Im Jahr 2022 sind weltweit mindestens 17 Priester und Ordensleute der katholischen Kirche eines gewaltsamen Todes gestorben. Insgesamt wurden mehr als 100 Priester und Ordensschwestern entführt, verhaftet oder getötet. Das geht aus einer Aufstellung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) zum Jahresende hervor.
Demnach wurden in Nigeria 2022 vier Priester umgebracht. Darüber hinaus wurden in Mexiko drei Priester von Mitgliedern der Drogenkartelle ermordet. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden zwei Geistliche erschossen.
Im Jahr 2022 wurden nach den „Kirche in Not“ vorliegenden Informationen auch fünf Ordensschwestern in Ausübung ihrer Mission ermordet: Schwester Luisa Dell’Orto im Juni in Haiti, die Schwestern Mary Daniel Abut und Regina Roba im August im Südsudan, Schwester Mari de Coppi im September in Mosambik sowie Schwester Marie-Sylvie Vakatsuraki im Oktober in der Demokratischen Republik Kongo.

2022 wurden nach Kenntnis von „Kirche in Not“ insgesamt 42 Priester in verschiedenen Ländern entführt, von denen 36 wieder freigelassen wurden. Drei in Nigeria entführte Priester wurden ermordet, und drei weitere Geistliche werden noch immer vermisst: zwei in Nigeria und der deutsche Missionar Pater Hans-Joachim Lohre, ein Projektpartner von „Kirche in Not“, der im November in Mali verschleppt wurde.
Nigeria führt die Liste mit insgesamt 28 Entführungen im Jahr 2022 an. Kamerun folgt mit sechs Entführungen; dort waren im September fünf Priester auf einmal verschleppt und fünf Wochen später wieder freigelassen worden. In Äthiopien, Mali und auf den Philippinen wurde jeweils ein Priester entführt.
Haiti hat sich zu einem der gefährlichsten Orte in Mittelamerika entwickelt: Fünf Priester wurden dort im Laufe des Jahres kriminellen Banden entführt, wobei alle inzwischen wieder freigelassen wurden.
Ebenfalls in Nigeria wurden im zu Ende gehenden Jahr die meisten Ordensfrauen verschleppt: „Kirche in Not“ hat von sieben Entführungen Kenntnis erhalten. In Burkina Faso wurde eine Schwester, in Kamerun – zusammen mit den fünf oben erwähnten Priestern – noch eine weitere Ordensfrau entführt. Glücklicherweise wurden alle diese Ordensschwestern später wieder freigelassen.

Außerdem sind im Jahr 2022 nach Informationen von „Kirche in Not“ mindestens 32 Geistliche in Ausübung ihres Dienstes festgenommen und inhaftiert worden. Die jüngsten Fälle betreffen vier Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die im von Russland besetzten Teil der Ukraine tätig sind. Zwei von ihnen wurden inzwischen freigelassen und in das ukrainische Hoheitsgebiet „abgeschoben“, zwei weitere befinden sich weiterhin in Haft und sollen möglicherweise wegen „Terrorismus“ angeklagt werden. Es steht zu befürchten, dass sie in der Haft gefoltert werden, wie lokale Ansprechpartner berichten.
Große Sorgen macht sich „Kirche in Not“ um die Lage in Nicaragua, wo die Regierung massiv gegen die katholische Kirche vorgeht. Dort wurden im zu Ende gehenden Jahr elf Mitglieder des Klerus verhaftet. Es handelt sich um zwei Seminaristen, einen Diakon, einen Bischof und sieben Priester. Bischof Rolando Alvarez aus Matagalpa, der derzeit unter Hausarrest steht, soll am 10. Januar 2023 wegen „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ vor Gericht gestellt werden. „Kirche in Not“ hat auch Berichte erhalten über Priester in Nicaragua, denen es nicht erlaubt ist, ihre Gemeinden zu verlassen, und über mindestens zehn Geistliche, die von der Regierung an der Rückkehr in das Land gehindert werden.
Ein weiterer aktueller Fall betrifft die Inhaftierung eines Bischofs und zweier Priester in Eritrea. Zwei Monate sind seit ihrem Verschwinden vergangen, ohne dass die Behörden etwas dazu erklärt hätten.

