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Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zwei Drittel der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Korruption und Stammesfehden spalten das Land, das einen mühsamen Weg zur Unabhängigkeit hinter sich hat: Erst 2011 trennte sich der mehrheitlich christlich geprägte Süden vom muslimischen Norden.

Über den Einfluss der Kirche auf die politische wie gesellschaftliche Entwicklung, die desaströse Lage und zarte Hoffnungen auf Verbesserungen sprach der Erzbischof der südsudanesischen Hauptstadt Juba, Stephen Ameyu Martin Mulla, mit KIRCHE IN NOT.

Stephen Ameyu Martin Mulla, Erzbischof von Juba/Südsudan.

KIN: Erzbischof Mulla, wie ist das alltägliche Leben für die Menschen im Südsudan derzeit?

Erzbischof Mulla: Der Südsudan ist eines der jüngsten Länder der Welt, aber es ist auch eines der ärmsten. Hinter uns liegen Jahrzehnte des Bürgerkriegs. Es gibt nur wenige gute Straßen, es fehlt an allem. Von morgens bis abends suchen die Menschen nach Lebensmitteln und Trinkwasser. In diesem Jahr herrschte noch dazu eine große Dürre. Nach wie vor ringen wir auch mit den Folgen von lokalen Auseinandersetzungen. Wir appellieren an unsere Brüder und Schwestern weltweit, uns in dieser Zeit der Not zu Hilfe zu kommen.

Wie sieht das kirchliche Leben unter diesen schwierigen Bedingungen aus?

Die christliche Bevölkerung leidet enorm. Auch unsere Priester haben viel zu leiden. In manchen Pfarren gibt es nur Strohhütten, keinen Strom, kein Wasser. Wo es keine Kirche gibt, beten die Menschen im Schatten der Bäume. Aber die Menschen kommen in großer Zahl, der Glaube ist stark.

Eine Mutter mit ihren Kindern im Südsudan erhält Lebensmittelhilfen.

Offensichtlich ist der Staat nicht in der Lage, für die grundlegendsten Bedürfnisse der Menschen zu sorgen. Kann die Kirche hier helfen?

Die Kirche ist ein Zeichen des Friedens und der Hoffnung für die Menschen im Südsudan. Sie war und ist führend im Erziehungs- und Gesundheitsbereich. Wir tun unser Bestes, damit die Menschen Lebensmittel und Trinkwasser bekommen. Wir versuchen, die Menschen zu ermutigen, dass sie Landwirtschaft betreiben, damit sie sich versorgen können. Wir bringen den Leuten bei, selbstbewusst zu werden und für ihre Rechte einzustehen.

„Kirche ist Zeichen des Friedens und der Hoffnung”

Der Südsudan ist reich an Bodenschätzen. Aber die Einzigen, die den Profit aus diesen Bodenschätzen einstreichen, sind die Eliten. Sie stehen in Kontakt mit den Eliten, und Sie haben auch mit dem Präsidenten Ihres Landes gesprochen. Ist er in einen Dialog mit Ihnen getreten?

Reichtum erweist sich manchmal auch als Fluch. Im Südsudan wird Erdöl gefördert, aber die Einnahmen kommen nicht bei den Menschen an. Es gibt einen Dialog zwischen den Bischöfen und dem Präsidenten und anderen Autoritäten. Wir hoffen, dass wir durch diesen Dialog einen Mentalitätswandel bewirken können. Mittlerweile hat die Regierung begonnen, neue Straßen und neue Krankenhäuser zu bauen – ich denke, das ist eine Frucht unseres Dialogs.

Jugendliche in einer katholischen Schule in El Obeid/Sudan.

Die Anführer im Südsudan hatten als Kriegsherren begonnen. Jetzt müssen sie zivile Anführer sein. Nehmen sie diese Verantwortung ernst?

Die Verantwortlichen sehen langsam, dass es nicht gut für sie wäre, wenn sie sich weiterhin unverantwortlich verhalten. Als Kirche können wir ihren Blick für diese Verantwortung schärfen. Präsident Salva Kiir Mayardit hat uns gesagt, dass er nicht zum Krieg zurückkehren wird. Ich hoffe, er hat die Wahrheit gesagt.

Nach vielen Jahren des Bürgerkriegs ist der Südsudan ein gespaltenes Land. Was tut die Kirche, um die Menschen zu versöhnen?

