Europa Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Österreichisches Spendegütesiegel Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!
Europa

Europa

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 165 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

In der südukrainischen Stadt Saporischschja beeinträchtigt schwerer Raketenbeschuss die Hilfsaktionen der Albertinerbrüder und anderer kirchlicher Institutionen. Mehrfach sei es in unmittelbarer Nähe der Einrichtungen des Ordens zu schweren Detonationen gekommen. Das teilte der Generalobere der aus Polen stammenden Kongregation, Bruder Franciszek Grzelka, im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) mit.

Die Albertinerbrüder betreiben in Saporischschja eine Suppenküche, eine Bäckerei und eine Obdachlosenunterkunft. Die Metropole mit rund einer Dreiviertelmillion Einwohner ist die sechstgrößte Stadt der Ukraine. In der Nähe befindet sich das größte Kernkraftwerk Europas, das von russischen Truppen besetzt wurde.

Tag und Nacht unter Beschuss

Bruder Franciszek Grzelka hatte kürzlich einen Hilfstransport nach Saporischschja begleitet. Dabei erlebte er einen Raketenangriff in der Nähe des Hauses der Ordensgemeinschaft mit, wie er „Kirche in Not“ berichtete: „In der Nacht gab es in dem Viertel, in dem unser Kloster steht, etwa zehn Explosionen. Die Fenster und Wände im Haus bebten. Wie sich später herausstellte, wurde ein siebenstöckiges Gebäude in unmittelbarer Nähe zerstört. Mehr als ein Dutzend Zivilisten wurden dabei getötet, und es gab etwa 50 Verletzte.“ Das Haus der Albertinerbrüder sei bislang verschont geblieben.

Wartende Menschen bei der Verteilung von Hilfsgütern in Saporischschja. ©KIRCHE IN NOT

Auch tagsüber habe es mehrfach Fliegeralarm gegeben, zum Beispiel in dem Stadtviertel, in dem sich die Armenküche der Albertinerbrüder befinde. Dies gefährde auch die dortige Arbeit: „Ein Mitbruder sagte mir, dass es bei der Essensausgabe am Vormittag Explosionen in unmittelbarer Nähe gegeben habe. Glücklicherweise wurde keiner der armen Menschen verletzt, die dort anstanden“, sagte Bruder Franciszek. Die Angriffe hätten zugenommen, seit Präsident Putin die Provinz Saporischschja nach einer umstrittenen Volksabstimmung dem russischen Staatsgebiet eingegliedert habe. „Die Front ist nahe, keine 50 Kilometer entfernt. Aber Saporischschja ist nach wie vor in ukrainischer Hand.“

„Solange es möglich ist, wollen wir vor Ort sein“

Bei seinem Aufenthalt hatte der Generalobere mit seinen Mitbrüdern im Stadtzentrum Hilfsgüter verteilt; dazu seien etwa 1300 Menschen gekommen, hauptsächlich Frauen und Kinder. „Es kamen Obdachlose, aber auch Menschen, die jetzt neu auf Hilfe angewiesen sind. Die Preise in den Geschäften sind stark angestiegen, und es gibt nur wenig Arbeit.“ Außerdem hielten sich viele Binnenflüchtlinge in Saporischschja auf, die aus den von Russland besetzten Gebieten gekommen seien.

Bruder Franciszek Grzelka bei der Verteilung von Lebensmitteln in Saporischschja. ©KIRCHE IN NOT

Trotz der anhaltenden Gefechte setzen die Albertinerbrüder ihre Hilfstransporte fort; sie bringen einmal im Monat Lebensmittel, medizinische Hilfsgüter und technisches Gerät wie zum Beispiel Stromgeneratoren aus der Westukraine nach Saporischschja.

„Kirche in Not“ unterstützt die Arbeit der Ordensgemeinschaft in der Ukraine seit langem, zum Beispiel bei der Anschaffung von Fahrzeugen, mit Existenzhilfen oder bei der Instandsetzung ihrer Einrichtungen in Lemberg (Lwiw) und Saporischschja. „Solange es möglich ist, wollen wir vor Ort sein“, betont Bruder Franciszek. „Wir konzentrieren uns nicht auf militärische und politische Analysen. Wir beten um Frieden und helfen den Menschen, die in Not sind. Und davon gibt es derzeit viele.“

„Kirche in Not“ hat seit Beginn des Ukraine-Krieges mehrere Hilfspakete aufgelegt, um die Arbeit von Priestern, Ordensfrauen und freiwilligen Helfern in Pfarreien, Flüchtlingslagern, Waisenhäusern und Altenheimen zu unterstützen. Helfen Sie den Menschen in der Ukraine mit Ihrer Spende– online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

In Bulgarien hat der erste katholische Radiosender des Landes seinen Sendebetrieb aufgenommen. „Radio Ave Maria“ wurde am 18. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Papst Johannes Paul II., in der Hauptstadt Sofia eingeweiht. KIRCHE IN NOT hat den Aufbau der Radiostation maßgeblich unterstützt.

Zur Einweihung war aus Rom Erzbischof Leonardo Kardinal Sandri angereist. Er leitet die Kongregation für die orientalischen Kirchen. „,Radio Ave Maria’ war ein großer Traum, jetzt ist er Wirklichkeit geworden“, sagte Kardinal Sandri. „Der neue Sender erlaubt es der Kirche, auch außerhalb ihrer Gebäude tätig zu sein – besonders für die Menschen, die leiden oder die keine Möglichkeit haben, zur Kirche zu gehen.“

Laut dem Vorsitzenden der bulgarischen Bischofskonferenz und bulgarisch-katholischen Bischof von Sofia, Christo Projkow, geht der neue Radiosender auf eine Initiative von Jugendlichen zurück: „Sie bitten uns seit Jahren darum und hatten bereits begonnen, zu Hause Sendematerial zu produzieren.“

Leonardo Kardinal Sandri bei der Einweihung von „Radio Ave Maria“ in Sofia (Bulgarien).

„Hunger nach religiöser Bildung”

Der Radiosender erfülle eine wichtige Funktion bei der Evangelisierung: „Es gibt zwar Jugendliche, die dank der Pfarreien und der Katecheten gut im Glauben ausgebildet sind. Aber im Allgemeinen wurden die jungen Menschen nicht im Glauben erzogen. Denn ihre Eltern haben während der kommunistischen Ära nichts erhalten, was sie weitergeben können.“

Bischof Projkow betonte, dass sich das Angebot von „Radio Ave Maria“ dabei nicht nur an Katholiken richte: „Es gibt einen Hunger nach religiöser Bildung, aber auch nach kultureller Bildung mit Musik- und Geschichtsprogrammen. Der Radiosender ist ein Projekt von allen und für alle.“

Das Studio von „Radio Ave Maria“ haben ihren Sitz im ehemaligen Wohngebäude von Angelo Roncalli, dem späteren heiligen Papst Johannes XXIII. Er war von 1925 bis 1934 als Gesandter des Vatikans in Sofia tätig. Mit der Leitung des neuen Radiosenders wurden Franziskaner aus Polen betraut.

Interview im neuen Studio von „Radio Ave Maria“ in Sofia (Bulgarien).
Interview im neuen Studio von „Radio Ave Maria“ in Sofia (Bulgarien).

Im Kommunismus war die katholische Kirche schwerer Verfolgung ausgesetzt

In Bulgarien sind heute rund 83 Prozent der Einwohner Christen. Die meisten von ihnen gehören der orthodoxen Kirche an. Die Zahl der Katholiken liegt bei etwa 70 000, das ist ein Prozent der Bevölkerung. Einen Bevölkerungsanteil von knapp 14 Prozent machen Muslime aus, die meisten von ihnen haben türkische Wurzeln.

Während der kommunistischen Diktatur in Bulgarien zwischen 1946 und 1990 war besonders die katholische Kirche schwerer Verfolgung ausgesetzt. Projektpartnern von KIRCHE IN NOT zufolge war in diesen Jahrzehnten jeder Priester mindestens einmal inhaftiert. Kirchliches Eigentum wurden beschlagnahmt, Priesterseminare geschlossen und ausländische Geistliche ausgewiesen.

Bischof Christo Projkow erzählte gegenüber KIRCHE IN NOT: „Ich wurde 1971 zum Priester geweiht. Ich war nach 19 Jahren der erste und einzige katholische Priester aus Bulgarien; es dauerte weitere fünf Jahre, bis der nächste Priester geweiht wurde.“

Bulgarisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia (Bulgarien).

Nach dem Fall des Kommunismus hat sich die katholische Kirche Bulgariens langsam wieder erholt. Heute zählt hat sie rund 60 Priester und 100 Ordensleute, die dem lateinischen wie dem byzantinischen Ritus angehören. Im Land gibt es mehrere geistliche Gemeinschaften, in denen hunderte Gläubige organisiert sind. „Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT ist es uns gelungen, einige Kirchengebäude zu renovieren und neue zu bauen“, sagte Bischof Projkow.

Kurienkardinal Sandri fügte bei der Einweihung des neuen Radiosenders hinzu: „Alle Wohltäter, die von ihren Ländern aus die Werke der Nächstenliebe unterstützen, sollten wissen: Sie sind große Akteure der Kirche in Bulgarien.“

Um der katholischen Kirche in Bulgarien weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Bulgarien

Am ersten Tag der russischen Invasion wurde Bischof Vasyl Tuchapets vom Lärm der Explosionen geweckt. Die Bombardierung Charkiws hatte begonnen. Nun dauert sie schon fast acht Monate an. Tuchapets lief zu seiner Kathedrale, dem Zentrum der griechisch-katholischen Gläubigen in der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Er sah Menschen in Panik, die versuchten, irgendwie zum Bahnhof zu kommen – nur weg aus dieser Hölle.

