Anlässlich des 20. Jahrestages seiner Bischofsweihe lädt der syrisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Monsignore Antoine Chahda, alle Kirchenoberhäupter der Stadt zu einer heiligen Messe in den Anliegen der Wohltäter von KIRCHE IN NOT ein.
Seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 hat KIRCHE IN NOT 326 Projekte in Aleppo unterstützt, 53 allein in diesem Jahr. Die Messe soll ein Dankeschön für all die Hilfe sein, die KIRCHE IN NOT nicht nur für die katholische Kirche, sondern auch für andere christliche Konfessionen in der Region geleistet hat.
Ihre Unterstützung lässt die Familien im Land bleiben. Wir bitten Sie, uns weiterhin zu unterstützen, da wir uns in einem besonders schwierigen Moment befinden. Aleppo leidet.“
Die Messe findet am Sonntag, 20. Dezember, um 17:30 Uhr (Mitteleuropäische Zeit/18:30 Uhr Ortszeit) in der syrisch-katholischen Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale statt und wird live via facebook übertragen: https://www.facebook.com/events/720152402255774/.
Die Diözese Ifakara in Tansania ist noch jung. Sie wurde erst im Jahr 2012 errichtet. Die gleichnamige Stadt, in der sich der Bischofssitz befindet, ist 400 km südwestlich der Hauptstadt Daressalam gelegen. Die Diözese erstreckt sich über ein Gebiet von 15.000 Quadratkilometern und hat 21 Pfarreien. Von den insgesamt ca. 400.000 Einwohnern der Diözese sind 80 Prozent katholisch. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, es ist aber auch eine Zuwanderung nomadischer Volksgruppen zu verzeichnen.
Die Entfernungen sind sehr groß, und die Straßen schlecht. In der Regenzeit verwandeln sie sich in Schlammpisten mit vielen teils großen Wasserlöchern. Mit einem ungeeigneten Auto kann eine solche Fahrt leicht lebensgefährlich werden.

Bischof Salutaris Libena muss oft weite Strecken fahren, um die Pfarren seiner Diözese zu besuchen, in denen er beispielsweise das Sakrament der Firmung spendet oder andere Pastoralbesuche unternimmt. Die Entfernung vom Bischofssitz bis zur der am weitesten entfernten Pfarrei der Diözese beträgt 210 Kilometer. Außerdem muss er an Treffen und Versammlungen in der Hauptstadt oder in anderen Diözesen des fast 950.000 Quadratkilometer großen Landes teilnehmen, beispielsweise, wenn die Bischofskonferenz des Landes tagt. Jedoch hatte er bislang große Probleme, da sein Auto, das er vor 20 Jahren gekauft hatte und das schon damals ein Gebrauchtwagen war, den Straßenverhältnissen nicht mehr gewachsen war. Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 29.680 Euro gespendet haben, konnte er nun endlich einen leistungsfähigen Geländewagen beschaffen, der nicht nur ihm selbst, sondern auch seinen Mitarbeitern gute Dienste leisten wird.
Der Bischof schreibt: „Wir danken Ihnen sehr aufrichtig für dieses schöne neue Fahrzeug. Wir versprechen Ihnen, dass wir auf es achtgeben werden, damit es viele Jahre für den pastoralen Dienst verwendet werden kann. Wir versprechen auch, dass wir für alle beten werden, deren große Opfer es uns ermöglicht haben, dieses Auto zu bekommen.“
Der 4. August 2020 sollte der glücklichste Tag im Leben des 32-jährigen Libanesen Jad sein. Im Krankenhaus „Sankt Georg“ brachte seine Frau Christelle ihren ersten Sohn zur Welt, Nabil. Gegen 17:45 Uhr konnten die Eltern ihr Neugeborenes in die Arme schließen.
Doch das Glück währte nur wenige Minuten. Um 18:07 Uhr explodierten 2750 Tonnen Ammoniumnitrat im nahegelegenen Hafen von Beirut, eine der größten nichtnuklearen Detonationen der Menschheitsgeschichte. Mehr als 200 Menschen starben, über 6500 wurden verletzt.
„Alles flog durch die Luft. Ich dachte, der Krieg bricht aus“, erzählt Jad, der als Lehrer arbeitet, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Mein erster Gedanke galt natürlich meiner Frau und meinem Kind. Nabils Wiege stand unter dem zerborstenen Fenster, voller Scherben, die sich wie kleine Lanzen in die Bettdecke gebohrt hatten. Aber Nabil war nichts passiert. Nichts. Es war ein Wunder.“

Der junge Vater nahm sein unversehrtes Kind in die Arme – und staunte. So muss es gewesen sein damals im Stall von Bethlehem, ungefähr 300 Kilometer südlich von Beirut, als Josef das neugeborene Kind betrachtete. Inmitten von Hitze, Verwüstung und Tod hatte sich für die junge Familie eine Art Weihnachtswunder ereignet.
Der kleine Nabil blieb unversehrt, seine Eltern waren verletzt, gottlob nicht schwer. Das orthodoxe Sankt-Georg-Krankenhaus aber, das älteste und eines der drei größten im ganzen Land, wurde fast völlig zerstört. Christelle und ihr Baby Nabil mussten in eine andere Klinik gebracht werden, 80 Kilometer von Beirut entfernt. Die junge Familie war erst einmal getrennt.

