
Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet KIRCHE IN NOT Nothilfen für die betroffenen Gebiete vor. Das internationale Hilfswerk steht in direktem Kontakt mit den Bischöfen in den Katastrophengebieten, um das Ausmaß der Schäden und den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln. Die Unterstützung soll über die Strukturen der katholischen Kirche vor Ort geleistet werden.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am vergangenen Montag erschüttert. Besonders betroffen sind der Westen und das Zentrum des Landes. Nach aktuellen Medienberichten kamen mehr als 200 Menschen ums Leben; die Opferzahlen dürften angesichts der laufenden Such- und Rettungsarbeiten noch steigen. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogota.

San José del Palmar gehört zum Bistum Istmina-Tadó. Dessen Bischof Mario de Jesús Álvarez Gómez schilderte gegenüber ACN die ersten Eindrücke: „Es war ein sehr starkes und langanhaltendes Erdbeben.“ Wohnhäuser sowie kirchliche Einrichtungen seien beschädigt, berichtete der Bischof: „Die Dächer mehrerer Kirchen sind eingestürzt. Glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt.“
Nach den bislang vorliegenden Informationen scheinen die Schäden in San José del Palmar und Istmina begrenzt zu sein. Aus dem benachbarten Bistum Quibdó liegen jedoch Berichte über erhebliche Schäden in mehreren Pfarreien und über Todesopfer vor. Vertreter des Bistums besuchen derzeit die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild von der Lage und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu machen.
„Wir versuchen, mit den anderen Diözesen Kontakt aufzunehmen. Im Moment sind wir weiterhin dabei, den Hilfsbedarf zu ermitteln“, erklärte Bischof Álvarez. Sobald diese Informationen vorliegen, wird KIRCHE IN NOT die kirchliche Nothilfe unterstützen.

Wie bei vielen Naturkatastrophen gehört die Kirche auch in Kolumbien zu den ersten Anlaufstellen für die betroffene Bevölkerung. Bereits in den ersten Stunden nach dem Erdbeben begannen Priester, Ordensfrauen und Freiwillige in den Pfarren damit, Betroffene zu unterstützen. Sie bieten Schutz und Unterkunft, leisten Beistand und stehen den Menschen seelsorglich zur Seite.
Die Katastrophe in Kolumbien ereignete sich weniger als zwei Monate nach den schweren Erdbeben im benachbarten Venezuela. Auch dort unterstützt KIRCHE IN NOT die katholische Kirche bei der Bewältigung der Folgen. Dank der Spenden von Wohltätern aus verschiedenen Ländern konnte das Hilfswerk bereits erste Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Auch hier ist eine langfristige Unterstützung geplant. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau schwer beschädigter Kirchen und kirchlicher Gebäude.
Nach einem Besuch in den von den Erdbeben Ende Juni betroffenen Regionen Venezuelas hat die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, die Situation als „apokalyptisch“ bezeichnet. Das Hilfswerk unterstützt die Ortskirche bereits mit Soforthilfe und bereitet weitere langfristige Hilfsmaßnahmen vor.
„Ich hatte nicht mit einem solchen Ausmaß der Zerstörung gerechnet“, erklärte Lynch nach ihrer Rückkehr aus Venezuela. „Wenn man überall die Trümmerberge sieht, wie schwere Baumaschinen sich durch die Schuttmassen arbeiten und wie ganze Wohnblocks unbewohnbar geworden sind, dann ist das sehr bedrückend.“
Trotz der dramatischen Lage zeigte sich die Präsidentin tief beeindruckt vom Einsatz der Kirche vor Ort. „Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Überall arbeiten Freiwillige mit großem Einsatz zusammen. Es war wie in einem Bienenstock“, berichtete sie nach dem Besuch einer kirchlichen Verteilstelle für Hilfsgüter.
Neben der materiellen Not begegnete die Delegation von KIRCHE IN NOT auch zahlreichen Menschen, die schwer traumatisiert sind. In einem katholischen Krankenhaus in La Guaira hatten Mitarbeiter selbst Angehörige und ihre Häuser verloren. Zwei Ärzte kamen bei der Katastrophe ums Leben. KIRCHE IN NOT sagte deshalb auch Unterstützung auch bei der psychologischen und seelsorglichen Begleitung der Betroffenen zu.

