Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 27 von 49
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Obwohl das Christentum in der Türkei eine fast 2000-jährige Tradition hat, leben heute nach verschiedenen Wellen der Verfolgung kaum noch Christen dort. Dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat der Erzbischof von Izmir, Martin Kmetec, die aktuelle Lage in der Türkei geschildert.

Der gebürtige Slowene gehört dem Orden der Franziskanerminoriten an. Er war fast elf Jahre im Libanon tätig, seit 2001 lebt er in der Türkei. 2020 hat ihn Papst Franziskus zum Erzbischof von Izmir im Westen des Landes ernannt.

Martin Kmetec, Erzbischof von Izmir.

KIRCHE IN NOT: Das Christentum in der Türkei hat eine große Geschichte. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten auf dem Territorium des damaligen Osmanischen Reiches noch etwa 30 Prozent Christen. Heute schätzt man den Anteil der Christen in der Türkei auf etwa 0,2 Prozent. Wie viele Katholiken gibt es in Ihrem Erzbistum Izmir und wo leben sie?

Ich schätze, dass in meinem Erzbistum ungefähr 5000 Katholiken leben. Wenn man Migranten und Flüchtlinge dazuzählt, sind es vielleicht noch einige mehr. Sie leben hauptsächlich in der Innenstadt von Izmir oder anderen großen Städten. Wir haben Gemeinden in Konya, auch in Antalya und in anderen Städten an der Küste. Unsere Erzdiözese ist flächenmäßig sehr groß, ihr Gebiet umfasst ungefähr 100 000 Quadratkilometer. Die letzte Pfarrei, die zu uns gehört, ist Ikonium, ungefähr 550 Kilometer von Izmir entfernt; im Süden ist das Antalya, ungefähr 450 Kilometer entfernt. So groß sind die Entfernungen.

Können Sie den Glauben frei verkünden?

Als Franziskaner steht für mich das Zeugnis des Lebens an erster Stelle, das brüderliche Leben. Der heilige Franziskus hat gesagt: Wenn es eine Möglichkeit gibt, das Wort zu predigen, dann können sie predigen. Das versuchen wir zum Beispiel in den sozialen Netzwerken und auf der neuen Internetseite der Diözese.

Wir versuchen, präsent und eine lebendige Kirche zu sein. Unsere Mission ist eine Mission der Kirche der offenen Türen. Deshalb haben wir in allen unseren Kirchen Zeiten, zu denen sie geöffnet sind. Manchmal ist dort Anbetung; es ist immer jemand vor Ort, der die Besucher begrüßt und auch Auskunft geben kann, wenn sie Fragen haben. Das ist unser Weg der Evangelisierung in dieser Situation.

Erzbischof Martin Kmetec hilft beim Renovieren einer Kirche.

Die einstmals laizistische Türkei erlebt eine islamische Wiedergeburt. Werden Christen diskriminiert?

Ich würde nicht sagen, dass Christen grundsätzlich diskriminiert werden. Aber es kommt schon einmal zu negativen Erfahrungen im Umgang mit Behörden und Verwaltungen. Die katholische Kirche ist nicht als juristische Körperschaft anerkannt.

Wenn wir aber an den Dialog denken, würde ich sagen, dass es einen Dialog des Lebens gibt. Wenn ich zum Beispiel an die Caritas denke: Caritas ist Teil der Kirche, Teil unserer Diözese. In jeder Diözese gibt es ein Büro. Und sie hilft allen, Christen und Muslimen und allen anderen, die schutzlos sind. Wir haben auch Begegnungen mit den Imamen in unserer Gegend, zum Beispiel am „Tag der Brüderlichkeit“. Ich selbst und einige Priester besuchten den Bürgermeister der Stadt und wir übergaben ihm bei dieser Gelegenheit ein Geschenk: die Übersetzung der Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus in türkischer Sprache. Auch die Enzyklika „Laudato si“, die von ökologischen Problemen handelt, die die ganze Menschheit betreffen, wurde ins Türkische übersetzt.

Gibt es einen ökumenischen Dialog in der Türkei?

Die Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen sind in der Regel gut. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., pflegt zum Beispiel gute Kontakte zur Fokolar-Bewegung und zum neuen Apostolischen Vikar von Istanbul, Bischof Massimiliano Palinuro.

Auch bei uns in Izmir treffen wir uns an verschiedenen christlichen Festen mit den orthodoxen, aber auch den anglikanischen Christen. Kürzlich haben armenische Priester in unserer katholischen St.-Polykarp-Kirche eine armenische Liturgie gefeiert, weil sie in Izmir keine eigene Kirche haben. Außerdem haben wir gemeinsam mit den Armeniern in Izmir für die Bibelgesellschaft ein kleines Geschäft eröffnet für den Verkauf von Büchern. Es gibt also gute Zeichen eines ökumenischen Dialogs.

Die Türkei ist ein beliebtes Urlaubsland. Wie wichtig ist es, dass Christen, die in die Türkei reisen, auch die christlichen Kirchen besuchen?

Sehr wichtig. Ich möchte die Touristen daran erinnern, dass hier die Ursprünge unseres Glaubens liegen. Hier wurde die erste Kirche unter den Nationen geboren. Die ersten Ökumenischen Konzilien, die den katholischen Glauben geprägt haben, haben in der heutigen Türkei stattgefunden. Von hier ging die Mission Europas aus.

Wir haben für die Unterstützung der Seelsorge hier den deutschen Pfarrer Ludger Paskert, der sich um die hier lebenden Katholiken aus Deutschland kümmert. Ich wäre froh, wenn wir noch einen weiteren Priester für andere Gemeinden finden könnten, wenigstens im Sommer für die Touristen. Das ist aber auch ein finanzielles Problem. Vielleicht sollte der Europäische Rat der Bischofskonferenzen darüber nachdenken, uns zu helfen.

Unterstützen Sie das Gemeindeleben und die karitative Arbeit der kleinen christlichen Minderheit in der Türkei mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Nie erschien Pfarrer Lucas Perozzi seine Heimat Brasilien weiter weg als jetzt. Der Priester lebt in Kiew und durchleidet mit seiner Gemeinde „Mariä Entschlafung“ die Angst und das Elend des Krieges. Er könnte das Land verlassen, sich in seiner Heimat in Sicherheit bringen.

Aber er hat sich entschlossen zu bleiben – bei den Menschen, die ihm anvertraut sind und denen er dienen wollte, als er 2004 in das Land kam. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT erklärt er seine Motivation und wie es ihm und seinen Mitbewohnern gelingt, mitten im Krieg Zuversicht zu bewahren.

