Kamerun Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Kamerun

Kamerun

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 5 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen
Pater Cosmas Omboto Ondari, ein 30 Jahre alter kenianischer Missionar der St.-Josef-Missionare von Mill Hill, wurde am 21. November 2018 in Kembong im Südwesten Kameruns ermordet. Er wurde von einer Patrouille der kamerunischen Sicherheitskräfte gegen die separatistischen Milizen erschossen, als er vor der Tür seiner Kirche St. Martin von Tours, deren Pfarrer er war, stand.

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.

Diesen Fall und andere Beispiele von Märtyrern unserer Zeit finden Sie in unserem Buch “Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe”, das Sie in unserem Shop bestellen können. KIRCHE IN NOT möchte damit Männer und Frauen würdigen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung gelitten haben und leiden.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Christenverfolgung

„Boko Haram ist wie das wilde Tier der Apokalypse: Wenn ihm ein Kopf abgeschlagen wird, scheint es einen anderen hervorzubringen“, so Bischof Bruno Ateba Edo aus Maroua-Mokolo im Norden Kameruns im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Die Regierung im Nachbarland Nigeria hatte Ende 2015 den militärischen Sieg über die Terroreinheit erklärt. Doch unserem Hilfswerk vorliegenden Informationen scheint es jedoch so, als hätte Boko Haram lediglich seinen Fokus verlagert: aus den Zentren in die ländlichen Gebiete Nigerias sowie in die Grenzgebiete zu Kamerun und Tschad.

„An der Grenze vergeht kein Tag, an dem es nicht zu Anschlägen und Übergriffen von Terroristen kommt“, erklärte Bischof Ateba. „Die Meldungen über entführte und hingerichtete Bauern haben in der Bevölkerung Angst und Psychosen ausgelöst.“

„Kein Tag ohne Anschläge und Übergriffe”

In der Weihnachtszeit tauchte ein Video in den sozialen Netzwerken auf, dass die Enthauptung von elf Menschen in Nigeria zeigt.

Die Verantwortung übernahm der sogenannte „Islamische Staat in Westafrika“ (ISWAP). Dabei handelt es sich um eine der beiden Gruppen, in die sich Boko Haram 2016 aufgespalten hatte.

Bischof Bartélemy Yaouda Hourgo aus Yagoua in Kamerun, der aus einem Dorf nahe der nigerianischen Grenze stammt, schrieb an KIRCHE IN NOT: „Mein Heimatdorf existiert nicht mehr. Die Terroristen töteten einen jungen Mann aus meiner Verwandtschaft und plünderten das ganze Dorf, darunter auch mein Elternhaus.“

Boko Haram ist in kleine kriminelle Banden zerfallen

Die Bewohner seien geflohen, nur die alten und kranken Dorfbewohner seien geblieben. Die Geflüchteten müssten jetzt unter freiem Himmel schlafen.

Angaben der nigerianischen Militärführung zufolge ist Boko Haram mittlerweile in einzelne kriminelle Banden zerfallen. „Sie begehen Verbrechen allein zu ihrem persönlichen Vorteil“, erklärte der Stabschef der nigerianischen Armee, Tukur Yusufu Buratai. „Sie kämpfen für keinen anderen Zweck als materielle Bereicherung.“

Bischof Atebo Edo begutachtet die Schäden in einer Kirche, die am 6. Januar 2020 niedergebrannt ist.Nach Angaben des vom britischen Außenministerium veröffentlichten „Nigeria Security Tracker“ sind seit 2012 mehr als 36 000 Menschen bei bewaffneten Übergriffen umgekommen.

Neue Generation von Kämpfern

Die Zahl der Todesopfer ging aber in den vergangenen Jahren zurück. Das ist unter anderem auf gemeinsame Militäraktionen zurückzuführen, zu denen Nigeria, Kamerun und Tschad sich zusammengeschlossen haben.

Diese Einheiten konnten Angriffe von Boko Haram und weiteren Terrorgruppen zwar zurückdrängen, die Bewegung im Keim ersticken konnten sie jedoch nicht. Nun scheint eine neue Generation von Kämpfern heranzuwachsen.

Trotz zahlreicher Anschläge durch Boko Haram sind die Gemeinden in Nigeria sehr aktiv und die Gottesdienst gut besucht.„Die Armut und der Mangel an Zukunftsperspektiven auf dem Land machen sie zu einer leichten Beute für Islamisten“, erklärt Bischof Ateba aus Kamerun.

Hunderttausende Menschen auf der Flucht

Wie Human Rights Watch berichtet, haben die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Boko Haram seit 2014 über eine Viertelmillion Menschen zur Flucht gezwungen. In Kamerun sollen im Jahr 2019 mehr als hundert Zivilisten bei Terroranschlägen ums Leben gekommen sein.

