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Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas und eines der wichtigsten Finanz, Geschäfts- und Wirtschaftszentren in Brasiliens Nördlicher Region. Die mehr als zwei Millionen Einwohner zählende Metropole wächst unaufhaltsam und planlos. Seit Jänner droht aufgrund der COVID 19-Pandemie der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung; sie befindet sich in einer Gesundheitskrise. Die Situation ist unhaltbar geworden.

In Manaus arbeiten unter anderem die Minderen Kapuzinerbrüder von Amazonas und Roraima. Der Kapuziner Fr. Paolo Maria Braghini erklärt im Gespräch mit dem weltweiten Hilfswerk „Kirche in Not“: „Zusammen mit den Pfarren sind wir sowohl in der historischen Altstadt von Manaus als auch in den Vororten in verschiedenen Bereichen aktiv, in der Obdachlosenbetreuung oder auch in der Seelsorge, etwa beim Spenden des Bußsakraments. Wir arbeiten auch mit den Laien in anderen Teilen der Stadt zusammen“.

„Kirche in Not“ half bereits im letzten Jahr den Kapuzinermissionaren, die in der ganzen Region präsent sind, durch Messstipendien. Diese Hilfe ist sehr wichtig, denn seit Beginn der Pandemie waren die Kirchen immer wieder geschlossen, und durch die Wirtschaftskrise, die das Land durchmacht, sind die Kollekten drastisch zurückgegangen.

Ein Kapuzinerbruder mit Lebensmittelkorb in Manaus.

„Zurzeit schreit der Hunger wirklich zum Himmel“

Doch in den letzten Monaten hat sich aufgrund der Pandemie Verzweiflung in der Bevölkerung breit gemacht: „Zurzeit schreit der Hunger, besonders in der zweiten Pandemie-Welle, wirklich zum Himmel. In den Slums betreuen wir Familien, die nichts zum Leben haben. Viele von ihnen kommen aus dem Landesinneren; sie sind mit der Hoffnung hierhergekommen, in der Stadt ein Auskommen zu finden, doch hier fanden sie nur Hunger und Arbeitslosigkeit. Zu allem Überfluss haben sie jetzt nicht einmal mehr einen Gemüsegarten, den sie bewirtschaften oder einen Fluss, in dem sie fischen können.

Aus diesem Grund haben die zum Orden der Minderen Kapuzinerbrüder von Amazonas und Roraima gehörenden Missionare nun ein Projekt ins Leben gerufen, um diese Familien sieben Monate lang mit Körben mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen, um die Not zu lindern: „Wir haben dafür Orte in der Peripherie ausgewählt und dort zusammen mit den Gemeindeleitern unter allen Notleidenden die bedürftigsten Familien: kinderreiche und sehr arme Familien, viele Witwen, Tuberkulosekranke und Arbeitslose, die in diesem Leben kaum die Möglichkeit auf eine neue Chance haben“, so Fr. Paolo.

Eine Familie freut sich über die Hilfe.

Damit die Ärmsten der Armen mit Lebensmittel versorgt werden

„Kirche in Not“ sagte eine außerordentliche Nothilfe zu, damit die Kapuziner die Ärmsten der Armen mit Lebensmitteln versorgen können. Fr. Paolo ist den Wohltätern von „Kirche in Not“ sehr dankbar: „Liebe Wohltäter von „Kirche in Not“, im Namen aller Kapuziner von Amazonas und Roraima und besonders im Namen der Hunderten von Familien, denen die Hilfe zugutekommt, möchte ich Ihnen von ganzem Herzen danken. In diesem sehr schwierigen Augenblick der Pandemie, die die Familien in den Vororten von Manaus schwer trifft und deren Leben zu einem Drama geworden ist, sind diese Körbe mit Grundnahrungsmitteln viel mehr als eine Hilfe gegen den Hunger, der wirklich weh tut. Sie sind ein Zeichen, dass Gott diese armen Menschen nicht im Stich lässt. Sie, die Spender, werden so zu Werkzeugen der göttlichen Vorsehung und zu einer Quelle der Hoffnung.“

Menschen wie Maria Madalena aus dem Stadtteil Cidade de Deus profitieren von den Grundnahrungskörben: „Es war ein Segen, diesen Korb mit Grundnahrungsmitteln zu erhalten, da mein Sohn und ich arbeitslos sind.“ Auch für Fátima da Conceição aus Colônia Terra Nova stellt er eine große Hilfe dar: „Diese Spende kommt in einer so schwierigen Zeit, die wir durchmachen. Sie helfen uns, damit wir jeden Tag etwas zum Essen haben. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar! Möge Gott jeden einzelnen der Menschen segnen, die dazu beigetragen haben.“

Die Ärmsten der Armen werden mit Lebensmittel versorgt.

„Es war ein Segen, diesen Korb zu erhalten“

Die Tätigkeit der Kapuziner beschränkt sich nicht auf die Lieferung eines Korbes mit Grundnahrungsmitteln. Es geht ihnen dabei auch um die Würde der Menschen und um die Suche nach dauerhaften Lösungen. So schenken sie neben den Körben auch Saatgut, um die Familien zu ermutigen, ihr eigenes Gemüse anzubauen, auch in einfachen Blumentöpfen: „Wenn möglich, ermutigen wir sie, Tiere wie Hühner zu züchten. Wir wollen gegen die weitverbreitete Haltung des Spenden-Empfangens vorgehen. Sie müssen selbst etwas tun, um aus ihrer Situation herauszukommen, wenn es möglich ist“, fügt Fr. Paolo hinzu.

Das Projekt ist auf etwa sieben Monate angelegt, da die Kapuziner diese Familien über längere Zeit betreuen möchten. Sie versuchen, jeder der besuchten Lösungen für ihr Leben aufzuzeigen und ihr zu helfen, eine Möglichkeit zu finden, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„Kirche in Not“ unterstützt seit mehr als 30 Jahren Dutzende von Projekten in der Region. Daran erinnert sich Fr. Paolo: „Sie haben uns schon bei mehreren Projekten geholfen, und wir und unsere Leute sind Ihnen unendlich dankbar.“ Er erwähnt einige davon ausdrücklich: „Sie haben uns geholfen, ein Boot zu kaufen, um die Gemeinden am Fluss zu versorgen, und ein Auto, um die Fahrten auf den Straßen von Roraima und Humaita zu bewältigen. Noch heute ernten wir die Früchte dieser Spenden. Unsere Anwesenheit bringt Hoffnung und das Wort Christi zu den Menschen.“

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In einem dramatischen Appell angesichts der grassierenden Corona-Welle in Indien hat sich Schwester Christin Joseph an KIRCHE IN NOT gewandt. „Wir gehen durch eine furchtbare Krise, wie ich sie noch nie erlebt habe“, erklärte Schwester Christin in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT, in der sie um das Gebet für ihre Landsleute bat.

„Das ganze System bricht erbärmlich zusammen, besonders die medizinische Versorgung. In allen Schichten Indiens ist Panik spürbar.“ Vor den Notaufnahmen der indischen Krankenhäuser stünden verzweifelte Patienten „und warten auf Betten und Sauerstoff“, teilte die Ordensfrau mit. „Indische Ärzte versuchen verzweifelt, Sauerstoff und Beatmungsgeräte zu bekommen.“

Corona-Hilferuf aus Indien

Die Menschen brauchen unsere Hilfe.

Schwester Christin aus Indien.

Indische Christen stehen oft auf der untersten sozialen Stufe

Schwester Christin ist eine langjährige Projektpartnerin von „Kirche in Not“ und leitet die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, eine indische Laienbewegung, von der es rund 85 000 Gruppen gibt. Derzeit versorgen in vielen Orten Freiwillige der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ arme Gemeindemitglieder mit Lebensmitteln und organisieren geistliche Angebote. Die geschätzt rund 68 Millionen Christen in Indien gehören vielfach zu den untersten Gesellschaftsschichten. Besonders im Norden des Subkontinents sind sie mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Diskriminierung konfrontiert.

