Hilfsprojekte Archive - Seite 9 von 13 - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
keine Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Tyros und Sidon: Bibellesern kommen diese Städtenamen bekannt vor – oft als Ort kriegerischer Auseinandersetzungen oder Prophezeiungen im Alten Testament. Im ohnehin wirtschaftlich wie politisch schwer gebeutelten Libanon von heute gehört das Gebiet um die beiden Mittelmeermetropolen zu den ärmsten Regionen des Landes.

Zwischen Tyros und Sidon liegt das Dorf Aaddousiyyeh. Dort wohnt Nohada, 73 Jahre und Witwe. Ihr einziger Sohn ist schon vor Jahren ausgewandert, so wie es in der aktuellen Krise immer mehr junge Libanesen tun. Sie hat nur eine kleine Rente, ist chronisch krank und läuft an Krücken.

Sie ist vollkommen auf die Hilfe ihrer Nachbarin Mariam angewiesen. Mariam ist die einzige Muslima im Dorf. Aaddousiyyeh wird mehrheitlich von maronitisch-katholischen Christen bewohnt.

Die 73-jährige Nohada erhält ein Lebensmittelpaket von KIRCHE IN NOT.

Die Menschen im Libanon brauchen Ihre Hilfe. Ihre Spende wirkt!

Die Lage wird immer schlechter

Zuständig für sie ist Pfarrer Geryes, 29 Jahre alt und erst im vergangenen Jahr zum Priester geweiht. Er steht als Seelsorger des Dorfes in einer Familientradition: Schon sein Urgroßvater – die maronitische Kirche erlaubt Priestern die Ehe – war Pfarrer in Aaddousiyyeh.

Die Lage ist seither immer schlechter geworden, erzählt Geryes KIRCHE IN NOT: „Vor der Krise waren etwa 20 Prozent unserer Gemeindemitglieder arm, heute sind es 80 Prozent.“ Und arm meint im Libanon: Oft mit weniger als umgerechnet einem Euro am Tag überleben.

Pfarrer Geryes‘ Gemeinde gehört zur maronitischen Erzeparchie (Erzdiözese) Tyros. Heute leben auf dem Gebiet nur noch gut 50 000 Christen. Der Bürgerkrieg bis 1990, die Krieg zwischen der Hisbollah und Israel 2006 und die jüngste Krise mit Politchaos, Inflation und Nahrungsmittelknappheit hat im ganzen Land viele Christen aus dem Land getrieben.

Insgesamt werden 1500 Lebensmittelpakete an bedürftige Menschen in der Erzeparchie Tyros verteilt, wie zum Beispiel im Dorf Aaddousiyyeh.

- Maronitisch-katholischer Erzbischof Charbel Abdallah (Tyros/Libanon)

Wer von den Gemeindemitgliedern geblieben ist, dem fehlt oft schlicht das Geld zum Auswandern. Die meisten Christen seiner Diözese sind kleine Bauern oder Arbeiter, die nahe der israelischen Grenze leben, erklärt Erzbischof Charbel Abdallah: „Die Menschen sind verzweifelt, es fehlt an allem: Lebensmittel, Strom, Medikamente, Milch. Auf allen Ebenen brauchen sie Hilfe, um überleben zu können.“

Zu den jüngsten Gemeindemitgliedern in Aaddousiyyeh gehören Fadi und Rana, Eltern von zwei kleinen Kindern. Sie sind deshalb noch da, weil Fadi im Gegensatz zu vielen Altersgenossen einen relativ sicheren Job beim Militär hat. Doch gut ein Viertel seines Lohns geht für die Hypothek auf das Haus drauf, erzählt er. Fleisch oder Fisch kann sich die junge Familie nicht mehr leisten.

Pfarrer Geryes (links) ist der zuständige Seelsorger in Aaddousiyyeh und kümmert sich um die Verteilng der Lebensmittelpakete.

„Es fehlt an allem”

Erzbischof Abdallah und Pfarrer Geryes versuchen so gut wie möglich für die ihnen anvertrauten Menschen da zu sein – geistlich wie materiell. „Weil ich nicht mehr weiter wusste, habe ich an KIRCHE IN NOT geschrieben, ob sie uns helfen können“, erzählt der Erzbischof.

„Die Antwort kam schnell und so können wir in mehreren Etappen 1500 Lebensmittelpakte an besonders arme Familien und Alleinstehende in meiner ganzen Diözese verteilen.“ Jedes Paket erhält Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis oder Mehl, Speiseöl und andere lebensnotwenige Dinge. Die Finanzierung ist erst einmal bis Juli gesichert.

„Diese Hilfe bedeutet uns sehr viel. Die Menschen im Libanon freuen sich, dass sie solche Solidarität erfahren“, betont der Erzbischof. „Wir danken allen Wohltätern von ,Kirche in Not`von ganzem Herzen. Die Lebensmittelpakte helfen unseren Leuten, ihren Alltag zu meistern.“

Der maronitsich-katholische Erzbischof Charbel Abdallah im Verteilzentrum der Lebensmittelpakete.
Unterstützen Sie die Hilfe der Kirche im Libanon für die notleidende Bevölkerung mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon

Die Pfarre von Lumbila feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Sie ist die älteste Pfarrgemeinde der Diözese Njombe im Süden von Tansania und liegt am Malawisee.

Die acht Außenstationen der Pfarre sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Straßen gibt es nicht. Bislang mieteten sich die Priester Boote von Gemeindemitgliedern, aber das wurde immer schwieriger, denn die wachsende Zahl an Gläubigen machte immer häufigere und längere Besuche in den Außenstationen erforderlich, und damit stiegen auch die Kosten.