Seit Weihnachten habe es allein in seiner Diözese Maroua-Mokolo 13 Angriffe gegeben, berichtet Ateba. „Als wir glaubten, das ,wilde Tier῾ Boko Haram sei enthauptet worden, ist das Grauen zurückgekehrt.“

HELFEN SIE DEN MENSCHEN IN KAMERUN

KIRCHE IN NOT unterstützt das Leben der notleidenden christlichen Gemeinden in Kamerun und den Einsatz der Kirche für vertriebene und geflüchtete Menschen.

Um weiterhin helfen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden – entweder online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Kamerun

Niedergebrannte Kirche der St. Peter Pfarre in Douroum
Bischof Bruno Ateba von Maroua-Mokolo

In den englischsprachigen Regionen im Nordwesten und Südwesten Kameruns verschärft sich die gesellschaftspolitische Krise immer weiter. Besonders stark davon betroffen ist die Diözese Buea. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN) laut Berichten von Partnern vor Ort.

Nach Schätzungen lokaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen wurden in der Diözese Buea mehr als 200 Zivilisten – nicht nur Katholiken – getötet, inklusive Frauen und Kinder. Laut den Quellen von KIRCHE IN NOT wird geschätzt, dass es mehr als 20.000 Vertriebene gibt. Seit der Verschärfung der Krise im November 2016 sind mindestens acht Ortschaften niedergebrannt worden, 70 wurden angegriffen und geplündert. Insgesamt haben Bewohner 25 Dörfer auf die Suche nach Zuflucht in Farmen und im Dschungel verlassen.

Wegen der anhaltenden Unsicherheit sahen sich zehn Pfarren und Missionsstationen, vor allem in den Dörfern Muyuka und Muea, gezwungen, ihre pastorale Arbeit einzustellen. Andere wurden bei Konflikten zwischen staatlichen Sicherheitskräften und Unabhängigkeitskämpfern angegriffen, zum Beispiel Bolifamba (Meile 16) an Heiligabend 2018 sowie Muyuka, Ekona und Muea am 25. März dieses Jahres. Auch das Leben der Priester in der Diözese ist in großer Gefahr, wie die brutale Ermordung von Pater Alexander Sob aus der Pfarre Bomaka am 20. Juli 2018 in Muyuka zeigt, so die Quelle.

Den Berichten nach leidet nicht nur die Seelsorge, sondern auch die von der Diözese unterstützten Bildungsaktivitäten unter den Folgen des Konfliktes: Seit 2016 sind 40 katholische Grundschulen geschlossen worden. Andere wurden angegriffen und Opfer von Vandalismus, wie das College of Our Lady of Grace in Muyuka und das College of Our Lady of Mount Carmel in Muea am 22. September 2017. Auch die bekannte Sant Joseph High School in Sasse wurde von bewaffneten Zivilisten überfallen. Dieser Angriff hatte 20 verletzte Schüler und Lehrer sowie die vorübergehende Schließung sämtlicher katholischer Schulen in der Diözese zur Folge.

Darüber hinaus wurde KIRCHE IN NOT informiert, dass in den diözesanen Krankenhäusern wie dem Mount-Mary-Hospital und dem Regina-Pacis-Hospital in Muntengene die Zahl der Patienten wegen der massiven Flucht in andere Gebiete drastisch gesunken sei. Außerdem seien Sicherheitskräfte mit Schusswaffen in katholische Gesundheitszentren eingedrungen, um nach Unabhängigkeitskämpfern zu suchen, die dort angeblich aufgenommen wurden. Es gäbe auch Fälle, bei denen Frauen ohne ärztliche Hilfe ihre Kinder zur Welt bringen mussten, beklagt KIRCHE IN NOT.

Laut Bericht seien die gravierende Nahrungsmittelknappheit und die steigenden Preise besorgniserregend. Wegen der Vertreibung der Bauern von ihren Äckern sei in naher Zukunft die Ernährung der Bevölkerung nicht mehr gesichert, bestätigen die Quellen. Unterernährung und weitere gesundheitliche Probleme seien unvermeidbar.

Die aktuelle Krise begann sich in der Diözese Buea im Oktober 2016 zu verschärfen, als Sicherheitskräfte scharfe Munition bei weitgehend friedlichen Protesten der englischsprachigen Bevölkerung einsetzten, die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1961 von den überwiegend französischsprachigen Behörden ausgegrenzt wurden. Die Demonstranten warfen vor, dass ihnen die französische Sprache und Traditionen aufgezwungen wurden, und forderten mehr Autonomie und Respekt für ihre Bräuche.

Den bei KIRCHE IN NOT eingegangenen Berichten zufolge nehmen Geistliche und Gläubige trotz all der Herausforderungen weiterhin beharrlich ihre pastoralen Aufgaben wahr und kommen von tiefem Glauben bewegt zu großen Gottesdienstfeiern wie der diesjährigen Chrisammesse in der Kathedrale von Small Soppo.

KIRCHE IN NOT hat in den letzten 25 Jahren mehr als 20 Projekte in der Diözese Buea gefördert. Im aktuellen Jahr kommt der Großteil der Unterstützung den von der Krise betroffenen Frauen-Ordensgemeinschaften zugute.