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Neunzehn Pallottinerinnen sind an fünf Orten in den Diözesen Doumé Abong-Mbang, Bafoussam und Yaoundé tätig. Vierzehn der Schwestern stammen aus Polen, aber inzwischen haben sich auch junge einheimische Frauen dem Orden angeschlossen. Zwei von ihnen haben bereits ihre zeitlichen Gelübde abgelegt.
Afrika Kamerung Ordensschwestern
Die Pallottinerinnen widmen sich besonders der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Die Pallottinerinnen widmen sich besonders der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und kümmern sich um Menschen, die besonderer seelsorglicher Betreuung bedürfen. Sie erteilen Katechese, organisieren Jugendgruppen, führen Schulen und sind in der Berufungspastoral tätig. Außerdem besuchen sie Kranke, Alte, Einsame und Gefangene. Zwei Schwestern sind überdies in dem Geistlichen Zentrum tätig, das die Pallottinerinnen in Mvolyé eingerichtet haben. Dort finden Gläubige, die dies wünschen, geistliche Begleitung und die Möglichkeit, den eigenen Glauben zu vertiefen.
2021 habt Ihr die Schwestern mit 10.000 Euro unterstützt, damit sie ihre wertvolle Arbeit weiterführen konnten.
2021 habt Ihr die Schwestern mit 10.000 Euro unterstützt, damit sie ihre wertvolle Arbeit weiterführen konnten. Schwester Fabiana, die Ökonomin, schreibt uns: „Wir bitten Gott, der voller Barmherzigkeit und Güte ist, dass Er unsere Wohltäter segne. Im Gebet sind wir verbunden!“ Ein herzliches Dankeschön an alle, die geholfen haben!

Während in Nigeria die Entwaffnung ehemaliger Mitglieder von Boko Haram und des IS-Ablegers ISWAP (Islamischer Staat Westafrikanische Provinz) erste Erfolge zeigt, melden Projektpartner von KIRCHE IN NOT aus dem benachbarten Kamerun neue Angriffe der Terrormilizen.

Die Terroreinheiten hätten ihren Aktionsradius auf die Gegend um den Tschadsee und das Mandara-Gebirge ausgedehnt. Der Tschadsee liegt zwischen Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger, das Mandara-Gebirge zwischen Nigeria und Kamerun.

Der Norden Kameruns war auch schon in früheren Jahren von terroristischen Attacken betroffen, diese hätten jedoch jüngst wieder zugenommen, so die Projektpartner. In der Region halten sich zudem zahlreiche Flüchtlinge aus Nigeria auf, die vor den Boko-Haram-Überfällen in ihrem Heimatland geflohen sind.

Ein Gemeindeseelsorger, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, berichtet von regelmäßigen Überfällen und Anschlägen der Terrormilizen auf Dörfer am Mount Oupay, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Mokolo, der Hauptstadt des Bezirks Mayo-Tsanaga im äußersten Norden Kameruns.

Verstümmelte Frauen.
Diesen Frauen wurde bei einem Überfall auf ein kamerunisches Dorf von den Terroristen jeweils ein Ohr abgeschnitten.

Überfall in der Nacht

„Wir haben einen weiteren ,Besuch’ von Boko Haram erhalten“, schreibt der Priester in einer Nachricht Ende März an KIRCHE IN NOT. „Die Milizen haben zwei Menschen getötet, brannten die Häuser nieder und raubten Kleidung und Vieh. Wir dachten sie würden uns nicht erreichen, weil unser Dorf auf dem Berg liegt, aber leider haben wir uns geirrt.“

Der Gemeindepfarrer beschreibt auch die veränderte Vorgehensweise der Terrormilizen: „Früher sind sie unter lautem Kriegsgeschrei in die Dörfer eingefallen. In jüngster Zeit kommen sie unauffällig in der Nacht, um die Menschen im Schlaf zu überraschen. Sie töten Familienväter und junge Männer, dann plündern sie den Besitz und zerstören alles, was sie nicht mitnehmen können.“

Seit Mitte Februar seien bereits fünf Orte auf seinem Pfarreigebiet überfallen worden. Diese seien jetzt „nahezu menschenleer. Diejenigen, die bleiben, sind gezwungen im Freien in der Kälte und unter armseligen Bedingungen zu leben“, beklagte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Kinder und Jugendliche in Kamerun, die vor dem Terror von Boko Haram in Nigeria geflüchtet sind.