Ein Boot für die Seelsorge in Tansania
Mit dem neuen Boot für die Gemeinde Lumbila in Tansania können die Priester die Außenstationen der Pfarrei, die nur über den Wasserweg erreichbar sind, nun häufiger besuchen.

Wohltäter von KIRCHE IN NOT haben mit 10.800 Euro geholfen, damit Pfarrer Florius Mpete ein Motorboot anschaffen und die Gläubigen in den Außenstationen häufiger besuchen kann. Das Boot ist bereits eingetroffen, und der Pfarrer und seine Gläubigen sind überglücklich darüber.

Pfarrer Mpete schreibt uns: „Die Christen aus Lumbila senden ganz herzlichen Dank für Ihre große finanzielle Unterstützung. Vielen Dank an die Wohltäter, die einen Teil ihres Geldes für die Verkündigung des Evangeliums gespendet haben. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen im Übermaß. Möge Gott Sie körperlich und geistlich stark halten für seinen Dienst!“

Mit einer Fläche von zehn Millionen Quadratkilometern ist die Diözese St. Josef mit Sitz in Irkutsk größer als die USA. Sie grenzt an China, den Pazifischen Ozean und Alaska und erstreckt sich über sieben Zeitzonen. Über dieses riesige Gebiet verstreut leben rund 52 000 Katholiken, die von 43 Priestern betreut werden, die vor riesigen Herausforderungen stehen.

Die klimatischen Bedingungen sind extrem: Temperaturen von 50 Grad unter null sind keine Seltenheit, und mancherorts wird es sogar noch kälter. So gilt die Stadt Jakutsk mit Polartemperaturen von bis zu minus 70 Grad als kälteste Großstadt der Welt. Der Winter, in dem es auch tagsüber kaum hell wird, dauert hier fast neun Monate. In dem Gebiet leben indigene Volksstämme. Manche praktizieren noch Schamanismus, die meisten sind heute aber Christen. In Jakutsk und der 500 km entfernt gelegenen Stadt Aldan sind Salesianerpatres tätig. Rings um Aldan besuchen die Patres jede Woche mehrere Dörfer, in denen Katholiken vom Volk der Jakuten leben. In andere Orte, die viele hundert Kilometer weit entfernt gelegen sind, kommen sie nur einmal im Jahr.

Die Priester verrichten ihren Dienst unter schwierigsten Bedingungen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Kollekten und Messstipendien angewiesen.

Auch die anderen Priester der Diözese St. Josef müssen weite Wege zurücklegen, um die weit verstreuten Gläubigen zu besuchen und ihnen die Sakramente zu bringen. Sie verrichten ihren Dienst unter schwierigsten Bedingungen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Kollekten und Messstipendien angewiesen, die Gläubigen vor Ort haben aber selbst nur wenig und können ihre Priester nur in geringem Maße unterstützen.  Daher sind Messstipendien aus dem Ausland eine große Hilfe. Im vergangenen Jahr haben wir die 43 Priester dank Eurer Hilfe insgesamt mit Messstipendien in Höhe von 24.000 Euro unterstützen können.

Pater Włodzimierz Siek, der Generalvikar der Diözese, bedankt sich im Namen seiner Mitbrüder für die empfangene Hilfe: „Es wird einem bewusst, dass unsere Wohltäter unmittelbaren Anteil an unserem Apostolat haben. Es wird einem gleich warm ums Herz, wenn man daran denkt, dass man als Priester in diesen unendlichen Weiten Sibiriens nicht allein ist. Die bittere Kälte draußen und der tiefe Schnee sind dann nicht mehr so furchtbar. Ich danke allen herzlich, die sich unserem Apostolat anschließen und an unserem Dienst teilnehmen, indem sie uns unterstützen. Wir und unsere Gläubigen beten für Euch. Möge Euch Gott Eure Großherzigkeit vergelten!“

Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eine katholische gemeinnützige Einrichtung in Beirut, die durch die Wirtschaftskrise an den Rand des Zusammenbruchs gebracht wurde. Seit ihrer Gründung vor über sechzig Jahren kümmert sie sich um die am stärksten vernachlässigten Menschen, doch jetzt droht ihr die Schließung, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.

Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz liegt auf den Höhen von Beirut. Von dort aus kann man die Trümmer des Hafens sehen. Es beherbergt 800 Patienten, die an verschiedenen psychischen Krankheiten leiden. Sie alle benötigen spezifische und dauerhafte Hilfe. Das Krankenhaus ist ein großer Komplex mit mehreren Gebäuden. Es arbeiten dort mehr als 300 Personen, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Verwaltungspersonal.

Helfen Sie dem Krankenhaus!

Bewahren Sie es vor der Schließung mit Ihrer Spende!

Die Einrichtung wurde 1952 vom seligen Pater Jacques Haddad gegründet, einem libanesischen Kapuzinerpater. Er starb 1954 und wurde am 22. Juni 2008 in Beirut seliggesprochen. Die Einrichtung geht auf ein Projekt zurück, das Pater Haddad nach dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen hatte. Hier konnte er sich um die vielen behinderten und psychisch kranken Menschen (oft Kinder) kümmern, die von ihren Familien verlassen worden waren. Der libanesische Kapuziner gründete das Krankenhaus vom Kreuz und 1930 die Kongregation der Franziskanerinnen vom Kreuz im Libanon.

Auf den Spuren ihres Gründers leiten die Franziskanerinnen heute 25 medizinische, soziale oder pädagogische Einrichtungen im gesamten Libanon. Das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz ist eines von ihnen. Von Anfang an hat sich die Einrichtung der Unterstützung der am meisten Benachteiligten verschrieben.

