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Der myanmarische Bischof John Hsane Hgyi ist im Alter 68 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Dies erfuhr KIRCHE IN NOT aus Kirchenkreisen in Myanmar. Bischof Hgyi stand 18 Jahre der Diözese Pathein vor. Er war Nachfolger des heutigen Erzbischofs von Yangon (Rangun), Charles Maung Kardinal Bo. Pathein ist die viertgrößte Stadt Myanmars und liegt im Südwesten des Landes.

Myanmar leidet aktuell unter einer dritten Corona-Welle aufgrund der sich ausbreitenden Delta-Variante. Erst vor wenigen Tagen erklärte Kardinal Bo, der auch Präsident der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar ist: „Covid-19 führt einen Krieg gegen unser Volk mit einer unbekannten Grausamkeit. Tausende Menschen sind infiziert, Hunderte werden hastig auf überfüllten Friedhöfen begraben, ohne dass sie jemand betrauern kann. Tag und Nacht warten die Menschen in überfüllten Straßen auf Sauerstoff-Lieferungen.“

Nachrichten und Fotos aus Myanmar zeigen Menschen, die in ihren Häusern und in Ambulanzen ohne angemessene Behandlung sterben. Die Pandemie verbreitet Angst und Unruhe in der Bevölkerung.

Bischof John Hsane Hgyi.

„Das Land hat zu viele Tränen gesehen”

Mit Verweis auf die schwierige Lage des Landes seit dem Militärputsch im Februar rief Kardinal Bo zu Versöhnung und Frieden auf, um die Gesundheitskrise zu lösen: „Myanmar hat in jüngster Zeit zu viele Tränen gesehen.

Der einzige Krieg, den wir führen müssen, ist der gegen das tödliche unsichtbare Virus, das sich selbst für die Supermächte der Welt als unbesiegbar erwiesen hat. Können wir uns jetzt Krieg, Konflikte und Vertreibung leisten? Es ist an der Zeit, eine Armee von Freiwilligen zusammenzustellen, die mit medizinischem Gerät bewaffnet ist, um die leidenden Menschen zu erreichen.“

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern, rief neben der praktischen Hilfe zum Gebet für die Menschen in Myanmar auf: „Wir müssen unsere Gebete für dieses Land verstärken, das solche Qualen erleidet, damit es sich als eine Nation gegen die Pandemie vereint.“

Betende Frau in Myanmar.

Der verstorbene Bischof Hsane Hgyi habe sich nicht geschont

Der verstorbene Bischof Hsane Hgyi habe sich nicht geschont, um die Not und die Schmerzen der Menschen zu lindern, erklärte Heine-Geldern: „Beten wir vor allem für die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Katecheten, die sich für die geistliche Heilung in Myanmar einsetzen.“

In Myanmar sind etwa acht Prozent der 54 Millionen Einwohner Christen. Seit Jahren unterstützt KIRCHE IN NOT die lokale katholische Kirche nach Kräften. Bereits während der zweiten Corona-Welle Ende 2020 leistete das Hilfswerk Nothilfe für Priester, Ordensleute, Katecheten und Familien in extremer Not.

Unterstützen Sie die kleine und bedrängte christliche Minderheit Myanmars! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Am bislang blutigsten Tag seit Beginn des Militärputsches in Myanmar hat der ranghöchste katholische Repräsentant des Landes, Charles Maung Kardinal Bo, einen erneuten Friedensappell veröffentlicht. „Diese Krise wird nicht durch Blutvergießen gelöst. Sucht Frieden! Das Morden muss sofort aufhören. So viele sind umgekommen“, schrieb der Erzbischof von Yangon in einer am 14. März veröffentlichten Botschaft, die dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegt. Der Appell fiel mit Medienberichten zusammen, wonach am Sonntag bis zu 50 Demonstranten von Militärs erschossen worden sein sollen – die wohl bislang höchste Opferzahl an einem Tag.
Myanmar auf der Landkarte. Foto: TUBS/wikipedia

Bislang mindestens 125 Tote bei Protesten

Laut der „Hilfsvereinigung für Politische Gefangene“ in Myanmar sind seit dem Militärputsch vom 1. Februar bislang mindestens 125 Personen ums Leben gekommen. Am Wochenende wurde in sechs Stadtbezirken der Metropole Yangon das Kriegsrecht verhängt. Auslöser waren Brandanschläge auf chinesische Fabriken.

Beobachter und zahlreiche Bewohner Myanmars sehen China als Strippenzieher des Putschs. In einer Twitter-Mitteilung erklärte die „Bewegung für zivilen Ungehorsam“, das die Proteste am Sonntag koordiniert hat, die Brandschläge seien nicht von den Demonstranten verübt worden: „Die Terrorjunta ist voll und ganz verantwortlich für die Brände.“

Charles Maung Kardinal Bo, Erzbischof von Yangon. Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik

Ermutigung aus dem Vatikan

In seiner Botschaft wies Kardinal Bo darauf hin, dass viele Unschuldige in den Konflikt mit hineingezogen würden: „Das vergossene Blut ist nicht das Blut eines Feindes. Es ist das Blut unserer Brüder und Schwestern, unserer eigenen Bürger. … Hört auf mit dem Töten. Hört auf mit der Gewalt!“

In seinem Schreiben betonte Kardinal Bo auch die Solidarität von Papst Franziskus mit den Menschen in Myanmar. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe die Kirche Myanmars ermutigt, sich in den Friedensprozess einzubringen, führte Bo aus: „Gestärkt durch die Ermutigung des Vatikans verpflichten wir uns zusammen mit allen Menschen guten Willens zu der Aufgabe, diese Nation in gegenseitigem Verständnis und Frieden wiederauferstehen zu sehen.“

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Nach dem Militärputsch in Myanmar hat der ranghöchste Kirchenvertreter des Landes, Charles Maung Kardinal Bo, einen Friedensappell an die Konfliktparteien und die Weltöffentlichkeit gerichtet.

