
Die durch die Gewalt verursachten Vertreibungen erschweren die Bemühungen, die Ansteckungen einzudämmen. Die Kirche hilft, wo sie kann.
Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) sieht sich mit einer neuen Ebola-Welle konfrontiert, und das unter besonders schwierigen Bedingungen im Osten des Landes. Dort schränken bewaffnete Konflikte sowie die Präsenz von Rebellengruppen die Möglichkeiten der Regierung und der Kirche ein, auf die Krankheit zu reagieren.
Bei seinem Besuch am internationalen Hauptsitz von Aid to the Church in Need (ACN) in Deutschland erklärte Pater Olivier Ndondo, Provinzial der Ordensgemeinschaft vom Allerheiligsten Sakrament in der DR Kongo und Uganda, dass das Land derzeit erneut mit einem Ausbruch der Krankheit konfrontiert sei, die dort 1976 erstmals aufgetreten war.

Zwar haben die Behörden rasch gehandelt, um Fälle zu diagnostizieren, Ansteckungen einzudämmen und eine weitere Ausbreitung in weiten Teilen des Landes zu verhindern. Doch im Osten ist die Lage besonders gravierend, da der Konflikt den Zugang zu den betroffenen Gebieten erschwert. „Es ist wegen des Krieges sehr schwierig, dorthin zu gelangen“, erklärt der Priester und weist darauf hin, dass die Regierung Schwierigkeiten habe, bestimmte Gebiete zu erreichen und medizinische Versorgung sicherzustellen.
Hinzu kommen die durch die Gewalt verursachten Zwangsvertreibungen in andere Regionen, die das Risiko einer Ausbreitung des Virus erhöhen. Sowohl im Osten als auch im Nordosten, an der Grenze zu Uganda, stellen die ständigen Bevölkerungsbewegungen eine zusätzlich Herausforderung dar.
Laut Pater Ndondo scheint die Lage jenseits der Grenze besser unter Kontrolle zu sein, da die Behörden dort leichter eingreifen können. Die Mobilität zwischen beiden Gebieten erschwert jedoch weiterhin die Eindämmung der Krankheit. „Einerseits müssen sie mit dem Konflikt fertig werden, aber dazu kommt noch das Problem der Krankheit“, fasst der Priester zusammen.

Inmitten der Krise spielt die Kirche eine besonders wichtige Rolle und versucht, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen: Sie nimmt Vertriebene auf, leistet Nothilfe, klärt über Ebola auf und ruft zur Solidarität mit den Gemeinden im Osten auf.
Die Bischofskonferenz der DR Kongo hat ihrerseits eine Erklärung veröffentlicht, um das Bewusstsein für die Gefahren von Ebola zu schärfen. Darin ruft sie zu verantwortungsbewusstem Verhalten sowie zur Einhaltung der Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen auf, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.
„Die Kirche im Osten begegnet den beiden Notlagen – dem Krieg und der Epidemie – mit dem, was sie hat und was sie kann“, erklärt der Priester. Zu den Schwierigkeiten bei der Eindämmung der Krankheit zählen auch bestimmte lokale Bestattungsbräuche, die einen körperlichen Kontakt mit den Verstorbenen vorsehen und dadurch die Präventionsmaßnahmen erschweren können.

„Frieden und Gesundheit“ sind eng miteinander verbunden, betont Pater Ndondo. „Ohne Frieden ist es schwieriger, die Gesundheit zu schützen, und ohne Gesundheit ist es noch schwieriger, die Hoffnung einer Bevölkerung wiederherzustellen, die von jahrzehntelanger Gewalt geprägt ist“, erklärt der Priester.
Die Gewalt hat zudem schwerwiegende psychologische und soziale Auswirkungen. Ohne Frieden, so Pater Ndondo, können die Menschen nicht arbeiten, ihre Kinder nicht zur Schule schicken oder angemessene Gesundheitsbedingungen aufrechterhalten. „Durch den Krieg verlieren wir die Hoffnung“, sagt der Priester und weist darauf hin, dass es Menschen gibt, die praktisch ihr ganzes Leben in einem Konfliktumfeld verbracht haben: „Menschen, die vor 30 Jahren geboren wurden, kennen nichts anderes als Krieg.“
Die Situation hat Folgen für die gesamte kongolesische Bevölkerung. Auch von der Hauptstadt Kinshasa aus sind die Kosten des Krieges deutlich zu spüren – sowohl durch die wirtschaftliche Belastung für die Regierung als auch durch die menschlichen Folgen der Gewalt: Todesfälle, Entführungen, Hunger und Vertreibungen.
KIRCHE IN NOT unterstützt 254 Projekte in der Demokratischen Republik Kongo. Unterstützen Sie unsere Nothilfe mit Ihrer Spende.

