Angesichts der anhaltenden Militäroffensive bittet der Pfarrer der katholischen Gemeinde in Gaza-Stadt um „die notwendigen humanitären Korridore“, damit Hilfsgüter zu den Menschen gelangen könnten. Das erklärte Gabriel Romanelli, der seit vier Jahren die Pfarre „Heilige Familie“ in Gaza leitet, in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT.
Der Seelsorger hielt sich zum Zeitpunkt des Hamas-Angriffs auf Israel in Bethlehem auf und kann wegen der Grenzschließungen nicht mehr zurück zu seiner Gemeinde. Mittlerweile befindet er sich in Jerusalem.
Laut Romanelli hätten aktuell rund 700 Menschen im Gemeindezentrum seiner Pfarre Zuflucht gesucht. Darunter seien auch Kinder mit Behinderungen. Weitere Flüchtlinge seien in einer katholischen Schule untergekommen. „Die Lage ist nach wie vor kritisch. Jeder getötete, verwundete oder entführte Mensch verursacht großen Schmerz. Sie können sich die Situation der Menschen vorstellen, die keine Besserung sehen“, sagte der Pfarrer.

Die Situation in seiner Gemeinde sei „im Großen und Ganzen gut“. Sein Kaplan und Ordensfrauen kümmerten sich um die Menschen: „Wie die ersten Christen teilen sie, was sie bekommen können.“ Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem versuche, eine Möglichkeit zu finden, um die Menschen zu versorgen. Am meisten fehle es an Wasser und Brennstoff für die Stromerzeugung. „Vor dem Krieg hatten wir vier Stunden Strom am Tag und jetzt gar keinen mehr“, berichtete Romanelli.
Mehrfach habe ihn Papst Franziskus angerufen und sich nach dem Befinden der Gemeinde in Gaza zu erkundigen. Der Papst habe seine Sorge ausgedrückt und die Verantwortlichen gebeten, „die Kinder in unserer Obhut zu schützen“.

Die Menschen in Gaza bitten aktuell vor allem um Gebete, „dass der Herr sich erbarmt und dieser Krieg ein Ende hat“. Wichtig sei auch, die Situation bekanntzumachen und die politisch und diplomatisch Verantwortlichen zu bitten, „ein Wort des Friedens und der Versöhnung einzulegen“, betonte der Geistliche. „Ich lade alle Menschen ein, barmherzig zu sein und zu versuchen, so viel wie möglich zu helfen.“
Von den etwa 2,3 Millionen Einwohnern des Gaza-Streifens sind rund 1000 Christen. Die meisten von ihnen gehören orthodoxen Kirchen an, die katholische Gemeinde zählt etwas mehr als 100 Mitglieder.
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Der Krieg im Heiligen Land hat auch gravierende Auswirkungen auf die christliche Gemeinschaft im Westjordanland. Ihr wichtigstes Zentrum ist Bethlehem, wo nach biblischen Berichten Jesus geboren wurde. Auf dem Platz vor der Geburtskirche betreiben zahlreiche Christen Läden für Andenken und religiöse Gegenstände wie Rosenkränze, Krippenfiguren und Kreuze aus Olivenholz.
Einer von ihnen ist Rony Tabash, dessen Familie seit fast hundert Jahren in Bethlehem tätig ist. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT bringt er seine Verzweiflung angesichts der aktuellen Lage zum Ausdruck: „Die Lage ist schrecklich. So etwas habe ich noch nie erlebt, niemals!“
Auch „über dem Himmel von Bethlehem“ seien bereits Kampfraketen geflogen; die Sorge um die Sicherheit sei allgegenwärtig, berichtet Tabash: „Meine Kinder wollen nicht mehr von meiner Seite weichen.“ Die Menschen hätten genug von Terror und Krieg: „Wir sind müde, wir wollen Frieden, nur Frieden für unsere Kinder und Familien.“
Eigentlich hatte der junge Christ gehofft, nach dem Ende der Covid-19-Pandemie seine Schulden abbezahlen und sich wieder wirtschaftlich erholen zu können. Doch seit Ausbruch des Krieges haben nahezu alle Pilger Bethlehem verlassen; die Grenzübergänge zu Israel sind geschlossen. „Hier ist niemand mehr“, erzählt der Händler. „Ich mache mir nicht nur Sorgen um unser Einkommen, sondern auch um die Zukunft der christlichen Orte und Familien.“