Wie viele katholische Priester und Bischöfe im Jahr 2022 in China festgenommen wurden, lässt sich kaum abschätzen. Nach den von „Kirche in Not“ zusammengetragenen Informationen werden Geistliche aus der Untergrundkirche immer wieder für einige Zeit von den Behörden verschleppt, um sie zu drängen, sich der staatlich anerkannten Kirche anzuschließen. Ein Beispiel ist das Verschwinden von mindestens zehn Priestern, die alle der Untergrundgemeinde von Baoding etwa 160 Kilometer südwestlich von Peking angehören, im Zeitraum von Januar bis Mai 2022.
Darüber hinaus wurde ein Priester in Myanmar während der Proteste gegen das Regime verhaftet. Mehrere Ordensschwestern und zwei Diakone wurden in Äthiopien während des Tigray-Konflikts Ende 2021 verhaftet und 2022 wieder freigelassen.
„Kirche in Not“ ruft die beteiligten Länder auf, alles zu tun, um die Sicherheit und Freiheit von Priestern, Ordensschwestern und anderen pastoralen Mitarbeitern zu gewährleisten, die sich in den Dienst der Bedürftigsten stellen. Das internationale Hilfswerk bittet auch alle Freunde und Wohltäter, für diejenigen zu beten, die noch in Gefangenschaft sind, sowie für die Gemeinden und Familien derjenigen, die ihr Leben verloren haben.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Verfolgte Christen
Mit großer Betroffenheit und Trauer müssen wir bekannt geben, dass unser langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter, Herr Diakon Johann Himberger aus Kössen/Tirol, am 9. Jänner 2023 zu Gott heimgegangen ist.
Diakon Hans Himberger begann seine ehrenamtliche Tätigkeit bei KIRCHE IN NOT-Österreich im Februar 1996. Er war vor allem in den Pfarren in West-Österreich unterwegs, wo er predigte, Vorträge hielt, die Ausstellung über „Verfolgte Christen weltweit“ aufstellte, Wohltäter besuchte, und vieles mehr.

Wir sind traurig, weil wir einen guten Mitarbeiter und vor allem einen guten Freund verloren haben, aber auch sehr dankbar, Diakon Himberger kennen- und schätzen gelernt zu haben. DANKE für alles, was du für KIRCHE IN NOT getan hast.
Vergelt´s Gott dafür!
Möge er ihn Frieden ruhen!
Im Namen des gesamten Teams von KIRCHE IN NOT-Österreich
Herbert Rechberger, Nationaldirektor
Besonders betroffen ist das Gebiet der katholischen Diözese Natitingou. Die Angriffe hätten bereits Ende 2021 eingesetzt, seien jedoch im Lauf des vergangenen Jahres intensiver geworden, berichten die Projektpartner.
Auch die pastorale Arbeit in der 1964 errichteten Diözese ist betroffen: So mussten etwa im vergangenen Jahr die Benediktinerinnen ihr Kloster „Notre Dame de l‘Écoute“ in Natintigou aus Sicherheitsgründen verlassen. Die sieben Ordensfrauen halten sich aktuell im Landesinneren Benins auf.

Ihr Kloster bestand seit 17 Jahren, die meisten Schwestern stammen aus Frankreich. KIRCHE IN NOT unterstützt die Arbeit der jungen Gemeinschaft. „Wir waren uns bewusst, eine bevorzugte Zielscheibe für Angriffe zu sein: Wir sind Ausländer, weiß und weiblich“, berichtete die Oberin Schwester Anna gegenüber dem Hilfswerk. Warnungen vor Entführungen habe es seit Langem gegeben, aber erst Ende 2022 habe sich der Orden zur Flucht entschlossen.
KIRCHE IN NOT sieht mit großer Sorge, dass sich der dschihadistische Terror im Westen Afrikas immer wieder ausbreitet. Waren in der Region bislang vor allem Mali, Burkina Faso, Tschad, Niger, Kamerun und Nigeria betroffen, so geraten zunehmend auch die Nachbarländer ins Visier der Extremisten.

Unser Hilfswerk hat bereits in seinem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ darauf hingewiesen, dass die Angriffe darauf ausgerichtet seien, ein transnationales Kalifat von der Sahelzone über den Nahen Osten bis hin zum Süden der Philippinen zu errichten.
Betroffen sind in den jeweiligen Staaten alle Bewohner, die die Weltsicht der Extremisten nicht teilen – Christen jedoch oft in besonders hohem Maße, da sie ihnen wegen ihrer Werte und Lebensweise als besonders verhasst gelten. In den betroffenen Ländern wie Nigeria oder Mali sind Entführungen von Priestern und Ordensleuten mittlerweile an der Tagesordnung.
In Benin sind nach den Recherchen von KIRCHE IN NOT über 45 Prozent der Einwohner Christen; die Zahl der Katholiken liegt bei etwa 25 Prozent.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Benin
Die Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in der Diözese Vellore hatten uns vor einiger Zeit um Hilfe gebeten, denn das Gebiet, das sie betreuen, ist sehr weitläufig, unterentwickelt und abgelegen, und die Ordensfrauen hatten kein Fahrzeug, um die vielen Dörfer zu besuchen.
Sie berichteten uns: „Da sich unsere Gemeinschaft hier noch im Anfangsstadium befindet, sind wir finanziell sehr schwach. Wir haben keine Einkommensquelle. Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung beim Kauf eines Fahrzeugs.“