Pater Friedrich Bechina gehört der Geistlichen Familie „Das Werk“ an. Zwei Jahrzehnte war er in der vatikanischen Kongregation für das Katholische Bildungswesen tätig, dem heutigen Dikasterium für Kultur und Bildung. Dort beschäftigte er sich mit der Arbeit kirchlicher Hochschulen und arbeitete bereits bei Bildungsprojekten und Stipendien mit KIRCHE IN NOT zusammen.
Mit seinem Wechsel zum weltweiten katholischen Hilfswerk rückt für ihn die Unterstützung der Ortskirchen stärker in den Mittelpunkt. „Ich habe den Eindruck, dass ich näher dorthin komme, wo das Leben der Kirche stattfindet“, erklärte Bechina. Den Spendern und Unterstützern dankte er ausdrücklich: „Sie sind es, die all dies möglich machen.“
Der internationale Kirchliche Assistent stärkt das geistliche Leben innerhalb des Hilfswerks, begleitet die pastorale Ausrichtung der Hilfsprojekte und pflegt weltkirchliche Kontakte. Damit unterstützt er die kirchliche Ausrichtung von KIRCHE IN NOT, das seit 2011 eine päpstliche Stiftung ist.

Zum Abschied hob Pater Anton Lässer die persönliche Begleitung der Projektpartner und die Großzügigkeit der Spender hervor. „Viele unserer Wohltäter sind selbst nicht wohlhabend. Dennoch spenden sie Monat für Monat treu einen kleinen Betrag zur Unterstützung der Arbeit von KIRCHE IN NOT.“
Besonders geprägt haben ihn Begegnungen mit Menschen in Kriegsgebieten und der Besuch einer Ordensgemeinschaft im Libanon, die 800 Flüchtlinge in ihrem Kloster aufgenommen hatte. Diese Erfahrungen hätten ihm gezeigt, wie konkret KIRCHE IN NOT Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen erreicht und ihnen hilft.
Kriege, wirtschaftliche Not und Abwanderung setzen christliche Schulen im Nahen Osten zunehmend unter Druck. Das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützt deshalb im laufenden Schuljahr im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land mehr als 15 000 Schülerinnen und Schüler an über 200 christlichen Schulen. Auch etwa 2500 Lehrkräfte profitieren von der Hilfe. In diesem und im vergangenen Jahr stellte KIRCHE IN NOT rund 2,6 Millionen Euro für Schulen und Bildungsprojekte im Libanon, in Syrien und im Heiligen Land bereit.
Besonders angespannt ist die Situation im Libanon. Bereits nach dem Zusammenbruch des Bankensystems 2021 konnten viele Familien das Schulgeld für ihre Kinder nicht mehr bezahlen. Die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen haben die Lage weiter verschärft. Vor allem im Süden des Libanon wurden Menschen vertrieben und Lebensgrundlagen zerstört. Einige Schulen konnten ihren Unterricht online fortsetzen oder nach dem Waffenstillstand wieder öffnen. Andere blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen oder haben kaum noch Schüler, weil die Familien in andere Landesteile geflohen sind.

„Libanon befindet sich immer noch im Kriegszustand, und niemand weiß, was passieren wird“, erklärt Marielle Boutros, die für KIRCHE IN NOT Projekte im Libanon und in Syrien koordiniert. Da Eltern kaum genug Geld hätten, um ihre Familien durchzubringen, könnten sie das Schulgeld nicht bezahlen. Die Gebühren seien aber unverzichtbar, weil sich die Schulen weitgehend selbst finanzieren. Gleichzeitig müssten die Gehälter der Lehrkräfte weiterfinanziert werden. Aufgrund der starken Abwanderung gebe es längst nicht mehr genügend qualifizierte Lehrer, so Boutros: „Die Lehrer müssen weiterbezahlt werden, um zu verhindern, dass wir sie verlieren. Denn aufgrund der Abwanderung haben wir nicht mehr so viele talentierte Lehrer wie früher.“
Auch in Syrien bleibt die Situation schwierig. Die Unsicherheit sei dort inzwischen „zur neuen Normalität“ geworden, erklärte Boutros. Vor allem die wirtschaftliche Situation sei weiterhin äußerst angespannt: „Es ist wichtig zu verstehen, dass Syrien die Krise noch nicht überwunden hat.“

