Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 13 von 52
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Angesichts der anhaltenden Luftangriffe auf die Hochburgen der Hisbollah im Süden Libanons befürchtet die Beiruter Projektkoordinatorin von KIRCHE IN NOT, Marielle Boutros, dass noch mehr Menschen das Land verlassen, insbesondere Christen.

Bei einem Besuch in der Internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus erklärte sie: „Der gesamte Südlibanon ist ins Visier genommen, dort leben viele Christen. Es handelt sich nicht um ausschließlich schiitische oder Hisbollah-dominierte Gebiete, zahlreiche christliche Familien sind dort zu Hause.“ Einige hätten bereits ihre Häuser verloren und suchten nun Schutz in anderen Teilen des Landes wie in der Hauptstadt Beirut, im Libanongebirge und im Norden.

In Beirut seien bereits mehrere Ziele getroffen worden, „wenngleich sie sich vorwiegend auf schiitische Gebiete beschränken, in denen die Hisbollah, eine schiitische politische Partei und Miliz, stark unterstützt wird“. Dennoch seien die Auswirkungen in der ganzen Stadt spürbar. „Die Menschen hören den ganzen Tag den Lärm von Militärflugzeugen und Drohnen“, berichtet Boutros.

Marielle Boutros, Projektkoordinatorin bei KIRCHE IN NOT für Libanon.

Militärflugzeuge und Drohnen über Beirut

Sie befürchtet, dass der aktuelle Konflikt in Libanon zu einem weiteren Exodus der Christen führen könnte, wodurch deren Präsenz und Einfluss in der Region schwinden würde. „Ich bin 37 Jahre alt und habe mehr als fünf Kriege in Libanon erlebt. Es ist schwer, in einem Land zu leben, in dem man an einem Tag in Sicherheit ist und sich am nächsten Tag vor Raketen verstecken muss.“

Bislang seien die Projekte von KIRCHE IN NOT noch nicht betroffen, bestätigte Boutros. Im Süden des Landes und im Bekaa-Tal im Osten würden derzeit vor allem Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt.

- Marielle Boutros

Fast sieben Millionen Euro in 2023 für Projekte in Libanon

Zwar seien die katholischen Schulen, die KIRCHE IN NOT verstärkt unterstützt, derzeit vorübergehend geschlossen, aber die Umstellung auf Online-Unterricht sei im Gange. Libanon ist eines der wichtigsten Förderländer von KIRCHE IN NOT. Im Jahr 2023 hat das Hilfswerk 237 Projekte mit fast sieben Millionen Euro gefördert.

Boutros blickt aber schon voraus. „Viele Menschen leben derzeit in Pfarrgemeindesälen, weshalb sie Lebensmittel, Hygieneartikel, Matratzen und Decken benötigen.“ Sollte der Konflikt anhalten, würden im Winter auch Heizungen gebraucht – „obwohl wir natürlich hoffen, dass er nicht so lange dauern wird“, ergänzte Boutros.

Ausgabe von Lebensmittelpaketen in Libanon, die von KIRCHE IN NOT ermöglicht wurden.

Hoffnung auf baldigen Frieden

Neben der materiellen Unterstützung ruft Marielle Boutros alle Wohltäter und Freunde von KIRCHE IN NOT dazu auf, für den Frieden zu beten. „Wir hoffen, dass der Friede endlich in Libanon und der gesamten Region einkehrt.“

„Niemand sprach über Gott“, erinnert sich Ilona Bilianova an ihre Kindheit im Kommunismus. Als Tochter eines sowjetischen Offiziers wurde sie in der georgischen Hauptstadt Tiflis geboren. Weil ihr Vater häufig versetzt wurde, verbrachte sie ihre Kindheit in verschiedenen Teilen der Sowjetunion.

Gegenüber KIRCHE IN NOT erzählt Ilona, dass sie in ihrer Studienzeit zum ersten Mal auf das Leben und die Botschaft Jesu gestoßen sei – über die Musik: „Wir haben im Universitätschor die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach einstudiert. Um diese Musik zu verstehen, muss man die Bedeutung von Kreuz und Auferstehung kennen.“

Doch jenseits dieser kulturellen Ebene blieb Ilona das Christentum weiter fern – bis sie erkannte, dass ihre Familie enger mit dem Glauben verbunden war, als sie dachte: „Als meine Großmutter starb, kam ein Priester, und meine Familie hat mit ihm gebetet und gesungen.“ Ilona konnte die Sprache der liturgischen Texte nicht verstehen. Als sie nachfragte, erfuhr sie, dass das Aramäisch sei, die Sprache Jesu. Ihre Familie war seit Jahrhunderten chaldäisch-katholisch.

Heilige Messe der chaldäischen Gemeinde in Tiflis (Georgien).

Liturgische Texte auf Aramäisch verfasst

Die chaldäische Kirche ist ab dem 16. Jahrhundert im ostsyrischen Raum entstanden. Im 19. Jahrhundert strebten chaldäische Christen die Union mit Rom an. Sitz der Teilkirche mit eigenem Ritus ist Bagdad im Irak, ihr Oberhaupt ist Patriarch Raphael Louis Kardinal Sako.

Weltweit gibt es nur wenige chaldäisch-katholische Christen. „Wahrscheinlich sogar weniger als eine Million“, schätzt Benny Beth Yadegar, Priester der chaldäisch-katholischen Mission in Georgien. Aufgrund der Verfolgung in ihren ursprünglichen Heimatländern Irak, Irak, Syrien und Türkei suchten viele Chaldäer im 19. und frühen 20. Jahrhundert Zuflucht in Osteuropa. In Georgien leben deshalb bis heute tausende chaldäisch-katholische Christen – auch die kommunistische Herrschaft konnte sie nicht ganz vernichten.

Ilona Bilianova unterrichtet in den Klassenräumen des chaldäisch-katholischen Zentrums in Tiflis.

Kommunistische Herrschaft überlebt

Pfarrer Benny ist ebenfalls ein Flüchtling. Er kommt aus dem Iran. Er wollte nicht in den Krieg ziehen gegen den Irak. So ging er nach Italien, später in die USA, wo er zum Priester geweiht wurde. „Nach meiner Priesterweihe hört ich erstmals davon, dass es auch in Georgien chaldäisch-katholische Christen gibt“, berichtet er. Es waren die Aufbruchsjahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. So kam Pfarrer Benny 1995 nach Georgien.

