
34 Schwestern aus dreizehn verschiedenen Gemeinschaften kümmern sich in der Diözese Holguin um alte und kranke Menschen, begleiten Familien, trösten Einsame und Trauernde und bringen allen die Frohe Botschaft.
Bischof Emilio Aranguren Echeverria ist dankbar für den wertvollen und unverzichtbaren Dienst dieser Ordensfrauen. Er nennt sie „ein Zeichen der Hoffnung“ und berichtet, dass die Schwestern von allen Bürgern geschätzt werden.
In der Tat ist Hoffnung das, was die Menschen in Kuba am dringendsten benötigen. Denn viele sind resigniert und sehen keine Zukunft. Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise wissen viele nicht mehr weiter. Es fehlt an allem, und der Alltag ist ein einziger Kampf ums Überleben. Viele Menschen wissen zudem kaum noch etwas vom Evangelium.

Die liebevolle Fürsorge der Schwestern wird also dringend gebraucht. Aber auch sie sind von der Krise schwer betroffen, so dass sie Schwierigkeiten haben, die Kosten für Energie, Treibstoff, Lebensmittel, medizinische Versorgung und andere lebensnotwendige Dinge zu decken. Dank Ihrer Hilfe kamen 16.000 Euro zusammen, die es den Ordensfrauen ermöglicht haben, auch in diesem Jahr wieder „Zeichen der Hoffnung“ zu sein. Es ist ein wertvoller Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.
Im Namen aller Ordensschwestern schreiben uns die Schwestern der Kongregation „Maria und Martha“: „Wir sind überaus dankbar für Ihre Unterstützung, insbesondere deshalb, weil Sie uns nicht nur materiell, sondern auch spirituell helfen. Entfernung und Zeit spielen keine Rolle, denn es ist die Liebe, die unsere Seelen verbindet. Wir versprechen Ihnen, Ihnen das Gute, das Sie uns tun, durch unsere Gebete zurückzugeben. Wir empfehlen Sie dem Schutzmantel Mariens an. Bitte fühlen Sie sich jetzt und für immer als Teil unserer geistlichen Familie. Es gibt keine Worte, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Möge der Herr Sie immer segnen und Ihnen reiche Gnaden gewähren.“
Die Kubaner schätzen die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha besonders, da sie stets zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. Sie nennen sie liebevoll „Sanchinas“. Die Kongregation wurde 1869 auf der Insel gegründet, um armen Behinderten und Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre haben die Schwestern ihre Aktivitäten auf die Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Unterstützung von Familien und älteren Menschen, den Aufbau von Berufsschulen sowie die Seelsorge in Pfarren ausgeweitet.
Zwei „Sanchinas“, Schwester Isabel und Schwester Leonida, gehen dieser Arbeit in Camagüey nach, der drittgrößten Stadt Kubas. Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT (ACN) sind sie ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise, die die Insel belastet. In der Gemeinde María Inmaculada (Unbefleckte Empfängnis) gelingt es den beiden Ordensschwestern, ihre Zeit und Ressourcen zu vervielfachen, um sich um Kinder, deren Familien, Jugendliche, ältere Menschen und Kranke zu kümmern. Hinter ihrem Lächeln verbirgt sich eine Lebenswirklichkeit, die von täglichem Kampf und Hoffnung geprägt ist und nur durch die Gnade Gottes getragen wird.