Wegen der Grenzschließungen seien viele Menschen von ihren Arbeitsplätzen in Jerusalem abgeschnitten und stünden damit ohne Einkommen da. Eine Folge: Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft wanderten aus – darunter auch Christen, beklagt Tabash: „Einer meiner Freunde, der ein kleines Busunternehmen hatte, hat am vergangenen Wochenende das Heilige Land verlassen.“ Den meisten Christen hätten jedoch diese Möglichkeit nicht.
Andere haben sich bewusst entschieden zu bleiben. So auch Tabash und seine Familie: „Ich bin der Einzige hier, der noch jeden Tag seinen Laden öffnet. Was mich aufrechterhält, ist der Glaube. Ohne ihn könnte ich keine Minute lang weitermachen. Wir haben die Hoffnung verloren. Das Einzige, was wir noch haben, ist der Glaube.“

Er sehe es als seine Aufgabe, in Bethlehem zu bleiben. „Wir leben an dem Ort, an dem Jesus geboren wurde. Wir können nicht gehen.“ Doch Bethlehem sei nicht nur ein wichtiger Ort für die Christen im Westjordanland, sondern auf der ganzen Welt: „Es ist jetzt an der Zeit, uns zu helfen und an den heiligen Orten präsent zu sein“, appelliert Tabash.
Natürlich sei es wegen der aktuellen Lage nicht möglich, persönlich zu kommen. Aber Christen könnten auf andere Weise präsent sein: „Kommt mit euren Gebeten, kommt mit euren Friedensaktionen, kommt mit eurer Hilfe für die christlichen Familien! Es ist das Schweigen, das mir Angst macht.“

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Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin des weltweiten katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (international: Aid to the Church in Need – ACN) kehrte vor kurzem von einer Lateinamerika-Reise zurück. In Chile, Brasilien, Kolumbien und Mexiko betreibt KIRCHE IN NOT eigene Nationalbüros. Lynch berichtet über die aktuellen Herausforderungen in diesen Ländern.
Was war der Anlass für Ihre Reise?
Regina Lynch: Chile, Brasilien, Kolumbien und Mexiko sind Länder, die Hilfe von „Kirche in Not“ erhalten, die aber auch selber Spendenkampagnen für Christen in Not in anderen Teilen der Welt organisieren. Es ist wunderbar, wenn Menschen über ihr eigenes Leid hinausblicken können. Deshalb war es mir ein Bedürfnis, die Büros von „Kirche in Not“ in Lateinamerika zu besuchen.
Ihre erste Station war Chile. Wie ist die Lage dort?
Chile war das erste Land in Lateinamerika, das „Kirche in Not“ unterstützt hat. Das war 1962. Das Land ist geprägt von vielen Auseinandersetzungen. Das betrifft auch die Kirche: Da waren die Skandale um sexuellen Missbrauch, und seit 2019 gibt es immer wieder Brandanschläge auf Gotteshäuser. Das ist keine einfache Ausgangslage. Dennoch werden unsere Wohltäter in Chile aktiv und spenden. Ich glaube, sie tun das, weil sie sich ihrer eigenen schwierigen Situation bewusst sind.

Ja, wir konzentrieren uns dort sehr stark auf das Thema Ausbildung, vor allem von Priesterseminaristen und Katecheten. Traurigerweise müssen wir aufgrund der Angriffe auf Kirchen und Kapellen in Chile auch beim Wiederaufbau und der Instandsetzung der beschädigten Gebäude helfen.
Ihre nächste Station war Brasilien. Vor welchen Herausforderungen steht die Kirche dort?
60 bis 65 Prozent der Menschen in Brasilien sind katholisch, aber ihre Zahl sinkt Jahr für Jahr. Viele Gläubige schließen sich Sekten an. Aufgrund des Drogenhandels gibt es sehr viel Gewalt. Ich habe zum Beispiel in São Paulo arme Gegenden besucht, in die sich nicht einmal die Polizei hineinwagt. Ich war beeindruckt von den Mitarbeitern der neuen kirchlichen Bewegungen, die in diesen Slums mit den Menschen leben, Schulen betreiben und die viel Respekt in der Bevölkerung genießen. In Rio habe ich eine Kapelle besucht, die in einem Einkaufszentrum untergebracht ist. Es gibt mehrere solcher Einrichtungen. Das ist ein innovativer Weg, um Menschen zu erreichen.