Das Krankenhaus beherbergt rund 800 Patienten, die an verschiedenen psychischen Krankheiten leiden.

Aufruf zur internationalen Hilfe

Kürzlich erhielten die 65 Ordensschwestern, darunter auch die Leiterin des Krankenhauses, Schwester Jeanette, Besuch von einer Delegation der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN). Zusammen mit anderen Organisationen unterstützt und finanziert KIRCHE IN NOT Projekte, die es der Einrichtung ermöglichen, ihre Patienten weiterhin zu versorgen. Die Wirtschaftskrise belastet die Einrichtung, die derzeit von ihren Reserven lebt und ohne internationale Solidarität nur wenige Monate überleben würde.

Das Krankenhaus braucht dringend Geld, um sein Personal zu bezahlen, seine Patienten zu ernähren und teure Medikamente zu kaufen, deren Preise sich durch die Abwertung des libanesischen Pfunds mehr als verdreifacht haben. Da der Strom nur eine Stunde pro Tag zur Verfügung steht, laufen die Generatoren des Krankenhauses auf Hochtouren und verbrauchen jede Woche fünfzehn Tonnen Treibstoff, wobei eine Tonne über 700 US-Dollar kostet.

Infolge der COVID-19-Pandemie war das Krankenhaus gezwungen, seine Kapazität von 1000 auf 800 Betten zu reduzieren. Vor der Pandemie leistete der Staat einen Zuschuss in Höhe von 2 US-Dollar pro Patient, also insgesamt 2.000 US-Dollar pro Monat. Obwohl diese Summe minimal und unzureichend war, stellte sie ein regelmäßiges Einkommen dar. Seit Sommer 2020 erhält das Krankenhaus jedoch überhaupt keine öffentlichen Mittel mehr. Der Kongregation bleibt keine andere Wahl, als um internationale Finanzmittel zu bitten, ohne die das Psychiatrische Krankenhaus vom Kreuz gezwungen wäre, zu schließen. Dies wäre eine Katastrophe für die Patienten.

Das Krankenhaus braucht dringend Geld, um sein Personal zu bezahlen, seine Patienten zu ernähren und teure Medikamente zu kaufen, deren Preise sich durch die Abwertung des libanesischen Pfunds mehr als verdreifacht haben.

Verlassen und ohne Familie

Als KIRCHE IN NOT Schwester Jeanette in Beirut traf, erklärte sie, dass bei einer Schließung des Krankenhauses die meisten Patienten auf der Straße landen würden. „Viele haben keine Familie mehr“, sagte sie. Noch schlimmer ist, dass viele Familien ihre Kinder im Krankenhaus zurücklassen und falsche Namen, Adressen und Telefonnummern angeben. Leider, so die Ordensschwester, betreffe dies oft die schwersten Fälle. Sie versicherte jedoch, dass sie ihr Bestes tun würde, um sicherzustellen, dass die Kinder in ihrer Not nicht allein gelassen werden, falls die Finanzierung ausbleibt und die Einrichtung geschlossen werden muss.

Das Pflegepersonal, das wie die überwiegende Mehrheit der Libanesen von der Krise nicht verschont geblieben ist, will seine Arbeit fortsetzen. Die Krankenschwestern stellen oft den einzigen Kontakt der Patienten mit der Außenwelt dar. Foutine, eine junge Krankenschwester, weist auf das Leid vieler Patienten im Krankenhaus hin. Sie sagt, sie betrachte ihre Arbeit als „Berufung“ und wehrt sich gegen den Gedanken, dass die Einrichtung aus Geldmangel geschlossen werden könnte.

Weder Foutine noch ihre Kolleginnen und Kollegen, von denen viele „Ersatzfamilien“ für diese Kinder sind, können sich nicht vorstellen, sie im Stich zu lassen.

Um den Franziskanerinnen und dem Krankenhaus helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon

Kaplan Maria Raju Etcherla wurde vor drei Jahren zum Priester geweiht. In der Pfarre der heiligen Therese vom Kinde Jesus in Rajam ist er für die Betreuung der elf Außenstationen zuständig, die teilweise weit entfernt vom Sitz der Pfarre gelegen sind. Jeden Tag fährt er in eines der Dörfer.

Die Menschen dort sind arm, aber ihr Glaube ist stark. Sie sehnen sich danach, von einem Priester im Gebet und im geistlichen Leben angeleitet zu werden. Und der junge Priester hat viele Pläne: Vor allem die Jugendseelsorge liegt ihm am Herzen, denn oft sind die Jugendlichen alleingelassen mit ihren Problemen. „Manche haben nur Kinostars als Vorbilder“, sagt der Kaplan. Jugendgruppen, Gebetstreffen, Frauengruppen – das und noch vieles mehr möchte der junge Priester ins Leben rufen.

Kaplan Maria Raju Etcherla dankt allen Wohltätern, die das Moped für seine Arbeit ermöglicht haben.

Nun war seine Arbeit bislang ohne ein Fahrzeug aber schwierig. Manchmal konnte er sich immerhin eines leihen. Ansonsten musste er jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorliebnehmen, was aber viel Zeit und Kraft kostete. Daher wagte er schließlich, mit der Unterstützung seines Bischofs an unsere Tür zu klopfen und um Hilfe für den Kauf eines Mopeds zu bitten.

