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Die katholische Kirche „St. Nikolaus“ in der Stadt Thantlang in der Diözese Hakha ist in Brand gesetzt worden. Die Armee brannte am 28. November mehr als 80 Häuser in der Stadt Thantlang im burmesischen Bundesstaat Chin im Westen Myanmars nieder und beschuldigte die Bewohner der Zusammenarbeit mit den Rebellen. Anwohner berichteten, dass die Übergriffe des Militärs am 25. November begannen und die Ausschreitungen in der von Katholiken und Protestanten bewohnten Stadt mindestens vier Tage lang anhielten. Die St. Nikolaus-Kirche wurde vor 28 Jahren erbaut. Obwohl die örtliche katholische Gemeinde klein ist, stammen bereits zwei katholische Priester aus dieser Gemeinde, die bereits in den letzten Monaten von militärischer Gewalt betroffen war. Aufgrund der heftigen Kämpfe zwischen der regulären birmanischen Armee und der separatistischen „Chinland Defence Force“ (CDF) sind alle Einwohner der Stadt Thantlang (etwa 10.000 Menschen) geflohen.
„Während die myanmarische Armee die Häuser von Zivilisten niederbrennt, die lokale Bevölkerung verhaftet und tötet, fliehen in mehreren Gebieten des Landes in den Staaten Chin, Shan und Kayah (in den Gebieten der Diözesen Hakha, Pekhon bzw. Loikaw) die Zivilisten in die Wälder“, berichtet ein einheimischer Beobachter. „In diesen drei Regionen gibt es einen stärkeren und besser organisierten Widerstand der Jugendmilizen gegen die Armee von Myanmar, die Vergeltungsmaßnahmen gegen die lokale Bevölkerung ergreift“.

Zu den wiederholten Anschlägen auf christliche Gotteshäuser äußert sich Bischof Peter Hla von Pekhon im Bundesstaat Shan in einem beherzten Brief an den Chef der örtlichen myanmarischen Armee. In dem Schreiben erinnert der Bischof mit Bedauern an die Bombardierung der Herz-Jesu-Kathedrale in der Stadt Pekhon durch das Militär, die innerhalb von fünf Monaten dreimal unter Beschuss genommen wurde.

„Ein Angriff auf die Kathedrale ist wie ein Angriff auf das Herz eines jeden Gläubigen, alle Gläubigen sind traurig über die Angriffe“, schreibt Bischof Hla. Die Diözese Pekhon, „hat stets herzliche Beziehungen zu den Vertretern der örtlichen Armee unterhalten und ist bereit, eine Beziehung des Respekts zu wahren“. Aber „wenn die Kirchen und katholischen Gebäude erneut angegriffen werden, werden alle herzlichen Beziehungen unterbrochen, und dies wird schmerzhafte Folgen für alle haben“, da es zu weiteren Spannungen und Feindseligkeiten in einer Gesellschaft führen wird, die bereits durch den Bürgerkrieg belastet ist.

Grundlose Gewaltakte gegen Zivilisten und Kultstätten verstärke die Ablehnung und den Protest der Jugend gegen die Armee, so ein einheimischer Priester gegenüber Fides. Er stellt fest, dass Kirchen immer häufiger Ziel militärischer Angriffe werden, während dies bei Pagoden und buddhistischen Tempeln nicht der Fall ist. Die katholischen Gläubigen und die Gläubigen anderer Konfessionen fürchten deshalb gezielte Repressalien gegen christliche Gemeinden.

Die Christen in Myanmar machen etwa 6 % der zu 90 % buddhistischen Bevölkerung aus. Sie leben laut der letzten Volkszählung von 2016 vor allem in den Bundesstaaten Chin, Kayah und Kachin. Sie gehören hauptsächlich ethnischen Minderheiten an, die in der Vergangenheit um Autonomie gegenüber der Zentralregierung gekämpft haben, und leiden aus ethnischen und religiösen Gründen seit langem unter der Feindseligkeit der birmanischen Armee, die sich überwiegend aus Angehörigen der ethnischen Gruppe der Bamar zusammensetzt und buddhistischen Glaubens ist. (Quelle: Fidesdienst)

Am 9.11. wurde die katholische Herz-Jesu-Kathedrale in der Diözese Pekhon im südlichen Teil des Staates Shan im Osten Myanmars von Soldaten der burmesischen Armee unter Beschuss genommen und schwer getroffen. Pfarrer Julio Oo, Priester der Diözese Pekhon, bezeichnet den Angriff gegenüber Fides als, „ein verabscheuungswürdige Handlung, die verurteilt werden muss“. „Der Kirchenkomplex – so Pfarrer Julio – „ist ein Ort der Zuflucht und der Sicherheit in der allgemeinen Instabilität eines gewaltsamen Konflikts“. Vor den Gefechten in der Umgebung suchen Hunderte von Einheimischen Zuflucht in der Kathedrale.