Ihr nächstes Ziel Kolumbien gilt als Zentrum des internationalen Drogenhandels…
Ja, das Land erlebt ein extremes Ausmaß an Gewalt. Es gibt auch gesellschafspolitische Entwicklungen, wie die Legalisierung der Sterbehilfe oder der Abtreibung, zu denen die Kirche Stellung beziehen muss, um die Menschen gut zu begleiten. Die Kirche in Kolumbien spielt auch eine sehr wichtige Rolle für Menschen, die vor der Dauerkrise und der enormen Armut in Venezuela fliehen. Die Kirche tut enorm viel, um diese Migranten zu unterstützen.
Ihre Reise endete in Mexiko, einem Land, in dem in der jüngeren Vergangenheit viele Priester ermordet wurden.
Mexiko ist für Priester eines der gefährlichsten Länder der Welt. Es gibt dort viel organisiertes Verbrechen, und wenn ein Priester es wagt, das anzusprechen, kann er dafür mit seinem Leben bezahlen. KIRCHE IN NOT hat gerade erst ein Friedenstreffen in Puebla unterstützt. Die Idee für dieses Treffen entstand nach dem Mord an zwei Jesuiten vor einem Jahr. Wenn irgendeine Hoffnung auf Veränderung in Mexiko besteht, dann ist es die Kirche, die dazu beitragen kann.
Das gilt auch im Blick auf die Migranten, die oft Opfer von Drogenkartellen und anderen kriminellen Gruppen werden. Die Kirche ist eine der wenigen Einrichtungen, die sich für diese Menschen einsetzt. Ich habe den Eindruck, dass dies vom Staat nicht immer anerkannt wird, was sehr bedauerlich ist.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Lateinamerika

Knapp zwei Drittel der Hilfen gehen nach Aleppo. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT unter anderem ein Wohltätigkeitzentrum, in dem Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs an bedürftige Bewohner verteilt werden. In der Stadt befinden sich außerdem die Schule des armenisch-katholischen Mechitaristen-Ordens und das von der armenisch-apostolischen Kirche betriebene Karen-Jeppe-Kolleg. Sie wurden durch das Erdbeben beschädigt; KIRCHE IN NOT ermöglicht jetzt dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen.
Weitere Projektgelder fließen in die Hafenstadt Latakia im Nordwesten Syriens. Dort hilft KIRCHE IN NOT bei Reparaturmaßnahmen an der griechisch-orthodoxen Kathedrale, einem katholisch-melkitischen Kloster und einer armenisch-apostolischen Kirche. Die Gotteshäuser sind auch wichtige Stützpunkte für das soziale Leben und die Versorgung mit karitativen Gütern.

„Wir haben mehrere Organisationen um Hilfe gebeten, und hatten das Glück, von KIRCHE IN NOT Unterstützung zu bekommen“, berichtet Michlen Mukel aus Aleppo. Das Wohnhaus, in dem sie mit ihrer Familie lebte, wurde beim Erdbeben schwer beschädigt. Sie gehörte zu den ersten Hilfeempfängern. Mittlerweile konnte in ihrem Haus das Dach repariert und mit Fundamentarbeiten begonnen werden. „Dank dieser Hilfe sind unsere Häuser jetzt winterfest“, sagt die Christin. „Ich bin allen, die zu diesem wichtigen Projekt beigetragen haben, sehr dankbar – vor allem den Spendern von KIRCHE IN NOT.“
Das Erdbeben vom 6. Februar 2023 war das stärkste in der Region seit über 80 Jahren. Die Zahl der bestätigten Todesopfer belief sich auf rund 60 000, die meisten von ihnen im Süden der Türkei. In Syrien starben rund 8500 Menschen, zehntausende wurden obdachlos.
Bitte helfen Sie den Menschen in Syrien, die aufgrund des Erdbebens immer noch zu leiden haben – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Syrien
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, hat zu Gebet und internationaler Hilfe aufgerufen, um eine Deeskalation zu erreichen.
KIRCHE IN NOT schließt sich diesem Aufruf an. Wir sind in großer Sorge, zumal auch Nachbarstaaten wie der Libanon in den Sog der militärischen Auseinandersetzung geraten könnten.
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, erklärte: „Wir teilen das Leid der Familien, die ihre Lieben verloren haben, und das Leid derer, die verletzt oder gefährdet sind. Wir beten zu Gott, dass er ihnen seinen Trost, seinen Mut und seine Hoffnung schenkt. Wir beten für die Heilung und den Trost aller, die unter Gewalt, Angst und Trauer leiden.“
Beten wir für alle Opfer, die politisch Verantwortlichen und alle Menschen im Heiligen Land.

Herr Jesus Christus,
du bist unser Friede (vgl. Eph 2,14) und das Licht der Völker.
Wir blicken mit Entsetzen auf das Meer von Gewalt, Hass und Tod im Heiligen Land.
Herr, erbarme Dich!
Nimm die Toten auf bei Dir.
Tröste die Menschen, die trauern, verwundet oder auf der Flucht sind.
Lass die entführten Menschen wieder sicher zu ihren Familien zurückkehren.Sei allen nahe, die voller Angst und Verzweiflung sind.
Herr, schau auf das Land, das Dir irdische Heimat war, und erbarme Dich.
Setze der Spirale aus Gewalt und Hass endlich ein Ende.
Lass Frieden und Gerechtigkeit aufblühen an den heiligen Stätten.
Lass die Menschen geborgen sein in Deinen Mauern.
Herr, gib Frieden im Heiligen Land und im ganzen Nahen Osten!
Du bist unsere Zuflucht.
Erbarme Dich unser und unserer Zeit.
Amen.