Ihr habt Kaplan Maria Raju Etcherla nicht im Stich gelassen und habt ihm mit 1.000 Euro geholfen. Er schreibt uns: „Ich bin so glücklich und dankbar. Den Betrag habe ich erhalten und habe ein Moped für meinen priesterlichen Dienst gekauft. Ich freue mich sehr und danke Euch für Eure Großzügigkeit. Ich versichere alle Wohltäter meine Gebete. Bitte betet auch Ihr weiterhin für meinen Dienst als Priester!“

„Die Situation in Syrien ist sehr schlecht. Armut und Hunger breiten sich immer weiter aus. Die meisten Familien haben noch nicht einmal eine Mahlzeit am Tag.” Das berichtet Schwester Annie Demerjian aus Damaskus in einer Nachricht an KIRCHE IN NOT.

Die Ordensschwester ist eine langjährige Projektpartnerin von KIRCHE IN NOT, die bereits so viel für benachteiligte Familien in Syrien auf die Beine gestellt hat.

KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit die Verteilung von Winterkleidung als Weihnachtsgeschenk an 30 000 Kinder in Syrien – und Ihre Hilfe kommt an.

Schwester Annie im Gespräch mit dem syrisch-katholischen Bischof von Aleppo, Antoine Shahda.

Lebensmittelgutscheine und Winterkleidung für 30.000 Kinder

Schwester Annie Demerjian schreibt weiter: „Wir, die Schwestern von Jesus und Maria, versuchen, so gut es geht zu helfen. Mit Unterstützung einer Hilfsorganisation verteilen wir Lebensmittelgutscheine an einige besonders arme Familien, die keinen Ernährer haben.

In den derzeitigen Ferien haben wir Schwestern besonders viel zu tun. Wir verteilen als Weihnachtsgeschenk Kleidung an rund 30 000 Kinder in Syrien. Manchmal sind wir bei der Verteilung auch selbst vor Ort. So sehen wir direkt die Freude der Kinder und der Familien über die Geschenke in diesen gesegneten Tagen.

Durch die Zusammenarbeit mit einer Organisation verteilen wir auch Bargeld an einige arme Familien, damit sie sich Brennstoff für den harten Winter kaufen können.

Schwester Annie Demerjian (hinten links) mit Frauen und Kindern, die sich über Winterkleidung freuen, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT ermöglichten.

„Es freut uns, dass Sie an uns denken“

Wie Sie wissen, leiten wir das Selige-Dina-Belanger-Zentrum. Vor einigen Tagen veranstalteten rund 80 junge Menschen eine wichtige und große Feier vor Weihnachten, die sogar live in den sozialen Medien übertragen wurde.

Es freut uns, dass es Brüder und Schwestern im Ausland gibt, die unser Anliegen teilen und an uns denken, besonders an diesen gesegneten Festtagen.

Christliche Familien in Syrien bereiten für Weihnachten und Neujahr besondere Spezialitäten zu, wie zum Beispiel kibbeh (Fleisch und Bulgur), yabrag (Gefüllte Weinblätter mit Reis und Fleisch) oder Reis und Erbsen mit Fleisch. Doch nun können sich die Familien keines von diesen Essen leisten und müssen Reis und Erbsen ohne Fleisch kochen.

Wir hoffen, dass im nächsten Jahr der Frieden kommt und keiner mehr bedürftig, arm oder hungrig sein muss.”

Unterstützen Sie die notleidenden Christen in Syrien mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Syrien

Die Freude ist groß in der Pfarre Butundwe im Nordwesten Tansanias: Dank Eurer Hilfe hat Pfarrer John Bosco Lwenge endlich ein Auto, das ihm seinen Dienst wesentlich erleichtert. Die Gläubigen sind froh und dankbar, denn nun sehen sie ihren Pfarrer häufiger.

Die Pfarre ist groß, sie hat 28 Außenstationen, die bis zu 30 Kilometer entfernt gelegen sind. Dort muss Pfarrer Lwenge die heilige Messe feiern, Beerdigungen abhalten und die Krankensalbung spenden. Außerdem ist er in dem 70 Kilometern entfernen Ausbildungszentrum für Katecheten tätig, unterrichtet in mehreren Schulen und betreut eine weitere Pfarre, deren Pfarrer erkrankt ist.

„Meine pastorale Arbeit ist hart und schwierig, und die Wege sind gefährlich, da mir kein Auto zur Verfügung steht“, schrieb uns Pfarrer Lwenge. Die Pfarre ist groß, sie hat 28 Außenstationen, die bis zu 30 Kilometer entfernt gelegen sind.

„Meine pastorale Arbeit ist hart und schwierig, und die Wege sind gefährlich, da mir kein Auto zur Verfügung steht“, schrieb uns Pfarrer Lwenge. Bislang war der Priester mit dem Moped unterwegs. In der Regenzeit konnte er damit manche Straßen gar nicht befahren, da sie sich in Schlammseen verwandeln und für ein nicht geländetaugliches Fahrzeug unpassierbar werden.

Das Gebiet ist arm und unterentwickelt. Elektrischen Strom gibt es nur in wenigen Orten, und um medizinisch behandelt zu werden, müssen die Menschen 70 Kilometer zurücklegen. Schwerkranke Patienten und schwangere Frauen werden mit dem Fahrrad ins Krankenhaus gebracht – erst kurz bevor der Pfarrer uns um Hilfe bat, war eine schwangere Frau auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. „Das war sehr schmerzlich für mich“, gesteht der Priester. Das Fahrzeug wird also auch bei medizinischen Notfällen gute Dienste leisten und Leben retten. Pfarrer Lwenge und seine Gläubigen beteten jeden Tag darum, dass Ihr ihnen helfen würdet – und Ihr habt sie nicht im Stich gelassen. 15.000 Euro habt Ihr für das Auto gespendet. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!