Es waren harte und herausfordernde Momente für den jungen Vater. So wie damals für Josef, als er nach der Erscheinung des Engels im Traum noch in der Nacht das Kind und seine Mutter nahm und nach Ägypten zog. „Die Explosion hat mein Leben verändert“, erzählt Jad.
Trotz aller Schwierigkeiten habe er gearbeitet und gekämpft, um seine Heimatstadt, sein Land, „das ich liebe“, wieder mit aufzubauen. „Aber“, fügt er hinzu, „um zu bleiben, brauchen wir Sicherheit und das Gefühl, dass sich jemand um uns Christen kümmert. Wir fühlen uns allein, verlassen, aufgegeben.“
Das Ausmaß der Zerstörung in Beirut ist kaum zu fassen. 300 000 Menschen waren unmittelbar von der Explosion betroffen; sehr viele von ihnen sind Christen, weil ihre Wohnviertel nahe beim Hafen liegen. Die Bewohner fragen sich, wie sie den Winter überleben sollen. Die soziale, wirtschaftliche und politische Krise hat das Land ins Elend gestürzt.

Inmitten all dieser Finsternis erinnert sich Jad jeden Tag an das Wunder der Geburt seines Erstgeborenen, erzählt er: „Immer wieder sage ich zu meinem Kind: Du lebst, weil Christus dich gerettet hat. Deine Mutter und ich wurden verletzt, aber Du hast keinen Kratzer. Vergiss das nie! Jesus war bei Dir in diesem Moment. Hab keine Angst, er wird immer bei Dir sein.“
Was wünscht sich Jad für sein Kind? Der junge Vater antwortet ohne zu zögern: „Frieden, Sicherheit – und die Kraft, das Kreuz Christi zu tragen. Mein Sohn erlebt das seit der 15. Minute seines Lebens, und wir Christen im Libanon kennen das nur zu gut. Wir haben Kriege und Verfolgungen überlebt. Wir leben, weil wir eine Mission zu erfüllen haben.“
Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon
Papst Franziskus wird von 5. bis 8. März 2021 den Irak besuchen, teilte der Vatikan heute Mittag mit. Dazu erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern:
„Diese Nachricht erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit. Die Christen im Irak haben mit Sehnsucht diese Ankündigung erwartet. Sie ist ein Zeichen der Hoffnung für die bedrängten Christen, die schon seit Jahrzehnten dem Kreuzweg der Verfolgung und Diskriminierung auf sich nehmen mussten. Diese Reise ist ein weiteres Zeichen der Nähe und der Sorge des Papstes um die Christen im Nahen Osten.
Der Besuch wird sie stärken und neuen Mut zum Verbleiben in ihrer Heimat entfachen. Ohne Unterstützung durch den Heiligen Vater und die Weltkirche sind diese Gemeinden an der Wiege des Christentums vom Aussterben bedroht.“

Wie der Vatikan mitteilte, wird Papst Franziskus im März 2021 neben Bagdad und der Ebene von Ur auch Erbil, Mossul und die Stadt Karakosch in der Ninive-Ebene besuchen.
In den drei letztgenannten Städten hat KIRCHE IN NOT vielfach Hilfe geleistet. Die Unterstützung für die Christen im Irak gehört zu den aktuellen Schwerpunkten der Arbeit von KIRCHE IN NOT: Zwischen 2014 und Ende 2019 flossen über 46 Millionen Euro dorthin.
Als im August 2014 zahlreiche Christen aus der Ninive-Ebene und Mossul vor den heranrückenden Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ in den kurdischen Teil des Irak fliehen mussten, stellte KIRCHE IN NOT Soforthilfen für rund 12 000 vertriebene Familien zur Verfügung.

Neben Lebensmittelpaketen finanzierte das Hilfswerk auch die medizinische Versorgung, die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien in Containerdörfern und acht Behelfsschulen für geflüchtete Kinder. Dies war eine der größten Nothilfeaktionen in der über 70-jährigen Geschichte von KIRCHE IN NOT.
Parallel zur direkten Hilfe machte KIRCHE IN NOT bei den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und ihren Mitgliedsländern sowie bei der US-Regierung auf die drohende Auslöschung der Christen und anderer Minderheiten im Irak aufmerksam.
Auf der Basis eines von KIRCHE IN NOT ausgearbeiteten Dokuments stufte das Europaparlament 2016 die Ereignisse im Irak als Völkermord ein. Später schloss sich auch das US-Außenministerium dieser Einschätzung an.