Besonders bewegte die Delegation die Begegnung mit der 31-jährigen Gismely. Sie überlebte den Sturz aus dem zwölften Stock eines Wohnhauses, verlor jedoch ein Bein. Dank der Begleitung einer Pfarrei-Ehrenamtlichen habe sie neuen Lebensmut gefunden. „Ich weiß, dass es ohne mein Bein nicht einfach sein wird, aber mein Leben ist mehr als das“, sagte sie.
Die Zahl der Todesopfer liegt nach staatlichen Angaben mittlerweile bei über 5000. Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT hatten mit einem Pfarrer gesprochen, in dessen Gemeinde 80 Prozent der Mitglieder durch die Erdbeben getötet wurden.
Im Priesterseminar von La Guaira wurden mehrere Gebäudeteile zerstört. Bischof Pablo Modesto Gonzalez Perez und seine Seminaristen überlebten nur knapp. Dennoch richtet der Bischof den Blick nach vorn: „Wir sind hier, um dieses Land wieder aufzubauen. Ich glaube, dass dies derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist.“

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden derzeit Priester, Ordensschwestern und Ehrenamtliche unterstützt, die den Überlebenden beistehen und die pastorale sowie humanitäre Hilfe koordinieren. Gleichzeitig prüft das Hilfswerk weitere Projekte, darunter den Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen sowie Hilfen zur Traumabewältigung. „Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, bilanzierte Regina Lynch nach ihrer Reise.
Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT können im Jahr 2026 weltweit 33 631 Kinder und Jugendliche an kirchlichen Ferienfreizeiten teilnehmen. Das Hilfswerk finanziert in elf Ländern insgesamt 407 Sommercamps. Neben Spiel, Gemeinschaft und Erholung stehen Katechese, Gebet und die Stärkung des kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Besonders viele junge Christen nehmen in Syrien an den kirchlichen Ferienfreizeiten bei: Dort unterstützt KIRCHE IN NOT 230 Sommercamps mit insgesamt 17 855 Teilnehmern. Auch im Libanon (7465 Teilnehmer) und in der Ukraine (3518 Teilnehmer) gehören Sommerprogramme zu den größten pastoralen Initiativen für junge Menschen.
Wie wichtig solche Angebote gerade in Krisenzeiten sind, zeigt das Beispiel der Ukraine. Mit dem Projekt „Ferien mit Gott“ unterstützt KIRCHE IN NOT Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen von Krieg und Flucht leiden. Die „Ferien mit Gott“ verbinden Gebet, Gemeinschaft und Freizeitangebote mit einem geschützten Umfeld. Ihre Motivation beschreiben die Projektpartner in der Ukraine so: „Jedes Kind verdient es, Frieden, Freude und die Liebe Gottes zu erfahren – selbst mitten im Krieg.“

Ein weiteres Beispiel kommt aus Israel. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT Sommerlager des Vikariats für hebräischsprachige Katholiken, das zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. Viele dieser Familien haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
Die Partner des Patriarchats beschreiben die Teilnehmer „als Minderheit innerhalb einer Minderheit“ der immer kleiner werdenden christlichen Gemeinde im Heiligen Land. Die Sommerlager verbinden Gebet, Katechese, Sport und kreative Angebote und sollen jungen Menschen helfen, ihren Glauben gemeinsam zu leben. Bis zu 150 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.
Auch in Armenien richtet sich die Unterstützung gezielt an Kinder mit belastenden Erfahrungen. Die Sommerlager der „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nehmen besonders Kinder aus Flüchtlingsfamilien, Grenzregionen sowie von Vertreibung betroffene Kinder aus Bergkarabach in den Blick. Eine Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrung: „Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich geschaffen hat und mir vergibt. Bei der Ferienfreizeit habe ich gelernt: Egal, was du tust – Gott liebt dich.“