Ihre Kongregation wurde 1952 in Südindien gegründet. Heute gehören ihr 300 Schwestern an, die sich vor allem um Arme und Benachteiligte kümmern. Sie betreuen kranke und alte Menschen und geistig behinderte Kinder, unterrichten Schulabbrecher, richten in den abgelegenen Dörfern Schulen und Kindergärten ein, organisieren Gebetstreffen und Katechesen und bereiten Kinder auf die Erstkommunion vor. Mädchen, die nicht zur Schule gegangen sind, vermitteln sie zudem Kenntnisse im Weben und Nähen, damit sie zum Unterhalt der Familie beitragen können. Aber ohne ein Auto konnten sie nur schwer in die Dörfer gelangen, in denen sie gebraucht werden. Daher haben unsere Wohltäter mit 11.000 Euro dazu beigetragen, dass sie Ordensfrauen ein Auto anschaffen konnten.
Schwester Arokia Selvi schreibt uns jetzt voller Freude: „Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt. Das Fahrzeug ist nützlich für die verschiedenen Aktivitäten in den Dörfern und kann in der Gemeinde große Veränderungen bewirken. Wir sind zuversichtlich, dass unser Dienst den katholischen Glauben stärken wird und die Bildung, die Gesundheit und die Lebensumstände aller Menschen, insbesondere der armen Kinder, verbessern und die Schulabbrecherquote in naher Zukunft senken wird. Wir nutzen diese Gelegenheit, um allen Wohltätern und Unterstützern für ihre Großzügigkeit und Ermutigung zu danken. Wir sind zutiefst dankbar für das Geschenk eines Fahrzeugs für unsere katholische Mission.“
Die weltweite päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT (international: Aid to the Church in Need ACN) nimmt mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit Abschied von Papst em. Benedikt XVI.. Er sei ein großer Freund und Förderer des Hilfswerks gewesen, erklärt der Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN), Mauro Kardinal Piacenza: „Das Lehramt von Papst Benedikt, der seine erste Enzyklika ,Deus caritas est’ der Nächstenliebe gewidmet hat, ist sehr wertvoll für ,Kirche in Not’ gewesen.“ Damit habe er die Mission des Hilfswerks gestärkt, dass sich „aufgrund seines Gründungscharismas ganz und gar mit der Nächstenliebe beschäftigt, um der leidenden Kirche zu helfen.“
Auf Auslandsreisen hatte Benedikt XVI. den Einsatz des Hilfswerks für notleidende und bedrängte Christen kennengelernt. 2007 war er zum Beispiel bei einer Apostolischen Reise nach Brasilien zu Besuch in einem Drogenrehabilitationszentrum „Fazenda da Esperança“ (Hof der Hoffnung), unterstützt von KIRCHE IN NOT.

Papst Benedikt hat die Arbeit des internationalen katholischen Hilfswerks viele Jahre lang maßgeblich begleitet. Kardinal Piacenza erinnert daran, dass es Benedikt XVI. gewesen sei, der im Jahr 2011 KIRCHE IN NOT in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhoben und einen umfassenden Modernisierungsprozess bei KIRCHE IN NOT einleitet hatte. In dem Bestätigungsschreiben (Chirograph) hatte der Papst die Verdienste des Hilfswerks gewürdigt, „das die Kirche seit 65 Jahren überall dort begleitet, wo es an finanziellen Mitteln fehlt und oder es zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit kommt, so dass die Ausübung des Evangelisierungsauftrages schwierig oder gar unmöglich wird.“ KIRCHE IN NOT hat mit dieser Umwandlung zur Päpstlichen Stiftung ihre bis heute gültige Gestalt bekommen. Zum ersten Präsidenten ernannte Papst Benedikt XVI. Mauro Kardinal Piacenza.
Kardinal Joseph Ratzinger war der Arbeit von KIRCHE IN NOT schon in seiner Zeit als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation verbunden. Schon im Jahr 2002 hatte er erklärt: „Ich unterstütze ,Kirche in Not’, weil ich weiß, dass da wirklich Dienst am Glauben getan wird. Manche meinen ja, man dürfe nur Soziales im engsten Sinne des Wortes unterstützen; was einer glaube, solle man jedem selbst überlassen. Aber in Wirklichkeit ist nichts wichtiger, als Gott zu den Menschen zu bringen, als ihnen zu Christus zu helfen, weil nur dann die Kräfte des Glaubens erwachen, die die entscheidende Art von Energie für die Weltgeschichte sind. KIRCHE IN NOT hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist.“
Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT International erklärt: „Diese Kraft des Glaubens, von der Papst Benedikt sprach, kann KIRCHE IN NOT jedes Jahr in den Hunderttausenden von Spenden erleben, die es ermöglichen, die Kirche und den Glauben in der Welt zu stärken.“

Heine-Geldern erinnert zudem daran, wie sehr Papst Benedikt die Jugendlichen am Herzen lagen: „Auch dieses wichtige Anliegen hat er uns anvertraut durch die Betreuung, Verbreitung und Weiterentwicklung des Jugendkatechismus YOUCAT.“
Heute ist die YOUCAT-Stiftung fester Bestandteil von KIRCHE IN NOT. Sie unterstützt den Informations- und Verkündungsauftrag des Papstes. Im Vorwort des Jugendkatechismus wandte sich Papst Benedikt direkt an die Jugendlichen: „Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt. Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“
Das bleibende Erbe des verstorbenen Papstes für die ganze Kirche sei „das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit inmitten der Diktatur des Relativismus, der oft zum Fundamentalismus geworden ist“, erklärt Kardinal Piacenza. Benedikt XVI. habe den Gläubigen vermittelt, dass das Christentum ebenso Religion der Freiheit ebenso wie Religion der Liebe sei. „Er hat aufgezeigt, dass an der Basis vieler eingeforderter Rechte der Relativismus zu finden ist, und dass die Freiheit, wo sie von der Realität getrennt wird, sich selbst vernichtet.“
Zusammen mit seiner Wertschätzung der Liturgie und des Gebetes habe der Papst damit Werte vermittelt, die auch in der Praxis von KIRCHE IN NOT „das praktische Handeln der Hilfe unterstützen und die sein Ursprung sind“, sagt Kardinal Piacenza. Er ruft die Wohltäter des Hilfswerks dazu auf, für den verstorbenen Papst em. und die ganze Kirche zu beten und die Botschaft Benedikts XVI. in den Werken der Nächstenliebe weiterzutragen.