Hier ist die Situation der chaldäischen Gemeinden anders als in anderen Teilen der Welt, wo starker Zusammenhalt und Traditionsbewusstsein unter den Mitgliedern herrschen. In Georgien dagegen wuchsen viele chaldäisch-katholische Christen ohne ihre kulturellen Wurzeln auf, so wie Ilona. Das beginnt schon damit, dass viele kaum Aramäisch können.

Pfarrer Benny Beth Yadegar, Leiter der chaldäisch-katholischen Mission in Georgien.

Ein neues Zentrum

Als Pfarrer Benny in Georgien ankam, erkannte er, dass seine Gemeinde einen Mittelpunkt braucht. „Also beschloss ich, dass wir eine Kirche bauen müssen, in der Hauptstadt Tiflis“, erzählt der Priester. Doch bis dorthin war es ein langer Weg. Widerstand kam auch von der orthodoxen Kirche. Deshalb erklärte Pfarrer Benny den Behörden, dass er ein Kulturzentrum plane. Als das Gotteshaus fertig war, hätten die Verantwortlichen ihn gefragt, weshalb es jetzt eine Kirche und kein Kulturzentrum geworden sei, erzählt der Pfarrer lächelnd. „Ich habe geantwortet: Das Christentum ist unsere Kultur, wir haben keine andere.“

Neben Räumen für den Gottesdienst umfasst das chaldäische Zentrum auch Büros und eine kleine Schule. Yulia zum Beispiel unterrichtet dort Kinder in Aramäisch. Und Ilona leitet jetzt den Kirchenchor – sie ist ihrem „Erstkontakt“ zum Christentum also treu geblieben. 2016 hat sogar Papst Franziskus bei seiner Georgien-Reise dem chaldäischen Zentrum einen Besuch abgestattet.

Bauarbeiten am chaldäisch-katholischen Zentrum in Gardabani.

Stalin überlebt, in Georgien gestorben

Aber nicht nur in Tiflis leben Mitglieder der chaldäisch-katholischen Gemeinde, sondern auch in der 40 Kilometer entfernten Stadt Gardabani, nahe der Grenze zu Armenien und Aserbaidschan. Viele der heute rund 400 Chaldäer haben ihre Wurzeln in der Türkei, von wo ihre Vorfahren vor der Verfolgung durch das osmanische Reich nach Aserbaidschan flohen. Stalin ließ die chaldäisch-katholischen Christen wie viele andere Volksgruppen nach Sibirien deportieren, erst nach seinem Tod 1953 durften sie zurück. „Sie wollten jedoch in einem mehrheitlich christlich geprägten Land leben und so landeten sie in Georgien“, berichtet Pfarrer Benny.

Die Boden- und Klimabedingungen rund um Gardabani seien jedoch so schlecht gewesen, dass viele Chaldäer ihr Leben verloren, nachdem sie Stalins Deportation überlebt hatten. „Wie viele sind gestorben, um ihren Glauben zu bewahren?“, fragt Pfarrer Benny. „Sie sind für mich so etwas wie Märtyrer.“

Hier ist die Situation der chaldäischen Gemeinden anders als in anderen Teilen der Welt, wo starker Zusammenhalt und Traditionsbewusstsein unter den Mitgliedern herrschen. In Georgien dagegen wuchsen viele chaldäisch-katholische Christen ohne ihre kulturellen Wurzeln auf, so wie Ilona. Das beginnt schon damit, dass viele kaum Aramäisch können.

Oft gibt es keinen Strom

Auch weiterhin seien die Lebensbedingungen in Gardabani sehr schwierig. „Oft gibt es keinen Strom. Viele Familien leben zusammen auf kleinstem Raum, oft in baufälligen Häusern.“ Hoffnung und Obdach spendet ein neues Gemeindezentrum, das im Jahr 2023 eröffnet wurde, ebenfalls mit Hilfe von KIRCHE IN NOT. Die Kultur der chaldäisch-katholischen Christen in Georgien geht weiter.

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KIRCHE IN NOT fördert Orden und geistliche Gemeinschaften, die sich um Menschen kümmern, die im brasilianischen Amazonasgebiet immer mehr in die Städte ziehen und dort unter prekären Bedingungen leben. Jährlich machen sich Millionen Brasilianer auf den Weg von entlegenen Regionen in die Städte. Die sozialen Folgen sind unübersehbar: Wie eine Untersuchung der Nichtregierungsorganisation „MapBiomas Brasil“ zeigt, liegen sechs von 20 brasilianischen Städten, in denen die Zahl der Elendsviertel („Favelas“) in den vergangenen Jahrzehnten am meisten zugenommen hat, im Amazonasgebiet im Norden des Landes.

„Die Menschen hoffen auf Erfolg und bessere Bedingungen“, erzählt Jenisangela Rosa, die zur geistlichen Gemeinschaft „Shalom“ gehört. „Doch der Traum weicht oft einem Leben in Armut, Isolation und unter prekären Bedingungen.“ Auch das Glaubensleben, das für viele Menschen seit ihrer Kindheit eine Stütze sei, drohe dann zu verschwinden.

Jenisangela schildert an einem Beispiel, womit sie und ihre Mitstreiter täglich konfrontiert sind: „Wir haben eine Familie betreut, ein Ehepaar mit fünf Kindern. Das sechste Kind war unterwegs. Die Eltern haben auf einem Bauernhof gearbeitet, der über zwei Stunden von der nächsten Entbindungsklinik entfernt war. Es gab dort keine öffentlichen Verkehrsmittel und keine Schule für die Kinder.“ Also habe sich die Familie auf dem Weg in die Stadt gemacht. „Noch als sie unterwegs waren, setzten bei der Mutter die Wehen ein. Sie und das Baby wären fast gestorben.“

Mitglieder der Gemeinschaft Shalom.

Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen erfüllt sich oft nicht

Die Mitglieder von „Shalom“ haben sich der jungen Mutter angenommen und erst einmal eine sichere Unterkunft besorgt, später auch einen Arbeitsplatz für den Mann. An diesem Beispiel zeige sich, dass viele Menschen gar keine andere Wahl hätten, als in den Städten ihr Glück zu suchen.