In jeder Diözese haben wir eigene Abteilungen für Gerechtigkeit und Frieden eingerichtet. Wir versuchen, die Menschen zur Einheit und zur Zusammenarbeit zu erziehen. Unser Problem besteht im Stammesdenken, dem Tribalismus, der unser Lebensgefüge zerstört hat. Wir arbeiten hart, um durch Versöhnung und Dialog einen Wandel in unserem Volk herbeizuführen, damit die Menschen verstehen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind.

Die Kirche im Südsudan hilft bei der Umsetzung des Friedens, sie hilft im Bildungsbereich. In vielen afrikanischen Ländern sehen wir, dass die Menschen ausgebildet sind, wenn sie dann aber aus Schule kommen, gibt es keine Arbeit für sie. Wie ist die Situation bei Ihnen?

Genaugenommen ist im Südsudan das Gegenteil der Fall. Während der Kriegsjahre hat die Kirche nie mit ihrer Bildungsarbeit aufgehört. Viele der Menschen, die damals in unsere Schulen gegangen sind, arbeiten heute bei der Regierung oder anderen öffentlichen Stellen. Ohne den Einsatz der Kirche hätte niemand eine Ausbildung erhalten, und das würde uns schwer zurückwerfen.

Lebendiger Glaube: Kinder aus Südsudan haben bei der KIRCH IN NOT-Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ mitgemacht.

In einem Land, das so sehr durch einen Bürgerkrieg gespalten wurde, ist es ein Hoffnungszeichen, dass zumindest die Bischöfe in Sudan und Südsudan nie getrennt waren. Wie ist die Situation derzeit?

Die Bischöfe des Nordens und des Südens sind eins. Diese Einheit hilft uns, unsere Köpfe und unsere Ideen zusammenzubringen, um die brennenden Aufgaben im Sudan und im Südsudan zu lösen. Wir versuchen, Druck auf unsere Regierungen auszuüben. Sie müssen ihre Haltung gegenüber dem Volk verändern.

Wie kann der Westen den Menschen im Südsudan jetzt am besten helfen?

Ich möchte sehr appellieren, uns im Bildungsbereich weiter zu unterstützen. Bildung ist das Wichtigste. Aktuell herrscht auch eine große Hungersnot. Schon wenig finanzielle Unterstützung hilft sehr viel, zum Beispiel, um Häuser in unseren Pfarreien zu errichten. Ich danke KIRCHE IN NOT, dass Sie uns eine Plattform geben, um unsere Nöte und Sorgen auszusprechen. Ich danke allen Wohltätern für Ihre Hilfe.

Unterstützen Sie die notleidenden Menschen im Südsudan und den Einsatz der Kirche für Bildung und Versöhnung. Mit Ihrer Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Südsudan

„Unsere Mitschwestern wurden kaltblütig ermordet“, sagt Schwester Christine John Amaa von der Kongregation des Heiligsten Herzens Jesu zu der Ermordung von Schwester Mary Daniel Abut und Schwester Regina Roba, die am 16. August Opfer eines Hinterhalts auf der Straße, die von Nimule nach Juba führt, wurden. Berichten zufolge befanden sich die beiden Nonnen in einer Gruppe von neun Schwestern, als bewaffnete Männer ihren Bus überfielen.

„Unsere ehemalige Generaloberin, Schwester Mary Daniel Abut, die die Kongregation der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu von 2006 bis 2018 leitet, und Schwester Regina Roba, die zweimal Generalrätin war, wurden kaltblütig ermordet, als sie von den Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der Pfarrei Mariä Himmelfahrt nach Juba zurückkehrten“, berichtet Schwester Amaa. Nach dem Überfall durch unbekannte Bewaffnete, so Schwester Amaa, „versuchten die neun Nonnen zu fliehen und versteckten sich in den Büschen in der Umgebuing“. Den Kriminellen gelang es, die beiden Nonnen zu finden und sie kaltblütig zu töten.