Auch im Heiligen Land unterhalten die christlichen Kirchen ein großes Bildungsnetzwerk. Allein das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreibt in Israel, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien 43 Schulen und 35 Kindergärten mit insgesamt rund 20 000 Schülerinnen und Schülern.
Von den anhaltenden Auseinandersetzungen im Heiligen Land sind die christlichen Schulen unmittelbar betroffen – auch in personeller Hinsicht: Im Januar 2026 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz, das neuen Lehrkräften mit Abschlüssen von Universitäten im Westjordanland untersagt, an Schulen in Israel zu unterrichten.
Vor Kurzem wurden die Einreiseerlaubnisse für zahlreiche Lehrkräfte, die im Westjordanland leben, nicht verlängert. Christliche Schulen in Israel riefen daraufhin zum Streik auf. In der Folge lenkte die Regierung ein und erneuerte die Einreisegenehmigungen, wenn auch in einigen Fällen nur für wenige Wochen.
Christliche Schulen sind im Nahen Osten nicht nur für die christlichen Gemeinschaften von großer Bedeutung. Die meisten Einrichtungen stehen auch Kindern anderer Religionen offen. Damit schaffen sie Orte, an denen gemeinsames Lernen und das Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften gefördert werden.
Einen Monat nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens sind die Folgen für die Bevölkerung weiterhin deutlich spürbar. Die katholische Kirche ist eine wichtige Anlaufstelle. Priester und Ordensleute stehen den Menschen bei und halten das kirchliche Leben unter schwierigen Bedingungen aufrecht, wie Projektpartner von KIRCHE IN NOT berichten. Das weltweite päpstliche Hilfswerk hatte wie beim vorhergehenden Erdbeben in Venezuela auch in Kolumbien Nothilfen zugesagt.
Besonders betroffen ist das Departamento Valle del Cauca mit der Millionenstadt Cali, 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogotá. Allein in der Erzdiözese Cali wurden nach Angaben der Kirche 40 beschädigte Kirchen registriert, zehn davon schwer. Einige Gotteshäuser wurden vollständig zerstört.

In der Pfarre St. Teresa von Ávila im Süden Calis, zu der rund 9000 Menschen gehören, stürzte das Dach der Kirche ein. Gottesdienste und andere Aktivitäten der Gemeinde finden deshalb derzeit in einem Zelt in einem nahegelegenen Park statt.
Pfarrer Luis Alberto Ríos beschreibt die Kirche in dieser Situation als ein „geistliches Krankenhaus“. Der provisorische Gottesdienstort sei zu einem wichtigen Treffpunkt geworden, an dem die Betroffenen erfahren könnten, dass sie mit ihrem Leid nicht allein seien. Die Feier der Gottesdienste unter freiem Himmel sei für ihn „ein Zeichen dafür, dass Jesus selbst auf die Straße gegangen ist, um den Menschen zu begegnen“.
Auch in der benachbarten Diözese Palmira, rund 30 Kilometer östlich von Cali, wurden elf Pfarrkirchen beschädigt. Einige sind nach Angaben von Bischof Rodrigo Gallego Trujillo so stark zerstört, dass sie abgerissen werden müssen. In einer Ortschaft kamen bei dem Erdbeben fünf Kinder ums Leben. Auch in ländlichen Gebieten stürzten zahlreiche Häuser von Bauernfamilien ein.
Trotz der Schäden gehe die Seelsorge weiter, betont Bischof Gallego: „Die Kirche lebt und bleibt.“ Gottesdienste und pastorale Angebote würden nun in Gemeindehäuser und öffentliche Räume verlegt, um „die Hoffnung lebendig zu halten und der Bevölkerung geistlichen Beistand zu geben“.

Auch in der Diözese Cartago im Norden des Departamentos Valle del Cauca, sind die Schäden erheblich. Rund 20 Kirchen wurden schwer beschädigt, weitere 20 müssen umfassend repariert werden. Bischof César Alcides Balbín betont, die wichtigste Aufgabe der Kirche bestehe jetzt darin, den Menschen „Begleitung, Unterstützung und Trost“ zu geben und ihnen einen Zufluchtsort zu bieten. Gerade die Feier der Sonntagsmesse sei wichtig: Das Zusammenkommen gebe den Menschen die geistliche Kraft für den langen Weg des Wiederaufbaus.
Wie konkret diese Begleitung aussieht, zeigt das Beispiel von Schwester Andaris Flores von den Missionarinnen der heiligen Theresia vom Kinde Jesu. Während des Erdbebens, bei dem ihr Schul- und Klostergebäude in La Victoria schwer beschädigt wurde, blieb Schwester Andaris im zweiten Stock bei einer 83-jährigen Mitschwester, die nicht mehr die Treppe hinuntergehen konnte. Während das Gebäude bebte und Trümmer herabfielen, kniete sie nieder und betete. Inzwischen lebt die Ordensfrau vorübergehend bei einer Familie. Die langfristige Herausforderung sieht sie nicht allein im Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Es gehe auch darum, die seelischen und psychischen Verletzungen der Menschen zu heilen – und vor allem darum, „die Seele wieder aufzubauen“.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am 10. August erschüttert, nur zwei Monate nach der Naturkatastrophe im Nachbarland Venezuela. Das Epizentrum lag im Departamento Chocó. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden liegt die Zahl der Toten mittlerweile bei über 300, mehr als 100 Personen werden noch vermisst. Mehr als eine halbe Million Menschen sind direkt von den Folgen des Erdbebens betroffen.
Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet KIRCHE IN NOT Nothilfen für die betroffenen Gebiete vor. Das internationale Hilfswerk steht in direktem Kontakt mit den Bischöfen in den Katastrophengebieten, um das Ausmaß der Schäden und den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln. Die Unterstützung soll über die Strukturen der katholischen Kirche vor Ort geleistet werden.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am vergangenen Montag erschüttert. Besonders betroffen sind der Westen und das Zentrum des Landes. Nach aktuellen Medienberichten kamen mehr als 200 Menschen ums Leben; die Opferzahlen dürften angesichts der laufenden Such- und Rettungsarbeiten noch steigen. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogota.