Bischof Tuchapets tat das Gegenteil. Seine erste Anweisung nach Kriegsbeginn war: Alle Priester seiner Diözese bleiben in ihren Gemeinden. Sicher ein großes Opfer: Viele Priester der griechisch-katholischen Kirche sind verheiratet und haben Kinder. Sie mussten nun ihre Familien in Sicherheit bringen – ohne zu wissen, ob sie ihre Lieben jemals wiedersehen. Tuchapets wusste, was er verlangte, ist aber dennoch überzeugt: „Die Priester sollen keine Angst haben. Wenn sie weggingen, wäre das ein großer Verlust für alle.“

Der römisch-katholische Bischof Pavlo Honcharuk (rechts) besucht Verwundete im Krankenhaus.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Kirche bleibt den Menschen nahe

Diese Nähe der Kirche zu den Menschen gerade jetzt wüssten viele Menschen zu schätzen, erzählt der Bischof dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Menschen, die er noch nie in der Kirche gesehen hatte, sprachen ihn an: „Danke, dass Sie bei uns geblieben sind.“

Das griechisch-katholische Exarchat von Charkiw wurde 2014 errichtet. Es umfasst ein Gebiet etwa in der Größe Österreichs. Hier, im Osten der Ukraine, gehören die meisten Menschen der orthodoxen Kirche an. Auch die atheistische Politik der früheren Sowjetunion wirkt hier noch stärker nach als anderswo.

Die Türen der Kirche stünde im Krieg mehr denn je für alle offen, betont Bischof Tuchapets. Jeden Tag kämen Menschen zu ihm. Sie suchten nicht nur humanitäre Hilfe. „Sie wollen beten. Sie haben Fragen und suchen nach Antworten. Manche wollen nach Jahren heiraten oder ihr Kind taufen lassen.“

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Die römisch-katholische Kathedrale in Charkiw ist auch ein Lagerraum für Hilfspakete. Sie werden von vielen freiwilligen Helfern an bedürftige Familien weitergegeben, zum Teil unter Lebensgefahr.

„Wir brauchen weiterhin Hilfe“

Überhaupt, die Kinder: Sie hätten Monate allein in Luftschutzkellern, Bunkern oder Wohnungen verbracht – sofern die noch stehen. In der Kathedrale und den angrenzenden Räumen organisieren Ordensfrauen jetzt Sport, Spiele und Religionsunterricht. Wichtig ist auch das Programm „Ferien mit Gott“, das Kindern ein paar unbeschwerte Tage ermöglichen möchte. KIRCHE IN NOT unterstützt diese Feriencamps seit langem. In Kriegszeiten wurde das Angebot nicht gestoppt, sondern im Gegenteil erhöht.

Gottesdienst feiert Bischof Tuchapets mit seiner Gemeinde in der Unterkirche seiner Kathedrale. Der Hauptraum wird im Krieg als Warenlager genutzt. Schon kurz nach Kriegsbeginn trafen die ersten Hilfslieferungen in Charkiw ein. Jeden Tag sortieren Priester, Ordensfrauen und Freiwillige Kleidung, Medikamente, Hygieneartikel, Kindersachen und mehr.

Ein griechisch-katholischer Priester bringt humanitäre Hilfen zu seinen Gemeindemitgliedern.

Es geht zu wie einem Bienenschwarm: Bis zu 2000 Menschen kommen regelmäßig in die Kathedrale, berichtet der Bischof. Die Ausgabe von Hilfsgütern musste jedoch zuletzt von drei auf einen Tag in der Woche reduziert werden: Der bevorstehende Winter zwingt dazu, die Waren stärker zu rationieren. „Der Winter wird schwierig. Wir brauchen weiterhin Hilfe“, betont Bischof Tuchapets. Besonders wichtig seien jetzt Medikamente: Viele Menschen würden jetzt mit zunehmender Kälte krank. Zahlreiche Menschen strömten nach wie vor aus den Dörfern in die Stadt. Gerade die ländlichen Gebiete sind schwer zerstört; die Situation dort ist noch unsicherer als in Charkiw.

Acht Monate Krieg und niemand kann sagen, was die Zukunft bringt. Der griechisch-katholische Bischof ist dennoch zuversichtlich: „Unsere Infrastruktur funktioniert nach wie vor. Wir bleiben nahe bei den Menschen und wir bleiben zusammen. Möge der Herr Sie für alle Unterstützung segnen, die für die Arbeit unserer Kirche so wichtig ist!“

KIRCHE IN NOT erhält von seinen Projektpartnern in der Ukraine dringende Hilfsgesuche nach Transportautos. Diese werden benötigt, um humanitäre Güter zu verteilen oder Flüchtlinge zu transportieren. Unser Hilfswerk hat seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar bereits 29 Fahrzeuge für die kirchliche Nothilfe finanziert.

Insgesamt hat KIRCHE IN NOT den Einsatz der römisch-katholischen und der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine für die Betroffenen des Krieges bislang mit mehr als fünf Millionen Euro unterstützt. Zu einem Schlüsselfaktor der Hilfe ist mittlerweile der Transport geworden, wie folgende Beispiele zeigen.

Stradch ist eine Kleinstadt im Westen der Ukraine; rund 25 Kilometer sind es bis nach Lemberg (Lwiw), die polnische Grenze ist nicht weit. In der Stadt befindet sich eine Marienwallfahrtstätte. Das dortige Pilgerhaus, das erst im Herbst 2021 eingeweiht wurde, hat seit Kriegsbeginn die Tore für Flüchtlinge geöffnet. Seit Februar haben dort über 350 Menschen vorübergehend Obdach gefunden. Auch aktuell ist das Pilgerhaus voll belegt mit 50 Personen, darunter 19 Kinder und Jugendliche.

Der Priester Witalij Podolan aus dem Bistum Kiew-Schytomyr dankt für die Unterstützung bei der Anschaffung des Autos.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Ohne Auto können Flüchtlinge kaum versorgt werden

Bislang hatte der Leiter der Wallfahrtsstätte kein Auto. Doch ohne ist es nahezu unmöglich, für die Flüchtlinge zu sorgen. Regelmäßig müssen Menschen vom Bahnhof abgeholt oder hingebracht werden.

Die Flüchtlinge müssen auch in das 35 Kilometer entfernte Bezirksamt, um ihre Papiere zu regeln, nicht zu vergessen die Einkäufe, um 50 Personen Tag für Tag zu versorgen. KIRCHE IN NOT hat dem Wallfahrtspfarrer jetzt einen Zuschuss für ein Auto gegeben. Dies entlastet die Situation erheblich.

Auch für die Ordensgemeinschaft der Pallottiner in Bilohirja, einer Kleinstadt zwischen Kiew und Lwiw, hat  KIRCHE IN NOT ein Fahrzeug finanziert. Derzeit halten sich in der Stadt und Umgebung etwa 2000 Vertriebene auf. Die Pallottiner haben ihr Kloster ebenfalls für Flüchtlinge geöffnet und inzwischen über 500 Menschen beherbergt. Aktuell leben dort 17 Mütter mit ihren Kindern. Auch hier sind tägliche Transport- und Versorgungsfahrten nötig.

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Die römisch-katholische Kathedrale in Charkiw ist auch ein Lagerraum für Hilfspakete. Sie werden von vielen freiwilligen Helfern an bedürftige Familien weitergegeben, zum Teil unter Lebensgefahr.

Flüchtlingsunterkunft, Kinderheim, Seelsorge an der Front

Der Betrieb im kleinen Kinderheim, das die Pallottiner zusammen mit Missionsbenediktinerinnen betreiben, geht unvermindert weiter. Dort leben zehn Kinder. Sie können nicht mehr zu ihren Eltern zurück, da sie von ihnen misshandelt oder kaum versorgt wurden. Neu hinzugekommen ist ein 12-jähriger Junge aus der Region Donezk. Seine Eltern kamen bei einem Bombenangriff ums Leben.

Auch die kleine Gemeinschaft im Kinderheim braucht regelmäßig ein Auto: Kinder müssen zum Arzt, oder es sind Behördenangelegenheiten zu erledigen.

Als wären das noch nicht genug Aufgaben, ist der Obere des Pallottinerklosters auch noch Seelsorger bei einer Hilfsorganisation. Er reist deshalb regelmäßig an die Frontlinie im Osten und Süden der Ukraine und hilft dabei, Menschen auf den Dörfern zu versorgen.

Pallottiner und Missionsbenediktinerinnen in Bilohirja mit den Bewohnern des Kinderheims (Archivfoto).

Einsatz für Menschen in Not

Die Straßen dorthin waren schon vor dem Krieg in einem schlechten Zustand, nun sind sie teilweise völlig zerstört. Das alte Auto der Pallottiner erlitt bei einem Unfall einen Totalschaden. Seither war die Gemeinschaft trotz ihrer vielen Verpflichtungen ohne Fahrzeug.