2.800 Euro haben unsere Wohltäter gespendet, um es wieder einsatzbereit zu machen. Nun kann das Missionsteam, das aus einem Priester, einer Ordensfrau sowie weiteren Personen wie Seminaristen, Laienmissionaren oder auch anderen Ordensschwestern besteht, wieder jeden Monat 15 Tage unterwegs sein, um die Gläubigen an den Flussufern zu besuchen, mit ihnen zu beten, ihnen die Sakramente zu spenden, Glaubensunterweisung anzubieten und den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Missionsteam verbringt jeweils einen bis zwei Tage in einer Gemeinde und fährt dann weiter.
Bisweilen besucht auch Bischof Antonio Fontinele de Melo die Flussgemeinden. Er freut sich, dass das dank Eurer Hilfe Boot nun wieder im Einsatz ist und die Fahrten sicherer geworden sind. Er berichtet uns: „Heute ist das Boot bereits von den zuständigen Schifffahrtsbehörden zugelassen und führt die Missionare über die Wasserwege unseres geliebten Amazonas, um die Botschaft des Evangeliums zu denjenigen zu bringen, die sie am nötigsten brauchen.“
Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!
KIRCHE IN NOT sorgt dafür, dass rund 44 000 Kinder in Syrien und im Libanon ein Weihnachtsgeschenk und warme Winterkleidung erhalten. Die Verteilung findet in mehreren Pfarrgemeinden und Klöstern in beiden Ländern statt; KIRCHE IN NOT hat dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Geschenkaktion fand bereits in den vergangenen Jahren statt und wird dieses Jahr fortgesetzt.
Im Libanon werden so rund 14 000 Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten; in Syrien etwa 30 000. Allein in Aleppo können gut 1500 Kinder sowie kranke und ältere Menschen an Weihnachtsfeiern mit Musik, Theateraufführungen und einer gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen. „In Syrien und im Libanon kennen die Kinder gar kein sorgenfreies Weihnachten mehr. Auch für die Erwachsenen ist es lange her“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Wir rufen dazu auf, dieses Weihnachtsfest zu einer Zeit der Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern im Nahen Osten zu machen.“

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon und in Syrien!
Die Situation sowohl in Syrien als auch Libanon sei desolat. In Syrien lebten mindestens 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, im Libanon mehr als 70 Prozent. Viele Projektpartner von KIRCHE IN NOT fühlten sich entmutigt, erklärte Lynch, die die Region mehrfach besucht hat: „Sie haben den Eindruck, dass die Welt sie vergessen hat. Sie können aber einen Funken Hoffnung bewahren, weil sie wissen, dass wir alles in unserer Machtstehende tun werden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.“
KIRCHE IN NOT hat deshalb vor Weihnachten die langjährige Hilfsarbeit für Syrien und den Libanon nochmals verstärkt. Das Hilfswerk unterstützt kirchliche Krankenhäuser, finanziert Lebensmittelpakte, gibt Zuschüsse für Schulgebühren und Stipendien und fördert kirchliche Jugendgruppen sowie den Einsatz von Ordensschwestern und Priestern.
Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten, sagte Lynch: „Ohne unsere Hilfe würde die christliche Minderheit die Auswanderung als einzigen Ausweg sehen und die Hilfsarbeit der Kirchen für die gesamte Bevölkerung zusammenbrechen.“
Sowohl Syrien als auch der Libanon gehören zu den Ursprungsregionen des Christentums; viele Orte werden schon in der Bibel genannt. Aktuell gebe es dort aber immer weniger Christen, sagte Lynch: „Gründe dafür sind Kriege und Wirtschaftskrisen, die Hunger und Elend über die Menschen gebracht hat.“
Nach einer Phase wirtschaftlichen Wohlstands geht der Libanon aktuell durch die schwerste Krise seiner jüngeren Geschichte. Die einheimische Währung ist nichts mehr wert. In Syrien wird zwar in weiten Teilen des Landes nicht mehr gekämpft, aber die Situation ist durch den Rückgang humanitärer Hilfe und infolge der nach wie vor geltenden Sanktion enorm verschlimmert.
Viele Menschen würden für sich und ihre Kinder keine Perspektive mehr sehen und auswandern, betonte Lynch. „Das Überleben der Christen in Syrien und im Libanon ist in Gefahr. Damit würden auch viele karitative Einrichtungen zusammenbrechen. Wir müssen tun, was wir können, um diese Entwicklung zu stoppen. Deshalb hoffen wir auf großzügige Unterstützung.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon oder Syrien

