Türkei vor dem Papstbesuch: Bischof sieht ökumenische Beziehungen als „ausgezeichnet“ - KIRCHE IN NOT Österreich
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Türkei vor dem Papstbesuch: Bischof sieht ökumenische Beziehungen als „ausgezeichnet“

Türkei vor dem Papstbesuch: Bischof sieht ökumenische Beziehungen als „ausgezeichnet“

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17.11.2025 aktuelles

Im Vorfeld der Reise von Papst Leo XIV. in die Türkei hat der Apostolische Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro, die intensive ökumenische Zusammenarbeit der christlichen Minderheit in der Türkei betont.

Die Beziehungen zwischen katholischer Kirche und dem orthodoxen Patriarchat von Konstantinopel seien „ausgezeichnet“, erklärte Palinuro im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Ich kann sogar sagen, dass die ökumenischen Beziehungen hier in Istanbul deutlich stärker sind als irgendwo sonst auf der Welt.“ Der 1700. Jahrestag des Konzils von Nizäa, der Anlass der ersten Auslandsreise von Papst Leo, sei darum auch ein wichtiges Signal der gemeinsamen Bemühungen aller Christen um „Einheit für die Menschheitsfamilie“.

Die christlichen Gemeinden in der Türkei hätten ein „enormes Potenzial, Brücken der Brüderlichkeit zu bauen“ und „Mauern einzureißen, die durch jahrhundertealte Vorurteile und ideologische Feindseligkeiten errichtet wurden“, sagte Palinuro. In einer „pluralen Welt“ bestehe die Gefahr, „die menschliche Brüderlichkeit und die Einheit der Kirche zu zerstören“. Oft neigten die Christen dazu, Unterschiede zu betonen, aber: „Wir sind nicht zur Einheitlichkeit, sondern zur Gemeinschaft in der Verschiedenheit berufen“, so der Bischof.

Bischof Massimiliano Palinuro, Apostolischer Vikar von Istanbul.

„Gemeinschaft in der Verschiedenheit“

Dass gerade die Ökumene in der Türkei große Fortschritte gemacht habe, sieht Palinuro als „Fügung des Schicksals“: „Genau hier, wo die große Spaltung ihren Ursprung hat, muss auch die große Versöhnung zwischen dem orthodoxen Osten und dem katholischen Westen ihren Anfang nehmen.“ Dieser Weg habe bereits in den 1930er-Jahren begonnen, als der spätere Papst Johannes XXIII. das Apostolische Vikariat in der Türkei leitete.

„Wir erwarten Papst Leo mit großer Freude und Zuversicht“, betonte Palinuro. Er wies hin auf die Renovierungsarbeiten der türkischen Behörden am historischen Ort des Konzils von Nizäa, dem ehemaligen Sommerpalast von Kaiser Konstantin im heutigen Iznik. Dort wird ein ökumenisches Gebetstreffen stattfinden. Der Papstbesuch sei ein „Zeichen der Einheit und der Hoffnung“.

Eine Taufe in der Türkei.

Papstbesuch als „Zeichen der Einheit und der Hoffnung“

Leo XIV. wird die Türkei von 27. bis 30. November besuchen, anschließend reist er bis zum 2. Dezember in den Libanon. Es ist seine erste Auslandsreise als Papst. Die Planungen zur Türkei-Visite gehen auf seinen Vorgänger Franziskus zurück. Die türkische Regierung hatte nach der Wahl von Papst Leo die Einladung wiederholt, zum 1700. Jahrestag des Konzils von Nizäa ins Land zu kommen. Das Konzil im Jahr 325 wird als einer der zentralsten Bezugspunkte der Christenheit vor den konfessionellen Spaltungen angesehen.

Die Zahl der Christen in der Türkei liegt laut dem von KIRCHE IN NOT kürzlich veröffentlichten Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ bei etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung, das sind etwa 170 000 Personen; viele von ihnen sind Migranten. Der Bericht stuft das Land im Hinblick auf Verstöße gegen die Religionsfreiheit in die Kategorie „Diskriminierung“ ein.

In der Türkei sind nur 0,2 Prozent der Einwohner Christen

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