Der lokale Ansprechpartner bittet um Unterstützung für die Sicherheit seiner Gemeinde. „Die Situation ist wirklich besorgniserregend. Wir zählen auf Ihre Gebete“, schreibt der Priester. KIRCHE IN NOT hat aktuell Unterstützung für ein kirchliches Flüchtlingslager in Minawao in Diözese Maroua-Mokolo auf den Weg gebracht, um den Betroffenen des Terrors durch Boko Haram beizustehen.

Seit Ende 2021 kündigt die nigerianische Regierung die Entwaffnung von Mitgliedern der Terrororganisation Boko Haram an. Berichten zufolge legen aktuell Tausende von Aufständischen im Nordosten Nigerias ihre Waffen nieder.

Allein in der vorletzten Märzwoche hätten sich laut einen hochrangigen nigerianischen General 7000 ehemalige Mitglieder von Boko Haram und ISWAP ergeben. Den Berichten der Projektpartner von KIRCHE IN NOT zufolge bedeutet das jedoch noch nicht das vollständige Aus für die terroristische Gewalt.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche für die Menschen in Kamerun mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Der katholische Priester Bekong Tobias wurde am vergangenen 2. Jänner in der Nähe der Pfarre Saint Charles Lwanga am Checkpoint-Molyko, Buea, in der anglophonen Region im Südosten Kameruns von bewaffneten Männern festgenommen, die angeblich den Sicherheitskräften angehören. In der Region herrscht seit Jahren ein Konflikt zwischen der staatlichen Armee und den dort ansässigen Unabhängigkeitsbewegungen.

Einem Zeugen zufolge wurde der Priester, der auch Rektor des Saint Paul’s College Bojongo ist, von bewaffneten Männern brutal in einen Militärlastwagen gestoßen. Die Soldaten sollen in diesem Zusammenhang auch das Auto des Priesters durchsucht aber nichts Verdächtiges gefunden haben.

Einige Stunden später trafen Offiziere der Armee am Ort der Verhaftung ein und versuchten, die Identität der bewaffneten Männer festzustellen, wobei sie behaupteten, man wüsste nicht, welcher Einheit oder Organisation sie gehörten. Laut Zeugenaussagen wurde die Verhaftung jedoch von Soldaten des Schnellen Interventionsbataillons (BIR), einer Eliteeinheit der kamerunischen Armee, durchgeführt. Ein Video der Festnahme von Pfarrer Tobias wurde in den sozialen Medien veröffentlicht. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Pater Cosmas Omboto Ondari, ein 30 Jahre alter kenianischer Missionar der St.-Josef-Missionare von Mill Hill, wurde am 21. November 2018 in Kembong im Südwesten Kameruns ermordet. Er wurde von einer Patrouille der kamerunischen Sicherheitskräfte gegen die separatistischen Milizen erschossen, als er vor der Tür seiner Kirche St. Martin von Tours, deren Pfarrer er war, stand.

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.

Diesen Fall und andere Beispiele von Märtyrern unserer Zeit finden Sie in unserem Buch „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können. KIRCHE IN NOT möchte damit Männer und Frauen würdigen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung gelitten haben und leiden.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Pater Cosmas Omboto Ondari, ein 30 Jahre alter kenianischer Missionar der St.-Josef-Missionare von Mill Hill, wurde am 21. November 2018 in Kembong im Südwesten Kameruns ermordet. Er wurde von einer Patrouille der kamerunischen Sicherheitskräfte gegen die separatistischen Milizen erschossen, als er vor der Tür seiner Kirche St. Martin von Tours, deren Pfarrer er war, stand.

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.

