Im Zuge der jüngsten Großoffensive im Krieg zwischen Militärregierung und Rebellengruppen in Myanmar erhält KIRCHE IN NOT erschütternde Berichte von den katholischen Gemeinden im Land, berichtete die Geschäftsführende Präsidentin Regina Lynch: „In den vergangenen Tagen kam es zu einer erheblichen Eskalation von Gewalt und Vertreibung. Uns erreichen immer mehr dringende Gebetsaufrufe aus Myanmar. Das Leid hat mittlerweile einen kritischen Punkt erreicht.“
Immer mehr Zivilisten suchten in Kirchen Zuflucht, aber auch diese seien nicht sicher, berichtete Lynch: „Einige Kirchen sind selbst zu Konfliktzonen geworden; religiöse Einrichtungen wurden gewaltsam evakuiert. Es gibt Berichte von erschütternden Vorfällen.“
Auch seien kirchliche Einrichtungen bei den Kämpfen beschädigt worden, dies habe zu einer weiteren Verschlechterung der humanitären Situation geführt. In einer an KIRCHE IN NOT gerichtete Mitteilung aus Myanmar heißt es: „Die Situation ist katastrophal. Wir bitten alle, in diesen schwierigen Zeiten für uns zu beten.“

So wurde gerade erst ein katholisches Gemeindezentrum, das an die Kathedrale in Loikaw angeschlossen ist und wo seit Monaten für Binnenflüchtlinge, die vor den Auseinandersetzungen im Rahmen des anhaltenden Bürgerkriegs fliehen, Zuflucht suchen, wurde von der Armee angegriffen und besetzt. Dies berichtete Bischof Celso Ba Shwe von Loikaw, der Hauptstadt des Staates Kayah im Osten Myanmars. Auch heilige Stätten, so der Bischof, blieben von Militäroperationen nicht verschont, und das in einer Zeit, in der die Militärjunta mit der Kriegsführung vor Ort zu kämpfen habe.
“Die Armee hat dreimal versucht, den Komplex der Christ-König-Kathedrale einzunehmen“, berichtet er, „Als ortsansässiger Bischof habe ich zusammen mit den Priester versucht, die Militärgeneräle von der Bedeutung der religiösen Stätten zu überzeugen und sie gebeten, den Ort zu verschonen, an dem auch Vertriebene untergebracht sind. In der Nacht des 26. November feuerte das Militär jedoch mehrmals absichtlich Artilleriegranaten auf das Gemeindezentrum ab, wobei das Dach der Kapelle des Pastoralzentrums getroffen wurde. Die Decke wurde durch Artilleriegranaten zerstört. Aus Sicherheitsgründen haben wir in Absprache mit den Priestern beschlossen, das Pastoralzentrum zu verlassen. Kurz vor unserer Abreise gestern, am 27. November, kamen 50 Soldaten und besetzten das Gebäude, um es als Stützpunkt und Schutzraum zu nutzen“.

Regina Lynch erinnerte daran, dass in den vergangenen fast drei Jahren des Bürgerkriegs die Kirche den vertriebenen Menschen zur Seite gestanden sei. Doch angesichts der zahlreichen Konflikte weltweit fühlten sich viele Menschen in Myanmar alleingelassen. „Diese neue Spirale der Gewalt erfordert es, dass wir an unsere Brüder und Schwester in diesem oft vergessenen Teil der Welt erinnern. Unsere Solidarität und unser Gebet sind ein Leuchtfeuer in ihrer Dunkelheit.“
Die jüngsten Offensive nahm ihren Ausgang in der Provinz Shan-Staat. Internationalen Medienberichten zufolge sollen große Teile der Grenzregion zu China in der Hand der Oppositionstruppen sein. Die bewaffneten Gruppen nennen ihren koordinierten Angriff „Operation 1027″, da sie ihren Angriff am 27. Oktober gestartet haben.