Doch gleichzeitig gelte es, die Bedingungen auf dem Land zu verbessern, ist Jenisangela überzeugt: „Kirche und Behörden versuchen, wo es möglich ist, Wege zu finden, damit Familien grundlegende Anlaufstellen wie Arzt oder Schule vorfinden. Denn wenn die Menschen in die Städte gehen, müssen sie ihre Lebensweise und Traditionen aufgeben. So oder so werden sie ihrer Grundrechte beraubt.“

In Manaus, der Hauptstadt des brasilianischen Amazonas-Gebiets mit über zwei Millionen Einwohnern, arbeitet Schwester Myriam von der „Gemeinschaft Samen des Wortes“, die KIRCHE IN NOT ebenfalls unterstützt. Sie betont besonders die Notwendigkeit der Seelsorge für zugewanderte Menschen in den Städten. Denn viele rutschten in ein Leben ab, das von Alkohol, Drogen, Prostitution oder Kriminalität geprägt sei.

Landkarte von Brasilien: Die Fläche der Region Norte (grün) ist mehr als 45-mal größer als Österreich.

Missions- und Sozialarbeit

„Wir machen Missions- und Sozialarbeit von Kindern bis zu Erwachsenen, um ihre geistliche und menschliche Bildung zu fördern“, erzählt Schwester Myriam. Dazu gehören die Beratung von Suchtabhängigen, Aufklärungsarbeit und die Vermittlung christlicher Werte zum Beispiel zum Ehe- und Familienleben: „Unsere Missionare vermitteln den Menschen eine christliche Sichtweise, die ihnen hilft, Traumata zu bewältigen und einen Neuanfang zu schaffen.“

Die Missionsgruppe ist jedoch nicht nur in Manaus, sondern auch in den Weiten des Amazonasgebiets tätig. Missionare besuchen nach und nach die Dörfer, es gibt mehr als 35 000 in der Region. „Wir versuchen, mit Information und Hilfe vor Ort zu verhindern, dass noch mehr Menschen in die Städte abwandern.“

Blick auf Manaus mit der 3,6 Kilometer langen Rio-Negro-Brücke.

Geistliche Gemeinschaften verzeichnen regen Zulauf

Auch für die Zukunft der Seelsorge ist gesorgt: KIRCHE IN NOT finanziert das Studium von 66 Priesteramtskandidaten aus Manaus und in anderen Bistümern. Auch die geistlichen Gemeinschaften verzeichnen regen Zulauf, wie die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NO, Regina Lynch, bei einem Besuch in der Region feststellen konnte: „Ich war in Gegenden, wo sich nicht einmal die Polizei hinwagt. Aber die kirchlichen Bewegungen sind da. Sie leisten Evangelisierungs- und Bildungsarbeit. Die Menschen schätzen diesen Einsatz sehr.“

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Bei einem terroristischen Angriff auf die Ortschaft Barsalogho im Norden des westafrikanischen Landes Burkina Faso sind nach örtlichen Quellenangaben mindestens 150 Menschen getötet worden. Es ist eine der blutigsten Attacken in der Geschichte des Landes, das seit 2015 unter islamistischem Terror leidet.

Bischof Théophile Nare aus der Diözese Kaya, in dem Barsalogho liegt, bezeichnete den Angriff gegenüber KIRCHE IN NOT als eine „Tragödie von beispiellosem Ausmaß seit Beginn der Terroranschläge“. Örtliche Quellen berichteten gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Zahl der Todesopfer so hoch sei, dass es nicht möglich gewesen wäre, alle Opfer in den drei Tagen nach dem Massaker zu beerdigen.

Der grausame Angriff auf Barsalogho ereignete sich bereits am vergangenen Samstag. Medienberichten zufolge waren die Bewohner der Gemeinde gerade dabei, Verteidigungsgräben auszuheben, um sich gegen terroristische Übergriffe zu schützen, als plötzlich über 100 dschihadistische Terroristen auf Motorrädern erschienen und mit Maschinengewehren auf die Menschen, Zivilisten und Soldaten, schossen. Unter den Opfern sollen auch Frauen, Kinder und ältere Menschen gewesen sein.

Bischof Théophile Nare aus dem Bistum Kaya in Burkina Faso.

Dritte schwere Attacke innerhalb eines Monats

Den lokalen Quellen zufolge ist es bereits die dritte Attacke innerhalb eines Monats in Burkina Faso. Demnach sollen am 4. August bewaffnete Männer in ein Dorf eingedrungen sein und mehr als 100 Männer zwischen 16 und 60 Jahren verschleppt haben. Seitdem fehle von ihnen jegliche Spur. Auch am 20. August habe es einen Angriff auf zwei Dörfer gegeben, worauf ein Teil der Bevölkerung geflohen sei, berichteten die Quellen gegenüber KIRCHE IN NOT.

In einer Botschaft an die Gläubigen drückte Bischof Nare den Betroffenen und Angehörigen der zahlreichen Opfer sein Mitgefühl aus und rief für Mittwoch, 28. August, zu einem Trauertag für die Verstorbenen auf. Außerdem lädt er zu einer dreitägigen intensiven Gebetszeit ein, um „Wiedergutmachung für alle Angriffe auf das menschliche Leben“ zu leisten, bei denen das Blut unschuldiger Menschen vergossen wurde.

Flüchtlinge in Burkina Faso (Archivbild).

Brutalität und Häufigkeit der Angriffe nimmt zu

Burkina Faso im Westen Afrikas wird besonders seit 2015 wiederholt von dschihadistischen Angriffen erschüttert. Aufgrund der zunehmenden Brutalität und Häufigkeit dieser Attacken befindet sich das Land in einem anhaltenden Zustand der Unsicherheit und Angst. Millionen Menschen sind auf der Flucht oder leben in Flüchtlingslagern. KIRCHE IN NOT ruft zum Gebet für die Betroffenen der Gewalt in Burkina Faso auf.

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In Papua-Neuguinea hat die geistliche Vorbereitung auf den Papstbesuch begonnen, so auch in der Küstenstadt Vanimo an der Grenze zu Indonesien. Papst Franziskus wird die Stadt, die nur per Flugzeug oder Schiff erreichbar ist, im Rahmen seines Aufenthalts in Papua-Neuguinea vom 7. bis 9. September besuchen.

„Die Menschen warten mit Begeisterung auf die Ankunft des Heiligen Vaters“, berichte Pater Martin Prado unserem Hilfswerk. Der Missionar ist seit zehn Jahren in Vanimo; die Geschichte des Christentums auf Papua-Neuguinea ist nur wenig älter: Etwa vor 70 Jahren kam es zu ersten Gemeindegründungen. Diese waren jedoch sehr erfolgreich: Heute bekennen sich gut 95 Prozent der Einwohner zum Christentum.