Im zentralafrikanischen Kamerun ist erneut ein Bibelübersetzer bei einem Anschlag getötet worden. Das bestätigte die Pressesprecherin der auf Bibelübersetzungen spezialisierten Missionsgesellschaft Wycliff, Ramona Eibach (Burbach bei Siegen), auf Nachfrage gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Überfall auf den Pastor Christopher Tanjoh ereignete sich bereits am 7. August in seinem Heimatdorf Guzang im Nordwesten Kameruns. Medienberichten zufolge entführten Unbekannte den Bibelübersetzer und Alphabetisierungslehrer aus seinem Haus und schossen ihm einige Stunden später ins Bein. Der 55-Jährige verblutete daraufhin. Er hinterlässt eine Ehefrau und sieben Kinder. Tanjoh war beim Bibelübersetzungs- und Alphabetisierungsprojekt CABTAL tätig. Die Vereinigung ist Teil des internationalen Dachverbandes der Wycliff-Organisationen. Wie der Generalsekretär von CABTAL, Keyeh Emmanuel, erklärte, gibt es in der Region immer wieder Unruhen. Auch Mitarbeiter des Übersetzungsprojekts seien deswegen bereits weggezogen. Tanjoh jedoch habe das Neue Testament in der Sprache „Moghamo“ fertigstellen wollen. Neben seiner Tätigkeit als Bibelübersetzer arbeitete Tanjoh auch für die Kameruner Gemeinschaftsinitiative für nachhaltige Entwicklung (COMINSUD).

UN: Immer wieder Gewalt gegen Entwicklungshelfer

Siti Batoul Oussein (Jaunde) vom Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) verurteilte den Mord ebenfalls scharf. Entwicklungshelfer würden in Südwest- und Nordwest-Kamerun regelmäßig Opfer von Gewalt. Die UN-Mitarbeiterin rief dazu auf, jegliche Übergriffe oder Behinderungen von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen zu beenden.

Dritter Mord innerhalb weniger Monate

Es ist bereits der dritte Mord an einem Bibelübersetzer innerhalb weniger Monate in Kamerun. Am 23. Oktober 2019 hatten mehrere Personen – Einheimische sprechen von muslimischen Fulani-Hirten – den Bibelübersetzer Benjamin Tem (48) in seinem Haus in der Region Wum (Nordwest-Provinz) die Kehle durchgeschnitten. Nur zwei Monate zuvor war sein Kollege Angus Abraham Fung (60) mit einer Machete getötet worden. Der Ehefrau des Opfers schnitten die unbekannten Angreifer eine Hand ab. Beide Männer hatten bis 2016 bei einem Wycliff-Projekt zur Übersetzung des Neuen Testaments in die Sprache des Stamms der Aghem gearbeitet. In dem Land gibt es mehrere Konfliktherde: Zwei englischsprachige Regionen streben die Unabhängigkeit an, weil sie sich von der frankophonen Mehrheit ausgegrenzt fühlen. Bei den Kämpfen sind mittlerweile mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Ferner sind in den Grenzgebieten islamistische Terrorgruppen aktiv. Von den 23,3 Millionen Einwohnern Kameruns sind jeweils etwa 25 Prozent evangelisch bzw. katholisch. 20 Prozent gehören dem Islam an. Weiterhin gibt es Anhänger von animistischen Religionen. (Quelle: idea)

„Boko Haram ist wie das wilde Tier der Apokalypse: Wenn ihm ein Kopf abgeschlagen wird, scheint es einen anderen hervorzubringen“, so Bischof Bruno Ateba Edo aus Maroua-Mokolo im Norden Kameruns im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Die Regierung im Nachbarland Nigeria hatte Ende 2015 den militärischen Sieg über die Terroreinheit erklärt. Doch unserem Hilfswerk vorliegenden Informationen scheint es jedoch so, als hätte Boko Haram lediglich seinen Fokus verlagert: aus den Zentren in die ländlichen Gebiete Nigerias sowie in die Grenzgebiete zu Kamerun und Tschad.

„An der Grenze vergeht kein Tag, an dem es nicht zu Anschlägen und Übergriffen von Terroristen kommt“, erklärte Bischof Ateba. „Die Meldungen über entführte und hingerichtete Bauern haben in der Bevölkerung Angst und Psychosen ausgelöst.“

„Kein Tag ohne Anschläge und Übergriffe”

In der Weihnachtszeit tauchte ein Video in den sozialen Netzwerken auf, dass die Enthauptung von elf Menschen in Nigeria zeigt.