Die Erzdiözese Juba hat fünf Trauertage zum Gedenken an die beiden Ordensfrauen angekündigt. „Im Namen der Verwaltung der katholischen Erzdiözese Juba möchte ich die Öffentlichkeit darüber informieren, dass alle katholischen kirchlichen Einrichtungen (Universitäten, Seminare, Kollegen, Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen) in der katholischen Erzdiözese Juba vom heutigen 17. bis zum 20. August für vier Tage geschlossen bleiben, um der verstorbenen Schwester Mary und Schwester Regina zu gedenken. Die Arbeit wird am 23. August wieder aufgenommen“, heißt es in einer Erklärung von Pfarrer Samuel Abe, dem Generalsekretär der Erzdiözese Juba.

Schwester Mary Daniel war Direktorin der „Usra Tuna School“ in Juba, während Schwester Regina als Tutorin und Verwalterin am „Catholic Health Training Institute (CHTI)“ in der katholischen Diözese Wau tätig war. (Quelle: Fidesdienst)

„Das Wichtigste ist jetzt die vollständige Genesung von Pater Christian, sowohl körperlich als auch seelisch. Er ist sehr gelassen, er ist sehr friedvoll“, erklärte Pater Louis Okot, Provinzial der Comboni im Südsudan, gegenüber dem internationalen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Einen Tag nach dem Angriff auf Christian Carlassare (am 25. April), einem Comboni-Missionar italienischer Herkunft, der seit 2008 in dem afrikanischen Land war und vor Kurzem zum Bischof der Diözese Rumbek im Südsudan gewählt wurde, fügte Pater Okot hinzu: „Das Motiv ist noch nicht bekannt, aber er hat jenen, die ihn angeschossen haben, bereits öffentlich vergeben“.

Der Angriff war ein Schock für Pater Okot und die gesamte Gemeinde: „Wir haben überhaupt nicht erwartet, dass Bischof Carlassare so etwas erleiden würde. Sein Empfang in der Diözese ein paar Tage zuvor war wirklich gut, voller Hoffnung. Am Samstag haben wir telefoniert, um die Vorbereitungen für die Bischofsweihe, die für Pfingsten geplant war, zu koordinieren. Wie wir die Zeremonie organisieren würden, das Soundsystem, den Transfer der Gäste … „

Der Provinzial der Comboni-Missionare spricht von „einem isolierten Vorfall“. „Ich glaube nicht, dass es etwas mit interkommunaler Gewalt zwischen traditionell getrennten Völkern zu tun hat. Oft kommt es zu Kränkungen zwischen Gemeinschaften, und es wird Rache geübt. Der gewählte Bischof aber gehört zu keiner dieser Gruppen. Er ist ein Mann Gottes. “ Aber Okot erinnert daran, dass „die Polizei ermittelt und nach weiteren Informationen sucht. Es ist sehr wichtig, die Motivation der Angreifer herauszufinden“.

Die Unterzeichnung des erneuerten Abkommens zur Lösung des Konflikts im Südsudan (R-ARCSS) im September 2018 hat dem Land eine gewisse Stabilität zurückgegeben und einen bemerkenswerten Rückgang der politischen Gewalt zwischen den beiden sich gegenüberstehenden Führern und ihren jeweiligen Stämmen der Dinka und Nuer erreicht. Dennoch hat der Südsudan weiterhin mit ernsten Sicherheitsproblemen zu kämpfen, „mehrere Bischöfe im Land haben Drohungen erhalten, aber nicht Bischof Carlassare“, bestätigt der südsudanesische Priester.

Auf die allgemeine Situation im Land angesprochen, bezeichnet Pater Louis Okot den Pakt vom Februar 2020 zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit „als einen positiven Schritt, da die Politik nun einen diplomatischen Weg einschlägt.“ Auch wenn dies bedeutet, dass „nicht jeder mit der Bildung der neuen Einheitsregierung glücklich ist. Es gibt Leute, die mit einigen Ernennungen hadern“.

Aber trotz des Fortschritts „scheint es sehr wenig Interesse zu geben, das Land zu wahrer Einheit zu bringen. Die Bemühungen sind langsam und schwach, es gibt kein wirkliches Engagement. Niemand will seine Privilegien verlieren. Deshalb haben wir so viele Probleme zwischen verfeindeten Gemeinschaften, vor allem wegen des Mangels an Ressourcen und Zugang zu Weideland, diese Konflikte tauchen immer wieder auf. Vor ein paar Wochen wurden im Bundesstaat Lagos 23 Menschen getötet. Das ist das Gebiet, das jetzt am meisten unter diesem Konflikt leidet. „