Nach dem militärischen Sieg über den IS setzt sich KIRCHE IN NOT für den Wiederaufbau zerstörter christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene ein. Zusammen mit den lokalen Kirchen rief KIRCHE IN NOT ein Wiederaufbau-Komitee ins Leben.
In einem ersten Schritt wurden die Schäden in den Orten dokumentiert und mit dem Wiederaufbau der Wohn- und Kirchengebäude begonnen. Dieser ist weit vorangeschritten; etwa die Hälfte der christlichen Familien, die 2014 vor dem IS geflüchtet waren, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Aktuell fördert KIRCHE IN NOT die Instandsetzung von Kirchen, Pfarrzentren, Kindergärten, Waisenhäusern und weiteren kirchlichen Einrichtungen in der Ninive-Ebene.
Darüber hinaus fördert das Hilfswerk die psychosoziale Schulung und die Arbeit von Seelsorgern, Ordensfrauen, Lehrern und weiterer Mitarbeiter. Auch Papst Franziskus hat in den vergangenen Jahren Projekte von KIRCHE IN NOT im Irak direkt unterstützt.

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Irak
Die Dörfer Knayeh und Jacoubieh in der Provinz Idlib, unweit der Türkei, stehen noch immer unter der Kontrolle dschihadistischer Gruppen. Dort herrscht das gefürchtete Kalifat: Die Scharia ist das Gesetz, Frauen müssen einen Schleier tragen, Eigentum wurde konfisziert, christliche Symbole wie etwa Kreuze wurden niedergerissen.
Unter den Bewohnern, die trotz der schrecklichen Zustände in ihrer Heimat geblieben sind, befinden sich schätzungsweise 300 christliche Familien verschiedener Konfessionen und Ethnien. Die Franziskaner Patres Luai Bsharat (40) und Hanna Jallouf (67) kümmern sich um sie.

In diesen Regionen sind Christen Verfolgung, Angst, Gewalt, Gefahr und sogar dem Tod ausgesetzt. Die Anwesenheit der Christen und der beiden Franziskanerpatres in diesen Dörfern sagt viel über ihr heldenhaftes Engagement aus: „Pater Luai und Pater Hanna blieben trotz der Schwierigkeiten dort. Denn sie glauben, dass diese Region nicht verlassen werden sollte, weil sie in der Nähe von Antiochien liegt, wo der heilige Paulus seine Reisen begann, um das Wort der Bibel zu verbreiten“, erklärt Pater Firas Lutfi ofm, Kustos der Franziskanerprovinz des heiligen Paulus in Syrien, Libanon und Jordanien, im Gespräch mit dem internationalen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.
Laut Pater Firas „begann das Leiden der Christen vor einem Jahrzehnt“. Als militante Gruppen die Kontrolle über die Region übernahmen und sie zu einem islamischen Staat erklärten, beschlagnahmten sie das Eigentum der Christen, zwangen allen Nicht-Muslimen die islamische Scharia auf und setzten das Recht, sich in den eigenen Dörfern frei bewegen zu können, außer Kraft.

Pater Firas berichtete bereits 2017 bei der internationalen Pilgerfahrt zum 70. Jahrestag der Gründung von KIRCHE IN NOT am Wallfahrtsort Fatima in Portugal vom Schicksal der Christen. Er erinnert wieder daran, dass „die Extremisten häufig unsere Brüder und Schwestern verfolgt, angegriffen und geschlagen, entführt, gefoltert und sogar getötet haben“. So etwa im dramatischen Fall von Pater François Murad, „der 2013 enthauptet wurde“, und in jüngerer Zeit im Fall „einer Lehrerin, die in Jacoubieh vergewaltigt und getötet wurde“.
In der dem portugiesischen Büro des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT kürzlich zugesandten Botschaft erinnert Pater Firas daran, dass die Patres dafür da sind, all denen zu helfen, die Hilfe, Führung und Unterstützung brauchen, unabhängig von Religion, Geschlecht, Nationalität, Rasse oder politischer Einstellung. „Oft haben die Klöster in Knayeh und Jacoubieh Dutzende von muslimischen Familien aufgenommen und beherbergt, die in den Kirchen Zuflucht suchten“, als die Region zu einem Kampf- und Konfliktfeld wurde.