Jeden Tag erreichten sie Todesnachrichten von Schwestern, Priestern und Mitarbeitern der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, sagte Schwester Christin, die der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz angehört. Noch während der zweiten Corona-Welle hätten viele Menschen keine oder wenig Symptome gezeigt, „aber jetzt fallen sie um und sterben.“ Die Infektionen und Erkrankungen nähmen immer schneller zu.

Trotz des wachsenden Elends um sie herum schenkt die kleine, energische 72-jährige Ordensfrau allen, denen sie dient, ein warmes und ermutigendes Lächeln.

„Meine Kraft kommt von Gott allein“, versichert Schwester Marie Justine. „Unsere Mission ist es, an der Seite der Menschen zu sein, sie aufzurichten und ihnen eine Portion positiver Einstellung und Hoffnung zu geben. Ihnen zu sagen, dass Gott mit uns ist, dass bessere Tage kommen.“

Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“.

40 000 Neuinfektionen am Tag

Medien berichteten am vergangenen Wochenende von 40 000 Neuinfektionen am Tag. Nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind mittlerweile rund eine Viertelmillion Inder an den Folgen von Covid-19 gestorben. Schwester Christin: „In den sozialen Medien gibt es eine Anzeige, die dazu aufruft, Kinder zu adoptieren, die ihre Eltern und ihre ganze Familie verloren haben. Es ist herzzerreißend. Eine sehr, sehr traurige Situation.“

Die katholischen Diözesen und Ordensgemeinschaften hätten Einsatzgruppen gebildet, „um an der Seite unserer Leute zu sein und unsere Institutionen und Ressourcen zu nutzen, um erkrankten Personen medizinische Hilfe zukommen zu lassen“, schilderte die Ordensfrau. An einigen Orten hätten Gemeindemitglieder Transportdienste auf die Beine gestellt, um Patienten ins Krankenhaus zu bringen. Die Kirche habe Beratungsangebote rund um die Uhr eingerichtet, um die Menschen zu begleiten. Auch die Lebensmittelprogramme gingen weiter, um besonders arme Menschen zu versorgen.

Lebensmittelverteilung in Indien.
„Wir in Indien brauchen Ihr Gebet“, wandte sich Schwester Christin an die Wohltäter von „Kirche in Not“. „Sie haben uns immer in allem Leid und allen Schwierigkeiten beigestanden. Lassen Sie uns vereint sein im Gebet. Gott segne Sie, unsere Freunde.“
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Laut dem Erzbischof des indischen Hauptstadtbistums Delhi, Anil Joseph Thomas Couto, fehlen im diözesaneigenen Krankenhaus „Heilige Familie“ Betten und Sauerstoff, um alle Covid-19-Erkrankten versorgen zu können.

„Die Situation ist wegen des ständigen Mangels an Sauerstoff und sogar an Personal sehr aufreibend. Wie im übrigen Land können wir nicht allen Patienten Betten zur Verfügung stellen“, erklärte Couto im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Die Situation sei insgesamt „sehr qualvoll“: „Wir wissen nicht, was der nächste Tag bringen wird. Nur unser Glaube gibt uns die Kraft, weiterzumachen“, sagte der Erzbischof.

Auch die Seelsorge sei massiv eingeschränkt: Aufgrund der strikten Hygiene-Maßnahmen könnten erkrankte Personen derzeit nicht das Sakrament der Krankensalbung empfangen. Die Gebete für eine verstorbene Person könnten nur aus sicherer Entfernung verrichtet werden, erklärte Couto.

Lebensmittelausgabe in Indien.

Keine Krankensalbung derzeit möglich

„So sieht die bedauernswerte Situation der Covid-19-Toten aus. Auch für die Familie ist es sehr leidvoll. Es kann auch kein Familienmitglied zur Beerdigung kommen.“

Die Seelsorger seiner Diözese versuchten den Menschen über Onlinemedien Trost zu spenden, so Erzbischof Couto. Es hätten sich Teams zusammengefunden, um Menschen bei der Trauerbewältigung zu helfen. „Die Bedeutung der pastoralen Arbeit in dieser Zeit der Krise kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Je mehr wir tun, desto mehr steigt der Bedarf.“

Seit Beginn der Corona-Krise habe das Bistum Delhi Hausbesuche, Segnungen, Unterstützungsangebote für notleidende Menschen und viele Onlineangebote wie Messübertragungen und Internet-Sprechstunden organisiert, mittlerweile sei man wieder vollständig zum digitalen Modus zurückgekehrt.

Erzbischof Couto (rechts) bei einer Bibelzeremonie.

Nur noch digitale Angebote möglich

Indien wird derzeit von einer Covid-19-Welle mit über 350 000 Erkrankten pro Tag überschwemmt. Die Zahl der Todesfälle liegt nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität aktuell bei über 220 000. Auch kirchliches Personal befindet sich unter den Toten.

Wie KIRCHE IN NOT von Projektpartnern erfahren hat, sind allein zwischen dem 20. und 23. April 14 katholische Priester in Indien an Covid-19 gestorben. Offizielle Zahlen zu den Covid-19-Opfern in den verschiedenen katholischen Diözesen gebe es noch nicht, „weil es zu schmerzlich ist, zu diesem Zeitpunkt nach Zahlen zu fragen“, sagte Erzbischof Couto.

Als Auslöser für die jetzigen ungleich häufigen Covid-19-Fälle sieht Couto die zurückliegenden Parlamentswahlen in fünf indischen Bundesstaaten, bei denen „riesige politische Kundgebungen ohne Beachtung der Vorschriften“ zugelassen worden seien.

Lebensmittel für bedürftige Familien.

Existenzhilfen für Priester und Ordensleute

Auch das hinduistische Fest Kumbh Mela mit den traditionellen Waschungen in Flüssen und Millionen von Pilgern habe zu einem Anstieg der Infektionen geführt, sagte der Erzbischof. „Wir haben es auf die leichte Schulter genommen. Deshalb, so denke ich, müssen wir jetzt den Preis dafür zahlen.“

KIRCHE IN NOT leistet aktuell Existenzhilfen für Priester und Ordensleute, damit sie während der aktuellen Krise ihren Dienst fortsetzen können. „Bitte machen Sie weiter so“, appellierte Erzbischof Couto an die Wohltäter unseres Hilfswerks. „Ihre Sorge und Ihre Liebe geben uns die Kraft, vorwärtszugehen.“

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Die katholische Kirche in Lateinamerika ist von der Geißel der COVID-19-Pandemie nicht verschont geblieben. Im Jahr 2020 und ersten Quartal 2021 sind Dutzende Priester in verschiedenen Ländern wie Venezuela, Mexiko, Peru, Kolumbien und Bolivien gestorben, nach dem sie sich bei der Ausübung ihrer Aufgabe als Seelsorger, den Gläubigen zu helfen und sie in ihrer Angst und ihrem Schmerz zu begleiten, mit dem Coronavirus angesteckt haben.

So teilte die venezolanische Bischofskonferenz (CEV) in einem kürzlich an das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT gerichteten Statement mit, dass seit der Beginn der Verbreitung des Coronavirus im Land im März 2020 bis heute 201 der 2002 in Venezuela lebenden Priester an dieser Krankheit erkrankt und 24 an ihr gestorben sind.

Trotz so vieler Todesfälle setzen die Priester und Ordensleute ihre Mission fort.

„10 % aller venezolanischen Geistlichen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der an dem Virus Gestorbenen macht 11,9 % der Infizierten und 1,2 % aller Priester im Land aus“, so das CEV-Statement.