Während lokale Widerstandsmilizen acht Meilen von der Stadt entfernt gegen die Armee kämpfen, „verstärken solche grundlosen Gewaltakte gegen Zivilisten und Kultstätten die Frustration der Jugend und ihren Protest gegen die Armee. Wir sind besorgt: Für die Streitkräfte werden die Kirchen zunehmend zum Ziel von Angriffen“, fügte der Priester hinzu.

Örtlichen Quellen aus der christlichen Gemeinschaft zufolge hat die Armee möglicherweise gezielt die Kirchen ins Visier genommen,“ weil sie das Herzstück der Gemeinschaft sind und die Soldaten mit ihrer Zerstörung die Hoffnung der Menschen zerstören wollen“. In der Diözese Pekhon leben etwa 340.000 Menschen (viele gehören ethnischen Minderheiten wie Shan, Pa-Oh, Intha, Kayan, Kayah an), und es gibt etwa 55.000 Katholiken.

In den letzten Tagen hatte das Militär bereits Häuser und eine Baptistenkirche im Dorf Ral Ti in der Gemeinde Falam im burmesischen Bundesstaat Chin verwüstet und niedergebrannt. Beim Räumen der Trümmer fanden der Pastor aus dem Dorf und Mitglieder der Gemeinde wie durch ein Wunder ihre Bibeln und Gesangbücher unversehrt.

Die Armee brannte auch 134 Häuser in der Stadt Thang Tlang, ebenfalls im Bundesstaat Chin, nieder und setzte zwei weitere christliche Kirchen in Brand, um Vergeltung an den örtlichen Rebellen zu üben. Der einheimische Christ Lian Hmung Sakhon sagt gegenüber Fides: „Mit solcher Gewalt, der Zerstörung und dem Niederbrennen von Häusern und Kirchen, wird die Armee nicht gewinnen, sondern noch mehr Feindseligkeit und Rebellion unter der Zivilbevölkerung und den jungen Menschen hervorrufen“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Die Gewalt der burmesischen Armee trifft unschuldige Zivilisten im gesamten Staatsgebiet. Am 18. September wurde die Stadt Thang Tlang, eine von neun Städten im burmesischen Bundesstaat Chin, im Westen Myanmars, von der myanmarischen Armee in Brand gesetzt. Achtzig Prozent der etwa zehntausend Einwohner flohen in die Wälder, in nahe gelegene Dörfer oder an die indische Grenze. „Wir werden diese Tragödie nie vergessen“, sagen die Bewohner der Stadt, die zum Gebiet der katholischen Diözese Hakha gehört.

Cung Biah Hum, ein christlicher Pastor der baptistischen Gemeinde, der versuchte, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, wurde von Militärs erschossen. Wie die Chin Baptist Convention (CBC) gegenüber Fides bestätigte, starb der Pastor, der die Thantlang Centenial Baptist Church (TCBC) leitete, während die Armee ihre grausamen Racheaktionen durchführte und Tausende von Menschen vertrieb.

In den letzten Tagen wurden mehr als zehn Dörfer von den Militärs niedergebrannt. Pfarrer David Hmung, ein ortsansässiger katholischer Priester, nennt dieses Vorgehen „unmenschlich und feige“. Dahinter verbirgt sich ein von der Armee inszenierter Rachefeldzug, der organisiert wurde, nachdem die Widerstandskämpfer der „Chinland Dfecnce Forces“ in der ersten Septemberwoche das Militärlager im Dorf Lung Ker nahe der indischen Grenze angegriffen und 15 Soldaten getötet hatten.

Die Katholikin Mary Win aus der Herz-Jesu-Gemeinde in d Hmaw Bi in der Erzdiözese Yangon, berichtete Fides, dass das Militär und die Polizei am 14. September gewaltsam auf das Gelände der katholischen Pfarrei in der Stadt Hmawbi eingedrungen seien, um die Gewalt der Tatmadaw (der regulären burmesischen Armee) zu beenden. Das Militär hatte einen Hinweis auf die angebliche Anwesenheit von Mitgliedern der „Volksverteidigungskräfte“ erhalten, die sich in den Kirchenkomplex und das Haus der Geistlichen geflüchtet haben sollten. Bei dieser Aktion wurde ein Gemeindemitglied festgenommen, auf dessen Mobiltelefon ein Fotog gefunden wurde, das in angeblich mit einem Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie zeigte.