Die Stadt mit 300 000 Einwohnern und einem eleganten historischen Zentrum, das zum Weltkulturerbe gehört und aus labyrinthartigen Gassen und Kopfsteinpflaster besteht, wurde jedoch von einer Wirtschaftskrise überrollt, die viele Familien in tiefe Not gestürzt hat. Die galoppierende Inflation und der Kaufkraftverlust haben dazu geführt, dass für die meisten Menschen das Nötigste unerschwinglich geworden ist. Die Einwohner von Camagüey stehen in langen Schlangen an, um Lebensmittel und Medikamente zu bekommen, oft gehen sie jedoch mit leeren Händen nach Hause.
Die Schwestern teilen den Schmerz der Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können, der älteren Menschen, die keine Medikamente finden, und der jungen Menschen, die in der Auswanderung ihren einzigen Ausweg sehen. Dieser ständige Exodus droht, das Land seiner unverzichtbaren Arbeitskräfte und Köpfe zu berauben. In solch komplexen Umständen ist die Präsenz der Schwestern für viele ein Zeichen der Hoffnung, ein Beweis dafür, dass die Liebe Gottes inmitten aller Widrigkeiten niemals versagt.
Auch sie müssen mit dem Nötigsten auskommen, da wirtschaftliche Einschränkungen ihre Möglichkeiten zur Selbstversorgung begrenzen. Ohne die Hilfe der Vorsehung und die Großzügigkeit vieler Menschen könnten sie ihr apostolisches Werk nicht aufrechterhalten. Mit Einfallsreichtum strecken sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bis zum Äußersten, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken.
Oft denken sie an die Worte des heiligen Johannes Paul II. während seines historischen Besuchs auf der Insel im Januar 1998: „Verliert nicht die Hoffnung angesichts des Mangels an materiellen Mitteln für die Mission und angesichts der Knappheit der Ressourcen, unter der ein großer Teil dieses Volkes leidet. Nehmt weiterhin die Einladung des Herrn an, für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu arbeiten, alles andere wird euch hinzugeschenkt werden.“ In diesem Sinne haben Schwester Isabel und Schwester Leonida Projekte wie den Kindergarten „Amiguitos de Sancha“ ins Leben gerufen, in dem sie vierzehn Kinder im Alter von ein bis vier Jahren aus benachteiligten Familien betreuen, deren Mütter arbeiten müssen und niemanden haben, der auf sie aufpasst. Zu ihrer Arbeit gehört auch die Begleitung der jungen Eltern und Großeltern der Kleinen, einer Gemeinde von 78 Personen.

Gladys, die im Kindergarten der Schwestern arbeitet, sagt, dass sie durch die Zusammenarbeit mit ihnen „gelernt habe, zu vergeben, meine Mitmenschen mehr zu lieben, das Wenige, das ich habe, zu teilen und mich sicher zu fühlen, weil Gott, unser Vater, bei mir ist und mich niemals verlässt“. „Heute bin ich ein gläubiger Mensch, heute kann ich sagen, dass ich ein Leben habe, weil ich auf den Herrn vertraue … und ich verdanke es der Gnade, dass ich in das Leben der Schwestern gekommen bin und sie in meines“, erzählt sie.
Die Eltern von Diego und Beatriz betonen, dass die Schwestern „den Kindern Unabhängigkeit beibringen und die Familien integrieren“. Auch Roberto und Pilar, die Eltern von Alaia, sagen, dass sie ihnen „helfen, eine große Familie zu sein“. Ihre kleine Tochter, die erst seit sieben Monaten in der Kindertagesstätte ist, habe „eine große Veränderung durchgemacht, denn dort werden ihr Werte vermittelt, es wird ihr beigebracht, Gott zu lieben und zu respektieren, mit ihren Freunden zu teilen und selbstständig zu essen; seit sie in der Kindertagesstätte ist, spricht sie auch ein wenig mehr“.
Die Schwestern betreuen auch die Pfarre und geben Handarbeitskurse, um Programme zur menschlichen Entwicklung und Wertebildung zu fördern. Sie haben etwa 20 Koordinatoren für die Gesundheitsseelsorge ausgebildet, die sie bei Besuchen bei den Kranken begleiten, um jenen geistigen Beistand, Lebensmittel und Medikamente zu bringen. Wenn sie sich das Benzin oder die Fahrkarten leisten können, besuchen sie bedürftige Menschen, die weit entfernt wohnen, und erreichen so Orte, wo man Gott nicht kennt.
„Sie haben mir handwerkliche Tätigkeiten beigebracht und mir gezeigt, wie man den Herausforderungen des Lebens mit Freude und Stärke begegnet. Sie haben uns durch ihr Beispiel vorgelebt, was es heißt, den Glauben zu leben, die Ärmsten zu lieben, zu helfen, ohne etwas dafür zu erwarten, und alle Aktivitäten, die wir unternommen haben, haben mich mit Hoffnung und Liebe erfüllt“, versichert Lourdes, die nun als Krankenbesucherin mit den Schwestern zusammenarbeitet.