KIRCHE IN NOT unterstützt mehr als fünfzig Projekte für Christen in Syrien. Neben Nothilfeprogramme für gefährdete Familien in Aleppo und Damaskus führt es verschiedene Projekte zusammen mit Pater Firas Lufti durch.
Um den bedrängten und verfolgten Christen in Syrien weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien
25 Jahre nach dem Abkommen von Dayton, das den dreijährigen Bosnienkrieg beendete, gehen die katholischen Bischöfe von Bosnien und Herzegowina hart mit der politischen und gesellschaftlichen Situation des Landes ins Gericht. Der Vertrag sei den Völkern von Bosnien und Herzegowina „von der internationalen Gemeinschaft unter Führung der Vereinigten Staaten auferlegt“ worden und habe den „mehrjährigen Krieg gestoppt, aber keinen dauerhaften Frieden geschlossen“, schreiben die Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung vom 19. November, die dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegt.
Weder die Gleichberechtigung der verschiedenen Völker und Minderheiten, noch die Rückkehr der Vertriebenen und Flüchtlinge oder die Entschädigung für zerstörtes und geplündertes Eigentum sei erreicht worden, beklagen die Bischöfe. Stattdessen schwele der Konflikt nach wie vor weiter.

Dramatisch sei auch die Situation der Katholiken im Land: „Fast die gesamte katholische Bevölkerung […] in der Entität Republik Srpska ist ausgerottet; und in der Entität Föderation Bosnien und Herzegowina ist sie kontinuierlich rückläufig“. Vor allem sorgen sich die Bischöfe um die Abwanderung junger Menschen und ganzer Familien. Verantwortlich dafür seien Kriminalität, Korruption, fehlende Arbeitsmöglichkeiten und schlechte politische Führung im Land.
Die meisten Katholiken in Bosnien und Herzegowina gehören der kroatischen Volksgruppe an. Pflicht „der einheimischen und ausländischen Beamten“ sei es gewesen, die „politischen, rechtlichen und materiellen“ Rahmenbedingungen zu schaffen, um die katholische Minderheit im Land zu halten. Dies sei jedoch ausgeblieben, monieren die Bischöfe.

Bosnien und Herzegowina sei in den vergangenen 25 Jahren auf dem Weg zu einem stabilen Frieden und „der wünschenswerten europäischen Integration“ zu wenig vorangekommen. Deshalb fordern die Bischöfe nationale wie internationale Politiker auf, „sich entschlossener als bisher um eine gerechte […] Verfassung des Landes zu bemühen“.
Bosnien und Herzegowina hat bislang keine rechtlich eigenständige Verfassung, diese wurde im Anhang des Friedensabkommens von Dayton festgelegt. Eine neue Verfassung solle die drei Staatsvölker – bosnische Kroaten, bosnische Serben und Bosniaken – die Rechte der ethnischen Minderheiten und die Bürgerrechte gleichermaßen berücksichtigen, heißt es in der Erklärung. „Die Verfassung muss von gerechten Gesetzen begleitet sein, die die Achtung aller individuellen und kollektiven Rechte gewährleisten, ohne die Möglichkeit der Vorherrschaft der Stärkeren oder Zahlreicheren.“

Der Friedensvertrag von Dayton wurde unter maßgeblicher Vermittlung der USA am 21. November 1995 von den Verhandlungsparteien angenommen und am 14. Dezember in Paris unterzeichnet. Es galt damals als großer politischer Durchbruch, um den Bosnienkrieg mit über 100 000 Todesopfern zu beenden. Die Europäische Union hatte sich an dem Abkommen beteiligt. Der Friedensvertrag teilte das Staatsgebiet in die zwei Entitäten Föderation Bosnien und Herzegowina und Republik Srpska auf. Außerdem wurde eine paritätische Machtteilung zwischen Kroaten, Serben und Bosniaken festgelegt. Um die Umsetzung des Abkommens sicherzustellen, wurde ein Hoher Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina bestellt.
Je etwa die Hälfte der Einwohner von Bosnien und Herzegowina sind Christen oder Muslime. Der Anteil der Katholiken wird mit 12 bis 14 Prozent angegeben, geht aber kontinuierlich zurück. Angaben der lokalen Kirche zufolge wandern jährlich rund 10 000 Katholiken aus. Vielfach beklagten Kirchenvertreter auch eine Benachteiligung der überwiegend katholischen Kroaten.
KIRCHE IN NOT steht seit über drei Jahrzehnten den Katholiken in Bosnien und Herzegowina bei. Die Hilfe umfasst vor allem den Wiederaufbau von Kirchen, Klöster und die Unterstützung der Priesterausbildung.
Darüber hinaus unterstützt das Hilfswerk auch die Anschaffung von Fahrzeugen für die Seelsorge, den Aufbau von Pastoralzentren, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten und leistet Existenzhilfe für kontemplative Klöster. Auch die kirchliche Jugend- und Medienarbeit gehört zu den Förderprojekten.
Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Bosnien
Das Radio ist das wichtigste Kommunikationsmittel in der Diözese mit dem langen Namen „San Roque de Presidencia Roque Sáenz Peña“, die in der Provinz Chaco im Norden Argentiniens gelegen ist. Es handelt sich um eine der ärmsten Diözesen des Landes mit großen sozialen Problemen und Konflikten. Viele Kinder sind stark unterernährt. „Die Armut hier ist nicht geringer als in Afrika“, berichtet Pfarrer Adolfo Kocka. Der größte Teil des Gebietes ist vom Urwald bedeckt, der nicht ohne Grund „El Impenetrable“ – „der Undurchdringliche“ genannt wird. Viele Siedlungen sind nur schwer und zeitweise gar nicht zu erreichen, Telefonverbindungen gibt es nicht, das Mobilfunksignal dringt nicht durch den Urwald hindurch. Das Radio ist die wichtigste Verbindung.