Weiter schreibt die CEV : „Diejenigen, die für die Kirche arbeiten, können nicht vermeiden, sich dem COVID-19-Virus auszusetzen. Die Priester, die ihrer Berufung zum Dienst am Nächsten, ihrer Mission als „Seelenarzt“ nachgegangen sind, wussten, dass sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in den Kirchen und trotz der Einhaltung aller Hygieneregeln Gefahr liefen, sich selbst anzustecken bis hin zur Möglichkeit, daran zu sterben.“

KIRCHE IN NOT unterstützte insgesamt 146 Projekte mit mehr als 1,5 Millionen Euro, um den Ortskirchen zu helfen, die Folgen von COVID in Lateinamerika zu lindern.

Die Lage des Klerus in Mexiko ist noch dramatischer

Nach Erkenntnissen des Hilfswerks KIRCHE IN NOT ist die Lage des Klerus in Mexiko noch dramatischer. Das Katholische Multimediale Zentrum (CCM) berichtet, dass seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 bis März 2021 245 Geistliche und Ordensleute an vom COVID-19 hervorgerufenen Komplikationen gestorben sind. Unter den Toten sind fünf Bischöfe, 221 Priester und Ordensleute, 11 Diakone und acht Ordensschwestern.

In einem im Februar verbreiteten Bericht erklärte das CCM, am meisten betroffen seien die Erzdiözese Guadalajara, die Erzdiözese Mexiko, die Erzdiözese Puebla, die Erzdiözese Morelia, die Erzdiözese San Luis Potosi, die Erzdiözese Toluca und die Erzdiözese Tlalnepantla.

Venezuela im Zeichen der Corona-Krise
Bischof Mario Moronta aus San Cristobal trägt das Allerheiligste auf die Straßen, um seine Stadt zu segnen.

Auch in Peru ist die Lage sehr ernst

Auch in Peru ist die Lage der katholischen Kirche im Zusammenhang mit der Pandemie sehr ernst. Besonders betroffen macht der Tod von Msgr. Luis Armando Bambarén Gastelumendi S.J., dem emeritierten Bischof von Chimbote und ehemaligen Vorsitzenden der peruanischen Bischofskonferenz (CEP), der am 19. März starb. Ebenfalls im März starb am Coronavirus Eduardo Peña Rivera, Kaplan der peruanischen Luftwaffe (FAP) in Piura, einer Region im Norden des Landes.

Der jüngste Todesfall ereignete sich am 16. April und betraf Pater Dergi Facundo, einen jungen Priester, der den an der Krankheit Leidenden im Norden des Landes durch die Sakramente Trost brachte.

Kolumbien beklagt den Verlust eines Bischofs

Auch Kolumbien beklagt den Verlust eines Bischofs: Bischof Luis Adriano Piedrahita von Santa Marta starb am 11. Januar 2021. Nach „Kirche in Not“ vorliegenden Informationen starben Ende 2020 binnen zwei Wochen zehn Jesuitenpater, die in demselben Haus im Stadtteil Chapinero in Bogotá lebten. Von April 2020 bis Januar 2021 sind insgesamt 12 Jesuiten im Land gestorben.

Besonders traf die Gläubigen in der kolumbianischen Hauptstadt auch der Tod des Franziskanermönchs Gabriel Gutiérrez Ramírez am 2. April. Der Bruder war bekannt als „Engel der Ausgegrenzten“ wegen seines Apostolats mit Obdachlosen sowie für die Gründung der Stiftung „Callejeros de la Misericordia“ („Straßenarbeiter der Barmherzigkeit“).

Aus Bolivien liegen keine aktualisierten Daten vor, aber das Portal „Información de la Comunidad de Bolivia“ (Information aus der Gemeinde Bolivien Infodecom) gab Mitte 2020 an, dass bis zu diesem Zeitpunkt 13 Priester an COVID-19 gestorben waren. Unter ihnen befand sich auch Bischof Eugenio Scarpellini von El Salto. Im Februar dieses Jahres starben weitere fünf Priester in der Erzdiözese Cochabamba an der Epidemie.

Kolumbien: Eine Hl. Messe als Livestream.

„Das Leben der Kirche steht nicht still“

„Das Leben der Kirche steht nicht still“, sagt Msgr. José Trinidad Fernández, Weihbischof von Caracas und Generalsekretär der CEV, in dem jüngsten Statement. Der Weihbischof bat die Menschen darum, die Hoffnung nicht zu verlieren, denn „im täglichen Leben begleitet uns Gott, weil wir Gottes Tempel sind. Gott wohnt im Herzen, da kann kein Platz für Traurigkeit, Ernüchterung, Enttäuschung sein.“

In ihrer Mitteilung sagt die CEV weiter, dass die Gläubigen inmitten der Angst und des Schmerzes, die durch die Pandemie verursacht werden, danach suchen, „sich Gott zu nähern, um die Seele zu trösten. Die Priester versuchen daher, auf dieses grundlegende Bedürfnis zu reagieren, indem sie sich in ihrer Menschlichkeit ganz hingeben, wobei sie darauf achten, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.“

„Trotz so vieler Todesfälle setzen die Priester und Ordensleute ihre Mission fort“

KIRCHE IN NOT-Projektleiterin Regina Lynch drückte in ihrer Stellungnahme zu der tragischen Bilanz ihre Trauer und ihre Wertschätzung für die Arbeit der Kirche aus: „Trotz so vieler Todesfälle setzen die Priester und Ordensleute ihre Mission fort, die an dem Coronavirus Erkrankten zu begleiten und den Gläubigen, die in den genannten Ländern und in anderen auf der ganzen Welt so sehr leiden, Trost zu spenden.“ Sie erinnerte auch daran, dass „sich oft die Priester und Ordensschwestern bei ihrer heroischen Arbeit der Hingabe und des Dienstes für die Bedürftigsten oder bei der Sorge um die Gesundheit der Seele angesteckt haben. Auch dies ist etwas ungeheuer Wichtiges, denn für uns Christen zählt nicht nur die Gesundheit des Körpers.“

Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützte im Jahr 2020 insgesamt 146 Projekte mit mehr als 1,5 Millionen Euro, um den Ortskirchen zu helfen, die Folgen von COVID in Lateinamerika zu lindern. Das Hilfswerk erhöhte die Hilfen für Priester und die Zahl der Messintentionen und unterstützte mehr als 7200 Priester.

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Brasilien steht auf Platz drei der weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Auf knapp 210 Millionen Einwohner kamen Mitte November 2020 knapp sechs Millionen Infizierte und ca. 170.000 Tote mit weiterhin stark steigender Tendenz von täglich mehreren Hundert Todesfällen.
Hunderte Priester in Brasilien haben sich bereits bei ihrem Dienst mit dem Coronavirus infiziert. Um das zu verhindern, werden Sie mit Schutzmaterial ausgestattet.
Trauernde Angehörige, verzweifelte Menschen, ein vielerorts zusammengebrochenes Gesundheitssystem sowie eine zunehmende materielle Not sind die Herausforderungen, vor denen auch die Katholische Kirche steht, die sich mehr denn je um die leidenden und isolierten Menschen kümmern muss. Jedoch haben sich Hunderte Priester in Brasilien bei ihrem Dienst bereits mit dem Coronavirus infiziert.
Übergabe von Schutzmaterial, wie Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe sowie Schutzanzüge, an Priester.
Um ihre 40 Priester zu schützen, hatte die Diözese Januária um Hilfe für Schutzmaterial gebeten: für Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe sowie Schutzanzüge für Krankenbesuche. Unsere Wohltäter haben geholfen, so dass die Priester bereits ausgestattet werden konnten. Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!

Corona, Terror, Krieg – und immer wieder auch eine zunehmende Verfolgung: 2020 war für viele Christen ein schwieriges Jahr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ (ACN) zieht zum Jahreswechsel Bilanz zu Brennpunkten der Verfolgung, zum Einsatz für Religionsfreiheit, aber auch zu Lichtblicken und geleisteten Hilfen.

Kirche in Not: 2019 war ein schreckliches Jahr für Christen. Hat sich diese Situation 2020 weiter verschärft?