„Wir gehen durch die herausforderndste Periode unserer Geschichte“, schreibt der Erzbischof von Yangon (Rangun) und Vorsitzende der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen in seiner Erklärung vom 3. Februar, die KIRCHE IN NOT vorliegt.

Die Bürger Myanmars ruft Bo dazu auf, trotz „der unerwarteten, schockierenden Ereignisse“ die Ruhe zu bewahren und nicht zur Gewalt zu greifen: „Wir haben genug Blut vergossen.“ Es gebe auch gewaltlose Formen des Protests, schreibt der Kardinal.

Betende Frau in Myanmar (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

„Die Bewohner Myanmars sind der leeren Versprechungen müde“

Einen flehentlichen Appell richtet Bo an die Ärzte und Pflegekräfte, die aus Protest gegen das Vorgehen des Militärs die Arbeit niedergelegt haben: „Wir gehen durch eine Zeit der Pandemie. (…) Verlassen Sie die Menschen in Not nicht!“

An die Militärs, in Myanmar Tatmadaw genannt, richtet Bo die Frage, was beim Demokratisierungsprozess in den vergangenen Jahren schiefgelaufen sei: „Gab es einen Mangel an Dialog zwischen den gewählten Regierungsvertretern und den Tatmadaw?“ Die Vorwürfe des Militärs, dass bei den Parlamentswahlen im November Wahlbetrug verübt worden sei, könnten „durch Dialog in Gegenwart neutraler Beobachter“ gelöst werden, erklärt der Kardinal.

„Jetzt versprechen Sie mehr Demokratie nach einer Untersuchung und neuen Wahlen. Die Bewohner Myanmars sind der leeren Versprechungen müde“, merkt Bo skeptisch an und fragt, wie das Militär das Vertrauen des Volkes gewinnen wolle.

Kirche in Myanmar (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

„Die Wahrheit wird sich durchsetzen”

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Freilassung der Angehörigen der bisherigen Regierungspartei NLD (Nationale Liga für Demokratie) und weiterer Inhaftierter: „Sie haben Demokratie versprochen. Fangen Sie damit, indem Sie sie freilassen. Die Welt wird Sie verstehen.“

An die frühere Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die ebenfalls vom Militär inhaftiert wurde und nun wegen Wirtschaftsvergehen angeklagt werden soll, richtet der Kardinal persönliche Worte: „Sie werden immer die Stimme unseres Volkes sein. (…) Sie sind die Mutter der Nation. Die Wahrheit wird sich durchsetzen.“ Gleichzeitig betont Bo, dass die „jüngsten Ereignisse auf einem Mangel an Dialog und gegenseitiger Akzeptanz“ beruhten. „Bitte hören Sie auf andere.“

Schließlich wendet sich Kardinal Bo in seinem Appell an die Weltgemeinschaft, der er für das Mitgefühl angesichts der jüngsten Ereignisse dankt. Er warnt aber auch vor vorschnellen Reaktionen: „Sanktionen und Verurteilungen haben wenig Ergebnisse gebracht. Sie schließen Türen und beenden den Dialog.“

Charles Kardinal Bo

„Die besondere Situation und Geschichte anerkennen”

Wirtschaftliche Strafen würden „Millionen Menschen in Armut zurückwerfen.“ Das Ausland müsse die besondere Situation und Geschichte Myanmars anerkennen. „Der einzige Weg ist es, die Akteure zur Versöhnung zu ermutigen“, ist der Kardinal überzeugt: „Frieden ist möglich. Frieden ist der einzige Weg. Demokratie ist das einzige Licht auf diesem Weg.“

In der Nacht zum 1. Februar hat sich das Militär im früheren Birma zurück an die Macht geputscht, nachdem vor zehn Jahren demokratische Reformen eingeleitet worden waren. Laut Militär sollen Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl im November Grund für den Putsch gewesen sein.

Aung San Suu Kyi hatte die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen. Wahlbeobachtern zufolge gibt es keine Beweise für die Vorwürfe des Militärs. Die Streitkräfte haben einen einjährigen Ausnahmezustand über das südostasiatische Land verhängt. Anschließend soll es Wahlen geben. Dies wird jedoch von Beobachtern angezweifelt. Die USA und Europa haben mit Sanktionen gegen das Land gedroht.

Christen sehen sich Diskriminierung ausgesetzt

Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den 54 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben. Christen sehen sich immer wieder Diskriminierung von Seiten radikaler Buddhisten ausgesetzt, zumal viele Christen ethnischen Minderheiten angehören.

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