Leider wurde die Sendeantenne durch einen Blitzeinschlag stark beschädigt, so dass nur noch in einem Umkreis von 20 Kilometern gesendet werden konnte. Dies war ein herber Schlag.
Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 5.200 Euro gespendet haben, konnte die Technik wiederhergestellt und dabei optimiert und der Sendebetrieb wieder aufgenommen werden. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!


KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt seit Beginn des Krieges Lauras und andere Familien mit vielen Projekten, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. In diesem Jahr möchte das Hilfswerk KIRCHE IN NOT auch die kleine Sandra, ihrem Bruder Mjad und Tausenden anderen Kindern einen kleinen weihnachtlichen Hoffnungsstrahl bringen, nicht nur in Aleppo, sondern auch in Damaskus, Homs, Qamishli, Hassakeh, Swidaa und Horan. Zu diesem Zweck werden dank der Initiative und Unterstützung von Schwester Annie Demerjian und der Kongregation von Jesus und Maria 25 000 Anoraks in den Werkstätten von Aleppo hergestellt.
„Wir möchten Anoraks zur Verfügung stellen, damit sich unsere Kinder in dem strengen bevorstehenden Winter wärmen können, und auch, um die Wirtschaft des Landes anzukurbeln, indem wir den kleinen Fabriken durch Aufträge für die Herstellung dieser Kleidungsstücke helfen“, erklärt Schwester Annie.

Imad arbeitet in seinem kleinen Büro, in dem er die Muster für die Herstellung der Anoraks druckt. Er bringt seine Dankbarkeit „für diesen neuen Job“ zum Ausdruck. Denn „so Gott will, werden wir in den nächsten Monaten eine gewisse finanzielle Sicherheit haben“. Einige Kilometer davon entfernt bedient Rami eine Maschine, mit der er die Muster schneidet. Er arbeitet in einer der vielen Werkstätten in Aleppo, die für die Produktion der Anoraks zuständig sind. In den Räumen stapeln sich Stoffrollen und isolierendes Füllmaterial gegen die Kälte. „Wir sind sehr dankbar. Der Auftrag kam in einer sehr kritischen Zeit, in der wir verzweifelt nach Arbeit suchten. Sie wissen, wie schlecht die aktuelle Wirtschaftslage im Land ist. Es ist eine große Freude für uns, dank dieses KIRCHE IN NOT-Projekts in den nächsten Monaten unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Gott segne Sie“, sagt der syrische Handwerker. In dreißig Werkstätten haben rund 180 Christen und Muslime auf diese Weise Unterstützung gefunden, um in den kommenden Monaten ihre Familien ernähren zu können.
Schwester Annie ist glücklich. Denn sie konnte bereits vor Monaten den Stoff reservieren, bevor der Mangel an Winterkleidung eintrat und dabei unter vielen verschiedenen Farben wählen. Sie fügt hinzu: „Gemeinsam werden wir ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder zaubern.“

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien
Katholische Kirchenführer in Indien haben angesichts einer angekündigten „Antikonversionskampagne“ hindu-nationalistischer Kreise die Regierung des Landes aufgefordert, Christen und andere religiöse Minderheiten vor Übergriffen zu schützen.
Die „Nationale Freiwilligenorganisation“ (RSS) und ihre Unterorganisation, der „Welt-Hindu-Rat“ (VHP), zwei der wichtigsten Netzwerke hindu-nationalistischer Kräfte, hatten angekündigt, verstärkt gegen christliche Missionstätigkeit und Konversionen zum christlichen Glauben vorgehen zu wollen. Der RSS gilt als treibende ideologische Kraft hinter der regierenden Indischen Volkspartei BJP, die seit 2014 mit Narendra Modi den Premierminister des Landes stellt, das als größte Demokratie der Welt gilt. „Das ist weder eine neue noch eine plötzliche Kampagne. Der RSS hat sie in den fast hundert Jahren seines Bestehens immer auf der Agenda gehabt“, erklärte John Dayal, Sprecher der „All India Catholic Union“, gegenüber KIRCHE IN NOT.