Thomas Heine-Geldern: Corona und die Folgen haben mancherorts das Menschenrecht auf Religionsfreiheit noch weiter geschwächt. Viele bedrängte Christen sind in dieser Zeit einen wahren Kreuzweg der Armut, Ausgrenzung und Diskriminierung gegangen. Hinzu kommen tödliche Übergriffe auf Christen. Vor allem Afrika ist 2020 erneut zu einem „Kontinent der Märtyrer“ geworden. Ich möchte unter anderem des Seminaristen Michael Nnadi aus Nigeria sowie des Katecheten Philippe Yargasaus aus Burkina Faso gedenken, die beide ermordet wurden. Aber ich denke auch an die Opfer religiöser Verfolgung, die noch am Leben sind, insbesondere die entführte Schwester Gloria Narvaez in Mali.

Dr. Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

Sie haben die Corona-Pandemie angesprochen. Welche Auswirkungen hat sie auf leidende Christen?

Wir haben viele Notrufe aus zahlreichen Ortskirchen erhalten. Es waren laute Hilfeschreie. Es gab Länder, in denen sich die soziale Diskriminierung der Christen während der Pandemie noch weiter intensiviert hat. Ich denke da an die christliche Minderheit in Pakistan oder in Indien. Es war für sie zum Teil unmöglich, über die staatlichen Kanäle Hilfe zu bekommen. Deswegen haben wir von „KIRCHE IN NOT“ ein Nothilfeprogramm gestartet. Aus vielen anderen Regionen, wo die Christen zu den untersten gesellschaftlichen Schichten zählen, kamen Bitten um Unterstützung der pastoralen und karitativen Arbeit. Gerade dort ist die Kirche oft der einzige Zufluchtsort, wenn die staatlichen Einrichtungen ausfallen. Deswegen haben wir den aufopferungsvollen Dienst von Schwestern, Priestern und Ordensleuten durch Existenzhilfe weltweit unterstützt, zum Beispiel in der Ukraine, der Demokratischen Republik Kongo oder Brasilien.

Welche Weltregionen stehen 2021 im Fokus der Arbeit von „Kirche in Not“?

Die Lage in den Ländern der afrikanischen Sahelzone und in Mosambik macht uns sehr große Sorge. Religiöser Extremismus und radikale gewalttätige Islamisten sind auf dem Vormarsch und zerstören das bislang friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen, um Ressourcen und Macht zu erlangen. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben oder sind geflohen. Andere Organisationen ziehen aus Sicherheitsgründen ihre Mitarbeiter zurück, aber die Kirche ist da und sorgt sich um die Menschen. Auch Nigeria wird uns weiterhin stark beschäftigen. Dieses Land ist sehr wichtig für den gesamten Kontinent, aber Terror und Tod liegen wie ein dunkler Schatten über allen Menschen dort. Wir können sie nicht allein lassen.

Verteilung von Lebensmitteln in Venezuela während der Corona-Pandemie.

In den vergangenen Jahren hat „Kirche in Not“ viele Mittel und viel Energie für das Überleben der Christen im Nahen Osten eingesetzt. Seit dem Beginn des Syrienkriegs und den IS-Eroberungen hat „KIRCHE IN NOT“ in Syrien und im Irak Hilfsprojekte in Höhe von über 90 Millionen Euro unterstützt. Hinzu kamen weitere Projekte für Geflüchtete in den Nachbarländern. Wie ist die Lage dort?

Viele Christen im Nahen Osten fühlen sich nach wie vor unsicher und denken daran, ihre Heimat zu verlassen. Die wirtschaftliche und die politische Lage dieser Länder geben ihnen keine Zuversicht. Und auch die Gefahr des Dschihadismus ist nicht gebannt. Libanon, das immer Zuflucht und Halt gerade auch für die Christen im Nahen Osten war, liegt am Boden. Die Lage ist sehr schwer, aber es gibt auch hoffnungsvolle Signale: In der Ninive-Ebene im Irak sind gut die Hälfte der christlichen Familien in ihre Dörfer zurückgekehrt. Auch in Syrien wird wiederaufgebaut. Und der angekündigte Papstbesuch in den Irak Anfang März ist ein großer Hoffnungsschimmer. Wir sind dem Papst unermesslich dankbar, dass er zu den Christen im Irak geht. Sie brauchen ihn.

Am 8. Dezember haben Sie auch über die Lage der Christen in Indien gesprochen. In einem Bericht von „Kirche in Not“ zur Lage der verfolgten Christen steht: „Asien droht der neue Brennpunkt der Christenverfolgung zu werden.“ Ist die Lage dort wirklich so schlimm? 

Nationalistische Bewegungen und autoritäre Regierungssysteme machen im asiatischen Raum vielen Christen das Leben schwer. Indien ist ein gutes Beispiel dafür, deswegen haben wir uns zum Beispiel auch für die Freilassung des an Parkinson erkranken 83-jährigen Jesuitenpater Stan Swamy eingesetzt. Das Christentum wird in einigen asiatischen Ländern als ein schädlicher Einfluss aus dem Ausland betrachtet, der die Vorherrschaft der führenden Partei oder die vermeintliche religiöse Geschlossenheit der Nation bedroht. In Indien läuft das unter dem Oberbegriff der Hindutva, der Ausrichtung Indiens nach hinduistischen Regeln, und in China lautet der Begriff Sinisierung, also einer Anpassung der kirchlichen Lehre und Tradition an die „chinesische Kultur“ – so wie sie die kommunistische Partei Chinas versteht.

Eine Ordensschwester blickt auf das zerstörte Hafenviertel von Beirut.

„Kirche in Not“ veröffentlicht alle zwei Jahre einen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit weltweit. Der nächste Bericht musste coronabedingt verschoben werden und wird jetzt im April 2021 erscheinen.  Können Sie schon etwas darüber sagen?

Seit dem vergangenen Bericht ist die Lage hinsichtlich der Religionsfreiheit nicht besser geworden, sie hat sich weltweit verschlechtert. Es gab 2020 zwar Gott sei Dank keine so massiven Anschläge auf Christen und andere Religionsgemeinschaften wie im Vorjahr. Aber viel Diskriminierung und Verfolgung ereignet sich im Verborgenen oder wird von der Weltöffentlichkeit zu wenig beachtet. Der neue Bericht möchte genau das offenlegen. In vielen Ländern der Welt, in denen es keine öffentliche Verfolgung ist, gibt es mehr und mehr Ressentiments gegenüber Gläubigen. Das trifft mittlerweile auch in Europa zu. Christen sind heutzutage einem radikalen und tiefgehenden Angriff aus zwei Fronten ausgesetzt: die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, Menschen zu radikalisieren und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchsetzen, indem sie Terror und Gewalt sät und den Namen Gottes und die Religion missbraucht.

Um den notleidenden Christen weltweit weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Aneel Mushtaq, der Geschäftsführende Sekretär der Caritas Pakistan, die bei diesem Projekt Partner von KIRCHE IN NOT war, sagte gegenüber dem Hilfswerk: “Die Hilfe, die Sie von KIRCHE IN NOT gewährt haben, hat geholfen, die Menschen vor dem Hungertod zu retten. Viele hatten nichts, was sie auf den Tisch hätten stellen können, um ihre Familien zu ernähren, und waren in einer überaus beängstigenden Lage.” Allen, die geholfen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!

Christen gelten in Pakistan als Bürger zweiter Klasse. Sie werden beschimpft, diskriminiert, unter Druck gesetzt und haben nur selten die Möglichkeit, sozial aufzusteigen. Die meisten müssen sich in schlechtbezahlten Jobs – oft  als Tagelöhner – in Ziegeleien, als Straßenkehrer, Kanalarbeiter, Rikschafahrer oder als Hausangestellte verdingen und leben vom Hand in den Mund.