Pfarrer Dominic Teal, ein Priester der Diözese, verurteilte gegenüber Fides die gewalttätige Aktion und betonte in diesem Zusammenhang, dass Soldaten „die Kirche als heiligen Ort respektieren und davon absehen sollten, unbewaffnete Zivilisten und Priester anzugreifen“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: Corto Maltese/wikipedia)

Die burmesische Armee hat am gestrigen 31. August 2021zwei Kirchen, die katholische Johanneskirche und eine Baptistenkirche, im Dorf Chat in der Gemeinde Mindat im burmesischen Staat Chin im Westen Myanmars beschlagnahmt. Das Militär von Myanmar beschlagnahmte die Gotteshäuser und richtete sein Hauptquartier in den beiden Kirchen ein.

Der katholische Pfarrer der Kirche St. Johannes, Pfarrer John Aung drückt gegenüber Fides seine ganze Empörung aus: „Es ist abscheulich. Das Militär hat die Kirche für seine Zwecke beschlagnahmt. Sie öffneten den Tabernakel, nahmen die geweihten Hostien und warfen sie auf den Boden, zertraten und plünderten. Sie haben alle verschlossenen Schränke zerstört. Die Armee sollte wissen, dass man religiöse Gebäude respektiert und nichts im Inneren der Kirche anfassen darf. Wir verurteilen die Aggression und die grundlose Gewalt sowie die Entweihung unserer Kirche, die eine eklatante Verletzung der Religionsfreiheit darstellt“.

Von den insgesamt 68 Häusern des Dorfes, werden 42 von katholischen Familien bewohnt. Die gesamte Gemeinde umfasst 20 Dörfer in der Umgebung. Als das Militär eintraf und in dem Dorf mit einigen Kämpfern der lokalen Widerstandskräfte zusammenstieß, floh der Pfarrer mit den Dorfbewohnern in den Wald.

Shane Aung Maung, einer der baptistischen Christen im Dorf, sagte: „Die Soldaten haben unsere Bibeln, Kirchenmöbel, Stromgeneratoren und Verstärker zerstört. Sie trinken Alkohol im Kirchengebäude. Sie schlachten Vieh und kochen Fleisch in der Kirche“. „Die Armee destabilisiert das Land und greift dabei Mitglieder und das Eigentum christlicher Kirchen an, tötet unbewaffnete und friedliche Zivilisten und brennt Häuser und ganze Dörfer nieder. Wir sind wirklich beunruhigt“, fügt er hinzu.
Der örtliche katholische Priester Pater David Hmun sagt gegenüber Fides: „Wir sind schockiert. Das ist wirklich unvorstellbar. Das Militär in Myanmar ist keine Volksarmee mehr, sondern eine militante Terrorgruppe, die Gewalt gegen das Volk, gegen unschuldige Zivilisten ausübt“.

Im Bundesstaat Chin, einem überwiegend christlichen Gebiet, haben sich die Kämpfe zwischen dem Militär und den zivilen Widerstandsgruppen (Chinland Defence Force, CDF) in letzter Zeit zugespitzt. Das Institute of Chin Affairs, eine gemeinnützige Organisation, die von Vertretern der Ethnie der Chin gegründet wurde und derzeit in Indien ansässig ist, verurteilte die Gewaltakte der Armme und die Belagerung der Kirchen. „Die Belagerung der Kirche und die Zerstörung von Kircheneigentum ist ein Verstoß gegen die Genfer Konvention. Wir fordern ein sofortiges Ende der Handlungen, die gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte verstoßen“, so das Institut in einer Erklärung. Das Institut verurteilt auch die Ermordung hunderter Zivilistenim Staat Chin in den letzten Monaten und weist darauf hin, dass das Land infolge des Militärputsches vom 1. Februar „in einen Bruderkrieg abgleitet, der das Land in den Ruin führt“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Der myanmarische Bischof John Hsane Hgyi ist im Alter 68 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Dies erfuhr KIRCHE IN NOT aus Kirchenkreisen in Myanmar. Bischof Hgyi stand 18 Jahre der Diözese Pathein vor. Er war Nachfolger des heutigen Erzbischofs von Yangon (Rangun), Charles Maung Kardinal Bo. Pathein ist die viertgrößte Stadt Myanmars und liegt im Südwesten des Landes.

Myanmar leidet aktuell unter einer dritten Corona-Welle aufgrund der sich ausbreitenden Delta-Variante. Erst vor wenigen Tagen erklärte Kardinal Bo, der auch Präsident der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar ist: „Covid-19 führt einen Krieg gegen unser Volk mit einer unbekannten Grausamkeit. Tausende Menschen sind infiziert, Hunderte werden hastig auf überfüllten Friedhöfen begraben, ohne dass sie jemand betrauern kann. Tag und Nacht warten die Menschen in überfüllten Straßen auf Sauerstoff-Lieferungen.“

Nachrichten und Fotos aus Myanmar zeigen Menschen, die in ihren Häusern und in Ambulanzen ohne angemessene Behandlung sterben. Die Pandemie verbreitet Angst und Unruhe in der Bevölkerung.

