Der Österreicher Pater Anton Lässer CP ist seit April 2023 Geistlicher Assistent des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (international: Aid to the Church in Need, ACN) mit Sitz in Königstein im Taunus. Er ist damit verantwortlich für das geistliche Leben des Hilfswerks in Kooperation mit den 23 Nationalbüros. Pater Lässer gehört dem Passionistenorden an und hat vor seiner geistlichen Laufbahn nach seinem Wirtschaftsstudium unter anderem bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Vor seiner neuen Aufgabe bei “Kirche in Not” war er Seelsorger und Kirchenrektor im Wallfahrtsort Maria Schutz am Semmering. Über seine ersten Eindrücke im neuen Amt haben wir mit ihm gesprochen.
KIRCHE IN NOT: Wie sind Sie zu Ihrer neuen Aufgabe gekommen?
Pater Anton Lässer: Wie so oft in meinem Leben: Die Aufgabe ist auf mich zugekommen. Ich habe einen Anruf auf dem Büro von Mauro Kardinal Picacenza erhalten, der seit 2011 Präsident der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ ist. Er fragte mich, ob ich bereit wäre, die Aufgabe als Geistlicher Assistent zu übernehmen. Ich habe geantwortet: Ich tue, was die Kirche möchte, dass ich tun soll. Aber das müssen meine Ordensoberen entscheiden. Ich habe diese Entscheidung also abgegeben und im Gebet begleitet.
Was waren Ihre ersten Eindrücke von „Kirche in Not“?
Zu Beginn fühlte es sich an wie ein Hineinschwimmen in einen unbekannten Ozean. „Kirche in Not“ ist ein sehr komplexes, vielschichtiges und internationales Werk. In meinen ersten Wochen war ich beeindruckt von den Gästen aus allen Regionen der Welt, darunter zahlreiche Bischöfe, Priester, Ordensleute und sehr engagierte Laien. In kurzen Abständen reihten sich die Sitzungen der Hauptgremien von „Kirche in Not“ aneinander: die Direktorenkonferenz, der Generalrat und der Stiftungsrat in Rom. Meinen Alltag bestimmten auch seelsorgliche Aufgaben und der Austausch mit den verschiedenen Leitungsebenen im Haus. Gemeinsam sind wir nun dabei, das Amt des Geistlichen Assistenten auf internationaler und Länderebene zu reflektieren und weiterhin fruchtbar zu machen.
Gibt es auch etwas, was Sie erstaunt oder überrascht hat?
Ich bin sehr positiv überrascht über die Art und Weise des Dialogs auf den verschiedenen Ebenen, aber auch über den Glauben aller derer, die bei „Kirche in Not“ Verantwortung tragen. Ich habe noch kein Hilfswerk kennenglernt, das einerseits so professionell aufgestellt ist und in dem andererseits so viele Leute brennen für das Reich Gottes. Besonders ist die spezifisch pastorale Ausrichtung von „Kirche in Not“. Wir helfen nicht nur dort, wo Kriege oder Naturkatastrophen das kirchliche Leben einschränken, sondern unterstützten in einigen Regionen das Überleben der Kirche, konkret: die Ordensfrauen, Priester und Mitarbeiter, die ohne diese Hilfe an jenen Orten nicht leben und arbeiten könnten.
Als ein großer Vorteil erscheint mir die über viele Jahre gewachsene starke Vernetzung mit den Projektpartnern in allen Regionen der Welt. Deren Mitwirkung trägt entscheidend dazu bei, dass wir der Verantwortung gegenüber den Wohltätern gerecht werden können. Das ist eine große Stärke von „Kirche in Not“.
Was ist Ihrer Ansicht nach die Besonderheit von „Kirche in Not“ im Unterschied zu anderen Hilfsorganisationen?
„Kirche in Not“ hat nach dem Zweiten Weltkrieg damit begonnen, dass Wohltäter Menschen in Not unterstützt haben, die einst ihre Feinde waren. Die Aufforderung Jesu „Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!“, wurde und wird hier Realität. Das ist schon eine große Gnade. Eine weitere Besonderheit besteht meines Erachtens darin, dass die Bitte um Unterstützung eng verbunden ist mit einer sehr klaren Verkündigung des Glaubens. Auf diese Weise werden die Spenden zu Gaben, in denen die Liebe Gottes andere Menschen berührt.
„Kirche in Not“ ist im Kern eine Gebetsgemeinschaft. Es ist etwas Besonderes, wenn Mitarbeiter ihre Arbeit vor dem Tabernakel beginnen oder die Not aus ihren Projekten bei der heiligen Messe gedanklich mit auf den Altar legen. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt scheint mir zu sein: „Kirche in Not“ tritt nicht einfach als Geberorganisation auf, die selbst bestimmt, wie die Projekte vor Ort zu laufen haben. Die Hilfe wird stets in einem Dialog mit den Empfängern entwickelt. „Kirche in Not“ versteht sich als Brücke, über die hunderttausende Menschen ihre Gabe und ihr Gebet dorthin tragen, wo die Kirche bedrängt ist, sich also in Not befindet.
Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) ist mit zahlreichen Angeboten auf dem Weltjugendtag in Lissabon präsent. Die Aktionen stehen unter dem Leitwort „Helden des Glaubens“ und werden federführend vom portugiesischen Zweig von „Kirche in Not“ organisiert, einem von 23 Länderbüros des Hilfswerks.
„Der Weltjugendtag ist eine einmalige Gelegenheit. Wir möchten möglichst vielen jungen Menschen für das Thema verfolgte Kirche sensibilisieren, das leider immer noch weitgehend unbekannt ist“, betont die Direktorin von KIRCHE IN NOT Portugal, Catarina Martins de Bettencourt.