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT geht es bei den Sommerfreizeiten nicht allein um Erholung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erleben, Freundschaften knüpfen und neue Zuversicht gewinnen können – oft dort, wo Krieg, Unsicherheit oder gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag prägen.
KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit pastorale Projekte für Kinder und Jugendliche, um christliche Gemeinschaften langfristig zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.
Während die Folgen der verheerenden Erdbeben in Venezuela immer deutlicher zutage treten, ist die katholische Kirche zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Betroffenen geworden. Besonders in der Diözese Petare, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Gebiete im Ballungsraum der Hauptstadt Caracas, versorgen hunderte Ehrenamtliche in den Pfarrgemeinden Verletzte und ihre Familien, die aus der besonders schwer betroffenen Küstenregion La Guaira kommen. KIRCHE IN NOT hat in einem ersten Schritt 100.000 Euro bewilligt, um die Nothilfe der Kirche vor Ort zu unterstützen; weitere Hilfen sind geplant.
„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber KIRCHE IN NOT. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Da sich in Petare vier der wichtigsten Krankenhäuser Venezuelas befinden, konzentriert sich die Hilfe der Kirche vor allem auf die Versorgung der Verletzten und Obdachlosen. Viele hätten ihr Zuhause verlassen müssen und kämen mit nichts als ihrer Kleidung in den Krankenhäusern an, berichtete der Bischof. Die Diözese hat vier Sammelstellen eingerichtet. Mehr als 250 Freiwillige verteilen dort Medikamente, medizinisches Material, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel.

Besonders bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
„Selbst diejenigen, die nichts haben, geben alles“, sagte der Bischof. „Die Armen sind der größte Schatz der Kirche in Venezuela.“ Auch viele junge Menschen engagieren sich unermüdlich. Sie entladen Lastwagen mit Hilfsgütern, sortieren Kleidung, bereiten Lebensmittelpakete vor und transportieren Spenden. „Sie helfen mit Freude, Disziplin und ohne jede Suche nach Anerkennung“, berichtete Bravo.

Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche die Betroffenen auch seelsorglich. Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Familien bei, deren Angehörige unter den Trümmern begraben wurden; auch für die Helfern und das medizinische Personal sind sie da. „Wir dürfen uns nicht nur auf psychologische Hilfe beschränken. Wir müssen den Menschen auch geistlichen Beistand geben – nicht um das Leid zu verklären, sondern um es aus der Perspektive Jesu menschlich zu begleiten“, erklärt der Bischof.
Mit der bereits auf den Weg gebrachten Soforthilfe ermöglicht KIRCHE IN NOT den betroffenen Diözesen, flexibel auf die dringendsten Bedürfnisse zu reagieren – von der unmittelbaren Nothilfe bis hin zur pastoralen und seelsorglichen Begleitung der Menschen. Das Hilfswerk steht in ständigem Austausch mit seinen Projektpartnern in Venezuela.

Zum Schluss richtete Bischof Bravo einen besonderen Dank an alle Wohltäter und Spender: „Wir sind froh, dass wir auf Brüder und Schwestern zählen können, die uns die Hand reichen. Ich wünsche mir, dass KIRCHE IN NOT weiterhin eine Gemeinschaft bleibt, die Geschwisterlichkeit stiftet.“
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela hat KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden Priester, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen unterstützt, die Überlebende der Naturkatastrophe beherbergen, versorgen und pastoral begleiten. Gleichzeitig bereitet das Hilfswerk weitere Hilfen für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen und kirchlicher Gebäude vor.
Nach aktuellen internationalen Medienberichten liegt die Zahl der getöteten Menschen aktuell bei über 2000, rund 11 000 Menschen wurden verletzt. Zehntausende haben ihre Wohnungen verloren, zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Besonders betroffen ist die Küstenregion La Guaira nördlich von Caracas.
„Jetzt hat oberste Priorität, das Leben wieder aufzubauen“, sagt der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, gegenüber KIRCHE IN NOT. Zwar müssten die materiellen Schäden beseitigt werden, mindestens ebenso wichtig sei jedoch die Begleitung der Überlebenden, von denen viele Angehörige verloren haben und schwer traumatisiert sind. Die seelischen Wunden würden Venezuela noch lange begleiten. „Dies wird in den kommenden Monaten eine der größten Prioritäten für die Diözese sein: diejenigen zu unterstützen und auszubilden, die in erster Reihe die Menschen geistlich und psychologisch begleiten“, erklärte Biord.