Die Corona-Pandemie hat ihre Situation verschärft. Denn viele haben während des Lockdowns ihre Arbeit verloren, verfügen aber über keinerlei Ersparnisse, auf die sie zurückgreifen könnten. Zwar sind auch viele Muslime in einer ähnlichen Situation, diese können jedoch auf die Hilfe lokaler NGOs zählen.  Nicht-Muslimen wird hingegen oft jede Hilfe verweigert.

Eine Familie in Faisalabad erhält eine Nothilfepaket von KIRCHE IN NOT.

In den Diözesen Faisalabad, Islamabad-Rawalpindi und Lahore hat KIRCHE IN NOT daher während des Lockdowns ein Nothilfeprogramm in einer Gesamthöhe von 150.000 Euro gestartet. 5.000 bedürftige größtenteils christliche Familien wurden mit Lebensmitteln versorgt. Die Priester und Katecheten der Diözesen konnten außerdem mit Schutzmaterial wie Masken und Desinfektionsmitteln ausgestattet werden, damit sie die Gläubigen weiterhin in ihren leiblichen und geistlichen Nöten betreuen konnten. Da viele Menschen keinen Zugang zum Internet haben, wurde außerdem ein Aufklärungsprogramm über COVID-19 über das lokale Radio und gedruckte Handzettel gestartet, um sie darüber zu informieren, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Schülern aus besonders bedürftigen Familien konnte überdies durch ein Schulstipendium dazu verholfen werden, dass sie nach dem Lockdown ihre Schulausbildung fortsetzen können, obwohl die Eltern ihr Einkommen verloren haben.

Das Corona-Virus breitet sich in Pakistan rasant aus. In der zweiten Junihälfte kamen weiterhin jeden Tag mehr als 1.000 Neuinfektionen hinzu – mit einer hohen Dunkelziffer. Am 27. Juli lagen die Fallzahlen offiziell bei fast 274.300 Infizierten und über 5.840 Toten.

„Jeden Tag geht es uns schlechter. Die Wirtschaft ist gelähmt, es gibt keine funktionierende Industrie und Landwirtschaft mehr. Für Venezuela beginnt eine Zeit der Hungersnot.“

Bischof Polito Rodríguez Méndez spricht Klartext. Seit vier Jahren leitet er die Diözese San Carlos de Venezuela, etwa 250 Kilometer von der Hauptstadt Caracas entfernt.

Schwierig war die Lage in seiner Amtszeit immer: wirtschaftliche Misere, Inflation, politische Unsicherheit, Massenabwanderung. Auch die kirchliche Arbeit hat im sozialistisch geführten Venezuela mitunter einen schweren Stand.

Doch jetzt steht das Land einer Misere gegenüber, die es noch weiter an den Abgrund führt: Corona und die Folgen. Menschen haben wegen der Einschränkungen ihre Einkünfte verloren – und jetzt wird alles noch teurer.

Eine venezolanische Ordensfrau bringt einer älteren Frau die Krankenkommunion.

Familien haben nur vier US-Dollar im Monat zur Verfügung

Der Bischof erklärt: „Eine Familie hat umgerechnet etwa drei oder vier US-Dollar im Monat zur Verfügung. Ein Karton Eier kostet zwei und ein Kilo Käse drei Dollar. Früher waren die Menschen arm, jetzt sind sie nicht mehr überlebensfähig.“

Im Bundesstaat Cojedes, zu dem San Carlos gehört, lebten viele Menschen ausschließlich von Mangos, die dort angebaut werden. „Es ist unmöglich, so weiterzumachen“, beklagt Méndez.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der unabhängigen Statistikplattform „Encuesta Nacional de Condiciones de Vida“ („Nationale Befragung zu den Lebensbedingungen“) gießt die Dramatik in Zahlen: 96 Prozent der Haushalte in Venezuela leben demnach in Armut. 79 Prozent seien nicht mehr in der Lage, die Kosten für grundlegende Lebensmittel zu zahlen.

Verteilung von Lebensmitteln in Venezuela während der Corona-Pandemie.

Der Situation afrikanischer Länder angenähert

Die soziale Not in Venezuela übertreffe die der lateinamerikanischen Nachbarn bei Weitem. Das Land habe sich der Situation afrikanischer Staaten angenähert.

Wie Bischof Méndez gegenüber KIRCHE IN NOT erklärte, hätten viele Menschen sich bislang dadurch über Wasser halten können, weil ihnen Angehörige aus dem Ausland Geld überwiesen. Schätzungsweise fünf Millionen Venezolaner arbeiten in anderen Staaten Südamerikas.

Doch nun hätten auch diese wegen der Corona-Krise häufig ihre Arbeit verloren, und die Überweisungen seien um rund ein Viertel zurückgegangen. „Neulich traf ich einen Priesterseminaristen. Er weinte. Seine Eltern hatten ihre Arbeit verloren. Sie haben nichts mehr zum Leben und können auch ihren Sohn nicht mehr unterstützen“, erzählt der Bischof bewegt.

Die soziale Not in Venezuela übertreffe die der lateinamerikanischen Nachbarn bei Weitem.

Angst vor COVID-19-Ausbreitung

Dass sich jetzt zahlreiche Arbeitsmigranten auf den Weg zurück in die Heimat machten, verschärfe die Lage noch und erhöhe die Angst vor einer Ausweitung der Covid-19-Erkrankungen. Einige Grenzregionen seien deshalb geschlossen und isoliert.

„Die Menschen versuchen jetzt, auf illegalen Pfaden ins Land zu kommen. Einige laufen bis zu drei Wochen über Bergpfade“, schildert Méndez. Wer es ins Land schafft, wird in Quarantäne-Stationen untergebracht – mit furchtbaren Zuständen: „Es mangelt an Toiletten und Hygiene. Viele Menschen denken deshalb, dass die Quarantäne nicht sicher ist und verstecken sich. All das zieht schwerwiegende Folgen nach sich.“

Als wäre das nicht schon schlimm genug, sucht derzeit auch noch eine Würmerplage zahlreiche Bundesstaaten Venezuelas heim, darunter auch Cojedes. Zahlreiche Bananenplantagen und Viehweiden sind nahezu vernichtet.

Für bedürftige Menschen kochen freiwillige Helfer in Venezuela Essen. Manchmal müssen sie unter freiem Himmel kochen, weil das Gas für den Herd zu teuer ist.

Würmerplage vernichtet Bananenplantagen

„Die Plagen Ägyptens in der Bibel sind gar nichts im Vergleich mit dem, was wir durchmachen. Die Situation ist sehr deprimierend. Die Zahl der Selbstmorde hat zugenommen“, stellt der Bischof fest.

Er gibt zu, dass er in seinen Gebeten mit Gott hadert. Aber er fügt hinzu: „Vor allem bitte ich ihn um Barmherzigkeit, denn das alles können wir nicht allein ertragen. Gott liebt sein Volk, er wird uns nicht alleinlassen. Auch die Kirche wird die Menschen nicht alleinlassen.“

Auch seine Diözese versucht den Menschen karitativ wie geistlich beizustehen. Während des Corona-Beschränkungen werde viel Seelsorgearbeit in den sozialen Netzwerken fortgesetzt, heilige Messen werden auch per Radio übertragen.

„Wir haben den Menschen in den vergangenen Jahren viel helfen können“, betont Méndez. „Ich spreche dabei nicht nur von der humanitären Hilfe, sondern auch von der Stärkung der ganzen Person, dem Kampf gegen Korruption, Hilflosigkeit und Apathie. Denn auch das führt zur Verarmung der Bevölkerung.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirchen Venezuelas seit Langem, aktuell mit etwa 80 Einzelprojekten. Eine große Rolle spielen dabei auch Mess-Stipendien, freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen.

Mess-Stipendien kommen Priestern und Pfarreien zugute

Sie kommen Priestern zugute, die keinerlei Einkommen haben und dienen häufig dazu, auch Aktivitäten in den Gemeinden zu finanzieren. Viele Pfarreien führen Armenspeisungen durch und sind zentrale Anlaufstellen für Bevölkerung.