Aktuell leben rund 30 Menschen ständig bei Pfarrer Lucas und drei weiteren Geistlichen in den Räumen der Pfarre. Er schläft und isst nicht viel, wurde nach Kriegsbeginn sogar krank. Zeit zur Genesung blieb nicht.

Pfarrer Lucas Perozzi singt während einer Gebetsstunde im Schutzkeller.

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„Die Menschen waren verängstigt”

Die Sorge um „seine Leute“ trieb ihn um: „Die Menschen konnten wegen der Luftalarme nicht in ihren Wohnungen bleiben. Sie schliefen in Kellern und U-Bahnhöfen. Dort ist es schrecklich: Kälte, Schmutz, es herrscht eine düstere Atmosphäre. Die Menschen waren verängstigt“, erzählt Pfarrer Lucas.

Also öffneten er uns seine Priesterkollegen die Türen der Pfarre. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, können jetzt nachts wieder schlafen. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre, trotz des Krieges.“ Es herrsche eine hohe Solidarität in der kleinen Gemeinschaft: „Wenn jemand niedergeschlagen, traurig oder verängstigt ist, gibt es immer einen anderen, der Beistand leistet und zuhört.“

Also öffneten er uns seine Priesterkollegen die Türen der Pfarre. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, können jetzt nachts wieder schlafen. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre, trotz des Krieges.“ Es herrsche eine hohe Solidarität in der kleinen Gemeinschaft: „Wenn jemand niedergeschlagen, traurig oder verängstigt ist, gibt es immer einen anderen, der Beistand leistet und zuhört.“

Menschen in einem Schutzkeller in der Ukraine.

Lebensmittel und Medikamente werden knapp

Die russische Führung hatte kürzlich angekündigt, Truppen aus der Region Kiew abzuziehen. Ans Tageslicht kommen dabei auch Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Die Angst sei nach wie vor allgegenwärtig, so Pfarrer Lucas  im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Auch die Waren in den Läden seien aktuell knapp. „Einige Geschäfte haben zwar geöffnet, aber die Regale werden jeden Tag leerer. Auch Medikamente gehen allmählich aus.“

Die Soforthilfe von KIRCHE IN NOT käme zur rechten Zeit, damit er und die weiteren Seelsorger ihre Arbeit fortsetzen können. Viele Stunden am Tag sind sie damit beschäftigt, lebensnotwendige Güter für die 30 Schutzsuchenden aufzutreiben.

Nächtliche Gebetsstunde im Luftschutzkeller.

Ganze Priesterlaufbahn eng mit Hilfe von KIRCHE IN NOT verknüpft

Seine 28 Jahre in der Ukraine seien eng mit der Hilfe von KIRCHE IN NOT verknüpft, betont Pfarrer Lucas. Er gehört seit seiner Jugend der Gemeinschaft „Neokatechumenaler Weg“ an. Bei einem Treffen in Italien wurde er eingeladen, in die Ukraine zu kommen. Dort wurde er Priester.

„Mein Priesterseminar wurde von KIRCHE IN NOT unterstützt. Meine Pfarrkirche und die Gemeinderäume, wo jetzt die 30 Personen untergebracht sind, wurde in erster Linie mit Geldern von KIRCHE IN NOT gebaut. Und ich konnte ein Auto anschaffen, um meine Gemeindemitglieder zu besuchen“, erklärt er.

Autos und Transportfahrzeuge werden gerade jetzt in Kriegszeiten für die Pfarrgemeinden in der ganzen Ukraine immer wichtiger: Sie dienen dazu, Hilfsgüter und Lebensmittel aus der Westukraine im ganzen Land zu verteilen und auch Menschen in abgelegenen Gegenden zu versorgen.

Gottesdienst in der Pfarre Mariä Entschlafung in Kiew.

Hochzeitsfeiern im Krieg: „Die Menschen wollen in Gnade Gottes leben“

Pfarrer Lucas bleibt kaum Zeit: Gerade sei eine weitere Familie mit zwei Kindern eingetroffen. Die Menschen suchten nicht nur nach einem Dach über dem Kopf, sondern auch nach seelischem Beistand.

Und da gebe es auch schöne Erlebnisse, mitten im Krieg: „Gestern haben wir hier eine Hochzeit gefeiert, und heute gibt es schon wieder eine. Die Menschen haben keine romantischen Illusionen. Sie wollen diese Wochen in der Gnade Gottes durchleben, als Eheleute und Familien. Es kommen auch viele Menschen zur Beichte.“

Das Leben in Kiew ist schwer, und ständig droht neue Gefahr. Aber Pfarrer Lucas hat keine Sekunde überlegt, die ihm anvertrauten Menschen zu verlassen. „Ihr Leben ist mein Leben, ihr Schicksal ist mein Schicksal“, betont er. Und er ist nicht allein. Tausende Priester und Ordensleute in der Ukraine stehen der notleidenden Bevölkerung in diesen schweren Wochen bei.

Trauung in der der Pfarre Mariä Entschlafung in Kiew.

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Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Während in Nigeria die Entwaffnung ehemaliger Mitglieder von Boko Haram und des IS-Ablegers ISWAP (Islamischer Staat Westafrikanische Provinz) erste Erfolge zeigt, melden Projektpartner von KIRCHE IN NOT aus dem benachbarten Kamerun neue Angriffe der Terrormilizen.

Die Terroreinheiten hätten ihren Aktionsradius auf die Gegend um den Tschadsee und das Mandara-Gebirge ausgedehnt. Der Tschadsee liegt zwischen Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger, das Mandara-Gebirge zwischen Nigeria und Kamerun.

Der Norden Kameruns war auch schon in früheren Jahren von terroristischen Attacken betroffen, diese hätten jedoch jüngst wieder zugenommen, so die Projektpartner. In der Region halten sich zudem zahlreiche Flüchtlinge aus Nigeria auf, die vor den Boko-Haram-Überfällen in ihrem Heimatland geflohen sind.

Ein Gemeindeseelsorger, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, berichtet von regelmäßigen Überfällen und Anschlägen der Terrormilizen auf Dörfer am Mount Oupay, etwa 20 Kilometer nordwestlich von Mokolo, der Hauptstadt des Bezirks Mayo-Tsanaga im äußersten Norden Kameruns.

Verstümmelte Frauen.
Diesen Frauen wurde bei einem Überfall auf ein kamerunisches Dorf von den Terroristen jeweils ein Ohr abgeschnitten.

