
Während die Folgen der verheerenden Erdbeben in Venezuela immer deutlicher zutage treten, ist die katholische Kirche zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Betroffenen geworden. Besonders in der Diözese Petare, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebiete im Ballungsraum der Hauptstadt Caracas, versorgen hunderte Ehrenamtliche in den Pfarrgemeinden Verletzte und ihre Familien, die aus der besonders schwer betroffenen Küstenregion La Guaira kommen. KIRCHE IN NOT hat in einem ersten Schritt 100.000 Euro bewilligt, um die Nothilfe der Kirche vor Ort zu unterstützen; weitere Hilfen sind geplant.
„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber KIRCHE IN NOT. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Da sich in Petare vier der wichtigsten Krankenhäuser Venezuelas befinden, konzentriert sich die Hilfe der Kirche vor allem auf die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen. Viele hätten ihr Zuhause verlassen müssen und kämen mit nichts als ihrer Kleidung in den Krankenhäusern an, berichtete der Bischof. Die Diözese hat vier Sammelstellen eingerichtet. Mehr als 250 Freiwillige verteilen dort Medikamente, medizinisches Material, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel.

Besonders bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
„Selbst diejenigen, die nichts haben, geben alles“, sagte der Bischof. „Die Armen sind der größte Schatz der Kirche in Venezuela.“ Auch viele junge Menschen engagieren sich unermüdlich. Sie entladen Lastwagen mit Hilfsgütern, sortieren Kleidung, bereiten Lebensmittelpakete vor und transportieren Spenden. „Sie helfen mit Freude, Disziplin und ohne jede Suche nach Anerkennung“, berichtete Bravo.

Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche die Betroffenen auch seelsorglich. Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Familien bei, deren Angehörige unter den Trümmern begraben wurden; auch für die Helfern und das medizinische Personal sind sie da. „Wir dürfen uns nicht nur auf psychologische Hilfe beschränken. Wir müssen den Menschen auch geistlichen Beistand geben – nicht um das Leid zu verklären, sondern um es aus der Perspektive Jesu menschlich zu begleiten“, erklärt der Bischof.
Mit der bereits auf den Weg gebrachten Soforthilfe ermöglicht KIRCHE IN NOT den betroffenen Diözesen, flexibel auf die dringendsten Bedürfnisse zu reagieren – von der unmittelbaren Nothilfe bis hin zur pastoralen und seelsorglichen Begleitung der Menschen. Das Hilfswerk steht in ständigem Austausch mit seinen Projektpartnern in Venezuela.

Zum Schluss richtete Bischof Bravo einen besonderen Dank an alle Wohltäter und Spender: „Wir sind froh, dass wir auf Brüder und Schwestern zählen können, die uns die Hand reichen. Ich wünsche mir, dass KIRCHE IN NOT weiterhin eine Gemeinschaft bleibt, die Geschwisterlichkeit stiftet.“
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden Priester, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen unterstützt, die Überlebende der Naturkatastrophe beherbergen, versorgen und pastoral begleiten. Gleichzeitig bereitet das Hilfswerk weitere Hilfen für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen und kirchlicher Gebäude vor.
Nach aktuellen internationalen Medienberichten liegt die Zahl der getöteten Menschen aktuell bei über 2000, rund 11 000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende haben ihre Wohnungen verloren, zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Küstenregion La Guaira nördlich von Caracas.
„Jetzt hat oberste Priorität, das Leben wieder aufzubauen“, sagt der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, gegenüber KIRCHE IN NOT. Zwar müssten die materiellen Schäden beseitigt werden, mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Begleitung der Überlebenden, von denen viele Angehörige verloren haben und schwer traumatisiert sind. Die seelischen Wunden würden Venezuela noch lange begleiten. „Dies wird in den kommenden Monaten eine der größten Prioritäten für die Diözese sein: diejenigen zu unterstützen und auszubilden, die in erster Reihe die Menschen geistlich und psychologisch begleiten“, erklärte Biord.

Genau hier setzt die Hilfe von KIRCHE IN NOT an. Das Hilfswerk unterstützt Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Seelsorger, die – obwohl viele von ihnen selbst von der Katastrophe betroffen sind – Familien aufnehmen, Verletzte in Krankenhäusern besuchen und den Menschen in den zerstörten Gemeinden Hoffnung geben. Zugleich wird gemeinsam mit den Diözesen der Bedarf für den Wiederaufbau kirchlicher Gebäude ermittelt.
Wie sehr die Kirche den Menschen gerade jetzt Halt gibt, zeigen die Berichte aus den betroffenen Gemeinden. Als während einer Messfeier im Bistum Petare im Großraum Caracas die Erde zu beben begann, verließen die Gläubigen die Kirche. Pfarrer Ignacio Caleya brach den Gottesdienst jedoch nicht ab, sondern setzte ihn auf der Straße fort. Bewohner umliegender Häuser und Patienten eines benachbarten Krankenhauses schlossen sich spontan der Eucharistiefeier an. Aus einer Evakuierung wurde so ein Zeichen der Hoffnung mitten in der Katastrophe.

Gleichzeitig erleben viele Seelsorger unvorstellbares persönliches Leid. Ein Priester aus La Guaira begleitet täglich obdachlos gewordene Familien, obwohl mehrere Mitglieder seiner eigenen Familie – darunter seine dreijährige Nichte – weiterhin vermisst werden. Dennoch geht er jeden Tag auf die Straßen, um mit den Menschen zu beten und ihnen Trost zu spenden.
Auch in den Krankenhäusern werden Priester mit Schicksalen konfrontiert, die selbst erfahrene Seelsorger an ihre Grenzen bringen. Erzbischof Biord berichtet von einer Mutter, die nach der Amputation beider Beine lächelnd sagte: „Ich lebe. Alles wird gut.“ Eine andere Mutter bat ihn lediglich, für ihre beiden verstorbenen Kinder zu beten. „Die Realität ist verheerend“, fasst ein Priester seine Eindrücke zusammen.