In der „Stadt der Freude“, die während des Weltjugendtags im Lissaboner Stadtteil Belém ihre Tore öffnet, stellt KIRCHE IN NOT seine Arbeit und Glaubenszeugnisse aus aller Welt vor. „Unser Ziel ist es, jede Person, die an unserem Stand vorbeikommt, einzuladen, sich mit Christenverfolgung zu befassen“, sagte Martins de Bettencourt.
Einer der Hauptorte, an der ein Kontakt mit diesem Thema möglich sein wird, ist die Basilika „Unsere Liebe Frau der Märtyrer“ im Stadtteil Chiado. Dort stellt KIRCHE IN NOT sakrale Gegenstände aus, die von den Truppen des „Islamischen Staates“ in der irakischen Ninive-Ebene geschändet wurden. Die Invasion begann vor neun Jahren, am 6. August 2014; mittlerweile sind nach dem Sieg über den IS rund die Hälfte der vertriebenen Christen zurückgekehrt.
Ebenfalls in der Basilika „Unsere Liebe Frau der Märtyrer“ findet eine Konferenz mit Zeugnissen von zwei Christen statt: Der Iraker Joseph Fadelle wurde wegen seiner Konversion zum christlichen Glauben verhaftet, gefoltert und schließlich zur Auswanderung gezwungen. Der Palästinensische Christ Rafi Ghattas wird über die Situation im Heiligen Land sprechen, wo Christen gerade einmal ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Im Kreuzgang des ehemaligen Klosters La Graca hat KIRCHE IN NOT eine Fotoausstellung organisiert, die Schicksale von Christen vorstellt, die in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit leben. Mehrere Dokumentarfilme über bedrängte Christen und zu Projekten von KIRCHE IN NOT in Syrien, Mosambik, Honduras, Kambodscha und Äthiopien laufen im Kino São Jorge in der Lissaboner Innenstadt.
„Wir möchten, dass die jungen Menschen aus aller Welt vom Beispiel der bedrängten Christen berührt werden und sich an der Mission von KIRCHE IN NOT beteiligen, diesen Menschen solidarisch beizustehen“, betont Direktorin Martins de Bettencourt.
Der Weltjugendtag findet vom 1. bis 6. August statt, eine Million junge Menschen aus aller Welt werden dazu in Lissabon erwartet. Am 2. August wird auch Papst Franziskus in der portugiesischen Hauptstadt erwartet. KIRCHE IN NOT unterstützt zudem regionale Jugendtage in Syrien und im Libanon für junge Menschen, denen eine Teilnahme am Weltjugendtag aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Situation in ihren Heimatländern nicht möglich ist.
Seit jeher kennt die Kirche die Tradition der Messstipendien, das heißt, dass Gläubige die Priester um eine Heilige Messe in bestimmten Anliegen bitten und ihnen dafür Geld oder andere kleine Gaben geben. Dabei geht es nicht darum, die Heilige Messe zu „bezahlen“, denn dies ist nicht möglich, sondern es handelt sich um ein Zeichen der Dankbarkeit und der Liebe. Für viele Priester vor allem in ärmeren Ländern ist dies ein unersetzlicher Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt, denn oft erhalten sie kein Gehalt. Zugleich ist ein großes Zeichen der Liebe, für Lebende oder Verstorbene eine Heilige Messe feiern zu lassen – es ist das Größte, was man einem Menschen schenken kann.
Im vergangenen Jahr konnten wir fast 1,9 Millionen Messstipendien an 40.730 bedürftige Priester in allen Teilen der Welt weitergeben. Auch 15 Spiritanerpatres, die in Mexiko tätig sind, bedanken sich für 300 Messstipendien in einer Gesamthöhe von 7.260 Euro. Der Orden ist darauf angewiesen, um unter anderem für notwendige medizinische Behandlungen seiner Mitglieder aufkommen zu können. Die Patres stammen aus verschiedenen Ländern.