Bischof John Hsane Hgyi.

„Das Land hat zu viele Tränen gesehen”

Mit Verweis auf die schwierige Lage des Landes seit dem Militärputsch im Februar rief Kardinal Bo zu Versöhnung und Frieden auf, um die Gesundheitskrise zu lösen: „Myanmar hat in jüngster Zeit zu viele Tränen gesehen.

Der einzige Krieg, den wir führen müssen, ist der gegen das tödliche unsichtbare Virus, das sich selbst für die Supermächte der Welt als unbesiegbar erwiesen hat. Können wir uns jetzt Krieg, Konflikte und Vertreibung leisten? Es ist an der Zeit, eine Armee von Freiwilligen zusammenzustellen, die mit medizinischem Gerät bewaffnet ist, um die leidenden Menschen zu erreichen.“

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern, rief neben der praktischen Hilfe zum Gebet für die Menschen in Myanmar auf: „Wir müssen unsere Gebete für dieses Land verstärken, das solche Qualen erleidet, damit es sich als eine Nation gegen die Pandemie vereint.“

Betende Frau in Myanmar.

Der verstorbene Bischof Hsane Hgyi habe sich nicht geschont

Der verstorbene Bischof Hsane Hgyi habe sich nicht geschont, um die Not und die Schmerzen der Menschen zu lindern, erklärte Heine-Geldern: „Beten wir vor allem für die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Katecheten, die sich für die geistliche Heilung in Myanmar einsetzen.“

In Myanmar sind etwa acht Prozent der 54 Millionen Einwohner Christen. Seit Jahren unterstützt KIRCHE IN NOT die lokale katholische Kirche nach Kräften. Bereits während der zweiten Corona-Welle Ende 2020 leistete das Hilfswerk Nothilfe für Priester, Ordensleute, Katecheten und Familien in extremer Not.

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Die burmesische Armee hat drei Pastoren der christlichen Baptistenkirche festgenommen, die ein Gebetstreffen für den Frieden in Myanmar leiteten. Wie lokalen Quellen bestätigten, waren zu dem ökumenischen Gebetstreffen für den Frieden, bereits am 3. März Staat Kachin im Norden Myanmars stattfand, waren Gläubige aller Konfessionen in Myanmar eingeladen. Dieses Treffen wurde von den Behörden als „subversiv“ bezeichnet und unter diesem Vorwand wurden Pastor Koshan Singsar (Kachin Baptist Church), Pastor Z Kaw Htinah (Christ Church) und Pastor M Hawng Di (Rawan Baptist Church) festgenommen. Sie wurden demnach gemäß Artikel 505, Absätze (a) und (b) des myanmarischen Strafgesetzbuches strafrechtlich verfolgt, das diejenigen bestraft, die Terror, Falschmeldungen und Subversion gegen den Staat oder seine Vertreter fördern.

Ein katholischer Priester aus der Diözese Myitkyina betont dazu gegenüber Fides: „Das sind absurde Anschuldigungen. Wir können es kaum glauben. Die Militärjunta von Myanmar fürchtet sogar Gebete für den Frieden und die Macht Jesu Christi…. Das Gebet ist keine Subversion, es vertraut sich Gott an. Wir werden weitermachen um von Gott das Geschenk des Friedens zu erflehen“.

Unterdessen hat die Militärjunta die Freilassung von 2.296 politischen Gefangenen angeordnet, darunter Journalisten, Jugendliche und Intellektuelle, die an den friedlichen Demonstrationen nach dem Putsch vom 1. Februar teilgenommen hatten. Nach Angaben des Armeesprechers haben sich die Freigelassenen „nicht an Gewalttaten beteiligt.“ In burmesischen Gefängnissen befinden sich jedoch nach Angaben des Hilfsvereins für politische Gefangene noch immer 5.200 politische Gefangene. Unter den Personen des öffentlichen Lebens in den Gefängnissen sind zahlreiche bei den Wahlen im November 2020 rechtmäßig gewählte Parlamentarier und die demokratischen Anführerin Aung San Suu Kyi. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS)

P. Michael Aung Ling, Pfarrer der katholischen Kirche St. Joseph in Kanpetlet (Diözese Hkha) im burmesischen Bundesstaat Chin, an der Grenze zu Indien, wurde am heutigen 16. Juni vom Militär festgenommen und befindet sich in Haft. Wie eine Quelle aus Kreisen der Ortskirche bestätigte „ist sein Schicksal sehr besorgniserregend, weshalb wir seine sofortige Freilassung fordern“. Wie ein Augenzeuge berichtet, nahmen die Soldaten den katholischen Geistlichen heute Morgen mit, nachdem sie in seine Wohnung eingedrungen waren. Er soll angeblich die Chinland Defense Forces (CDF) unterstützen, die zu den überall in Myanmar nach dem Putsch vom 1. Februar entstandenen Volkswiderstandskräften gehören. Nach Angaben des Militärs bot der Pfarrer Jugendlichen des Widerstands in seiner Pfarrkirche Zuflucht. Die Armee beschlagnahmte auch Säcke mit Reis und Lebensmitteln, die von der Gemeinde als Vorrat für die Schüler der Internate aufbewahrt werden.