Zur Zukunft von P. Christian, der am Montag, 26. April, nach Nairobi (Kenia) verlegt wurde, und zur Frage seiner Rückkehr nach Rumbek betont der Provinzial der Comboni-Missionare, „das Wichtigste ist jetzt, dass die Ärzte seine volle Gesundheit wiederherstellen“. Aber er fügt hinzu: „Pater Christian liebt dieses Land und die Diözese, die ihm anvertraut wurde. Wir haben viele Jahre sehr eng zusammengearbeitet, und ich weiß, dass er ein Missionar ist, der zutiefst das Charisma der Comboni-Missionare lebt, was nichts anderes bedeutet, als an der Front zu sein, in der Schusslinie, wie man sagt, das ist Teil unserer Hingabe“.

„Niemand von uns kann sagen, dass ihm so etwas nicht passieren könnte. Die Situation der Unsicherheit ist allgemein. Unsere Haltung ist, vor der Gefahr nicht wegzulaufen oder zurückzuweichen. Viele Ordensmänner und -frauen der Comboni leben in Situationen von Krieg, Gewalt und Unsicherheit in verschiedenen Ländern der Welt. Sie sind bereit, ihr Leben für die Bedürftigsten zu geben, den Bedürftigsten zu dienen, auch in gefährlichen Situationen, sie tun es aus Liebe zu Gott. „

KIRCHE IN NOT unterstützt die Diözese Rumbek seit 25 Jahren. Die Wohltätigkeitsorganisation fördert mehr als 100 Projekte, darunter die pastorale Arbeit der Kirche, Messstipendien für den Klerus, Transportmittel und religiöse Literatur. KIRCHE IN NOT hat geholfen, neue Infrastruktur zu schaffen, wie Kapellen und Klöster. Auch zur Linderung von Hungersnöten, die die Diözese immer wieder heimsuchen, hat die Stiftung Nothilfe geleistet. (Bild: Comboni Fathers)

In der Nacht erfuhren wir von dem Angriff auf den künftigen Bischof der Diözese Rumbek, Pater Cristian Carlassare. Der Comboni-Missionar wurde sofort ins Krankenhaus nach Juba gebracht“, dies bestätigen lokalen Quelle, die das Klima der Gewalt und des Tribalismus betonten, das in der Region herrscht und sich weiter verschlechtert. „Der Bischof wurde von den Tätern zusammen mit der Ordensschwester, die bei ihm war, zunächst geschlagen. Danach schossen diese vier Kugeln in seine Beine. Nach ersten Berichten war der Anschlag offenbar geplant und soll ihn von der Weihe zum Bischof abhalten“.

Im Interview erklärte der Bischof noch vor kurzem: „Ich glaube, es ist notwendig, dass wir Fortschritte bei der katechetischen Ausbildung und der Evangelisierung machen. Mein Vorgänger hatte bereits ein Katechesezentrum eröffnet, aber es war eine sehr schwierige Zeit vor der Unabhängigkeit. Nun ist es an der Zeit, die pastorale Arbeit und die direkte Evangelisierung wieder aufzunehmen. Rund 1,8 Millionen Menschen leben in Rumbek, davon sin 200.000 Katholiken und 800.000 Protestanten. In jedem Fall wird die katholische Kirche von allen Gläubigen, einschließlich derjenigen anderer Religionen, mit großem Respekt gesehen, sowohl wegen der traditionellen Nähe zu den Menschen in den Bereichen Soziales und Gesundheit – wegen der aktiven Friedensarbeit – aber auch wegen des ständigen Interesses von Papst Franziskus für das Land. Es wird für uns wichtig sein, Christus in den Mittelpunkt zu stellen und die tiefe Begegnung mit Christus zu fördern. Man kann viele Menschen in der Kirche haben, aber trotzdem eine nur begrenzte Erfahrung der Gegenwart Jesu wahrnehmen.“ Der Bischofssitz war nach dem Tod von Cesare Mazzolari im Jahr 2011 vakant. Die Bischofsweihe war für den kommenden 23. Mai geplant. (Quelle: Fidesdienst, Bild: Comboni Fathers)

Die Steyler Missionsschwester Veronika Theresia Rackova war eine Ärztin und die Direktorin des St.-Bakhita-Ambulanzzentrums in Yei in Südsudan. Am 16. Mai 2016 wurde an einer Straßenblockade der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), einer früheren Guerilla-Bewegung, die aufgrund der Unabhängigkeit Süd sudans 2011 an die Macht kam, auf sie geschossen.