Der Shan-Staat liegt im Osten Myanmars und umfasst annähernd ein Viertel der Gesamtfläche des Landes. Auch aus dem benachbarten Kayah-Staat und aus dem Chin-Staat im Westen des Landes werden erneute Kämpfe gemeldet. Die Offensive gilt als bislang schwerster Rückschlag für die Militärjunta nach der Machtübernahme im Februar 2021.
Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den rund 55 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben.
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Angesichts des Krieges im Heiligen Land unterstützt KIRCHE IN NOT in Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem die Nothilfe der christlichen Kirchen. Ein erstes Hilfspaket kommt Christen im Gazastreifen, im Westjordanland, Ostjerusalem sowie christlichen Wanderarbeitern und Flüchtlingen in Israel zugute.
Vor Kriegsausbruch lebten rund 1000 Christen im Gazastreifen. Die meisten von ihnen haben in der katholischen Pfarrei „Heilige Familie“ und in der griechisch-orthodoxen Kirche St. Porphyrius Zuflucht gefunden. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Kinder, ältere Personen oder Menschen mit Behinderungen, weshalb für die meisten Menschen eine Flucht unmöglich ist.
Nach lokalen Berichten sind hunderte Familien auf den beiden Kirchengeländen zusammengepfercht, es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten. Vor allem der Wassermangel wird immer bedrückender. KIRCHE IN NOT unterstützt eine Initiative des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, um die isolierten Menschen in den beiden Gemeinden im Gazastreifen mit grundlegenden Gütern zu versorgen.
Die Folgen der jüngsten Eskalation haben auch die rund 47 000 Christen im Westjordanland und in Ostjerusalem schwer getroffen. Da viele von ihnen im Tourismussektor arbeiten, haben sie ihre Einnahmequelle verloren. Wegen der Grenzschließungen können viele Menschen nicht mehr zu ihren Arbeitsplätzen auf israelischem Staatsgebiet gelangen.

Die Nothilfe für die Christen im Westjordanland und in Ostjerusalem besteht überwiegend aus Lebensmittelgutscheinen, Mietbeihilfen sowie Zuschüssen für Strom- und Wasserkosten. Menschen mit chronischen Erkrankungen und ältere Personen erhalten auch medizinische Unterstützung.
Auf israelischem Staatsgebiet halten sich lokalen Angaben zufolge um die 100 000 christliche Migranten und Asylsuchende auf. Das Lateinische Patriarchat hat für sie im Jahr 2021 ein eigenes Vikarat für Migranten und Asylsuchende eingerichtet, das bis zu seiner Abtswahl von Pater Nikodemus Schnabel aus der deutschsprachigen Benediktinerabtei Dormitio auf dem Jerusalemer Zionsberg geleitet wurde.

Hunderte von christlichen Migranten aus der Umgebung das Gazastreifens mussten vor den jüngsten Kämpfen fliehen und sind jetzt in provisorischen Unterkünften in Klöstern, christlichen Gästehäusern und anderen kirchlichen Einrichtungen untergebracht. Andere halten sich in verschiedenen Teilen Israels, wie zum Beispiel in Tel Aviv, auf. Viele von ihnen haben keinerlei Unterstützung und sind schutzlos.
KIRCHE IN NOT unterstützt das Vikariat für Migranten und Asylsuchende dabei, Unterkünfte bereitzustellen, die Menschen medizinisch zu versorgen und arbeitslose Personen mit den Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen sowie sie seelsorgerisch zu betreuen.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Kardinal Pizzaballa, bedankte sich bei KIRCHE IN NOT für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land in dieser Krisenzeit: „Vielen Dank für Ihre Spenden und Ihre Solidarität. Bitte beten Sie weiterhin für unsere kleine christliche Gemeinschaft, die unerschütterlich Zeugnis für den Glauben und die Hoffnung ablegt.“
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Terroristen haben die christliche Bevölkerung von Débé in Burkina Faso gezwungen, ihr Dorf zu verlassen. Zuvor haben sie zwei Pfadfinder in der Dorfkirche erschossen, die sich ihren Befehlen widersetzt hatten. Dies berichtet Bischof Prosper B. Ky bei einem Besuch am internationalen Sitz des päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN).
Mitte Oktober haben Terroristen den Christen von Débé, einer Ortschaft im Nordwesten Burkina Fasos, ein Ultimatum von 72 Stunden gegeben, um ihr Dorf zu verlassen. „So etwas hat es noch nie gegeben“, erklärt Bischof Ky aus der Diözese Dédougou, „bisher wurde immer das ganze Dorf vertrieben, nie nur die Anhänger einer bestimmten Religion.“
Seit fast einem Jahrzehnt leidet Burkina Faso unter einem dschihadistisch geprägten Terrorismus. Die Terroranschläge begannen im Norden des Landes und sind heute in einigen Regionen häufiger als in anderen, aber keine Provinz des Landes ist davon verschont geblieben. Laut Bischof Ky üben die Terroristen, die in Burkina Faso als Nicht-identifizierte bewaffnete Männer – Hommes Armés Non Identifiés – bezeichnet werden, einen entscheidenden Einfluss auf das tägliche Leben der Einwohner in einigen Dörfern aus. So zwingen sie Männer, Hosen bis oberhalb der Fußknöchel, und Frauen, lange Kleidung und den Schleier zu tragen. Die Bevölkerung lebt nach den von den Terroristen auferlegten Vorschriften aus Angst vor Strafen, die bis zur Hinrichtung führen können.

