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Die jordanische Regierung bedauert den Brandanschlag, der am vergangenen Freitag, dem 4. Dezember, auf die Kirche aller Nationen (lat. Basilica Agoniae Domini; auch Todesangstbasilika) im Garten Getsemani am Fuße des Ölbergs in Jerusalem verübt wurde. Botschafter Daifallah al Fayez, Sprecher des jordanischen Außenministeriums, verurteilte den Anschlag und forderte die israelischen Behörden als „Besatzungsmacht“ aufforderte, „ihre Verpflichtungen im Einklang mit dem internationalen Gesetz in Bezug auf den Schutz von Kultstätten einzuhalten“. In diesem Zusammenhang bekräftigte der Diplomat im Namen der jordanischen Regierung auch die Rolle des Monarchen als „Wächter“ der islamischen und christlichen heiligen Stätten in der Heiligen Stadt.

Am frühen Nachmittag des 4. Dezember, als die feierliche Amtseinführung des neuen Patriarchen des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, in der nicht weit entfernten Grabesbasilika stattfand, wurde die Brandstiftung begangen. Es wurden Kirchenbänke anzünden, die zuerst mit brennbarer Flüssigkeit bestreut worden waren. Die israelische Polizei, die von den Franziskanern der Kustodie des Heiligen Landes, die für die Basilika verantwortlich sind, gerufen wurde, verhaftete den mutmaßlichen Täter in Jerusalem. Nach Angaben der israelischen Presse ist er Jude und lebt in Gilo, einer Siedlung, der in den letzten Jahren in den Palästinensischen Gebieten zwischen Jerusalem und Bethlehem gebaut wurde.

Am Sonntag, den 6. Dezember, um 10 Uhr morgens, leitete der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, einen Gottesdienst in der Basilika der Nationen zur Wiedergutmachung nach der Schändung. (Quelle: Fidesdienst)

Die Absicht von „radikalen” jüdischen Gruppen, die sich um den Erwerb kirchlicher Güter im sogenannten christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem bemühen, sei es die pluralistische Identität der Heiligen Stadt zu untergraben und insbesondere die christliche Präsenz zu schwächen und Unsicherheit und Einschüchterung auf den Wegen, die christliche Pilger benutzen, um die heiligen Stätten zu erreichen, zu verursachen. Dies betonen die 13 Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Jerusalems schreiben es in Bezug auf auf nicht immer transparente Immobilientransaktionen, die ihrer Meinung nach darauf abzielen, den sogenannten „Status quo“, das Regelwerk auf denen das Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften im antiken Teil der Heiligen Stadt beruht, zu untergraben.

In ihrer neuen gemeinsamen Erklärung, die am heutigen, Dienstag, den 7. Juli, veröffentlicht wurde, verweisen die Leiter der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Jerusalems ausdrücklich auf eine kürzlich vom Bezirksgericht Jerusalem verkündete Erklärung, mit der eine Beschwerde des griechischen Patriarchats am Mittwoch, dem 24. Juni, endgültig abgelehnt wurde, die die Annulierung des Erwerbs von drei Immobilien durch die Organisation der jüdischen Siedler “Ateret Cohanim” zu annullieren.

In der gemeinsamen Erklärung, die von den Patriarchen und Leitern der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Jerusalems unterzeichnet wurde – darunter der orthodoxe Patriarch Theophilos III., Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, der Apostolischer Administrator des lateinischen Patriarchats von Jerusalem, und Pater Francesco Patton ofm, Kustos der Franziskaner im Heiligen Land – unterstreicht es sich bei dem Ausgang des Rechtsstreits um die Gebäude, die einst im Besitz des griechisch-orthodoxen Patriarchats waren, angesichts der betieligren Parteien nicht als „einfacher Eigentumsstreit“ abgetan werden könne. Der Immobilienstreit bringe vielmehr die Absicht von Kräften zum Ausdruck, die sich seit langem der Sabotage des „historischen Status Quo der Heiligen Stätten und der Rechte der allgemein anerkannten Kirchen“ verschrieben hätten, der unbedingt vor Angriffen geschützt werden müsse. Aus diesem Grund äußern die Kirchenoberhäupter ihre Besorgnis über das jüngste Urteil des Bezirksgerichts Jerusalem und sagen, sie seien solidarisch mit „den Bemühungen der griechisch-orthodoxen Kirche bei ihrem Versuch, Gerechtigkeit zu erlangen“. Die Unterzeichner wenden sich direkt an die israelische Regierung mit der Bitte, „Maßnahmen zu ergreifen, um die Integrität des christlichen Erbes und der Besitztümer in der Altstadt zu gewährleisten sowie die heiligen Stätten und die Rechte der Bewohner des christlichen Viertels von Jerusalem zu schützen“.
Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Jerusalem vom 24. Juni 2020 sollte das jahrelange Kräftemessen um die umstrittenen Gebäude der Altstadt von Jerusalem endgültig beendet werden. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem reagierte auf die jüngsten Entwicklungen in dieser Angelegenheit, jedoch indem es seine Absicht zum Ausdruck brachte, weitere rechtliche Schritte zu ergreifen und erneunt den Obersten Gerichtshof Israels anzurufen. (Quelle: Fidesdienst)

Christliche Kirchenführer im Heiligen Land zeigen sich besorgt über die Ankündigung von Premierminister Benjamin Netanjahu, Teile des Westjordanlandes offiziell in das israelische Staatsgebiet einzugliedern.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die katholischen, orthodoxen und evangelischen Bischöfe und Geistlichen den Staat Israel auf, „solche einseitigen Schritte zu unterlassen“. An die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO richteten sie den Appell, „interne Streitigkeiten und Konflikte“ beizulegen und am „Frieden und Aufbau eines lebensfähigen Staates“ mitzuwirken

„Kirche in Not“ sprach mit dem Generalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, über Hintergründe und Auswirkungen der Annexionspläne auf die christliche Minderheit im Heiligen Land.