Allein diese Hilfe von außen könne die Krise Venezuelas lindern, ist Bischof Méndez überzeugt. Die Hoffnung in die Politik hat er verloren. „Wir wollen keine staatlichen Interventionen, erst recht keine bewaffneten Einsätze. Aber wir müssen um internationale Hilfe bitten, weil wir sonst keine Wahl haben: Entweder tötet uns Covid-19 oder der Hunger.“

Um das Überleben und den Einsatz der Kirche für die notleidende Bevölkerung Venezuelas weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online …hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Venezuela

„Die Hilfen von ,Kirche in Not’ haben die Menschen vor dem Hungertod gerettet. Viele Menschen konnten buchstäblich nichts auf den Tisch bringen, um ihre Familien zu ernähren. Sie waren in einer überaus lebensbedrohlichen Lage.” Diese Bilanz zog der Geschäftsführende Sekretär der Caritas Pakistan, Aneel Mushtaq, zu einem von beiden Organisationen durchgeführten Nothilfe-Projekt: Während der Corona-Einschränkungen in Pakistan hatten mehr als 2000 von Hunger bedrohte Christen Lebensmittelpakete erhalten.

Das Programm fokussierte sich auf die Familien von Tagelöhnern, Rikscha-Fahrern, Kanal- und Ziegelei-Arbeitern. Zahlreiche Christen sind in diesen Berufen tätig; sie gehören zur untersten Schicht der pakistanischen Gesellschaft. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten viele von ihnen von heute auf morgen ihre Arbeit verloren. Da sie aufgrund ihres geringen Einkommens über keinerlei Ersparnisse verfügen, standen sie vor einer Hungerkatastrophe. Zudem berichtete einige Betroffene, dass muslimische Organisationen Christen und weiteren religiösen Minderheiten Nothilfen verweigert hätten.

Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket. © Caritas Pakistan Faisalabad

Lebensmittelhilfen und Corona-Schutz für Menschen ohne Einkommen

„Kirche in Not“ hatte deshalb für die Diözesen Faisalabad, Islamabad-Rawalpindi und Lahore Nothilfen zur Verfügung gestellt. In der Umgebung von Faisalabad erhielten zum Beispiel über 500 Familien Lebensmittelpakte. Auch wurden Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel für Priester und Katecheten angeschafft, da diese bei ihrer täglichen Arbeit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Wie ein Projektbericht zeigt, haben die Projektpartner von „Kirche in Not“ 70 Prozent der Hilfen an Christen verteilt, die in prekären Arbeitsverhältnissen leben. Die übrige Hilfe kam weiteren besonders bedürftigen Menschen zugute.

Christliche Familie im Bistum Faisalabad erhält ein Lebensmittelpaket, das von „Kirche in Not“ finanziert wurde. © Caritas Pakistan Faisalabad

Diözesen leisten auch Gesundheitsaufklärung

Zugleich unterstützte „Kirche in Not“ in der Diözese Faisalabad ein Stipendienprogramm für mittellose Schüler in 20 kirchlichen Schulen. Viele Eltern konnten wegen der Einkommensausfälle ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, da sie Fahr- und Schulgeld nicht mehr bezahlen konnten.

Zudem startete die Diözese Covid-19-Aufklärungsprogramme über das Lokalradio und durch Poster und Handzettel, um Menschen zu erreichen, die über keinen Zugang zum Internet und zu sozialen Netzwerken verfügen.

Aneel Mushtaq erklärte, dass die Lage für viele Pakistaner nach wie vor angespannt sei, da immer noch zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens eingeschränkt seien. Christen gehörten zu den Bevölkerungsgruppen, die am schwersten unter der Verschärfung der Wirtschaftskrise des Landes zu leiden hätten, fügte der Caritas-Sekretär hinzu.

Um den notleidenden Christen Pakistans weiterhin beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Pakistan

Im Rahmen der aktuellen Unterstützungskampagne zugunsten von Ordensleuten und Priestern, die in besonders gefährdeten und durch Covid-19 betroffenen Regionen der Welt arbeiten, hat KIRCHE IN NOT elf neue Projekte bewilligt, um Priestern und Ordensschwestern in Brasilien, einem der durch die Pandemie am stärksten betroffenen Länder, zu helfen. Die Projekte werden 169 Priester, 31 Seminaristen, 141 Ordensschwestern und 56 Missionare zugute kommen.

Darunter sind die Priester des in Nordostbrasilien gelegenen Bundesstaats Cearà, die das Hilfswerkunterstützt, damit sie weiterhin für die Bedürftigsten da sein können. Denn von der Corona-Pandemie ist auch die im Norden, 130 Kilometer von Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates, gelegene Stadt Itapipoca betroffen.  Itapipoca ist bekannt als Ort der drei Klimazonen, denn das Stadtgebiet umfasst Strände, Berge und semiaride Gebiete. Hier kämpft die Kirche darum, um den Geist der Solidarität aufrecht zu erhalten und den Christen, die auf sie angewiesen sind, zu helfen.

Ein Priester fährt mit dem Allerheiligsten durch ein Dorf, um es zu segnen.

Die Region, die die Diözese Itapipoca umfasst, verzeichnet einen konstanten Anstieg der Corona-Fallzahlen. Am 05. Juni gab es 4258 bestätigte Fälle und 203 Tote. Angesichts dieser Zahlen bleiben die Kirchen geschlossen, damit es zu keinen Menschenansammlungen kommt. Die Messen werden online und in den sozialen Netzwerken übertragen, und die Gläubigen nehmen von zu Hause aus daran teil. Die Priester werden bei der Feier der Heiligen Eucharistie von einigen wenigen Personen unterstützt.

Nach Angaben von Pater P. Francisco Danízio Silva, dem örtlichen Ökonom, ist die Diözese Itapipoca bedürftig und durchlebt einen kritischen Moment: “Wir leiden unter vielen Schwierigkeiten. Ich erwähne nur zwei davon: Die erste ist der fehlende Kontakt zu den Leuten. Unsere Bevölkerung braucht uns sehr, sie braucht unser Gebet, unsere Begleitung, unseren Rat, aber aufgrund der Pandemie ist dieser physische Kontakt beeinträchtigt. Ein weiterer Punkt ist die finanzielle Frage: Unsere Mittel sind stark reduziert, und wir bekommen circa 60 Prozent weniger Kollekten von den Gläubigen, weil es keine öffentlichen Messen gibt. So ist unsere Situation sehr schwierig, denn unsere Mittel sind erschöpft”, erklärt er.

Lebensmittelhilfe der Kirche für bedürftige Frauen.

Die Angst, im Leben der Gläubigen nicht präsent zu sein

“In dieser Zeit ist es nicht möglich, persönlich mit unseren Gläubigen zu sprechen, die sehr verängstigt sind. Wir helfen ihnen ein bisschen, indem wir ihnen über die sozialen Netzwerke wie Whatsapp, Facebook oder Youtube geistige Orientierung geben”, berichtet Pater Danízio. Die Diözese hat zwei Radiosender, die sie ebenfalls nutzt, um den Menschen näher zu sein.  “Wir verwenden dieses Mittel, um uns selbst und unsere Gläubigen zu schützen”, sagt er. Wenn sie nach draußen gehen oder in einem Notfall Hilfe leisten müssen, tragen die Priester Schutzmasken.

Was die Hilfe für die Leute betrifft, so gelang es den Priestern in manchen Pfarren, am Anfang der Pandemie durch eine Kampagne Geld zu sammeln, um Körbe mit Grundnahrungsmitteln vorzubereiten und sie an die Bedürftigsten zu verteilen. “In der letzten Zeit haben wir viele Anstrengungen unternommen, um Geld zusammenzubringen, aber jetzt ist es sehr schwierig, weil die Menschen keine Einkünfte haben”, erklärt der Priester. Einige Pfarren haben beschlossen, über die Familienpastoral jeden Abend an die Ärmsten eine Mahlzeit zu verteilen. Jedoch nehmen die Mittel für diese Aktion ebenfalls ab.