KIRCHE IN NOT hat deshalb auch hier schnell mit einem Zuschuss geholfen. Hier wie andernorts kann der Einsatz der Kirche für Menschen in Not weitergehen.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Laut dem römisch-katholischen Bischof Pavlo Honcharuk aus Charkiw werden in der ostukrainischen Stadt Schulen, Kindergärten und andere zivile Einrichtungen gezielt mit Raketen beschossen. Es seien mindestens 20 Schulen zerstört worden, berichtete der Bischof gegenüber KIRCHE IN NOT: „Wer immer noch der Vorstellung anhängt, dass Russland nur militärische Einrichtungen bombardiert, der macht sich etwas vor.“

Nach wie vor halte sich eine „große Anzahl“ von Kindern in der Stadt auf: „Sie sind oft in Luftschutzkellern untergebracht“, sagte Bischof Honcharuk, der das Bistum Charkiw-Saporischschja leitet. Sie lebten in einer Parallelwelt und könnten oft nicht begreifen, was um sie herum geschieht. „Die Kirche hilft den Eltern und stellt Hygieneartikel, Lebensmittel und anderes mehr zur Verfügung.“

- Pavlo Honcharuk, Bischof von Charkiw-Saporischschja
Zerstörungen in einer Straße in Charkiw. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine liegt nur wenige Kilometer von der umkämpften Frontlinie entfernt.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Front trennt Familien

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur etwa 20 Kilometer vom Frontverlauf entfernt. Die Metropole wird regelmäßig beschossen, auch im Umland gebe es schwere Verwüstungen: „Sie zerstören auch Dörfer; einige werden einfach dem Erdboden gleichgemacht.“ Entlang der Linie zu den von Russland eroberten Gebieten spielten sich jeden Tag dramatisch Szenen ab, berichtete Bischof Honcharuk: „Ich habe einen Soldaten getroffen, der von seiner Stellung aus sein Zuhause sehen kann. Seine Frau und seine beiden Kinder sind unter der Besatzung geblieben. Jeden Tag kann er sie sehen, aber er kann sie nicht anrufen, er kann ihnen nicht einmal ein Zeichen geben.“

Völlig unbekannt sei das Schicksal der Kriegsgefangenen. Er sei kein Kontakt zur gegnerischen Seite möglich, darum könne er nichts tun, wenn Angehörige ihn um Hilfe für inhaftierte Soldaten bitten.

Der Bischof sprach gegenüber KIRCHE IN NOT auch von sogenannten Filtrationslagern in den von Russland eroberten Gebieten, zum Beispiel in Mariupol: „Wenn jemand etwas gegen eine Frau hat, denkt er sich Verdächtigungen gegen sie aus, und sie wird sofort inhaftiert und von ihren Kindern getrennt. Es gibt viele solcher tragischen Geschichten.“

Die Hilfsbereitschaft ist groß. Die römisch-katholische Kathedrale in Charkiw ist auch ein Lagerraum für Hilfspakete. Sie werden von vielen freiwilligen Helfern an bedürftige Familien weitergegeben, zum Teil unter Lebensgefahr.

Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Religionen

Der Krieg habe auch die ökumenische Zusammenarbeit intensiviert, vor allem mit der von Russland unabhängigen Orthodoxen Kirche der Ukraine. So hatte Bischof Honcharuk seinen orthodoxen Amtsbruder vier Monate bei sich aufgenommen, nachdem dessen Haus zerstört worden war. Man habe zusammen verletzte Personen besucht oder Menschen, die in U-Bahn-Stationen Zuflucht suchten. Auch gebe es Kontakte zur evangelischen Kirche und zur jüdischen Gemeinde, um die Hilfsarbeit zu koordinieren.

Bischof Honcharuk zeigte sich beeindruckt von der hohen Einsatzbereitschaft der Menschen, die sich über die Kirche engagieren. Das sei auch ein Glaubenszeugnis: „Ein gläubiger Mensch hilft als Dienender, weil er weiß, an wen er glaubt und warum er hilft. Diese Haltung ist ein Licht für Menschen, die Gott nicht kennen.“

Eines der schwierigsten Erlebnisse in jüngster Zeit sei für ihn gewesen, als er einen dreijährigen Jungen im Krankenhaus besuchte, der bei einem Angriff schwer verletzt worden sei: „Es ist unklar, ob er überleben wird. Er ist nur hier, weil jemand einen Krieg wollte“, erklärte der Bischof. In solchen Situationen fühle er sich machtlos. „Auf der anderen Seite gibt es auch das Bewusstsein, dass der Herr mich hierherschickt, um zu dienen.“

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Fünf Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine zieht das Hilfswerk Bilanz über die in das Land geflossenen Hilfen: rund 5 Millionen Euro an Soforthilfe und für andere Initiativen, um die katholische Kirche beider Riten in ihrem gewaltigen Bemühen zu unterstützen, ihren Gläubigen zur Seite zu stehen.

Zusätzlich zu der ersten Soforthilfe hat das Hilfswerk in den letzten drei Monaten von Mai bis Juli weitere 2,5 Millionen Euro bereitgestellt.  Mit der im Juli gegebenen Zusage für 34 neue Hilfsprojekte für die Kirche in der Ukraine erreicht die bisherige Unterstützung seitens des Hilfswerks im Jahr 2022 einen Umfang von 5 Millionen Euro. Die österreichischen Wohltäter haben bis jetzt mit knapp 700 000 Euro beigetragen, die Not der Menschen in der Ukraine zu lindern.

Eine St. Josef Schwester verteilt Hilfsgüter.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

„Wir stehen in täglichem Kontakt mit dem ganzen Land“

„Die schlimmsten Folgen des Krieges werden nicht unmittelbar eintreten: Die psychischen, geistlichen, physischen und humanitären Folgen werden erst später zu spüren sein. Nur Gott kann die tiefsten Wunden heilen. Wir aber versuchen, die dringendsten Bedürfnisse zu lindern und die Ortskirche zu unterstützen, damit sie ihre Mission weiterführen können“, so Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“ International.

„Dank der Hilfe der Wohltäter von „Kirche in Not“ können Priester und Ordensleute den Mangel an Nahrungsmitteln, grundlegenden Hygieneartikeln und Medikamenten für die vielen Binnenvertriebenen verringern. Darüber hinaus bieten sie den durch den Verlust von Familie und Heimat traumatisierten Menschen psychologische und geistliche Unterstützung“, so Thomas Heine-Geldern.

„Wir stehen in täglichem Kontakt mit dem ganzen Land“, ergänzt Magda Kaczmarek, seit 14 Jahren „Kirche in Not“-Projektmanagerin für die Ukraine. „So können wir die Projekte ermitteln, die die Kirche vor Ort als vorrangig ansieht. Damit sind wir in unserer Unterstützung Monat für Monat flexibel.“

Seminaristen des Priesterseminars Ivano Frankivsk mit Flüchtlingen.

„Die große Sorge und Angst aller gilt dem kommenden Winter“

„Der Schmerz ist enorm“, erinnert sich Kaczmarek, die die Ukraine im April besuchte. „Das war eine sehr emotionale Erfahrung. Wir sind Flüchtlingen begegnet, die einfach nur geweint haben. Da war es wichtig, sie einfach in den Arm zu nehmen. Es gab aber auch Flüchtlinge, die komplett verstummt waren. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, ungefähr 30 Jahre alt, der seit Beginn des Krieges kein Wort mehr gesprochen hat.“

„Die Kirche ist der Anker, der das Boot in der Flut hält“, sagt Kaczmarek. „Die große Sorge und Angst aller gilt dem kommenden Winter. Aber bereits jetzt haben sie Angst, dass sich die Lebensmittel- und Treibstoffknappheit Ende August noch verschärfen wird“, sagt sie.

Flüchtlingskinder in Briukhovychi erhalten Hilfsgüter.

Wir danken all unseren Wohltätern für ihre Großzügigkeit

Dank der Großzügigkeit der Wohltäter von „Kirche in Not“ auf der ganzen Welt hat das Hilfswerk Hilfen im Wert von rund 5 Millionen Euro in mehreren Phasen bewilligen können. Zu den in den ersten fünf Kriegsmonaten durchgeführten Projekten gehören:

    • 3,2 Mio. Euro Not- und Überlebenshilfe, die sich wie folgt aufteilen:
        • 1,3 Millionen Euro wurden im März unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges unter allen Diözesen und Eparchien der Ukraine verteilt, um die dringendsten Bedürfnisse einer jeden von ihnen zu lindern.

       

        • 800.000 Euro gingen an ukrainische Priester in Form von Messstipendien. Dieses Geld diente ihnen unter anderem für die eigene Grundversorgung sowie für die Bezahlung der Transportkosten und die Durchführung pastoraler und sozialer Initiativen.

       

        • 650.000 Euro flossen in insgesamt 14 Projekte, die es Diözesen und religiösen Orden ermöglichen, die Binnenvertriebenen in Pfarreien, Klöstern, Seminaren etc. aufzunehmen und zu versorgen. 450.000 Euro für 17 Projekte garantierten den Lebensunterhalt von Ordensleuten und dienten der Unterstützung und Pflege alter und kranker Ordensschwestern.

       

    • 1,1 Millionen Euro für insgesamt 23 Projekte zur Errichtung, Sanierung und Renovierung von Gebäuden, beispielsweise für die Instandsetzung des in der ersten Kriegsphase zerstörten Priesterseminars in Vorzel am Stadtrand von Kiew oder die Beschaffung von 17 Stromaggregaten.

 

    • 600.000 Euro für den Kauf von 29 Fahrzeugen, ein vorrangiger Bedarf, da humanitäre Hilfsgüter über weite Strecken und über Straßen transportiert werden müssen, die sich in sehr schlechtem Zustand befinden oder kriegsbedingt zerstört sind.

 

    • 100.000 Euro für 21 kleine pastorale Projekte, darunter die Anschaffung von 60 Koffern für Liturgiefeiern und Projekte im Bereich der Bildung und Medien.