Blick auf das Westjordanland. © Andres Bergamini/Kirche in Not

Kirche in Not: Die neue israelische Einheitsregierung wurde als Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Krise gebildet. Nutzt sie den Notstand aus, um ihre Annexionspläne für Teile des Westjordanlandes zu beschleunigen?

Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo: Die Bildung und der Amtsantritt der „Einheits- und Notstandsregierung“ wurden durch die vielen Nöte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beschleunigt. Das ist klar. Allerdings ist der Zusammenhang „Pandemie ist gleich Beschleunigung der Annexions-Pläne für Teile des Westjordanlandes“ überhaupt nicht klar. Wir wissen jedoch aus Erfahrung, das jede gute oder schlechte Gelegenheit häufig ausgenutzt wird, um Partikularinteressen zu erreichen und die Weltaufmerksamkeit von anderen wichtigen Fragen abzulenken.

Die Erklärung der Kirchenführer spricht davon, dass die Annexionspläne „ernste Fragen nach der Machbarkeit eines jeglichen Friedensprozesses“ aufwerfen. Warum?

Die Annexionspläne sind nicht lediglich ein Problem unter vielen anderen. Sie sind der letzte Sargnagel für jedwede Möglichkeit, einen eigenständigen palästinensischen Staat zu schaffen, der mit Israel koexistiert – innerhalb anerkannter Grenzen und mit Jerusalem als gemeinsamer Hauptstadt. Diese sogenannte Zweistaatenlösung schien bisher die einzig vernünftige, friedliche und mögliche, um den „ewigen“ Konflikt zu beenden und Frieden für das Heilige Land zu erreichen. Die Reaktion auf die Annexionspläne sind von Verzweiflung geprägt. Im Heiligen Land wissen wir leider aus Erfahrung, wohin Verzweiflung führen kann. Was diese Verzweiflung noch schmerzlicher macht, ist die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, die Schwäche Europas und auch die Gleichgültigkeit bestimmter arabischer Länder diesen eklatanten Ungerechtigkeiten gegenüber.

Was wären die konkreten Auswirkungen für die palästinensischen Christen?

Es ist bereits bekannt, dass einige Gebiete des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem und weitere christliche Gemeinschaften direkt von der Annexion betroffen sein werden. Die in der Presse veröffentlichten Landkarten zeigen darüber hinaus eine erschreckende Zersplitterung des Landes. Man muss sich das vor Augen führen: Das gesamte Jordantal plus hunderte von Siedlungen, die über palästinensische Gebiete verteilt sind, könnten von Israel annektiert werden – zusammen mit dem gesamten Straßennetz, das diese Gebiete verbindet. Dann kann man sich leicht vorstellen, dass sich daraus keine oder nur erschwerte territoriale Kontinuität der palästinensischen Gebiete ergeben wird.

Was bedeutet das für das alltägliche Leben?

Einzelne Gebiete würden an den Staat Israel übergehen. Die Eigentümer der Grundstücke sind jedoch in der Regel Palästinenser, darunter auch Christen, die nächsten Dorf oder in der nächsten palästinensischen Stadt leben. Daraus ergeben sich viele rechtliche und vor allem praktische Probleme: etwa die Frage möglicher Enteignungen, die Trennmauer, die Unmöglichkeit, ohne Genehmigung das eigene Lande zu bearbeiten und natürlich die Schwierigkeiten, im Alltag zu einem Krankenhaus, zur Kirche, auf den Markt oder zu Familienmitglieder zu fahren.

Wie sehen die Gläubigen die Zukunft?

Wie bereits während und nach jeder Intifada, stimmen unsere Gläubigen in den unglückseligen „Refrain“ der Auswanderung ein. Das beunruhigt uns zutiefst. Wie können wir den Menschen aber angesichts der politischen Entscheidungen wirklich helfen? Darüber hinaus fallen die Annexionspläne in eine sehr schwierige Zeit. Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass Pilgerfahrten ausbleiben. Die Wirtschaft im Heiligen Land leidet schwer darunter. Die christliche Gemeinschaft im In- und Ausland hat in dieser Zeit eine beeindruckende Solidarität gezeigt – aber das war nur für kurze Zeit und in diesem speziellen Fall. Aber was können wir jetzt den territorialen Umwälzungen mit ihren sozialen, wirtschaftlichen und familiären Auswirkungen entgegensetzen?

Befürchten Sie, dass die Annexionspläne in der Region wieder zu Gewalt führen werden?