Der aus Afrika stammende Pater Obiang Edou Yannick schreibt uns: „Mit Freude und Dankbarkeit möchten wir KIRCHE IN NOT für die Unterstützung und für die Bedeutung danken, die Sie unserer Mission der Erstevangelisierung unter den Tenek- und Nahuatl-Völkern in Mexiko beimessen. Dank Ihrer Unterstützung konnten einige unserer Schwierigkeiten überwunden werden. Möge Gott Sie segnen und möge die Mission Christi bis an die Enden der Erde reichen.“
Sein Mitbruder, Pater Baltazar Hernández, dankt ebenfalls im Namen aller seiner Mitbrüder: „Gnade, Liebe und Frieden sei mit euch! Mit großer Dankbarkeit wende ich mich an KIRCHE IN NOT und danke für die freundliche Unterstützung durch Messintentionen im Jahr 2022. Vielen Dank für diese großzügige Unterstützung, die uns ermutigt, unsere missionarische Arbeit an der Seite der Bedürftigsten fortzusetzen… Möge Gott Euch mit Segen erfüllen in Eurer Arbeit, um denen zu helfen, die am wenigsten haben.“
Auch in diesem Jahr freuen sich viele tausend bedürftige Priester auf Eure Messanliegen.
Gut die Hälfte der Landesfläche Burkina Fasos befindet sich laut Bischof Laurent Birfuoré Dabiré aus Dori in der Hand dschihadistischer Truppen; zwei Millionen Menschen seien innerhalb des Landes auf der Flucht.
Bei den Eroberern handle es sich um unterschiedliche Gruppierungen, eine der größten sei die „Unterstützungsgruppe für den Islam und die Muslime“ (JNIM), teilte der Bischof im Gespräch mit KIRCHE IN NOT mit: „Es wird deutlich, dass das eigentliche Ziel darin besteht, die heutige Gesellschaft zu unterdrücken, die eine multireligiöse Gesellschaft des Dialogs und der Koexistenz ist.“
Der Terror richte sich gegen alle Einwohner der Landes, „die sich nicht zum gleichen Islam bekennen wie die Dschihadisten, einschließlich der Muslime“.

Auch für die Arbeit der katholischen Kirche im Land seien die Folgen des Terrorismus in den vergangenen sieben Jahren „schrecklich“. Drei der sechs Pfarrgemeinden seiner Diözese Dori hätten aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen, berichtete Bischof Dabiré.
Die Gläubigen eines Ortes würden oft von sich aus darum bitten, da ihnen bewusst sei, dass Priester und kirchliche Mitarbeiter einer stärkeren Gefahr durch die Dschihadisten ausgesetzt seien. Erst Anfang des Jahres wurde im Nordwesten des Landes ein Priester ermordet.
Die Menschen in Burkina Faso seien erschöpft. „Viele haben Familienangehörige verloren; es gibt auch viel materielle Zerstörung.“ Viele Menschen würden aus Angst vor Anschlägen die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen nicht mehr besuchen.

„Wir verstehen sie und verlangen nicht, dass sie über ihren Mut hinausgehen“, teilte Bischof Dabiré mit, der auch Vorsitzender der gemeinsamen Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger ist.
Die Kirche habe eine eigene Flüchtlingsseelsorge auf die Beine gestellt. „Auch das Radio hilft uns sehr, die Vertriebenen zu erreichen.“ Deshalb finanziert KIRCHE IN NOT unter anderem die Verteilung von Solar-Radios.
Es gebe auch Versuche, mit den Menschen in den besetzten Gebieten Kontakt zu halten, berichtete der Bischof: „Manchmal ist es uns auch gelungen, Lebensmittel und Hilfsgüter in abgelegene Gebiete zu schicken. Wir passen uns der Situation an, so gut wir können.“