Überfall in der Nacht

„Wir haben einen weiteren ,Besuch’ von Boko Haram erhalten“, schreibt der Priester in einer Nachricht Ende März an KIRCHE IN NOT. „Die Milizen haben zwei Menschen getötet, brannten die Häuser nieder und raubten Kleidung und Vieh. Wir dachten sie würden uns nicht erreichen, weil unser Dorf auf dem Berg liegt, aber leider haben wir uns geirrt.“

Der Gemeindepfarrer beschreibt auch die veränderte Vorgehensweise der Terrormilizen: „Früher sind sie unter lautem Kriegsgeschrei in die Dörfer eingefallen. In jüngster Zeit kommen sie unauffällig in der Nacht, um die Menschen im Schlaf zu überraschen. Sie töten Familienväter und junge Männer, dann plündern sie den Besitz und zerstören alles, was sie nicht mitnehmen können.“

Seit Mitte Februar seien bereits fünf Orte auf seinem Pfarreigebiet überfallen worden. Diese seien jetzt „nahezu menschenleer. Diejenigen, die bleiben, sind gezwungen im Freien in der Kälte und unter armseligen Bedingungen zu leben“, beklagte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT.

Kinder und Jugendliche in Kamerun, die vor dem Terror von Boko Haram in Nigeria geflüchtet sind.

Der lokale Ansprechpartner bittet um Unterstützung für die Sicherheit seiner Gemeinde. „Die Situation ist wirklich besorgniserregend. Wir zählen auf Ihre Gebete“, schreibt der Priester. KIRCHE IN NOT hat aktuell Unterstützung für ein kirchliches Flüchtlingslager in Minawao in Diözese Maroua-Mokolo auf den Weg gebracht, um den Betroffenen des Terrors durch Boko Haram beizustehen.

Seit Ende 2021 kündigt die nigerianische Regierung die Entwaffnung von Mitgliedern der Terrororganisation Boko Haram an. Berichten zufolge legen aktuell Tausende von Aufständischen im Nordosten Nigerias ihre Waffen nieder.

Allein in der vorletzten Märzwoche hätten sich laut einen hochrangigen nigerianischen General 7000 ehemalige Mitglieder von Boko Haram und ISWAP ergeben. Den Berichten der Projektpartner von KIRCHE IN NOT zufolge bedeutet das jedoch noch nicht das vollständige Aus für die terroristische Gewalt.

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Die Desinformation der russischen Bevölkerung ist für den römisch-katholischen Bischof von Odessa, Stanislaw Schyrokoradjuk, eine der Ursachen für die Invasion in der Ukraine: „Wir Ukrainer sind die Opfer des Krieges, das russische Volk ist ein Opfer der Propaganda.“ Der Bischof war am vergangenen Dienstag bei einer Konferenz am internationalen Sitz des katholischen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus zugeschaltet.

Laut Bischof Schyrokoradiuk sei der Krieg „kein Konflikt zwischen unseren beiden Völkern“. Die Bewohner Russlands hätten jedoch keinen Zugang zu vollständigen Informationen; viele von ihnen würden deshalb die russische Regierung unterstützen. Das heize die Aggression weiter an. „Ich hoffe, dass ihnen die Augen geöffnet werden, damit der Frieden kommen kann“, erklärte Schyrokoradiuk.

Bischof Stanislaw Schyrokoradjuk in der Kathedrale von Odessa.

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“Weg der Freiheit weitergehen, auch wenn er für uns alle ein Kreuzweg ist“

Mit Blick auf die weitere Perspektive für die Ukraine betonte der Bischof, dass es für sein Land keine Alternative zu Unabhängigkeit, Freiheit und der Orientierung nach Europa gebe. „Das ist unser Weg, den wir gewählt haben. Diesen Weg wollen wir weitergehen, auch wenn er für uns alle ein Kreuzweg ist.“

Seine Bischofsstadt Odessa befinde sich aktuell im „Epizentrum des Krieges“, erklärte der Bischof. Jeden Tag gäbe es Luftalarme und Angriffe: „So viele Ruinen, so viel Tränen, so viel Blut in unserem Land.“ In der Ukraine seien im ersten Monat des Krieges hunderte Kinder getötet und schwer verletzt worden. „Die Kinder haben beim Beschuss Hände oder Füße verloren; es ist furchtbar!“ Der Hafen in Odessa sei aktuell blockiert; die ukrainische Armee habe jedoch den Vorstoß der russischen Marine zurückstoßen können.

Warteschlange bei der Ausgabe von Hilfsgütern in Odessa.

Auch kirchliche Gebäude zerstört

Sehr angespannt sei die Lage in den beiden anderen nordöstlich von Odessa gelegenen Hafenstädten Cherson und Mykolajiw. Cherson sei mittlerweile komplett besetzt; in Mykolajiw habe sich die russische Armee zwar weiter zurückgezogen, aber es gäbe tägliche Luftangriffe.

In der Nacht von 28. auf 29. März sei bei einem Angriff auch ein Gebäude der katholischen Pfarrgemeinde in Mykolajiw zerstört worden, berichtete der Bischof: „Dennoch wollen viele Bewohner bleiben, das ist meine große Sorge.“ Auch alle Priester seien nach wie vor in den umkämpften Regionen präsent. „Die Pfarrer fahren von Dorf zu Dorf und bringen den Menschen Hilfsgüter. Sie machen eine sehr engagierte Arbeit, obwohl es sehr gefährlich ist.“

Frauen in Odessa beten um Frieden.

Humanitäre Versorgung weitgehend gesichert

Da der Seeweg abgeschnitten ist, hat die Diözese Odessa-Simferopol eigene Transporter organisiert, die Lebensmittel und Medikamente aus dem westukrainischen Lwiw (Lemberg) abholen – oft unter Lebensgefahr. Lwiw ist der zentrale Verteilpunkt von Waren, die aus Polen und dem westlichen Ausland eintreffen.

Die humanitäre Versorgung in der Region Odessa sei aktuell weitgehend sichergestellt, erklärte der Bischof: „Wir helfen ohne Ansehen der Religion oder Nationalität – in Odessa leben Menschen aus 120 Nationen.“ Die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Konfessionen bei der Hilfe für die notleidende Bevölkerung laufe sehr gut, auch mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche und mit den Protestanten.

KIRCHE IN NOT sei ebenfalls eine wichtige Stütze. Das Hilfswerk habe nicht nur als erstes seine Unterstützung angeboten, sondern gerade auch die Finanzierung von weiteren Fahrzeugen zugesagt, damit die Versorgung der Menschen in entlegenen Dörfern gewährleistet ist. „Wir sind von der Solidarität sehr bewegt“, betonte Bischof Schyrokoradjuk.

