistliche und Ordensleute weiterhin ihre Gemeindemitglieder besuchen, insbesondere die Kranken und Sterbenden.

Es wird auch zwei neue Projekte geben: Wir starten ein weiteres Hilfsprojekt für die Christen in Syrien, dass es jeder Familie ermöglichen soll, Lebensmittel und Schutzausrüstungen zu kaufen. Für Pakistan, wo Christen mit Diskriminierung und manchmal Verfolgung zu kämpfen haben, arbeiten wir an einem Nothilfeprogramm. Es gibt Berichte, dass Christen dort bei öffentlichen Hilfeleistungen benachteiligt werden.

Welche Hilfen wurden bislang geleistet?

Dank der Großzügigkeit unserer Spender konnte „Kirche in Not“ seit März fast 400.000 Messstipendien an mehr als 10 000 mittellose Priester zu weitergeben. Wir werden Ordensschwestern in allen Teilen der Welt unterstützen. Wir erhalten in diesem Bereich laufend neue Anfragen. Schon immer stand diese Art der Unterstützung im Fokus, insbesondere in Osteuropa und Lateinamerika. Dort erteilen die Ordensschwestern nicht nur Katechismusunterricht oder bereiten die Gläubigen auf die Sakramente vor. Sie kümmern sich auch um Waisenkinder, alleingelassene alte Menschen oder um Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden. Eine der Folgen der Corona-Krise ist, dass uns nun zum ersten Mal Diözesen um Hilfe bitten, die bisher ohne unsere Unterstützung auskamen.

Verteilung von Schutzausrüstung in der Erzeparchie Iwano-Franiwsk/Ukraine. © Kirche in Not

Wie sieht es mit der Hilfe in Asien aus, dem Ausgangspunkt der Corona-Pandemie?

Der Erzbischof von Chittagong in Bangladesch sandte uns einen dringenden Hilferuf zur Unterstützung der Ordensschwestern, die in seinem Erzbistum arbeiten. Weil Gästeunterkünfte und Krankenstationen geschlossen wurden, haben sie kein Einkommen mehr. Bereits vor der Krise reichte der kleine Betrag, den die Gläubigen zum Unterhalt der Schwestern beisteuern konnten, nicht aus, doch nun ist die Situation dramatisch. In Maimansingh, ebenfalls Bangladesch, haben die Schwestern vom Heiligen Kreuz zusammen mit dem Bischof das gesamte verfügbare Geld dazu eingesetzt, den leidenden Menschen zu helfen. Doch die Schwestern selbst müssen auch überleben, und da kann „Kirche in Not“ helfen.

Wir werden alle diese Projekte fortführen. Selbst wenn in einigen Ländern die öffentlichen Gottesdienste langsam wieder stattfinden, wird sich die wirtschaftliche Situation weiterhin verschlechtern. Unsere Hilfe wird mehr denn je benötigt.

Welches Projekt hat Sie besonders beeindruckt, wie Priester und Ordensleute sich der Bekämpfung der Corona-Pandemie stellen?

Da gibt es zum Beispiel die Priester in der Diözese Dolisie in der Republik Kongo. Sie teilen die Mess-Stipendien, die sie von uns bekommen, mit ihren armen Gemeindemitgliedern. Ich bin beeindruckt von der Hingabe so vieler Ordensschwestern, die ihre Arbeit trotz des Gesundheitsrisikos fortsetzen. Ein Beispiel sind die Schwestern der Kongregation „Hermanas Sociales“ in Kuba. Trotz der notwendigen Einschränkungen finden sie Möglichkeiten, ihre seelsorgerische Arbeit fortzusetzen und sich weiterhin um betagte Menschen oder Obdachlose zu kümmern.

Ich denke auch an die Studenten eines Priesterseminars in Burkina Faso, deren Familien wegen Terroranschlägen ihre Dörfer verlassen mussten. Einer ihrer Ausbilder ist an Covid-19 gestorben, vier ihrer Kommilitonen sind erkrankt. Wir haben ihnen und ihren Familien geholfen und unterstützen nun ein Programm, um die anderen Seminaristen vor dem Coronavirus zu schützen.

Beeindruckend ist auch, wie viel Kreativität die Kirche in der Krise zeigt. Bereits zu Beginn der Pandemie erkannte Bischof Dodë Gjergji im Kosovo, dass er trotz des Verbotes öffentlicher Gottesdienste versuchen musste, seine Gläubigen zu erreichen. Er bat uns, die Ausrüstung für die Übertragung der Sonntagsmesse aus der Mutter-Teresa- Kathedrale in Priština zu finanzieren. Wir haben ihn unterstützt und kürzlich berichtete er uns, dass sich während der Übertragung einer heiligen Messe über 50.000 Menschen eingeloggt hatten. Die Möglichkeiten der Medien sind nicht zu unterschätzen.