Gemäß den Aussagen des Bischofs hatten die Terroristen in Débé unter anderem jeden Kontakt mit der 45 km entfernten größeren Stadt Tougan verboten, wo sich das burkinische Militär befindet. Doch mit dem Schuljahresbeginn mussten sich die Kinder von Débé nach Tougan begeben, da die Schulen im Dorf von den Terroristen geschlossen worden waren. Unter dem Schutz eines Militärkonvois hätten Jugendliche sie dorthin begleitet. Auf dem Rückweg jedoch seien zwei dieser Jugendlichen – Pfadfinder aus Débé – allein und ohne Umgehung der von den Terroristen kontrollierten Achsen zurückgekehrt. So seien sie von den bewaffneten Gruppen entdeckt und festgehalten worden. „Man hat sie in ihr Dorf zurückgeführt, angeordnet die Kirche zu öffnen, und den einen Jugendlichen vor dem Altar, den anderen vor der Statue der Muttergottes erschossen“, erzählt der Bischof betroffen.
Der Grund für die Ermordung der Jugendlichen sei in erster Linie in ihrem Ungehorsam gegenüber den Befehlen der Terroristen zu suchen, die den Weg nach Tougan verboten hatten; und zweitens in ihrer Zugehörigkeit zu den Pfadfindern, die trotz Verbot ihre Aktivitäten im Dorf fortgesetzt hatten, was ihnen den Anschein der Freiwilligen zur Verteidigung des Vaterlands – Volontaires pour la défense de la patrie (VDP) – verliehen habe. Letztere sind eine von der burkinischen Regierung eingesetzte Gruppe zur Unterstützung der Armee und der Polizei im Kampf gegen die Terroristen.

„Aufgrund der Profanation durch den Mord an den beiden Jugendlichen haben wir die Kirche geschlossen und das Allerheiligste an einen anderen Ort verlegt, bis eine Messe zur Wiedergutmachung gefeiert werden kann“, erklärt der Bischof. Diese Maßnahme stieß offenbar auf den Unmut der Terroristen und blieb nicht folgenlos. Bischof Ky berichtet über das Zeugnis einer Christin, die aus Débé geflüchtet ist: „Drei Wochen nach der Ermordung der beiden Jugendlichen kamen bewaffnete Männer zurück und forderten uns auf, in der Kirche zu beten, obwohl sie geschändet worden war. Wir haben uns geweigert, und das war der Grund für unsere Vertreibung aus dem Dorf.“
Viele Dörfer und Städte in Burkina Faso stehen heute aufgrund der Vertreibung durch Terroristen leer. Wie Bischof Ky berichtet, durchstreifen Binnenvertriebene mit Hab und Gut die Straßen auf der Suche nach Unterkünften. In der Diözese Dédougou gibt es Hunderttausende von ihnen und das kirchliche Leben ist stark betroffen.
„Der Staat tut alles, um das Böse auszurotten und den Terrorismus zu vertreiben. Wir wissen jedoch, dass die Lösung nicht nur militärisch sein kann. Wir bedanken uns herzlich bei allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT, die uns unterstützen und es uns ermöglichen, in dieser schwierigen Situation das Leiden der Menschen zu lindern“, so der Bischof. „Wir bitten um Gebet und flehen den Herrn an, Burkina Faso, der westafrikanischen Subregion und der ganzen Welt Frieden zu schenken.“
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Bei einer Bombendetonation in Sudans Hauptstadt Khartum ist das dortige Missionshaus der Salesianerinnen schwer beschädigt worden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielten sich neben den Ordensschwestern 20 Frauen, 45 Kinder, eine Gruppe älterer Menschen und weitere Personen in dem Gebäude auf. Einige von ihnen wurden leicht verletzt, Tote waren nicht zu beklagen.
Die Explosion ereignete sich bereits am 3. November, wie der Priester Jacob Thelekkadan KIRCHE IN NOT mitteilte. Seinen Angaben zufolge habe eine Bombe den ersten Stock des Missionshauses „Dar Mariam“ getroffen. Die Detonation habe die Schlafzimmer der Schwestern und einiger weiterer Gäste beschädigt.
Es sei ein großes Glück gewesen, dass sich die Mütter mit ihren Kindern zum Zeitpunkt des Einschlags im Erdgeschoss befunden hätten, erklärte Thelekkadan: „Wir können uns nicht vorstellen, welchen Schaden diese Explosionen angerichtet hätten, wenn die Bomben im Erdgeschoss gelandet wären!“ Einige der verletzten Personen, darunter auch zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren, mussten ins Krankenhaus, konnten aber bald wieder entlassen werden.