Schwester Veronika saß am Steuer des Krankenwagens und wollte gerade eine hochschwangere Frau in das nächstgelegene Krankenhaus fahren. Vier Tage später starb sie in einem Krankenhaus an den Folgen ihrer Verletzungen.

Sr. Veronika wurde von der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), einer früheren Guerilla-Bewegung, angeschossen.

Die 58-jährige Ordensfrau, ursprünglich aus der Slowakei, widmete ihr Leben dem Dienst an den armen und bedürftigen Menschen.

Der Südsudan hat unter langen Bürgerkriegen zu leiden. Die Kirche in diesem Land braucht unsere Unterstützung. Aus diesem Grund unterstützt KIRCHE IN NOT eine Bandbreite verschiedener pastoraler, Bildungs-, Gesundheits- und Hungerhilfeprojekte, wie beispielsweise ein Projekt der Comboni-Missionare in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Yirol in der Diözese Rumbek im Zentrum des Landes.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer

Die Steyler Missionsschwester Veronika Theresia Rackova war eine Ärztin und die Direktorin des St.-Bakhita-Ambulanzzentrums in Yei in Südsudan. Am 16. Mai 2016 wurde an einer Straßenblockade der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), einer früheren Guerilla-Bewegung, die aufgrund der Unabhängigkeit Süd sudans 2011 an die Macht kam, auf sie geschossen.

Schwester Veronika saß am Steuer des Krankenwagens und wollte gerade eine hochschwangere Frau in das nächstgelegene Krankenhaus fahren. Vier Tage später starb sie in einem Krankenhaus an den Folgen ihrer Verletzungen.

Die 58-jährige Ordensfrau, ursprünglich aus der Slowakei, widmete ihr Leben dem Dienst an den armen und bedürftigen Menschen.

Der Südsudan hat unter langen Bürgerkriegen zu leiden. Die Kirche in diesem Land braucht unsere Unterstützung. Aus diesem Grund unterstützt KIRCHE IN NOT eine Bandbreite verschiedener pastoraler, Bildungs-, Gesundheits- und Hungerhilfeprojekte, wie beispielsweise ein Projekt der Comboni-Missionare in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Yirol in der Diözese Rumbek im Zentrum des Landes.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: https://www.kircheinnot.at/shop/kalender-der-maertyrer/

Die katholische Kirche begeht den außerordentlichen Monat der Weltmission. Oft geschieht das missionarische Wirken der Kirche unter erschwerten Bedingungen: In Verfolgung, Armut und Krieg. So auch im Südsudan. Hunderttausende Todesopfer, Millionen Geflüchtete – der Bürgerkrieg, der im Jahr 2013 im damals erst zwei Jahre alten afrikanischen Staat Südsudan ausbrach und bis zum Waffenstillstand im vorigen Jahr andauerte, hat das Land in einem desolaten Zustand hinterlassen. So äußert sich Pater Boniface Isenge aus der in der Mitte des Landes gelegenen Diözese Rumbek bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT.

Etwa 38 Prozent der gut 13 Millionen Südsudanesen seien Christen, so Pater Boniface. In seiner Diözese leben etwa 180.000 Katholiken. Viele hielten die katholische Kirche gar für die einzig funktionierende Institution im Land. Der Spiritaner lebte zunächst als junger Priester acht Jahre im benachbarten Äthiopien, ehe er sich im Jahr 2013 dazu entschloss, in den Südsudan zu gehen: „Nachdem das Landunabhängig wurde, hat mein Orden dringend Priester und Missionare gesucht, um hier tätig zu werden. Ich wollte etwas Neues machen und war bereit für diese neue Mission“, erinnert sich Pater Boniface. Er sieht es als seinen Auftrag, Frieden in die vom Krieg zerrüttete Region zu bringen.