 

Flüchtlinge bei einer Essensausgabe.

Die Kirchen haben die Türen für alle aufgemacht

„Die größte Last für die kirchlichen Einrichtungen in der Ukraine, die tausende von Binnenflüchtlinge in alle Diözesen empfangen, sind aktuell die laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Heizung. Die Kirchen haben im wahrsten Sinne des Wortes die Türen für alle aufgemacht. Aber das ist auch eine finanzielle Herausforderung“, erklärt Kaczmarek. „Wir haben in diesen fünf Monaten sehr geholfen und werden weiterhin verstärkt helfen, denn wir müssen den Menschen Hoffnung geben“, so Kaczmarek.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Krieges in der Ukraine sprach das päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mit Bischof Pavlo Honcharuk der Diözese lateinischen Ritus Charkiw-Saporischschja. Sie ist eine der größten Diözesen Europas und erstreckt sich mit mehr als 196.000 Quadratkilometern über beinahe das gesamte Territorium der Ukraine östlich des Dnepr. Ihre Fläche ist größenmäßig vergleichbar mit dem gesamten Gebiet Syriens oder von Belarus. Aktuell liegt die beinahe 1.000 km lange Kriegsfront nahezu vollständig in der Diözese, und die Städte sind unter ständigem Beschuss. Im Gespräch mit „Kirche in Not“ beschreibt der 44-jährige Bischof das derzeitige Leben in seiner Diözese. Das Gespräch führte Pater Jurij Blażejewski für KIRCHE IN NOT.
Bischof Pavlo Honcharuk besucht Verwundete in Charkiw.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Wie würden Sie die Situation in Ihrer Diözese beschreiben, die zum Hauptschauplatz dieses schrecklichen Krieges geworden ist?

Unsere Kirche lebt und ist aktiv. Priester und Gläubige sind an Ort und Stelle, das Gebet geht weiter, ebenso die tägliche Liturgie in den Pfarreien. In den einen mehr als in den anderen, das hängt von dem jeweiligen Ort ab: Dort, wo die Kriegshandlungen im Gange sind, oder in den besetzten Gebieten, gibt es diese Möglichkeit nicht. Dennoch steht unsere Kirche den Menschen zur Seite, den alten Menschen und den Kindern, genauso wie sie den Soldaten hilft, die unser Heimatland verteidigen.

Vor wenigen Monaten bezeichneten Sie die Situation gegenüber KIRCHE IN NOT als Schock und Schmerz. Zu Beginn des Krieges gab es vielleicht noch die Hoffnung, dass er früher enden würde. Jetzt zeigt sich, dass er weiter andauern wird. Was empfinden Sie in diesem fünften Kriegsmonat?

Der erste Schock ist vorbei, jetzt herrscht ständige Anspannung. Wir sind permanent in Alarmbereitschaft, besonders wenn es Bombenangriffe gibt und niemand weiß, wann und wo es Einschläge geben wird. Vorgestern war das keine 1.000 bis 1.200 Meter Luftlinie von hier. Letzte Nacht schlugen die Bomben irgendwo ganz in der Nähe ein. Ich weiß, dass ich das Geschoss nicht hören werde, das mich trifft. Wenn ich also eine Explosion höre, bedeutet das, dass ich noch lebe. Wir sind auf einen plötzlichen und unerwarteten Tod vorbereitet. Das heißt, dass wir oft zum Empfang der Sakramente gehen, besonders zur Beichte. Das ist eine völlig neue Erfahrung, eine andere Art zu leben. Ich stehe morgens auf und mir wird bewusst, dass ich lebe.

Zusätzlich zu diesem Schmerz bewirkt das Leid ein Gefühl der Hilflosigkeit, denn es überwältigt einen. Das Böse ist so groß und so zynisch, dass es die Großen dieser Welt von ihrem Thron stößt. Kriege lassen sich sehr leicht auslösen, aber wie kann man sie beenden? Andererseits gibt es auch große Zeichen der Gegenwart Gottes inmitten des tosenden Krieges, in den Herzen der Menschen, die an unterschiedlichen Orten als Soldaten, Sanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und in anderen Diensten im Einsatz sind. Wenn wir in die Gesichter dieser Menschen blicken, können wir die große, göttliche Macht der Liebe erkennen, mit der Gott sie erfüllt.

Das Haus von Bischof Pavlo Honcharuk wurde durch die Angriffe beschädigt.

Wie stellt sich die Lage in Charkiw zurzeit dar? Kehren die Menschen zurück oder beginnen sie nun, wieder zu gehen?

Die Situation ändert sich ständig. Beispielsweise kommt ein Mann vielleicht, um nach seiner Wohnung zu sehen und geht sofort wieder weg. Grundsätzlich ist es so, dass die Menschen Charkiw wegen der ständigen Bombardierungen verlassen. Es gibt Angriffe am Vormittag, am Nachmittag und in der Nacht. Wir sind sehr nah an der Front, zwanzig Kilometer, um genau zu sein. Vor dem Krieg lebten in der Stadt Charkiw 1,7 Millionen Menschen. Im Augenblick sind es ungefähr 700.000, weniger als die Hälfte. Aber andere Städte in der Diözese, wie Slowjansk, Kramatorsk oder Bachmut sind sehr gefährliche Orte im eigentlichen Kriegsgebiet. Fast alle sind schon geflohen, es gibt nur noch wenige Menschen in diesen Städten.

Wie sieht der Alltag aus in einer Stadt, die unter ständigem Beschuss steht?

Die Situation stellt sich für jede Familie und jeden Einzelnen anders dar. Ist das Haus unbeschädigt, hat man einen Ort zum Leben, hat man Arbeit, hat man Geld. Ist das Haus zerstört, hat man keinen Ort zum Leben. Und hat man keine Arbeit, weil der Arbeitsplatz zerstört wurde, hat man kein Geld. Und wenn man dann auch noch verletzt worden ist…

Manchmal haben die Menschen nur noch das, was sie am Leibe tragen, weil alles mit dem Haus verbrannt ist. Darum brauchen manche Menschen Kleidung, manche brauchen Schuhe oder Medikamente oder Lebensmittel. Manche brauchen einfach Unterstützung und manche einen Ort, an dem sie unterkommen können. Andere wiederum benötigen jemand, der ihre Angehörigen in Sicherheit bringt. Es liegen so viele Probleme und Aufgaben vor uns.

Haben die Menschen Zugang zu dem, was sie brauchen? Gibt es Arbeit?

Die Stadt ist Schätzungen zufolge zu 15 % zerstört. Dies ist ein irreparabler Schaden. Aber die Infrastruktur der Stadt funktioniert, sie hält der Belastung stand. Die Fabriken und Unternehmen, die in der Lage dazu sind, führen den Betrieb fort, und ihre Mitarbeiter haben noch Arbeit. Einige andere sind komplett in andere ukrainische Städte verlagert worden. Auch Krankenhäuser und die städtischen Versorgungsunternehmen, die für Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung und den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind, arbeiten immer noch. Das funktioniert alles. Wenn etwas zerstört wird, kann man nach vierundzwanzig Stunden nicht mehr sehen, dass überhaupt etwas passiert war. Die städtischen Dienste räumen alles auf und bringen es weg. Auch die Feuerwehr, Polizei und andere Dienste sind vollständig funktionstüchtig. Die Menschen bemühen sich um ein normales Leben, obgleich der Krieg in unserer Stadt so präsent ist. Schulen und Universitäten laufen im Online-Betrieb.

Bischof Pavlo Honcharuk mit Flüchtlingen in seinem Haus.

Und wie ist es mit der finanziellen Situation? Gibt es Probleme bei den Banken? Haben die Geschäfte geöffnet?

Nur wenige Banken haben ihre Filialen geöffnet. Es funktionieren auch nur bestimmte Geldautomaten. In den meisten Fällen bleiben diese Orte aus Sicherheitsgründen geschlossen. Aber der gesamte Finanzbereich arbeitet, Bankkarten funktionieren überall. Die Geschäfte sind teilweise geöffnet. Ich war gestern auf dem Markt – nur die Hälfte der Markthallen ist niedergebrannt. Dort, wo die Verkaufsstände und -buden noch stehen, wird verkauft. Die Menschen können aber nicht alles kaufen, denn sie haben kein Geld. Die Menschen hier sind nicht wohlhabend. Die Wohlhabenden sind schon lange weg. Diejenigen, die von Gehaltscheck zu Gehaltsscheck lebten, sind geblieben. Sie mussten jeden Cent zählen und sind jetzt in einer sehr schwierigen Lage. Schon an der Kleidung können Sie sehen, dass diese Menschen immer ein Leben in Würde geführt haben, aber der Krieg hat sie arm oder obdachlos gemacht. Viele Menschen sind auch in ihrer Psyche getroffen, einige haben mit dem Trinken angefangen.

In einigen weit von der Front entfernten Städten ignorieren die Menschen schon den Luftalarm. Wie ist das in Charkiw? Suchen die Menschen Schutz oder ignorieren sie den Alarm und gehen einfach ihrem täglichen Leben nach?

Am Anfang des Krieges haben die Menschen bei Luftangriffen stärker reagiert, sie haben in der Regel die Keller und Schutzräume nicht verlassen. Viele kamen überhaupt nicht heraus und blieben dauerhaft dort. Einige geraten bis heute in große Panik. Es gibt Straßen, in denen die Menschen kaum gespürt haben, dass Krieg herrscht, weil es dort komplett ruhig war. Und es gibt Gegenden, in denen alles zerstört ist. Ich bemerke, dass die meisten Menschen mutiger geworden sind, die müde Psyche beginnt, das Gefühl der Gefahr zu unterdrücken.