In den letzten Jahren haben sich Kinder aus über 130 Ländern an der Rosenkranzaktion beteiligt, so zum Beispiel aus Syrien, Irak, Mexiko, Armenien, Papua-Neuguinea oder der Demokratischen Republik Kongo. Über eine halbe Million Kinder nahmen in den letzten Jahren teil. Beten Sie auch mit uns! Über die internationale Website https://acninternational.org/millionchildrenpraying/de/ können Sie sich und Ihre Kinder anmelden. Dort finden Sie dann auch den aktuellen Stand der Teilnehmer und auf der Teilnehmer-Landkarte können Sie sehen, in welchen Ländern wie viele Teilnehmer mitmachen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, einige nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

oder über unseren Shop … hier anfordern.
Vier Monate nach Ausbruch bürgerkriegsähnlicher Kämpfe im ostindischen Bundesstaat Manipur hielten die Ausschreitungen noch immer an, erklärte Erzbischof Dominic Lumon aus Imphal. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT bat er um er ein aktiveres Vorgehen der indischen Regierung: „Wir hoffen, dass die Zentralregierung eingreift. Wenn sie ,Stopp’ sagt, wird die Gewalt meiner Meinung nach aufhören. Wenn jedoch niemand eingreift, wird die Gewalt noch monatelang weitergehen.“
Auffällig sei das Schweigen von Premierminister Narendra Modi zu der Gewaltserie. Er habe die betroffene Region in den vergangenen Monaten nie besucht, bemängelte der Erzbischof: „Wir haben nicht viel von ihm gehört. Nur einmal hat er sich geäußert, als Videos auftauchten, in denen zwei Mädchen nackt zur Schau gestellt wurden. Aber zum Thema der Gewalt im Allgemeinen hat er nichts gesagt.“
Medienberichten zufolge sind bei den Unruhen bislang mindestens 185 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt hatte sich zwischen der mehrheitlich hinduistischen Ethnie der Meitei und den Minderheitsstämmen der Kuki-Chin entzündet, die hauptsächlich Christen sind. Dass bei den Ausschreitungen auch Gotteshäuser angegriffen wurden, die von christlichen Meitei besucht werden, gilt Kirchenverantwortlichen als Indiz dafür, dass der Konflikt auch eine religiöse Dimension habe.

„Wir können erkennen, dass die Verantwortlichen auch aus Hass gegen das Christentum handeln, da Meitei-Kirchen zerstört worden sind, und Religionsvertreter, die keine Kuki sind, ebenfalls fliehen“, erklärte Lumon. Die Angreifer kämen meistens ungestraft davon. Das ließe den Schluss zu, dass sie möglicherweise Unterstützung und Schutz genießen, auch wenn er nicht wisse von wem, so der Erzbischof.
Lokalen Berichten zufolge sollen mittlerweile auch hunderte Kirchen und kirchliche Einrichtungen in dem Konflikt zerstört worden sein. Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird mit über einer halben Million Menschen angegeben.
Die katholische Kirche tue in dieser Situation, was sie könne, erklärte Lumon. So habe seine Erzdiözese Imphal Soforthilfen für 2400 besonders betroffene Familien auf die Beine gestellt; KIRCHE IN NOT unterstützt die Hilfsaktionen und steht in ständigem Kontakt mit den Projektpartnern vor Ort.

Die Kirche suche auch den Dialog mit anderen Religionsvertretern, um die Spannungen abzubauen, betonte der Erzbischof. So habe in der Region ein interreligiöses Forum für Frieden und Verständigung seine Arbeit aufgenommen, das auch das Gespräch mit den Anführern der verfeindeten Ethnien suche: „Ob wir Erfolg haben werden oder nicht, ist ungewiss. Der Weg zum Frieden führt nur über den Dialog, und das werden wir betonen“, sagte Lumon. Er rief dazu auf, die Situation im Bundesstaat Manipur nicht zu einem „vergessenen Konflikt“ werden zu lassen.
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Durch die Provinz Sindh im Südosten Pakistans fließt der Indus, einer der längsten Flüsse der Erde. Von der Provinzhauptstadt Hyderabad nach Süden durchschneidet die Straße Felder, soweit das Auge reicht. In der Hitze arbeiten dort Männer, Frauen und Kinder. Es ist früher Vormittag und das Thermometer zeigt 32 Grad Celsius. Im Hochsommer steigt es regelmäßig auf über 50 Grad.
KIRCHE IN NOT begleitet Samson Shukardin, den katholischen Bischof von Hyderabad, bei einem Besuch in der Gegend, die im Sommer 2022 von schweren Überflutungen heimgesucht wurde.
Der Bischof erklärt, dass die Arbeiter auf den Feldern für ihre Mühen keinen Lohn erhalten. „Alle Ländereien der Provinz Sindh gehören Großgrundbesitzern“, sagt er. „Die Arbeiter bewerben sich darum, den Boden bestellen und auf dem Land wohnen zu dürfen. Saatgut und Werkzeuge müssen sie selbst bezahlen, viele verschulden sich dafür. Ist die Ernte erfolgreich, dürfen sie die Hälfte der Einnahmen behalten, die andere Hälfte geht an den Landbesitzer.“