Insgesamt hielten die Menschen im Kriegsgebiet fest zusammen; es herrsche sogar Optimismus, stellt der Bischof fest: „Die Menschen habe den Humor nicht verloren und versuchen, auch die positive Seite des Lebens zu sehen. So ist Odessa!“

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Mauretanien ist eines der ärmsten Länder der Welt. 90 Prozent des im Nordwesten Afrikas gelegenen Landes liegen in der Sahara. Die Lage der mauretanischen Bevölkerung wird immer schwieriger. Waren noch 1960, als das Land unabhängig wurde, ca. 85 Prozent der Menschen Nomaden, die von der Viehzucht lebten, breitet sich seit Anfang der 1970er Jahre die Wüste immer weiter aus, und viele haben ihre Herden verloren. Immer mehr Menschen wandern in die Elendsviertel der Städte ab. Zugleich ist das Land, das im Westen an den Atlantik grenzt, auch von dem steigenden Meeresspiegel betroffen, der dazu führt, dass manche Stadtteile von an der Küste gelegenen Orten nicht mehr bewohnbar sind.

Die 4,8 Millionen Einwohner zählende Bevölkerung ist zu fast 100 Prozent muslimisch. Die nur 4.000 katholischen Christen sind ausschließlich Ausländer. Auch der Bischof, die Priester und die Ordensschwestern der einzigen Diözese des Landes stammen aus zwanzig verschiedenen europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern.

Die Ordensfrauen betreuen schwangere Frauen, Kranke, Häftlinge und Behinderte Sie sind in Schulen und Bildungseinrichtungen tätig und unterrichten Frauen, die keine Schule besuchen konnten. Außerdem versorgen sie unterernährte Kinder.

Helfen Sie den Ordensfrauen!

Mit Ihrer Hilfe können sie ihren Dienst an den Armen fortsetzen.

Die 27 Ordensfrauen haben in den Armenvierteln der Städte und in unterentwickelten ländlichen Gebieten alle Hände voll zu tun. Sie betreuen schwangere Frauen, Kranke, Migranten, Häftlinge und Behinderte Sie sind in Schulen und Bildungseinrichtungen tätig und unterrichten Frauen, die keine Schule besuchen konnten, in praktischen Fertigkeiten wie Nähen, aber auch im Lesen und Schreiben. Außerdem versorgen sie unterernährte Kinder.

Obwohl der Druck durch ein Erstarken des Islamismus im Land zunimmt, wird die Arbeit der Katholischen Kirche von vielen Muslimen geschätzt. Bischof Martin Happe hat einen mauretanischen Freund, der zwar Moslem ist, der aber schöne Kindheitserinnerungen an die katholischen Ordensfrauen hegt. Als er noch ein Kind war, dachten er und seine Kameraden sich kleine Wehwehchen aus, um an der Tür der Schwestern vom heiligen Josef klingeln zu können. Denn – so sagte der Freund – „zusätzlich zum Pflaster bekamen wir immer ein Glas Limonade“. Bis heute erinnert er sich an die Namen der Schwestern, die damals dort waren.

Für ihre Werke der Nächstenliebe wird die Katholische Kirche auch von der Regierung geachtet, aber finanzielle Unterstützung erhält sie nicht.

Für ihre Werke der Nächstenliebe wird die Katholische Kirche auch von der Regierung geachtet, aber finanzielle Unterstützung erhält sie nicht. Daher unterstützt KIRCHE IN NOT die 27 Ordensfrauen in diesem Jahr mit einem Beitrag von 29.700 Euro zu ihrem Lebensunterhalt.

KIRCHE IN NOT unterstützt mit einer Soforthilfe die Arbeit der Basilianermönche für Binnenflüchtlinge in der Ukraine. Die Basilianer des heiligen Josaphat (OSBM) sind eine Mönchsgemeinschaft mit etwa 300 Mitgliedern. Sie gehören dem Ritus der ruthenischen griechisch-katholischen Kirche an und sind in die ukrainische griechisch-katholische Kirche integriert.

Klöster sind Anlaufstellen für Kriegsflüchtlinge

In der Sowjetzeit waren die Mönche blutiger Verfolgung ausgesetzt. Beim Zusammenbruch des Kommunismus war nur ein kleines Kloster in Warschau übrig geblieben. Seither setzte eine Wiederbelebung ein. Die Basilianer des heiligen Josaphat haben Niederlassungen in der Slowakei, Rumänien, Ungarn und in der Ukraine. Die sechs Basilianerklöster, die sich allesamt im Westen der Ukraine befinden, sind seit Beginn des Krieges vor einem Monat zu Anlaufstellen für Flüchtlinge und Vertriebene geworden.

Flüchtlinge im Provinzhaus in Brjuchowytschi.

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„Ich habe Angst, große Angst“

So zum Beispiel das Provinzhaus der Basilianer mit eigenem Priesterseminar und theologischer Fakultät in Brjuchowytschi am Stadtrand von Lwiw (Lemberg). Dort haben aktuell etwa 150 Personen Zuflucht gefunden. Täglich treffen Frauen und Kinder aus den hart umkämpften Landesteilen ein; meistens haben sie nicht mehr als eine Reisetasche bei sich.

„Ich bin mit vier Kindern geflohen. Ich habe Angst, große Angst. Wir kommen aus Kiew; in der Stadt herrscht derzeit eine schreckliche Situation“, berichtet eine Frau, die gerade im Basilianerkloster angekommen ist, in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT. Sie deutet auf das Baby in ihren Armen: „Es ist erst zwei Monate alt. Wir mussten uns von unseren Ehemännern trennen. Ich nahm meine Schwiegertochter mit dem Baby und zwei Jugendlichen mit.“

Während die Frau spricht, die ihren Namen aus Angst nicht nennen will, versagt ihr immer wieder die Stimme. Im Krieg seien die Tage endlos, „als ob sie schon die Hälfte unseres Lebens ausmachen würden.“ Eine Ehrenamtliche versucht zu trösten: „Mach dir keine Sorgen; mit Gottes Hilfe wirst du eines Tages wieder nach Hause kommen.“

Flüchtlingsfamilie im Basilianerkloster Butschatsch.

Rund 6,5 Millionen Binnenflüchtlinge

Die Flüchtlinge bleiben so lange als möglich im Kloster. Viele von ihnen wollen die Ukraine nicht verlassen. Die Basilianer stellen Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente bereit – dazu kommen die gestiegenen Kosten für Strom, Gas und Wasser. Die Spenden von KIRCHE IN NOT kommen da gerade zur rechten Zeit.

Berichten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen zufolge sind fast vier Millionen Ukrainer im ersten Kriegsmonat ins Ausland geflüchtet. Doch rund 6,5 Millionen Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land.