„Kirche in Not“ ist ein pastorales Hilfswerk; der Bedarf in der Corona-Krise beruht in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch auf humanitärem und medizinischem Gebiet. Wie gehen beide Zielsetzungen zusammen?

Während eine medizinische, und in zahlreichen Ländern auch humanitäre Reaktion auf die Corona-Krise absolut notwendig ist, sind hierfür in erster Linie die örtlichen Behörden verantwortlich. Wir wissen, dass dies in vielen Ländern nicht der Fall ist und dass stattdessen Hilfsorganisationen und die Kirche diese Aufgaben übernehmen. Tätige Nächstenliebe gehört zum Wesen der Kirche. Doch ihr geht die Seelsorge voraus. In diesen Krisenzeiten brauchen die Menschen die Kirche mehr denn je. Sie haben Angst und wissen nicht, was die Zukunft bringen wird. Die Kirche tröstet sie und bringt ihnen sowohl geistige als auch materielle Hilfe, die nicht nur den eigenen Gemeinden zugutekommt, sondern dem ganzen Volk Gottes.

Um den Einsatz von Priestern und Ordensfrauen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden.

Regina Lynch, Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International. © Ilona Budzbon/Kirche in Not.
Ordensschwester in Ecuador bringt einem älteren Mann die Kommunion. © Kirche in Not
Um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie abzumildern, stellt das internationale päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“, das der verfolgten und leidenden Kirche in aller Welt dient, Nothilfen für Priester und Ordensfrauen zur Verfügung.

Angesichts der weltweiten Zunahme sozialer Not aufgrund von COVID-19 hilft diese großzügige Unterstützung Ordensleuten, die ihre materielle Lebensgrundlage verloren haben, damit sie weiterhin ihren seelsorglichen und sozialen Dienst ausüben können. Die finanzielle Hilfe unterstützt insbesondere Hilfsprojekte im Nahen Osten, in Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika, Asien und Afrika.

Ordensschwestern auf den Philippinen versorgen bedürftige Menschen. Foto: KIRCHE IN NOT
„Da in Folge der COVID-19-Pandemie eine Welle menschlichen Leids weltweit spürbar wird, ist der Bedarf an sozialer und geistlicher Fürsorge gestiegen“, sagt Thomas Heine-Geldern, der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“. „Diese Hilfe, die dank vieler Wohltäter möglich wird, soll dazu beitragen, die Last der zahlreichen mutigen Ordensleute und Priester zu erleichtern, die an vorderster Front stehen und unseren leidenden Brüdern und Schwestern Gottes Liebe und Erbarmen bringen. Nun werden mehr denn je das Licht und die Hoffnung des Herrn benötigt.“
Menschen warten auf die Essensausgabe vor einer Kirche in Venezuela. Foto: KIRCHE IN NOT
Besonders die Menschen in Entwicklungsländern, die nur über sehr begrenzte Mittel verfügen, sind besonders gefährdet. Häufig sind bei der Gesundheitsfürsorge vom Einsatz der Kirche abhängig.

„Wir sind im Gebet verbunden mit den tapferen und engagierten Priestern und Ordensfrauen und mit allen leidenden Menschen in der Welt“, fährt Heine-Geldern fort. „Dies ist angesichts dessen, was gebraucht wird und was noch benötigt werden wird, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Kirche spielt jedoch eine besonders wichtige Rolle im Alltag der christlichen Gemeinden der Welt. Mein Dank gilt vor allem unseren Wohltätern, die oft trotz ihres eigenen Leids und ihrer eigenen Bedrängnis die Hand nach ihren Mitchristen ausstrecken und helfen, den Glauben lebendig zu halten.“

Um den Einsatz von Priester und Ordensfrauen weltweit im Kampf gegen Covid-19 unterstützen zu können, bitte „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN:AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfen Covid-19

In Indien ruht aufgrund der Corona-Pandemie das gesamte öffentliche Leben. Dennoch herrscht eine noch nie dagewesene Völkerwanderung im Land: Millionen Wanderarbeiter sind durch den Ende März verhängten „Shutdown“ des Landes nun arbeitslos und wollen so schnell wie möglich nach Hause.

Gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT schildert die indische Ordensschwester Christin Joseph die Situation: „Es ist ein nicht enden wollender Strom von Zehntausenden von Menschen, die zu Fuß in ihre teilweise mehr als tausend Kilometer entfernten Heimatdörfer zurückkehren.“ Der Verkehr sei weitgehend eingestellt, Pensionen und viele Läden geschlossen. So könnten sich die Menschen nur mit wenig Lebensmitteln eindecken. Einen Platz zum Rasten oder Schlafen gebe es nicht. Hinzu kämen Temperaturen von an die 40 Grad.