Wie ist die Sicherheitslage?

Die Menschen stehen zusammen und unterhalten sich weiter, wenn die Bombardements weit weg sind. Wenn man die Bombeneinschläge näherkommen hört, zerstreuen sie sich. Wenn aber zwei, drei Minuten lang nichts geschieht, kommen die Menschen wieder heraus. Vorgestern war ein Vater mit seinem Sohn im Auto unterwegs. Sie waren in die Stadt gekommen, um Unterlagen für die Universität einzureichen, und waren nun auf dem Heimweg. Plötzlich wurde das Auto direkt von einer Rakete getroffen. Vom Fahrzeug blieb etwas Schrott zurück, aber ihre Körper waren zerfetzt.

Sie sehen, die Menschen fahren auch während der Angriffe mit dem Auto. Manche schaffen es, manche nicht. Wir sollten jetzt aber nicht denken, dass diese Menschen verantwortungslos sind. Die Gefahr dauert jetzt schon so lange an, dass man gelernt hat, sie zu ignorieren, gleichzeitig muss man nachdenken und Entscheidungen treffen. Früher konnten die Menschen das nicht kontrollieren: sie liefen weg und fingen dann an zu denken. Aber es ist sehr anstrengend, wenn man zehnmal am Tag wegrennen muss.

Lebensmittelhilfe für Notleidende.

Ihre Diözese ist wohl einzigartig: es fliehen Menschen aus ihr, aber es suchen auch Menschen Schutz in ihr.

Einige Bewohner Charkiws und anderer Städte entlang der Front sind in die nächstgelegenen Dörfer gezogen – zu ihren Verwandten oder in leerstehende Häuser dort. Als sie jedoch feststellten, dass es kein Ende gab, zogen einige weiter. Auch innerhalb des Landes müssen sie einen Platz zum Leben und Arbeiten finden, es gibt viele Schwierigkeiten dabei. Ins Ausland zu gehen bedeutet wiederum, dass nur die Frau und die Kinder gehen können und die Männer auf ukrainischem Territorium bleiben müssen. Das schreibt das nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Kraft getretene Ausreiseverbot für ukrainische Männer vor. Das ist  ein schwerer Schlag für die Familie, für die Ehepartner, und erzeugt großes Leid.

Die Menschen sind ständig in Bewegung. Manche lassen sich irgendwo nieder und finden eine Arbeit, anderen gelingt das nicht. Manchmal scheint es, dass eine Familie schließlich an einem neuen Ort angekommen ist, und plötzlich heißt es „tut uns leid, wir müssen Sie bitten, unser Haus zu verlassen“. Jedes einzelne Schicksal ist anders, aber es ist immer schwer. Manche kehren zurück, weil es, wie sie sagen, für sie einfacher ist, unter Beschuss und in Gefahr zu leben als ein Leben als Flüchtlinge zu führen.

Wer sind sie als Menschen in dieser Situation? Sie haben keine Rechte, sie können nichts planen, sie haben nichts, was ihnen gehört. Sie haben ständig das Gefühl jemandem im Weg zu sein. Das ist psychologisch sehr belastend. Wenn jemand einen Versuch wagen will, soll er mal sein Haus für einen Monat verlassen und sich selbst in ein anderes Haus einladen, dann in ein anderes, dann in ein drittes, dann in ein viertes, immer als Gast, und immer wieder umziehen.

Wie geht die Kirche in Ihrer Diözese mit den Flüchtlingen und Vertriebenen um?

Hier in Charkiw haben wir die Marianer Patres und die Caritas. Sie helfen den Vertriebenen, denn viele Menschen, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben, kommen in die Stadt. Gestern sind hier unweit der Grenze zwanzig Häuser eines Dorfes zerstört worden. Die russischen Truppen vernichten unsere ukrainischen Dörfer ganz einfach. Die Überlebenden fliehen in die Stadt, weil sie am alten Ort nicht mehr leben können. Vertriebene aus umliegenden Dörfern kommen auch nach Charkiw, obwohl Charkiw nach wie vor jeden Tag unter Beschuss steht.

Wir arbeiten auch in anderen Städten. Wir helfen, indem wir Hilfsmittel verteilen, Sachen für Kinder, Lebensmittel, Windeln – oder wir stehen einfach für ein Gespräch zur Verfügung. Das tun wir in Poltawa, Sumy, Konotop, Dnipro sowie in Saporischschja und Pokrowsk.

Was möchten Sie den Wohltätern sagen, die es KIRCHE IN NOT ermöglichen, Hilfe in die Ukraine und in Ihre Diözese zu schicken?

Ich danke Ihnen für diese Gelegenheit. Ich möchte im Namen aller, die Hilfe erhalten, und in meinem Namen herzlich für Ihre offenen Herzen und Ihre Hilfe danken. Es ist nicht wichtig, ob es viel oder wenig war, wichtig ist, dass Sie unserer Situation gegenüber nicht gleichgültig geblieben sind. Ich danke Ihnen von Herzen! Gott segne Sie!

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

KIRCHE IN NOT übernimmt die Kosten für die Instandsetzung des römisch-katholischen Priesterseminars der Diözese Kiew-Schytomyr. Die Ausbildungsstätte für aktuell 25 angehende Priester befindet sich in Worsel am Rand der ukrainischen Hauptstadt. Der Ort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Butscha, das zum Synonym für Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung geworden ist.

Auch das Priesterseminar in Worsel war zu Beginn des Ukraine-Krieges im Februar von russischen Truppen überfallen, schwer beschädigt und geplündert worden. In unmittelbarer Nähe schlugen zwei Raketen ein.

Durchwühltes Zimmer im Priesterseminar bei Kiew.

Die Seminaristen konnten sich in letzer Minute in Sicherheit bringen

Wie Dorfbewohner berichten, seien auch russische Soldaten in das Priesterseminar eingedrungen und hätten dort mindestens zwei Nächte verbracht. Die Studenten konnten sich in letzter Minute in Sicherheit bringen; mittlerweile sind die meisten von ihnen in einem anderen Priesterseminar in der Ukraine untergebracht.

Als er mit einigen Studenten Anfang April wieder nach Worsel zurückkehrte, bot sich ihm ein trauriges Bild, berichtet Seminarleiter Regens Ruslan Mychalkow: „Die Soldaten haben alles mitgenommen, was sie finden konnten: Küchengeräte, Waschmaschinen, Computer. Sie haben die Zimmer der Seminaristen durchwühlt.“

Auch ein Kelch, den Papst Johannes Paul II. während seines Ukraine-Besuchs im Jahr 2001 gestiftet hatte, sei gestohlen worden. Fotos zeigen außerdem eine enthauptete Marienstatue.

Beschädigte Mauer des Priesterseminars.

Wiederaufbau des Priesterseminars hat hohe Priorität

Die zurückgekehrten Studenten und Professoren des Priesterseminars hoffen, dass sie im September wieder ihren regulären Studienbetrieb aufnehmen können. Der Wiederaufbau wird auf rund 150.000 Euro geschätzt. Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT haben das beschädigte und geplünderte Seminar vor wenigen Tagen besucht und die Übernahme der Kosten zugesagt.

Eine der tragenden Säulen der fast siebzigjährigen Ukraine-Hilfe von KIRCHE IN NOT sei die Priesterausbildung, berichtet Projektreferentin Magda Kaczmarek. Deshalb habe der Wiederaufbau des Priesterseminars in Worsel jetzt hohe Priorität.

„Seit Beginn des Krieges stehen wir eng an der Seite der Menschen in der Ukraine“, sagte Kaczmarek. „Wir haben Soforthilfen für die Arbeit von Priestern und Ordensleuten im Kriegsgebiet gezahlt, unterstützen Kirchengemeinden und Klöster, die ihre Türen für Flüchtlinge geöffnet haben und finanzieren Autos und Transporter, damit humanitäre Hilfen im ganzen Land verteilt werden können. In der nächsten Phase helfen wir beim Reparieren der Kriegsschäden, sobald das möglich ist.“

Studenten am Seminar in Worsel.

Die Zeit bis zur erhofften Wiedereröffnung ihres Priesterseminars verbringen Regens Mychalkow und seine Studenten im karitativen Einsatz: „Wir helfen den Menschen vor Ort und verteilen Lebensmittel. Neulich kamen an einem Tag fast 1000 notleidende Menschen zu uns.“

Trotz der Not zeigt sich Mychalkow zuversichtlich: „Die Lage wird sich dann bessern, wenn wir das gesellschaftliche Leben wiederaufnehmen und Geschäfte und Betriebe wieder öffnen können. Danke an KIRCHE IN NOT für die Unterstützung.“

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

„Schock und Schmerz“: Mit diesen beiden Worten fasst Bischof Pavlo Honcharuk aus Charkiw die aktuelle Situation in der ostukrainischen Metropole zusammen. Im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT erzählt er von schrecklichen Erlebnissen, die auch ihn traumatisieren: „Ich denke an ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren, das wie versteinert vor der Leiche eines geliebten Menschen auf der Straße stand und sich nicht bewegen konnte.“

Zehn Wochen nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine konzentrieren sich die Angriffe zunehmend auf den Osten und Süden des Landes. Die Situation in der ostukrainischen Metropole Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, wird immer dramatischer.