Pater Danizío setzt auf die Nächstenliebe der Bevölkerung: “In diesen Zeiten, die wir durchleben, ist die Hilfe jedes Einzelnen wichtig. Mit dem Wenigen, das wir haben, können wir vielen Menschen helfen. Unsere Kirche ist arm und bedürftig, aber sie ist reich an der Gnade Gottes und an guten und großzügigen Menschen.”

Der Priester bedankt sich auch für die Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT: “Sie, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT, helfen uns sehr. In dieser Zeit ist Ihre Hilfe direkt mit der Hilfe für diese Brüder und Schwestern verbunden, die uns, unseren Blick, unsere Aufmerksamkeit und auch unsere Nächstenliebe so sehr brauchen.  Auf die Fürsprache Seiner heiligsten Mutter Maria bitte ich Gott darum, dass Er Sie – jeden Einzelnen von Ihnen segnen möge. : Möge Gott Ihnen Ihre Großzügigkeit vergelten.. Vergessen Sie nie, dass die Hilfe für den Nächsten eines der wirksamsten Mittel ist, um unserem Herrn Jesus Christus, dem Guten Hirten, ähnlich zu werden. Unsere Dankbarkeit gilt allen, die uns in aller Welt bei der Evangelisierung durch die Nächstenliebe helfen.”

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie leistet KIRCHE IN NOT Priestern, Ordensleuten und Laien Nothilfe, damit sie weiterhin den Bedürftigsten helfen können. Damit diese wichtige Arbeit fortgesetzt werden kann, klicken Sie hier, um Ihre Spende zu tätigen.

Der Libanon steckt in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise – und dann kam auch noch Corona. Die Auswirkungen treffen auch die karitative Arbeit der katholischen Kirche im Land schwer. In Zahlé und der Bekaa-Ebene versorgen kirchliche Einrichtungen tausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien.

Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, hat für das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit dem dortigen melkitischen griechisch-katholischen Erzbischof Issam John Darwish über die aktuelle Lage gesprochen.

Issam John Darwish, melkitischer griechisch-katholischer Erzbischof von Zahlé und Furzol.

Oliver Maksan: Herr Erzbischof, der Libanon war schon vor der Corona-Krise großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt. Zwingt die Pandemie das Land jetzt in die Knie?

Erzbischof Issam John Darwish: Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft anderer großen Länder schwer getroffen. Wir müssen deshalb damit rechnen, dass der Libanon im Vergleich dazu sogar härter getroffen wird, denn es gab schon zuvor Verschuldung und Korruption. Aber man muss auch sagen, dass es ernst zu nehmende Bemühungen der neuen Regierung gibt, zu verhindern, dass das Land in die Knie geht.

Der Libanon ist ein Land mit vielen Religionen. Vor Corona sind alle gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen das Versagen der Politik zu protestieren. Würden Sie sagen, dass Corona auch die Solidarität unter den Menschen unabhängig von ihrer Religion gestärkt hat?

Dieser religionsübergreifende Konsens ist viel mehr als nur das Resultat der gegenwärtigen Pandemie oder einer wirtschaftlichen Krise. Konsens und Solidarität müssen als Kultur verankert werden. Proteste allein vereinigen noch kein gespaltenes Land. Was ein Land viel eher zusammenführt, ist eine Erziehung hin zur Einheit und ein funktionierendes nationales Vorbild. Anderenfalls wird der Libanon ein Schauplatz frustrierender Experimente und des Politikerversagens bleiben.

Ausgabe von warmen Mahlzeiten in der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ in Zahlé unter Corona-Schutzmaßnahmen.

Was macht die katholische Kirche, um den von Corona heimgesuchten Menschen zu helfen?

Der Patriarch der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, Joseph I. Absi, hat alle Bischöfe gebeten, die Agrarflächen der Diözesen den Gläubigen zur Verfügung zu stellen, damit sie es bewirtschaften können. Das haben wir gemacht. Außerdem haben wir damit begonnen, das Krankenhaus in Zahlé mit der wegen Covid-19 dringend benötigten Ausrüstung auszustatten. Wir haben zudem mit dem Krankenhaus der Amerikanischen Universität in Beirut zusammengearbeitet, um unser Personal im Umgang mit der Pandemie zu schulen. Schließlich haben wir die Verteilung von Hygiene-Artikeln verstärkt, um den Menschen eine bessere Vorsorge gegen die Pandemie zu ermöglichen.

„Kirche in Not“ unterstützt das Projekt „Tafel Sankt Johannes der Barmherzige“. Dort werden bedürftigen Menschen warme Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Mussten Sie wegen der Pandemie etwas umstellen?

Die Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ hat nie damit aufgehört, bedürftigen Menschen Essen zur Verfügung zu stellen. Wegen der Pandemie mussten wir aber dafür sorgen, dass die Menschen ihr Essen erhalten können, ohne ihre Sicherheit zu riskieren. Diese Maßnahmen greifen noch immer. Die Zahl der Empfänger hat seit Beginn der Pandemie zugenommen – und tut es immer noch. Derzeit gibt die Tafel mehr als 1400 Essen täglich aus.

An der Essensausgabe der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“.
Es gibt kein Land auf der Welt, das im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat als der Libanon. Stellen die Libanesen ihre Solidarität mit den Syrern durch Corona in Frage?

Die Mehrheit der Libanesen hat zu Beginn der syrischen Krise das Flüchtlingsaufkommen sehr zögerlich aufgenommen. Die Einreise wurde zu bestimmten Zeiten von der libanesischen Regierung aufgedrängt. Jetzt wird die Lage immer schwieriger, denn die Zahl der Flüchtlinge ist problematisch groß. Während der Corona-Zeiten bedrohen zum Teil undisziplinierte Flüchtlinge zudem die Solidarität wie auch die Möglichkeiten des Aufnahmelandes.

Hilft Ihre Diözese an Corona erkrankten Flüchtlingen?

Bislang gibt es in Zahlé und Umgebung keine an Corona erkrankten Menschen. Aber wir ergreifen natürlich die notwendigen Vorkehrungen, um für auftretende Fälle vorbereitet zu sein. Entscheidend sind dabei die Ausstattung des Krankenhauses und die Schulung des dortigen Personals.

Was hat die Corona-Krise die Kirche gelehrt?

Ich neige dazu zu glauben, dass die Vorsehung des Herrn seine Schöpfung an seine Gebote und seine immerwährende Liebe und Barmherzigkeit erinnert. Vielleicht ist aber auch ein Ruf an die Menschheit, das Ausmaß des Schadens in den Blick zu nehmen, den Industrie und Waffen anrichten. Wir bitten Gott darum, unseren Glauben zu reinigen und der Menschheit die Gelegenheit zur Umkehr zu geben, damit er diese Bedrohung durch die Pandemie für immer aufhebt.

Würden Sie sagen, dass die Corona-Krise die Christen der Kirche nähergebracht hat?

Die Gläubigen standen und stehen immer noch der Kirche nahe. Sie baten uns immer darum, die Kirchen wieder zu öffnen. Wann immer wir in der Kirche gebetet haben, sind Gläubige gekommen und haben vor der Tür mit uns gebetet. Sie glauben fest, dass die Eucharistie sie beschützt.

Um die Versorgung von Flüchtlingen und die Arbeit der katholischen Kirche in Libanon weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier  oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon

Flüchtlingslager im Libanon.

Lohnausfälle bei ohnehin schon dürftigen Löhnen. Wegfall der materiellen und finanziellen Unterstützung seitens der Gläubigen. Große Armut. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und des Lockdown in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) sind für die Kirche schwerwiegend. Zusätzlich zur Unterstützung, die KIRCHE IN NOT (ACN) bereits den Priestern und Seminaristen zukommen lässt, hat die päpstliche Stiftung im Rahmen eines speziellen Coronavirus-Projektpakets nun eine Not-Existenzhilfe für fast 70  Schwesterngemeinschaften in der im Osten des Landes gelegenen Kirchenprovinz Bukavu freigegeben.