„Die Menschen hier haben einen sehr lebendigen und kindlichen Glauben, von dem ich viel lerne“, erzählte Pater Martin. Immer wieder gebe es Bekehrungen, teilweise würden ganze Familien um die Taufe bitten. „Es gibt Menschen, die sich nach Gott, nach einem geistlichen Leben sehnen. Kürzlich kam zum Beispiel ein Junge zu mir und sagte: ,Pater, ich möchte die Kommunion empfangen, bitte helfen Sie mir!’“

Gleichzeitig stelle die Vermischung von Christentum und traditionellem Glauben eine Herausforderung dar. Das betreffe nicht nur den Geisterglauben, sondern zum Beispiel auch das Familienleben: „Anders als in der westlichen Kultur gibt es hier kaum Wissen und Bräuche bezüglich der Ehe. Das ist eine Herausforderung für junge Menschen, die eine Familie gründen wollen. Oft erfahren sie keine Unterstützung der Eltern für eine lebenslange Verpflichtung“, schilderte der Missionar. Aber nach und nach würden sich die Einstellungen ändern.

Pater Martin Prado, MIssionar in Papua-Neuguinea.

Lebendiger und kindlicher Glaube

Auch die Sorge um Berufungen zum Priester und Ordensleben, wofür eine eigene Gebetsgruppe eingerichtet wurde, trage Früchte: So gebe es in Papua-Neuguinea aktuell drei lokale Priesterseminaristen und zwei angehende Ordensleute.

Weil viele Menschen keinen Zugang zu Medien und Internet hätten, sei die Nachricht vom Papstbesuch nur langsam durchgesickert. Jetzt aber seien die Katholiken mit Eifer dabei, schildert Pater Martin: „Auf einem Fußballplatz in Vanimo haben wir eine Bühne errichtet. Dort beten wir jetzt jeden Abend den Rosenkranz. Es gibt Predigten, Musik und Tanz, was den Papua-Neuguineern sehr gefällt. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Beichte. Die Menschen kommen zu Fuß oder auf Lastwagen.“ An einzelnen Tagen hätten sich bis zu 4000 Menschen zur geistlichen Vorbereitung versammelt.

Heilige Messe unter freiem Himmel auf Papua-Neuguinea.

Schule und Heim für hilfsbedürftige Kinder geplant

Die Christen in anderen Teilen der Welt bittet der Missionar um das Gebet: „Beten Sie für die Menschen, die Christus noch nicht kennen und für die Orte, an denen die Botschaft des Evangeliums noch nicht angekommen ist.“ Natürlich gebe es auch einen hohen Bedarf an materieller Hilfe. Die Menschen lebten in großer Armut, es gebe kaum Medikamente.

Die katholische Gemeinde in Vanimo möchte aktuell eine Schule sowie ein Heim für Kinder mit Behinderung und misshandelte junge Frauen errichten, berichtet der Missionar: „Wir wissen, dass Gott immer für uns sorgt und dass er uns seine Hilfe durch großzügige Menschen zukommen lässt.“

Papst Franziskus besucht im September nicht nur Papua-Neuguinea. Auch in Indonesien, Timor-Leste und Singapur macht der Pontifex Station. Die Reise ist vom 2. bis 13. September angesetzt.

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„Wir hatten gedacht, dass der Krieg nach ein paar Monaten zu Ende sein würde, das war nicht der Fall. Jetzt fürchten wir, dass das Heilige Land zum nächsten Syrien wird, zu einem Krieg ohne Ende.“ Das erklärte die Verantwortliche für soziale Dienste im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, Dima Khoury, beim Besuch einer Delegation von KIRCHE IN NOT vor wenigen Wochen.

Der Gaza-Krieg habe nicht nur Auswirkungen auf die Menschen in den unmittelbaren Kampfgebieten, sondern in allen Landesteilen Israels und den Palästinensischen Gebieten, so Khoury: „Die Mittelschicht wurde arm, und die Armen noch ärmer. Viele Familien, die eigene Unternehmen besaßen, haben das Land verlassen.“

Die christliche Minderheit sei von den Kriegsauswirkungen hart betroffen, vor allem viele Christen aus dem Westjordanland könnten nicht mehr zum Arbeiten auf israelisches Staatsgebiet einreisen. Das bestätigte gegenüber der KIRCHE-IN-NOT-Delegation auch der Weihbischof William Shomali, der unter anderem für die Christen in Jerusalem und in den Palästinensischen Gebieten zuständig ist: „Der größte Bedarf besteht an Einreisegenehmigungen aus dem Westjordanland nach Israel.“

Weihbischof William Shomali, Patriarchalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.

Viele Christen können nicht zu ihren Arbeitsplätzen

Früher seien etwa 160 000 Christen regelmäßig über die Grenze gependelt, jetzt seien es schätzungsweise weniger als 10 000. „Aber die Menschen wollen wirklich arbeiten. Ich bekomme fast jeden Tag Anrufe von Menschen aus dem Westjordanland. Einige können ihre Miete nicht zahlen, andere können sich keine Lebensmittel mehr leisten“, berichtete Shomali.

KIRCHE IN NOT hat darum nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober 2023 und der darauffolgenden Militäraktion die Nothilfe für Christen im Heiligen Land verstärkt. Aktuell erhalten über 600 Familien Lebensmittelgutscheine, 128 Familien Zuschüsse für ihre Strom- und Wasserrechnung. „Vor allem in Ostjerusalem haben wir ein ernstes Wohnungsproblem. Hier leben die meisten Christen in Mietwohnungen und sind von der Zwangsräumung bedroht“, erklärte Khoury.

Die Mauer, die Israel von den Palästinensischen Gebieten trennt.

KIRCHE IN NOT finanziert Arbeitsbeschaffungs- und Umschulungsprogramm

200 Personen mit chronischen oder akuten Erkrankungen wie Diabetes und Krebs bekommen über die Kirchengemeinden lebensnotwendige Medikamente. Auch Schul- und Studiengebühren werden teilweise über das Lateinische Patriarchat übernommen.