Dass die Kirche trotz allem Hoffnung schenkt, zeigt auch das Priesterseminar in La Guaira, das KIRCHE IN NOT seit vielen Jahren unterstützt. Die Seminarkirche ist völlig zerstört, die Wohngebäude schwer beschädigt. Obwohl sich alle Seminaristen während des Bebens im Gebäude befanden, kam niemand ums Leben. „Man kann von einem Wunder sprechen“, sagt Erzbischof Biord. Das Gebäude ist allerdings unbewohnbar; die Seminaristen haben nahezu ihren gesamten Besitz verloren und sind derzeit in Caracas untergebracht.
„Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges“, sagte Erzbischof Biord. „Ich bin KIRCHE IN NOT und allen dankbar, die uns jetzt beistehen. Der Bedarf ist groß, um unser Land wiederaufzubauen.“
Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat im Jahr 2025 weltweit Spenden in Höhe von 145,8 Millionen Euro erhalten – das ist ein Plus von rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich. Mit diesen Einnahmen konnte KIRCHE IN NOT 5368 Hilfsprojekte in 141 Ländern unterstützen.
Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei die Wohltäter in Österreich: Hier erzielte KIRCHE IN NOT 2025 ein Spendenergebnis von 4,1 Millionen Euro (2024: 3,6 Millionen). Trotz anhaltender Unsicherheiten sind die Einzelspenden in Österreich sogar leicht gestiegen, wie der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Tobias Pechmann, erläuterte: „Die Großherzigkeit unserer Wohltäter ist überwältigend. Wir sehen darin auch eine starke Solidarität mit den Teilen der Weltkirche, die trotz Armut oder Verfolgung wachsen. Diese enge Verbundenheit, auch im Gebet für die leidenden Christen, ist ermutigend und ein Wesensmerkmal unserer Wohltäter.“
Die Arbeit von KIRCHE IN NOT finanziert sich rein aus privaten Spenden und erhält keine österreichweiten Kirchensammlungen, lediglich Kollekten einzelner Pfarren, die sich für arme und verfolgte Christen engagieren; die Spenden werden in den 24 Nationalbüros des Hilfswerks gesammelt.

„Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Ihre Unterstützung hilft, Hoffnung zu geben – oft an Orten, an denen die Kirche für viele Menschen die letzte verlässliche Struktur geblieben ist.“
Zu den am stärksten unterstützten Ländern zählten Indien, die Ukraine, der Libanon und Syrien. In dieser Region floss der Großteil der Nothilfe in die Bewältigung der Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte.
Regional lag der Schwerpunkt der Projektförderung erneut in Afrika, das 34,5 Prozent der weltweiten Hilfen erhielt. Gründe dafür sind unter anderem die Ausbreitung islamistischer Gewalt, Fluchtbewegungen und das starke Wachstum kirchlicher Gemeinschaften. Besonders intensiv unterstützte KIRCHE IN NOT Länder wie Burkina Faso, Niger und Mali.
19,1 Prozent der Hilfe ging an die Kirche in Asien, 17,1 Prozent erhielt der Nahe Osten, Lateinamerika 16,4 Prozent und 12,8 Prozent Europa – hier gingen die Hilfen zum allergrößten Teil in die Ukraine.

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT profitierten im vergangenen Jahr weltweit über 40 000 Priester von der Unterstützung durch Messstipendien – statistisch gesehen etwa jeder zehnte Priester weltweit. Insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Messstipendien vergeben – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Hilfswerks. Messstipendien sind freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen. In Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sind diese Beiträge lebenswichtig.
Darüber hinaus unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von über 13 000 Seminaristen, also jeden achten Priesteramtskandidaten weltweit. Schwerpunkt der Förderung war Afrika: Dort erhielten mehr als 8 300 Seminaristen Unterstützung.
Auch Ordensgemeinschaften wurden umfangreich gefördert: Rund 20 000 Ordensschwestern profitierten direkt oder indirekt von Projekten des Hilfswerks – etwa durch Ausbildungsförderung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.
Neben pastoralen Projekten finanzierte KIRCHE IN NOT weltweit den Bau und die Renovierung kirchlicher Einrichtungen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung religiöser Literatur. Insgesamt wurden über eine halbe Million religiöse Bücher bereitgestellt, darunter mehr als 111 000 Bibeln sowie über 214 000 Ausgaben des Jugendkatechismus YOUCAT.
Der Finanzbericht von KIRCHE IN NOT weist aus, dass 78,7 Prozent der Gesamtausgaben für „missionsbezogene Aktivitäten“ verwendet wurden: Das sind die konkreten Projekte, sowie Aufwendungen für Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche. Für Verwaltung wurden 8,5 Prozent, für Wohltäterbetreuung und Fundraising 12,8 Prozent aufgewendet.
KIRCHE IN NOT (ACN) ist eine katholische Hilfsorganisation, die 1947 als Solidaritätsaktion für Vertriebene gegründet wurde. Seit 2011 ist sie eine Päpstliche Stiftung. KIRCHE IN NOT widmet sich durch Information, Gebet und Hilfe Christen überall dort, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen oder zu wenig Geld für die Seelsorge vorhanden ist.