Theoretisch könnten sich die Familien der Farmarbeiter so eine bescheidene Existenz aufbauen. Praktisch stecken die meisten in einer tiefen Schuldenfalle, durch die sie Leibeigene der reichen Großgrundbesitzer werden.
Denn fällt eine Ernte aus, verlieren die Familien nicht nur ihren eigenen Anteil, sondern müssen dem Landbesitzer auch seinen erwarteten Gewinn erstatten. Können sie nicht zahlen, müssen sie bleiben und Fronarbeit leisten. Diese Knechtschaft bestimmt das Schicksal vieler vorwiegend christlicher und hinduistischer Familien in der Region Sindh.
Für Bischof Shukardin ist es die dringendste Aufgabe der Kirche, diesen modernen Sklaven Hoffnung zu geben. In den Dörfern des Indus-Deltas besuchen Katecheten die christlichen Familien, beten mit den Menschen, verteilen Lebensmittel und unterrichten die Kinder.

„Wer zur Schule geht, findet später eine Arbeit in den Städten“, erklärt Bischof Shukardin. „So entkommen zumindest die Kinder aus dem Teufelskreis der Armut.“ Der Unterricht findet oft unter freiem Himmel statt, denn eine Schule darf nur gebaut werden, wenn der Landbesitzer zustimmt. „Viele der Großgrundbesitzer sehen den Unterricht als Bedrohung für ihre Lebensgrundlage und verbieten den Bau einer Schule“, sagt Bischof Shukardin.
In einem Dorf südlich der Stadt Gharo hat ein großzügigerer Grundbesitzer den Bau einer Schule genehmigt. Länge und Breite des Holzverschlags hat er exakt vorgegeben. So drängen sich zu den Unterrichtszeiten 70 Kinder auf 50 Quadratmetern, obwohl sich rund um das Gebäude kilometerweit nur Einöde ausdehnt. Im Dorf gibt es keinen Strom, nachts ist es stockdunkel. Das Licht bringt die Kirche, die hier den Lehrer bezahlt und einfache Solarlampen installiert.

Mit der von KIRCHE IN NOT finanzierten Fluthilfe konnten die Familien in diesem Dorf mit Lebensmitteln versorgt und medizinisch betreut werden. Um dem Hilfswerk dafür zu danken, sind die Menschen aus der Umgebung zusammengekommen.
Stellvertretend treten Yousaf und seine Frau Haniya mit ihren sieben Kindern nach vorne. „Wir haben schwer gearbeitet, aber nichts erreicht“, sagt Yousaf mit leiser Stimme. Er blickt zu Boden und schluckt. Yousaf zögert, sein Blick wandert über seine Kinder. Die Stimme des Vaters wird fester: „Aber wir haben zu essen, und unsere Kinder werden es einmal besser haben als wir. Dank der Schule, dank der Lehrer, dank Euch. Ihr seid die Engel in unserem Leben.“

Bischof Samson Shukardin ist sich bewusst, dass die von Dorf zu Dorf ziehenden Lehrer in improvisierten Schulgebäuden nur eine Notlösung sein können. Deshalb hat er KIRCHE IN NOT um Unterstützung gebeten, um Kindern noch mehr Zugang zu Bildung zu verschaffen. Dazu baut die Diözese Hyderabad katholische Internate auf. So zum Beispiel in Tando Allahyar. Der Ortsname bedeutet übersetzt „die von Gott gesegnete Stadt“.
Die Mädchen im dortigen Internat führen einen traditionellen Tanz auf, die Jungen präsentieren ihre Englisch-Kenntnisse. Tarja ist sieben Jahre alt, ein höfliches, etwas schüchternes Mädchen. Was sie später einmal werden will? „Am liebsten Kampfpilotin der pakistanischen Luftwaffe“, sagt sie.