Genau hier setzt die Hilfe von KIRCHE IN NOT an. Das Hilfswerk unterstützt Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Seelsorger, die – obwohl viele von ihnen selbst von der Katastrophe betroffen sind – Familien aufnehmen, Verletzte in Krankenhäusern besuchen und den Menschen in den zerstörten Gemeinden Hoffnung geben. Zugleich wird gemeinsam mit den Diözesen der Bedarf für den Wiederaufbau kirchlicher Gebäude ermittelt.
Wie sehr die Kirche den Menschen gerade jetzt Halt gibt, zeigen die Berichte aus den betroffenen Gemeinden. Als während einer Messfeier im Bistum Petare im Großraum Caracas die Erde zu beben begann, verließen die Gläubigen die Kirche. Pfarrer Ignacio Caleya brach den Gottesdienst jedoch nicht ab, sondern setzte ihn auf der Straße fort. Bewohner umliegender Häuser und Patienten eines benachbarten Krankenhauses schlossen sich spontan der Eucharistiefeier an. Aus einer Evakuierung wurde so ein Zeichen der Hoffnung mitten in der Katastrophe.

Gleichzeitig erleben viele Seelsorger unvorstellbares persönliches Leid. Ein Priester aus La Guaira begleitet täglich obdachlos gewordene Familien, obwohl mehrere Mitglieder seiner eigenen Familie – darunter seine dreijährige Nichte – weiterhin vermisst werden. Dennoch geht er jeden Tag auf die Straßen, um mit den Menschen zu beten und ihnen Trost zu spenden.
Auch in den Krankenhäusern werden Priester mit Schicksalen konfrontiert, die selbst erfahrene Seelsorger an ihre Grenzen bringen. Erzbischof Biord berichtet von einer Mutter, die nach der Amputation beider Beine lächelnd sagte: „Ich lebe. Alles wird gut.“ Eine andere Mutter bat ihn lediglich, für ihre beiden verstorbenen Kinder zu beten. „Die Realität ist verheerend“, fasst ein Priester seine Eindrücke zusammen.

Dass die Kirche trotz allem Hoffnung schenkt, zeigt auch das Priesterseminar in La Guaira, das KIRCHE IN NOT seit vielen Jahren unterstützt. Die Seminarkirche ist völlig zerstört, die Wohngebäude schwer beschädigt. Obwohl sich alle Seminaristen während des Bebens im Gebäude befanden, kam niemand ums Leben. „Man kann von einem Wunder sprechen“, sagt Erzbischof Biord. Das Gebäude ist allerdings unbewohnbar; die Seminaristen haben nahezu ihren gesamten Besitz verloren und sind derzeit in Caracas untergebracht.
„Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges“, sagte Erzbischof Biord. „Ich bin KIRCHE IN NOT und allen dankbar, die uns jetzt beistehen. Der Bedarf ist groß, um unser Land wiederaufzubauen.“
Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat im Jahr 2025 weltweit Spenden in Höhe von 145,8 Millionen Euro erhalten – das ist ein Plus von rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich. Mit diesen Einnahmen konnte KIRCHE IN NOT 5368 Hilfsprojekte in 141 Ländern unterstützen.
Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei die Wohltäter in Österreich: Hier erzielte KIRCHE IN NOT 2025 ein Spendenergebnis von 4,1 Millionen Euro (2024: 3,6 Millionen). Trotz anhaltender Unsicherheiten sind die Einzelspenden in Österreich sogar leicht gestiegen, wie der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Tobias Pechmann, erläuterte: „Die Großherzigkeit unserer Wohltäter ist überwältigend. Wir sehen darin auch eine starke Solidarität mit den Teilen der Weltkirche, die trotz Armut oder Verfolgung wachsen. Diese enge Verbundenheit, auch im Gebet für die leidenden Christen, ist ermutigend und ein Wesensmerkmal unserer Wohltäter.“
Die Arbeit von KIRCHE IN NOT finanziert sich rein aus privaten Spenden und erhält keine österreichweiten Kirchensammlungen, lediglich Kollekten einzelner Pfarren, die sich für arme und verfolgte Christen engagieren; die Spenden werden in den 24 Nationalbüros des Hilfswerks gesammelt.

„Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Ihre Unterstützung hilft, Hoffnung zu geben – oft an Orten, an denen die Kirche für viele Menschen die letzte verlässliche Struktur geblieben ist.“
Zu den am stärksten unterstützten Ländern zählten Indien, die Ukraine, der Libanon und Syrien. In dieser Region floss der Großteil der Nothilfe in die Bewältigung der Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte.
Regional lag der Schwerpunkt der Projektförderung erneut in Afrika, das 34,5 Prozent der weltweiten Hilfen erhielt. Gründe dafür sind unter anderem die Ausbreitung islamistischer Gewalt, Fluchtbewegungen und das starke Wachstum kirchlicher Gemeinschaften. Besonders intensiv unterstützte KIRCHE IN NOT Länder wie Burkina Faso, Niger und Mali.
19,1 Prozent der Hilfe ging an die Kirche in Asien, 17,1 Prozent erhielt der Nahe Osten, Lateinamerika 16,4 Prozent und 12,8 Prozent Europa – hier gingen die Hilfen zum allergrößten Teil in die Ukraine.

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT profitierten im vergangenen Jahr weltweit über 40 000 Priester von der Unterstützung durch Messstipendien – statistisch gesehen etwa jeder zehnte Priester weltweit. Insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Messstipendien vergeben – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Hilfswerks. Messstipendien sind freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen. In Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sind diese Beiträge lebenswichtig.
Darüber hinaus unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von über 13 000 Seminaristen, also jeden achten Priesteramtskandidaten weltweit. Schwerpunkt der Förderung war Afrika: Dort erhielten mehr als 8 300 Seminaristen Unterstützung.
Auch Ordensgemeinschaften wurden umfangreich gefördert: Rund 20 000 Ordensschwestern profitierten direkt oder indirekt von Projekten des Hilfswerks – etwa durch Ausbildungsförderung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.
Neben pastoralen Projekten finanzierte KIRCHE IN NOT weltweit den Bau und die Renovierung kirchlicher Einrichtungen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung religiöser Literatur. Insgesamt wurden über eine halbe Million religiöse Bücher bereitgestellt, darunter mehr als 111 000 Bibeln sowie über 214 000 Ausgaben des Jugendkatechismus YOUCAT.
Der Finanzbericht von KIRCHE IN NOT weist aus, dass 78,7 Prozent der Gesamtausgaben für „missionsbezogene Aktivitäten“ verwendet wurden: Das sind die konkreten Projekte, sowie Aufwendungen für Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche. Für Verwaltung wurden 8,5 Prozent, für Wohltäterbetreuung und Fundraising 12,8 Prozent aufgewendet.
KIRCHE IN NOT (ACN) ist eine katholische Hilfsorganisation, die 1947 als Solidaritätsaktion für Vertriebene gegründet wurde. Seit 2011 ist sie eine Päpstliche Stiftung. KIRCHE IN NOT widmet sich durch Information, Gebet und Hilfe Christen überall dort, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen oder zu wenig Geld für die Seelsorge vorhanden ist.

Nach den schweren Erdbeben in Venezuela ruft KIRCHE IN NOT zum Gebet für die betroffenen Menschen auf und kündigt schnelle Unterstützung für die Kirche vor Ort an. Die beiden Erdstöße ereigneten sich am frühen Abend des 24. Juni (Ortszeit). Nach Angaben der örtlichen Kirche erreichten sie eine Stärke von 7,2 beziehungsweise 7,5 und verursachten Todesopfer sowie erhebliche Schäden an Häusern, öffentlichen Gebäuden und kirchlichen Einrichtungen. Tausende Menschen trauten sich zunächst nicht, in ihre Wohnungen zurückzukehren.
Besonders betroffen sind nach Angaben der lokalen Partner von KIRCHE IN NOT auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen. Viele von ihnen haben trotz erheblicher Schäden ihre Türen geöffnet, um Familien aufzunehmen, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können.
Der Erzbischof der venezolanischen Hauptstadt Caracas, Raúl Biord Castillo, verschaffte sich unmittelbar nach den Beben einen Überblick über die Lage. „Ich bin gerade von einem Besuch mehrerer Pfarren zurückgekehrt. Viele von ihnen weisen schwere strukturelle Schäden auf“, berichtete er gegenüber KIRCHE IN NOT. Besonders betroffen seien die Kathedrale von Caracas sowie zahlreiche weitere Pfarren. Aufgrund von Strom- und Internetausfällen sei das volle Ausmaß der Schäden jedoch noch nicht absehbar.