Bischof Pavlo Honcharuk vor dem beschädigten Dach seines Bischofshauses in Charkiw.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

„Menschen haben sich in dunklen, feuchten Kellern verschanzt“

Nach dem Beschuss eines Wohnviertels besichtigte Bischof Honcharuk die Schäden und erklärte – mit Helm und kugelsicherer Weste über seiner Soutane – in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT: „Die Siedlung hier war einst eines der bevölkerungsreichsten Viertel von Charkiw. Jetzt ist hier alles zerstört. Die Menschen haben sich in dunklen, feuchten Kellern verschanzt.“ Während im Hintergrund Explosionsgeräusche zu hören sind, sagt der Bischof: „Wir beten zu Gott, dass er uns beschützt und dass alles ein Ende findet. Es wird geschossen; wir hören die ganze Zeit Explosionen.“

In einer weiteren Videobotschaft beschreibt Bischof Honcharuk in den zerstörten Häusern: „Das ist eine Wohnung, oder besser gesagt, es war eine. Es ist nichts übriggeblieben, alles ist verbrannt.“ Mit Traurigkeit und Sarkasmus schließt er: „Und sie [die russischen Militärs; Anm. d. Red.] sagen, dass sie nur auf die militärische Infrastruktur abzielen.“

Eingelagerte Hilfsgüter in der römisch-katholischen Kathedrale von Charkiw.

Hilfstransporte durch eine menschenleere Stadt

Bischof Pavlo Honcharuk leitet seit zwei Jahren das Bistum Charkiw-Saporischschja. Obwohl die römisch-katholische Kirche eine kleine Minderheit bildet, sind der Bischof und seine Mitarbeiter seit Kriegsbeginn rund um die Uhr für die gesamte Bevölkerung im Einsatz. „Wir versuchen jeden Tag, die Menschen in den Bunkern mit humanitärer Hilfe zu erreichen“, erläutert der Bischof. „Wir beladen Fahrzeuge, fahren durch die scheinbar menschenleere und völlig zerstörte Stadt und sprechen mit den Menschen, trösten sie, nehmen Beichten ab.“ Die Situation sei zermürbend und „unglaublich anstrengend, körperlich und vor allem geistig“.

In seinem Bischofshaus hatte Bischof Honcharuk zu Beginn des Krieges Flüchtlinge aufgenommen, darunter auch einen Bischof der orthodoxen Kirche der Ukraine. Nachdem Anfang März ein Geschoss das Dach seines Bischofshauses getroffen hatte, ist mittlerweile auch die Kathedrale in Mitleidenschaft gezogen: „Viele Fenster wurden während eines Luftangriffs durch den Druck herausgesprengt. Jetzt beten wir in einer kleinen Kapelle und nutzen Teile des Kirchenraums als Lager für Hilfsgüter.“ Die tägliche heilige Messe, Gebetsstunden und Seelsorge seien in der aktuellen Situation wichtiger denn je: „Wir können immer noch alle Toten begraben, Gott sei Dank.“

Die Kirchen seien längst kein sicherer Zufluchtsort mehr. Sakralbauten würden genauso wenig verschont wie andere zivile Ziele, erklärte der Bischof: „Nichts ist mehr heilig“, sagt er. Teilweise hätten sich Menschen in Kellern unterhalb der Sakralbauten verkrochen.

Es sei gelungen, viele Frauen und Kinder außerhalb von Charkiw unterzubringen, beschreibt Bischof Pavlo Honcharuk die aktuelle Situation. Die Männer seien jetzt zurückgekehrt, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Auch er denke nicht daran, die Stadt zu verlassen: „Solange noch Gläubige in der Stadt sind, werde ich bei ihnen sein. Gott und mein Glaube werden mir die Kraft dazu geben. Wir Priester sind nicht bewaffnet. Wir sind Kirchenleute. Unsere Waffen sind das Wort Gottes und das Gebet.“

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Tadej wuchs nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Westen der Ukraine auf. Das Land erlebte damals eine kulturelle Wiedergeburt. Auch die jahrzehntelang grausam verfolgte ukrainische griechisch-katholische Kirche wagte ihren Weg aus dem Untergrund.

Als Kinder begleiteten Tadej und seine beiden Brüder ihre Mutter und Großmutter regelmäßig in das Basilianerkloster von Drohobytsch in der Nähe von Lwiw (Lemberg). Die Jungen waren so fasziniert von dem, was sie dort erlebten, dass sie zu Hause im Wohnzimmer die Liturgie der Mönche nachspielten.

Die Basilianer des heiligen Josaphat (OSBM) sind eine Mönchsgemeinschaft mit heute etwa 300 Mitgliedern. In der Sowjetzeit war die Gemeinschaft offiziell verboten. Beim Zusammenbruch des Kommunismus war nur ein kleines Kloster in Warschau übriggeblieben.

Der angehende Ordenspriester Tadej beim Studium.

Gemeinschaft der Basilianer war zur Sowjetzeit verboten

Seither setzte eine Wiederbelebung ein. Die Basilianer des heiligen Josaphat haben Niederlassungen in der Slowakei, Rumänien, Ungarn und in der Ukraine. Die sechs Basilianerklöster im Westen des Landes sind seit Beginn der russischen Invasion zu Anlaufstellen für Flüchtlinge und Vertriebene geworden.

In den 1990er-Jahren aber waren die Klosteranlagen noch Ruinen. „Damals halfen viele junge Leute den Mönchen beim Wiederaufbau“, erzählt Tadej. Auch er und seine Brüder machten mit. „Das gab uns das Gefühl, Teil einer großen Familie zu sein.“

Tadej (2. v. r.) mit anderen Seminaristen.

Doch diese Begeisterung für die Kirche wurde im Laufe der Jahre immer geringer. Tadej beschreibt sich selbst als „rebellischen Jugendlichen“, seine Leistungen in der Schule wurden schlechter. Als er bemerkte, dass die Männer seines Heimatdorfes die Kirche mieden, blieb auch er weg. Er hörte auf, seinen Glauben zu praktizieren.

Ein Gespräch im Unterricht und ein Tischtennisspiel sollten eines Tages alles verändern, erzählt Tadej: „Einer meiner Lehrer fragte mich, ob ich in die Kirche gehe. Ich fühlte mich in der Zwickmühle, weil meine Mutter fast jeden Tag in die Kirche ging. Ich wollte ihre Frömmigkeit irgendwie nicht verraten.“ Also griff er zu einer Lüge: „Ich habe gesagt, dass ich am Sonntag in die Kirche gehe.“ Jetzt fühlte er sich verpflichtet, das auch einzulösen.

„Auf dem Weg zum Gottesdienst dachte ich, wie dumm ich doch sei: Ich sollte lieber zu Hause Computer spielen.“ Doch Tadej ging trotzdem hin. Nach dem Gottesdienst luden ihn die Messdiener zu einer Partie Tischtennis ein. „Das hat sehr viel Spaß gemacht. Also bin ich jeden Tag in die Kirche gegangen, und danach haben wir Tischtennis gespielt.“ Ohne es zu merken, hatte Tadej einen neuen Freundeskreis gefunden.

Seminarist Tadej enthüllt eine neue Ikone.

Ringen um die Berufung

Bald tauchte der Gedanke in ihm auf, selber dem Basilianerorden beizutreten. Aber er wusste, dass es ein großes Hindernis zu bewältigen gab. Sein Vater hatte wie viele andere Ukrainer im Ausland sein Geld für die Familie verdient.

Als er wieder zu Besuch war, scherzten seine Eltern am Küchentisch; und Tadejs Vater sagte zu ihm: „Eines Tages wirst auch du eine Frau haben, und wissen, wie schwer das ist.“ In diesem Moment fühlte Tadej, dass die Zeit reif war. „Nein, das werde ich nicht. Ich möchte Mönchspriester werden“, sagte er.

Sein Vater war schockiert und forderte ihn auf, erst einmal zu studieren. Ein Jahr lang betete Tadej um die richtige Entscheidung. Dann beschloss er, schon nach dem Abitur ins Kloster einzutreten. Sein Vater unterstützt ihn bei diesem Entschluss.

Tadej beim Gebet.

Gesandt für den Wiederaufbau der Ukraine

Jetzt ist er gerade dabei sein Studium am Priesterseminar der Basilianer in Brjuchowitschi am Rande von Lemberg abzuschließen und bereitet sich auch die Priesterwehe vor. Dann soll er sein Studium in Rom fortsetzen – sofern dies während des Krieges möglich ist. Sein Ziel ist jetzt mehr denn je: Die Ukraine wiederaufbauen, geistig wie materiell.

Denn neben den bislang unabsehbaren Kriegsfolgen seien Korruption und ein Misstrauen gegenüber den Institutionen weit verbreitet, so Tadej. Die Ukraine leide unter Armut, Arbeitslosigkeit und Drogenmissbrauch. Es ist zu befürchten, dass die traumatischen Erfahrungen des Krieges dies alles verschärfen.

Tadej ist voller Hoffnung, dass die Ukraine die aktuellen Bedrohungen überwinden kann: „Es ist wie mit dem Volk Israel nach der Befreiung aus Ägypten. Das Volk brauchte 40 Jahre, um die Zeit der Sklaverei zu überwinden. Wir brauchen Zeit, um uns zu verändern.“

Flüchtlingsfamilie, die in einer Einrichtung der Basilianer Aufnahme gefunden hat.

Doch Tadej und seine Mitbrüder brauchen jetzt jede Form der Hilfe, die sie bekommen können. Die Basilianerklöster in der Westukraine haben hunderte Flüchtlinge aufgenommen. Diese müssen versorgt und verpflegt werden.