Die Verantwortung übernahm der sogenannte „Islamische Staat in Westafrika“ (ISWAP). Dabei handelt es sich um eine der beiden Gruppen, in die sich Boko Haram 2016 aufgespalten hatte.

Bischof Bartélemy Yaouda Hourgo aus Yagoua in Kamerun, der aus einem Dorf nahe der nigerianischen Grenze stammt, schrieb an KIRCHE IN NOT: „Mein Heimatdorf existiert nicht mehr. Die Terroristen töteten einen jungen Mann aus meiner Verwandtschaft und plünderten das ganze Dorf, darunter auch mein Elternhaus.“

Boko Haram ist in kleine kriminelle Banden zerfallen

Die Bewohner seien geflohen, nur die alten und kranken Dorfbewohner seien geblieben. Die Geflüchteten müssten jetzt unter freiem Himmel schlafen.

Angaben der nigerianischen Militärführung zufolge ist Boko Haram mittlerweile in einzelne kriminelle Banden zerfallen. „Sie begehen Verbrechen allein zu ihrem persönlichen Vorteil“, erklärte der Stabschef der nigerianischen Armee, Tukur Yusufu Buratai. „Sie kämpfen für keinen anderen Zweck als materielle Bereicherung.“

Bischof Atebo Edo begutachtet die Schäden in einer Kirche, die am 6. Januar 2020 niedergebrannt ist.Nach Angaben des vom britischen Außenministerium veröffentlichten „Nigeria Security Tracker“ sind seit 2012 mehr als 36 000 Menschen bei bewaffneten Übergriffen umgekommen.

Neue Generation von Kämpfern

Die Zahl der Todesopfer ging aber in den vergangenen Jahren zurück. Das ist unter anderem auf gemeinsame Militäraktionen zurückzuführen, zu denen Nigeria, Kamerun und Tschad sich zusammengeschlossen haben.

Diese Einheiten konnten Angriffe von Boko Haram und weiteren Terrorgruppen zwar zurückdrängen, die Bewegung im Keim ersticken konnten sie jedoch nicht. Nun scheint eine neue Generation von Kämpfern heranzuwachsen.

Trotz zahlreicher Anschläge durch Boko Haram sind die Gemeinden in Nigeria sehr aktiv und die Gottesdienst gut besucht.„Die Armut und der Mangel an Zukunftsperspektiven auf dem Land machen sie zu einer leichten Beute für Islamisten“, erklärt Bischof Ateba aus Kamerun.

Hunderttausende Menschen auf der Flucht

Wie Human Rights Watch berichtet, haben die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Boko Haram seit 2014 über eine Viertelmillion Menschen zur Flucht gezwungen. In Kamerun sollen im Jahr 2019 mehr als hundert Zivilisten bei Terroranschlägen ums Leben gekommen sein.

Seit Weihnachten habe es allein in seiner Diözese Maroua-Mokolo 13 Angriffe gegeben, berichtet Ateba. „Als wir glaubten, das ,wilde Tier῾ Boko Haram sei enthauptet worden, ist das Grauen zurückgekehrt.“

HELFEN SIE DEN MENSCHEN IN KAMERUN

KIRCHE IN NOT unterstützt das Leben der notleidenden christlichen Gemeinden in Kamerun und den Einsatz der Kirche für vertriebene und geflüchtete Menschen.

Um weiterhin helfen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden – entweder online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Niedergebrannte Kirche der St. Peter Pfarre in Douroum
Bischof Bruno Ateba von Maroua-Mokolo

In den englischsprachigen Regionen im Nordwesten und Südwesten Kameruns verschärft sich die gesellschaftspolitische Krise immer weiter. Besonders stark davon betroffen ist die Diözese Buea. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN) laut Berichten von Partnern vor Ort.

Nach Schätzungen lokaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen wurden in der Diözese Buea mehr als 200 Zivilisten – nicht nur Katholiken – getötet, inklusive Frauen und Kinder. Laut den Quellen von KIRCHE IN NOT wird geschätzt, dass es mehr als 20.000 Vertriebene gibt. Seit der Verschärfung der Krise im November 2016 sind mindestens acht Ortschaften niedergebrannt worden, 70 wurden angegriffen und geplündert. Insgesamt haben Bewohner 25 Dörfer auf die Suche nach Zuflucht in Farmen und im Dschungel verlassen.