San José del Palmar gehört zum Bistum Istmina-Tadó. Dessen Bischof Mario de Jesús Álvarez Gómez schilderte gegenüber ACN die ersten Eindrücke: „Es war ein sehr starkes und langanhaltendes Erdbeben.“ Wohnhäuser sowie kirchliche Einrichtungen seien beschädigt, berichtete der Bischof: „Die Dächer mehrerer Kirchen sind eingestürzt. Glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt.“
Nach den bislang vorliegenden Informationen scheinen die Schäden in San José del Palmar und Istmina begrenzt zu sein. Aus dem benachbarten Bistum Quibdó liegen jedoch Berichte über erhebliche Schäden in mehreren Pfarreien und über Todesopfer vor. Vertreter des Bistums besuchen derzeit die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild von der Lage und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu machen.
„Wir versuchen, mit den anderen Diözesen Kontakt aufzunehmen. Im Moment sind wir weiterhin dabei, den Hilfsbedarf zu ermitteln“, erklärte Bischof Álvarez. Sobald diese Informationen vorliegen, wird KIRCHE IN NOT die kirchliche Nothilfe unterstützen.

Wie bei vielen Naturkatastrophen gehört die Kirche auch in Kolumbien zu den ersten Anlaufstellen für die betroffene Bevölkerung. Bereits in den ersten Stunden nach dem Erdbeben begannen Priester, Ordensfrauen und Freiwillige in den Pfarren damit, Betroffene zu unterstützen. Sie bieten Schutz und Unterkunft, leisten Beistand und stehen den Menschen seelsorglich zur Seite.
Die Katastrophe in Kolumbien ereignete sich weniger als zwei Monate nach den schweren Erdbeben im benachbarten Venezuela. Auch dort unterstützt KIRCHE IN NOT die katholische Kirche bei der Bewältigung der Folgen. Dank der Spenden von Wohltätern aus verschiedenen Ländern konnte das Hilfswerk bereits erste Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Auch hier ist eine langfristige Unterstützung geplant. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau schwer beschädigter Kirchen und kirchlicher Gebäude.
Nach einem Besuch in den von den Erdbeben Ende Juni betroffenen Regionen Venezuelas hat die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, die Situation als „apokalyptisch“ bezeichnet. Das Hilfswerk unterstützt die Ortskirche bereits mit Soforthilfe und bereitet weitere langfristige Hilfsmaßnahmen vor.
„Ich hatte nicht mit einem solchen Ausmaß der Zerstörung gerechnet“, erklärte Lynch nach ihrer Rückkehr aus Venezuela. „Wenn man überall die Trümmerberge sieht, wie schwere Baumaschinen sich durch die Schuttmassen arbeiten und wie ganze Wohnblocks unbewohnbar geworden sind, dann ist das sehr bedrückend.“
Trotz der dramatischen Lage zeigte sich die Präsidentin tief beeindruckt vom Einsatz der Kirche vor Ort. „Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Überall arbeiten Freiwillige mit großem Einsatz zusammen. Es war wie in einem Bienenstock“, berichtete sie nach dem Besuch einer kirchlichen Verteilstelle für Hilfsgüter.
Neben der materiellen Not begegnete die Delegation von KIRCHE IN NOT auch zahlreichen Menschen, die schwer traumatisiert sind. In einem katholischen Krankenhaus in La Guaira hatten Mitarbeiter selbst Angehörige und ihre Häuser verloren. Zwei Ärzte kamen bei der Katastrophe ums Leben. KIRCHE IN NOT sagte deshalb auch Unterstützung auch bei der psychologischen und seelsorglichen Begleitung der Betroffenen zu.