Mitglieder der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ verteilen während der Corona-Krise Lebensmittel an bedürftige Familien. © Kirche in Not
In Indien zwingen Arbeitsmangel und Armut vor allem viele Einwohner aus den nördlichen Bundesstaaten zur Abwanderung in die großen Städte im Süden. „Tausende von ihnen sind einfache Tagelöhner, die viele Stunden täglich für ein paar Dollar am Tag arbeiten, ohne soziale Absicherung. Nun wollen sie wegen der Schließungen in ihre Heimat zurück“, erklärt Schwester Christin, die der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz angehört.

Abgeschnitten von Lebenswerk, aber geistig verbunden

Sie leitet die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, eine indische Laienbewegung. Die Gemeinschaften bilden sich in Regionen, die sehr abgelegen sind, wo selten ein Priester hinkommt oder wo es nur sehr wenige Christen gibt. Gläubige treffen sich mit einem Katecheten zu Wortgottesdiensten, Gebet und Austausch. In ganz Indien gibt es etwa 85 000 „Kleine christliche Gemeinschaften“.

Indische Katholiken, besonders im Norden des Landes, gehören oft zu den unteren Gesellschaftsschichten. Sie sind mit einer zunehmend gewalttätigen Diskriminierung konfrontiert. Unter normalen Umständen reist Schwester Christin monatlich tausende Kilometer, um diese benachteiligte Minderheit zu unterrichten und zu ermutigen.

Schwester Anne Christin Joseph, Leiterin der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Indien. © Kirche in Not
Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket während der Corona-Krise. © Kirche in Not
Durch Corona hat sich jedoch die Lage geändert. Schwester Christins Schmerz ist spürbar, als sie KIRCHE IN NOT erzählt: „Ich bin über 65 Jahre alt und mein Gesundheitszustand ist schlecht. Deshalb darf ich nicht raus, ich darf nichts tun. Wenn ich höre, was mit unseren armen Menschen geschieht, fühle ich mich hilflos und unfähig, ihnen zu helfen. Ich kann nichts Anderes tun, als auf das Kreuz zu schauen und alles dem Herrn anzuvertrauen, der den menschlichen Schmerz am besten versteht.“

Hohes karitatives und geistliches Engagement in der Krise

Neben diesem Schmerz erreichen Schwester Christin aber auch hoffnungsvolle Nachrichten: „Zu meinem Trost reagieren unsere Gemeinschaften mit vielen kleinen Initiativen auf die aktuelle Lage. Immer unter Berücksichtigung der angeordneten Vorschriften helfen sie notleidenden Menschen und verteilen Lebensmittel, und zwar an alle, ob Katholiken, Protestanten, Hindus oder Muslime, ohne Unterschied.“ Im Bundesstaat Sikkim im äußersten Norden Indiens an der nepalesischen Grenze, helfen Mitglieder der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Zusammenarbeit mit staatlichen Helfern bei der Verteilung von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken.

Darüber hinaus unterstützen sich die Gläubigen gegenseitig durch digitale Nachrichten, sie veröffentlichen Gebete und Leitfäden, um besonders für ein Ende der Pandemie und ihre Folgen zu beten, berichtet Schwester Christin: „Wir müssen uns mit dieser neuen Art des Kirche-Seins arrangieren und zeigen, wie wir in dieser Zeit der Ausgangssperre ,Liebe in Aktion‛ sein können“.

In der Hauptstadt Neu-Delhi seien die von der Regierungsbehörde auferlegten Beschränkungen sehr streng, berichtet Emmanuel Johnson, Leiter einer „Kleinen christlichen Gemeinschaft“. Dennoch helfen er und seine Mitchristen bei der Verteilung von Lebensmittelrationen an Tagelöhner und Familien in Not. „Außerdem haben wir während der Ausgangssperre das Familiengebet eingeführt“, erklärt Johnson. Täglich um 19:00 Uhr versammelt sich die Familie und betet den Rosenkranz in Solidarität mit den an Corona erkrankten Menschen.

Auch Schwester Christin betet viel und hält via WhatsApp Kontakt mit den ihr liebgewordenen Gemeinschaften, die sie nun nicht mehr besuchen kann. Sie dankt KIRCHE IN NOT für die Unterstützung über all die Jahre, so dass die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ jetzt in der Zeit der Krise eine Quelle des Trostes für ihre Mitmenschen sein könnten. „Aber die Tragödie ist groß“, richtet Schwester Christin das Wort direkt an die Wohltäter. „Indien braucht Ihr Gebet. Vergessen Sie uns nicht!“

Um die Arbeit der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Indien weiterhin unterstützen kann, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden– online unter: www.kircheinnot.at/helfen/spenden

Hilfsprojekte zu diesem Kontinent

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