Bischof Shukardin lächelt. „Wir Christen lieben unser Land, aber wir sind nur eine kleine Minderheit von gut zwei Prozent der Bevölkerung. Darum wäre es gut, wenn mehr Christen wichtige Posten in der Armee, der Polizei und der Verwaltung haben.“ Tarja nickt. Sie wird ihr Bestes dafür geben.
Ob das ausreicht, ist allerdings nicht gesagt. „Die Inflation im Land ist sehr hoch, die Preise für Lebensmittel haben sich innerhalb eines Jahres verdoppelt“, berichtet Bischof Shukardin. „Die Eltern der Kinder können sich das Schulgeld nicht leisten, sie sind auf Stipendien angewiesen.“
Damit das Internat in Tando Allahyar unter diesen Umständen weiterbestehen kann, hilft KIRCHE IN NOT beim Erhalt der Gebäude und bei Neubauten. So ist 2023 ein neuer Wohntrakt für Schüler entstanden.
Doch die Nachfrage der christlichen Familien bleibt groß. Darum braucht es auch in Zukunft die Hilfe menschlicher „Engel“, die dazu beitragen, damit die Kinder der Provinz Sindh der Leibeigenschaft entkommen und als mündige Erwachsene für ihr Auskommen sorgen können.
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Vier Jahrzehnte, nachdem die letzten Ordensfrauen den Nordwesten von Mosambik verlassen mussten, wurden sie bei ihrer Rückkehr von der Bevölkerung begeistert willkommen geheißen. Bei der Einweihung des Klosters der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis im Dorf Dómuè nahe der Grenze zu Malawi und Sambia seien viele Menschen feiernd auf die Straßen geströmt, berichtete Schwester Mirian dos Santos dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT: „Zu sehen, wie sehr die Menschen auf unsere Anwesenheit gewartet haben, hat unsere Erwartungen übertroffen.“
40 Jahre wirkten keine Ordensfrauen in der Region, nachdem sie im Zuge des Bürgerkriegs in Mosambik (1977-1992) vertrieben worden waren. Damals waren nach der Unabhängigkeit von der portugiesischen Kolonialherrschaft in einigen Regionen Feindseligkeiten gegenüber der katholischen Kirche ausgebrochen. Die zuständige Diözese Tete hatte sich lange für eine Rückkehr der Ordensfrauen eingesetzt, wie Bischof Diamantino Guapo Antunes betonte: „Das ist etwas, das wir uns seit langem gewünscht haben, ja sogar erträumt haben. Jetzt ist es endlich so weit.“

Neben Schwestern Mirian besteht die Gemeinschaft im Nordwesten Mosambiks aus zwei weiteren Ordensfrauen und einer jungen Frau, die ins Kloster eintreten möchte. Ihre Aufgaben führen sie in ein riesiges Pfarrgebiet: Sie bilden etwa 100 Katecheten aus, die in den entlegenen Gebieten Seelsorgestellen leiten. „Wir sind hier, um zu helfen, wo immer wir können“, erklärte Schwester Mirian. Eine erste Bestandsaufnahme habe bereits einige dringende Bedürfnisse zutage gebracht: „Wir brauchen zum Beispiel einen Geländewagen, um die weiter entfernten Gemeinden erreichen zu können.“ In einer Mitteilung an KIRCHE IN NOT bitten die Ordensschwestern um Unterstützung und Gebet für ihre neue Aufgabe.

Wie Bischof Antunes erklärte, habe das Hilfswerk in den vergangenen Jahren über 20 Projekte in der Diözese Tete unterstützt: „KIRCHE IN NOT hilft in wichtigen Bereichen wie der Priesterausbildung, beim Bau von Kapellen, dem Kauf von Fahrzeugen oder bei der Anschaffung von Geräten für den Radiosender unserer Diözese. Ich danke allen Spendern, die das möglich machen.“
In Mosambik sind nach Angaben der Studie „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT rund 55 Prozent der 32 Millionen Einwohner Christen, etwa 17 Prozent Muslime und 26 Prozent Anhänger traditioneller ethno-religiöser Gruppen. Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Erde, besonders im Nordosten und den angrenzenden Regionen haben dschihadistische Gruppen Gebiete erobert und verüben Gräuel an der Zivilbevölkerung.
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Die Heilig-Geist-Pfarre mit Sitz in Sangla Hill ist die größte Pfarrgemeinde der Erzdiözese Lahore. Ihr gehören 67 Dörfer an. Die Wege bis zum Sitz der Pfarre sind weit, und so wollte Pfarrer Akmal Patras auch denjenigen katholischen Kindern, die weiter entfernt wohnen, die Gelegenheit geben, an Katechesen und Bibelunterricht teilzunehmen.
Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 11.500 Euro gespendet haben, konnte er in fünf Dörfern ein Sonntagsschulprogramm ins Leben rufen. Insgesamt 250 Kinder zwischen sieben und fünfzehn Jahren haben nun die Möglichkeit, die Heilige Schrift und den Glauben der Kirche tiefer kennenzulernen.