Besonders bewegte die Delegation die Begegnung mit der 31-jährigen Gismely. Sie überlebte den Sturz aus dem zwölften Stock eines Wohnhauses, verlor jedoch ein Bein. Dank der Begleitung einer Pfarrei-Ehrenamtlichen habe sie neuen Lebensmut gefunden. „Ich weiß, dass es ohne mein Bein nicht einfach sein wird, aber mein Leben ist mehr als das“, sagte sie.
Die Zahl der Todesopfer liegt nach staatlichen Angaben mittlerweile bei über 5000. Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT hatten mit einem Pfarrer gesprochen, in dessen Gemeinde 80 Prozent der Mitglieder durch die Erdbeben getötet wurden.
Im Priesterseminar von La Guaira wurden mehrere Gebäudeteile zerstört. Bischof Pablo Modesto Gonzalez Perez und seine Seminaristen überlebten nur knapp. Dennoch richtet der Bischof den Blick nach vorn: „Wir sind hier, um dieses Land wieder aufzubauen. Ich glaube, dass dies derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist.“

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden derzeit Priester, Ordensschwestern und Ehrenamtliche unterstützt, die den Überlebenden beistehen und die pastorale sowie humanitäre Hilfe koordinieren. Gleichzeitig prüft das Hilfswerk weitere Projekte, darunter den Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen sowie Hilfen zur Traumabewältigung. „Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, bilanzierte Regina Lynch nach ihrer Reise.
Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT können im Jahr 2026 weltweit 33 631 Kinder und Jugendliche an kirchlichen Ferienfreizeiten teilnehmen. Das Hilfswerk finanziert in elf Ländern insgesamt 407 Sommercamps. Neben Spiel, Gemeinschaft und Erholung stehen Katechese, Gebet und die Stärkung des kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Besonders viele junge Christen nehmen in Syrien an den kirchlichen Ferienfreizeiten bei: Dort unterstützt KIRCHE IN NOT 230 Sommercamps mit insgesamt 17 855 Teilnehmern. Auch im Libanon (7465 Teilnehmer) und in der Ukraine (3518 Teilnehmer) gehören Sommerprogramme zu den größten pastoralen Initiativen für junge Menschen.
Wie wichtig solche Angebote gerade in Krisenzeiten sind, zeigt das Beispiel der Ukraine. Mit dem Projekt „Ferien mit Gott“ unterstützt KIRCHE IN NOT Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen von Krieg und Flucht leiden. Die „Ferien mit Gott“ verbinden Gebet, Gemeinschaft und Freizeitangebote mit einem geschützten Umfeld. Ihre Motivation beschreiben die Projektpartner in der Ukraine so: „Jedes Kind verdient es, Frieden, Freude und die Liebe Gottes zu erfahren – selbst mitten im Krieg.“

Ein weiteres Beispiel kommt aus Israel. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT Sommerlager des Vikariats für hebräischsprachige Katholiken, das zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. Viele dieser Familien haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
Die Partner des Patriarchats beschreiben die Teilnehmer „als Minderheit innerhalb einer Minderheit“ der immer kleiner werdenden christlichen Gemeinde im Heiligen Land. Die Sommerlager verbinden Gebet, Katechese, Sport und kreative Angebote und sollen jungen Menschen helfen, ihren Glauben gemeinsam zu leben. Bis zu 150 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.
Auch in Armenien richtet sich die Unterstützung gezielt an Kinder mit belastenden Erfahrungen. Die Sommerlager der „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nehmen besonders Kinder aus Flüchtlingsfamilien, Grenzregionen sowie von Vertreibung betroffene Kinder aus Bergkarabach in den Blick. Eine Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrung: „Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich geschaffen hat und mir vergibt. Bei der Ferienfreizeit habe ich gelernt: Egal, was du tust – Gott liebt dich.“

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT geht es bei den Sommerfreizeiten nicht allein um Erholung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erleben, Freundschaften knüpfen und neue Zuversicht gewinnen können – oft dort, wo Krieg, Unsicherheit oder gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag prägen.
KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit pastorale Projekte für Kinder und Jugendliche, um christliche Gemeinschaften langfristig zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.
Während die Folgen der verheerenden Erdbeben in Venezuela immer deutlicher zutage treten, ist die katholische Kirche zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Betroffenen geworden. Besonders in der Diözese Petare, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebiete im Ballungsraum der Hauptstadt Caracas, versorgen hunderte Ehrenamtliche in den Pfarrgemeinden Verletzte und ihre Familien, die aus der besonders schwer betroffenen Küstenregion La Guaira kommen. KIRCHE IN NOT hat in einem ersten Schritt 100.000 Euro bewilligt, um die Nothilfe der Kirche vor Ort zu unterstützen; weitere Hilfen sind geplant.
„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber KIRCHE IN NOT. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Da sich in Petare vier der wichtigsten Krankenhäuser Venezuelas befinden, konzentriert sich die Hilfe der Kirche vor allem auf die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen. Viele hätten ihr Zuhause verlassen müssen und kämen mit nichts als ihrer Kleidung in den Krankenhäusern an, berichtete der Bischof. Die Diözese hat vier Sammelstellen eingerichtet. Mehr als 250 Freiwillige verteilen dort Medikamente, medizinisches Material, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel.