Auch die Diözese La Guaira, der bedeutendsten Hafenstadt Venezuelas, wurde schwer getroffen. Bischof Pablo Modesto González Pérez erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass das Priesterseminar der Diözese, das seit Jahren von KIRCHE IN NOT unterstützt wird, erhebliche Schäden erlitten habe: „Im Seminar sind viele Mauern eingestürzt.“ Die Seminaristen mussten evakuiert werden. Sie warten auf einem Parkplatz, während die Statik ihres Wohngebäudes geprüft wird. Mehrere Kirchen in der Region seien ebenfalls beschädigt worden.
Nach Angaben der Ortskirche wurden bereits erste Hilfsmaßnahmen gestartet. Viele Gemeinden hätten Menschen aufgenommen, die die Nacht nicht in ihren Wohnungen verbringen konnten. Gleichzeitig laufen technische Prüfungen, um zu entscheiden, welche Kirchengebäude wieder genutzt werden können.

KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit der Kirche in Venezuela. Die genaue Schadenshöhe und die dringendsten Bedarfe werden derzeit noch erhoben. Schon jetzt steht jedoch fest, dass das Hilfswerk die Kirche in Venezuela bei der Bewältigung der Folgen der Erdbeben unterstützen wird.
Marco Mencaglia, Projektdirektor von KIRCHE IN NOT, erklärte: „Venezuela ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland unseres Hilfswerks. Jetzt haben die Menschen Vorrang. Die Kirche tut in dieser Krise das, was sie immer tut: Sie öffnet ihre Türen, begleitet diejenigen, die alles verloren haben, und bringt Hoffnung dorthin, wo Angst eingezogen ist.“ KIRCHE IN NOT ruft dazu auf, für die Menschen in Venezuela zu beten und die Hilfe für die Kirche vor Ort zu unterstützen.
Mit einer internationalen Petition ruft KIRCHE IN NOT Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20 000 Menschen haben die Initiative unterschrieben. Die nächste Zielmarke liegt laut KIRCHE IN NOT bei 100 000 Unterschriften.
Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.
Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.
Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will KIRCHE IN NOT die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen.

Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gestartet. Die Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.
Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion „Red Wednesday“, bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.

Der diesjährige „Red Wednesday“ findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim „Red Wednesday“ mitgemacht – 2025 hatten sich 234 bei KIRCHE IN NOT registriert. Nach dem diesjährigen „Red Wednesday“ sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.
Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung dieses Menschenrechts. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein „Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft“.

„Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens“, sagte Kardinal Koch. „Doch selbst wenn sie kleine und schutzbedürftige Minderheiten sind, bleiben Christen in ihren Heimatländern Friedensstifter. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg.“
Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).
Der kürzlich ernannte Präsident von KIRCHE IN NOT, Kurt Kardinal Koch, hat die Internationale Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus besucht. Er kam dort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, besuchte die Räumlichkeiten und feierte eine heilige Messe in der Hauskapelle.
Er freue sich, „Präsident dieser wunderbaren Organisation zu sein“ und ermutigte die Anwesenden, die Christen in Not nicht nur materiell, sondern auch geistlich zu unterstützen. Das Wichtigste sei, an sie zu denken und für sie zu beten.
„Wir haben die große Freude, die großartige Botschaft Jesu Christi empfangen zu haben und diese Botschaft weitergeben zu dürfen, damit Menschen in Freude leben können. Doch viele Menschen befinden sich in Schwierigkeiten und großer Not. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu helfen, indem wir sie materiell unterstützen und ihnen das Geschenk des Glaubens, des Evangeliums anbieten.“
Im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte Kardinal Koch ihnen ausdrücklich für deren intensives Engagement und den Einsatz für die Religionsfreiheit. Sie sei ein wichtiges Thema und eine große Herausforderung. Gleichzeitig verwies er auf die Dringlichkeit der Neuevangelisierung in den westlichen Ländern, „denn der Glaube ist in einigen unserer Regionen sehr schwach“.