Das ist im Moment unsere größte Befürchtung. Die Annexion wird zu einem Ausbruch von Reaktionen, Protesten und Gewalt führen – nicht nur in der Region. Es wird wahrscheinlich auch Nachbarländer betreffen. In unserer gemeinsamen Erklärung rufen wir die Bürger auf, ihre Rechte standhaft einzufordern, aber auf jede Provokation zu verzichten, die zu blutigen oder tödlichen Zusammenstöße führen könnte. Die Arbeit der Kirche im Heiligen Land hat im Laufe der Geschichte zwei Ziele verfolgt und tut es noch immer: Gerechtigkeit als Basis, Frieden und Versöhnung als Ziel.

Bischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, Generalvikar des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.
Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten ausländische Pilger das Heilige Land verlassen. Vermutlich werden auch zu Ostern die Jerusalemer Straßen menschenleer sein. Die Stornierung aller Pilgerreisen wirkt sich gravierend auf die Tourismusindustrie aus, von der zahlreiche christliche Familien in Israel und in den palästinensischen Gebieten abhängig sind.

 

Im Heiligen Land zwang die Coronavirus-Pandemie Tausende von Pilgern zur Abreise. Zweifelsohne werden „zahlreiche Christen aufgrund der ausbleibenden Pilger leiden, weil viele von ihnen in der Tourismusbranche arbeiten“, bedauert Bruder Ibrahim Faltas gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der Franziskaner arbeitet für die Kustodie des Heiligen Landes, die zahlreiche heilige Stätten betreut. Bruder Ibrahim ist unter anderem für die Beziehungen zur Palästinensischen Autonomiebehörde und zu Israel verantwortlich.

Leere Ladenzeile in der Altstadt von Jerusalem. © A. H. Fritsch/Kirche in Not

Existenzen durch einbrechende Einnahmen vor dem Aus

„Ohne Pilger gibt es für niemanden hier Arbeit“, bedauert er. Dies gilt umso mehr, als bei den Christen im Heiligen Land alles miteinander verflochten ist: die Einnahmen aus dem Tourismus dienen dazu, die sozialen und pastoralen Aufgaben der christlichen Einrichtungen wie Pfarreien, Schulen, Hospize und Seniorenwohnheime zu finanzieren.

Alle von den Franziskanern im Heiligen Land geführten Gästehäuser sind ebenfalls geschlossen. Bruder Alberto Joan Pari, ein weiteres Mitglied der Kustodie, erklärt: „Durch die Schließung aller Hotels, Bars und Restaurants haben die meisten unserer Angestellten keine Arbeit und wir wissen nicht, wie wir über eine längere Zeit all diese Leute bezahlen sollen. Solche Situationen gab es bislang nur zur Zeit der Intifadas“.

Die Souvenir- und Kunsthandwerksgeschäfte sowie die Transportunternehmen ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. „Die Menschen, die kleine Familienunternehmen aufgebaut haben, sind finanziell nicht stabil genug aufgestellt, um einem solchen Schock standhalten zu können“, erklärt Bruder Alberto. Während der kriegerischen Konflikte, die das Heilige Land in der Vergangenheit erlebt hat, hätten einige Menschen immerhin in anderen Bereich als dem Tourismus Arbeit finden können. Doch die Pandemie betreffe nun alle Branchen und es sei unmöglich, das Risiko eines Ortswechsels einzugehen, um eine andere Arbeit anzunehmen.

Ordensfrau entzündet Kerzen in der Grabeskirche. © Ismael Martinez Sanchez/Kirche in Not

Fehlende Karfreitagskollekte bremst Hilfeleistungen

„In den letzten Tagen haben wir bereits damit angefangen, die am stärksten betroffenen Familien zu unterstützen“, sagt Bruder Ibrahim und gibt zu: „Auch für uns als lokale Kirche wird es schwer werden, den Menschen zu helfen“. Auf die Frage von „Kirche in Not“wie diesen Menschen geholfen werden kann, antwortet Bruder Ibrahim: „Es hilft uns sehr, wenn Ihr uns im Gebet unterstützt und die Pilger anregt, wieder in das Heilige Land zu kommen, sobald es möglich ist.“ Auch Spenden und Mess-Stipendien seien willkommen. Bruder Alberto versichert, dass die Franziskaner im Heiligen Land ebenfalls an den heiligen Stätten für jene Menschen beten, die unter dem Virus leiden.

Der Ordensmann befürchtet, dass die Karfreitagskollekte, die jedes Jahr für die Christen im Heiligen Land gehalten wird, dieses Jahr ausfällt. In zahlreichen Ländern finden ohnehin keine öffentlichen Gottesdienste statt. Die Karfreitagskollekte sichert den Unterhalt der heiligen Stätten und die seelsorgerische Betreuung der Pilger. Gleichzeitig fördert die Kollekte die Hilfsmaßnahmen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem im Nahen Osten, damit die Christen dort in ihrer Heimat bleiben können. „Falls die Karfreitagskollekte ausfällt, fehlen uns bis zu 80 Prozent unserer Einnahmen“, warnt Bruder Alberto.