Besonders bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
„Selbst diejenigen, die nichts haben, geben alles“, sagte der Bischof. „Die Armen sind der größte Schatz der Kirche in Venezuela.“ Auch viele junge Menschen engagieren sich unermüdlich. Sie entladen Lastwagen mit Hilfsgütern, sortieren Kleidung, bereiten Lebensmittelpakete vor und transportieren Spenden. „Sie helfen mit Freude, Disziplin und ohne jede Suche nach Anerkennung“, berichtete Bravo.

Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche die Betroffenen auch seelsorglich. Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Familien bei, deren Angehörige unter den Trümmern begraben wurden; auch für die Helfern und das medizinische Personal sind sie da. „Wir dürfen uns nicht nur auf psychologische Hilfe beschränken. Wir müssen den Menschen auch geistlichen Beistand geben – nicht um das Leid zu verklären, sondern um es aus der Perspektive Jesu menschlich zu begleiten“, erklärt der Bischof.
Mit der bereits auf den Weg gebrachten Soforthilfe ermöglicht KIRCHE IN NOT den betroffenen Diözesen, flexibel auf die dringendsten Bedürfnisse zu reagieren – von der unmittelbaren Nothilfe bis hin zur pastoralen und seelsorglichen Begleitung der Menschen. Das Hilfswerk steht in ständigem Austausch mit seinen Projektpartnern in Venezuela.

Zum Schluss richtete Bischof Bravo einen besonderen Dank an alle Wohltäter und Spender: „Wir sind froh, dass wir auf Brüder und Schwestern zählen können, die uns die Hand reichen. Ich wünsche mir, dass KIRCHE IN NOT weiterhin eine Gemeinschaft bleibt, die Geschwisterlichkeit stiftet.“
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden Priester, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen unterstützt, die Überlebende der Naturkatastrophe beherbergen, versorgen und pastoral begleiten. Gleichzeitig bereitet das Hilfswerk weitere Hilfen für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen und kirchlicher Gebäude vor.
Nach aktuellen internationalen Medienberichten liegt die Zahl der getöteten Menschen aktuell bei über 2000, rund 11 000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende haben ihre Wohnungen verloren, zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Küstenregion La Guaira nördlich von Caracas.
„Jetzt hat oberste Priorität, das Leben wieder aufzubauen“, sagt der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, gegenüber KIRCHE IN NOT. Zwar müssten die materiellen Schäden beseitigt werden, mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Begleitung der Überlebenden, von denen viele Angehörige verloren haben und schwer traumatisiert sind. Die seelischen Wunden würden Venezuela noch lange begleiten. „Dies wird in den kommenden Monaten eine der größten Prioritäten für die Diözese sein: diejenigen zu unterstützen und auszubilden, die in erster Reihe die Menschen geistlich und psychologisch begleiten“, erklärte Biord.

Genau hier setzt die Hilfe von KIRCHE IN NOT an. Das Hilfswerk unterstützt Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Seelsorger, die – obwohl viele von ihnen selbst von der Katastrophe betroffen sind – Familien aufnehmen, Verletzte in Krankenhäusern besuchen und den Menschen in den zerstörten Gemeinden Hoffnung geben. Zugleich wird gemeinsam mit den Diözesen der Bedarf für den Wiederaufbau kirchlicher Gebäude ermittelt.
Wie sehr die Kirche den Menschen gerade jetzt Halt gibt, zeigen die Berichte aus den betroffenen Gemeinden. Als während einer Messfeier im Bistum Petare im Großraum Caracas die Erde zu beben begann, verließen die Gläubigen die Kirche. Pfarrer Ignacio Caleya brach den Gottesdienst jedoch nicht ab, sondern setzte ihn auf der Straße fort. Bewohner umliegender Häuser und Patienten eines benachbarten Krankenhauses schlossen sich spontan der Eucharistiefeier an. Aus einer Evakuierung wurde so ein Zeichen der Hoffnung mitten in der Katastrophe.

Gleichzeitig erleben viele Seelsorger unvorstellbares persönliches Leid. Ein Priester aus La Guaira begleitet täglich obdachlos gewordene Familien, obwohl mehrere Mitglieder seiner eigenen Familie – darunter seine dreijährige Nichte – weiterhin vermisst werden. Dennoch geht er jeden Tag auf die Straßen, um mit den Menschen zu beten und ihnen Trost zu spenden.
Auch in den Krankenhäusern werden Priester mit Schicksalen konfrontiert, die selbst erfahrene Seelsorger an ihre Grenzen bringen. Erzbischof Biord berichtet von einer Mutter, die nach der Amputation beider Beine lächelnd sagte: „Ich lebe. Alles wird gut.“ Eine andere Mutter bat ihn lediglich, für ihre beiden verstorbenen Kinder zu beten. „Die Realität ist verheerend“, fasst ein Priester seine Eindrücke zusammen.