„Diese Episode ist ein weiterer Akt der Gewalt und Grausamkeit gegen Menschen oder Einrichtungen der Ortskirche“, beklagt eine einheimische Ordensfrau. Kanpetlet, eine kleine Stadt mit 2000 Einwohnern, in einer hügeligen Gegend, war in der Vergangenheit ein beliebter Fremdenverkehrsort. Auch die katholische St.-Joseph-Kirche befindet sich am Fuße des historischen Victoria-Berges („Khonuthong“ in der Landessprache), ein Ort von außergewöhnlicher naturalistischer Schönheit, der zum Kulturerbe der Vereinigung der Südostasiatischen Nationen (ASEAN) gehört.

Im Bundesstaat Chin im Osten Myanmars an der Grenze zu Indien haben sich die Zusammenstöße zwischen der burmesischen Armee und lokalen Widerstandskämpfern im Kanpetlet-Gebiet im Süden des Bundesstaates verschärft. In den vergangenen Tagen mussten rund 2.000 Einwohner des Ortes aus ihren Häusern fliehen. „Nachdem die Menschen ihre Häuser verlassen haben, plündern die Streitkräfte des Regimes Eigentum und leerstehende Häuser“, so einheimische Beobachter.
Widerstandskämpfer, die mit handgefertigten Waffen wie Schrotflinten und handgefertigtem Sprengstoff ausgestattet sind, wenden Guerilla-Taktiken an, um die Streitkräfte des Regimes mit Hinterhalten zu bekämpfen. Die burmesische Armee wiederum setzt schwere Waffen ein.

In der Diözese Hakha sind von einer Bevölkerung von über 700.000 Einwohnern, die hauptsächlich der ethnischen Gruppe der Chin angehören, etwa 35.000 katholische Gläubige, während rund 40% der Gesamtbevölkerung sind protestantische Christen sind. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

In der Stadt Demoso im Bundesstaat Kayah im Osten Myanmars wurde die katholische Kirche Unserer Lieben Frau des Friedens in der Pfarre Dongankha in der Diözese Loikaw vorsätzlich von der burmesischen Armee angegriffen und schwer beschädigt. Es ist das sechste katholische Kirchengebäude, das von Angriffen oder Überfällen der Armee betroffen ist. Wie ein Priester der Diözese, Pfarrer Paul Tinreh mittielt, wurden keine Verletzten oder Tote gemeldet, und die Kirche ist nur eines der vielen angegriffenen Gebäude in der Gegend: Mehrere Häuser wurden durch Artillerieangriffe beschädigt oder in Brand gesteckt, zu denen es am gestrigen, 6. Juni, in den frühen Morgenstunden gekommen war.

Seit Wochen stellt die Ortskirche ihre Einrichtungen für Vertriebene zur Verfügung, die vor den Bombenangriffen geflohen sind: Neben der Kirche befindet sich ein von katholischen Ordensschwestern betriebenes Altersheim, in dem zusammen mit den älteren Nonnen rund 150 schutzbedürftige Menschen aus dem Dorf Dongankha untergebracht sind, darunter Frauen, ältere Menschen und Kinder. „Der Pfarrer bleibt auch bei ihnen, aber in Wirklichkeit sind sie dort nicht sicher. Da der Staat Kayah zum Kriegsgebiet geworden ist, ist kein Ort in der Gegend mehr sicher“, so Pfarrer Francis Soe Naing, ein weiterer einheimischer Priester gegenüber Fides.