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Truppen heimgesucht; sie rekrutieren sich aus der einheimischen Bevölkerung und aus dem Ausland. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Etwa ein Viertel der Bevölkerung des Landes sind Christen.
Ende September 2022 hatte sich in einem erneuten Staatstreich Hauptmann Ibrahima Traoré an die Macht geputscht. Während sich mit dem ersten Umsturz noch gewisse Hoffnungen im Kampf gegen den Terror verbunden hätten, sei die Bevölkerung jetzt skeptisch, teilten lokale Ansprechpartner unseres Hilfswerks mit.
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Schon eine halbe Stunde vor Beginn der heiligen Messe sind viele Plätze in der katholischen St.-Therese-Kirche besetzt. Vor allem die große Zahl der Kinder und Jugendlichen fällt auf. Andächtig beten die Mädchen und Jungen, einige im Messdienergewand. Dazwischen sitzen drei Ordensschwestern im blauen Habit, nicht minder konzentriert.
Zur heiligen Messe füllt sich die Kirche. Die Gemeinde spiegelt das Völkergemisch der Industriestadt Schymkent wider. Die Stadt, die wegen ihrer vielen Kasinos auch das „Texas Kasachstans“ genannt wird, liegt überragt von Gebirgsmassiven an der historischen Seidenstraße unweit der Grenzen zu Usbekistan und Kirgisistan.
Unter den Gottesdienstbesuchern ist auch der 17-jährige Daniil. Seine Mutter starb vor zwei Jahren. Er sei über eine Freundin seiner Großmutter auf die Gemeinde gestoßen, berichtet er. Ihr war aufgefallen, wie unglücklich und verstört der Junge nach dem Tod seiner Mutter war. Heute ist er zuverlässiger Messdiener und immer hilfsbereit.

„Mir gefällt, wie freundlich die Menschen hier miteinander umgehen, ganz anders als die auf der Straße“, sagt er. Inzwischen kommen auch Daniils Großmutter und seine Cousine mit zum Gottesdienst. Er denkt sogar darüber nach, Priester zu werden.
Auch für die 19-jährige Aida ist die Gemeinde seit vier Jahren Mittelpunkt ihres Lebens. Sie ist Lektorin und singt im Gottesdienst, spielt danach begeistert mit ihren Freunden und den Schwestern Volleyball. Ihre Mutter muss die Familie allein ernähren und hat kaum Zeit für ihre Kinder. In der Gemeinde erlebt Aida Gemeinschaft und kann fröhliche Stunden verbringen.

Den ganzen Nachmittag verbringen die Kinder in der Gemeinde und spielen. Als es um 17 Uhr nach einem gemeinsamen Gebet Zeit für alle ist heimzugehen, sieht man in den Gesichtern, wie ungern vor allem die Kinder gehen.
Schwester Maria Slova, Oberin der „Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau Maria von Matará“ in Schymkent, erzählt, dass die meisten Jugendlichen wie Daniil und Aida aus schwierigen Familienverhältnissen stammen. Umso mehr genießen sie die Fürsorge der Schwestern und die Gemeindeaktitvitäten.

Die älteren Mädchen dürfen sogar in der Gemeinde übernachten – „dann waschen sie auch ihre Kleider bei uns. Wir sehen, dass sie immer dieselben Sachen anhaben. Wenn wir ihnen zum Geburtstag ein T-Shirt schenken, dann tragen sie es mit Stolz“, fügt Schwester Maria Sempervirgo hinzu.
Die strahlende junge Amerikanerin ist erst seit Kurzem in Kasachstan und lernt eifrig Russisch, das immer noch viel im Land gesprochen wird. So kann sie ihre Mitschwestern und die Gemeinde noch besser unterstützen.
Seit 15 Jahren sind die Matará-Schwestern ein Segen für die Gemeinde. Im laufenden Jahr helfen wir ihnen mit einem Beitrag zum Lebensunterhalt, zu Visagebühren und damit sie bei Exerzitien ihre „Batterien wieder aufladen“ können.
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Drei Wochen lang ist die Wanderausstellung in Amstetten zu sehen. Das Thema sei leider nach wie vor hochaktuell, so Rechberger, “obwohl die Religionsfreiheit in den Allgemeinen Menschenrechten von 1948 verankert worden ist”. Christinnen und Christen seien seit 2.000 Jahren mit Verfolgung konfrontiert. In Nordkorea gelte ein Bekenntnis zum Christentum etwa als Hochverrat. Daher müssten dort die Gläubigen ihr Christsein geheim halten, um nicht verhaftet und in ein Arbeitslager verbracht zu werden.
Besonders sorge sich Rechberger, dass in den “Ursprungsländern des Christentums” im Nahen Osten die Christinnen und Christen verschwinden. Aber auch in Staaten, wo man es weniger vermutet, wird Gläubigen in manchen Regionen schwer zugesetzt, etwa in Indien durch fanatische Hindus oder in Nigeria durch die islamistische Terrorsekte Boko Haram. Exemplarisch nannte Rechberger auch Pakistan, wo Blasphemie oder die Schmähung des Propheten Mohammed streng bestraft wird.
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Kirchenvertreter in Nigeria zeigen sich bestürzt über ein Video, in dem der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, Nasir El-Rufai, systematische Benachteiligung von Christen zugibt. El-Rufai hat den zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna von 2015 bis 2023 geleitet. Er gehört der Partei All Progressive Congress (APC) an – der politischen Heimat des neuen Präsidenten Bola Tinubu und seines Vorgängers Muhammadu Buhari.
In einer Rede vor muslimischen Geistlichen erklärte El-Rufai, warum er keine Christen in die lokale Regierung aufgenommen habe: „Diejenigen, die keine Muslime sind, wählen unsere Partei nicht – zumindest die meisten von ihnen. Warum sollte ich ihnen also das Amt des Vize-Gouverneurs geben?“ Im Süden des Bundesstaats Kaduna sind die Christen in der Mehrheit, im Norden die Muslime. In Nigeria liegt das Verhältnis von Christen und Muslimen bei etwa 50:50.
Laut dem ehemaligen Gouverneur habe seine Regierung Christen „immer fair behandelt“. Gleichzeitig hebt er jedoch hervor, dass er mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiete bevorzugt habe: „Das, was ich Jaba [einem mehrheitlich christlichen Gebiet; Anm. d. Red.] gebe, ist nur ein Teil dessen, was ich Kubau [wo Muslime in der Mehrheit sind] gebe, weil Jaba nicht für uns gestimmt hat.“ Abschließend rief El-Rufai seine Zuhörer auf, dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft Muslime die Kommunalpolitik dominieren.