„Ich habe meinen Mann nach 27 Jahren Ehe verloren, und es war sehr schmerzhaft, allein zu bleiben. Die Schwestern sind mir eine Stütze, sie begleiten mich, beraten mich und machen mir Mut“, erklärt Marlene. „Sie haben mich glücklich gemacht, indem sie mich zur Mission eingeladen haben, Kranke zu besuchen, denn das ermutigt mich, mit Glauben und Begeisterung zu leben“, fügt sie hinzu.
„Ich besuche die Kranken mit großer Freude und entdecke durch sie Gott, der in den Einfachen und Demütigen wirkt“, versichert Alicia, die seit zehn Jahren mit den Schwestern zusammenarbeitet. „Alles, was ich von den Armen und Entrechteten gelernt habe, verdanke ich ihnen“, gesteht sie.
Darüber hinaus begleiten die Ordensschwestern zehn Jugendliche und fünfzehn Heranwachsende spirituell und organisieren für sie regelmäßige Treffen, Workshops und Katechese. „Mit ihnen habe ich gelernt, wer sich in diesem Stückchen Brot verbirgt, was Exerzitien und eine Mission sind. Sie haben mich auf meinem Glaubensweg begleitet und mir stets Orientierung gegeben“, erklärt Anyelis aus der Jugendgruppe. „Die Schwestern von Sanchinas stehen für Einfachheit und sind Teil der kubanischen Geschichte. Sie zeigen mir, dass in der Armut und im Dienst an den Bedürftigsten die Freude am Dienen liegt, etwas, das ich als junge Kubanerin in meinem Land für unverzichtbar halte“, erklärt sie. Die 13-jährige Yénifer erzählt: „Ich habe sehr schwierige Zeiten durchgemacht und weder meine Eltern noch meine Geschwister haben mich verstanden. Ich war sehr rebellisch, aber durch die Teilnahme an den Gruppen, die von den Schwestern geleitet werden, habe ich gespürt, dass sie mich lieben, mich schätzen, mich unterstützen und mir helfen. Ich bin glücklich, weil sie mich motivieren, Jesus zu begegnen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha in den Diözesen Camagüey, Havanna und Santiago de Cuba, um die Präsenz der Kirche in den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu stärken und die Fortsetzung der Arbeit dieser Ordensschwestern auf der Insel zu ermöglichen.
Vor rund einem Jahr gingen auf Kuba Millionen Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen die Regierung und die staatstragende kommunistische Partei. Auslöser war ein Mangel an Lebensmitteln und medizinischen Produkten sowie die Reaktion der Regierung auf die Covid-19-Pandemie. Es handelte sich um die größten Proteste seit fast zwei Jahrzehnten.
Die politische Führung ließ tausende Demonstranten festnehmen. Die Unterdrückung der Proteste und die anhaltende Krise führten erneut zu einem Anstieg der Auswanderung aus Kuba. Über die Situation sprachen wir mit dem kubanischen Priester Bladimir Navarro, der aktuell in Spanien lebt.

KIRCHE IN NOT: Wie ist die Lage in Kuba ein Jahr nach den Massenprotesten?
Bladimir Navarro:Die Menschen in Kuba hungern und sind in großer Not. Es ist sehr traurig zu sehen, wie alte Menschen ihr Hab und Gut auf der Straße verkaufen, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Die Menschen in Kuba überleben, doch die schlimmste Armut ist der Mangel an Freiheit.
Abgesehen vom wirtschaftlichen Elend leben die Kubaner im Elend der Angst, der Auswanderung, des Mangels an Werten. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Medikamenten. Man kann nicht einmal Schmerzmittel bekommen, von Antibiotika ganz zu schweigen.
Hat sich die Lage nach dem 11. Juli 2021 verschlimmert, als die friedlichen Proteste begannen?
Die kommunistische Regierung hat Angst, ihre Macht zu verlieren. Es wurden neue Gesetze erlassen, um ihre Ideologie in der Zukunft aufrechtzuerhalten. Die Inflation hat enorm zugenommen. Die Kubaner waren sehr froh, als angekündigt wurde, dass die Löhne steigen. Aber jetzt sind die Preise für die grundlegendsten Dinge explodiert.
Wir sehen, dass viele Häuser im ganzen Land einstürzen, während in Havanna neue Hotels gebaut werden. Wer die Stimme erhebt und die Wahrheit sagt, läuft Gefahr, dass gegen ihn vorgegangen wird. Die Haftstrafen haben zugenommen.