„Wir haben an das Militär appelliert, Kirchen nicht anzugreifen, weil viele Menschen, besonders schutzbedürftige, in ihnen Zuflucht suchen. Aber der Appell stieß auf taube Ohren. Einer der Gründe, warum sie die katholische Kirche angreifen, ist die Zusammenarbeit mit vielen Spendern, mit denen die katholische Kirche Hilfsinitiativen für mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Bundesstaates Kayah (über 300.000 Menschen) auf den Weg brachte, die aufgrund wahlloser Angriffe des Militärregimes gewaltsam vertrieben wurden“, fügt der Jesuitenpater Wilbert Mireh hinzu. „Ein weiterer Grund ist, dass sie sogar Kirchen angreifen, weil sie keinen Hauch von Menschlichkeit oder Herz mehr besitzen“, bemerkt der Ordensmann.
In der Pfarre Dongankha, rund um die gestern getroffene Kirche, leben etwa 800 katholische Familien mit rund 4.600 Menschen, die von 3 Priestern, 2 Ordensbrüdern, 4 Ordensschwestern, 1 Katechetin und 15 ehrenamtlichen Pastoralassistenten betreut werden. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Am 23.5. griffen die Soldaten der birmanischen Armee das 7 km von Loikaw, der Hauptstadt des Bundesstaates Kayah, entfernte Dorf Kayan Tharyar mit Artilleriegeschossen an, um dort gegen mutmaßliche Rebellengruppen vorzugehen. Eine der Mörsergranaten traf die katholische Kirche des Dorfes und tötete mindestens zwei Frauen und verwundete mehrere andere Vertriebene, die dort Zuflucht gesucht hatten. Dies berichteten die Jesuiten in Myanmar. Die Bewohner des Dorfes Kayan Tharyar glaubten, dass die Pfarrkirche ein „Ort sein würde, an dem die Vertriebenen eine sichere Zuflucht finden“, schreiben die Jesuiten.

Auch die Herz-Jesu-Kathedrale von Pekhon (etwa fünfzehn Kilometer von Loikaw entfernt) wurde durch Artilleriegeschosse beschädigt. Die Jesuiten verurteilen diese „abscheulichen Verbrechen auf das Schärfste“ und fordern, dass „das birmanische Militär zur Rechenschaft gezogen wird“. Das Militär so die Ordensleute müsse die Angriffe auf Zivilisten und Kirchen sofort stoppen. Die Bomben haben die Gebäude in Schutt und Asche gelegt, mit Bildern, die an einen Kriegsschauplatz erinnern.
Der Bundesstaat Kayah, in dem 75% der Einwohner ethnischen Minderheiten angehören, ist der birmanische Bundesstaat mit dem höchsten Anteil an Christen. In der Region kamen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Missionare des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIME) an. Heute gibt es über 90.000 Katholiken der Kayah, fast ein Drittel der 355.000 Einwohner des Staates.

Unterdessen steigt das Ausmaß der Gewalt in Myanmar, nachdem Militärputsches am vergangenen 1. Februar, dem ein breiter Protest der Bevölkerung folgte. Bis zum 23. Mai sind mindestens 818 Opfer zu beklagen sind. Der in Italien lebende birmanischer Priester der Missionare der Nächstenliebe, Pfarrer Maurice Moe Haung erklärt gegenüber Fides: „Heute wird die Aufgabe der katholischen Gläubigen in Myanmar immer schwieriger. Viele wehrlose unschuldige Menschen erleben eine beispiellose Tragödie, und die Menschen versuchen sich mit handwerklichen Waffen zu schützen. Es gibt einen unverhältnismäßigen Einsatz von Waffengewalt, der die Spirale der Gewalt nährt. Heute schließen wir uns deshalb dem Papst an, um noch einmal ein Ende der Gewalt zu fordern“.

Unterdessen löste die Militär-Junta e die Nationale Liga für Demokratie (NLD) wegen Wahlbetrugs auf und teilte mit, man werde gegen die „Verräter“ vorgehen, die die Wahl im November manipuliert haben, aus der die Partei von Aung San Suu Kyi als Sieger hervorgegangen war. (Quelle: Fidesdienst)

Die birmanische Armee hat Pfarrer Columban Labang Lar Di, Priester der Diözese Banmaw, festgenommen. Wie die Ortskirche gegenüber Fides bestätigt, wurde der Priester bereits am 14. Mai auf dem Weg in die Stadt Myitkyina festgenommen, wo er Hilfsmittel für mittellose Familien abholen sollte, die an der Bewegung des zivilen Ungehorsams gegen den Militärputsch teilnehmen, zu dem es am 1. Februar dieses Jahres in Myanmar gekommen war. Nach Angaben von Personen aus dem Umfeld des Priesters, hatte dieser in den vergangenen Monaten zahlreichen Zivilisten geholfen und sich um humanitäre Hilfe für diejenigen gekümmert, die auf den Straße protestieren oder sich auf irgendeine Weise dem friedlichen Protest anschlossen, und damit im Geiste der Solidarität und der christlichen Nächstenliebe gearbeitet.