Dabei fehlten die notwendigen Mittel schon vor Kriegsbeginn, erzählt Pater Pantaleimon, der Leiter des Priesterseminars der Basilianer: „Seit ich Rektor bin, haben wir jedes Jahr die gleichen Einnahmen, aber die Preise haben sich verdoppelt. Seit Beginn des Krieges ist die Lage unberechenbar geworden.“

KIRCHE IN NOT unterstützt im Rahmen seines Nothilfeprogramms für die Ukraine Klöster, Pfarren, kirchliche Einrichtungen und auch Priesterseminare, damit sie die notleidenden Menschen versorgen können.

Unser Hilfswerk ist schon seit 1953 in der Ukraine aktiv und hat den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen maßgeblich unterstützt. Die Ukraine braucht gerade jetzt zupackende Seelsorger wie Tadej, um die Wunden an Seele und Leib zu heilen – auch wenn es viel Zeit brauchen wird.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Im Rahmen seiner Nothilfepakete für die Ukraine vergibt KIRCHE IN NOT auch mehr als eine halbe Million Euro an Messstipendien. Sie kommen rund 1900 Priestern des lateinischen und byzantinischen Ritus zugute und unterstützen deren pastoralen und karitativen Einsatz für die notleidende Bevölkerung im Kriegsgebiet.

Bei Messstipendien handelt es sich um freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe, oft verbunden mit einer Gebetsbitte in einem bestimmten Anliegen beziehungsweise für lebende oder verstorbene Personen. Der Brauch geht auf die frühe Kirche zurück.

In Weltregionen, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sichern Mess-Stipendien den Lebensunterhalt der Seelsorger und kommen der Gemeindearbeit zugute. Die Vergabe ist im Kirchenrecht geregelt. KIRCHE IN NOT leitet jedes Jahr rund eine Million Mess-Stipendien weiter.

Einer der Hilfeempfänger in der Ukraine ist Andrij Bodnaruk aus Kiew. Er ist Priester der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Seit Beginn des Krieges ist er nur noch mit kugelsicherer Weste unterwegs: zu Menschen in Flüchtlingsunterkünften oder zu Bewohnern der Hauptstadt, die zu alt oder zu gebrechlich sind für die Flucht.

Pfarrer Andrij Bodnaruk, Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche aus Kiew.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Nur noch mit kugelsicherer Weste unterwegs

So wie eine 90-jährige blinde Frau, die allein mit ihrer Tochter lebt. Pfarrer Andri schaut regelmäßig bei den beiden vorbei. Er bringt ihnen Lebensmittel und Medikamente, die er mit Spendengeldern von KIRCHE IN NOT und anderen Hilfsorganisationen kauft.

Die Besuche würden jedoch immer schwieriger: „Ich habe kein eigenes Auto, deshalb bin ich auf Hilfe angewiesen“, erzählt Pfarrer Andrij. Doch Benzin ist knapp und teuer; das meiste geht an das Militär. Oft müssen der Priester und seine Helfer stundenlang an der Tankstelle warten. Die Mittel von KIRCHE IN NOT helfen auch ganz elementar, dass genug Sprit im Tank ist. Nur so können die Lebensmittelpakete die bedürftigen Menschen erreichen.

Menschen, die sich in einer U-Bahn-Station in Sicherheit gebracht haben, beten gemeinsam.

Gottesdienst im U-Bahn-Schacht

Doch Pfarrer Andrij bringt auch geistliche Unterstützung: Der Priester feiert oft die Haus-Kommunion mit seinen Gemeindemitgliedern, weil auch die Seele Trost und Nahrung braucht. Deshalb ist auch ein U-Bahn-Schacht im Zentrum von Kiew zu einer neuen „Kathedrale“ für die schutzsuchenden Menschen geworden. Pfarrer Andrij feiert dort mit seinen Mitbrüdern der griechisch-katholischen Kirchen regelmäßig die Liturgie.

Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT macht es möglich, dass er ihnen wenigstens kleine Hilfen zukommen lassen kann; denn die Ersparnisse sind durch die Flucht und die Teuerung bei den Lebensmitteln nahezu aufgebraucht. „Manchmal schwindet auch bei mir die Zuversicht, und Panik macht sich breit. Wir wissen nicht, was noch alles passieren wird“, sagt der junge Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Ein griechisch-katholischer Priester bringt humanitäre Hilfen zu seinen Gemeindemitgliedern.

„Die Kraft zum Überleben kommt aus dem Glauben”

Das Gebet, Zeiten der Stille und das Gespräch mit seinen Gemeindemitgliedern würden auch ihm helfen, wieder neue Kraft zu tanken. Er versucht, den Menschen und besonders den Soldaten zu vermitteln, dass Zorn nicht gut ist.

Der Seelsorger erinnert sie an Jesus, der seinen Mördern vergeben hat: „Wir sollen den Feind nicht verfluchen, wir dürfen nicht wie er sein. Die Kraft zum Überleben kommen aus dem Glauben und aus dem Vertrauen in den Herrn“, ist Pfarrer Andrij überzeugt.

Währenddessen können Menschen auch zur Beichte und zum Seelsorge-Gespräch kommen. Die Menschen stehen dafür mitunter in langen Schlangen an. Ordensschwestern unterstützen die Priester bei der karitativen und seelsorgerischen Arbeit. Nicht zuletzt gestalten sie die Gottesdienste in den Schutzbunkern mit ihren feierlichen Gesängen, den so viele Menschen gerade jetzt schätzen.

Gebetsandacht in einem Bunker in Kiew.

„Ich diene Gott, der Kirche und unserem Volk“

„Ich tue einfach das, was ich auch schon vor dem Krieg getan habe: Ich diene Gott, der Kirche und unserem Volk“, erklärt Pfarrer Andrij. Bei diesem Dienst steht auch die Sorge um die eigene Familie hinten an. Wie es die ostkirchliche Tradition zulässt, ist Pfarrer Andrij verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Familie hat sich wie viele andere im Westen der Ukraine in relative Sicherheit gebracht. Für ihn kam eine Flucht nicht infrage, auch wenn er sich viele Sorgen macht um seine Angehörigen.

Auch die Hilfen von KIRCHE IN NOT stärkten dieses Vertrauen. Die Welt sei in diesen Wochen mit der Ukraine vereint, so Pfarrer Andrij: „Jeder Cent, der in Kriegszeiten für unsere notleidenden Menschen gegeben wird, ist ein Beitrag zum Weltfrieden.“

KIRCHE IN NOT hat seit Kriegsbeginn in der Ukraine zwei Nothilfepakete in Höhe von insgesamt fast drei Millionen Euro auf den Weg gebracht. Sie kommen Ordensfrauen, Priestern und kirchlichen Mitarbeitern zugute, die in Flüchtlingsunterkünften, Waisenhäusern oder Pfarreien für die Menschen in den Kriegsgebieten da sind. Die Hilfen gehen in alle Landesteile der Ukraine.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Sieben Wochen nach Beginn der Militärinvasion in der Ukraine hat das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT die zweite Phase seiner Nothilfe eingeleitet. Gut 1,5 Millionen Euro gehen an Ordensfrauen, Priester, Pfarren, Priesterseminare, Klöster, kirchliche Waisenhäuser und Flüchtlingseinrichtungen.

Insgesamt fast drei Millionen Euro Nothilfe

Damit hat KIRCHE IN NOT bereits fast drei Millionen Euro an Nothilfe für den Einsatz der Kirche in der Ukraine geleistet. Schon am ersten Kriegstag hatte das Hilfswerk ein Hilfsprogramm in Höhe von 1,3 Millionen Euro gestartet.

Ein Flüchtlingskind aus Kiew, das mit seiner Familie Aufnahme im Priesterseminar von Iwano-Frankwisk gefunden hat, zeigt das Logo von „Kirche in Not“.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Schwerpunkt kirchliche Flüchtlingsarbeit

Schwerpunkt der neuen Nothilfen ist die Flüchtlingsarbeit, die Klöster und Pfarrgemeinden vor allem im Westen der Ukraine leisten. Viele von ihnen haben Flüchtlinge aufgenommen. Versorgung und Unterbringung sind eine enorme pastorale und finanzielle Herausforderung. Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks zufolge sind rund zehn Millionen Ukrainer auf der Flucht – das ist rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Etwa sechs Millionen von ihnen sind Binnenflüchtlinge.

Solidaritätsbesuch von KIRCHE IN NOT in der Ukraine

„Die neuen Nothilfen gehen gezielt an Einrichtungen, die Flüchtlinge beherbergen. Neben Lebensmitteln oder Medikamenten werden Stromgeneratoren gebraucht, um für so viele Menschen kochen oder heizen zu können“, erklärte die Projektverantwortliche des Hilfswerks für die Ukraine, Magda Kaczmarek. Sie hält sich in der Karwoche zusammen mit einem weiteren Vertreter von KIRCHE IN NOT im westukrainischen Lwiw (Lemberg) auf, um Solidarität mit den Menschen zu zeigen und weitere Hilfen zu koordinieren.

Projektreferentin Magda Kaczmarek im Gespräch mit einem Projektpartner in der Ukraine.