In einem Schreiben an den seit Ende Mai amtierenden Gouverneur von Kaduna, Uba Sani, das dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT vorliegt, bezeichnete eine Gruppe katholischer Priester die Äußerungen seines Vorgängers als „spalterische, hasserfüllte, jedem staatsmännischen Denken entbehrende Deklaration der politischen Vorherrschaft des Islam in Nigeria“. Die christlichen Gemeinden seien in den vergangenen Jahren „Leidtragende der Schrecken einer ineffizienten Regierungsführung“ gewesen, schreiben die Seelsorger.
Nach Recherchen von KIRCHE IN NOT wurden allein seit Anfang 2022 im Bundesstaat Kaduna mindestens elf Priester entführt. Zwei von ihnen wurden ermordet, von zwei anderen fehlt jede Spur. Die Priester kritisierten auch die Untätigkeit der Polizei und der Behörden, Christen und kirchliche Einrichtungen vor islamistischen Gruppen und kriminellen Banden zu schützen: „Als einzige Antwort kamen von der Regierung absurde Anschuldigungen, sie hätten ihre Mörder provoziert und die Gräueltaten seien gerechtfertigte Rachemorde.“

Trotz dieser scharfen Kritik betonten die Priester aus dem Bundesstaat Kaduna ihren Willen zur Zusammenarbeit mit der Regierung: „Die Religion sollte den Platz einnehmen, der ihr nach der Verfassung zusteht, und darf niemals zur Verschleierung von Inkompetenz und Versagen verwendet werden. Der Frieden und Fortschritt unseres Staates sollen nie einem politischen Zweckdenken weichen.“
Nach Angaben des am 22. Juni erschienenen Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT ist Nigeria eines der Länder, in dem am meisten religiöse Verfolgung herrscht. Vorwiegend Christen, aber auch Muslime und Anhänger traditioneller Glaubensrichtungen fallen der Gewalt zum Opfer. Geistliche und Gläubige leiden unter den Verbrechen der inländischen und ausländischen Dschihadisten und kriminellen Banden. Weitere Informationen zur Lage in Nigeria: Bericht über Nigeria
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Sechs Bischöfe aus der Demokratischen Republik Kongo haben in einer gemeinsamen Erklärung der Regierung ihres Landes Versagen im Kampf gegen Rebellengruppen im Zusammenhang mit der Ausbeutung der Bodenschätze und im Umgang mit den jüngsten Naturkatastrophen vorgeworfen. Die Regierung sei den Herausforderungen nicht gewachsen, schreiben die Bischöfe aus den Provinzen Nord- und Süd-Kivu, die KIRCHE IN NOT vorliegt.
Die rohstoffreiche Grenzregion zu Ruanda und Uganda ist Hauptschauplatz bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen Regierungs- und UN-Truppen auf der einen sowie Rebellen der „Alliierten Demokratischen Kräfte“ (ADF), der „Nationalen Armee zur Befreiung Ugandas“ (NALU) und weiteren Gruppen auf der anderen Seite.
„ADF-NALU-Rebellen und andere bewaffnete Gruppen massakrieren friedliche Bürger, selbst in der Nähe der Stellungen von Sicherheitskräften, die sie eigentlich schützen sollten“, erklären die Bischöfe von Bukavu, Butembo-Beni, Goma, Kasongo, Kindu und Uvira.