Fünfte Kreuzwegstation an der Via Dolorosa ohne den üblichen Pilgerstrom. © A. H. Fritsch/Kirche in Not

Geburts- und Grabeskirche geschlossen

Seit dem 12. März hat das Wallfahrtsbüro der Franziskaner in Jerusalem Gottesdienste von Pilgergruppen storniert. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat bereits Anfang März die Stadt Bethlehem unter Quarantäne gestellt. Die dortigen Schulen und Universitäten, Moscheen und Kirchen haben komplett geschlossen – auch die Geburtskirche. „In der Vergangenheit wurde sie ausschließlich im Falle eines Krieges oder einer Belagerung geschlossen“, stellt Bruder Alberto fest.

In Jerusalem waren Mitte März noch ein paar wenige Lebensmittelgeschäfte offen. Doch die meisten Straßen sind leer. Weit und breit kein einziger Pilger. Mittlerweile ist auch die Grabeskirche, eine der heiligsten Stätten der Christenheit, geschlossen. „Wenn man bedenkt, dass es noch vor einem Monat keine einzige Unterkunft gab, wo die Pilger übernachten konnten! Die Besucherzahlen waren sehr hoch. Heute ist hier niemand mehr, die letzten amerikanischen Pilger sind vergangene Woche abgereist“, bedauert Bruder Ibrahim.

Das Heilige Grab in Jerusalem ohne Pilger. © A. H. Fritsch/Kirche in Not

Normalität erst wieder im Herbst?

Wird die Grabeskirche in Jerusalem anlässlich der Osterfeierlichkeiten wieder öffnen? Das ist alles andere als sicher. Obgleich das Programm für die Karwoche noch nicht veröffentlicht wurde, vermutet Bruder Alberto, „dass es vermutlich keine öffentlichen Gottesdienste geben wird“.

Die Verantwortlichen im Heiligen Land hoffen, dass zumindest zur zweiten Pilgersaison des Jahres im Herbst die Normalität zurückkehrt. Eine seit Jahren in Jerusalem lebende Mitarbeiterin einer Pilgeragentur drückt es gegenüber „Kirche in Not“ so aus: „Lasst uns in den Herrn vertrauen, alles liegt in seinen Händen, auch wenn wir gegenwärtig eine Zeit erleben, in der es schwieriger ist, es zu verstehen und zu akzeptieren.“

„Kirche in Not“ unterstützt die christliche Minderheit in Israel und den Palästinensergebieten seit Jahrzehnten. Helfen Sie mit Ihrer Spende – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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KIRCHE IN NOT unterstützt christliche Familien in Bethlehem, die von der Produktions von Olivenholzprodukten leben. Durch regelmäßige Aufträge wird rund 50 Familien geholfen. Unser Olivenholzangebot finden Sie hier: … zum Shop 

Die Versammlung der Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes verurteile die jüngsten Einschüchterungen der lokalen christlichen Gemeinden seitens extremistischer jüdischer Gruppen, die der Siedlerbewegung nahestehen. Am Freitag, den 19. Juli 2019 vormittags beschädigten in Jish (Galiläa) unbekannte Angreifer Autos und beschmierten die Wänder mit Slogans in hebräischer Schrift mit beleidigendem Inhalt gegen Christen. In der Woche davor, am 12. Juli, wurden die Teilnehmer an einer Versanstaltung in der St.Jakobskirche In Beit Hanina, einem Vorort von Ost-Jerusalem, mit Tomaten und anderen Gegenständen von Provokateuren beworfen, die im nahegelegenen Settlement von Naveh Yaacov leben. Zumindest im 1. Fall ist die Einschüchterungstat jenen Gruppen zuzuschreiben, die in den letzten Jahren auf verschiedene Weise Moscheen und christliche Stätten (Tabgha, Beit Jamal, Latrun, Kriche der Entschlafung , etc.), beschädigt und ihre Gewaltakte mit „Price Tag“ (Preisschild) signiert hatten.

Die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes verbreiteten am 19. Juli eine Erklärung , in der sie u.a. ihrer Verbitterung und ihr Missfallen über die wiederholten Gewalttaten ausdrücken, die trotz zahlreicher Anzeigen nicht verfolgt werden.
Die Angriffe und Verwüstungen zum Schaden von Klöstern, Kirchen und christlichen Friedhöfen durch Extremistengruppen, die sich mit dem Slogan „Price Tag“ identifizieren, haben im Februar 2012 begonnen. Seitdem verüben extremistische Gruppen, die der Siedlerbewegung nahestehen, häufig auch Angriffe auf Moscheen, die von palästinensischen Arabern islamischer Religion besucht werden.

Die von „Price Tag“ verübten Vergehen sind Ausdruck des Rassenhasses der extremen jüdischen Rechten und bleiben oftmals unbestraft. (Quelle: Fidesdienst)

Pierbattista Pizzaballa hat bereits über drei Jahrzehnte seines Lebens im Heiligen Land verbracht. Seit 2016 ist der Franziskaner zudem Erzbischof und Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem und damit Oberhaupt von rund einer Viertelmillion Katholiken in Israel und den Palästinensergebieten – Heimat Jesu und Ursprungsregion des Christentums, aber auch einer der langwierigsten Konfliktherde der Menschheit.

Obgleich die Christen im Heiligen Land nur rund ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind Sie im öffentlichen Leben präsent. Gleichzeitig müssen sie mit vielfältigen Problem ringen. Das betrifft besonders die arabischen Christen, die die Mehrheit der Gemeinden stellen.