Von der Außenwelt weitgehend unbeachtet, dauert der Bürgerkrieg im Sudan mittlerweile seit sieben Monaten an. Seit Mitte April liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen blutigen Machtkampf. Ein Großteil der Kämpfe findet in dicht besiedelten Vierteln der Hauptstadt Khartum statt.
Nach Angaben des UN-Sondergesandten für Sudan, Volker Perthes, wurden bislang mindestens 5000 Menschen getötet und über 12 000 verletzt. Die Kriegsparteien haben Ende Oktober wieder Friedensgespräche aufgenommen.
Der Anteil der Christen in Sudan liegt bei unter fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Bei den Kämpfen wurden auch einige Gotteshäuser und kirchliche Einrichtungen zerstört, andere haben ihre Türen geöffnet, um Schutz und Zuflucht zu bieten. Obwohl die meisten Missionare aus Sicherheitsgründen evakuiert werden mussten, sind die Salesianerinnen entschlossen, bei den ihnen anvertrauten Menschen zu bleiben.

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In Österreich werden heuer wieder rund 150 Kirchen, Stifte, Klöster und Monumente rot angestrahlt, darunter auch das Parlament in Wien, die Karlskirche und der Stephansdom.
In einer zunehmend von Konflikten geprägten Welt kann es passieren, dass Christenverfolgung und die wachsende Unterminierung des allgemeinen Rechts auf Religionsfreiheit unbemerkt bleiben. Die Initiative von „Kirche in Not“, bei der Kirchen, Klöster, Denkmäler und Gebäude weltweit in rotes Licht getaucht werden, hat sich daher zum Ziel gesetzt, dafür zu sorgen, dass verfolgte Christen nicht in Vergessenheit geraten. „Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute“ – betont Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“-Österreich – „deshalb wollen wir mit der roten Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Monumenten hierzulande auf unzählige Übergriffe gegen Christen aufmerksam machen – nach wie vor eine bittere Realität!“

Weltweit werden von „Kirche in Not“ Veranstaltungen organisiert, um das Thema ins Bewusstsein zu rücken. In vielen Kirchen werden heilige Messen, Gottesdienste, Gebete und ökumenische Begegnungen stattfinden.
Der „Red Wednesday“-Aktion hat sich heuer auch wieder das österreichische Parlament angeschlossen, das schon ab dem 13. November abends in rotes Licht getaucht sein wird: „Mit der Beleuchtung des Parlaments möchte ich als Präsident des Österreichischen Nationalrats ein Zeichen setzen und zur Bewusstseinsbildung im Kampf gegen Christenverfolgung beitragen“ – so Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrats – „Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens zu Opfern von Gewalt und Unterdrückung werden!“

Den Auftakt des „Red Wednesday“, eine bereits 2015 von „Kirche in Not“ ins Leben gerufene weltweite Kampagne, bildet heuer wieder Österreich. Mehr als 130 Kirchen und Monumente in allen österreichischen Bundesländern werden in diesem Jahr teilnehmen. Eine Liste aller Teilnehmer finden Sie unter: www.red-wednesday.at
Am Mittwoch, den 15. November 2023, wird um 18:00 Uhr eine Heilige Messe in der rot bestrahlten Karlskirche in Wien gefeiert. Pfarrer Dr. Ikenna Okafor, ein Priester aus Nigeria und Pfarrer in Niederösterreich wird die Predigt halten.
In Dechantskirchen – Pfarrverband Vorau/Stmk – startet um 18:00 Uhr ein Schweigemarsch und endet mit einer Wortgottesfeier in der rot beleuchteten Kirche. Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl wird den Schweigemarsch anführen.

Weltweit werden um die 20 Kathedralen in rotes Licht getaucht, darunter die St. Patrick’s Cathedral in Melbourne, Australien.
In der Slowakei werden die eindrucksvollen Burgen von Nitra und Bratislava und andere bedeutende Bauwerke, wie der Dom der heiligen Elisabeth in Kosice, in rotem Licht erstrahlen.
In Deutschland werden rund 100 Kirchen – darunter der Passauer und der Regensburger Dom, das Freiburger Münster, die Dresdner Kathedrale und der Paderborner Dom – rot beleuchtet.
In den Niederlanden hat der „Red Wednesday“ in den letzten Jahren großen Anklang gefunden, und auch diesmal werden zu diesem Anlass wieder über 150 katholische und protestantische Kirchengemeinden mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten und Veranstaltungen zusammenwirken.