Neben der akuten Nothilfe hat KIRCHE IN NOT auch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Christen in Ostjerusalem und im Westjordanland angestoßen. Dabei werden zum Beispiel arbeitslose Christen zu Renovierungsarbeiten in kirchlichen Einrichtungen herangezogen und angemessen bezahlt. „Dieses Programm hat einen dreifachen Nutzen: Wir unterstützen Familien, bringen Geld in die Gemeinde und erhalten einige christlich geführte Organisationen am Leben“, erläuterte die Khoury.

Außerdem trägt KIRCHE IN NOT auch die Kosten für Umschulungen. Christen, die vorher überwiegend im Tourismussektor tätig waren, sollen so die Möglichkeit bekommen, in neuen Bereichen Fuß zu fassen, zum Beispiel in der IT-Branche. „Ich schätze die Unterstützung von KIRCHE IN NOT bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, anstatt ausschließlich Almosen zu geben. Das ist ein guter Weg, die Würde der Menschen zu wahren“, betonte Weihbischof Shomali.

Blick von einer Kirche auf Teile des Westjordanlands.

„Wir sind wirklich eine Kirche in Not“

KIRCHE IN NOT sei eine der ersten Organisationen gewesen, die nach dem Kriegsausbruch Hilfe angeboten habe, betonte auch der Verwaltungsdirektor des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Sami El-Yousef: „Es war ein Segen, dass wir so früh Unterstützung erhalten haben, denn so konnten wir vom ersten Tag an handeln. Wir sind wirklich eine Kirche in Not. Wir brauchen jede Unterstützung, die wir von unseren Freunden in der ganzen Welt bekommen können.“

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Verwendungszweck: Heiliges Land

Mit fast zwei Millionen Euro fördert KIRCHE IN NOT auch in diesem Jahr Ferienfreizeiten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Viele der Sommerlager finden in kriegs- und konfliktgebeutelten Regionen statt, damit junge Menschen dem Leid für eine Weile entkommen und unbeschwerte Tage genießen können.

In 18 Ländern unterstützt das Hilfswerk die Ferienfreizeiten, zum Beispiel im Heiligen Land, in Libanon, Syrien, Armenien oder in der Ukraine. Aber auch in Ägypten, Mosambik und Venezuela wird den jungen Menschen die Möglichkeit geschenkt, sich in einer friedvollen Umgebung mit Gleichaltrigen auszutauschen und ihren Glauben besser kennenzulernen.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, dankt dem Hilfswerk für die diesjährige Unterstützung des Sommerlagers des Vikariats St. Jakobus für hebräischsprachige Katholiken in Israel. Diese Camps seien ohne die Unterstützung von KIRCHE IN NOT nicht möglich. Dabei seien diese sehr wichtig: „Die Mehrheit der Teilnehmer sind Kinder von Migranten. Diese Gruppe ist besonders von den Auswirkungen des Krieges betroffen.“

Piotr Zelazko, Patriarchalvikar für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel, erklärte, dass diese Ferienlager für junge Christen keine reine Sommeraktivität seien, sondern „ein Leuchtfeuer der Hoffnung sowie eine Chance, ein Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl zu erfahren, das in ihrer turbulenten Welt oft fehlt. Hier können sie ihren Glauben und ihr kulturelles Erbe kennenlernen.“ Im Westjordanland stehen die Sommerfreizeiten für rund 500 Kinder und junge Erwachsene ganz im Zeichen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahrs des Gebets.

Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche in Libanon.

Nicht bloß reine Sommeraktivität

Auch in der Ukraine sollen Kinder ein paar unbeschwerte Tage genießen können. In den Camps für Waisenkinder, Kinder mit Behinderung und Kinder von Binnenvertriebenen und Kriegsopfern gibt es neben der geistlichen Begleitung auch eine psychologische Betreuung. Maksym Rybukha, griechisch-katholischer Weihbischof von Donezk, hob bei einem Besuch in der Internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus hervor, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht die Möglichkeit hätten, „ein normales Leben zu führen“. Die Ferienlager böten die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen.

In Syrien wird die größte Zahl der Sommerlager von KIRCHE IN NOT unterstützt: 44 Camps für mehr als 75 000 Teilnehmer. Neben Spielen und Sport stehen auch pastorale Aktivitäten im Mittelpunkt der Ferienfreizeiten. Die Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaft erleben, können helfen, sich stärker in ihrer Heimat zu verwurzeln. Ein Pfadfinderleiter sagt: „Wenn wir die Mentalität der Generation nicht ändern, werden wir mit Sicherheit eine Generation ohne Ideale und Träume haben. Das wird dazu führen, dass sie in Zukunft das Land verlassen werden.“

UKRAINE / DONETSK-UCR 24/00291
Rehabilitation summer camp for children from internal refugee families 2024
Katechese in einem Sommercamp in der Ukraine.

Camps für 75 000 Teilnehmer in Syrien

Im Nachbarland Libanon ermöglicht KIRCHE IN NOT rund 60 000 Teilnehmern den Besuch eines Sommercamps. Aufgrund der Wirtschaftskrise im Land können sich viele Familien sonst kaum noch Aktivitäten leisten. Auch Tagescamps für libanesische Waisenkinder und jugendliche Flüchtlinge aus Syrien und Irak können durch die Unterstützung des Hilfswerks stattfinden.

Seit vielen Jahren fördert KIRCHE IN NOT in Armenien die Sommerlager, die von den Schwestern der Unbefleckten Empfängnis geleitet werden. Das Camp sei für die Kinder „das am meisten erwartete Ereignis des Jahres“, betont die Oberin des Ordens, Schwester Arousiag Sajonian. In diesem Jahr nehmen über 800 junge Menschen daran teil, darunter auch Waisen und Kinder aus Familien, die seit der Besetzung von Bergkarabach durch Aserbaidschan im September 2023 gewaltsam vertrieben wurden und in das armenische Kernland geflohen sind.

Ferienspaß für Waisen- und Flüchtlingskinder in Libanon.

Förderung von Solidarität

„Wir hoffen, die Traumata der jungen Menschen zu lindern und ihre Tage in einer sicheren Umgebung zu verschönern“, so Schwester Arousiag. „Wir glauben fest daran, dass wir die Welt durch Bildung und Förderung von Solidarität und Enthusiasmus zu einem besseren Ort zum Leben machen können.“

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Der Bandengewalt in Haiti fallen zunehmend auch Kirchenvertreter zum Opfer. Das sei kein Zufall, erklärte der Ordenspriester Pater Baudelaire Martial gegenüber KIRCHE IN NOT: „Ich habe das Gefühl, dass es eine organisierte Kampagne gegen die Kirche gibt.“ Immer häufiger würden Priester und Ordensleute in dem Karibikstaat entführt, um Lösegeld zu erpressen. Die kriminellen Banden „setzen die Kirche unter Druck, um uns zum Schweigen zu bringen“, sagte der Ordensmann.