Die Stadt Tyros im Libanon wird mehrfach in der Bibel genannt, auch als Rückzugsort Jesu. Die Stadt war in der Vergangenheit mehrheitlich von maronitischen Christen bewohnt – heute ist ihr Anteil auf unter 30 Prozent gefallen.
Einer von ihnen ist Salim Assaf. Früher war er Taxifahrer. Zu seinen Kunden zählten vor allem Touristen, die die alte Hafenstadt am Mittelmeer besuchten. Er musste zwar Miete zahlen für das Taxi, aber er kam mit seiner Familie gut über die Runden. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Libanon ab 2019. Innerhalb kürzester Zeit verlor das libanesische Pfund etwa das Zwanzigfache seines Wertes. Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate im Libanon bei über 158 Prozent; im Jahresdurchschnitt 2021 bei knapp 155 Prozent.
Die Preise für die meisten Waren blieben jedoch gleich oder stiegen sogar – bei Brot oder Benzin teilweise um 400 Prozent oder mehr. Salim konnte sich das Benzin für sein Taxi nicht mehr leisten, seitdem ist er arbeitslos. Staatliche Hilfe für ihn gibt es keine. So musste er auch sein Haus aufgeben. Mit seiner Frau und fünf Töchtern zog er zu seinem Vater in eine Zwei-Zimmer-Wohnung – sieben Menschen auf engstem Raum.

Die Eltern mussten ihre Töchter schweren Herzens von der Schule nehmen, da sie das Schulgeld und selbst das Geld für den Bus nicht mehr aufbringen konnten. Eine der Töchter ist kognitiv beeinträchtigt; Salims Frau kümmert sich um sie und kann deshalb nichts dazuverdienen.
Als ein Team von KIRCHE IN NOT Salim und seine Familie besuchte, war gerade ein Teil der Decke im Schlafzimmer ihres Apartments eingestürzt. Für Reparaturen fehlt das Geld; die Familie drängt sich nun in der kleinen Küche zusammen.

Alle zwei Monate bekommen sie ein Lebensmittelpaket von der lokalen maronitischen Gemeinde; das Geld dafür stammt von den Wohltätern KIRCHE IN NOT. „Die Menschen sind sehr auf die Lebensmittelhilfen angewiesen“, berichtet Pfarrer Yacoub Saab. „Sie waren schon immer arm, aber seit der Krise leben sie unterhalb des Existenzminimums.“
Die Familie Assaf ist eine von rund 150 christlichen Familien, die noch in Tyros leben. Die meisten Christen haben die Stadt auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Im Stadtzentrum treffen die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT auf Therese.

Sie ist 60 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Enkelkindern zusammen. Ihr Haus sieht von außen imposant aus, doch die Wände sind feucht und die Räumlichkeiten sehr beengt. So muss der Heizkessel im Bad gleichzeitig als Kochstelle genutzt werden; sonst ist es in den Räumen eiskalt.
„Wir schaffen es nur dank der Lebensmittelpakte von der Kirche, überhaupt etwas zu essen zu haben“, erzählt Therese. Ihr Mann, der früher als Fischer gearbeitet hat, hilft manchmal in einem Lokal beim Ausnehmen und Herrichten von Tintenfischen. Mit dem kleinen Zubrot kauft er dann manchmal ein paar Äpfel für die Enkelinnen, aber auch das ist selten. Die Pfarrgemeinde versorgt Therese auch mit Medikamenten, denn sie leidet an Diabetes. Aber auch die lebensnotwendige Medizin ist nicht immer zu bekommen.

„Tyros ist eine schöne Stadt, aber die Armut ist oft in den Häusern versteckt“, erklärt Pfarrer Yacoub. Die maronitische Diözese hat in Tyros und Umgebung mehr als 2600 hilfsbedürftige Familien ermittelt. 1500 von ihnen erhalten aktuell Lebensmittelpakete, finanziert von KIRCHE IN NOT.
Das Hilfswerk hat seine Hilfe im Libanon seit Ausbruch der Finanzkrise vervierfacht. Ziel ist es, den Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen und ihnen zu helfen, im Land zu bleiben. „Die Hilfe ist ein Zeichen der Solidarität unter uns Christen“, sagt Pfarrer Yacoub. „Wir hoffen, dass die aktuelle Krise eines Tages vorüber ist. Dann sind wir an der Reihe, anderen zu helfen.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon
Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise haben die Bischöfe auf Sri Lanka die Gläubigen dazu aufgerufen, in diesem Jahr auf große Weihnachtsfeiern zu verzichten. Dies bestätige der Kommunikationschef der Erzdiözese Colombo, Pfarrer Jude Chrysantha Fernando, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN): „Unsere Bischofskonferenz und Malcolm Kardinal Ranjith (der Erzbischof der Hauptstadt Colombo; Anm. d. Red.) haben Katholiken wie Nichtkatholiken dazu aufgefordert, kein Geld für Dinge wie Weihnachtsschmuck und große Feste auszugeben, sondern dieses Geld für die Armen zu verwenden.“ Unter den Christen Sri Lankas, die etwa neun Prozent der Bevölkerung ausmachen, wird Weihnachten üblicherweise mit Feiern in den Großfamilien begangen.
Die aktuelle Krise auf Sri Lanka habe sich durch die Covid-19-Pandemie und politische Fehlentscheidungen verschärft; viele Einwohner machten dafür den ehemaligen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa verantwortlich, erklärte Chrysantha Fernando: „Anfang 2022 hat unser damaliger Präsident zum Beispiel chemische Düngemittel in der Landwirtschaft verboten, um organischen Dünger zu fördern. Doch viele Landwirte konnten sich diese teureren Dünger nicht leisten und deshalb ihre Reisfelder nicht bestellen. Sri Lanka musste Reis importieren, und die Preise sind gestiegen.“ Nach Angaben der Zentralbank Sri Lankas lag die Inflationsrate im Oktober bei 66 Prozent; in den Vormonaten war sie noch höher.