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela ruft KIRCHE IN NOT zum Gebet für die betroffenen Menschen auf und kündigt schnelle Unterstützung für die Kirche vor Ort an. Die beiden Erdstöße ereigneten sich am frühen Abend des 24. Juni (Ortszeit). Nach Angaben der örtlichen Kirche erreichten sie eine Stärke von 7,2 beziehungsweise 7,5 und verursachten Todesopfer sowie erhebliche Schäden an Häusern, öffentlichen Gebäuden und kirchlichen Einrichtungen. Tausende Menschen trauten sich zunächst nicht, in ihre Wohnungen zurückzukehren.
Besonders betroffen sind nach Angaben der lokalen Partner von KIRCHE IN NOT auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen. Viele von ihnen haben trotz erheblicher Schäden ihre Türen geöffnet, um Familien aufzunehmen, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können.
Der Erzbischof der venezolanischen Hauptstadt Caracas, Raúl Biord Castillo, verschaffte sich unmittelbar nach den Beben einen Überblick über die Lage. „Ich bin gerade von einem Besuch mehrerer Pfarren zurückgekehrt. Viele von ihnen weisen schwere strukturelle Schäden auf“, berichtete er gegenüber KIRCHE IN NOT. Besonders betroffen seien die Kathedrale von Caracas sowie zahlreiche weitere Pfarren. Aufgrund von Strom- und Internetausfällen sei das volle Ausmaß der Schäden jedoch noch nicht absehbar.

Auch die Diözese La Guaira, der bedeutendsten Hafenstadt Venezuelas, wurde schwer getroffen. Bischof Pablo Modesto González Pérez erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass das Priesterseminar der Diözese, das seit Jahren von KIRCHE IN NOT unterstützt wird, erhebliche Schäden erlitten habe: „Im Seminar sind viele Mauern eingestürzt.“ Die Seminaristen mussten evakuiert werden. Sie warten auf einem Parkplatz, während die Statik ihres Wohngebäudes geprüft wird. Mehrere Kirchen in der Region seien ebenfalls beschädigt worden.
Nach Angaben der Ortskirche wurden bereits erste Hilfsmaßnahmen gestartet. Viele Gemeinden hätten Menschen aufgenommen, die die Nacht nicht in ihren Wohnungen verbringen konnten. Gleichzeitig laufen technische Prüfungen, um zu entscheiden, welche Kirchengebäude wieder genutzt werden können.

KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit der Kirche in Venezuela. Die genaue Schadenshöhe und die dringendsten Bedarfe werden derzeit noch erhoben. Schon jetzt steht jedoch fest, dass das Hilfswerk die Kirche in Venezuela bei der Bewältigung der Folgen der Erdbeben unterstützen wird.
Marco Mencaglia, Projektdirektor von KIRCHE IN NOT, erklärte: „Venezuela ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland unseres Hilfswerks. Jetzt haben die Menschen Vorrang. Die Kirche tut in dieser Krise das, was sie immer tut: Sie öffnet ihre Türen, begleitet diejenigen, die alles verloren haben, und bringt Hoffnung dorthin, wo Angst eingezogen ist.“ KIRCHE IN NOT ruft dazu auf, für die Menschen in Venezuela zu beten und die Hilfe für die Kirche vor Ort zu unterstützen.
Während Millionen Menschen weltweit die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass für viele Menschen aus den teilnehmenden Ländern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverständlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben.
Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 Teilnehmerländer der Fußball-Weltmeisterschaft erheblich eingeschränkt. In drei dieser Staaten dokumentiert der Bericht religiöse Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.
Dieser Anteil von 30 Prozent der Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit entspricht in etwa dem weltweiten Befund des Berichts von KIRCHE IN NOT: Er stuft 62 von untersuchten 196 Ländern in die Kategorie „orange“ für Diskriminierung oder in die rote Kategorie für religiöse Verfolgung ein.

Besonders gravierend ist die Situation laut dem Bericht unter anderem im Iran und in Saudi-Arabien. Dort schränkten gesetzliche und gesellschaftliche Vorgaben die Religionsfreiheit erheblich ein – insbesondere für Konvertiten und Angehörige religiöser Minderheiten. Verstöße könnten mit Festnahmen, Haftstrafen und teilweise sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.
Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Dort verschärfen anhaltende Gewalt und die Aktivitäten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation für die Bevölkerung.
Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollieren dort weite Teile des Landes und behindern wiederholt die Arbeit von Kirchen und religiösen Organisationen. Religiöse Verantwortungsträger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Betroffene von Entführungen und Gewalt.

Mexiko, eines der Gastgeberländer der Weltmeisterschaft, steht wiederum für eine andere Form der Bedrohung: Nicht staatliche Restriktionen, sondern organisierte Kriminalität und Drogenkartelle setzen dort kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.
Weitere Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit sind laut dem Bericht unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei sowie Usbekistan. Religiöse Minderheiten, darunter Christen, Angehörige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften, sind dort weiterhin in unterschiedlichem Maße Diskriminierung sowie Einschränkungen bei der Ausübung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt.