Was ist mit den Menschen geschehen, die im vergangenen Jahr Freiheit forderten?
Es ist ein Jammer, dass so viele junge Menschen im Gefängnis sitzen. Die Haftstrafen sind sehr hoch, oft mehr als zehn Jahre. Einige von ihnen sind sogar noch minderjährig. Über 900 Menschen sitzen noch im Gefängnis – einfach nur, weil sie am 11. Juli 2021 friedlich demonstriert haben.
Jetzt ist das Regime hinter jedem her, der ein Bild oder einen Kommentar gegen den Kommunismus in den sozialen Medien postet. Jeder, der über sein tägliches Leben berichtet, vom Anstehen, um Brot zu kaufen oder über die Situation an den Schulen, wird bedroht. Deshalb haben sich viele Menschen entschlossen, das Land zu verlassen; die Auswanderung nimmt wieder stark zu.
Was kann die katholische Kirche auf Kuba tun, um dieses Leiden zu lindern?
Das Schlüsselwort lautet „begleiten“, das Leiden der Menschen begleiten. Es gibt viele Menschen, Ordensleute, Priester, Bischöfe und engagierte Laien, die den Menschen in dieser traurigen Zeit Ermutigung und Hoffnung geben. Ein weiterer Teil der Hilfe ist materiell, wie sie Hilfswerke wie KIRCHE IN NOT leisten. Die Kirche ist ein Zufluchtsort der Hoffnung, um dem Herrn nahe zu sein und die Wunden der kommunistischen Ideologie zu heilen.

Wie können wir im Ausland die kubanische Kirche bei dieser Mission unterstützen?
Sie können uns helfen, indem sie die Stimme der Stimmlosen sind und die Geschehnisse in Kuba sichtbar machen. Denn nach den Massenprotesten ist Kuba vielfach keine Nachricht mehr wert. Die Lage hat sich erheblich verschlechtert, nicht nur wegen des Krieges in der Ukraine, sondern auch wegen der jahrelangen Misswirtschaft. Auch das Gebet ist von grundlegender Bedeutung.
Hoffentlich wird KIRCHEIN NOT auch weiterhin Unterstützung leisten, damit die Kubaner merken, dass sie nicht allein sind.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Kuba
Die Kongregation der „Dienerinnen Mariens“ wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Madrid gegründet, um Kranke in den Krankenhäusern und im häuslichen Umfeld unentgeltlich und mit besonderer Liebe und Fürsorge zu pflegen. In jedem Kranken erkennen sie Christus selbst.
Bereits seit 1875 ist die Gemeinschaft auch auf der Karibikinsel Kuba vertreten. Heute sind in der Hauptstadt Havanna Schwestern aus verschiedenen Ländern tätig. Sie stammen aus Spanien, Puerto Rico, der Dominikanischen Republik und aus Kuba selbst.