Dass die Kirche trotz allem Hoffnung schenkt, zeigt auch das Priesterseminar in La Guaira, das KIRCHE IN NOT seit vielen Jahren unterstützt. Die Seminarkirche ist völlig zerstört, die Wohngebäude schwer beschädigt. Obwohl sich alle Seminaristen während des Bebens im Gebäude befanden, kam niemand ums Leben. „Man kann von einem Wunder sprechen“, sagt Erzbischof Biord. Das Gebäude ist allerdings unbewohnbar; die Seminaristen haben nahezu ihren gesamten Besitz verloren und sind derzeit in Caracas untergebracht.
„Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges“, sagte Erzbischof Biord. „Ich bin KIRCHE IN NOT und allen dankbar, die uns jetzt beistehen. Der Bedarf ist groß, um unser Land wiederaufzubauen.“
Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat im Jahr 2025 weltweit Spenden in Höhe von 145,8 Millionen Euro erhalten – das ist ein Plus von rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich. Mit diesen Einnahmen konnte KIRCHE IN NOT 5368 Hilfsprojekte in 141 Ländern unterstützen.
Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei die Wohltäter in Österreich: Hier erzielte KIRCHE IN NOT 2025 ein Spendenergebnis von 4,1 Millionen Euro (2024: 3,6 Millionen). Trotz anhaltender Unsicherheiten sind die Einzelspenden in Österreich sogar leicht gestiegen, wie der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Tobias Pechmann, erläuterte: „Die Großherzigkeit unserer Wohltäter ist überwältigend. Wir sehen darin auch eine starke Solidarität mit den Teilen der Weltkirche, die trotz Armut oder Verfolgung wachsen. Diese enge Verbundenheit, auch im Gebet für die leidenden Christen, ist ermutigend und ein Wesensmerkmal unserer Wohltäter.“
Die Arbeit von KIRCHE IN NOT finanziert sich rein aus privaten Spenden und erhält keine österreichweiten Kirchensammlungen, lediglich Kollekten einzelner Pfarren, die sich für arme und verfolgte Christen engagieren; die Spenden werden in den 24 Nationalbüros des Hilfswerks gesammelt.

„Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Ihre Unterstützung hilft, Hoffnung zu geben – oft an Orten, an denen die Kirche für viele Menschen die letzte verlässliche Struktur geblieben ist.“
Zu den am stärksten unterstützten Ländern zählten Indien, die Ukraine, der Libanon und Syrien. In dieser Region floss der Großteil der Nothilfe in die Bewältigung der Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte.
Regional lag der Schwerpunkt der Projektförderung erneut in Afrika, das 34,5 Prozent der weltweiten Hilfen erhielt. Gründe dafür sind unter anderem die Ausbreitung islamistischer Gewalt, Fluchtbewegungen und das starke Wachstum kirchlicher Gemeinschaften. Besonders intensiv unterstützte KIRCHE IN NOT Länder wie Burkina Faso, Niger und Mali.
19,1 Prozent der Hilfe ging an die Kirche in Asien, 17,1 Prozent erhielt der Nahe Osten, Lateinamerika 16,4 Prozent und 12,8 Prozent Europa – hier gingen die Hilfen zum allergrößten Teil in die Ukraine.

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT profitierten im vergangenen Jahr weltweit über 40 000 Priester von der Unterstützung durch Messstipendien – statistisch gesehen etwa jeder zehnte Priester weltweit. Insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Messstipendien vergeben – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Hilfswerks. Messstipendien sind freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen. In Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sind diese Beiträge lebenswichtig.
Darüber hinaus unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von über 13 000 Seminaristen, also jeden achten Priesteramtskandidaten weltweit. Schwerpunkt der Förderung war Afrika: Dort erhielten mehr als 8 300 Seminaristen Unterstützung.
Auch Ordensgemeinschaften wurden umfangreich gefördert: Rund 20 000 Ordensschwestern profitierten direkt oder indirekt von Projekten des Hilfswerks – etwa durch Ausbildungsförderung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.
Neben pastoralen Projekten finanzierte KIRCHE IN NOT weltweit den Bau und die Renovierung kirchlicher Einrichtungen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung religiöser Literatur. Insgesamt wurden über eine halbe Million religiöse Bücher bereitgestellt, darunter mehr als 111 000 Bibeln sowie über 214 000 Ausgaben des Jugendkatechismus YOUCAT.
Der Finanzbericht von KIRCHE IN NOT weist aus, dass 78,7 Prozent der Gesamtausgaben für „missionsbezogene Aktivitäten“ verwendet wurden: Das sind die konkreten Projekte, sowie Aufwendungen für Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche. Für Verwaltung wurden 8,5 Prozent, für Wohltäterbetreuung und Fundraising 12,8 Prozent aufgewendet.
KIRCHE IN NOT (ACN) ist eine katholische Hilfsorganisation, die 1947 als Solidaritätsaktion für Vertriebene gegründet wurde. Seit 2011 ist sie eine Päpstliche Stiftung. KIRCHE IN NOT widmet sich durch Information, Gebet und Hilfe Christen überall dort, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen oder zu wenig Geld für die Seelsorge vorhanden ist.