Korruption und Misswirtschaft hätten zu Devisenknappheit geführt, sodass Strom und Kraftstoff immer teurer geworden seien; teilweise sei die Stromversorgung komplett zusammengebrochen: „An manchen Tagen dauerten die Stromausfälle mehr als neun Stunden, was die Wirtschaft stark beeinträchtigt hat. Viele Unternehmen mussten schließen“, schilderte Chrysantha Fernando. Die Regierung habe die Gasimporte einstellen müssen; viele Menschen hätten daraufhin ihre Wohnungen verlassen, da sie dort nicht mit Holz heizen konnten. Auch die Tourismusindustrie, der für Sri Lanka wichtigste Wirtschaftszweig, sei durch die Pandemie und die Wirtschaftskrise zusammengebrochen.

Als auch noch Babynahrung und Notfallmedikamente knapp wurden, kam es ab Frühjahr zu Massenprotesten. Die katholische Kirche habe dabei klar Position bezogen, sagte Chrysantha Fernando: „Viele Bischöfe, Priester und Ordensfrauen haben die Proteste aktiv unterstützt. Auch Kardinal Ranjith kam zum Ort der Proteste. Er hat sich für die Demonstranten ausgesprochen, von denen viele noch sehr jung waren.“
Im Mai 2022 sei es dann zur Eskalation gekommen, als regierungsnahe Kräfte brutal gegen die Protestierenden vorgegangen seien. „Als die Menschen in den Dörfern die Bilder von diesen Gewalttaten in den sozialen Medien sahen, begannen sie die Häuser der Regierungsmitglieder in Brand zu setzen“, erklärte der Kommunikationschef.

Mitte Juli trat Präsident Rajapaksa mit seiner Regierung zurück und verließ das Land. Sein Nachfolger wurde Ranil Wickremsinghe; mit ihm verbinden sich viele Hoffnungen, auch aufseiten der Katholiken, wie Chyrsantha Fernando erklärte: „Der neue Präsident tut sein Bestes. Die Situation verbessert sich sehr langsam. Es wird wohl Jahre dauern, bis Sri Lanka wieder zur Normalität zurückfindet.“
Von Normalität ist auch die katholische Kirche auf Sri Lanka noch weit entfernt. Sie kämpft nicht nur mit den Folgen der islamistischen Anschläge an Ostern 2019, bei denen mindestens 253 Menschen ums Leben kamen. Auch die seelsorgerische und karitative Arbeit sei stark eingeschränkt, da die Gläubigen kaum mehr dazu beitragen könnten und es keinerlei staatliche Unterstützung gebe, so Chrhysantha Fernando: „Unsere Priester und die Ordensfrauen tun ihr Bestes, um den Bedürftigen zu helfen. Doch die Ausgaben haben sich durch den Preisanstieg verdoppelt.“
„Kirche in Not“ unterstützt die Pfarrearbeit und kirchliche Nothilfe auf Sri Lanka in mehreren Projekten, zum Beispiel durch Messstipendien, die direkt den Priestern und ihren Gemeinden zugutekommen, wie der Kommunikationsdirektor betonte: „Wir in der Erzdiözese Colombo sind ,Kirche in Not’ sehr dankbar für die Hilfe, nicht nur zur Weihnachtszeit.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Sri Lanka
In der Erzdiözese Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo herrscht große Freude unter der Gläubigen: Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 14.000 Euro gespendet haben, konnte der Radiosender „Radio Maria“ seine technische Ausstattung modernisieren und ausbauen. Außerdem sorgt ein Generator dafür, dass der Strom nicht mehr ausfällt. So konnte die Zahl der Sendungen von monatlich fünfzehn auf vierzig ansteigen.
Das Radio ist ein wichtiges Medium in Afrika, wo die Pfarren sich über riesige Gebiete erstrecken. Über den Rundfunk können auch die Menschen in weit abgelegenen Dörfern erreicht werden. Information, Erziehung und eine intensive Teilhabe am kirchlichen Leben – alles das ist über das Radio möglich.