„Wir sind den Mönchen sehr dankbar“

Auch das historische Basilianerkloster der Kreuzerhöhung in Butschatsch ist eine Zufluchtsstätte geworden. Das Kloster liegt zwischen Iwano-Frankiwsk und Ternopil und ist eines der Zentren der griechisch-katholischen Kirche in der Westukraine. Yevhen, der vor zwei Wochen mit seiner Frau Ivanka und den Kindern aus Kiew kam, ist einer von über 130 Flüchtlingen in den alten Klostermauern. „Wir sind sehr freundlich aufgenommen worden. Hier leben sehr freundliche Menschen, und die Freiwilligen helfen uns ständig. Wir sind den Mönchen sehr dankbar“, erzählt Yevhen gegenüber KIRCHE IN NOT.

Flüchtlinge, die bei den Basilianern in der Westukraine Aufnahme gefunden haben.

„Wir warten darauf, dass wir nach Hause können“

Auch Halyna, eine Frau mittleren Alters, die aus der Nähe von Kiew stammt, erzählt ihre Geschichte: „Wir sind so lange wie möglich in unserem Ort geblieben. Aber wir mussten gehen, weil wir beschossen wurden.“ Die Basilianermönche in Butschatsch hätten sie sehr zuvorkommend aufgenommen, „das ist keine Übertreibung.“ Halyna möchte die Ukraine nicht verlassen. „Wir warten darauf, dass wir nach Hause können, wenn es dann überhaupt noch ein Zuhause gibt. Ich danke allen sehr für die Solidarität.“

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

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Charkiw gehört zu den ukrainischen Städten, die besonders unter Beschuss stehen. Viele Gebäude und Wohnhäuser wurden dabei beschädigt oder sogar zerstört. Auch das Bischofshaus der römisch-katholischen Diözese von Charkiw-Saporischschja war vor einer Woche von einem Bombenprojektil getroffen worden.

Trotz der gefährlichen Lage bleibt Bischof Pavlo Honcharuk bei den Menschen. KIRCHE IN NOT hat einen Notzuschuss für die Diözese geschickt, damit sie ihren täglichen Bedarf – Gas, Licht, Wasser, Brennstoff und Lebensmittel – decken und anderen Menschen helfen kann. In einem Telefonat sprach Magda Kaczmarek, Ukraine-Referentin des Hilfswerkes, mit Bischof Pavlo Honcharuk über die Lage in der Stadt und den Einsatz der Kirche in dieser dramatischen Situation.

Bischof Pavlo Honcharuk zeigt den Schaden am Dach des Bischofshauses, das durch ein Raketenprojektil getroffen wurde.

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KIRCHE IN NOT: Sie sind in Charkiw, einer Stadt, die durch das Leiden der Menschen weltweit bekannt und jeden Tag in den Medien ist. Wie geht es Ihnen?

Bischof Pavlo Honcharuk: Wir haben die nächste Nacht überlebt, wir leben und sind gesund. Jeden Tag kommen Flüchtlinge, die eine Möglichkeit zur Evakuierung aus der Stadt suchen. Wir helfen dabei. Ja, es wird dauernd geschossen, das ist jetzt normal. Alles bebt, und es ist sehr laut. Die Fenster klirren, als würden die Scheiben gleich herausfallen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es laut ist.

Es ist sogar verdächtig, wenn es ruhig ist. Dann wissen wir nicht, was kommt. Es ist so, als würden die Eltern im Wohnzimmer plötzlich ihre Kinder aus dem Kinderzimmer nicht mehr hören; dann macht man sich Sorgen. Wir leben jetzt in einer ganz anderen, traurigen Realität.

Bischof Pavlo Honczaruk mit Menschen in einem Luftschutzkeller.

Wie geht es den Menschen in Charkiw?

Sie sitzen in Bunkern und Schutzkellern. Es ist sehr gefährlich. Wir besuchen die Menschen regelmäßig in der U-Bahn-Station, wo sie auf den Bahnsteigen und in den Waggons Schutz suchen und schlafen. Wir beten dort zusammen: Katholiken und Orthodoxe gemeinsam. Wir bekommen humanitäre Hilfe – Medikamente, Essen, Windeln usw. –, die uns aus der Westukraine erreicht. Alles kommt in kleinen Bussen oder Autos, die es besser schaffen durchzukommen. Große Lkws könnten die Straßen nicht passieren; und die Lkw-Fahrer haben Angst, in die Ostukraine zu fahren.

- Pavlo Honcharuk, Bischof von Charkiw

Sind die Krankhäuser offen?

Die Krankenhäuser arbeiten. Wir besuchen die Kranken regelmäßig. Wir konnten auch Windeln an das psychiatrische Krankenhaus liefern, wo Menschen mehrere Tage ohne Hygieneartikel auskommen mussten. Der Direktor hat uns mit Tränen in den Augen gedankt. Das ist jetzt unsere Mission. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wir organisieren Hilfe, wie wir können. Aus der Westukraine treffen viele Hilfsgüter ein, die aus ganz Europa über die polnische Grenze kommen. Das ist ein schönes Zeichen der Solidarität.

Eine Ordensschwester bringt Hilfsgüter zu älteren Menschen, die nicht vor dem Krieg flüchten können.

Es gibt einen großen Exodus. Wir haben Bilder von großen Menschenmengen vor Augen, die die Stadt verlassen …

Ich habe den Bahnhof besucht. Dort spielten sich sehr ergreifende Szenen ab, die mich zutiefst bewegt haben. Da kein Mann zwischen 18 und 60 Jahren das Land verlassen darf, verabschieden sich die Väter von ihren Frauen und Kindern, nicht wissend, wann und ob sie sich überhaupt jemals wiedersehen werden.

Vor dem Krieg war es so, dass viele Eltern im Westen gearbeitet haben, ihre Kinder sind bei den Großeltern hiergeblieben. Gestern kam wieder eine Mutter aus Polen, und sie hat ihre beiden Kinder abgeholt. Sie kam mit einem Bus voller Hilfsgüter. Die Großeltern wollten nicht mitkommen. Der Abschied war schwer.

Ich sehe sehr viel Traumatisierung in den Menschen, in ihren Augen, ihren Gesichtern. Ganz besonders die Kinder werden später an den Folgen leiden. Die psychischen Krankheiten kommen bestimmt nach dem Krieg. Wir werden unsere Arbeit leisten müssen.

Am Bahnsteig im Bahnhof von Charkiw ereignen sich erschüternde Szenen, wie Bischof Pavlo berichtet.

„Wir leben in permanenter Gefahr”

Wie sieht in der akuten schwierigen Lage die pastorale Seelsorge aus? Kann man überhaupt von Seelsorge sprechen?

Natürlich nicht in der Art, wie wir sie sonst kennen. Aber die Menschen wollen beichten; entweder kommen sie hierher, oder man trifft sich irgendwo zwischen den Häusern auf halbem Weg, denn wir leben in permanenter Gefahr.