In der Pfarre von Itoculo in der Diözese Nacala wurde ein Aufnahmeprogramm für Vertriebene aus Cabo Delgado ins Leben gerufen. Die Binnenvertriebenen sind Opfer des Terrorismus, der seit Oktober 2017 in der nördlichen Region Mosambiks wütet und mehr als 3000 Tote und 850 000 Vertriebene im ganzen Land hinterlassen hat.

Knapp 22 000 von ihnen, in der Hauptsache Frauen und Kinder, haben in Nacala Zuflucht gesucht, obwohl der Diözese mehr als 400 Kilometer von ihrer Heimat entfernt ist. In der Gemeinde Itoculo wurden mehr als hundert Vertriebene aufgenommen: 117 Personen, fast die Hälfte davon Kinder. Sie stehen im Mittelpunkt einer vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützten Initiative, mittels derer ihnen psychosoziale Hilfe angeboten wird. Dies soll ihnen helfen, die Herausforderungen, denen sie als Kriegsopfer ausgesetzt sind, besser zu bewältigen.

Flüchtlingskinder erhalten Brei, oft ihre einzige Mahlzeit des Tages.

Brei für Kinder

Unter den Bäumen, die Schutz vor der unerbittlichen afrikanischen Sonne bieten, sitzt eine Gruppe von Kindern auf dem Boden und isst ihre wahrscheinlich einzige Mahlzeit des Tages: Brei.

Zeca Virgilio und Amon Ali sind zwei Betreuer der Caritas, die das KIRCHE IN NOT-Projekt koordinieren. Sie tragen ein blaues T-Shirt mit den Logos der beiden Institutionen. Virgilio erzählt, dass er den Kindern hilft, „zu beten, auf die Hygiene zu achten, sich die Hände zu waschen …“. Virgilio fügt hinzu, dass er seine Arbeit sehr mag, „weil sie den Menschen hilft“. Auch Amon freut sich, den Vertriebenen ein neues Leben zu schenken, und wenn dies am Straßenrand ist, wo sie arbeiten.

Jeden Tag „erfinden“ sie neben den Häusern ein Klassenzimmer und eine Cafeteria. Der Himmel ist die „Decke“ und die Erde und die Gräser sind der „Boden“ von den Klassenzimmern und dem Speisesaal. Die Kinder essen Brei, eine wahre „Vitaminspritze“, die aus Mais, Milch, Eierschalen und allem, was sie sonst noch auftreiben können, besteht. Hunger ist eine grausame Realität.

In einer Botschaft vom März 2021 unterstrich Bischof Alberto Vera von Nacala die Dringlichkeit, die Binnenvertriebenen zu unterstützen: „Leider herrscht jetzt eine weit verbreitete Hungersnot aufgrund der geringen Produktion in der Landwirtschaft im Jahr 2020 und der fehlenden Niederschläge in diesem Jahr“, so der Bischof. Er erklärte, dass sich deshalb 85 % der Bevölkerung „in einer Situation extremer Verwundbarkeit“ befinde, was den „sozialen Druck noch verstärkt“ habe.

Mit Hilfe sollen die Vertriebenen die Schwierigkeiten und Traumata des Krieges in Cabo Delgado überwinden.

Psychosoziale Unterstützung für Vertriebene

Es sind schwierige Zeiten, aber die Antworten seitens der Ortskirche auf die Notlage sind ein Zeichen der Hoffnung. Das Projekt zur psychosozialen Unterstützung von vertriebenen Familien in der Pfarre von Itoculo ist ein gutes Beispiel dafür. Außer von Caritas und KIRCHE IN NOT wird das Projekt auch von Pater Mário João unterstützt, einem portugiesischen Priester, der in Mosambik als Missionar tätig ist.

Aufgrund seiner Größe und seiner langen blonden Haare bleibt er nicht unbemerkt. Pater Mário João spricht mit KIRCHE IN NOT in Mweravale, einer der Gemeinden, die Vertriebene aus Cabo Delgado aufgenommen haben: „Sie kamen im März 2020 hier an. Im September haben wir dieses Projekt mit drei Schwerpunkten gestartet: Für die Jüngeren gibt es die so genannten ‚Freunde der Kinder’, mit Spielen, die den Kindern helfen sollen, ein wenig von dem aufzuarbeiten, was sie in Cabo Delgado erlebt haben. Die Erwachsenen bekommen in einem Raum die Möglichkeit, die Sprache Macua zu lernen und in Mathematik fortgebildet zu werden. Dann gibt es einen Raum, in dem ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit stattfindet, den wir ‚aktives Zuhören’ nennen. Hier können sich die Vertriebenen über die guten und weniger guten Dinge austauschen, die sie erlebt haben. Das soll ihnen helfen, die Schwierigkeiten und Traumata des Krieges in Cabo Delgado zu überwinden“.

Das Projekt unterstützt 117 Vertriebene aus Cabo Delgado.

Ungewisse Zeiten

Pater Mário kennt die Geschichte der Vertriebenen sehr gut. „Sie haben ihre Heimat verlassen, bevor die Lage schwieriger wurde. Als sie erfahren hatten, dass sich die Terroristen den Dörfern näherten, sind sie geflohen. Sie sind hierhergekommen, weil sie Verwandte hatten, die schon länger hier lebten. Also kamen Verwandte, Nachbarn und Freunde und ließen sich hier nieder.“

Das Projekt von Caritas Nacala, das von den Wohltätern von KIRCHE IN NOT finanziert wird, hilft 117 Vertriebenen aus Cabo Delgado. Beteiligt sind sieben lokale Partner, die von drei Missionaren unterstützt werden. In Itoculo kann man jetzt die fröhlichen Stimmen der Kinder hören, vor allem bei den Mahlzeiten. Für diese Vertriebenen sind es ungewisse Zeiten. Viele wollen in ihre Heimatdörfer zurückkehren und warten sehnsüchtig darauf. Sie müssen die Nachrichten aus dem Norden im Auge behalten. Wenn die Angriffe aufhören, ist es an der Zeit, nach Hause zurückzukehren. Alles deutet jedoch darauf hin, dass der Friede noch in weiter Ferne liegt.