Pizzaballa war kürzlich bei „Kirche in Not“ zu Besuch. Weshalb aktuelle weltpolitische Entscheidungen den Konflikt im Heiligen Land verschärfen und warum die Kirche auf die Kraft der kleinen Schritte setzt, erklärte der Erzbischof im Gespräch mit Daniele Piccini.

KIRCHE IN NOT: Herr Erzbischof, wie ist die aktuelle Situation der Christen im Heiligen Land?

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa: Es wird oft gesagt, dass es in dem Gebiet, das als Heiliges Land im engeren Sinne gilt, drei Gruppen gibt: Israelis, Palästinenser, Christen. Aber die Christen sind kein „drittes Volk“. Die Christen gehören zu dem Volk, in dem sie leben. Wir haben als Christen keine Gebietsansprüche. Für einen Juden oder einen Muslim ist es niemals eine Gefahr, einen Christen zu treffen. Dennoch ist das Leben für die Christen nicht einfach: Es ist schwieriger für die Christen, eine Arbeit oder eine Wohnung zu finden. Die Lebensbedingungen sind erschwert.

Also ist die Religionsfreiheit für die Christen im Heiligen Land stark eingeschränkt?

Da muss man differenzieren. Die Freiheit der Religionsausübung ist eine Sache, die Gewissensfreiheit eine andere. Die Freiheit der Religionsausübung ist gegeben: Die Christen können ihre Gottesdienste feiern und ihr Gemeindeleben gestalten. Gewissensfreiheit bedeutet, dass jeder Gläubige sich frei ausdrücken kann und dass sich Angehörige anderer Religionen frei entscheiden können, wenn sie Christen werden möchten. Da wird es sehr viel komplizierter.

Im Heiligen Land spielt Politik immer eine große Rolle. Wenn man beschließt, einen bestimmten Ort zu besuchen, kann das schnell eine politische Frage werden. Ein Beispiel: Christen aus Bethlehem möchten die Grabeskirche in Jerusalem besuchen, um dort zu beten. Häufig geht das nicht, weil sie eine Genehmigung brauchen. Ist das also eine Frage der Religionsfreiheit oder ist es einfach Politik und sie können die Grabeskirche nicht besuchen, weil sie Palästinenser sind? All das ist miteinander verwoben.

Vor kurzem hat die US-Regierung von Donald Trump die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegt. Rumänien ist einige Monate später diesem Beispiel gefolgt. Wie stark machen sich diese politischen Maßnahmen bemerkbar?

Im Alltag hat sich erst einmal nicht viel verändert. Dennoch ist die Verlegung der US-amerikanischen Botschaft eine politische Sackgasse. Alle Fragen, die Jerusalem betreffen und nicht beide Seiten – Israelis und Palästinenser – einbeziehen, sorgen für einen tiefen Riss auf politischer Ebene. Und genau das ist geschehen. Nach der Verlegung der Botschaft haben die Palästinenser jede Verbindung zur US-Regierung abgebrochen und die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensergebieten, die ohnehin nur schleppend verliefen, ganz zum Erliegen gebracht.

Die neuen Eskalationen führen dazu, dass sich junge Menschen vermehrt radikalisieren, gerade auch unter den Palästinensern. Hat dies auch Konsequenzen für die Christen?

Es gibt Palästinenser, die fundamentalistischen Bewegungen angehören. Aber es gibt auch viele, die die Gewalt ablehnen. Ein Großteil der Christen im Heiligen Land sind Palästinenser. Sie leben also unter denselben Bedingungen wie die palästinensischen Muslime. Der religiöse Fundamentalismus stellt die Christen klar an den Rand der Gesellschaft. Wir erleben also sowohl Zusammenarbeit und Solidarität, aber auch Ausschluss und Diskriminierung.

Ein weiteres Problem ist die zunehmende Abwanderung von Christen …

Die Abwanderung ist kein Massenphänomen, sonst wären die Christen längst aus dem Heiligen Land verschwunden. Es ist ein stetiges Tröpfeln. Jedes Jahr berichten mir die Priester bei meinen Besuchen in den Pfarrgemeinden: „Dieses Jahr haben wir zwei, drei Familien verloren.“

Kann die Kirche in dieser verfahrenen politischen Situation etwas tun?

Die Christen machen rund ein Prozent der Bevölkerung aus. Wir können daher nicht verlangen, dasselbe politische Gewicht zu haben wie andere Gruppen.

Nun hat die Kirche aber natürlich starke weltweite Beziehungen. Hinzu kommen die Millionen christlichen Pilger aus aller Welt. Dadurch ist die Kirche im Heiligen Land sehr viel sichtbarer, als es die Zahlen vermuten lassen. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen zu vermitteln: Es gibt eine christliche Art, in diesem Land zu leben. Es gibt eine christliche Art, unter diesem Konflikt zu leben. Im Augenblick ist nicht die Zeit für große Gesten. Die Kirche muss versuchen kleine Verbindungen herzustellen, kleine Brücken zu bauen.