Zurzeit ist es wichtig zu beten und zu überleben, beides, um den Menschen zu helfen, die auf sich allein angewiesen sind, die keine Hilfe bekommen. Es gibt so viel Bedarf nicht nur an materiellen Dingen, sondern auch an Güte und an Herzenswärme. Ein gutes Wort, eine Umarmung, ein Telefonat … Wir bezeugen somit die Anwesenheit Gottes, Gott ist unter uns. Das ist eine Art, das Evangelium weiterzugeben. Das ist unsere Seelsorge heute. Es sind so viele Zeugnisse der Liebe. Hier passiert wirklich auch viel Schönes.

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Das Leitungsteam der römisch-katholischen Diözese Kiew-Schytomyr wird bis zum Ende in der belagerten Stadt bleiben. Das geht aus einem Bericht hervor, den KIRCHE IN NOT direkt vom projektverantwortlichen Priester der Diözese, Mateusz Adamski, erhalten hat. Die Diözese umfasst neben der Hauptstadt auch die umliegenden Gebiete, in denen durch die Einkesselungsversuche der russischen Armee heftige Gefechte ablaufen.

Adamski beschreibt die unmittelbare Lebensgefahr in und um Kiew und erklärt: „Bischof Witalij Krywyzkyj ist der festen Überzeugung, dass wir in einer Zeit wie dieser nirgends sonst sein können.“ In vielen Dörfern und Städten spiele sich eine humanitäre Katastrophe ab. „Das Diözesanleitungsteam aus Priestern, Ordensschwestern und Laien verteilt Wasser, Lebensmittel und Medikamente, wo es notwendig und menschlich möglich ist. Sie helfen auch bei der Evakuierung von Menschen aus gefährlichen Orten.“

Eine ukrainische Ordensfrau hilft beim Verteilen von Wasser, Nahrung und Medikamenten.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Diese Mission erfordere die Bereitschaft, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. So sei der Bürgermeister des Kiewer Vororts Hostomel erschossen worden, als er Brot und Medikamente unter den Menschen verteilte. „Die humanitäre Mission und die freiwilligen Helfer sind jetzt in Gefahr, weil ihr Leben auf dem Spiel steht, aber wir werden weiterhin helfen, wo es nötig ist. Wir als Kirche Christi sind bei den Menschen, die in Gefahr, bedürftig, verletzlich, verängstigt, verwundet und schwach sind“, versichert der Priester.
Laien, Priester und Ordensleute riskieren ihr Leben, um den Menschen Nahrung und Medikamente zu bringen.
Im täglichen Beschuss durch Raketen und Artillerie sei es für die Menschen ein Trost zu wissen, dass sie nicht allein sind. „Wir bedanken uns für Ihre Solidarität und Ihre Gebete. Diese Wochen des Krieges in der Ukraine waren die härtesten und tragischsten in der modernen Geschichte. Wir sind überzeugt, dass Gott uns durch Ihre Gebete und Ihre Unterstützung hilft, diese schwierigen Zeiten zu überstehen“, schreibt Mateusz Adamski weiter.

- Ukrainische Ordensfrau
Die Menschen versuchen auf vielfältige Weise zu helfen und sehen darin ein Abbild Christi: „Da es jeden Tag viele verwundete Zivilisten und Soldaten gibt, besteht die Notwendigkeit, Blut zu spenden, und so haben die Einwohner von Kiew große Mengen an Blut gespendet, um sowohl ukrainischen Kämpfern als auch verwundeten Zivilisten zu helfen.“ Auch Ordensfrauen hätten Blut gespendet und erklärt: „Wir tun, was Jesus für uns getan hat, als er sein Blut vergossen hat, damit wir leben können: Wir retten das Leben von Menschen.“

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Ein Interview mit dem ukrainischen griechisch-katholischen Pater Antonio Vatseba, Provinzial des Instituts des fleischgewordenen Wortes. Es ist in der Ukraine mit sechs Gemeinschaften von Ordensschwestern und Priestern tätig.

KIRCHE IN NOT: Sie dürfen aus Sicherheitsgründen nicht sagen, wo genau Sie sich aufhalten. Können Sie uns aber sagen, ob Sie sich in einem Konfliktgebiet befinden?

Pater Antonio Vatseba: Je nachdem, wo sie sich befinden, können nicht alle Patres der Kongregation Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen. Drei Gemeinschaften befinden sich in der Westukraine. Sie nehmen Flüchtlinge auf und koordinieren die Sammlung und Lieferung von humanitärer Hilfe für die Zentral- und Ostukraine. Ich bin im Zentrum der Ukraine, nicht weit von Kiew entfernt. Im Moment ist die Lage ziemlich ruhig. Vom 24. bis 26. Februar war sie wegen der Raketeneinschläge recht angespannt. Dennoch feiern wir weiterhin zweimal täglich die heilige Messe, und abends nehmen wir Flüchtlinge auf, die in unseren Räumen in der Pfarrkirche schlafen.

Und wie sieht es in den beiden übrigen Gemeinschaften aus?

Es gibt eine Gemeinschaft im Donbass (Donezbecken), im Osten, wo die Kämpfe sehr heftig sind. Zur Sicherheit haben die Patres die Stadt verlassen. Sie befinden sich auf dem Land in der Nähe der Stadt, wo sie täglich die Messe feiern. An Samstagen und Sonntagen kehren sie ins Stadtzentrum zurück, um die Messe zu feiern und die Beichte zu hören.

Pater Antonio Vatseba, Priester aus der Ukraine.

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„Es fehlt an Strom, Wasser und Heizung”

Die andere Gemeinschaft befindet sich im Süden, in der Nähe der Krim, wo die Situation nicht einfach ist. Die russischen Truppen haben fast die gesamte Region um die Stadt Cherson herum belagert. Die Patres sind an einem sicheren Ort, an dem es keine Anschläge gegeben hat, und können die Messe feiern und ihre Gemeindemitglieder sowohl im Gebet als auch moralisch unterstützen.

Das größte Problem in diesen Gebieten ist, dass keine humanitäre Hilfe mehr in die Städte und Dörfer im Donbass und nach Cherson gelangt. Der Mangel an Lebensmitteln, unterbrochene Telefonverbindungen und in einigen Städten auch das Fehlen von Strom, Wasser und Heizung: All das kann zu einer schrecklichen humanitären Katastrophe führen.

Was bedeutet die Anwesenheit von Priestern und Ordensschwestern für die Menschen?

Trotz der Gefahr feiern wir weiterhin jeden Tag die heilige Messe. Wir bieten ebenfalls Katechese und Gebet online an. Wir unterstützen die Flüchtlinge, indem wir sie in unseren Kirchen, Klöstern oder in den Häusern der Mitglieder des Dritten Ordens aufnehmen. Trotz der schwierigen Situation kümmern sich die Schwestern weiterhin um Kinder und alte Menschen in den Häusern der Barmherzigkeit. Einige von ihnen mussten an sicherere Orte evakuiert werden.