In Frankreich werden die Kathedralen von Chartres, Bayonne, Reims, Angers, Caen, Bourges und Versailles rot angestrahlt. In Paris werden Gebets- und Informationsveranstaltungen stattfinden, darunter eine Gebetswache in Montmarte und eine weitere in La Trinité, die der Jugend gewidmet ist.
Die „Red Wednesday“-Initiative hat ihren Ursprung in Brasilien. Dort ließ das lokale KIRCHE IN NOT-Büro 2015 die Statue „Cristo Redentor“ (Christus, der Erlöser) in Rio de Janeiro rot beleuchten, um die Christenverfolgung im Irak zu symbolisieren. Davon inspiriert, ließ das italienische KIRCHE IN NOT-Büro im April des darauffolgenden Jahres den Trevi-Brunnen in ähnlicher Weise anleuchten. Später führte das Büro im Vereinigten Königreich das Konzept weiter. Seitdem sind mehrere andere Länder diesem Beispiel gefolgt, und die Initiative wurde von mehreren christlichen Konfessionen in vielen anderen Regionen unterstützt, was ein starkes Zeichen der Solidarität ist.
Angesichts der anhaltenden Militäroffensive bittet der Pfarrer der katholischen Gemeinde in Gaza-Stadt um „die notwendigen humanitären Korridore“, damit Hilfsgüter zu den Menschen gelangen könnten. Das erklärte Gabriel Romanelli, der seit vier Jahren die Pfarre „Heilige Familie“ in Gaza leitet, in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT.
Der Seelsorger hielt sich zum Zeitpunkt des Hamas-Angriffs auf Israel in Bethlehem auf und kann wegen der Grenzschließungen nicht mehr zurück zu seiner Gemeinde. Mittlerweile befindet er sich in Jerusalem.
Laut Romanelli hätten aktuell rund 700 Menschen im Gemeindezentrum seiner Pfarre Zuflucht gesucht. Darunter seien auch Kinder mit Behinderungen. Weitere Flüchtlinge seien in einer katholischen Schule untergekommen. „Die Lage ist nach wie vor kritisch. Jeder getötete, verwundete oder entführte Mensch verursacht großen Schmerz. Sie können sich die Situation der Menschen vorstellen, die keine Besserung sehen“, sagte der Pfarrer.

Die Situation in seiner Gemeinde sei „im Großen und Ganzen gut“. Sein Kaplan und Ordensfrauen kümmerten sich um die Menschen: „Wie die ersten Christen teilen sie, was sie bekommen können.“ Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem versuche, eine Möglichkeit zu finden, um die Menschen zu versorgen. Am meisten fehle es an Wasser und Brennstoff für die Stromerzeugung. „Vor dem Krieg hatten wir vier Stunden Strom am Tag und jetzt gar keinen mehr“, berichtete Romanelli.
Mehrfach habe ihn Papst Franziskus angerufen und sich nach dem Befinden der Gemeinde in Gaza zu erkundigen. Der Papst habe seine Sorge ausgedrückt und die Verantwortlichen gebeten, „die Kinder in unserer Obhut zu schützen“.

Die Menschen in Gaza bitten aktuell vor allem um Gebete, „dass der Herr sich erbarmt und dieser Krieg ein Ende hat“. Wichtig sei auch, die Situation bekanntzumachen und die politisch und diplomatisch Verantwortlichen zu bitten, „ein Wort des Friedens und der Versöhnung einzulegen“, betonte der Geistliche. „Ich lade alle Menschen ein, barmherzig zu sein und zu versuchen, so viel wie möglich zu helfen.“
Von den etwa 2,3 Millionen Einwohnern des Gaza-Streifens sind rund 1000 Christen. Die meisten von ihnen gehören orthodoxen Kirchen an, die katholische Gemeinde zählt etwas mehr als 100 Mitglieder.
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Der Krieg im Heiligen Land hat auch gravierende Auswirkungen auf die christliche Gemeinschaft im Westjordanland. Ihr wichtigstes Zentrum ist Bethlehem, wo nach biblischen Berichten Jesus geboren wurde. Auf dem Platz vor der Geburtskirche betreiben zahlreiche Christen Läden für Andenken und religiöse Gegenstände wie Rosenkränze, Krippenfiguren und Kreuze aus Olivenholz.
Einer von ihnen ist Rony Tabash, dessen Familie seit fast hundert Jahren in Bethlehem tätig ist. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT bringt er seine Verzweiflung angesichts der aktuellen Lage zum Ausdruck: „Die Lage ist schrecklich. So etwas habe ich noch nie erlebt, niemals!“
Auch „über dem Himmel von Bethlehem“ seien bereits Kampfraketen geflogen; die Sorge um die Sicherheit sei allgegenwärtig, berichtet Tabash: „Meine Kinder wollen nicht mehr von meiner Seite weichen.“ Die Menschen hätten genug von Terror und Krieg: „Wir sind müde, wir wollen Frieden, nur Frieden für unsere Kinder und Familien.“
Eigentlich hatte der junge Christ gehofft, nach dem Ende der Covid-19-Pandemie seine Schulden abbezahlen und sich wieder wirtschaftlich erholen zu können. Doch seit Ausbruch des Krieges haben nahezu alle Pilger Bethlehem verlassen; die Grenzübergänge zu Israel sind geschlossen. „Hier ist niemand mehr“, erzählt der Händler. „Ich mache mir nicht nur Sorgen um unser Einkommen, sondern auch um die Zukunft der christlichen Orte und Familien.“