Dies war sehr wichtig, denn an den öffentlichen Schulen haben die Schüler zwar theoretisch die Wahl zwischen islamischem Religionsunterricht und Ethikkunde, in der Praxis wird Ethik aber so gut wie nie angeboten So müssen auch die christlichen Kinder am islamischen Religionsunterricht teilnehmen, um auf die Punktzahl zu kommen, die für die Versetzung notwendig ist, berichtet der Pfarrer. Allerdings wäre der Unterricht selbst dann, wenn das Fach Ethik angeboten würde, nicht auf die Bedürfnisse der katholischen Schüler zugeschnitten, denn sie würden dadurch ihren Glauben nicht tiefer kennenlernen. In den pakistanischen Schulbüchern nahezu aller Fächer werden zudem immer wieder falsche Informationen über religiöse Minderheiten verbreitet, und die christlichen Schüler, aber genauso auch die Angehörigen anderer Minderheiten, werden seitens ihrer Lehrer und Mitschüler mit Vorurteilen und oft sogar mit Hass konfrontiert. „Viele christliche Kinder fühlen sich unterlegen, haben Angst und brechen die Schule ab“, berichtet Pfarrer Patras. So stärkt es das Selbstbewusstsein der christlichen Schüler, wenn sie ihren Glauben gut kennen und auf Vorurteile und provokante Fragen kompetent antworten können.
Die Eltern fast aller christlichen Kinder sind Analphabeten und können ihren Kindern nicht das notwendige Glaubenswissen vermitteln. So sind die Sonntagsschulen ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Glaubens und der christlichen Identität. Allen, die geholfen haben, ein herzliches „Vergelt’s Gott“!
Das „Nazareth-Heim für Kinder Gottes“ in der Ortschaft Sang östlich von Tamale im Norden von Ghana ist für seine 120 Bewohner die letzte Rettung, im wahrsten Sinne des Wortes.
Schwester Stan Terese Mario Mumuni, ihre Klostergemeinschaft der „Marienschwestern von der eucharistischen Liebe“ und weitere Mitarbeiter bewahren die Kinder vor Verwahrlosung und Tod. Alle Heimbewohner sind körperlich und geistig beeinträchtigt – in den ländlichen Gebieten Ghanas oft noch ein Todesurteil.
Anhängern traditioneller Religionen gelten Menschen mit Behinderung oft als „Hexenkinder“ oder werden verdächtigt, Unheil zu bringen. Mit fatalen Folgen, wie Schwester Stan Terese Mario Mumuni im Gespräch mit KIRCHE IN NOT beschreibt: „Wenn in einer Dorfgemeinschaft ein Kind blind zur Welt kommt, kann die Mutter nicht mehr mit den anderen Frauen zum Brunnen gehen, weil ihr die Nachbarn sagen, sie hätte ein verhextes Kind. Und wenn es im Dorf ein Unglück gibt, schieben sie es auf das Kind.“ Oft würden diese dann ausgesetzt oder sogar getötet.

„Es ist schrecklich zu erleben, dass ein wunderschönes Kind dem Tod geweiht ist, nur weil es nicht sprechen, nicht laufen oder nicht sehen kann“, beklagt die Ordensschwester. Auch wenn eine Mutter bei der Geburt stirbt, lehne die Familie das Kind als „böse“ ab. „Kommt ein Kind mit Behinderung im Krankenhaus zur Welt, läuft oft die Mutter weg und lässt ihr Kind aus Angst zurück.“
In diesen Fällen kommen Schwester Stan Terese Mario und ihr Team ins Spiel: „Oft rufen uns Krankenhäuser an, und wir nehmen verlassene Kinder zu uns.“ Auch wenn die Ordensfrau von verwahrlosten Kindern in den Dörfern erfährt, zieht sie los und bittet die Familien, sie bei sich aufnehmen zu dürfen.

Manchmal geben Familien auch ihre Kinder im Heim ab, oft mit einer erschütternden Vorgeschichte. Die Ordensschwester erinnert sich an Eltern, die ihre Tochter brachten und erzählten, dass sie für mehrere Morde in der Gemeinde verantwortlich sei.
„Ich fragte dann ironisch, ob dieses Kleinkind bei den vermeintlichen Morden ein Messer oder eine Pistole benutzt habe. Sie sagten nein, keine Waffen. Das Kind sei mit bösen Mächten im Bund, es könne nicht sehen. Also sagte ich: ,Lasst das Mädchen hier, dann kann sie jetzt mich und die Kinder töten.’ Aber die Eltern erwiderten: ,Nein, euer Gott ist mächtig, sie kann euch nicht töten.’“
Die Arbeit von Schwester Stan Terese Mario Mumuni und ihren Mitarbeitern ist lebenswichtig, steht aber unter enormen Schwierigkeiten: Ghana befindet sich in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise, die sich durch den Krieg in der Ukraine noch verschärft hat. Getreide und Lebensmittel sind teuer oder durch die russische Ausfuhrblockade gar nicht mehr zu bekommen.