Nachts halten sie Nachtwachen in den Krankenhäusern oder bei Patienten, die sie daheim pflegen. Tagsüber waschen sie die Kranken und bereiten ihnen Essen zu. Die Pandemie hat diesen Dienst sehr erschwert.
Zudem kommen täglich hilfesuchende Menschen an die Pforte des Klosters. Mehr als dreißig Arme, Alkoholabhängige und psychisch Kranke klopfen an die Tür der Schwestern. Auch sie finden Hilfe, Trost und Fürsorge.
„Sie können sich nicht vorstellen, wie prekär die Lage in den kubanischen Familien ist. Die meisten können sich das, was für ein würdiges Leben notwendig ist, nicht leisten“, berichtet Schwester Maria Isabel. Da die Schwestern ihren Dienst aus Liebe und für Gottes Lohn verrichten, sind sie selbst materiell arm. Sie sind daher dankbar für die 7.000 Euro, die unsere Wohltäter als Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt gespendet haben. Schwester Maria Isabel schreibt: „Noch einmal möchten wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, in der auch die Dankbarkeit so vieler Menschen widerhallt, die von unserer Gegenwart, unserem Dienst inmitten dieses Volkes profitieren. Wir bitten Gott den Vater, dass Er Sie in Seiner Vorsehung weiterhin segne und in vielen Herzen die Großzügigkeit erwecke, um mit den Benachteiligten zu teilen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt jedes Jahr Tausende Ordensschwestern in aller Welt. 2020 waren es über 18.000.
In einem Aufruf haben hunderte kubanische Geistliche und Gläubige das kommunistische Staats- und Gesellschaftssystem ihres Landes scharf kritisiert und zu einer grundlegenden Erneuerung aufgerufen.
In dem Appell vom 24. Januar, der KIRCHE IN NOT vorliegt, zeichnen die Verfasser ein düsteres Bild der Lage auf Kuba: „Wir erleben den Kollaps des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Modells“, so die Verfasser. Die autoritäre Herrschaft müsse überwunden werden.
„Kuba braucht politische Veränderungen“, fordert der Appell. Das seit der kommunistischen Revolution in den 1950er-Jahren bestehende System sei nicht mehr reformierbar. In Anspielung auf die atheistische Staatsideologie schreiben die Verfasser: „Dieses Volk hat vor vielen Jahren Gott den Rücken zugekehrt. Wenn ein Volk aber das tut, kann es nicht vorwärtsgehen.“

Vor allem beklagt der Aufruf die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes. Trotz Arbeit hätten die „Menschen nicht die Möglichkeit, das zu kaufen, was sie für ein würdevolles Leben brauchen. Sie leben unter der ständigen Bedrohung von Mangel und unerreichbar hohen Preisen.“
Die Not mache es vielen Bürgern „schier unmöglich, ohne illegale Aktivitäten zu überleben“, beklagen die Autoren: Diebstahl, Bestechung, Erpressung und Schwarzmarkt seien an der Tagesordnung. „Die ,Jeder für sich’-Atmosphäre, in der alles erlaubt ist, zeigt eine Korruption, die beinahe alle Gesellschaftsschichten durchdringt“, so der Text weiter.
Viele Kubaner sind aufgrund der wirtschaftlichen Misere gezwungen, ihr Geld im Ausland zu verdienen. Die Arbeitsmigration reiße die Familien auseinander, so der Aufruf. „Oft gibt es keinen anderen Weg, die Lebensqualität zu verbessern, als Familien zu trennen.“

Der tägliche Überlebenskampf führe auch zum Verlust der moralischen Orientierung: „Nicht selten wird die Ankündigung eines Babys, die Grund zur Freude und Hoffnung sein sollte, zur Ursache für Unsicherheit und Sorgen und endet in einer Abtreibung“, so das Papier.
Hinzu komme das Gefühl einer flächendeckenden Überwachung. Die „exzessive Kontrolle der Organe der Staatssicherheit, die sogar das Privatleben betrifft“ versetze Menschen in Angst, obwohl sie völlig unschuldig seien.
Um die Krise auf Kuba zu überwinden, schlagen die Verfasser mehrere Maßnahmen vor. So müsse die juristische Rahmenordnung verbessert und Rechtssicherheit geschaffen werden. „Die Tatsache, dass es keine (…) unabhängigen Anwaltskanzleien gibt, sorgt dafür, dass der Teil der Gesellschaft straffrei ausgeht, der mit der Regierung verbunden ist, während jede (…) von der politischen Linie abweichende Initiative gefährdet wird“, so die Verfasser.

Außerdem brauche es einen gesellschaftlichen Dialog, in den auch die Exil-Kubaner einbezogen werden müssten, die vor der kommunistischen Revolution ins Ausland geflohen sind. „Wir brauchen die Anerkennung der vollen Staatsbürgerschaft für die im Ausland lebenden Kubaner“, fordert der Text.
Vor allem aber gehe es darum, sich für die Wahrheit zu entscheiden: „In der Wahrheit zu leben, hat manchmal einen hohen Preis, macht uns aber innerlich frei trotz aller äußeren Zwänge. In der Lüge zu leben, heißt, in Ketten zu leben. (…) Wir sind ein schlafender Riese, der Kuba verändern kann.“
Zum 1. Februar hatten sich bereits über 725 Personen öffentlich dem Appell angeschlossen, darunter zahlreiche Geistliche.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Kuba