Das Militär sei unfähig, den bewaffneten Gruppen Einhalt zu gebieten, deren Ziel es sei, ganze Landstriche zu erobern und mit einer Politik des Terrors die Spaltung der Demokratischen Republik Kongo zu erreichen.
Die Bischöfe äußern den Verdacht, dass einige Rebellengruppen aus den Nachbarländern finanziert und befehligt werden und stellen indirekt fest, dass der Einsatz der UN-Mission seit Ende der 1990er-Jahre gescheitert sei: „Wir fragen uns, warum der kongolesische Staat weiterhin ausländische Armeen mit unbekanntem Mandat einlädt, obwohl der UN-Sicherheitsrat bereits das Embargo zum Kauf von Waffen aufgehoben hat, um die Sicherheit des Landes und seiner Bewohner zu gewährleisten. Wie erklärt es sich, dass wir die Frage der territorialen Sicherheit weiter nach außen verlagern?“

Auch die hunderten von Toten infolge der Erdrutsche und Überschwemmungen im Mai 2023 seien auf den maroden Zustand der Infrastruktur und das fehlende Handeln der Regierung zurückzuführen, kritisieren die Bischöfe: „Angesichts des Ausmaßes dieser erneuten Naturkatastrophe sind wir davon überzeugt, dass Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die für das Land- und Umweltmanagement zuständigen Stellen ihre Arbeit ordentlich gemacht hätten.“
Im Vorfeld der für Dezember 2023 angekündigten Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo sehen die Bischöfe viele Voraussetzungen für eine faire und demokratische Durchführung nicht gegeben. Ausrüstung und Wahlverfahren sowie der Ausschluss zahlreicher Menschen von den Wählerlisten „verheißen nichts Gutes für ein zufriedenstellendes Ergebnis des Wahlprozesses“.

Am Ende ihrer Erklärung wenden sich die Bischöfe an die Weltgemeinschaft: Die Demokratische Republik Kongo sei ein souveräner Staat, der nicht ungestraft ausgeplündert werden dürfe. Unternehmen profitieren von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen im Land.
Die Bischöfe schließen mit den Worten von Papst Franziskus bei seinem Besuch Anfang Februar: „Hände weg von der Demokratischen Republik Kongo, Hände weg von Afrika! Das Ersticken Afrikas muss aufhören: Der Kontinent ist kein Bergwerk, das ausgebeutet und kein Boden, der geplündert werden kann.“
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo wird seit Jahren von Rebellen der Miliz ADF überrannt. Auch kirchliche Einrichtungen wurden wiederholt angegriffen. In der Region lagern Gold, Diamanten, Kobalt und Coltan in der Erde. Dabei handelt es sich um wichtige Rohstoffe, zum Beispiel für die IT- oder Fahrzeugindustrie.
Menschenrechtsorganisationen zufolge ereignet sich in der Region die am längsten dauernde humanitäre Krise Afrikas. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind innerhalb des Landes über 5,3 Millionen Menschen auf der Flucht.
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„Wir stellen fest, dass religiöse Verfolgung weltweit zugenommen hat: In 47 der untersuchten Länder hat sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren verschlimmert, darunter in großen Nationen wie Indien, China, Pakistan, aber auch in zahlreichen afrikanischen Ländern. Betroffen sind nicht nur religiöse Minderheiten, sondern auch Mehrheitsreligionen“, erklärte der Vorsitzende des Redaktionsteams von „Religionsfreiheit weltweit 2023“, Mark von Riedemann. Nur in neun Staaten seien zaghafte Verbesserungen eingetreten, zum Beispiel in Ägypten, Jordanien oder Katar.
„Kirche in Not“ gibt den Bericht zum 16. Mal heraus; er nimmt 196 Länder und alle Religionen in den Blick. Rund 30 internationale Journalisten und Beobachter haben Entwicklungen und Vorkommnisse von Januar 2021 bis Dezember 2022 dokumentiert. „Religionsfreiheit weltweit“ ist der einzige Bericht, der von einer nicht staatlichen Einrichtung in diesem Umfang vorgelegt wird. Er erscheint alle zwei Jahre neu.

Laut dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ herrscht in 28 Staaten weltweit explizite Verfolgung für Angehörige von religiösen oder weltanschaulichen Gruppen („Kategorie rot“). Erstmalig wurde Nicaragua in diese Liste aufgenommen. Dort geht das sandinistische Regime insbesondere gegen die katholische Kirche vor. In 33 Staaten kommt es zu Diskriminierungen („Kategorie orange“), zum Beispiel im Irak, in Israel und den Palästinensischen Gebieten oder in der Türkei. 23 Länder hat der Bericht als „unter Beobachtung“ eingestuft, darunter Chile, die Philippinen, aber auch Russland und die Ukraine. Dort seien staatliche Maßnahmen gegen Aspekte der Religionsfreiheit, zunehmende Hasskriminalität und vereinzelte religiöse Verfolgung festzustellen.
„Hauptursachen für die Missachtung der Religionsfreiheit sind nach wie vor ein ethno-religiöser Nationalismus wie in Indien oder Myanmar, der islamistische Extremismus, der vor allem weite Teile Afrikas erfasst, und autoritäre Systeme wie Nordkorea, Iran oder Vietnam“, erklärte Redaktionsleiter Mark von Riedemann.