Am 14. Juni wurden in der Demokratischen Republik Kongo 5826 an Covid-19 erkrankte Menschen sowie 130 Todesfälle erfasst. Mit Ankunft der Pandemie wurde das Leben der Ordensfrauen der im Osten des Landes gelegenen Kirchenprovinz Bukavu zu einem regelrechten Albtraum. Bereits unter normalen Umständen ist die Situation dort extrem schwierig. In dieser von ethnischen Konflikten gebeutelten Region, die von Unsicherheit, bewaffneten Einfällen durch Nachbarländer, Entführungen und Vergewaltigungen geprägt ist, versuchen die Schwestern zu überleben, indem sie den Katechismus unterrichten und in den Schulen und Gesundheitszentren arbeiten. Doch die zum Schutz vor dem Coronavirus verhängten gesundheitlichen Maßnahmen haben ihre Versorgung unterbrochen und sie dadurch in eine extrem prekäre Lage gebracht.

Mädchen nähen Mund- und Nasenschutzmasken, um gegen die Pandemie anzukämpfen.

Seit dem Beginn des am 24. März vom Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo verhängten Ausnahmezustands wurden die Löhne ausgesetzt. Hinzu kommt, dass das medizinische Personal, zu dem zahlreiche Ordensfrauen gehören, abhängig von der Anzahl der behandelten Patienten bezahlt wird. Aus Angst, sich dort mit dem Coronavirus anzustecken, gehen jedoch die Menschen im Moment nur widerwillig ins Krankenhaus. Dadurch ist es für die Schwestern zu einem drastischen Rückgang oder sogar totalen Ausfall ihrer Einkünfte gekommen. Und diejenigen der Schwestern, die in den Schulen arbeiten, erhalten normalerweise einen Zuschuss für ihren Lebensunterhalt von den Eltern der Schüler. In Zeiten, in denen die Schulen wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen haben, fällt natürlich auch dieses Entgelt weg.

Um angesichts dieses Elends den Schwestern für ihr Überleben zu helfen, hat KIRCHE IN NOT als Reaktion auf den Hilferuf von François-Xavier Maroy, Erzbischof von Bukavu, beschlossen, 69 Schwesterngemeinschaften aus sechs verschiedenen Kongregationen zu unterstützen, die in der Kirchenprovinz Bukavu mit ihren sechs Diözesen tätig sind. Die Hilfe der Stiftung in Höhe von 120.000 € kommt insgesamt 464 Ordensfrauen zugute.

Um angesichts dieses Elends den Schwestern für ihr Überleben zu helfen, hat KIRCHE IN NOT beschlossen, 69 Schwesterngemeinschaften zu unterstützen, die in der Kirchenprovinz Bukavu tätig sind.

„Es ist unsere Pflicht, ihnen angesichts dieser Entbehrungen Trost zukommen zu lassen, einen Trost, den sie zugunsten derer vervielfältigen werden, die noch weniger haben als sie selbst“, erklärt Christine du Coudray, KIRCHE IN NOT-Projektreferentin für das Land. „Während alle Nichtregierungsorganisationen aufgrund der Konflikte geflohen sind, ist die Kirche und sind insbesondere die Ordensfrauen vor Ort geblieben, in unmittelbarer Nähe der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen, wie gute, unerkannte Seelen, ganz im Geiste von Mutter Teresa!“, fährt die Referentin fort und fügt hinzu: „Wie oft habe ich sie nach einem weiteren Übergriff rivalisierender Banden besucht, in diesem seit zwanzig Jahren schwelenden Konflikt, nachdem sie Opfer von Vergewaltigungen und Massakern geworden waren, die vor niemandem Halt machen, nachdem sie Erdbeben, Erdrutsche oder beeindruckende Überschwemmungen erlebt hatten, so wie es jetzt der Fall in Uvira ist [mehr als 100 km weiter südlich von Bukavu], Katastrophen, die alles auf ihrem Weg auslöschen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.“

Die Hilfeleistung für die Schwestern fungiert als zusätzliche Unterstützung, nachdem KIRCHE IN NOT zu Beginn der Krise bereits die Priester in verschiedenen Diözesen des Landes durch Mess-Stipendien unterstützt hat. Auch die Priester sehen sich großen finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Ohne die sonntäglichen Kollekten oder andere Einnahmequellen, die durch die Aussetzung der Pastoral- und Gemeindearbeit wegfallen, sind zahlreiche Priester heute nicht in der Lage, allein für ihren Lebensunterhalt zu sorgen oder ihre seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen. Zu normalen Zeiten sind es die Gläubigen, die die Priester mit Lebensmitteln und anderen Gaben unterstützen“, erklärt der Bischof der Diözese Mbuji-Mayi, im Zentrum der DR Kongo, und fährt fort: „Jetzt wo ihre Schäfchen durch den Lockdown alle zu Hause bleiben müssen, ist das Leben urplötzlich für alle viel schwieriger als in der Vergangenheit geworden, weil die meisten Menschen unter der sehr hohen Arbeitslosenquote leiden (ungefähr bei 96 %) und sich irgendwie von Tag zu Tag durchschlagen.“ In einem Schreiben drückte Bischof Bernard-Emmanuel Kasanda seine Dankbarkeit gegenüber KIRCHE IN NOT aus, durch dessen Hilfe zu Beginn der Krise 289 Priester und Ordensleute seiner Diözese zahlreiche Mess-Stipendien erhalten hatten.

Ebenso kamen mehrere Mess-Stipendien den 25 Priestern der Kongregation der Arbeitermissionare zugute. Das ist eine regelrechte „Erleichterung“, schreibt einer der Begünstigten, Pater Alain Mwila Wa Ilunga, der beschlossen hat, diese finanzielle Zulage „mit den Ärmsten der Armen und den mittellosen Kranken zu teilen, damit sie täglich Brot zu essen haben.“ Der Novizenmeister dieses Ordens, Pater Clément Mwehu Muteba, freute sich ebenfalls über diese finanzielle Unterstützung, die es ihm ermöglichen wird, Benzin zu kaufen und dadurch seinem Apostolat in der ihm zugeteilten Kapelle nachgehen zu können. Dank der Mess-Stipendien kann er auch „einige Bögen Papier kaufen, die für die Ausbildung der Jugendlichen benötigt werden“, um die er sich in Lubumbashi, in der Provinz Ober-Katanga, kümmert.

Auch 40 Priestern der im Osten des Landes gelegenen Diözese Kilwa-Kasenga kamen Mess-Stipendien zugute. Dadurch „können wir leben, und es ermöglicht uns, das Leben tausender Gläubiger zu sichern, die durch unsere bescheidene Arbeit das heilige Wort Gottes hören und die Sakramente empfangen können“, erläutert Pater André Mpundu, der sehr glücklich darüber ist, dank der empfangenen Unterstützung seinen seelsorgerischen Pflichten nachkommen zu können. Pater Mpundu ist Vikar in der Pfarrei der Seligen Anuarita in Kasenga und erzählt, wie eine 80-jährige ehemalige Mesnerin sich neulich bei ihm für seinen Besuch (natürlich unter Einhaltung der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen) bedankte. Sie vertraute ihm an: „Zu mir kommt regelmäßig ein Krankenpfleger, um mein Rheuma zu behandeln, doch wenn du es bist, Pater, der mit Christus kommt, damit ich die Kommunion empfangen kann, ist meine Freude riesengroß und grenzenlos.“ „Wir hören zahlreiche derartige Aussagen“, freut sich der Pater, derweiterhin die Kranken, die Alten und die Einsamen besucht, und schließt mit der Feststellung: „Das ist sehr ermutigend für meinen Dienst als Priester.“

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