In der Zwischenzeit lebt eine Gruppe Vertriebene in der Diözese Nacala, fast am Straßenrand. „Es ist eine Herausforderung. Allerdings ist es erfreulich, die Entwicklung der Kinder zu sehen, die jetzt mehr spielen, rennen und springen. Sie lernen sogar, Portugiesisch zu sprechen“, sagt Padre Mário.

Um den notleidenden Flüchtlingen in Mosambik helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Mosambik

Armut, Kriegsfolgen, autoritäre Regime, religiöse Benachteiligung und Gewalt sind einige der Gründe, warum der Kirche in zahlreichen Weltregionen die Mittel fehlen, um ihren Auftrag zu erfüllen: Die die Frohe Botschaft verkünden, die Sakramente spenden, für Menschen in Not da sein.

In vielen Ländern haben Priester kein geregeltes Einkommen, einen Kirchenbeitrag gibt es nicht und auch die Bischöfe können ihre Seelsorger nicht ausreichend unterstützen. Vielfach trägt die Gemeinde dann zum Unterhalt ihrer Seelsorger bei. Doch was geschieht, wenn das Wenige unmöglich reicht, um es auch noch zu teilen?

In diesen Gegenden bilden Messstipendien oft die einzige Einkommensquelle für Priester. Mess-Stipendien sind freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen.

Messstipendien sind oft die einzige Einkommensquelle für Priester. Sie kommen nicht nur Geistlichen zugute.

Messstipendien haben eine lange Tradition

Sie gehen zurück auf die frühkirchliche Zeit, als die Gläubigen beim Gottesdienst Gaben zum Altar brachten, um zum Unterhalt des Priesters und zum Gemeindeleben beizutragen. Oft war diese Gabe auch verbunden mit der Bitte um das Gebet in einem bestimmten Anliegen, für Lebende oder Verstorbene.

Daraus entwickelte sich die Tradition der Messstipendien. Um jedem Anschein eines „Gnadenhandels“ entgegenzutreten, ist die Weiterleitung von Mess-Stipendien im Kirchenrecht streng geregelt.

„Jedes Jahr kann KIRCHE IN NOT über eine Million Messstipendien an Diözesen in Afrika, Osteuropa, im Nahen Osten, Asien und Lateinamerika weiterleiten“, berichtet Herbert Rechberger, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich.

Heilige Messe in Mexico.

KIRCHE IN NOT gibt jährlich über eine Million Messstipendien weiter

Die Diözesen geben die Messstipendien dann an ihre Priester weiter. „Gut jeden zehnten Priester können wir auf diese Weise unterstützen, insgesamt über 40 000“, erklärt Herbert Rechberger.

„Im Schnitt alle 23 Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine heilige Messe in den Anliegen der Wohltäter von KIRCHE IN NOT gefeiert. Messstipendien sind keine Einbahnstraße der Hilfe. Sie schaffen eine Verbindung über das Heiligste, das wir haben: die Feier der Eucharistie.“

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen ist die Hilfe über Messstipendien noch bedeutender geworden, wie KIRCHE IN NOT aus verschiedenen Dankschreiben erfahren kann, die in den vergangenen Monaten beim Hilfswerk eingegangen sind.

Dankschreiben von Priestern weltweit

„Während des Lockdowns versorgen unsere Priester viele Wanderarbeiter, die kein Einkommen mehr haben. Sie gehen in die Dörfer und verteilen Lebensmittel“, berichtet Pater Ignatius, der Generalobere der „Heralds of Good News“ (Herolde der Frohen Botschaft), einer 1984 gegründeten Missionsgesellschaft aus dem Bundesstaat Andhra Pradesh im Südosten Indiens.

Das Land gehört zu den Weltregionen, die am schlimmsten von der Pandemie betroffen sind. Eine hohe Bevölkerungsdichte gepaart mit mangelnder Gesundheitsversorgung begünstigen die Ausbreitung des Virus.

Hinzu kommt, dass die kleine christliche Minderheit des Landes oft zu den ärmsten Schichten der Gesellschaft zählen und durch die Schließungen ohne Lohn und Brot dastehen. Das gilt auch für die Priester, die nicht mehr versorgt werden können. „Ihre Messstipendien sind wie die Hilfe des Barmherzigen Samariters für uns“, schreibt Pater Ignatius an KIRCHE IN NOT.

„Ihre Hilfe kam rechtzeitig”

Das ostafrikanische Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auch hier blieben wegen der Ausbreitung des Corona-Virus die Schulen geschlossen – auch viele kirchliche Einrichtungen.

„Das ist ein schwerer Schlag für uns, denn so haben wir auch noch das kleine Einkommen verloren, wenn wir Unterrichtsstunden geben“, berichtet der erst im Sommer dieses Jahres zum Priester geweihte Henry Sailesi, der als Lehrer und Erzieher am Studienseminar von Dedza tätig ist. „Ihre Hilfe durch die kam gerade rechtzeitig, dafür danke ich Ihnen sehr.“

Doch Messstipendien sind vielfach mehr als eine Überlebenshilfe für den Priester. Oft profitieren davon auch die Gemeindemitglieder, wie Pfarrer Gilbert Burihabwa aus Rutana in Burundi schreibt.