„Religionsfreiheit weltweit“ zufolge hätten in den vergangenen beiden Jahren Autokraten und Anführer fundamentalistischer Gruppen ihre Macht ausbauen können. Die internationale Gemeinschaft setze diesen Entwicklungen aus wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen zu wenig entgegen.
In afrikanischen Staaten, wo nach wie vor am meisten Verfolgung und Diskriminierung herrsche, seien dschihadistische Gruppen dazu übergegangen, rohstoffreiche Gebiete auszuplündern und wirtschaftliche Netzwerke aufzubauen.
Auch die Zunahme von Angriffen auf jüdische Gemeinden in westlichen Ländern und die zunehmende Verfolgung von Muslimen durch Angehörige der eigenen Religion hätten zugenommen, so der Bericht. In vielen Staaten kämen Antikonversionsgesetze immer stärker zum Tragen, die den Religionswechsel unter drakonische Strafen stellten.
Im Blick auf die OSZE-Staaten macht „Religionsfreiheit weltweit“ darauf aufmerksam, dass dort in den vergangenen beiden Jahren ein Klima der „Cancel Culture“ zugenommen hätte. Diese trete zunehmend aggressiv gegenüber religiösen Überzeugungen und Gewissenentscheidungen des Einzelnen auf. Der Bericht stellt einen immer stärkeren Druck fest, sich ideologischen Trends anzupassen.
Als positiv wertet der Bericht die wachsende Zahl von Initiativen zum religiösen Dialog und das Erstarken religiöser Feste und Wallfahrten nach der Covid-19-Pandemie.

„Kirche in Not“ weist darauf hin, dass der Einsatz für bedrängte Christen und das Engagement für Religionsfreiheit einander bedingten. Von Verletzungen der Religionsfreiheit seien nicht nur Christen betroffen, sondern alle religiösen Gruppen. Es ist daher ein Gebot christlicher Nächstenliebe, auch diesen bedrängten Brüdern und Schwestern eine Stimme zu geben. Zudem profitierten von der Hilfe für notleidende Christen auch die anderen Bevölkerungsgruppen.
„Kirche in Not“ gibt eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse von „Religionsfreiheit weltweit 2023“ heraus. Sie kann unter www.kircheinnot.at/shop bestellt werden. Die ausführlichen Länderanalysen sind unter www.religionsfreiheit-weltweit.at nachlesbar sein.
Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (international Aid to the Church in Need, ACN) hat im Jahr 2022 rund 146 Millionen Euro an Spenden erhalten. Das sind 13 Millionen Euro mehr als 2021 und die bislang höchsten Jahreseinnahmen in der 76-jährigen Geschichte des Hilfswerks.
Die Gelder wurden in den 23 Nationalbüros von KIRCHE IN NOT gesammelt, wo Spenden von über 364 000 Personen eingingen. Das Hilfswerk erhält keine öffentlichen Gelder oder Kirchensteuermittel.

Die österreichischen Wohltäter haben mehr als 3,8 Millionen Euro gegeben. Herbert Rechberger, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT-Österreich: „Wir müssen jeden Tag Gott und den Wohltätern danken. Auch in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation haben unsere Wohltäter die bedrängten und verfolgten Christen nicht vergessen! Dafür gilt ihnen unser herzlichster Dank“
In einer Botschaft an diese Wohltäter sagte der scheidende Geschäftsführende Präsident von ACN International, Thomas Heine-Geldern: „Voll Dankbarkeit und Demut sehen wir, dass wiederum der Segen des Allmächtigen auf unserer Arbeit ruhte und dass unsere Wohltäter die Schreie unserer unterdrückten Brüder und Schwestern erhört haben. Dies lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken, auch wenn unsere Hilfe noch viele Jahre lang benötigt wird.“

Wie aus dem Jahresbericht von „Kirche in Not“ hervorgeht, förderte das Hilfswerk 2022 in 128 Ländern insgesamt 5702 Einzelprojekte, das sind knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr. Das größte Hilfsprojekt war die Restaurierung eines zerstörten Pfarrzentrums im Irak für fast eine Million Euro, das kleinste ein Schulungsprojekt für kirchliche Mitarbeiter im Umfang von knapp 300 Euro. Zusammen mit Rücklagen aus dem Vorjahr gab „Kirche in Not“ 2022 insgesamt 148,7 Millionen Euro aus.
Kontinentaler Schwerpunkt blieb wie im Vorjahr Afrika, wohin rund 32 Prozent der Spendengelder flossen, gefolgt vom Nahen Osten (18,1 Prozent), Osteuropa (17,7 Prozent), Lateinamerika (16,7 Prozent) sowie Asien und Ozeanien (14,6 Prozent). „Kirche in Not“ half in rund 1200 Diözesen, das sind mehr als ein Drittel der katholischen Diözesen weltweit. 40 000 Priester, 21 000 Ordensschwestern und 14 000 Priesterseminaristen erhielten finanzielle Unterstützung bei ihrem Einsatz oder ihrer Ausbildung.