Pater Antonio Vatseba (Bildmitte) mit Priestern und Flüchtlingen.

„Gläubige sollen nicht ohne geistliche Betreuung bleiben”

Wir haben viele Zeugnisse von Priestern und Bischöfen gesehen und gehört, die sich trotz der Gefahr weigern, zu gehen. Warum sind sie geblieben?

Die Kirche muss bei ihren Gläubigen, bei den Menschen sein, damit sie nicht ohne geistliche Betreuung bleiben, besonders in so schwierigen Zeiten wie dem Krieg. Die Anwesenheit des Hirten ist für die kirchliche Gemeinschaft sehr wichtig. Christus selbst lehrt uns: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11).  Wie Jesus Christus uns lehrt, müssen wir deshalb Hirten sein und dürfen unsere Schafe nicht sich selbst überlassen.

Wissen Sie schon, was sie tun werden, wenn das Gebiet von russischen Truppen besetzt wird?
Wenn unser Leben nicht bedroht ist, werden wir weiterhin unseren Dienst tun, jeder auf seinem Posten. Das ist es, was unsere Kirche seit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass bereits erlebt hat. Dank des Mutes der Priester vor Ort ist unsere Kirche weiterhin auf der Krim und im Donbass tätig.

Seminaristen aus dem Priesterseminar in Iwano-Frankiwsk verteilen Hilfsgüter an Flüchtlinge.

„Von der Liebe und nicht vom Hass leiten lassen”

Bei dem Konflikt besteht die Gefahr, dass die Menschen vom Hass überwältigt werden. Was können Sie als Priester tun, um den Menschen zu helfen, dies zu vermeiden?

Das ist eine echte Gefahr. In dieser schwierigen Zeit des Krieges, der Hass und Gewalt sät, müssen wir das Gesetz der Nächstenliebe aus dem Evangelium verkünden. Alle, ganz gleich ob Zivilisten oder Soldaten, müssen sich von der Liebe und nicht vom Hass leiten lassen. Dies waren die Worte des Primas unserer Kirche, Seiner Seligkeit Swjatoslaw Schewtschuk, die den Grundsatz der Liebe in Zeiten des Krieges sehr gut zusammenfassen: „Lasst uns in dieser tragischen Zeit zu lieben lernen! Lassen wir uns nicht vom Hass überwältigen, benutzen wir weder seine Worte noch seine Sprache.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfe für Priester und Ordensschwestern sowie für die Diözesen im Osten und in Kiew geleistet. Seit Jahren unterstützt es die ukrainische griechisch-katholische Kirche. Haben Sie eine Botschaft an unsere Wohltäter?

Ich möchte mich an die Gläubigen mit den Worten Christi wenden: „Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken!“ (Lk 21,9). In dieser Zeit hören wir in der Ukraine nicht nur vom Krieg, sondern wir sehen ihn und erleben ihn auf den Straßen unserer eigenen Dörfer. Wir müssen jedoch die Angst mit Gebet und Liebe zu unserem Heimatland davonjagen.

Straßenszene aus dem Krieg in der Ukraine (Bistum Kiew-Saporischschja).

„Beten Sie für ein baldiges Ende des Krieges”

Krieg ist eine Ausdrucksform des Bösen, und das Böse ist die Abwesenheit des Guten. Wir Christen müssen zuallererst kämpfen, um das Eigene zu verteidigen. Wir müssen aber auch das Wohl unserer Feinde suchen, indem wir für ihre Bekehrung beten. Ich bitte Sie, für ein baldiges Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine und für die Bekehrung der politischen Führer Russlands zu beten.

Der historische Moment, den wir heute erleben, erinnert uns an den Appell der Gottesmutter, der, wie Sie sehen können, auch heute noch aktuell ist. Lassen Sie uns gemeinsam beten und darauf vertrauen, dass diese Bitte der heiligen Jungfrau Maria endlich in Erfüllung geht.

Wie hilft die finanzielle Unterstützung den Priestern, den Ordensleuten und den Menschen vor Ort, wo Sie sind?

Die finanzielle Unterstützung, die wir jedes Jahr von KIRCHE IN NOT erhalten, ist eine große Hilfe sowohl für die Ausbildung unserer Seminaristen und Priester und ihre persönlichen Bedürfnisse als auch für die verschiedenen pastoralen Projekte in den Pfarreien, in denen wir arbeiten. Dafür sind wir allen Wohltätern sehr dankbar. Sie sollen wissen, dass wir immer in unseren Gebeten an sie denken.

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Ein Gebetsblatt mit einem Gebet für den Frieden in der Ukraine gibt KIRCHE IN NOT unentgeltlich heraus. Es enthält ein sowohl für Pfarrgemeinden als auch für die private Andacht geeignetes Gebet um Frieden und Versöhnung.

Darin wird vor allem um Hilfe für alle Betroffene des Krieges und um Versöhnung unter den Kriegsparteien gebetet.

Titelbild des neuen Gebetsblatts.

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen.

Das Apostolische Vikariat Yurimaguas erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von 70.000 Quadratkilometern. Die Einwohner gehören indigenen Volksgruppen an, die unter großer Armut leiden. Ihre Hütten sind aus Palmblättern gebaut, und die meisten der kleinen Siedlungen sind ausschließlich per Boot erreichbar. Straßen gibt es nicht, und medizinische Versorgung und Bildungsarbeit leistet hier ausschließlich die Kirche. Aber die Gläubigen leben weit verstreut, und es gibt viel zu wenige Priester.

Bischof Jesus Maria Aristin Seco berichtet, dass viele Jugendliche unter großen Problemen leiden: „Viele Familien sind zerrüttet, es fehlt eine wahrhaft väterliche und mütterliche Figur, viele leben bei den Großeltern oder anderen Verwandten. Angesichts dieser Art von Verlassenheit flüchten sich viele Jugendliche in Banden, ein Phänomen, das in Jugendkriminalität, Alkohol, Diebstahl und Drogen endet, und viele infizieren sich aufgrund von Promiskuität mit AIDS.“

Auch die Qualität der Schulausbildung lässt oft zu wünschen übrig. Viele Jugendliche mussten aufgrund der Armut der Familien auch von klein aufarbeiten.

Für den Bischof ist die Priesterausbildung eine der wichtigen Aufgaben. Sein Ziel ist es, „wahre Hirten auszubilden, die echte missionarische Jünger Jesu Christi sind.”

Ausbildungshilfe

Unterstützen Sie die 17 Seminaristen mit Ihrer Spende!