Der Besuch von Papst Franziskus im Jahr 2014 war eine der großen Gesten in der jüngeren Vergangenheit. Hat das die politische Situation, aber auch das Verhältnis der katholischen und orthodoxen Christen beeinflusst? 

Die Papstbesuche sind wichtige Mosaiksteine auf dem Weg zum Frieden, auch wenn sie natürlich nicht die große Wende bringen können. Im Blick auf die Ökumene ist das anders: Papst Franziskus hat mit seinem Besuch an die berühmte Begegnung von Papst Paul VI. mit Patriarch Athenagoras im Jahr 1964 in Jerusalem angeknüpft. Vor diesem Hintergrund war der Besuch von Papst Franziskus, vor allen Dingen das ökumenische Gebet in der Grabeskirche, ein entscheidender und spürbarer Wendepunkt in der Beziehung von katholischen und orthodoxen Christen.

„Kirche in Not“ ist den Christen im Heiligen Land seit vielen Jahren verbunden. In Jerusalem zum Beispiel finanziert das Hilfswerk ein interreligiöses Seminar mit dem Titel „Vergebung aufbauen, den Hass überwinden“, an dem hunderte Christen, Juden und Muslime teilnehmen. Können Sie uns kurz etwas zu dieser Initiative sagen?

In erster Linie bedanke ich mich bei „Kirche in Not“, weil das Hilfswerk viele Dinge im Heiligen Land tut. Sie unterstützen viele Projekte, auch dieses Seminar, das vom „Rossing-Center“ veranstaltet wird. Daniel Rossing war Jude und davon überzeugt, dass besonders Jerusalem ein Ort sein muss, an dem sich alle Religionen zu Hause fühlen. Dieses Zentrum organisiert eine Fülle von Begegnung. Viele Jugendliche, die an diesen Kursen teilgenommen haben, nehmen ihre Erfahrungen in ihre Berufe mit. So wird die Religion, die im Heiligen Land oft ein Element der Trennung ist, zu einem Element der Gemeinsamkeit.

Um die Arbeit der christlichen Minderheit im Heiligen Land weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Der Großmufti von Jerusalem, Sheich Mohammad Ahmad Husayn, verurteilt öffentlich die kürzlich erfolgte weitere Beschlagnahmung eines Grundstücks des lateinischen Patriarchats von Jerusalem durch die israelische Armee. Ziel sei die Besetzung der palästinensischen Gebiete durch israelische Siedlungen, beklagte er. Der hochrangige sunnitische Muslim bat in diesem Zusammenhang die politischen Verantwortlichen in aller Welt, einzugreifen, um die Politik der „vollendeten Fakten“ zu stoppen, im Rahmen derer im Heiligen Land weiterhin gegen internationale Resolutionen verstoßen werde.

Das rund 25 Hektar große Grundstück des lateinischen Patriarchats, das von der israelischen Armee beschlagnahmt wurde, befindet sich in der Nähe der palästinensischen Dörfer Tayasir und Bardala im Norden des Jordantals (vgl. Fides 28/11/2018). Palästinensische Vereine und Parteien bezeichnen die Operation als Verletzung des Völkerrechts. Das konfiszierte Gelände befindet sich in der Nähe eines bereits bestehenden israelischen Militärcamps, das kürzlich renoviert und mit gemauerten Gebäuden ausgestattet wurde.

Am Mittwoch, dem 28. November, prangerte auch das lateinische Patriarchat von Jerusalem die Aneignung von Land durch die israelischen Streitkräfte an. Man werde, die Angelegenheit angemessen behandeln, um „weitere daraus resultierende Schäden abzuwenden“, heißt es in der Erklärung. (Quelle: Fidesdienst)

Insgesamt 28 Gräber des Friedhofs des Salesianerklosters Beit Jamal nahe der israelischen Stadt Beit Shemesh wurden erneut von Unbekannten verwüstet. Die Schändung der Gräber wurde am Mittwoch, 17. Oktober von den Ordensleuten des Klosters festgestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Friedhof des Klosters Beit Jamal, 30 km westlich von Jerusalem, verwüstet wird. Im Jahr 2013 wurde eine Brandbombe auf eine Klostertür geworfen und blasphemische Parolen auf die Wände des Komplexes geschrieben. Der Friedhof wurde erneut im Dezember 2015 zur Zielscheibe, als unbekannte Angreifer die Kreuze der Gräber niederrissen und einige Statuen verwüstet hatten. Wie die israelische Polizei berichtet wird mit allen verfügbaren Mitteln ermittelt, um die Schuldigen so schnell wie möglich zu identifizieren.

Gadi Gvaryahu, Exekutivdirektor der Opferschutzinitiative „Tag Mehr“, besuchte das Kloster am gestrigen Mittwoch und drückte seine Verbundenheit mit den Salesianern aus: „Die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland“ so Gvaryahu gegenüber den israelischen Medien, „muss vor den Verstößen gegen das Gesetzes geschützt werden, genauso wie israelische Bürger“. Palästinensische Quellen und israelische Menschenrechtsorganisationen wie „B’Tselem“ und „Yesh Din“ berichteten, dass in den letzten zwei Monaten in fünf Dörfern im Westjordanland auch Olivenhaine und Weinberge verwüstet.