KIRCHE IN NOT hat in der Vergangenheit ein neues Wohnhaus für die Marienschwestern finanziert; weitere Projekte stehen an. Aktuell brauchen die Schwestern zum Beispiel ein geländegängiges Fahrzeug, um Kinder in eineinhalb Stunden entfernte Krankenhaus bringen zu können. Es fehlt auch an Kleidung für die Kinder.
überlegen zum Beispiel, eine Schule oder ein Krankenhaus einzurichten, die mit Gebühren auch eigene Einnahmen erzielen könnte.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber Schwester Stan Terese Mario ist voller Tatkraft und Zuversicht. Das habe mit der „Gebetsarmee“ zu tun, die hinter ihr stehe, erklärt sie – ihre Schützlinge im Kinderheim. „Unsere Kinder beten vor den Mahlzeiten, und jeden Tag beten sie den Rosenkranz. Immer wenn ich weg bin und sie anrufe, sagen sie mir, dass für mich oder eine bestimmte Person gebetet haben.“
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In Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem finanziert KIRCHE IN NOT ein neues Projekt für die Jugendseelsorge in Israel, den Palästinensischen Gebieten und in Jordanien. Inhalte sind unter anderem die theologische Ausbildung von Verantwortlichen in der Jugendarbeit sowie die Einrichtung von Seelsorgestellen, um junge Menschen zu begleiten.
„Die katholische Kirche im Heiligen Land schreibt zusammen mit KIRCHE IN NOT Geschichte. Statt lokal oder zeitlich begrenzt zu helfen, führen wir jetzt ein größeres Projekt durch, das alle unsere Gemeinden erfasst“, erklärte der Projektverantwortliche im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, George Akroush.
Im Heiligen Land sei im Lauf der Jahre vielerorts eine Kluft zwischen Jugendgruppen und Kirchenverantwortlichen entstanden. „Wir haben mehrere Pfadfinder-, Jugend- und Gebetsgruppen, aber sie sind von der Kirche mehr oder weniger abgekoppelt“, sagte Akroush.

Um dem abzuhelfen, sollen nun eigene Jugendseelsorger in den verschiedenen Ländern und Arbeitsbereichen des Lateinischen Patriarchats eingesetzt werden. Dies schließt auch die kleine hebräischsprachige Gemeinde mit rund 1200 Katholiken und das wachsende Vikariat für Migranten ein, das aktuell etwa 120 000 Gläubige umfasst.
Außerdem sollen Verantwortliche in der Jugendarbeit die Möglichkeit erhalten, sich theologisch weiterzubilden. Dazu wird das Priesterseminar seine Hörsäle auch für junge Leute öffnen, die keinen kirchlichen Beruf anstreben, erklärte Akroush: „Zum ersten Mal seit 170 Jahren werden Geistliche neben Pfadfinderleitern sitzen und Unterricht in Bibelkunde, Philosophie und christlichen Werten erhalten.“
Das Lateinische Patriarchat sehe es auch als große Aufgabe, den Extremismus zu bekämpfen, der aktuell besorgniserregend zunehme. Dazu sollen unter anderem die Lehrpläne in den rund 200 katholischen Schulen im Heiligen Land überarbeitet werden. „Die Mehrheit unserer Schüler sind Muslime, und das ist gut so. Andernfalls würden sie oft in den Fängen von Extremisten landen. Unsere Schulen haben die Aufgabe, die neue Generation zu mehr Akzeptanz zu erziehen und ihnen Werte wie Liebe und Toleranz zu vermitteln“, sagte Akroush.

Er wies darauf hin, dass im Heiligen Land weniger als ein Prozent der Bewohner Christen seien, diese aber für 40 Prozent der Bevölkerung soziale Dienste in Schulen, Krankenhäusern, Senioren- und Behinderteneinrichtungen anbieten. „Das wichtigste Instrument für den Wandel sind auch die christlichen Organisationen.“
Akroush erklärte, dass die Zahl der Christen im Heiligen Land aktuell zwar auf niedrigem Niveau ansteige – vor allem durch den Zustrom von Migranten und Asylbewerbern. Gleichzeitig wanderten aber viele einheimische Christen ab. Projekte wie das neue Jugendprogramm wollten dem entgegenwirken. „Wir versuchen, Hoffnung für unser Volk zu schaffen.“
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