Martial gehört der Kongregation vom Heiligen Kreuz an und hat in der Nähe der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ein Heim für Kinder und Jugendliche gegründet. Auch die Bewohner dort gerieten in den Strudel der Gewalt: „Ein zwölfjähriges Mädchen wurde getötet, ein anderes brutal angegriffen. Die Jugendlichen leben in Angst und Schrecken.“ Mancherorts könne der Unterricht nur online stattfinden, da es zu gefährlich sei, die Kinder zur Schule zu schicken.

Auch viele Pfarren hätten aus Sicherheitsgründen ihre Arbeit einstellen müssen. Dennoch sei die Kirche da, um traumatisierte Menschen zu begleiten. „Viele haben schwere Verletzungen und Vergewaltigungen erlebt“, sagte Pater Baudelaire. Die Situation in Port-au-Prince beschrieb er als „inakzeptabel, unerträglich und unvorstellbar“. Die Menschen hungerten, in einigen Landesteilen hätten bewaffnete Banden Reisfelder niedergebrannt. Da auch viele Ärzte verschleppt worden seien, gebe es keine funktionierende medizinische Versorgung.

Pater Baudelaire Martial bei seinem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus. Links: KIRCHE IN NOT-Mitarbeiterin Maria Lozano.

„Situation in der Hauptstadt ist inakzeptabel und unerträglich“

Nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse vor drei Jahren versinkt Haiti im Chaos; Interimspremierminister Ariel Henri hatte im April auf Druck bewaffneter Banden hin seinen Rücktritt erklärt. Ein „Präsidialer Übergansgsrat“ hat die Amtsgeschäfte übernommen.

Trotz dieser langen Zeitspanne sieht Pater Baudelaire die Zeit für Neuwahlen noch nicht gekommen. Im Moment habe die Wiederherstellung der inneren Sicherheit Priorität. „Danach wird die Zeit für eine Verfassungsreform kommen, dann die Einleitung eines Wahlprozesses und schließlich freie, ehrliche und demokratische Wahlen.“

Kinder im „Foyer de l’ Esperance“ (Heim der Hoffnung), das Pater Baudelaire ins Leben gerufen hat.

„Zeit für Neuwahlen noch nicht gekommen“

Hoffnung setzt der Ordensmann auf die von den Vereinten Nationen installierte Eingreiftruppe, die unter Führung des kenianischen Militärs kürzlich ihre Arbeit aufgenommen hat: „Die Angst wechselt die Seiten, die Banden beginnen zu verhandeln, und schon seit einigen Tagen ist die Lage etwas ruhiger geworden.“ Langfristig gehe es aber um mehr: „Wir fordern die Befreiung der Hauptstadt und aller entlegenen Ecken Haitis, damit wir wieder wie früher leben können.“

Um die Arbeit der Kirche für die notleidende Bevölkerung in Haiti weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Christen bilden im Irak nur eine sehr kleine Minderheit. Bis 2002 – also vor dem Dritten Golfkrieg – lag ihre Zahl bei mehr als 1,2 Millionen, doch Krieg, Verfolgung und Armut führten zu einer Massenabwanderung der christlichen Einwohner des Landes. Schätzungen zufolge sind heute nur noch etwa 150 000 Christen übrig.

Die Stadt Basra ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Irak. Sie liegt am Persischen Golf und ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Gegründet wurde sie bereits im siebten Jahrhundert nach Christus. Sindbad der Seefahrer begab sich in den „Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht“ von hier aus auf seine abenteuerlichen Reisen.

Eie syr.-kath. Herz-Jesu-Pfarre benötigte dringend einen Kleinbus, um die Kinder der Gemeinde sicher, schnell und einfach zum Religionsunterricht transportieren zu können.

Von dem Zauber orientalischer Märchen ist allerdings in unserer Zeit nicht mehr viel übrig: Die Stadt wurde in den drei Golfkriegen schwer umkämpft und stark zerstört. Die Folgen sind bis heute zu spüren.

In Basra sind nur rund fünf Prozent der Christen übriggeblieben, die ursprünglich dort lebten, aber der syrisch-katholische Erzbischof Atanasius Firas Mundher Dardar sagte uns, dass die Kirche den Menschen Hoffnung geben wolle. Wichtig dafür ist die religiöse Erziehung der Kinder. Der Erzbischof hatte uns daher um Hilfe gebeten. Denn die syrisch-katholische Herz-Jesu-Pfarre benötigte dringend einen Kleinbus, um die Kinder der Gemeinde sicher, schnell und einfach zum Religionsunterricht transportieren zu können, der in der Pfarre abgehalten wird.

Dank unserer Wohltäter konnte der Kleinbus angeschafft werden. Die Freude ist groß!
Unsere Wohltäter haben 21.363 Euro gespendet, und so konnte der Kleinbus angeschafft werden. Die Freude ist groß! Der Erzbischof schreibt uns: „Wir bitten unseren Himmlischen Vater, Sie und alle Wohltäter und Ihre Mission im Nahen Osten und insbesondere im Irak zu segnen.“
Der Krieg in der äthiopischen Region Tigray hat zu Massenmorden und sexueller Gewalt an Frauen und Mädchen geführt. Nun engagiert sich die Kirche bei der Therapie und Seelsorge für die traumatisierte Bevölkerung. Das berichtete der äthiopisch-katholische Bischof Tesfaselassie Medhin aus Adigrat bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.
Tesfaselassie Medhin, äthiopisch-katholischer Bischof von Adigrat (Äthioipien).