Die im Jahr 2011 auf den Weg gebrachte Initiative Tag Mehir wurde im Jahr 2011 mit der Absicht auf den Weg gebracht, alle Formen und Ausdrucksweisen von Rassismus in Israel zu bekämpfen und prangert seit 2012 Gruppen insbesondere auch Aktionen der von ultranationalistische Siedler an, die sich vor allem Moscheen oder christliche Kultstätten wandten. (Quelle: Fidesdienst)

In der Stadt, in der Jesus geboren wurde, schwinde die Zahl der Christen auf eindrucksvolle Weise, während in aller Welt mit dem Namen Bethlehems Werbung gemacht werde, ohne dass dies in irgendeiner Weise für die Christen im Heiligen Land hilfreich wäre. Dies beklagt Pater Rami Asakrieh von der Kustodie der Franziskaner im Heiligen Land, der als Pfarrer in Bethlehem für die Kirche der heiligen Katharina in der Nähe der Geburtskirche zuständig ist. „Meine eigene Pfarrei“, berichtet Pater Rami, „steht vor ernsthaften Problemen. Die Zahl der katholischen Familien in Bethlehem schrumpft. Heute leben in unserer Pfarre nur noch 1.479 palästinensische Familien. Die Christen machen 17% der Bevölkerung aus, in der Vergangenheit waren es 90%.“ Der schwindelerregende Rückgang der Zahl der Christen in Betlehem, so Pater Rami weiter, hänge vor allem mit der Auswanderung junger Christen zusammen, die in andere Länder gehen. „Wir versuchen“, berichtet der Franziskanerpater „die Auswanderung zu stoppen und in vielen Notlagen Hilfe zu leisten“. Doch aktuelle politische und wirtschaftliche Lage der Stadt, die von israelischen Siedlungen umgeben, lässt die Zahl der „Arbeitslosen, Depressiven und der Verschuldeten“ steigen. Hinzu komme, bedauert Pater Rami weiter, „dass viele Organisationen zwar um finanzielle Mittel im Namen Bethlehems bitten, aber keiner unserer Gemeindemitglieder auch nur einen einzigen Cent von diesen Organisationen erhält“. (Quelle: Fidesdienst)

Der Gesetzentwurf, der eine Beschlagnahme von Kircheneigentum in Israel ermöglichen könnte, sei „ein systematischer und beispielloser Angriff gegen Christen“ im Heiligen Land. Er verstoße gegen „die elementarsten Rechte“ und untergrabe „das empfindliche Beziehungsgeflecht“, das über Jahrzehnte zwischen den christlichen Gemeinschaften vor Ort und dem jüdischen Staat aufgebaut wurde. Dies schreiben die Vertreter der für die Verwaltung des Grabeskirche zuständigen Kirchen in einem Brief an Benjamin Netanyahu, in dem sie den israelischen Ministerpräsidenten darum bitten, das Gesetz zu blockieren, da man sich ansonsten gezwungen sehe, „auf die gleiche Weise zu handeln“. Der Brief trägt die Unterschriften des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem Theophilos III., des armenisch-apostolischen Patriarchen Nurhan Manougian und des Kustos im Heiligen Land, Pater Francis Patton OFM.

Das Schreiben der drei christlichen Religionsvertreter lässt die Kontroverse mit der israelischen Regierung wieder aufleben, die Ende Februar zur einer dreitägigen Schließung der Grabeskirche im Zeichen des Protests (25. bis 27. Februar) geführt hatte. Zuvor hatte eine Kommission sich mit dem strittigen Thema der kirchlichen Immobilien befasst, die für eine lange Zeit – bis zu 99 Jahre – vermietet und der Nationalen Jüdischen Stiftung zur Verfügung gestellt worden waren und die dann von den Kirchen zur Bewältigung der eigenen Schulden, an große private Eigentumsgruppen verkauft worden waren. Das israelische Parlament hatte sich seit einiger Zeit mit der Möglichkeit befasst diese Immobilien zu beschlagnahmen, um mögliche Eigentumskonflikte zu vermeiden, vor allem um die der bestehenden Mieterinteressen zu schützen. Das israelische Parlament arbeitet seither an einer Gesetzesvorlage, die die Enteignung dieser Grundstücke durch den Staat Israel möglich machen könnte. I m Februar hatten die Vertreter der Ortskirchen die Proteste ausgesetzt, nachdem die israelische Regierung versprochen hatte, Verhandlungen mit den betroffenen kirchlichen Parteien über das strittige Thema aufzunehmen. Jetzt berichten die drei Unterzeichner des Briefes an Netanjahu, dass man aus den Medien erfahren habe, dass die von ihnen angefochtene Gesetzesvorlage nicht archiviert wurde, sondern dem Ministerrat bald zur Genehmigung vorgelegt werden soll.