Bereits kurz nach seiner Ankunft stellte der Geistliche fest, dass seine Gläubigen sich nach Bildung sehnen. „Die Schulen im Südsudan sind teilweise sehr weit voneinander entfernt“, beklagt er. „Sie sind überfüllt, sodass in der Regel 60 Schüler pro Klasse und mitunter über 100 Personen in einem Raum unterrichtet werden müssen.“ Nach Behördenangaben sind etwa drei Viertel aller Einwohner des Südsudans über 15 Jahre Analphabeten. Schon bald erkannte der Pater: „Bildung ist der Schlüssel, um immer wieder aufkommende Spannungen in der Bevölkerung zu beseitigen. Mit Bildung kommt Frieden!“

Neben der Seelsorge ist es Pater Boniface auch ein wichtiges Anliegen, Eltern die Wichtigkeit von Bildung für ihren Nachwuchs zu vermitteln. Nicht nur, damit die Kinder trotz der schwierigen Bedingungen und Probleme im Land eine bessere Chance als die Generation vor ihnen hätten, sondern auch um ihre Unabhängigkeit zu stärken. „Denn noch immer werden im Land 17 Prozent aller Ehen mit minderjährigen Mädchen geschlossen, das ist hier leider noch gängige Praxis“, sagt der Ordensmann.

Obwohl der Südsudan das drittärmste Land der Welt ist, sei das Preisniveau verhältnismäßig hoch. „Viele können sich selbst einfachste Grundnahrungsmittel nicht leisten und sind auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.“ Außerdem machen zahlreiche Krankheiten wie Malaria dem Land zusätzlich zu schaffen. Trotz all dieser Probleme ist Pater Boniface zuversichtlich: „Mein herzlicher Dank geht an alle, die uns unterstützen oder im Gebet mit uns verbunden sind. Ich bin hoffnungsvoll, dass man im Südsudan in Zukunft ein gutes Leben führen kann.“

Die Päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT hat allein seit dem Jahr 2015 die Kirche im Südsudan mit über 3,4 Millionen Euro unterstützt, darunter der Wiederaufbau von Kirchen und Pastoraleinrichtungen, die Ausbildung von Priestern sowie Messstipendien.

Der erste kenianischen Jesuit, Pater Victor Luke Odhiambo (sj) wurde in der Nacht zum 14. November von einer Gruppe bewaffneter Männer im Südsudan getötet. Die Täter waren in das Haus der Jesuitengemeinschaft in Cueibet im Bundesstaat Gok eingedrungen. Die drei anderen Mitglieder der Gemeinschaft blieben bei dem Überfall unverletzt. Wie der Informationsminister von Gok, John Madol, mitteilt, konnte einer der mutmaßlichen Angreifer festgenommen werden. „Die Regierung des Staates Gok hat drei Tag Staatstrauer angeordnet. Alle sollen zu Hause bleiben, während wir um den Priester trauern „, so der Informationsminister.

Pater Odhiambo war der erste Kenianer, der bei der Gesellschaft Jesu die ewigen Gelübde ablegte. Er wurde am 20. Januar 1956 geboren und trat am 4. Juli 1978 in die Gesellschaft ein . Am 22. August 1987 wurde er zum Priester geweiht. Am 30. Mai 1993 legte er die ewigen Gelübde ab.

Im Südsudan leitete Pater Odhiambo seit dem 30. Januar 2017 als Rektor das „Mazzolari Teachers College“ und stellvertretender Oberer der Jesuitengemeinschaft in Cuibet. „Mit großem Leid erfuhr ich die traurige Nachricht vom Überfall auf unsere Mitbrüder in Cueibet und dem gewaltsamen Tod von Pater. Victor-Luke Odhiambo“, bekräftigt Pater Arturo Sosa, Generaloberer der Gesellschaft Jesu in seinem Beileidsschreiben. Wie Pater Sosa betont, stehe der Name von Pater Odhiamobo künftig nicht nur, „für den ersten Jesuiten, der im Südsudan im Dienst des Volkes starb, sondern mann kennt ihn in ganz Ostafrika auch als einen Lehrer, der Tausenden von Schülern im Starehe Boys Center im kenianischen Nairobi und in der Loyola High School von Dar Es Salaam in Tansania unterrichtet hat“. „Er war ein sehr mutiger, intelligenter, fürsorglicher Mensch, kreativer Verwalter und vor allem einer, der an den Wert der Bildung glaubte. Er hatte keine Angst, sich an unbekannte und gefährliche Orten zu begeben, denn er war überzeugt, dass er vom Herrn dafür bestimmt war. Sein Beispiel eines uneigennützigen Engagements als Schulleiter ist inspirierend für viele unserer jüngeren Brüder in der Gesellschaft Jesu. Es ist ein Licht, das gelöscht wurde, nachdem andere Lichter angezündet worden waren. Wie ein Weizenkorn, das stirbt, um viele Früchte zu geben. Und das ist unser Trost“.