Wegen der Grenzschließungen seien viele Menschen von ihren Arbeitsplätzen in Jerusalem abgeschnitten und stünden damit ohne Einkommen da. Eine Folge: Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft wanderten aus – darunter auch Christen, beklagt Tabash: „Einer meiner Freunde, der ein kleines Busunternehmen hatte, hat am vergangenen Wochenende das Heilige Land verlassen.“ Den meisten Christen hätten jedoch diese Möglichkeit nicht.
Andere haben sich bewusst entschieden zu bleiben. So auch Tabash und seine Familie: „Ich bin der Einzige hier, der noch jeden Tag seinen Laden öffnet. Was mich aufrechterhält, ist der Glaube. Ohne ihn könnte ich keine Minute lang weitermachen. Wir haben die Hoffnung verloren. Das Einzige, was wir noch haben, ist der Glaube.“

Er sehe es als seine Aufgabe, in Bethlehem zu bleiben. „Wir leben an dem Ort, an dem Jesus geboren wurde. Wir können nicht gehen.“ Doch Bethlehem sei nicht nur ein wichtiger Ort für die Christen im Westjordanland, sondern auf der ganzen Welt: „Es ist jetzt an der Zeit, uns zu helfen und an den heiligen Orten präsent zu sein“, appelliert Tabash.
Natürlich sei es wegen der aktuellen Lage nicht möglich, persönlich zu kommen. Aber Christen könnten auf andere Weise präsent sein: „Kommt mit euren Gebeten, kommt mit euren Friedensaktionen, kommt mit eurer Hilfe für die christlichen Familien! Es ist das Schweigen, das mir Angst macht.“

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Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin des weltweiten katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (international: Aid to the Church in Need – ACN) kehrte vor kurzem von einer Lateinamerika-Reise zurück. In Chile, Brasilien, Kolumbien und Mexiko betreibt KIRCHE IN NOT eigene Nationalbüros. Lynch berichtet über die aktuellen Herausforderungen in diesen Ländern.
Was war der Anlass für Ihre Reise?
Regina Lynch: Chile, Brasilien, Kolumbien und Mexiko sind Länder, die Hilfe von „Kirche in Not“ erhalten, die aber auch selber Spendenkampagnen für Christen in Not in anderen Teilen der Welt organisieren. Es ist wunderbar, wenn Menschen über ihr eigenes Leid hinausblicken können. Deshalb war es mir ein Bedürfnis, die Büros von „Kirche in Not“ in Lateinamerika zu besuchen.
Ihre erste Station war Chile. Wie ist die Lage dort?
Chile war das erste Land in Lateinamerika, das „Kirche in Not“ unterstützt hat. Das war 1962. Das Land ist geprägt von vielen Auseinandersetzungen. Das betrifft auch die Kirche: Da waren die Skandale um sexuellen Missbrauch, und seit 2019 gibt es immer wieder Brandanschläge auf Gotteshäuser. Das ist keine einfache Ausgangslage. Dennoch werden unsere Wohltäter in Chile aktiv und spenden. Ich glaube, sie tun das, weil sie sich ihrer eigenen schwierigen Situation bewusst sind.

Ja, wir konzentrieren uns dort sehr stark auf das Thema Ausbildung, vor allem von Priesterseminaristen und Katecheten. Traurigerweise müssen wir aufgrund der Angriffe auf Kirchen und Kapellen in Chile auch beim Wiederaufbau und der Instandsetzung der beschädigten Gebäude helfen.
Ihre nächste Station war Brasilien. Vor welchen Herausforderungen steht die Kirche dort?
60 bis 65 Prozent der Menschen in Brasilien sind katholisch, aber ihre Zahl sinkt Jahr für Jahr. Viele Gläubige schließen sich Sekten an. Aufgrund des Drogenhandels gibt es sehr viel Gewalt. Ich habe zum Beispiel in São Paulo arme Gegenden besucht, in die sich nicht einmal die Polizei hineinwagt. Ich war beeindruckt von den Mitarbeitern der neuen kirchlichen Bewegungen, die in diesen Slums mit den Menschen leben, Schulen betreiben und die viel Respekt in der Bevölkerung genießen. In Rio habe ich eine Kapelle besucht, die in einem Einkaufszentrum untergebracht ist. Es gibt mehrere solcher Einrichtungen. Das ist ein innovativer Weg, um Menschen zu erreichen.