Fahrzeuge für Hilfstransporte benötigt

Aktuell würden vermehrt Transportfahrzeuge benötigt, damit die Hilfsgüter aus der Westukraine in den Süden oder Osten des Landes gelangen könnten, teilte Kaczmarek mit. Humanitäre Hilfen aus dem Ausland werden meist bis Lwiw geliefert, danach übernehmen ukrainische Helfer den Weitertransport – oft unter Lebensgefahr. Auch Diözesen und Pfarreien haben Hilfstransporte gestartet. Sie sorgen auch dafür, dass die Menschen in den Dörfern versorgt werden. Oft führten schon in Friedenszeiten extrem schlechte Straßen dorthin. Dies ist nach Beginn der Kämpfe noch schwieriger geworden.

Unterstützung auch durch Messstipendien

Zum neuen Nothilfepaket gehören auch rund 600 000 Euro für Messstipendien. Das sind nach katholischen Brauch freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe, oft verbunden mit einem Gebetsanliegen. Sie kommen Priestern in der Ukraine zugute, die von ihren Diözesen wenig bis keinen Lohn erhalten. Sie sichern nicht nur den Einsatz der Seelsorger in den Kriegsgebieten, sondern kommen auch der Gemeindearbeit zugute – etwa wenn ein Pfarrer Benzin für ein Fahrzeug mit Hilfsgütern kauft oder ein Gemeindemitglied ins Krankenhaus transportiert.

Verteilung von Hilfsgütern an die Bewohner eines Dorfes in der Nähe von Odessa.

KIRCHE IN NOT unterstützt Ukraine seit 1953

„KIRCHE IN NOT war eine der ersten Organisationen, die Nothilfe für die Ukraine zugesagt hat“, erklärte Magda Kaczmarek. Das Hilfswerk unterstützt die Arbeit der Kirche in der Ukraine seit 1953. Die Ukraine gehört regelmäßig zu den fünf am meisten durch „Kirche in Not“ geförderten Länder weltweit. Das Hilfswerk ist in 140 Ländern aktiv.

„Keine Ende des Krieges in Sicht“

„Es ist wichtig, dass die Menschen in der Ukraine wissen, dass sie nicht vergessen sind, auch wenn sich dieser Krieg immer länger hinzieht und kein Ende in Sicht ist“, betonte die Projektreferentin. „Wir werden weiterhin nach Möglichkeiten suchen, um den Einsatz der Ortskirche für die notleidenden Menschen zu unterstützen.“

Freiwillige in der Diözese Kamjanez-Podilsky nahe der Grenze zu Rumänien und der Republik Moldau transportieren Hilfsgüter.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Beiträge zu diesem Thema

4.000 Straftaten in einem Jahr

4.000 Straftaten in einem Jahr

22.02.2022 aktuelles
Red Wednesday - Aktionstag am 17.11.

Red Wednesday - Aktionstag am 17.11.

12.11.2021 aktuelles
Druck der Islamisten nimmt zu

Druck der Islamisten nimmt zu

09.03.2021 aktuelles
Farbanschlag auf Kirche in Berlin

Farbanschlag auf Kirche in Berlin

07.03.2021 aktuelles
Dramatisch Situation der Katholiken

Dramatisch Situation der Katholiken

02.12.2020 aktuelles
„Aufstehen gegen Radikalismus“

„Aufstehen gegen Radikalismus“

31.10.2020 aktuelles
Zur Umwidmung der Hagia Sophia

Zur Umwidmung der Hagia Sophia

23.07.2020 aktuelles
Sorge um die Hagia Sophia

Sorge um die Hagia Sophia

08.07.2020 aktuelles
Bosnien: Die Vergessenen

Bosnien: Die Vergessenen

14.06.2020 aktuelles
Hagia Sophia soll Moschee werden

Hagia Sophia soll Moschee werden

08.06.2020 aktuelles
Anschlag auf Loretto Gemeinschaft

Anschlag auf Loretto Gemeinschaft

20.05.2020 aktuelles
Wegen "Terror-Mitschuld" verhaftet

Wegen "Terror-Mitschuld" verhaftet

13.02.2020 aktuelles
Brandanschlag auf Dominikanerkirche

Brandanschlag auf Dominikanerkirche

19.06.2019 aktuelles
Offizielle Zahlen für Frankreich

Offizielle Zahlen für Frankreich

10.05.2019 aktuelles
Vandalismus in Kirchen nimmt zu

Vandalismus in Kirchen nimmt zu

14.02.2019 aktuelles
Ukraine: Existenzhilfe für Karmelitinnen

Ukraine: Existenzhilfe für Karmelitinnen

05.10.2018 hilfsprojekt
Feindseligkeiten nehmen zu in Europa

Feindseligkeiten nehmen zu in Europa

07.05.2018 aktuelles
Prozessbeginn gegen US-Pastor

Prozessbeginn gegen US-Pastor

19.04.2018 aktuelles
"Kalvarienberg der Christen"

"Kalvarienberg der Christen"

21.03.2018 aktuelles
Blutrot erleuchtetes Kolosseum

Blutrot erleuchtetes Kolosseum

20.02.2018 aktuelles
Anschlag auf Kirche in Dagestan

Anschlag auf Kirche in Dagestan

19.02.2018 aktuelles
Russland: Ein Fahrzeug für Ordensfrauen

Russland: Ein Fahrzeug für Ordensfrauen

05.02.2018 hilfsprojekt
Existenzbedrohung der Katholiken

Existenzbedrohung der Katholiken

02.01.2018 aktuelles
Einladung zum Aktionstag in Wien

Einladung zum Aktionstag in Wien

12.12.2017 aktuelles
Red Wednesday

Red Wednesday

27.11.2017 aktuelles
Einladung zum Aktionstag in Wien

Einladung zum Aktionstag in Wien

14.11.2017 aktuelles
Rechte der Kirche werden verletzt

Rechte der Kirche werden verletzt

27.09.2017 aktuelles
Evangelischer Pastor in Haft

Evangelischer Pastor in Haft

31.08.2017 aktuelles
Religionsunterricht abgeschafft

Religionsunterricht abgeschafft

17.07.2017 aktuelles
Zunehmende Bedrängnis

Zunehmende Bedrängnis

27.04.2017 aktuelles
Muslime sollen Christinnen heiraten

Muslime sollen Christinnen heiraten

15.03.2017 aktuelles
Bericht: Christen massiv bedroht.

Bericht: Christen massiv bedroht.

15.02.2017 aktuelles
Beschlagnahmung von Gemeinderäumen

Beschlagnahmung von Gemeinderäumen

07.02.2017 aktuelles
Religionsfreiheit weltweit 2016

Religionsfreiheit weltweit 2016

15.11.2016 aktuelles
Konferenz: Christen in Bedrängnis

Konferenz: Christen in Bedrängnis

10.11.2016 aktuelles
3 Christen erhielten Geldbußen

3 Christen erhielten Geldbußen

01.09.2016 aktuelles
Priester bei Geiselnahme getötet

Priester bei Geiselnahme getötet

26.07.2016 aktuelles
Keine Rückgabe kirchl. Eigentums

Keine Rückgabe kirchl. Eigentums

26.04.2016 aktuelles
Bericht über Christenverfolgung

Bericht über Christenverfolgung

23.02.2016 aktuelles
Abstimmung über Völkermord

Abstimmung über Völkermord

03.02.2016 aktuelles
Christl. Flüchtlinge leben in Angst

Christl. Flüchtlinge leben in Angst

01.02.2016 aktuelles
Einladung zum Aktionstag in Wien

Einladung zum Aktionstag in Wien

30.11.2015 aktuelles
Vandalismus in deutschen Kirchen

Vandalismus in deutschen Kirchen

10.02.2015 aktuelles
Einladung zum Aktionstag

Einladung zum Aktionstag

01.12.2014 aktuelles
Anschlag auf kath. Pfarre in Berlin

Anschlag auf kath. Pfarre in Berlin

29.09.2014 aktuelles
Zur Lage in Weißrussland

Zur Lage in Weißrussland

22.09.2014 aktuelles
Vandalismus an Kirchen

Vandalismus an Kirchen

09.09.2014 aktuelles
241 Fälle von Intoleranz in Europa

241 Fälle von Intoleranz in Europa

19.05.2014 aktuelles
Karlskirche in Wien beschmiert

Karlskirche in Wien beschmiert

05.05.2014 aktuelles
Brandanschlag auf Kirche in Bregenz

Brandanschlag auf Kirche in Bregenz

05.05.2014 aktuelles
Vandalismus in Wiener Kirchen

Vandalismus in Wiener Kirchen

02.04.2014 aktuelles
Unbekannte schändeten Friedhof

Unbekannte schändeten Friedhof

20.01.2014 aktuelles
Angriffe auf Geistliche mehren sich

Angriffe auf Geistliche mehren sich

07.01.2014 aktuelles
Aktionstag gegen Christenverfolgung

Aktionstag gegen Christenverfolgung

29.11.2013 aktuelles
Diskriminierung von Katholiken

Diskriminierung von Katholiken

28.11.2013 aktuelles
Verfolgt und vergessen?

Verfolgt und vergessen?

21.10.2013 aktuelles
Morde an Christen durch Boko Haram

Morde an Christen durch Boko Haram

19.08.2013 aktuelles
Orthodoxer Priester ermordet

Orthodoxer Priester ermordet

09.08.2013 aktuelles
Steigende Intoleranz gegen Christen

Steigende Intoleranz gegen Christen

24.05.2013 aktuelles
67 Vorfälle aus Hass in Europa 2012

67 Vorfälle aus Hass in Europa 2012

04.03.2013 aktuelles
Kirche in Not im EU-Parlamet

Kirche in Not im EU-Parlamet

20.12.2012 aktuelles
Diskriminierung im Westen nimmt zu

Diskriminierung im Westen nimmt zu

20.11.2012 aktuelles