Die Nachricht von der Verhaftung des Priesters, löste nach ihrem Bekanntwerden zahlreiche Reaktionen in der Zivilgesellschaft und in der birmanischen Kirche aus und markiert einen weiteren Schritt in Richtung der Zunahme der Gewalt durch das Militär, das versucht auch Mitarbeiter und Vertreter der katholischen Kirche einzuschüchtern. Berichten zufolge sollte der Priester freigelassen werden, aber die Gemeinde in Banmaw, in der der Missionar arbeitet, hat die Gerüchte über seine angebliche Freilassung dementiert.

Zahlreiche Priester und Ordensleute im ganzen Land stellen sich an die Seiter der hilflosen und schutzlosen Zivilbevölkerung und helfen mittellosen oder arbeitslosen Menschen mit humanitärer Hilfe und Nahrungsmitteln. Doch diese Hilfeleistung ist nun gefährdet.

Viele Fachkräfte und Arbeitnehmer in Myanmar, deren Tätigkeit für die Wirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung ist, haben sich der Bewegung für zivilen Ungehorsam gegen die Militärjunta angeschlossen. Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Ärzte, Banker, Anwälte, Lehrer, Ingenieure und Beamte im ganzen Land fordern das Militär auf, demokratische Institutionen wiederherzustellen. Zur Durchsetzung ihrer Forderungen weigern sie sich, an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Wie der Chirurg Zwe Min Aung aus Naypyidaw erklärte, hat „dieser spezielle Boykott keinen Anführer, sondern ist spontan an der Basis entstanden, um auf friedliche und gewaltfreie Weise zu protestieren“. Derzeit finde eine fortschreitende Verbreitung hauptsächlich dank sozialer Medien.

Unterdessen entließ die Militärjunta am gestrigen 16. Mai mehr als 150.000 Lehrer aus Schulen aller Bildungsstufen bis hin zur Universität, und verhaftete zehntausend Zivilpersonen im ganzen Land. Seit dem 1. Februar hat die Armee Hunderte von Mitgliedern der Nationalen Liga für Demokratie festgenommen, der Partei, die die Wahlen im November 2020 gewonnen hatte und von der ebenfalls verhafteten Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geleitet wird.

Die katholische Diözese Banmaw hat 34.000 Katholiken und befindet sich im Bundesstaat Kachin im Nordosten von Myanmar. (Quelle: Fidesdienst)

Am bislang blutigsten Tag seit Beginn des Militärputsches in Myanmar hat der ranghöchste katholische Repräsentant des Landes, Charles Maung Kardinal Bo, einen erneuten Friedensappell veröffentlicht. „Diese Krise wird nicht durch Blutvergießen gelöst. Sucht Frieden! Das Morden muss sofort aufhören. So viele sind umgekommen“, schrieb der Erzbischof von Yangon in einer am 14. März veröffentlichten Botschaft, die dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegt. Der Appell fiel mit Medienberichten zusammen, wonach am Sonntag bis zu 50 Demonstranten von Militärs erschossen worden sein sollen – die wohl bislang höchste Opferzahl an einem Tag.
Myanmar auf der Landkarte. Foto: TUBS/wikipedia

Bislang mindestens 125 Tote bei Protesten

Laut der „Hilfsvereinigung für Politische Gefangene“ in Myanmar sind seit dem Militärputsch vom 1. Februar bislang mindestens 125 Personen ums Leben gekommen. Am Wochenende wurde in sechs Stadtbezirken der Metropole Yangon das Kriegsrecht verhängt. Auslöser waren Brandanschläge auf chinesische Fabriken.

Beobachter und zahlreiche Bewohner Myanmars sehen China als Strippenzieher des Putschs. In einer Twitter-Mitteilung erklärte die „Bewegung für zivilen Ungehorsam“, das die Proteste am Sonntag koordiniert hat, die Brandschläge seien nicht von den Demonstranten verübt worden: „Die Terrorjunta ist voll und ganz verantwortlich für die Brände.“

Charles Maung Kardinal Bo, Erzbischof von Yangon. Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik

Ermutigung aus dem Vatikan

In seiner Botschaft wies Kardinal Bo darauf hin, dass viele Unschuldige in den Konflikt mit hineingezogen würden: „Das vergossene Blut ist nicht das Blut eines Feindes. Es ist das Blut unserer Brüder und Schwestern, unserer eigenen Bürger. … Hört auf mit dem Töten. Hört auf mit der Gewalt!“

In seinem Schreiben betonte Kardinal Bo auch die Solidarität von Papst Franziskus mit den Menschen in Myanmar. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin habe die Kirche Myanmars ermutigt, sich in den Friedensprozess einzubringen, führte Bo aus: „Gestärkt durch die Ermutigung des Vatikans verpflichten wir uns zusammen mit allen Menschen guten Willens zu der Aufgabe, diese Nation in gegenseitigem Verständnis und Frieden wiederauferstehen zu sehen.“

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Nach dem Militärputsch in Myanmar hat der ranghöchste Kirchenvertreter des Landes, Charles Maung Kardinal Bo, einen Friedensappell an die Konfliktparteien und die Weltöffentlichkeit gerichtet.