Ihr nächstes Ziel Kolumbien gilt als Zentrum des internationalen Drogenhandels…
Ja, das Land erlebt ein extremes Ausmaß an Gewalt. Es gibt auch gesellschafspolitische Entwicklungen, wie die Legalisierung der Sterbehilfe oder der Abtreibung, zu denen die Kirche Stellung beziehen muss, um die Menschen gut zu begleiten. Die Kirche in Kolumbien spielt auch eine sehr wichtige Rolle für Menschen, die vor der Dauerkrise und der enormen Armut in Venezuela fliehen. Die Kirche tut enorm viel, um diese Migranten zu unterstützen.
Ihre Reise endete in Mexiko, einem Land, in dem in der jüngeren Vergangenheit viele Priester ermordet wurden.
Mexiko ist für Priester eines der gefährlichsten Länder der Welt. Es gibt dort viel organisiertes Verbrechen, und wenn ein Priester es wagt, das anzusprechen, kann er dafür mit seinem Leben bezahlen. KIRCHE IN NOT hat gerade erst ein Friedenstreffen in Puebla unterstützt. Die Idee für dieses Treffen entstand nach dem Mord an zwei Jesuiten vor einem Jahr. Wenn irgendeine Hoffnung auf Veränderung in Mexiko besteht, dann ist es die Kirche, die dazu beitragen kann.
Das gilt auch im Blick auf die Migranten, die oft Opfer von Drogenkartellen und anderen kriminellen Gruppen werden. Die Kirche ist eine der wenigen Einrichtungen, die sich für diese Menschen einsetzt. Ich habe den Eindruck, dass dies vom Staat nicht immer anerkannt wird, was sehr bedauerlich ist.

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Verwendungszweck: Lateinamerika

Knapp zwei Drittel der Hilfen gehen nach Aleppo. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT unter anderem ein Wohltätigkeitzentrum, in dem Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs an bedürftige Bewohner verteilt werden. In der Stadt befinden sich außerdem die Schule des armenisch-katholischen Mechitaristen-Ordens und das von der armenisch-apostolischen Kirche betriebene Karen-Jeppe-Kolleg. Sie wurden durch das Erdbeben beschädigt; KIRCHE IN NOT ermöglicht jetzt dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen.
Weitere Projektgelder fließen in die Hafenstadt Latakia im Nordwesten Syriens. Dort hilft KIRCHE IN NOT bei Reparaturmaßnahmen an der griechisch-orthodoxen Kathedrale, einem katholisch-melkitischen Kloster und einer armenisch-apostolischen Kirche. Die Gotteshäuser sind auch wichtige Stützpunkte für das soziale Leben und die Versorgung mit karitativen Gütern.

„Wir haben mehrere Organisationen um Hilfe gebeten, und hatten das Glück, von KIRCHE IN NOT Unterstützung zu bekommen“, berichtet Michlen Mukel aus Aleppo. Das Wohnhaus, in dem sie mit ihrer Familie lebte, wurde beim Erdbeben schwer beschädigt. Sie gehörte zu den ersten Hilfeempfängern. Mittlerweile konnte in ihrem Haus das Dach repariert und mit Fundamentarbeiten begonnen werden. „Dank dieser Hilfe sind unsere Häuser jetzt winterfest“, sagt die Christin. „Ich bin allen, die zu diesem wichtigen Projekt beigetragen haben, sehr dankbar – vor allem den Spendern von KIRCHE IN NOT.“
Das Erdbeben vom 6. Februar 2023 war das stärkste in der Region seit über 80 Jahren. Die Zahl der bestätigten Todesopfer belief sich auf rund 60 000, die meisten von ihnen im Süden der Türkei. In Syrien starben rund 8500 Menschen, zehntausende wurden obdachlos.
Bitte helfen Sie den Menschen in Syrien, die aufgrund des Erdbebens immer noch zu leiden haben – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Syrien
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, hat zu Gebet und internationaler Hilfe aufgerufen, um eine Deeskalation zu erreichen.
KIRCHE IN NOT schließt sich diesem Aufruf an. Wir sind in großer Sorge, zumal auch Nachbarstaaten wie der Libanon in den Sog der militärischen Auseinandersetzung geraten könnten.
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, erklärte: „Wir teilen das Leid der Familien, die ihre Lieben verloren haben, und das Leid derer, die verletzt oder gefährdet sind. Wir beten zu Gott, dass er ihnen seinen Trost, seinen Mut und seine Hoffnung schenkt. Wir beten für die Heilung und den Trost aller, die unter Gewalt, Angst und Trauer leiden.“
Beten wir für alle Opfer, die politisch Verantwortlichen und alle Menschen im Heiligen Land.