In Algerien ist der Islam verfassungsrechtlich als Staatsreligion verankert, was die rechtliche und gesellschaftliche Stellung anderer Glaubensgemeinschaften stark einschränkt. Obwohl die Verfassung formell die Religionsfreiheit garantiert, wird diese durch restriktive Gesetze – insbesondere die Verordnung 06-03 – in der Praxis massiv beschnitten. Besonders Konvertiten, Ahmadis und protestantische Christen sind von systematischen Kirchenschließungen, Blasphemie-Vorwürfen und Haftstrafen betroffen. Da auch die Missionierung von Muslimen unter Strafe steht und staatliche Eingriffe zunehmen, wird die Lage der Religionsfreiheit insgesamt als besorgniserregend eingestuft.
Auch in Jordanien ist der Islam als Staatsreligion verankert, weshalb keine umfassende Religionsfreiheit herrscht, obwohl die Verfassung formell die Gleichheit der Bürger garantiert. Während anerkannte christliche Minderheiten weitgehend das Recht auf freie Religionsausübung genießen und politisch im Parlament repräsentiert sind, stehen nicht anerkannte Gruppen wie die Bahai vor erheblichen rechtlichen Hürden. Besonders prekär ist die Lage für Konvertiten vom Islam, die zwar keine staatlichen Strafen, aber extremen gesellschaftlichen Druck sowie gravierende zivilrechtliche Folgen durch Scharia-Gerichte wie den Verlust von Erbansprüchen oder die Annullierung der Ehe befürchten müssen. Trotz vereinzelter christenfeindlicher Übergriffe und des politischen Erstarkens islamistischer Kräfte gilt das Verhältnis zwischen den Religionen als weitgehend friedlich, was maßgeblich durch die aktive Toleranzförderung des jordanischen Königshauses gestützt wird.
In Argentinien ist die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert, wobei der Staat den römisch-katholischen Glauben besonders stützt. Trotz eines besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorfälle und vereinzelter Vandalismen an Kirchen wird die Lage aufgrund eines starken interreligiösen Dialogs und einer die Glaubensrechte schützenden Justiz insgesamt als positiv bewertet.

„Die Weltmeisterschaft bringt Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie ist auch eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen Millionen Menschen weltweit bei der Ausübung ihres Grundrechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit weiterhin gegenüberstehen“, erklärte Marta Petrosillo, die Chefredakteurin von „Religionsfreiheit weltweit“.
Zugleich verweist „Kirche in Not“ auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten können. Unter den Spielern befinden sich auch Christen – in einem Land, in dem ihr Bevölkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liegt. Petrosillo rief Regierungen weltweit dazu auf, Religionsfreiheit aktiv zu schützen: „Jeder Mensch muss seinen Glauben frei ausüben, wechseln oder teilen können – ohne Diskriminierung oder Verfolgung befürchten zu müssen.“
Der vollständige Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von „Kirche in Not“ dokumentiert die Menschenrechtslage in 196 Ländern und für alle Religionen. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und ist online abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at
Der Vorsitzende der kubanischen Bischofskonferenz hat eindringlich vor einer Verschärfung der humanitären und sozialen Krise auf der Karibikinsel gewarnt. Bischof Marcelo Arturo González Amador aus Santa Clara, sprach gegenüber KIRCHE IN NOT von einem Klima aus Angst, Hoffnungslosigkeit und existenzieller Not. „Es ist der schwierigste und traurigste Moment in der Geschichte unseres Volkes, an den ich mich erinnern kann“, sagte der Bischof. „Alles ist ein Kampf ums Überleben.“
Besonders betroffen seien arme und ältere Menschen sowie alleinerziehende Mütter. In vielen Pfarren suchten verzweifelte Menschen Hilfe, weil sie tagelang nichts gegessen hätten. Die anhaltenden Stromausfälle verschärften die Lage zusätzlich, da Lebensmittel oft nicht gekühlt werden könnten.
Auch das Gesundheitssystem befinde sich in einem alarmierenden Zustand. Nach Angaben des Bischofs könnten in manchen Krankenhäusern keine Operationen mehr durchgeführt werden, weil Wasser, medizinisches Material und selbst einfachste Hilfsmittel fehlten. Familien seien häufig gezwungen, Medikamente oder Operationsmaterial über Verwandte im Ausland zu organisieren.

Neben der wirtschaftlichen Not beobachtet González eine tiefe psychische Erschöpfung der Bevölkerung. „In den Gesprächen mit den meisten Menschen spürt man Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit. Die Angst regiert“, erklärte González. Viele Menschen fürchteten zudem eine militärische Eskalation mit den Vereinigten Staaten. „Die Angst vor einem Krieg ist enorm und gehört zu den täglichen Sorgen vieler Menschen“, sagte er.
Zugleich warnte der Bischof vor den Folgen der anhaltenden Emigrationswelle. „Wer auswandern kann, tut es“, sagte González Amador. Zurückbleibe „eine immer älter werdende Bevölkerung, ohne Ressourcen und mit minimalen Renten“. Auch die zunehmende Kriminalität und Unsicherheit belasteten die Bevölkerung schwer.
Trotz aller Schwierigkeiten versuchten Ordensschwestern, Priester und Laien weiterhin, den Menschen beizustehen. In vielen Gemeinden organisierten Gläubige kleine Suppenküchen oder Essenslieferungen für kranke und ältere Menschen. González berichtete von einer Einrichtung, die mehr als 300 Menschen versorge und zuletzt improvisieren musste, weil die vorhandenen Lebensmittel nicht ausreichten. „Die Menschen sehen, dass die Kirche teilt, dass sie gibt, was sie hat“, sagte der Bischof.