Wegen der anhaltenden Unsicherheit sahen sich zehn Pfarren und Missionsstationen, vor allem in den Dörfern Muyuka und Muea, gezwungen, ihre pastorale Arbeit einzustellen. Andere wurden bei Konflikten zwischen staatlichen Sicherheitskräften und Unabhängigkeitskämpfern angegriffen, zum Beispiel Bolifamba (Meile 16) an Heiligabend 2018 sowie Muyuka, Ekona und Muea am 25. März dieses Jahres. Auch das Leben der Priester in der Diözese ist in großer Gefahr, wie die brutale Ermordung von Pater Alexander Sob aus der Pfarre Bomaka am 20. Juli 2018 in Muyuka zeigt, so die Quelle.

Den Berichten nach leidet nicht nur die Seelsorge, sondern auch die von der Diözese unterstützten Bildungsaktivitäten unter den Folgen des Konfliktes: Seit 2016 sind 40 katholische Grundschulen geschlossen worden. Andere wurden angegriffen und Opfer von Vandalismus, wie das College of Our Lady of Grace in Muyuka und das College of Our Lady of Mount Carmel in Muea am 22. September 2017. Auch die bekannte Sant Joseph High School in Sasse wurde von bewaffneten Zivilisten überfallen. Dieser Angriff hatte 20 verletzte Schüler und Lehrer sowie die vorübergehende Schließung sämtlicher katholischer Schulen in der Diözese zur Folge.

Darüber hinaus wurde KIRCHE IN NOT informiert, dass in den diözesanen Krankenhäusern wie dem Mount-Mary-Hospital und dem Regina-Pacis-Hospital in Muntengene die Zahl der Patienten wegen der massiven Flucht in andere Gebiete drastisch gesunken sei. Außerdem seien Sicherheitskräfte mit Schusswaffen in katholische Gesundheitszentren eingedrungen, um nach Unabhängigkeitskämpfern zu suchen, die dort angeblich aufgenommen wurden. Es gäbe auch Fälle, bei denen Frauen ohne ärztliche Hilfe ihre Kinder zur Welt bringen mussten, beklagt KIRCHE IN NOT.

Laut Bericht seien die gravierende Nahrungsmittelknappheit und die steigenden Preise besorgniserregend. Wegen der Vertreibung der Bauern von ihren Äckern sei in naher Zukunft die Ernährung der Bevölkerung nicht mehr gesichert, bestätigen die Quellen. Unterernährung und weitere gesundheitliche Probleme seien unvermeidbar.

Die aktuelle Krise begann sich in der Diözese Buea im Oktober 2016 zu verschärfen, als Sicherheitskräfte scharfe Munition bei weitgehend friedlichen Protesten der englischsprachigen Bevölkerung einsetzten, die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1961 von den überwiegend französischsprachigen Behörden ausgegrenzt wurden. Die Demonstranten warfen vor, dass ihnen die französische Sprache und Traditionen aufgezwungen wurden, und forderten mehr Autonomie und Respekt für ihre Bräuche.

Den bei KIRCHE IN NOT eingegangenen Berichten zufolge nehmen Geistliche und Gläubige trotz all der Herausforderungen weiterhin beharrlich ihre pastoralen Aufgaben wahr und kommen von tiefem Glauben bewegt zu großen Gottesdienstfeiern wie der diesjährigen Chrisammesse in der Kathedrale von Small Soppo.

KIRCHE IN NOT hat in den letzten 25 Jahren mehr als 20 Projekte in der Diözese Buea gefördert. Im aktuellen Jahr kommt der Großteil der Unterstützung den von der Krise betroffenen Frauen-Ordensgemeinschaften zugute.

Am 29. Juli haben Angehörige der Terrormiliz Boko Haram ein Dorf im Norden Kameruns überfallen, das zum katholischen Bistum Yagoua gehört. Dies berichteten lokale Ansprechpartner, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchten, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Demnach hätten die Terroristen bei diesem Übergriff eine Gewaltstrategie angewandt, die sich explizit gegen Frauen richtet: „Sie kamen in der Nacht, gingen in die Häuser und entführten ausschließlich die Frauen“, erzählten die Ansprechpartner.