„Pater Odhiambo hat sein Leben für die Menschen, Söhne und Töchter Gottes nach dem Vorbild Jesu hingegeben: Unser barmherziger Vater wird ihn mit offenem Herzen empfangen. Wir beten auch für diejenigen, in das College-Gelände eingedrungen sind und Pater Victor getötet haben, und für diejenigen, die Gewalt ausüben: der Herr möge ihre Herzen bekehren“, heißt es in dem Schreiben abschließend. (Quelle: Fidesdienst)

Ein Katechist aus der Pfarrei vom heiligen Herzen in Kajo-Keji (Sud Sudan) wurde am vergangenen Sonntag, den 22. Januar in einer Kapelle in Lomin ermordet. Dies bestätigt der Gemeindepfarrer Jesus Aranda, ein Comboni-Missionar. Nach Aussage von Pfarrer Aranda, von dem nur der Vorname, Lino, bekannt ist, wurde zusammen mit fünf weiteren Personen von einer bewaffneten Gruppe getötet. Die Gläubigen flohen aus der Region aus Angst vor weiteren Übergriffen. Pfarrer Aranda, der seit dem 3. Dezember 2016 als Pfarrer in der Gemeinde tätig ist, sieht sich nach dem Mord umgehend mit der dramatischen Situation in der Region konfrontiert. Über 50.000 Einwohner der Region Kajo-Keji suchten nach Überfällen auf zahlreiche Dörfer bereits Zuflucht im benachbarten Uganda. (L.M.)

Sudan: Lebensmittel- und Treibstoffknappheit sowie Stromausfälle beeinträchtigen den Alltag in der Hauptstadt von Südkordofan Kadugli (Fides) – In Kadugli, der Haupstadt von Südkordofan sind nicht nur Mehl und Treibstoff knapp sondern es gibt auch nicht genügend Trinkwasser und Elektrizität. Wie einheimische Beobachter mitteilen kommt es immer wieder zu Stromausfällen. Dies führt dazu, dass auch Wasserpumpen nicht funktionieren. In der vergangenen Woche konnten öffentliche Verkehrsmittel wegen Treibstoffknappheit nicht fahren. (Quelle: Fidesdienst)

Eine katholische Missionarin aus der Slowakei ist im Südsudan angeschossen worden und ihren Verletzungen erlegen. Das teilten die Steyler Missionare in Sankt Augustin bei Bonn mit, für die die Ordensschwester tätig war. Die 58-jährige Ärztin Veronika Racková hatte am Pfingstmontag (16. Mai) eine schwerkranke Patientin mit einem Ambulanzwagen in ein Krankenhaus gefahren und dort erstversorgt. Auf dem Rückweg wurde sie von einem Soldaten unter bisher ungeklärten Umständen angeschossen. Aufgrund der schweren Verletzungen wurde sie noch am Pfingstmontag nach Nairobi (Kenia) ausgeflogen und dort auf einer Intensivstation behandelt. Nach einem mehrtägigen Kampf um ihr Leben starb sie am 20. Mai. Die Ordensschwester war medizinische Leiterin des St.-Bakhita-Krankenhauses in der südsudanesischen Diözese Yei. Ende 2013, als der Bürgerkrieg im Südsudan erneut ausbrach, antwortete die Missionarin auf die Frage, warum sie im Land bleibe: „Weil Jesus seinen Weg konsequent gegangen ist. Er hat nicht aufgegeben, als es schwierig wurde. Als Jüngerin Jesu folge ich ihm in der Kraft des Heilgen Geistes. Ich kann die Menschen im Südsudan nicht verlassen, weil ich sie liebe.“ Der Informationsminister des Bundesstaates Yei, Stephen Lodu Onesimo, verurteilte die Tat als barbarisch. Drei Soldaten, die Zivilisten bei Nacht schützen sollten, wurden verhaftet und angeklagt. Der seit 2011 unabhängige Südsudan gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Über fünf Millionen Menschen sind laut den Vereinten Nationen von Hunger bedroht, 2,3 Millionen vor Kämpfen geflohen. (Quelle und Foto: SSpS)

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