Vor allem dem VHP sei es gelungen, weite Teile der traditionellen Stammesgebiete Zentralindiens aufzuwiegeln. Der Vorwurf: Christen würden im Geheimen und durch Manipulation Stammesangehörige bekehren. Das vermeintliche Ziel: Die Auflösung der traditionellen hinduistischen Gesellschaft.
Dabei entbehrten die Vorwürfe jeder Grundlage, wie schon ein Blick auf die Statistik zeige, sagte Dayal: „1950 betrug der Anteil der Christen an der indischen Bevölkerung drei Prozent, 1971 lag er bei 2,6 Prozent und bei der Volkszählung 2011 waren es 2,3 Prozent.“
Stattdessen stecke hinter der jüngsten Kampagne eine politische Agenda, vermutet Arun Pannalal vom „Chhattisgarh Christian Forum“, das sich für bedrängte Christen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh einsetzt. Die hindu-nationalistische Partei BJP habe bei den Wahlen 2019 die Kontrolle über diesen und den benachbarten Bundesstaat Jharkhand verloren.
„Darum ist die Kampagne schon im Gange“, meint Pannalal im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Sie versuchen, die Emotionen hindu-nationalistischer Kräfte anzustacheln.“ Vorwürfe von aggressiver Missionstätigkeit und Konversionen seien ein einfaches Mittel dazu.
„Es ist eine gut geölte Maschinerie am Werk. Tage vor einer Attacke auf Christen sind erstmals Zeitungsartikel gegen Konversionen erschienen“, erzählt Pannalal. „Es folgten Fernsehdebatten, zu denen keine Christen eingeladen waren, um etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen. Auch die sozialen Medien werden eifrig genutzt, es gibt Kundgebungen gegen Konversionen. Wenn die Atmosphäre des Hasses überkocht, erfolgt der Angriff.“

Auf Dorfversammlungen werde regelmäßig gegen Christen gehetzt, so Pannalal. Daran nähmen oft 2000 bis 5000 Stammesangehörige teil. So sei es bereits vorgekommen, dass Christen aus Dörfern im Bundesstaat Chhattisgarh vertrieben wurden.
Auch sei von einem christlichen Versammlungsraum das Kreuz entfernt und an der Stelle ein hinduistischer Tempel errichtet worden. „Die Zahl der Gräueltaten gegen Christen nimmt alarmierend zu“, so Pannalal.
Ähnliches weiß auch Erzbischof Victor Henry Thakur aus Raipur, der Hauptstadt des Bundesstaats Chhattisgarh, zu berichten: „Früher gab es sporadische Angriffe, jetzt sind sie regelmäßig und koordiniert. Die Behörden müssen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen und gewährleisten, dass die Täter nicht davonkommen.“

Ein Geistlicher aus dem benachbarten Bundessstaat Jharkhand, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, äußerte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Konversion zum Christentum ein „Schreckgespenst in den Händen von Hindu-Nationalisten ist.“ Dabei seien viele Stämme animistisch geprägt – eine noch ältere religiöse und kulturelle Strömung als der Hinduismus.
„Die Nationalisten versuchen, die Stammesangehörigen für ihre Zwecke einzuspannen. Sie drücken ihnen den Stempel ,Hindu’ auf und versuchen sie gegen Christen aufzubringen“, erklärte der Priester. Die Kirche habe keine Möglichkeit, mit „den Verbrechern fertigzuwerden. Der Staatsapparat, von der Polizei bis zur Justiz, muss wirksam eingreifen, um die Christen zu schützen.“
Dem Bericht „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT zufolge waren zwischen 2017 und März 2019 mindestens 1000 Übergriffe auf Christen in Indien zu verzeichnen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen. 2018 wurden über 100 Kirchen geschlossen, Berichten zufolge als Reaktion auf extremistische Anschläge oder Interventionen von Behörden.
Militante Gruppen haben ihre feindseligen Aktionen – einschließlich Gewalttaten – gegen Christen intensiviert. Sie werden häufig von Meldungen angestachelt, dass der hinduistische Bevölkerungsanteil unter 80 Prozent gefallen sei. In zahlreichen Bundesstaaten gelten strikte Antikonversionsgesetze, wonach jeder Religionswechsel bei den Behörden angegeben und genehmigt werden muss.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Indien
KIRCHE IN NOT hat 100.000 Euro Nothilfe für Mosambik auf den Weg gebracht, um die Arbeit der Kirche für notleidende und vertriebene Menschen zu unterstützen. Die Hilfe kommt den kirchlichen Einrichtungen in der Provinz Cabo Delgado im Norden des Landes zugute, die seit 2017 von dschihadistischer Gewalt heimgesucht wird.
Bei über 600 Angriffen durch mutmaßliche Kämpfer des „Islamischen Staates Zentralafrika“ (ISCA) und Gegenangriffen des Militärs sind in der Region schätzungsweise über 2000 Menschen ums Leben gekommen, über 300 000 Menschen haben ihre Heimat verloren.