Folter und Massaker

„Die Menschen in Tigray haben die Hölle erlebt: Es gab Gruppenvergewaltigungen und Morde vor den Augen der Familien. Mehr als eine Million Menschen wurden getötet. Es fanden Folter und Massaker statt“, sagte der Bischof, dessen Diözese die gesamte Region Tigray im Norden Äthiopiens an der Grenze zu Eritrea umfasst. Während des Konflikts, der 2020 seinen Anfang nahm und im November 2022 durch ein Friedensabkommen offiziell beendet wurde, sei die Region vollständig abgeriegelt gewesen; auch Hilfslieferungen seien nicht durchgekommen, berichtete Medhin: „Wir waren völlig abgeschnitten. Internet und Telefon haben nicht funktioniert, wir konnten das Haus nicht mehr verlassen.“

Manche Priester seiner Diözese habe er seit vier Jahren nicht mehr gesehen. Denn auch nach dem Friedensabkommen sei rund ein Drittel der Region Tigray besetzt und unzugänglich. Er zollt den Seelsorgern hohen Respekt: „Aufgrund der Gefahren haben alle Hilfsorganisationen unsere Region verlassen. Aber die Priester und Ordensleute – unter ihnen 30 ausländische Missionare – sind alle dageblieben.“

Ein „wahrer Albtraum“ sei es gewesen, nicht zu wissen, was mit den Menschen seiner Diözese geschehe, erklärte der Bischof. Dennoch habe er bereits während des Krieges in seiner Bischofsstadt Adigrat ein medizinisches Zentrum aufgebaut. Menschen konnten sich dort vertraulich behandeln lassen. „Wir Katholiken machen nur ein Prozent der sieben Millionen Einwohner Tigrays aus, aber aufgrund des Einsatzes im Gesundheits- und Bildungsbereich haben wir für 25 Prozent der Bevölkerung große Bedeutung“, betonte Medhin.

Ein Priester besucht eine Familie in der Region Tigray (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).

Traumabehandlungen mit geistlicher Dimension

Nach dem offiziellen Kriegsende sei insbesondere der Bedarf an Seelsorge und Betreuung von traumatisierten Menschen sehr hoch. Viele Menschen seien bei den Kämpfen verstümmelt worden oder könnten die erlebten Grausamkeiten nicht verarbeiten. Die äthiopisch-katholische Diözese führt für diese Menschen spezielle Kurse durch, die neben der psychologischen Hilfe auch pastorale Aspekte umfassen, wie der Bischof erklärte: „Ein Bewältigung der traumatischen Erfahrungen ist nicht möglich, ohne sich dem Geschehenen zu stellen. Es muss aber auch die geistliche Dimension berücksichtigt werden. Darum sind unsere Programme biblisch gestützt und werden geistlich begleitet.“ KIRCHE IN NOT wird diese Traumabehandlungen zukünftig finanziell unterstützen.

In Adrigat hielten sich noch immer 50 000 vertriebene Menschen auf, die nicht in ihre Heimatorte zurückkehren könnten, schilderte Medhin die aktuelle Situation. Die Straßen seien unsicher, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Tausende Menschen in der Region würden weiterhin durch Gewalt, Nahrungsmittelknappheit und eine mangelnde medizinische Versorgung sterben, beklagte der Bischof: „Wie kann die Welt da einfach nur zuschauen?“

Gottesdienst in Äthiopien

Einer der tödlichsten Konflikte weltweit

Der Konflikt in der Region Tigray ist Beobachtern zufolge einer der tödlichsten weltweit. Auslöser war ein Streit um die Macht zwischen der Zentralregierung unter Premierminister Abiy Ahmed und der lange in Tigray regierenden „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF). Die Regierungstruppen wurden aus dem Nachbarland Eritrea und von ethnischen Milizen aus dem Inland unterstützt. Mit dem Friedensabkommen von Anfang November 2022 ist es wieder möglich, humanitäre Hilfen in die Region zu bringen. Vorbei ist der Konflikt aber nicht.

Äthiopien ist mit rund 110 Millionen Einwohnern aus über 80 Ethnien einer der bevölkerungsreichsten Staaten Afrikas. Etwa 95 Prozent der Bevölkerung gehören der äthiopisch-orthodoxen Kirche an. Während der Kämpfe wurden vereinzelt auch Übergriffe auf Kirchen und Klöster gemeldet. Die Gewalt war jedoch nicht religiös, sondern politisch motiviert.

Bitte unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Äthiopien für die traumatisierte und notleidende Bevölkerung mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Nach dem Stimmenverlust der hindunationalistischen Regierungspartei Bharatiya Janata Party (BJP) bei den Parlamentswahlen in Indien fürchten Christen und andere religiöse Minderheiten Vergeltungsaktionen. Das sagte Jesuitenpater Pradeep aus dem Bundesstaat Jharkhand im Nordosten des Landes im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN). Aus Sicherheitsgründen möchte der Ordensmann seinen vollen Namen nicht veröffentlicht sehen. „Wir befürchten, dass die BJP, die in unserem Bundesstaat weniger Stimmen erhalten hat als vor fünf Jahren, den Augenblick nutzen wird, um Minderheiten wie Christen und Muslime noch mehr zu schikanieren“, sagte der Jesuit.

Dennoch sei das Wahlergebnis auch Anlass zu vorsichtigem Optimismus: „Premierminister Modi hat zwar gewonnen, aber er hat nicht so viele Stimmen erhalten wie erwartet. Für uns Christen ist das ein starkes Zeichen für den Sieg des Volkes, weil es sich getraut hat, seinen Widerstand gegen die BJP zum Ausdruck zu bringen.“ Trotz der starken Wahlpropaganda in den Medien für Modi habe sich gezeigt, „dass er nicht so unbesiegbar ist, wie er immer gesagt hat.“

Wahlplakat der BJP mit Premierminister Narendra Modi. © Flickr.com/Erik Törner

„Konstante und systematische Unterdrückung“

Die Unterdrückung religiöser Minderheiten besonders in Nordindien sei „konstant und systematisch“, erklärte der Jesuit. Er erinnerte an seinen Mitbruder Pater Stan Lourduswamy (bekannt als Stan Swamy), der sich für Menschenrechte eingesetzt und daraufhin wegen Terrorismus und Volksverhetzung angeklagt worden war. Der 84-Jährige war nach Monaten im Gefängnis im Juli 2021 gestorben.