Überlebenshilfe (nicht nur) für Priester

Das Land wird seit 2015 erneut von schweren politischen Unruhen heimgesucht. „Wir leben in einem Land, das in einer tiefen Misere steckt. Deshalb kommen viele Leute zu mir und bitten mich um Hilfe. So habe ich zum Beispiel Treibstoff gekaut, damit ein krankes Kind ins Krankenhaus gebracht werden kann. Ich kann die Mess-Stipendien also für sehr nützliche Dinge einsetzen.“

In einer schweren politischen und sozialen Misere steckt auch das zentralamerikanische Nicaragua, und die Pandemie macht alles noch schlimmer, schreibt Pater Jaime Valdivia Pinell von der kontemplativen Gemeinschaft der Albertinianer in Esteli: „Ich schicke Fotos, die uns bei der Feier der heiligen Messe in den Anliegen der Wohltäter von KIRCHE IN NOT zeigen.

Hilfe in der Not – geeint im Gebet

Vier unserer Brüder haben sich mit dem Corona-Virus infiziert, einschließlich mir. In Nicaragua sind wir ganz von der Großherzigkeit befreundeter Mediziner abhängig, weil wir nur wenig für die Untersuchungen bezahlen können. Wir hoffen, diese Schwierigkeiten bald zu überwinden.“

Hilfe in der Not – geeint im Gebet, das zeichne die Hilfe durch Mess-Stipendien aus, erklärt Herbert Rechberger von KIRCHE IN NOT -Österreucg: „Ich bin unseren Wohltätern sehr dankbar, dass sie in diesem Jahr die Nöte der Mitchristen in anderen Ländern nicht vergessen haben. Ohne Priester gibt es keine Kirche. Darum sind Messstipendien auch so etwas wie eine ,Lebensversicherung‘ für die Zukunft der Seelsorge.“

Regina Lynch, Projektleiterin bei KIRCHE IN NOT (ACN) International, spricht nach einer Reise zur Beurteilung der Lage und zur Bewertung neuer Hilfsprojekte über ihre Erfahrungen im Libanon und in Syrien.

Beschreiben Sie bitte die Lage im Libanon. Was haben Sie dort erlebt?

Die Menschen sind verzweifelt, so kann ich meinen traurigen Eindruck zusammenfassen. Es wird immer schlimmer. Wir waren bereits im vergangenen Jahr in Beirut, aber diesmal konnten wir den Niedergang und die Verzweiflung wirklich sehen. Dasselbe gilt für Syrien: Vor der Krise lebten in Aleppo schätzungsweise 300 000 Christen verschiedener Konfessionen. Jetzt, sagen einige, seien es nur noch 30 000.

Warum verlassen Ihrer Meinung nach auch die Libanesen, insbesondere die Christen, ihr Land?

Es ist sehr dramatisch. Viele der Christen, mit denen wir gesprochen haben, wollen weg – oder, wenn nicht sie, dann ihre Bekannten oder Verwandten. Die Menschen haben wirklich große Schwierigkeiten, zu überleben. Es fehlen ihnen die grundlegenden Güter. Vor der Krise verdiente ein Lehrer zwischen 1.700 und 2.000 US-Dollar im Monat. Heute, angesichts der Inflation und der Abwertung des libanesischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar, liegt sein Gehalt bei höchstens 120 bis 150 US-Dollar.

Regina Lynch, Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT (ACN) (Foto: Ilona Budzbon/KIRCHE IN NOT).

Dramatische Inflation und Abwertung des libanesischen Pfunds

Wie ist die Lage in Syrien?

In Syrien sind die Menschen sichtlich müde, sehr müde. Sie befinden sich seit zehn Jahren in einer äußerst schwierigen Situation. Im Nordwesten wird weiterhin gekämpft. Obwohl wir bei unseren Besuchen in Damaskus, Homs und Aleppo keine Unsicherheit verspürten, ist die Zerstörung gewaltig. Die Syrer fragen sich, wie sie das Land wiederaufbauen können und wer ihnen dabei helfen wird. Aber vorher muss erst einmal Frieden einkehren.

Verschiedene Leute sagten uns: „Während des Krieges hatten wir zumindest die Aussicht, dass der Krieg irgendwann zu Ende sein würde, aber was für eine Zukunftsperspektive haben wir jetzt?“ Sie versuchen, mit einem US-Dollar pro Tag zu überleben. Das ist unvorstellbar in einem Land, in dem vor dem Krieg ein großer Teil der Bevölkerung recht komfortabel leben konnte.

Können Sie ein Erlebnis schildern, das Sie während der Reise besonders beeindruckt hat?

Eine Mitarbeiterin eines unserer Projektpartner zeigte mir auf ihrem Handy Bilder, die sie aus ihrer Wohnung aufgenommen hatte. Darin war ein kleines Mädchen zu sehen, das in einem großen Mülleimer den Müll durchwühlte und ihrer Mutter Dinge daraus reichte. Die Schwester, die uns begleitete, bat sie: „Wenn du das nächste Mal so etwas siehst, geh bitte hin und gib ihr Geld. Ich werde dir das Geld später zurückzahlen.“ So etwas zu sehen, zerreißt einem das Herz.

Essensausgabe der Tafel „St. Johannes der Barmherzige“ in Zahlé. Jeden Tag werden hier mehrere hundert Mahlzeiten für bedürftige Familien zubereitet und verteilt. KIRCHE IN NOT fördert dieses Projekt großzügig.

Herzzerreißende Szenen in einem einst blühenden Land

Wie wirkt sich diese Situation auf junge Menschen aus?