Die meisten Spenden gab KIRCHE IN NOT 2022 an Projektpartner in der Ukraine weiter. Insgesamt 353 Einzelprojekte mit einem Gesamtvolumen von 9,5 Millionen Euro unterstützten die Arbeit von Priestern, Ordensfrauen und kirchlichen Mitarbeitern, die sich für Binnenflüchtlinge und die notleidende Bevölkerung im Kriegsgebiet einsetzen.
Libanon leidet unter einer großen Wirtschaftskrise und einer hohen Inflation. Viele Menschen, die zuvor ein gutes Auskommen hatten, wissen nun nicht mehr, wie sie Lebensmittel oder ihre Miete bezahlen sollen.
Auch das Maronitische Patriarchalische Priesterseminar in Ghazir nördlich von Beirut ist von finanziellen Sorgen nicht verschont geblieben. Daher unterstützt KIRCHE IN NOT die Ausbildung der jungen Männer. Das Priesterseminar in Ghazir ist das wichtigste Priesterseminar der maronitischen Kirche, der größten christlichen Konfession in Libanon. Weltweit gehören der mit Rom unierten Kirche nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Menschen, davon etwa eine Million in Libanon.
„Im Seminar entdecken wir unsere Stärken und Schwächen. Wir lernen, eine persönliche Beziehung zu Gott zu entwickeln, was für das Leben eines geweihten Menschen entscheidend ist. Aber die Umstände machen es schwierig, sich auf die Ausbildung zu konzentrieren. Darum betet bitte für uns“, sagt der 25-jährige Joseph Loutfi im Gespräch mit Vertretern des Hilfswerks.

Sein Kommilitone Raymond Elia ergänzt: „Es ist wichtig, zu studieren, aber studieren allein reicht nicht. Wir können alle Theologiebücher und die Bibel von vorne bis hinten lesen und trotzdem nichts über Jesus Christus wissen. Wir müssen ihn hier drin kennen.“ Dabei zeigt er auf sein Herz.
Raymond war in seiner Heimatgemeinde für die Aufnahme und Unterweisung von Muslimen zuständig, die zum Christentum konvertieren wollten. Anders als in vielen anderen Ländern des Nahen Ostens ist die Konversion in Libanon legal, wenn auch gesellschaftlich immer noch verpönt. Dennoch hatte er alle Hände voll zu tun.

„Viele Muslime wollen mehr über Jesus Christus erfahren. Es gibt viele Bekehrungen”, so Raymond. Vor wenigen Jahrzehnten war Libanon noch mehrheitlich christlich, heute sind es nur noch etwa 30 Prozent der Bevölkerung.
In Libanon gibt es 18 anerkannte Religionsgemeinschaften, darunter eine Vielzahl von christlichen und muslimischen Konfessionen. Zwischen 1975 und 1990 kämpften sie in einem blutigen Bürgerkrieg gegeneinander. Nach 30 Jahren Frieden befürchten einige, dass die Wirtschaftskrise die Spaltung erneut verstärken könnte.
Doch in diesem Zusammenhang seien Christen eine dringend benötigte Präsenz in einem Land, das „die Fußspuren Jesu trägt, was dieses Land zu einem heiligen Land macht“, sagt Johnny Estephan, 24 Jahre alt. Dem Evangelium zufolge besuchte Jesus die Gegend des heutigen Libanon, einschließlich der Städte Tyros und Sidon im Süden des Landes.

Trotz der in Libanon herrschenden Religions- und Meinungsfreiheit beklagt er eine „versteckte Diskriminierung“. „Wir sind trotz allem wachsam, was die Wahrung der interreligiösen Harmonie angeht. Sie werden Christen finden, die in Dörfern mit Muslimen oder Drusen leben, aber Sie werden nicht Angehörige zweier verschiedener Zweige des Islam finden, die friedlich nebeneinander leben. Wir sind gute Vorbilder für andere.“
Ohne Christen stehe die Existenz Libanons zwar nicht auf dem Spiel, aber ohne sie gebe es kein friedliches und harmonisches Land, warnt er.
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Verwendungszweck: Libanon