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen trägt das Berufungsapostolat, das in dem Vikariat bereits vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, Früchte. Denn jedes Jahr gibt es Berufungen. Die Priesterausbildung wird durch eine zweijährige Vorbereitungszeit, das sogenannte Propädeutikum, ergänzt, damit unter anderem Lücken in der Schulbildung geschlossen werden, bevor sich die jungen Männer dem Studium von Theologie und Philosophie widmen können.

Im Moment bereiten sich 17 junge Männer darauf vor, eines Tages Priester zu werden. Zehn von ihnen durchlaufen noch die beiden Vorbereitungsjahre am Propädeutikum von Yurimaguas, die anderen sieben sind bereits in das Priesterseminar der Diözese Callao eingetreten und studieren dort. Die Ausbilder müssen den angehenden Priestern sehr viel Zeit, Fürsorge und Aufmerksamkeit widmen. Wichtig ist ein Klima von Vertrauen und Nächstenliebe, damit sich die Tugenden entwickeln können und die jungen Männer, von denen viele keine stabile Familie kennengelernt haben und die oft unter schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sind, menschlich, spirituell und intellektuell zu gefestigten Persönlichkeiten heranreifen können.

Für den Bischof ist die Priesterausbildung eine der wichtigen Aufgaben. Sein Ziel ist es, „wahre Hirten auszubilden, die echte missionarische Jünger Jesu Christi nach dem Beispiel der seligen Jungfrau Maria sind“. Sie sollen „sich für die Neuevangelisierung einsetzen, damit sie, verwandelt durch das Evangelium, die Feier des Ostergeheimnisses und geprägt durch das Leben im Seminar, in der heutigen Welt am Reich Gottes mitbauen können.” Wer Priester werden will, müsse vor allem ein “Mann Gottes” sein, wie der heilige Paulus es schreibe, betont der Bischof.

Wir möchten die 17 jungen Männer auf ihrem Weg zur Priesterweihe unterstützen und haben versprochen, ihre Ausbildung mit 7.700 Euro zu unterstützen.

Die Niederlassung des päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT im Breslauer Hauptbahnhof in Polen ist in den vergangenen Tagen zum Anlaufpunkt für Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine geworden. In Polen leben derzeit mehr als 1,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge, viele davon kommen mit dem Zug direkt nach Breslau. Vor zwei Jahren hatte der polnische Zweig von KIRCHE IN NOT eine Zweigstelle direkt im Breslauer Hauptbahnhof eröffnet. „Das war ein Geschenk der göttlichen Vorsehung“, sagt der Direktor des Breslauer Büros von KIRCHE IN NOT, Andrzej Paś, im Rückblick. „Als die verängstigten und erschöpften Ukrainer an einem ihnen unbekannten Ort ankamen, waren wir sofort da, um ihnen zu helfen. Wer aus dem Zug aussteigt, erhält von den Freiwilligen sofort Informationen darüber, wo sie Hilfe bekommen können.“
KIRCHE IN NOT Büro im Breslauer Hauptbahnhof in Polen. © Jakub Wojslawski

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Das „Kirche in Not“-Büro in Breslau hat Tag und Nacht geöffnet

Zu Beginn des Krieges in der Ukraine hatte „Kirche in Not“ ein Soforthilfepaket von einer Million Euro geschnürt, das inzwischen auf 1,3 Millionen Euro aufgestockt wurde. Seitdem haben sich Hunderte freiwillige Helfer gemeldet. Das „Kirche in Not“-Büro im Breslauer Hauptbahnhof hat inzwischen Tag und Nacht geöffnet. „Restaurantbesitzer kommen und bringen uns Suppen und Sandwiches. Viele Menschen bieten an, Suppen, Eintöpfe oder Aufläufe zu kochen“, sagt die ehrenamtliche Helferin Julka. „Die Flüchtlinge erhalten sofort eine warme Mahlzeit und können sich ausruhen.“ Die Dankbarkeit sei allgegenwärtig zu spüren. Julka erzählt, dass die Flüchtlinge sie immer wieder nach ihrer Telefonnummer fragen, „weil sie mich in die Ukraine einladen wollen, wenn die Normalität wieder einkehrt“.

Es gibt auch einen Raum für Mütter mit Kindern sowie eine Stelle für medizinische Versorgung und psychologische Betreuung. Diese wird von der Ukrainerin Andżela geleitet, die seit zwei Jahren in Breslau lebt. „Die Menschen, die hierherkommen, sind verängstigt: Sie wissen nicht, was die Zukunft für sie bereithält, und sind am Boden zerstört. Ich erkläre ihnen, dass sie in guten Händen sind“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie bei Bedarf auch nachts telefonische Beratungen durchführt.

Ukrainer, die in Breslau ankommen, werden nach ihrer Ankunft auch von staatlichen Stellen betreut. „Der Gouverneur von Niederschlesien, der Woiwodschaft, zu der Breslau gehört, hat Unterkünfte organisiert. Es gibt viele Privatpersonen, die bereit sind, den Bedürftigen Gastfreundschaft und Unterkunft zu gewähren. Auch Arbeitsmöglichkeiten gibt es“, berichtet Andrzej Paś.

Ehrenamtliche Helfer in Breslau © Jakub Wojslawski

Hunderte freiwillige Helfer haben sich gemeldet

Zu denjenigen, die den Bedürftigen helfen, gehört Damian, ein Seminarist, der jeden Tag vom Priesterseminar der Salvatorianer in Bagno fast 40 Kilometer nach Breslau pendelt. „Wir haben erst nachmittags Unterricht, also haben wir uns freiwillig gemeldet, um zu helfen. Die Hälfte der Priesteramtskandidaten hat in den vergangenen Tagen mitgeholfen“, erklärt er.

Direktor Paś räumt ein, dass die Koordination der gesamten Initiative eine große Herausforderung sei. „Um sich ehrenamtlich zu engagieren, muss man einer Facebook-Gruppe beitreten“, erklärt er. „Dort veröffentlichen wir Informationen über alles Benötigte“, ergänzt Julka. An einem Tag seien es zum Beispiel Decken, Schlafsäcke, Verbandsmaterial, Damenbinden und Windeln. An einem anderen Tag würden dringend neue Socken und Kinderschuhe in den Größen 33 bis 39 benötigt.

Dank der Arbeit der Ehrenamtlichen werden die an das Büro von „Kirche in Not“ gelieferten Waren verpackt und sortiert. Die Hilfe von Wohltätern und Freunden sei so groß gewesen, dass ein zusätzliches Lager in der Nähe von Breslau eröffnet werden musste. Die ersten Transporte für die Menschen, die dringend auf Hilfe warten, seien nun bereits unterwegs in die Ukraine.

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Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

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