Die Kirche selbst leide jedoch ebenfalls unter massiven Einschränkungen. Hohe Preise und Treibstoffmangel erschwerten die Seelsorgearbeit erheblich. „Wir betreiben eine ‚Seelsorge des Erhaltens‘“, erklärte González. Trotzdem bleibe die Kirche bewusst an der Seite der Bevölkerung. „Auch wenn viele die Insel verlassen, bleibt die Kirche“, betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.
Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr katholische Priester, Ordensleute und Seminaristen getötet als 2024. Darauf weist KIRCHE IN NOT in einer aktuellen Auswertung hin. Rückläufig hingegen ist die Zahl der inhaftierten Geistlichen.
Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Meldungen wurden 2025 weltweit 19 Kirchenmitarbeiter getötet – im Jahr zuvor waren es 13. Bei den Getöteten handelt es sich um 15 Priester, zwei Seminaristen und zwei Ordensschwestern. Mehrere der gewaltsamen Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entführungen oder in bewaffneten Konflikten, etwa in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen getötet – unter anderem in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti.
KIRCHE IN NOT weist darauf hin, dass die hier erfassten Zahlen ausschließlich Priester und Ordensleute betreffen. In vielen Ländern seien auch Katecheten und Laienmissionare massiv bedroht und häufig Opfer von Gewalt, diese sind in der Statistik jedoch nicht enthalten.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Zahl der inhaftierten Geistlichen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT waren 2025 weltweit 28 Priester und Ordensleute aufgrund von religiöser Verfolgung in Haft oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt. Im Jahr zuvor waren es noch 71. Der Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in Nicaragua zurückzuführen, wo die meisten der im Jahr 2024 inhaftierten Geistlichen inzwischen freigelassen wurden.
In Belarus sank die Zahl der inhaftierten katholischen Priester ebenfalls leicht. In China hingegen nahm die Zahl der Festsetzungen zu, teilt KIRCHE IN NOT mit. Dort waren im Jahr 2025 insgesamt 14 Geistliche zeitweise in Haft oder unter Hausarrest, darunter mehrere Bischöfe. Verlässliche Informationen zur Situation der Kirche in China seien weiterhin schwer zu erhalten, betont KIRCHE IN NOT.
Auch in Indien kam es 2025 zu mehreren Festnahmen, betroffen waren ausschließlich Ordensfrauen. Ihnen wurden unter anderem Entführung oder Menschenhandel vorgeworfen. Alle Betroffenen kamen später wieder frei.

Ein großes Problem bleiben die Entführungen von Priester und Ordensleuten, auch wenn die gemeldeten Fälle leicht zurückgingen. KIRCHE IN NOT wurden im vergangenen Jahr 38 entführte Priester und Ordensleuten gemeldet.
Besonders betroffen ist weiterhin Nigeria, wo die Zahl der Entführungen sogar anstieg – von 17 auf 24 Fälle. Unter den Entführten waren auch Seminaristen und Ordensschwestern. Zwei Seminaristen wurden getötet. Zum Jahresende galt noch ein Priester als vermisst; ein weiterer kam im Januar 2026 frei.
Einen starken Anstieg verzeichnete auch Kamerun, wo 2025 insgesamt acht Priester entführt wurden, vor allem im konfliktreichen Nordwesten des Landes. Die meisten Betroffenen kamen wieder frei.
Weitere Entführungen wurden unter anderem aus Kolumbien, Haiti und Äthiopien gemeldet. Die Entführer gehören mehrheitlich islamistischen oder anderen extremistischen Gruppen an; in einigen Weltregionen haben auch kriminelle Banden Entführungen und die Erpressung von Lösegeld zu einem „Geschäftszweig“ gemacht.
Angesichts der sozialen und politischen Unsicherheit in Venezuela, die insbesondere durch die aktuellen Ereignisse in dem südamerikanischen Land geprägt ist, bekräftigt KIRCHE IN NOT sein Engagement für die Kirche und die Menschen vor Ort. Neben Gebet und Solidarität gebe es auch konkrete Hilfe, teilte KIRCHE IN NOT mit.
Nach Jahren wirtschaftlicher, sozialer und humanitärer Krisen stehe das Land vor komplexen Herausforderungen. Viele Menschen kämpften ums Überleben. Die politischen Entwicklungen in den vergangenen Tagen hätten diese Angst und Unsicherheit der Bevölkerung weiter geschürt.
Die Venezolanische Bischofskonferenz hat die Gläubigen unterdessen zu Besonnenheit und zum Gebet für Frieden und Einheit im Land aufgerufen. Sie betonte, dass sie jede Form von Gewalt ablehne, und ermutigte zu Entscheidungen, die dem Gemeinwohl dienen.
Die Kirche in dem südamerikanischen Land ist für viele Menschen „eine zentrale Quelle der Hoffnung“, so KIRCHE IN NOT. Sie biete den Gläubigen „spirituelle Nahrung, seelsorgerische Begleitung und soziale Unterstützung“. KIRCHE IN NOT steht der Kirche in Venezuela seit ihren Anfängen zur Seite und unterstützt beispielsweise mit Messstipendien und materiellen Hilfen, die das sakramentale Leben und die pastorale Präsenz der Kirche im Land aufrechterhalten.

Eines der bedeutendsten Projekte von KIRCHE IN NOT in den vergangenen Jahren war das Wallfahrtszentrum in der Siedlung „Ciudad Chavez“ nahe der Hauptstadt Caracas. Dieses ist José Gregorio Hernández, dem ersten venezolanischen Heiligen, gewidmet, der im Land besonders verehrt wird. Er wurde erst im Oktober 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen.
KIRCHE IN NOT ruft die weltweite katholische Gemeinschaft auf, weiterhin für Venezuela zu beten.
34 Schwestern aus dreizehn verschiedenen Gemeinschaften kümmern sich in der Diözese Holguin um alte und kranke Menschen, begleiten Familien, trösten Einsame und Trauernde und bringen allen die Frohe Botschaft.
Bischof Emilio Aranguren Echeverria ist dankbar für den wertvollen und unverzichtbaren Dienst dieser Ordensfrauen. Er nennt sie „ein Zeichen der Hoffnung“ und berichtet, dass die Schwestern von allen Bürgern geschätzt werden.
In der Tat ist Hoffnung das, was die Menschen in Kuba am dringendsten benötigen. Denn viele sind resigniert und sehen keine Zukunft. Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise wissen viele nicht mehr weiter. Es fehlt an allem, und der Alltag ist ein einziger Kampf ums Überleben. Viele Menschen wissen zudem kaum noch etwas vom Evangelium.