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela ruft KIRCHE IN NOT zum Gebet für die betroffenen Menschen auf und kündigt schnelle Unterstützung für die Kirche vor Ort an. Die beiden Erdstöße ereigneten sich am frühen Abend des 24. Juni (Ortszeit). Nach Angaben der örtlichen Kirche erreichten sie eine Stärke von 7,2 beziehungsweise 7,5 und verursachten Todesopfer sowie erhebliche Schäden an Häusern, öffentlichen Gebäuden und kirchlichen Einrichtungen. Tausende Menschen trauten sich zunächst nicht, in ihre Wohnungen zurückzukehren.
Besonders betroffen sind nach Angaben der lokalen Partner von KIRCHE IN NOT auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen. Viele von ihnen haben trotz erheblicher Schäden ihre Türen geöffnet, um Familien aufzunehmen, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können.
Der Erzbischof der venezolanischen Hauptstadt Caracas, Raúl Biord Castillo, verschaffte sich unmittelbar nach den Beben einen Überblick über die Lage. „Ich bin gerade von einem Besuch mehrerer Pfarren zurückgekehrt. Viele von ihnen weisen schwere strukturelle Schäden auf“, berichtete er gegenüber KIRCHE IN NOT. Besonders betroffen seien die Kathedrale von Caracas sowie zahlreiche weitere Pfarren. Aufgrund von Strom- und Internetausfällen sei das volle Ausmaß der Schäden jedoch noch nicht absehbar.

Auch die Diözese La Guaira, der bedeutendsten Hafenstadt Venezuelas, wurde schwer getroffen. Bischof Pablo Modesto González Pérez erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass das Priesterseminar der Diözese, das seit Jahren von KIRCHE IN NOT unterstützt wird, erhebliche Schäden erlitten habe: „Im Seminar sind viele Mauern eingestürzt.“ Die Seminaristen mussten evakuiert werden. Sie warten auf einem Parkplatz, während die Statik ihres Wohngebäudes geprüft wird. Mehrere Kirchen in der Region seien ebenfalls beschädigt worden.
Nach Angaben der Ortskirche wurden bereits erste Hilfsmaßnahmen gestartet. Viele Gemeinden hätten Menschen aufgenommen, die die Nacht nicht in ihren Wohnungen verbringen konnten. Gleichzeitig laufen technische Prüfungen, um zu entscheiden, welche Kirchengebäude wieder genutzt werden können.

KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit der Kirche in Venezuela. Die genaue Schadenshöhe und die dringendsten Bedarfe werden derzeit noch erhoben. Schon jetzt steht jedoch fest, dass das Hilfswerk die Kirche in Venezuela bei der Bewältigung der Folgen der Erdbeben unterstützen wird.
Marco Mencaglia, Projektdirektor von KIRCHE IN NOT, erklärte: „Venezuela ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland unseres Hilfswerks. Jetzt haben die Menschen Vorrang. Die Kirche tut in dieser Krise das, was sie immer tut: Sie öffnet ihre Türen, begleitet diejenigen, die alles verloren haben, und bringt Hoffnung dorthin, wo Angst eingezogen ist.“ KIRCHE IN NOT ruft dazu auf, für die Menschen in Venezuela zu beten und die Hilfe für die Kirche vor Ort zu unterstützen.
Mit einer internationalen Petition ruft KIRCHE IN NOT Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20 000 Menschen haben die Initiative unterschrieben. Die nächste Zielmarke liegt laut KIRCHE IN NOT bei 100 000 Unterschriften.
Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.
Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.
Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will KIRCHE IN NOT die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen.

Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gestartet. Die Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.
Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion „Red Wednesday“, bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.

Der diesjährige „Red Wednesday“ findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim „Red Wednesday“ mitgemacht – 2025 hatten sich 234 bei KIRCHE IN NOT registriert. Nach dem diesjährigen „Red Wednesday“ sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.
Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung dieses Menschenrechts. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein „Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft“.

„Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens“, sagte Kardinal Koch. „Doch selbst wenn sie kleine und schutzbedürftige Minderheiten sind, bleiben Christen in ihren Heimatländern Friedensstifter. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg.“
Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).