Kirchliche Schulen hätten aktuell Schwierigkeiten, Lehrer einzustellen, da die Behörden die Ausstellung von Ausweisdokumenten blockierten, sagte Pater Pradeep. Ausländische Priester erhielten kaum noch Visa für die Einreise nach Indien. Verhöre und andere Repressalien seien an der Tagesordnung. Christlichen Organisationen im Bundesstaat Jharkhand sei es jüngst verboten worden, Gelder aus dem Ausland anzunehmen, beklagte der Ordensmann: „Warum? Weil die Verantwortlichen in den Behörden wissen, dass die Minderheiten nicht für die BJP stimmen.“

Father Stan Swamy SJ ist an Indian Roman Catholic Jesuit priest.
Pater Stan Swamy. Der 84-jährige Jesuit starb im Juli 2021 nach monatelanger Haft. © Communications Hub JCSA

Versuch, Christen von staatlichen Hilfen auszuschließen

2017 wurden im Bundesstaat Jharkhand sogenannte Antikonversionsgesetze erlassen; ähnliche Bestimmungen sind in elf weiteren indischen Bundesstaaten in Kraft. „Diese Gesetze wurden eingeführt, um Menschen vor Zwangsbekehrungen zu schützen, aber in Wirklichkeit dienen sie dazu, Missionare und Christen, die Stammesgruppen angehören, zu schikanieren“, beklagte der Ordensmann.

Viele Christen gehören ethnischen Minderheiten an, die einem Schutzstatus unterliegen und von der Regierung unterstützt werden. Vertreter der BJP hätten versucht, Christen von diesen Hilfen auszuschließen; das sei jedoch bislang nicht gelungen, erläuterte Pater Pradeep. Trotz aller Schwierigkeiten bleibe er mit Blick auf die Zukunft hoffnungsvoll: „Ich sehe den Mut der Menschen, gegen die BJP zu stimmen. Ich bete darum, dass trotz der weiteren Amtszeit unter Premier Modi die Schwierigkeiten, denen wir täglich ausgesetzt sind, abnehmen.“

Katholischer Gottesdienst in Indien. © KIRCHE IN NOT

Bevölkerungsanteil der Christen unter fünf Prozent

Am 1. Juni war die sechswöchige Parlamentswahl in Indien zu Ende gegangen. Gewonnen hat der amtierende Premierminister Narendra Modi mit seiner Partei BJP. Modi regiert das Land seit 2014. Das Wahlergebnis fiel diesmal schwächer aus als erwartet; die absolute Mehrheit für die BJP ging verloren. Die oppositionelle Kongresspartei konnte ihren Stimmenanteil fast verdoppeln. In den kommenden fünf Jahren ist die Regierung Modi auf Koalitionspartner angewiesen.

Von den über 1,4 Milliarden Bewohnern Indiens sind unter fünf Prozent Christen. Wie die Muslime, die etwa 14 Prozent der Bevölkerung stellen, verzeichnen die Christen seit Jahren eine Zunahme religiöser Gewalt durch hindunationalistische Kräfte.

Um den notleidenden und verfolgten Christen in Indien weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Das Oberhaupt der mit Rom unierten koptisch-katholischen Kirche, Patriarch Ibrahim Sidrak, sieht eine positive Entwicklung für die Christen in Ägypten: „In den vergangenen zehn Jahren hat es echte Fortschritte gegeben“, sagte Sidrak im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Im Gegensatz zu den Nachbarländern“ habe sich die Situation der Religionsfreiheit in Ägypten verbessert. Es gebe „viel weniger Gewaltakte“ gegen Christen als in der Vergangenheit, auch erkenne der ägyptische Staat die Kirchen an.

Die Regierung habe die Hindernisse für den Bau neuer Kirchen beseitigt, deshalb gebe es nun in vielen Diözesen Baustellen, betonte der Patriarch: „Eines der repräsentativsten Beispiele ist unsere Kathedrale in Luxor, die 2016 niedergebrannt wurde.“ KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau maßgeblich.

Neue Gotteshäuser seien notwendig, weil Gemeindemitglieder oft weite Weg auf sich nehmen müssten, um Gottesdienste zu besuchen. Manche Gläubige müssten „bis zu einem Viertel des Gehalts aufwenden, um mit dem Bus in die nächstgelegene Kirche zu fahren“, sagte der Patriarch.

Die Lage habe sich im Vergleich mit 2012 fundamental geändert; damals waren mit Präsident Mohammed Mursi die Muslimbrüder an die Macht gekommen. „Als sie alle Hebel in der Hand hatten, war es für einen Christen sehr riskant, allein auf die Straße zu gehen. Unsere Kirchen waren ständig bedroht, und Terroristen brannten hunderte von ihnen nieder“, erklärte Sidrak.

Der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Sidrak.

Muslimbruderschaft hat keinen Einfluss mehr

Auch heute gebe es Fanatiker und Terroristen in Ägypten, aber diese „seien kaltgestellt“. Eine Gefahr, dass die Muslimbruderschaft wieder die Macht erlangen könnte, sieht der Patriarch nicht: „Ich glaube, als die Ägypter 2012 zur Wahl gingen, glaubten sie, dass sie der Muslimbruderschaft nie eine Chance gegeben hatten und man es nun ausprobieren müsse. Sie werden denselben Fehler nicht noch einmal begehen.“

Als aktuelle Herausforderungen für Ägypten bezeichnete Sidrak die hohe Jugendarbeitslosigkeit, das Bevölkerungswachstum und die Zuwanderung aus dem Ausland: „Wir nehmen viele Einwanderer aus Ländern auf, in denen Krieg herrscht. Früher kamen sie aus Syrien, heute aus Sudan.“

Die koptisch-katholische Kirche nehme eine sozial-karitative Verantwortung für die ägyptische Gesellschaft wahr, indem sie unter anderem Kliniken und Bildungseinrichtungen betreibe: „Es gibt 180 koptisch-katholische Schulen, die einen guten Ruf genießen.“ Viele Muslime schickten ihre Kinder auf diese Schulen, unter den Absolventen seien auch heutige Regierungsmitglieder, betonte der Patriarch. „Das trägt nicht nur zur Bildung unseres Volkes bei, sondern auch dazu, dass es trotz der religiösen Unterschiede zusammenhält.“

Kerzen in einer koptischen Kirche in Kairo (Ägypten).

Katholische Schulen auch von Muslimen geschätzt

Der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten gehören etwa 300 000 Gläubige an. Die Mehrheit der Christen im Land ist koptisch-orthodox. Die Schätzungen, wie hoch der Bevölkerungsanteil der Christen in Ägypten insgesamt ist, schwanken stark zwischen sechs und bis zu 15 Millionen. Da wären etwa zwischen sechs und 14 Prozent der rund 110 Millionen Einwohner Ägyptens.

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