Die liebevolle Fürsorge der Schwestern wird also dringend gebraucht. Aber auch sie sind von der Krise schwer betroffen, so dass sie Schwierigkeiten haben, die Kosten für Energie, Treibstoff, Lebensmittel, medizinische Versorgung und andere lebensnotwendige Dinge zu decken. Dank Ihrer Hilfe kamen 16.000 Euro zusammen, die es den Ordensfrauen ermöglicht haben, auch in diesem Jahr wieder „Zeichen der Hoffnung“ zu sein. Es ist ein wertvoller Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.
Im Namen aller Ordensschwestern schreiben uns die Schwestern der Kongregation „Maria und Martha“: „Wir sind überaus dankbar für Ihre Unterstützung, insbesondere deshalb, weil Sie uns nicht nur materiell, sondern auch spirituell helfen. Entfernung und Zeit spielen keine Rolle, denn es ist die Liebe, die unsere Seelen verbindet. Wir versprechen Ihnen, Ihnen das Gute, das Sie uns tun, durch unsere Gebete zurückzugeben. Wir empfehlen Sie dem Schutzmantel Mariens an. Bitte fühlen Sie sich jetzt und für immer als Teil unserer geistlichen Familie. Es gibt keine Worte, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Möge der Herr Sie immer segnen und Ihnen reiche Gnaden gewähren.“
KIRCHE IN NOT hat am Dienstag seinen Zweijahresbericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ vorgestellt, der einen globalen Überblick über den Stand dieses Grundrechts bietet. Die Studie warnt vor einer besorgniserregenden Verschlechterung: Zwei Drittel der Menschheit – mehr als 5,4 Milliarden Menschen – leben in Ländern ohne vollständige Religionsfreiheit.
Der Bericht analysiert die Lage in 196 Ländern und prangert in 62 davon schwere Verletzungen dieses Rechts an. Davon werden 24 als Länder mit „Verfolgung” und 38 als Länder mit „Diskriminierung” eingestuft.
„Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ist in vielen Ländern am Verschwinden“, warnte Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT.

Der Bericht identifiziert den Autoritarismus als Hauptantriebskraft für religiöse Unterdrückung. In 19 der 24 Länder, die in der Kategorie „Verfolgung“, und in 33 der 38 Länder, die in der Kategorie „Diskriminierung“ aufgeführt sind, wenden die Regierungen systematische Strategien an, um das religiöse Leben zu kontrollieren oder zum Schweigen zu bringen.
In China, Iran, Eritrea und Nicaragua setzen die Behörden Massenüberwachungstechnologien, digitale Zensur, restriktive Gesetze und willkürliche Verhaftungen ein, um unabhängige Religionsgemeinschaften zu unterdrücken.

Die Studie warnt davor, dass sich der islamistische Extremismus weiter ausbreitet, insbesondere in Afrika und Asien. In 15 Ländern ist er der Hauptgrund für Verfolgung, in weiteren 10 Ländern trägt er zur Diskriminierung bei. Die Sahelzone ist zum Drehpunkt dschihadistischer Gewalt geworden, wo islamistische Gruppen den Tod von hunderttausenden Menschen, die Vertreibung von Millionen und die Zerstörung hunderter christlicher Kirchen und Schulen verursacht haben.
Ethnisch-religiöser Nationalismus treibt währenddessen die Unterdrückung von Minderheiten in Asien voran. In Indien und Myanmar leiden christliche und muslimische Gemeinschaften unter Angriffen und rechtlicher Ausgrenzung. In Indien definiert der Bericht die Situation als „hybride Verfolgung”: eine Kombination aus diskriminierenden Gesetzen und Gewalt durch Zivilisten, die jedoch durch politische Reden angeheizt wird.

Die Verschlechterung der Religionsfreiheit betrifft auch Europa und Nordamerika. Im Jahr 2023 wurden in Frankreich fast 1000 Angriffe auf Kirchen, in Griechenland mehr als 600 Fälle von Vandalismus registriert. Ähnliche Spitzenwerte wurden in Spanien, Italien und den Vereinigten Staaten beobachtet, darunter Schändungen von Kultstätten, körperliche Übergriffe auf Geistliche und Störungen von Gottesdiensten.
Der Bericht dokumentiert auch einen dramatischen Anstieg antisemitischer und antimuslimischer Handlungen nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 und dem Krieg im Gazastreifen. In Frankreich nahmen antisemitische Handlungen um 1000 % zu, während Hassverbrechen gegen Muslime um 29 % zunahmen.
Darüber hinaus ist das organisierte Verbrechen zu einem neuen Akteur der Verfolgung geworden. In Mexiko und Haiti ermorden oder entführen bewaffnete Gruppen religiöse Führer oder erpressen Pfarren, um ihre Kontrolle über bestimmte Gebiete durchzusetzen.