„Wir gehen durch die herausforderndste Periode unserer Geschichte“, schreibt der Erzbischof von Yangon (Rangun) und Vorsitzende der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen in seiner Erklärung vom 3. Februar, die KIRCHE IN NOT vorliegt.

Die Bürger Myanmars ruft Bo dazu auf, trotz „der unerwarteten, schockierenden Ereignisse“ die Ruhe zu bewahren und nicht zur Gewalt zu greifen: „Wir haben genug Blut vergossen.“ Es gebe auch gewaltlose Formen des Protests, schreibt der Kardinal.

Betende Frau in Myanmar (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

„Die Bewohner Myanmars sind der leeren Versprechungen müde“

Einen flehentlichen Appell richtet Bo an die Ärzte und Pflegekräfte, die aus Protest gegen das Vorgehen des Militärs die Arbeit niedergelegt haben: „Wir gehen durch eine Zeit der Pandemie. (…) Verlassen Sie die Menschen in Not nicht!“

An die Militärs, in Myanmar Tatmadaw genannt, richtet Bo die Frage, was beim Demokratisierungsprozess in den vergangenen Jahren schiefgelaufen sei: „Gab es einen Mangel an Dialog zwischen den gewählten Regierungsvertretern und den Tatmadaw?“ Die Vorwürfe des Militärs, dass bei den Parlamentswahlen im November Wahlbetrug verübt worden sei, könnten „durch Dialog in Gegenwart neutraler Beobachter“ gelöst werden, erklärt der Kardinal.

„Jetzt versprechen Sie mehr Demokratie nach einer Untersuchung und neuen Wahlen. Die Bewohner Myanmars sind der leeren Versprechungen müde“, merkt Bo skeptisch an und fragt, wie das Militär das Vertrauen des Volkes gewinnen wolle.

Kirche in Myanmar (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

„Die Wahrheit wird sich durchsetzen”

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Freilassung der Angehörigen der bisherigen Regierungspartei NLD (Nationale Liga für Demokratie) und weiterer Inhaftierter: „Sie haben Demokratie versprochen. Fangen Sie damit, indem Sie sie freilassen. Die Welt wird Sie verstehen.“

An die frühere Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die ebenfalls vom Militär inhaftiert wurde und nun wegen Wirtschaftsvergehen angeklagt werden soll, richtet der Kardinal persönliche Worte: „Sie werden immer die Stimme unseres Volkes sein. (…) Sie sind die Mutter der Nation. Die Wahrheit wird sich durchsetzen.“ Gleichzeitig betont Bo, dass die „jüngsten Ereignisse auf einem Mangel an Dialog und gegenseitiger Akzeptanz“ beruhten. „Bitte hören Sie auf andere.“

Schließlich wendet sich Kardinal Bo in seinem Appell an die Weltgemeinschaft, der er für das Mitgefühl angesichts der jüngsten Ereignisse dankt. Er warnt aber auch vor vorschnellen Reaktionen: „Sanktionen und Verurteilungen haben wenig Ergebnisse gebracht. Sie schließen Türen und beenden den Dialog.“

Charles Kardinal Bo

„Die besondere Situation und Geschichte anerkennen”

Wirtschaftliche Strafen würden „Millionen Menschen in Armut zurückwerfen.“ Das Ausland müsse die besondere Situation und Geschichte Myanmars anerkennen. „Der einzige Weg ist es, die Akteure zur Versöhnung zu ermutigen“, ist der Kardinal überzeugt: „Frieden ist möglich. Frieden ist der einzige Weg. Demokratie ist das einzige Licht auf diesem Weg.“

In der Nacht zum 1. Februar hat sich das Militär im früheren Birma zurück an die Macht geputscht, nachdem vor zehn Jahren demokratische Reformen eingeleitet worden waren. Laut Militär sollen Vorwürfe des Wahlbetrugs bei der Parlamentswahl im November Grund für den Putsch gewesen sein.

Aung San Suu Kyi hatte die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen. Wahlbeobachtern zufolge gibt es keine Beweise für die Vorwürfe des Militärs. Die Streitkräfte haben einen einjährigen Ausnahmezustand über das südostasiatische Land verhängt. Anschließend soll es Wahlen geben. Dies wird jedoch von Beobachtern angezweifelt. Die USA und Europa haben mit Sanktionen gegen das Land gedroht.

Christen sehen sich Diskriminierung ausgesetzt

Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den 54 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben. Christen sehen sich immer wieder Diskriminierung von Seiten radikaler Buddhisten ausgesetzt, zumal viele Christen ethnischen Minderheiten angehören.

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