Die israelische Parlamentarierin Rachel Azaria, die den Gesetzentwurf eingebracht hatte, antwortete unterdessen auf das Schreiben der Kirchenvertreter, und bekräftigte, es gehe nur darum die Mieter zu schützen, die in Häusern wohnen, die auf Kirchengrundstücken gebaut wurden und nicht um mögliche Spekulationen. Die Abgeordnete betont auch, dass der neue Entwurf des Gesetzes allgemeine Garantien für den Schutz für private Hauseigentümer bieten soll, deren Haus auf potenziell strittigen Grundstücken gebaut wurde und enthalte keine spezifische Hinweise auf kirchliche Güter. (Quelle: Fidesdienst, Foto: Berthold Werner/wikipedia)

Auch am 27. Februar, blieb die Grabeskirche in Jerusalem für Pilger und Touristen geschlossen. Wie einheimische quellen berichten beten viele Pilgergruppen auf dem Vorplatz der Basilika und berühren dabei zum Teil die die Außenmauern und die Pforte. Die Schließung des Heiligen Grabes wurde von den Vertretern der drei christlichen Kirchen – dem griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem, dem armenisch-apostolischen Patriarchat von Jerusalem und der franziskanischen Kustodie des Heiligen Landes – im Zeichen des Protests gegen das beschlossen, was sie als eine „systematische Kampagne gegen die Kirchen und die christliche Gemeinschaft im Heiligen Land“ bezeichnen. Wobei die christlichen Kirchen auch darauf hinweisen, dass es bei der Kampagne um eine „eklatante Verletzung des Status Quo“ durch die israelischen Behörden handle. Nach Ansicht der Oberhäupter der christlichen Kirchen von Jerusalem wurde eine „nie da gewesenes Niveau“ erreicht, wenn die Gemeinde Jerusalem fordert, dass Kirchengüter versteuert werden sollen und Konten der verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften blockiert werden, um diese zur Zahlung der Rückstände zu zwingen.

Am gestrigen Montag, den 26. Februar, verurteilte auch Saeed Abu Ali, stellvertretender Generalsekretär der Arabischen Liga für Palästina und die besetzten arabischen Gebiete, die von den israelischen Behörden angeordnete Erhebung von Steuern auf kirchliche Vermögenswerte und nannte sie „eine weitere Aggression gegen das palästinensische Volk“, mit dem Ziel der“ Okkupation der Heiligen Stadt“. Dies habe auch zur Folge, dass die bereits unterzeichneten Abkommen und die noch laufenden Verhandlungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl ihren Sinn verlieren. (Quelle: Fidesdienst, Foto: Berthold Werner/wikipedia)

Die Patriarchen und Vertreter der christlichen Kirchen in Jerusalem warnen vor einem “systematischen Versuch, die Integrität der Heiligen Stadt zu untergraben” und “die christliche Präsenz im Heiligen Land zu schwächen“. Dies werde deutlich durch die jüngsten Verstöße gegen den historischen “Status Quo” der Heiligen Stätten und begünstigt durch ein Gesetz, das rund vierzig Abgeordnete des israelischen Parlaments unterzeichneten, das “die Rechte der Kirchen und unser Eigentum einschränkt“. Deshalb unterzeichneten die Vertreter aller Kirchen und christlichen Gemeinschaften in Jerusalem ein gemeinsames Dokument, in dem sie ihren entschlossenen Widerstand gegen “jegliche Aktion” bekräftigen, die von „Autoritäten und Gruppen“ auf den Weg gebracht werden und gegen „Gesetze, Absprachen und Bestimmungen verstoßen, die unser Leben seit Jahrhunderten regulieren“ verstoßen. Das gestern veröffentlichte Dokument unterzeichnet en insgesamt dreizehn Vertreter der christlichen Kirchen und Gemeinschaften, an erster Stelle der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem Teophilos III. und unter anderen der Apostolische Administrator des lateinischen Patriarchats Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa und der Kustos der Franziskaner im Heiligen Land, Pater Francesco Patton OFM.

Besondere Besorgnis bereitet den christlichen Kirchen im Hinblick auf den “Status Quo”, der das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in der Jerusalemer Altstat regelt, vor allem das Urteil, mit dem das israelische Gericht Anfang August nach einem langen Rechtsstreit, die gerichtlichen Schritte ablehnte, mit denen das griechisch-orthodoxe Patriarchat erreichen wollte, dass der Kauf von Eigentum des Patriarchats durch die jüdische Organisation Ateret Cohanim im Jahr 2004 als „illegal“ und „nicht genehmigt“ gelten soll. Hinzu kommt ein jüngst bei der Knesset eingereichter Gesetzentwurf, der nach Ansicht der Kirchenvertreter politische Ziele verfolgt.

Diese Bestrebungen, heißt es im Dokument, zielten nicht nur auf eine christliche Kirche ab, sondern betreffen alle Christen und die Menschen guten Willens in aller Welt. “Wir waren unserer Sendung stets treu”, so die Vertreter der christlichen Kirchen, “wenn es darum geht zu garantieren, dass Jerusalem und die Heiligen Stätten für alle zugänglich sind, ohne Unterschiede und Diskriminierung“. Die Unterzeichner, die den Berufungsantrag des griechisch-orthodoxen Patriarchen beim Obersten Israelischen Gericht gegen das im Immobilienstreit erlassene Urteil unterstützen wollen, appellieren an Chrisen in aller Welt sowie an Regierungen mit der Bitte um Unterstützung von Initiativen zum Schutz der Bestimmungen des „Status Quo“ der Heiligen Stätten. Dies fördere einen „den gerechten und dauerhaften Frieden” in der Region. (Quelle: Fidesdienst, Foto: Berthold Werner)

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