Jetzt mehr denn je muss die Religionsfreiheit weltweit verteidigt und geschützt werden. Daher haben wir eine weltweite Petition gestartet, um Regierungen und internationale Organisationen zum wirksamen Schutz des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit aufzufordern. Setzen Sie ein Zeichen und unterzeichnen Sie unsere Petition: Gleich jetzt hier unterzeichnen!
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse können Sie kostenlos auf unserer Webseite herunterladen: Jetzt kostenlos herunterladen
Die Kubaner schätzen die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha besonders, da sie stets zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. Sie nennen sie liebevoll „Sanchinas“. Die Kongregation wurde 1869 auf der Insel gegründet, um armen Behinderten und Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre haben die Schwestern ihre Aktivitäten auf die Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Unterstützung von Familien und älteren Menschen, den Aufbau von Berufsschulen sowie die Seelsorge in Pfarren ausgeweitet.
Zwei „Sanchinas“, Schwester Isabel und Schwester Leonida, gehen dieser Arbeit in Camagüey nach, der drittgrößten Stadt Kubas. Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT (ACN) sind sie ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise, die die Insel belastet. In der Gemeinde María Inmaculada (Unbefleckte Empfängnis) gelingt es den beiden Ordensschwestern, ihre Zeit und Ressourcen zu vervielfachen, um sich um Kinder, deren Familien, Jugendliche, ältere Menschen und Kranke zu kümmern. Hinter ihrem Lächeln verbirgt sich eine Lebenswirklichkeit, die von täglichem Kampf und Hoffnung geprägt ist und nur durch die Gnade Gottes getragen wird.

Die Stadt mit 300 000 Einwohnern und einem eleganten historischen Zentrum, das zum Weltkulturerbe gehört und aus labyrinthartigen Gassen und Kopfsteinpflaster besteht, wurde jedoch von einer Wirtschaftskrise überrollt, die viele Familien in tiefe Not gestürzt hat. Die galoppierende Inflation und der Kaufkraftverlust haben dazu geführt, dass für die meisten Menschen das Nötigste unerschwinglich geworden ist. Die Einwohner von Camagüey stehen in langen Schlangen an, um Lebensmittel und Medikamente zu bekommen, oft gehen sie jedoch mit leeren Händen nach Hause.
Die Schwestern teilen den Schmerz der Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können, der älteren Menschen, die keine Medikamente finden, und der jungen Menschen, die in der Auswanderung ihren einzigen Ausweg sehen. Dieser ständige Exodus droht, das Land seiner unverzichtbaren Arbeitskräfte und Köpfe zu berauben. In solch komplexen Umständen ist die Präsenz der Schwestern für viele ein Zeichen der Hoffnung, ein Beweis dafür, dass die Liebe Gottes inmitten aller Widrigkeiten niemals versagt.
Auch sie müssen mit dem Nötigsten auskommen, da wirtschaftliche Einschränkungen ihre Möglichkeiten zur Selbstversorgung begrenzen. Ohne die Hilfe der Vorsehung und die Großzügigkeit vieler Menschen könnten sie ihr apostolisches Werk nicht aufrechterhalten. Mit Einfallsreichtum strecken sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bis zum Äußersten, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken.
Oft denken sie an die Worte des heiligen Johannes Paul II. während seines historischen Besuchs auf der Insel im Januar 1998: „Verliert nicht die Hoffnung angesichts des Mangels an materiellen Mitteln für die Mission und angesichts der Knappheit der Ressourcen, unter der ein großer Teil dieses Volkes leidet. Nehmt weiterhin die Einladung des Herrn an, für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu arbeiten, alles andere wird euch hinzugeschenkt werden.“ In diesem Sinne haben Schwester Isabel und Schwester Leonida Projekte wie den Kindergarten „Amiguitos de Sancha“ ins Leben gerufen, in dem sie vierzehn Kinder im Alter von ein bis vier Jahren aus benachteiligten Familien betreuen, deren Mütter arbeiten müssen und niemanden haben, der auf sie aufpasst. Zu ihrer Arbeit gehört auch die Begleitung der jungen Eltern und Großeltern der Kleinen, einer Gemeinde von 78 Personen.

Gladys, die im Kindergarten der Schwestern arbeitet, sagt, dass sie durch die Zusammenarbeit mit ihnen „gelernt habe, zu vergeben, meine Mitmenschen mehr zu lieben, das Wenige, das ich habe, zu teilen und mich sicher zu fühlen, weil Gott, unser Vater, bei mir ist und mich niemals verlässt“. „Heute bin ich ein gläubiger Mensch, heute kann ich sagen, dass ich ein Leben habe, weil ich auf den Herrn vertraue … und ich verdanke es der Gnade, dass ich in das Leben der Schwestern gekommen bin und sie in meines“, erzählt sie.
Die Eltern von Diego und Beatriz betonen, dass die Schwestern „den Kindern Unabhängigkeit beibringen und die Familien integrieren“. Auch Roberto und Pilar, die Eltern von Alaia, sagen, dass sie ihnen „helfen, eine große Familie zu sein“. Ihre kleine Tochter, die erst seit sieben Monaten in der Kindertagesstätte ist, habe „eine große Veränderung durchgemacht, denn dort werden ihr Werte vermittelt, es wird ihr beigebracht, Gott zu lieben und zu respektieren, mit ihren Freunden zu teilen und selbstständig zu essen; seit sie in der Kindertagesstätte ist, spricht sie auch ein wenig mehr“.
Die Schwestern betreuen auch die Pfarre und geben Handarbeitskurse, um Programme zur menschlichen Entwicklung und Wertebildung zu fördern. Sie haben etwa 20 Koordinatoren für die Gesundheitsseelsorge ausgebildet, die sie bei Besuchen bei den Kranken begleiten, um jenen geistigen Beistand, Lebensmittel und Medikamente zu bringen. Wenn sie sich das Benzin oder die Fahrkarten leisten können, besuchen sie bedürftige Menschen, die weit entfernt wohnen, und erreichen so Orte, wo man Gott nicht kennt.
„Sie haben mir handwerkliche Tätigkeiten beigebracht und mir gezeigt, wie man den Herausforderungen des Lebens mit Freude und Stärke begegnet. Sie haben uns durch ihr Beispiel vorgelebt, was es heißt, den Glauben zu leben, die Ärmsten zu lieben, zu helfen, ohne etwas dafür zu erwarten, und alle Aktivitäten, die wir unternommen haben, haben mich mit Hoffnung und Liebe erfüllt“, versichert Lourdes, die nun als Krankenbesucherin mit den Schwestern zusammenarbeitet.

