Venezuela: „Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“ - KIRCHE IN NOT Österreich
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Venezuela: „Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“

Venezuela: „Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“

07.09.2026 aktuelles

Zwei Monate nachdem ein Erdbeben die Pfarrkirche unbenutzbar gemacht hatte, wurden 62 Jugendliche aus einer kleinen Berggemeinde in Venezuela unter freiem Himmel gefirmt.

Bischof Pablo Modesto González Pérez von La Guaira stand der Feier auf dem Platz vor der Kirche Unsere Liebe Frau von Candelaria in Tarmas vor. Neben der geschlossenen Kirche stand der Altar. Die Gläubigen begleiteten die Firmlinge auf dem Platz und der angrenzenden Straße. Andere verfolgten die Feier von ihren Haustüren aus.

Die Firmung fand in einer Gemeinde statt, die weiterhin unter den Folgen des Doppelerdbebens vom 24. Juni leidet. Die historische Kirche aus dem 18. Jahrhundert hat ihr Dach verloren und ist seither unbenutzbar.

Die historische Kirche aus dem 18. Jahrhundert hat durch das Erdbeben ihr Dach verloren und ist seither unbenutzbar.

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„Glaube und Hoffnung trotz aller Widrigkeiten“

Pater Daniel Acosta, Pfarrer von Tarmas, erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN): „Trotz der schwierigen Umstände und der sengenden Sonne kamen die Jugendlichen und ihre Familien in einer Atmosphäre des Gebets, der Freude und der Hoffnung zusammen.“ Er fügte hinzu: „In den bewegendsten Momenten der Feier war die tiefe spirituelle Verbundenheit und das erneuerte Bekenntnis der Firmlinge zu ihrem Glauben spürbar.“

„Als Pfarrer bin ich dankbar, dass dieses wichtige Sakrament gefeiert werden konnte. Ich vertraue darauf, dass der Glaube unserer Gemeinde trotz der Herausforderungen weiter wachsen und in Christus Jesus gestärkt werden wird“, erklärte er.

Für den Priester war dieser Tag weit mehr als eine praktische Lösung angesichts der Unmöglichkeit, die Kirche zu betreten. „Obwohl von Widrigkeiten geprägt, wurde die Feier zu einem Erlebnis der Einheit und Stärke, das das Gemeinschaftsgefühl und die gegenseitige Unterstützung stärkte.“

Venezuela, Tarmas, La Guaira, August 2026
Holy Mass and Confirmation ceremonies celebrated outdoors after the church was destroyed by the earthquake.
Trotz der schwierigen Umstände und der sengenden Sonne kamen die Jugendlichen und ihre Familien in Hoffnung zusammen.

„Die Pfarre bleibt an der Seite der Menschen“

Die Feier war ein konkretes Zeichen der Kontinuität für eine Pfarre, die trotz des Verlustes ihres Gotteshauses Familien weiterhin begleitet, die Angehörige, Wohnraum oder ihre Existenzgrundlage verloren haben.

Als eine Delegation von KIRCHE IN NOT zwei Wochen nach dem Erdbeben die kleine Ortschaft Tarmas besuchte, berichteten Luis und Alejandro, zwei der Messdiener, dass sie nach der Messe die Menschen verabschiedet hatten. Gerade als sie die Kirchentüren schließen wollten, begann das Beben und das Dach der Kirche stürzte ein.

Das mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT errichtete Pfarrhaus und Gemeindezentrum blieb dagegen stehen. Von dort aus kümmerte sich Pfarrer Acosta weiterhin um seine Gemeindemitglieder. Der Priester erklärte damals gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Begleitung der Bevölkerung auch bedeute, sich dem eigenen Schmerz zu stellen: „Am Morgen füllen wir uns mit der Kraft des Herrn, mit dem Geist Gottes, um unseren Gemeinden besser dienen zu können. Doch wenn die Nacht hereinbricht, wird das Herz schwer, und da wir Menschen sind, fließen die Tränen.“

62 Jugendliche aus einer kleinen Berggemeinde in Venezuela wurden unter freiem Himmel gefirmt.

„Kein Hindernis stoppt unsere Mission“

In seiner Ansprache an die Gemeinde versicherte Bischof Pablo Modesto, dass die Ortskirche diejenigen nicht im Stich lassen werde, die weiterhin mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben.

„Jedem Menschen, jeder Familie, die heute Schwierigkeiten und Momente der Unsicherheit durchlebt, möchte ich von ganzem Herzen sagen: Ihr seid nicht allein“, bekräftigte er.

Die Feier in Tarmas war ein sichtbarer Ausdruck der Kontinuität: Die Kirche bleibt geschlossen, doch die Gemeinde versammelt sich weiterhin, um die Sakramente zu feiern. „Unsere Diözese bleibt standhaft, aktiv und nah bei ihren Menschen. Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“, schloss der Bischof.

Das Erdbeben traf ein Land, das seit Jahren von einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise geprägt ist. In La Guaira haben viele Familien, die schon vorher über begrenzte Mitteln verfügten, ihre Häuser oder ihre Existenzgrundlage verloren. Die Zerstörung von Kirchen und Pfarrgebäuden traf jene Orte, von denen aus die Kirche die Bevölkerung geistlich und materiell begleitet.

Vom ersten Tag an gingen Priester, Ordensschwestern, Seminaristen und Freiwillige auf die Straße, um sich um die Betroffenen zu kümmern. Auch die liturgischen Feiern mussten außerhalb der Kirchen stattfinden. KIRCHE IN NOT stellte Nothilfe bereit, um Priester, Ordensschwestern und Laien zu unterstützen, die sich in den Diözesen La Guaira und Caracas um die Betroffenen kümmern. Das Hilfswerk ist gerade von einer Reise zurückgekehrt, auf der es neue Hilfen für den Wiederaufbau der beschädigten kirchlichen Einrichtungen bewilligt hat.

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