Die Entführten seien an eine zentrale Sammelstelle am Stadtrand gebracht worden. „Die Terroristen schnitten anschließend jeder Frau ein Ohr ab. Sie drohten ihnen, dass dies nur der erste Übergriff sei und sie zurückkommen würden. Dann ließen sie die Frauen laufen“, so die anonyme Quelle. Obwohl die Bevölkerung eine Art Bürgerwehr aufgestellt habe, sei diese angesichts des Überraschungsangriffs machtlos gewesen.

Flucht kommt für die Bevölkerung nicht infrage

Die verstümmelten Frauen wurden vom Militär aufgegriffen und in ein 260 Kilometer entferntes Krankenhaus gebracht. Die Ohramputation sei ein neues Instrument von Boko Haram, um diejenigen zu bestrafen, „die auf die Regierung und die Stimmen derjenigen hören, die der extremistischen Ideologie nicht folgen“, so die lokalen Ansprechpartner.

Die Bevölkerung des Dorfes sei angesichts des Übergriffs traumatisiert. Flucht sei jedoch für viele Bewohner keine Option, so die anonymen Ansprechpartner: „Sie leben von der Landwirtschaft und warten gerade auf die Ernte. Wohin sollten sie gehen?“

Die Terroreinheit „Boko Haram“ ist im Norden Nigerias entstanden, doch auch in den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger kommt es immer wieder zu Anschlägen und Übergriffen.

Um den Einsatz der katholischen Kirche in Kamerun für Terroropfer und die pastorale Begleitung der Bevölkerung weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto

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Christliche Frau und Teenager Junge im Dorf betroffen. Wie der Barnabasfund kürzlich berichtet, sind eine Frau und ein 16-jähriger Junge im hauptsächlich christlichen Dorf in Nordkamerun mit Namen Grossi durch einen Überfall der islamischen Boko Haram-Militanten ermordet worden. Das hauptsächlich christliche Dorf Grossi im Norden Kameruns ist zu einem regelmäßigen Ziel für Raubzüge gegen Boko-Haram-Terroristen geworden, die Menschen töten und Lebensmittelgeschäfte sowie Häuser plündern und verbrennen. Der Junge wurde entführt und später getötet. Die Frau wurde im Busch ermordet, als sie Gras für ihre Schafe sammelte. Die Morde fanden in oder in der Nähe des Dorfes Grossi statt, das oft von Boko Haram angegriffen wurde. Ungefähr acht Häuser wurden von den Islamisten während einer islamistischen Razzia in Brand gesteckt, sagte ein Barnabas-Kontakt-Mann.

„Wir brauchen dein Gebet, weil es nicht einfach ist“, sagte er weiter.

Mindestens zwei frühere Angriffe wurden in diesem Jahr auf das Dorf verübt. Am 11. Mai plünderten die Militanten von Boko Haram das Dorf dabei hinterliepen sie zwei ausgebrannten Kirchengebäude, 67 Häusern und zwei Geschäften, die beschädigt wurden, Vieh wurde geschlachtet, Motorräder gestohlen und Getreidespeicher beschädigt. Bei einem früheren Angriff von Boko Haram auf Grossi am 25. Januar wurden 190 Häuser zerstört, als die Angreifer die lokalen Sicherheitskräfte überwältigten.

Christliche Dörfer im hohen Norden Kameruns werden von Boko-Haram-Milizen angegriffen, die versuchen, ein islamisches Kalifat vom Nordosten Nigerias bis in den Norden Kameruns, der überwiegend christlich ist, zu etablieren. Die UNO schätzt, dass mehr als 170.000 Kameruner, hauptsächlich Christen, durch Boko Haram zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen wurden. (Quelle: Barnabasfund, Bild: TUBS/wikipedia)

Kämpfer der islamistischen Miliz Boko Haram verübten am 24. Januar einen Angriff auf zwei Dörfer im äußersten Norden Kameruns. Dabei brannten sie zwei Kirchen nieder, bevor sie ein Krankenhaus der Union des Eglises Evangeliques du Cameroun (UEEC) plünderten und in Brand setzten. Auch zahlreiche Häuser der Dorfbewohner wurden zerstört. Die betroffene Provinz Far North grenzt an den Nordosten Nigerias, wo Boko Haram seit vielen Jahren die Bevölkerung terrorisiert. Wie so oft waren auch hier hauptsächlich Christen betroffen; getötet wurde in diesem Fall niemand.