„Ich habe meinen Mann nach 27 Jahren Ehe verloren, und es war sehr schmerzhaft, allein zu bleiben. Die Schwestern sind mir eine Stütze, sie begleiten mich, beraten mich und machen mir Mut“, erklärt Marlene. „Sie haben mich glücklich gemacht, indem sie mich zur Mission eingeladen haben, Kranke zu besuchen, denn das ermutigt mich, mit Glauben und Begeisterung zu leben“, fügt sie hinzu.
„Ich besuche die Kranken mit großer Freude und entdecke durch sie Gott, der in den Einfachen und Demütigen wirkt“, versichert Alicia, die seit zehn Jahren mit den Schwestern zusammenarbeitet. „Alles, was ich von den Armen und Entrechteten gelernt habe, verdanke ich ihnen“, gesteht sie.
Darüber hinaus begleiten die Ordensschwestern zehn Jugendliche und fünfzehn Heranwachsende spirituell und organisieren für sie regelmäßige Treffen, Workshops und Katechese. „Mit ihnen habe ich gelernt, wer sich in diesem Stückchen Brot verbirgt, was Exerzitien und eine Mission sind. Sie haben mich auf meinem Glaubensweg begleitet und mir stets Orientierung gegeben“, erklärt Anyelis aus der Jugendgruppe. „Die Schwestern von Sanchinas stehen für Einfachheit und sind Teil der kubanischen Geschichte. Sie zeigen mir, dass in der Armut und im Dienst an den Bedürftigsten die Freude am Dienen liegt, etwas, das ich als junge Kubanerin in meinem Land für unverzichtbar halte“, erklärt sie. Die 13-jährige Yénifer erzählt: „Ich habe sehr schwierige Zeiten durchgemacht und weder meine Eltern noch meine Geschwister haben mich verstanden. Ich war sehr rebellisch, aber durch die Teilnahme an den Gruppen, die von den Schwestern geleitet werden, habe ich gespürt, dass sie mich lieben, mich schätzen, mich unterstützen und mir helfen. Ich bin glücklich, weil sie mich motivieren, Jesus zu begegnen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha in den Diözesen Camagüey, Havanna und Santiago de Cuba, um die Präsenz der Kirche in den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu stärken und die Fortsetzung der Arbeit dieser Ordensschwestern auf der Insel zu ermöglichen.
Im Februar 2024 hatten wir unsere Wohltäter um Hilfe für die Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador gebeten. Hier gibt es besonders viel Gewalt. In der Hafenstadt Guayaquil, die knapp drei Millionen Einwohner hat, ist die Gewaltrate besonders hoch. Vor allem junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren werden von kriminellen Gruppierungen rekrutiert.
Die Erzdiözese hat daher ein Seelsorgeprogramm ins Leben gerufen, um Straftätern eine Perspektive zu geben und ihnen zu helfen, auf den rechten Weg zurückzukehren. Priester und Laienmissionare engagieren sich für die Gefangenen und ihre Familien. Unsere Wohltäter haben 9.900 Euro gespendet, um dieses wertvolle Apostolat zu verstärken und die Ausbildung weiterer Seelsorger zu ermöglichen.
Maria Cristina Santa Cruz, die für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil zuständig ist, hat uns geschrieben: „Wir haben wunderbare Fälle von Bekehrungen unter den Häftlingen und auch unter den Beamten der Haftanstalten gesehen.“

Und sie dankt allen, die geholfen haben: „Wir haben für Sie und für die Gefängnispastoral gefastet und gebetet. Wir sind Gott und Ihnen dankbar, dass wir Werkzeuge im Dienst an unseren Brüdern und Schwestern sein können, die von der Gesellschaft vernachlässigt und vergessen werden. Die Ausbildung von mehr Missionaren, sowohl Priestern als auch Laien, bedeutet, dass es mehr Personen gibt, die an dieser Pastoral, die Menschen verwandelt, mitwirken können.“
Ihre Hilfe hat den Ausbau der Gefängnisseelsorge in zehn Haftanstalten ermöglicht. Insgesamt profitieren mehr als 10 000 Menschen davon. Die Strahlkraft reicht weit über die Mauern der Gefängnisse hinaus. So wurde beispielsweise ein Chor gegründet, der aus weiblichen Häftlingen und den Kindern von Strafgefangenen besteht. Dieser wurde sogar zu einer städtischen Kulturveranstaltung eingeladen.

Zudem nahmen Vertreter des Gefängnisseelsorgeprogrammes im September 2024 auch bei dem Eucharistischen Kongress in der Hauptstadt Quito teil und konnten dort Zeugnis ablegen. Auch bei viele weiteren Treffen und Veranstaltungen waren sie dabei, sodass die Gefängnisseelsorge von Guayaquil zu einem Beispiel für andere werden kann.