Ebola breitet sich in der DR Kongo aus, während die Gewalt im Osten die Maßnahmen des Gesundheitswesens einschränkt - KIRCHE IN NOT Österreich
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Ebola breitet sich in der DR Kongo aus, während die Gewalt im Osten die Maßnahmen des Gesundheitswesens einschränkt

Ebola breitet sich in der DR Kongo aus, während die Gewalt im Osten die Maßnahmen des Gesundheitswesens einschränkt

14.10.2026 • aktuelles

Die durch die Gewalt verursachten Vertreibungen erschweren die Bemühungen, die Ansteckungen einzudämmen. Die Kirche hilft, wo sie kann.

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) sieht sich mit einer neuen Ebola-Welle konfrontiert, und das unter besonders schwierigen Bedingungen im Osten des Landes. Dort schränken bewaffnete Konflikte sowie die Präsenz von Rebellengruppen die Möglichkeiten der Regierung und der Kirche ein, auf die Krankheit zu reagieren.

Bei seinem Besuch am internationalen Hauptsitz von Aid to the Church in Need (ACN) in Deutschland erklärte Pater Olivier Ndondo, Provinzial der Ordensgemeinschaft vom Allerheiligsten Sakrament in der DR Kongo und Uganda, dass das Land derzeit erneut mit einem Ausbruch der Krankheit konfrontiert sei, die dort 1976 erstmals aufgetreten war.

Pater Olivier Ndondo, Provinzial der Ordensgemeinschaft vom Allerheiligsten Sakrament in der DR Kongo und Uganda

Hürden durch Krieg und Zwangsvertreibungen

Zwar haben die Behörden rasch gehandelt, um Fälle zu diagnostizieren, Ansteckungen einzudämmen und eine weitere Ausbreitung in weiten Teilen des Landes zu verhindern. Doch im Osten ist die Lage besonders gravierend, da der Konflikt den Zugang zu den betroffenen Gebieten erschwert. „Es ist wegen des Krieges sehr schwierig, dorthin zu gelangen“, erklärt der Priester und weist darauf hin, dass die Regierung Schwierigkeiten habe, bestimmte Gebiete zu erreichen und medizinische Versorgung sicherzustellen.

Hinzu kommen die durch die Gewalt verursachten Zwangsvertreibungen in andere Regionen, die das Risiko einer Ausbreitung des Virus erhöhen. Sowohl im Osten als auch im Nordosten, an der Grenze zu Uganda, stellen die ständigen Bevölkerungsbewegungen eine zusätzlich Herausforderung dar.

Laut Pater Ndondo scheint die Lage jenseits der Grenze besser unter Kontrolle zu sein, da die Behörden dort leichter eingreifen können. Die Mobilität zwischen beiden Gebieten erschwert jedoch weiterhin die Eindämmung der Krankheit. „Einerseits müssen sie mit dem Konflikt fertig werden, aber dazu kommt noch das Problem der Krankheit“, fasst der Priester zusammen.

Ausgabe von Nothilfepaketen für kriegsvertriebene Familien in Goma.

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Die Reaktion der Kirche

Inmitten der Krise spielt die Kirche eine besonders wichtige Rolle und versucht, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen: Sie nimmt Vertriebene auf, leistet Nothilfe, klärt über Ebola auf und ruft zur Solidarität mit den Gemeinden im Osten auf.

Die Bischofskonferenz der DR Kongo hat ihrerseits eine Erklärung veröffentlicht, um das Bewusstsein für die Gefahren von Ebola zu schärfen. Darin ruft sie zu verantwortungsbewusstem Verhalten sowie zur Einhaltung der Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen auf, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

„Die Kirche im Osten begegnet den beiden Notlagen – dem Krieg und der Epidemie – mit dem, was sie hat und was sie kann“, erklärt der Priester. Zu den Schwierigkeiten bei der Eindämmung der Krankheit zählen auch bestimmte lokale Bestattungsbräuche, die einen körperlichen Kontakt mit den Verstorbenen vorsehen und dadurch die Präventionsmaßnahmen erschweren können.

Vertriebene und Flüchtlinge im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

30-jährige kennen nichts anderes als Krieg

„Frieden und Gesundheit“ sind eng miteinander verbunden, betont Pater Ndondo. „Ohne Frieden ist es schwieriger, die Gesundheit zu schützen, und ohne Gesundheit ist es noch schwieriger, die Hoffnung einer Bevölkerung wiederherzustellen, die von jahrzehntelanger Gewalt geprägt ist“, erklärt der Priester.

Die Gewalt hat zudem schwerwiegende psychologische und soziale Auswirkungen. Ohne Frieden, so Pater Ndondo, können die Menschen nicht arbeiten, ihre Kinder nicht zur Schule schicken oder angemessene Gesundheitsbedingungen aufrechterhalten. „Durch den Krieg verlieren wir die Hoffnung“, sagt der Priester und weist darauf hin, dass es Menschen gibt, die praktisch ihr ganzes Leben in einem Konfliktumfeld verbracht haben: „Menschen, die vor 30 Jahren geboren wurden, kennen nichts anderes als Krieg.“

Die Situation hat Folgen für die gesamte kongolesische Bevölkerung. Auch von der Hauptstadt Kinshasa aus sind die Kosten des Krieges deutlich zu spüren – sowohl durch die wirtschaftliche Belastung für die Regierung als auch durch die menschlichen Folgen der Gewalt: Todesfälle, Entführungen, Hunger und Vertreibungen.

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