Projektpartnern von „Kirche in Not“ zufolge eroberten mutmaßliche Dschihadisten am 8. November den Ort Muidumbe, circa 250 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Pemba. Wie lokale Quellen berichteten, hätten die Eroberer dutzende von Menschen in einem Fußballstadion hingerichtet. Auch seien über 15 Jugendliche mit ihren erwachsenen Begleitern umgebracht worden. Die Gruppe bereitete sich gerade auf die traditionellen Initiationsriten der Volksgruppe der Makonde vor.

„Offenbar wollen diese Truppen das gesamte nördliche Gebiet der Provinz Cabo Delgado räumen und die Zivilbevölkerung vertreiben“, sagte Schwester Blanca Nubia Zapata aus Pemba gegenüber „Kirche in Not“. In der Provinzhauptstadt seien innerhalb von nur zwei Wochen über 12 000 Vertriebene eingetroffen. Der Ansturm sei kaum zu bewältigen, erklärt die Ordensfrau: „Es kommen Frauen und Kinder zu uns, selbst alte Menschen gehen tagelang zu Fuß. Einige sterben auf den Waldwegen oder Straßen. Es sind drei, vier Tage Fußmarsch – ohne Nahrung und Wasser, die Kinder auf dem Rücken … Einige Frauen haben unterwegs entbunden.“
Schwester Blanca erzählt, dass einige vertriebene Menschen zunächst über Land und dann auf dem Seeweg in kleinen Booten versucht haben, dem Morden zu entkommen. „Die Menschen wollen einfach nur weg. Sie haben schreckliche Angst. Viele Familien haben uns um Hilfe gebeten. Wir haben private Fahrzeuge organisiert und mit der Hilfe von Unterstützern Schulkinder aus der Gefahrenzone gebracht. Das war ungeheuer schwierig“, erzählt die Ordensfrau der Karmelitinnen vom Heiligen Josef.

„Kirche in Not“ steht in engem Kontakt mit Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Pemba. Er hat dem Hilfswerk vergangene Woche eine Videobotschaft geschickt, in dem er die dramatische Situation beschreibt: „Es sind bereits 100 000 Flüchtlinge bei uns. Hunderte von Menschen schlafen unter freiem Himmel oder in Zelten am Strand. In dieser schwierigen Situation bitten wir die internationale Gemeinschaft um Hilfe und Solidarität, wir flehen sie regelrecht an“, appellierte der Bischof.
„Kirche in Not“ wird dem Hilferuf des Bischofs Folge leisten. Die Nothilfen in Höhe von 100 000 Euro gehen nach Pemba und die benachbarten Diözesen, damit sie die vertriebenen Menschen unterstützen können. Von dem Geld werden Decken, Kleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch Saatgut und Werkzeuge beschafft.

„Das geschieht zusätzlich zu den Hilfen für Priester und Ordensleute, die wir in der Region bereits unterstützen“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International, Regina Lynch. „Aber zusätzlich zu dieser Nothilfe wollen wir auch dazu beitragen, das größte Leid zu lindern: das Trauma, das viele Menschen erlitten haben.“ Deshalb fördert das Hilfswerk Schulungen von Teams aus Priestern und Ordensleuten und Ehrenamtlichen, damit diese in den Pfarreien psychosoziale Hilfe anbieten können.
„Offenkundig erfährt die lange Zeit unbeachtete Tragödie im Norden Mosambiks jetzt endlich Aufmerksamkeit.“, sagte Lynch. Die Region sei ein „neuer Brennpunkt des Terrors und der dschihadistischen Gewalt, der Christen wie Muslime gleichermaßen betrifft. Wir hoffen, dass es endlich eine Antwort auf dieses Drama gibt, so dass den armen und verlassenen Menschen geholfen werden kann.“
Um den Einsatz der Kirche für die vertriebenen und notleidenden Menschen in Mosambik unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Mosambik