Herr Jesus Christus,
du bist unser Friede (vgl. Eph 2,14) und das Licht der Völker.
Wir blicken mit Entsetzen auf das Meer von Gewalt, Hass und Tod im Heiligen Land.
Herr, erbarme Dich!
Nimm die Toten auf bei Dir.
Tröste die Menschen, die trauern, verwundet oder auf der Flucht sind.
Lass die entführten Menschen wieder sicher zu ihren Familien zurückkehren.Sei allen nahe, die voller Angst und Verzweiflung sind.
Herr, schau auf das Land, das Dir irdische Heimat war, und erbarme Dich.
Setze der Spirale aus Gewalt und Hass endlich ein Ende.
Lass Frieden und Gerechtigkeit aufblühen an den heiligen Stätten.
Lass die Menschen geborgen sein in Deinen Mauern.
Herr, gib Frieden im Heiligen Land und im ganzen Nahen Osten!
Du bist unsere Zuflucht.
Erbarme Dich unser und unserer Zeit.
Amen.



In den letzten Jahren haben sich Kinder aus über 130 Ländern an der Rosenkranzaktion beteiligt, so zum Beispiel aus Syrien, Irak, Mexiko, Armenien, Papua-Neuguinea oder der Demokratischen Republik Kongo. Über eine halbe Million Kinder nahmen in den letzten Jahren teil. Beten Sie auch mit uns! Über die internationale Website https://acninternational.org/millionchildrenpraying/de/ können Sie sich und Ihre Kinder anmelden. Dort finden Sie dann auch den aktuellen Stand der Teilnehmer und auf der Teilnehmer-Landkarte können Sie sehen, in welchen Ländern wie viele Teilnehmer mitmachen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, einige nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

oder über unseren Shop … hier anfordern.
Vier Monate nach Ausbruch bürgerkriegsähnlicher Kämpfe im ostindischen Bundesstaat Manipur hielten die Ausschreitungen noch immer an, erklärte Erzbischof Dominic Lumon aus Imphal. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT bat er um er ein aktiveres Vorgehen der indischen Regierung: „Wir hoffen, dass die Zentralregierung eingreift. Wenn sie ,Stopp’ sagt, wird die Gewalt meiner Meinung nach aufhören. Wenn jedoch niemand eingreift, wird die Gewalt noch monatelang weitergehen.“
Auffällig sei das Schweigen von Premierminister Narendra Modi zu der Gewaltserie. Er habe die betroffene Region in den vergangenen Monaten nie besucht, bemängelte der Erzbischof: „Wir haben nicht viel von ihm gehört. Nur einmal hat er sich geäußert, als Videos auftauchten, in denen zwei Mädchen nackt zur Schau gestellt wurden. Aber zum Thema der Gewalt im Allgemeinen hat er nichts gesagt.“
Medienberichten zufolge sind bei den Unruhen bislang mindestens 185 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt hatte sich zwischen der mehrheitlich hinduistischen Ethnie der Meitei und den Minderheitsstämmen der Kuki-Chin entzündet, die hauptsächlich Christen sind. Dass bei den Ausschreitungen auch Gotteshäuser angegriffen wurden, die von christlichen Meitei besucht werden, gilt Kirchenverantwortlichen als Indiz dafür, dass der Konflikt auch eine religiöse Dimension habe.

„Wir können erkennen, dass die Verantwortlichen auch aus Hass gegen das Christentum handeln, da Meitei-Kirchen zerstört worden sind, und Religionsvertreter, die keine Kuki sind, ebenfalls fliehen“, erklärte Lumon. Die Angreifer kämen meistens ungestraft davon. Das ließe den Schluss zu, dass sie möglicherweise Unterstützung und Schutz genießen, auch wenn er nicht wisse von wem, so der Erzbischof.
Lokalen Berichten zufolge sollen mittlerweile auch hunderte Kirchen und kirchliche Einrichtungen in dem Konflikt zerstört worden sein. Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird mit über einer halben Million Menschen angegeben.
Die katholische Kirche tue in dieser Situation, was sie könne, erklärte Lumon. So habe seine Erzdiözese Imphal Soforthilfen für 2400 besonders betroffene Familien auf die Beine gestellt; KIRCHE IN NOT unterstützt die Hilfsaktionen und steht in ständigem Kontakt mit den Projektpartnern vor Ort.

Die Kirche suche auch den Dialog mit anderen Religionsvertretern, um die Spannungen abzubauen, betonte der Erzbischof. So habe in der Region ein interreligiöses Forum für Frieden und Verständigung seine Arbeit aufgenommen, das auch das Gespräch mit den Anführern der verfeindeten Ethnien suche: „Ob wir Erfolg haben werden oder nicht, ist ungewiss. Der Weg zum Frieden führt nur über den Dialog, und das werden wir betonen“, sagte Lumon. Er rief dazu auf, die Situation im Bundesstaat Manipur nicht zu einem „vergessenen Konflikt“ werden zu lassen.
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