Wir müssen ihnen Hoffnung und Unterstützung geben. Aus diesem Grund werden wir bald ein Projekt für junge, frisch verheiratete Paare in Syrien starten. Viele Menschen heiraten nicht, weil sie es sich nicht leisten können, um gemeinsam in einer Wohnung zu leben. Das ist auch eine Situation, die die Bischöfe beunruhigt. Das Projekt, an dem wir in Aleppo arbeiten, wird jedem Paar genug Geld zur Verfügung stellen, damit es zwei Jahre lang die Miete für eine Wohnung bezahlen oder den Grundbedarf an Lebensmitteln decken kann.

KIRCHE IN NOT (ACN) hat im Jahr 2021 den Libanon und Syrien mit insgesamt mehr als 100 Projekten im Wert von fünf Millionen Euro unterstützt. Diese Projekte umfassen Soforthilfen für die Deckung des Grundbedarfs an Lebensmitteln, Medikamente, Existenzhilfe für Ordensschwestern, Mess-Stipendien für Priester und den Wiederaufbau von Seelsorgestrukturen.

Blick auf Aleppo im September 2021. Zwar gibt es in der Stadt keine Kampfhandlungen, dennoch sind die Spuren des Krieges allgegenwärtig.
Um die Arbeit der Kirche im Libanon und in Syrien zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon, Syrien

Schon lange haben sich die Gläubigen in dem Dorf Noyanagar eine neue Kapelle gewünscht. Denn die winzige Lehmkapelle, die sie vor fast 30 Jahren selbst errichtet hatten, ist viel zu klein für die wachsende Gemeinde. Außerdem haben die Mauern Risse, und auch durch das Dach dringt der Regen ein. In der Regenzeit ist es nicht möglich, dort Gottesdienste abzuhalten. Die Pfarrkirche ist aber elf Kilometer weit entfernt. Der Fußmarsch ist zu weit.

Die Einwohner gehören zu dem Volksstamm der Sandal, der ursprünglich einer Naturreligion angehört. Aber die meisten Menschen in dem Dorf sind schon lange katholisch. Sie sind sehr arm und leben nur von der Hand in den Mund, sie sind aber zufrieden mit dem wenigen, was sie haben, und danken Gott dafür. Sie stehen sehr stark im Glauben und nehmen intensiv am kirchlichen Leben teil. Die liturgischen Feste werden mit tiefer Andacht gefeiert.

“Den Wohltätern, die ein freundliches Herz haben und uns ihre hilfreiche Hand ausstrecken, um diese Kapelle zu bauen, wird die gläubige Gemeinde von Noyanagar immer dankbar sein“, schreibt Pater Narayan Singh.

Dafür brauchen sie aber ein geeignetes Gotteshaus. Bislang konnten sie jedoch die notwendigen Mittel dafür nicht aufbringen. Aber unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen: 10.500 Euro sind zusammengekommen, damit die Gemeinde in Noyanagar eine bescheidene, aber solide Kapelle errichten können. Die Freude ist riesig, und die Menschen aus der Gemeinde helfen beim Bau mit. Schon jetzt können sie es kaum erwarten, dass das Gotteshaus endlich fertig wird!

“Es wird eine große Freude für die Gläubigen und die ganze Gemeinde des Dorfes Noyanagar sein, in Ruhe beten zu können. Sie werden den christlichen Werten mehr zugetan sein. Die Sonntagsmesse und die anderen Andachten werden fruchtbarer sein. Den Wohltätern, die ein freundliches Herz haben und uns ihre hilfreiche Hand ausstrecken, um diese Kapelle zu bauen, wird die gläubige Gemeinde von Noyanagar immer dankbar sein“, schreibt Pater Narayan Singh.

Herzlichen Dank allen, die geholfen haben!

Das YOUCAT-Buch ist der Katechismus der Katholischen Kirche für Jugendliche und junge Erwachsene. Die wichtigsten Glaubensinhalte werden kurz und leicht verständlich im Frage-Antwort-Stil zusammengefasst. Illustrationen machen das Buch, das mittlerweile in 58 Sprachen erschienen ist, noch attraktiver.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen. Ende 2019 war die Übersetzung endlich fertig. Die Freude war groß, aber dann kam die Pandemie, die alles schwieriger machte. Die Schwestern hatten große Pläne gehabt: Sie wollten Schulen besuchen, um Schülern, Lehrern und Eltern das Buch vorzustellen. Jugendtreffen waren geplant und auch zahlreiche Initiativen im Rahmen der Jugendpastoral der Diözesen. Aber das Coronavirus blockierte diese Aktivitäten leider. Sobald es die Situation zulässt, machen die Schwestern weiter mit ihrem Engagement.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen.

Trotz dieser Hindernisse freuen sich aber bereits viele junge Leute über das Buch.  Besonders nützlich ist es für die Gefängnisseelsorge. Schwester Olga Massango von den Paulusschwestern schreibt: „Bruder Linus und Bruder Paul waren sehr froh und finden diese Bücher sehr hilfreich für unsere Schwestern und Brüder im Gefängnis. Wir sind KIRCHE IN NOT dankbar dafür, dass Sie uns geholfen haben, unsere Brüder und Schwestern zu erreichen, die die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit am nötigsten brauchen. Bitte seien Sie gewiss, dass wir für Sie und alle Wohltäter beten, besonders in dieser Zeit, in der Covid weiterhin Angst und Unsicherheit in der heutigen Welt verbreitet.“

Dank Ihrer Hilfe konnten wir mit 13.800 Euro den Druck von 6.000 Exemplaren finanzieren.

Hilfsprojekte zu diesem Kontinent

Wir konnten leider keine Beiträge finden (NEXT ToDo: tag_posts mit den richtigen Werten füllen)