Besonders wichtig ist dieses Kommunikationsmittel da, wo – wie im Ostkongo – bewaffnete Gruppierungen das Leben und insbesondere die Fortbewegung unsicher machen. In der Provinz Nord-Kivu, in der die Erzdiözese Bukavu liegt, kommt es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen nicht nur gegen die Bevölkerung, sondern auch auf kirchliche Einrichtungen wie Pfarren, Klöster und Pfarrhäuser. Wechselnde bewaffnete Gruppierungen terrorisieren die Bevölkerung. Viele sind auf der Flucht, Angst und seelische Traumata sind weit verbreitet. Die Wurzeln der Gewalt liegen in ethnischen Konflikten und dem Kampf um den Zugang zu Rohstoffen, aber in jüngerer Zeit ist auch eine zunehmende Radikalisierung des Islams zu verzeichnen.
Das Radio erreicht die Gläubigen überall, wo sie sind. Sie finden Trost, Rat und können auch dann, wenn gerade kein Priester zu ihnen gelangen kann, durch die Gottesdienstübertragungen am Leben der Kirche teilnehmen.
Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!
Pater Youssef Nasr ist Präsident des Sekretariats für katholische Schulen im Libanon. Kürzlich sprach er mit KIRCHE IN NOT (ACN) über die Herausforderungen, vor denen die Schulen angesichts der anhaltenden schweren Wirtschaftskrise des Landes stehen.
Wie viele katholische Schulen gibt es im Libanon? Und wie ist das zahlenmäßige Verhältnis von muslimischen zu christlichen Schülern?
Es gibt drei Arten von katholischen Schulen: 211 weiterführende katholische Schulen, die auf Schulgeld angewiesen sind; 90 halböffentliche Schulen, die bis 2017 teilweise ein jährliches staatliches Stipendium erhielten,– diese Schulen sind am meisten bedroht – sowie 19 technische Bildungseinrichtungen.
Es gibt ungefähr 200 000 Schüler, davon 27 % Muslime und 73 % Christen. Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen in Regionen, die mehrheitlich muslimisch sind und die nur einen geringen Anteil an Christen aufweisen. Wir kümmern uns um diese Schüler und helfen ihnen, so wie wir auch die Christen in Regionen unterstützen, in denen diese in der Mehrheit sind. Darüber hinaus bewahren wir unsere eigene Identität, auch wenn wir für alle Gemeinschaften offenbleiben.

Welche Rolle spielen die Bildungseinrichtungen bei der Förderung der interreligiösen Harmonie?
Im Libanon hängen die privaten Bildungseinrichtungen meistens von religiösen Einrichtungen ab. In diesem Zusammenhang spielen die katholischen Schulen eine koordinierende und zusammenführende Rolle. Das bedeutet, dass die katholischen Bildungseinrichtungen unter den Schülern der verschiedenen Religionen ein Bewusstsein für verschiedene Religionen schaffen und sie zusammenbringen. Bei der Verbreitung der Botschaft der katholischen Kirche behandeln wir jedoch alle Menschen auf die gleiche Weise. Natürlich fördern wir die Harmonie und legen Wert auf Offenheit.
Wir versuchen, mit muslimischen Schulen zusammenzuarbeiten, um dabei Erfahrungen auszutauschen und Offenheit zwischen den Einrichtungen herzustellen. Wir wollen damit die Harmonie zwischen den christlichen und muslimischen Schulen fördern, um eine Gesellschaft zu schaffen, die sich gegenüber allen Religionen im Libanon offen zeigt.
Welche Rolle spielen die Schulen bei der Weitergabe des Glaubens?
Die katholischen Schulen sind die rechte Hand der Kirche und verkörpern die Mission der Kirche. Das ist klar und deutlich: Wir haben unsere Identität, unsere Mission und unsere Vision. In unseren Schulen ist die Atmosphäre von christlichen Werten durchdrungen. Wir engagieren uns für die Mission der Kirche und bezeugen unseren Glauben gegenüber Schülern, Mitarbeitern und Eltern.

Warum ist es so wichtig, den Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten, um den Eltern Hoffnung und einen Grund zu geben, im Libanon zu bleiben und nicht auszuwandern, um der Wirtschaftskrise zu entkommen?
Trotz der aktuellen Herausforderungen wollen die Eltern in eine bestmögliche Zukunft blicken. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine gute Bildung, und genau das bieten wir. Deshalb müssen wir dieses Bildungsangebot aufrechterhalten, um die Menschen im Libanon zu halten und sie insbesondere angesichts der heutigen schwierigen Situation davon abzuhalten, auszuwandern.
Wir müssen den Eltern eine positive Botschaft vermitteln, und ihnen zeigen, dass wir unser Bestes tun, um unser Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Daran arbeiten wir
Nehmen die muslimischen Familien den christlichen Aspekt des Unterrichts gut auf?
Muslimische Familien lassen freiwillig ihre Kinder in christlichen Schulen unterrichten. Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.