Der Angriff begann gegen 23 Uhr am Abend des 24. Januars und dauerte bis etwa zwei Uhr morgens. Ein lokaler Kirchenleiter, der anonym bleiben möchte, beschrieb gegenüber Open Doors, wie zahlreiche Dschihadisten in die Dörfer Gochi und Toufou eindrangen: „Es waren sehr viele und sie teilten sich in drei Gruppen auf, als sie das Dorf stürmten.“ Besonders die Zerstörung des Krankenhauses bedeutet einen herben Rückschlag für die örtliche Bevölkerung. „Der Bus, der als Krankenwagen für das Gesundheitszentrum diente, wurde in Brand gesetzt. Fast alle Räume wurden verwüstet und teils verbrannt […]. Auch den Kreißsaal haben sie demoliert, genau wie fast alle Büros. […] Sogar zum Brunnenloch, das außer Sichtweite des Gebäudekomplexes liegt, sind sie vorgedrungen, haben die Umzäunung aufgebrochen und den Brunnen aufgefüllt. Es ist wirklich schrecklich!“ Das Zentrum wurde von der Kirche mit eigenen Mitteln aufgebaut.

„Sie wollen, dass wir den Ort verlassen, damit sie ihn übernehmen können“

Neben den Kirchen und dem Krankenhaus zerstörten die Dschihadisten fast 200 Häuser der zumeist christlichen und animistischen Bevölkerung in den beiden Dörfern. Bei dem Angriff in Gochi wurde mindestens eine, nicht identifizierte Frau verletzt. Soldaten sorgten schnell für ihre medizinische Versorgung. „Wir danken Gott, dass es keinen Verlust von Menschenleben gab. Die Angreifer waren während dieses Angriffs so zahlreich, und das ist wahrscheinlich der Grund, warum das Militär nicht eingriff, um sie zu stoppen …“, berichtete eine lokale Kontaktperson.

Am Folgetag setzten mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer fünf Häuser in dem Dorf Zelevet in Brand, bevor das Militär eintraf. Bei einem ähnlichen Angriff am 12. Januar hatten Dschihadisten die örtliche UEEC-Kirche in dem Dorf Guitsenad gebrandschatzt und mindestens 20 Häuser in Brand gesetzt, bevor die Armee sie vertrieb.

„Bitte betet für uns, denn es ist noch nicht vorbei. Sie [Boko Haram] versuchen immer wieder, zurückzukommen. Sie wollen, dass wir den Ort verlassen, damit sie ihn übernehmen können“, sagte ein anderer Kirchenleiter in Tourou. „Die Menschen sind so in Panik, dass viele nicht einmal zu Hause schlafen. Bitte betet, dass der Herr uns hilft.“ (Quelle und Bild: Open Doors)

Drei Claretiner wurden in der anglophonen Region im Südwesten von Kamerun entführt. Es handelt sich um Pater Jude Thaddeus Langeh Basebang, Üater Placide Muntong und einen Schüler des Ordens. Die drei Ordensmänner wurden am 24. November von bewaffneten Männern auf dem Weg nach Muyenge entführt, wo sie die örtliche katholische Gemeinde besuchen wollten. Zurzeit gibt es noch keine genauen Angaben zur Identität der Entführer.

Seit Beginn der Krise in den beiden englischsprachigen Regionen Kameruns durcheinander, werden auch immer mehr Vertreter der katholischen Kirche Opfer der Gewalt. Erst am 21. November wurde der kenianische Pater Cosmas Omboto Ondari von der Missionsgesellschaft St. Joseph in Mill Hill, in Kembong, wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Memfe im Süden des Landes ermordet. (Quelle: Fidesdienst)