„Trotz der dramatischen Situation in vielen Ländern sehen die europäischen Eliten weitgehend weg. Um gegen Christenverfolgung einzutreten, müssen wir alle politischen, rechtlichen, diplomatischen, finanziellen, wirtschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten nutzen. Darum ist es wichtig, dass das österreichische Parlament zum diesjährigen Red Wednesday ein starkes Zeichen gegen die weltweite Christenverfolgung setzt. Ich danke Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka und Kirche in Not für diese wichtige Initiative.
Die Religionsfreiheit wird von unterschiedlichen Kräften in vielen Gebieten dieser Welt dramatisch eingeschränkt und teilweise mit Gefahr für Leib und Leben belegt. In einem Großteil der Länder sind es Christen, die misshandelt, vertrieben oder sogar ermordet werden. Dabei ist die Religionsfreiheit ein grundlegendes Menschenrecht, mit dem andere Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit und die Gewissensfreiheit unteilbar verbunden sind. Die Religionsfreiheit ist eng verknüpft mit der Frage nach dem Sinn des Lebens, der den täglichen Aufgaben Bedeutung gibt und damit für einen Großteil der Menschen auf der ganzen Welt zentral ist. Die Religionsfreiheit muss in allen Ländern der Welt geschützt sein, dafür setze ich mich seit vielen Jahren ein.“
Abg. z. NR Dr. Gudrun Kugler, Bereichssprecherin für Menschenrechte für die ÖVP
Pater José Arieira de Carvalho, ein portugiesischer Comboni-Priester, der seit mehr als einem Jahrzehnt in der Demokratischen Republik Kongo lebt, hat in einer Botschaft an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT über die Krisensituation im Nordosten des Kongo berichtet, „wo Rebellengruppen plündernd und mordend umherziehen“.
Unter anderen wurde am Freitag, dem 30. Oktober, das Dorf Lisasa in der Region Beni in der Provinz Nord-Kivu Schauplatz eines gewalttätigen Angriffs, der bewaffneten Gruppen zugeschrieben wird. Der Angriff forderte mindestens 21 Tote, darunter den Katechisten Richard Kisusi. Es gibt Berichte, dass auch eine katholische Kirche geschändet, mehrere Häuser niedergebrannt und eine Ambulanzstation geplündert worden seien.

Sikuli Paluku, Bischof von Butembo-Beni, rief die Streitkräfte der Vereinten Nationen in der Region dazu auf, die Zivilbevölkerung vor Angriffen zu schützen. Dieser Schutz wird angesichts der Eskalation der Gewalt immer dringlicher.
Der extreme Reichtum an Bodenschätzen in der Demokratischen Republik Kongo hat bestimmte Regionen des Landes zum Schauplatz von Konflikten gewalttätiger Fraktionen gemacht, die noch mehr Elend und Leid über die Bevölkerung bringen.
Bereits im vergangenen Jahr zeigten sich die Bischöfe der Kirchenprovinz Bukavu, die sechs Diözesen in den betroffenen Gebieten umfasst, alarmiert über die Zustände und warnten zugleich vor zu einfachen Interpretationen: „Wir sind der Meinung, dass sich hinter dem Vorwand der innergemeindlichen Kämpfe auf nationaler Ebene möglicherweise eine Verschwörung von internen und externen Akteuren verbirgt, um den gewissenlosen Raubbau an natürlichen Ressourcen (Bergbau, Öl, Forst, Land) zu verschleiern.“

Ebenfalls im Jahr 2019 sprach der Erzbischof von Kinshasa, Msgr. Fridolin Ambongo, der kürzlich in das Kardinalskollegium berufen wurde, bei einem von KIRCHE IN NOT organisierten Event in Paris über die tägliche Gewalt und den ungerecht verteilten Reichtum in der Demokratischen Republik Kongo.
„Ich bin hier als Zeuge der Drangsal eines Volkes, meines Volkes, das nur das Recht verlangt, in Würde zu leben. Es ist eine Situation, die leider schon seit Jahren andauert“, sagte Ambongo und unterstrich den Widerspruch, dass es sich um „ein unermesslich reiches Land handele, das aber „dem bösen Herzen des Menschen ausgeliefert sei. Große Unternehmen verhalten sich wie Raubtiere.“

„Die Kirche aber“, so der Erzbischof weiter, „hat sich entschieden, denen beizustehen, die leiden. Und der Herr hört die Schreie der Leidenden besser als die schöne Musik der Mächtigen.“
Seine Bitte um Solidarität mit seinem Volk bleibt heute noch aktuell. „Ich bin hier unter Ihnen, um Sie zu bitten, uns weiterhin in unserem Kampf für mehr Würde des kongolesischen Menschen zu unterstützen. Ich bitte Sie inständig um Ihre Gebete für alle Menschen, denn ich weiß, dass das, was im Kongo geschieht, mit der Situation in vielen anderen Ländern der Welt, insbesondere in Afrika, vergleichbar ist.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die Ausbildung von Priestern und Seminaristen in der Diözese Butembo-Beni seit mehr als 25 Jahren.