Was sind die größten Bedürfnisse und Herausforderungen für die Schulen?
Erstens sind seit dem Verfall der Landeswährung die Gehälter der Lehrkräfte weitgehend wertlos geworden. Wir bemühen uns daher, uns um sie zu kümmern und sie zu halten, indem wir versuchen, ihnen jeden Monat einen kleinen Geldbetrag in US-Dollar zu geben. Das ist unser Ziel, und wir hoffen, dass wir es durch die Hilfe, die wir erhalten, erreichen können Der zweite Punkt, bei dem wir Hilfe benötigen, betrifft unsere Schulkosten wie Strom und Heizung, die 40 % unserer Gesamtausgaben ausmachen. Obwohl all diese Kosten in US-Dollar bezahlt werden, bezahlen die Eltern das Schulgeld nach wie vor hauptsächlich in libanesischen Pfund, , die nahezu wertlos geworden sind. Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.
KIRCHE IN NOT unterstützt die Eltern bei der Zahlung des Schulgeldes, und bezuschusst die Gehälter der Lehrer an 200 Schulen. Wie wirkt sich diese Unterstützung aus?
Ohne KIRCHE IN NOT wäre es uns unmöglich, weiterzumachen und all unsere Aufgaben zu bewältigen. Wir benötigen Ihre Hilfe, die für uns sehr wichtig ist, um all diese Herausforderungen bewältigen zu können.
Welche Botschaft möchten Sie den Wohltätern von KIRCHE IN NOT mitgeben?
Ich möchte jedem einzelnen Spender und jeder Spenderin danken, und sagen, dass es sehr schwierig – vielleicht unmöglich – ist, ohne diese Hilfe weiterzumachen.Wir zählen auf Ihre Hilfe bei unserer christlichen Mission, ohne die unsere Existenz aufs Spiel gesetzt würde. Sie, die Spender, erfüllen eine maßgebliche Aufgabe des Evangeliums.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon
Angesichts des Wintereinbruchs in der Ukraine und der Zerstörung großer Teile der Energieversorgung finanziert das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) Öfen und Generatoren für kirchliche Einrichtungen. Dort finden viele Einwohner und Flüchtlinge Zuflucht. Einfache Holzöfen werden auch in der lokalen Bevölkerung verteilt.
„Wir befürchten, dass der Wintereinbruch in Regionen, wo wegen der zerstörten Infrastruktur das Heizen nicht mehr möglich ist, zu noch mehr Vertriebenen führen wird. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder“, erklärte die Projektreferentin von KIRCHE IN NOT für die Ukraine, Magda Kaczmarek, die gerade von einer Reise in die Ukraine zurückgekehrt ist.

Die aktuellen russischen Drohnenangriffe zielten Kaczmarek zufolge „nicht auf strategische Ziele“ ab, sondern darauf, „das tägliche Leben der Ukrainer zu verschlimmern“ und es „unmöglich zu machen, den Winter an diesen Orten zu überleben.“ In einigen Regionen des Landes, vor allem in der okkupierten Ostukraine, würden die Temperaturen im Winter üblicherweise auf unter Minus 20 Grad Celsius fallen. Nach Angaben der ukrainischen Regierung sind die Hälfte der Kraftwerke und Energieanlagen des Landes zerstört.
Als Reaktion auf die dramatische Versorgungslage hat KIRCHE IN NOT ein weiteres Hilfspaket für die Ukraine geschnürt: Dazu gehören Finanzhilfen für den Kauf von Heizöfen und Stromgeneratoren, darunter 40 Generatoren für das in größten Teilen von Russland besetzte ukrainisch griechisch-katholische Exarchat (Bistum) Donezk.

Auch in den heftig umkämpften Regionen um Charkiw und Saporischschja finanziert KIRCHE IN NOT Holzöfen, die von der dortigen römisch-katholischen Diözese ausgegeben werden. In den Wärmestuben, Suppenküchen und Ausgabestellen halten sich viele der verbliebenen Bewohner auf. „Viele alte, kranke und arme Menschen sind in Charkiw geblieben. Sie haben Angst vor dem Winter. Viele fragen sich, wie sie durchhalten sollen“, erklärte Kaczmarek.
Der Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pawlo Honcharuk, bat KIRCHE IN NOT wegen des Wintereinbruchs um weitere Hilfen: „Für viele Menschen wird es eine große Herausforderung sein, ihre Wohnungen zu heizen, denn viele haben keinen Zugang zu Strom und Gas. Viele Menschen haben sich bereits mit der Bitte um Hilfe an uns gewandt.“
Die Energiekrise betreffe aber nicht nur die besetzten und umkämpften Gebiete, sondern die ganze Ukraine, stellte Magda Kaczmarek fest: „Ich habe das bei meinem vergangenen Besuch erlebt. Die Schwestern in einem der Klöster, das ich besucht habe, waren ohne Strom und Wasser – und das bei jetzt schon sehr niedrigen Temperaturen.“ Viele dieser Einrichtungen hätten Flüchtlinge aufgenommen und befürchteten, dass das Schlimmste jetzt im Winter noch bevorstehe.
Aufgrund des Strom- und Gasmangels suchen zahlreiche Pfarreien, Klöster und Priesterseminare nach neuen Energiequellen und wollen ihre Heizsysteme jetzt umstellen. Auch hier hilft KIRCHE IN NOT. So zum Beispiel im Priesterseminar von Ternopil in der Westukraine, das auf eine Heizung mit Holzpellets aus eigener Produktion umgerüstet hat. Damit konnten die Energiekosten erheblich gesenkt werden.
„Wir machen in der Ukraine eine äußerst schwierige Zeit durch“, schreibt Bischof Pawlo Honcharuk aus Charkiw an KIRCHE IN NOT. „Wir danken Ihnen für die Gebete und die Unterstützung, die wir von so vielen Menschen seit Beginn des Krieges erhalten haben. Möge Gotte alle Wohltäter reichlich belohnen.“