Neben seiner neuen Aufgabe als Präsident von KIRCHE IN NOT ist Kardinal Koch beim Heiligen Stuhl langjähriger Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Bei seinem Besuch verwies er auf die Ähnlichkeit zwischen den Aufgaben des Dikasteriums und dem Auftrag des Hilfswerks: Beide hätten eine ökumenische und soziale Dimension und befassten sich mit den verschiedenen Ausdrucksformen des Christentums.
„Wir haben viele Unterschiede, eine große Vielfalt, aber wir brauchen einen gemeinsamen Geist. Ohne diesen gemeinsamen Geist können wir unsere Konflikte und Kriege nicht überwinden“, mahnte Kardinal Koch. Nur wenn die Kirche trotz aller Unterschiede geeint sei, kann sie ein Zeichen und Werkzeug für die Gesellschaft und die Welt sein.
Der aus der Schweiz stammende Kardinal ist dem Hilfswerk bereits lange verbunden. Nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in Deutschland war er in der Vergangenheit bereits mehrfach Gast bei Veranstaltungen.

Das Dikasterium für den Klerus hat den Wiener Pfarrer Stefan Reuffurth zum neuen geistlichen Assistenten für das katholische pastorale Hilfswerk KIRCHE IN NOT Österreich ernannt.
Der geistliche Assistent begleitet die Arbeit von KIRCHE IN NOT insbesondere auf geistlicher und pastoraler Ebene, etwa in der Begleitung von Mitarbeitern und Wohltätern, dem Spenden von Sakramenten sowie bei der kirchlichen Verankerung des Werks. Pfarrer Stefan Reuffurth folgt auf Pater Martin Rauch SJ, der bis 2025 geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT gewesen ist.
In seiner neuen Aufgabe sieht Pfarrer Reuffurth eine besondere Verbindung von Seelsorge und Solidarität: „KIRCHE IN NOT macht sichtbar, dass die Kirche eine weltweite Gemeinschaft ist, in der das Leid der einen nicht von den anderen getrennt werden kann. Mit über 5000 pastoralen Projekten wird durch KIRCHE IN NOT in über 1400 Diözesen weltweit der Glaube gestärkt und die Verkündigung der frohen Botschaft unterstützt. Es ist mir ein großes Anliegen, die pastorale Dimension dieses Dienstes hier in Österreich zu stärken – im Gebet, im Zeugnis des Glaubens und der Märtyrer sowie in der konkreten Hilfe für unsere Schwestern und Brüder in Not.“

„Dass Stefan Reuffurth unsere Arbeit für KIRCHE IN NOT mit Rat, Tat und Gebet unterstützen wird, freut mich sehr. Er hat ein großes Herz für die arme, leidende und verfolgte Kirche weltweit. Uns verbindet der Wunsch, Solidarität mit der leidenden Kirche zu üben sowie die Schönheit und Kraft des Glaubens der wachsenden Weltkirche den Menschen in Österreich nahzubringen. Wir stehen als katholisches Hilfswerk im Dienst der Kirche und wollen gemeinsam mit Stefan Reuffurth die Arbeit von KIRCHE IN NOT mehr Menschen in Österreich bekannt machen“, Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich.
Pfarrer Stefan Reuffurth ist Diözesanpriester der Erzdiözese Wien. Er wurde 1967 in Hanau (Deutschland) geboren und studierte katholische Theologie in Wien und am Boston Theological Institute (USA). Nach seiner Priesterweihe 1999 arbeitete er unter anderem als Kaplan im burgenländischen Loretto und absolvierte weiterführende Studien in Moraltheologie an der Päpstlichen Akademie Alfonsiana in Rom. Seit 2007 ist er Pfarrer der Pfarre „Zum Guten Hirten“ in Wien-Hietzing, seit 2009 zudem Dechant des Stadtdekanats 13 sowie Pfarrer der Pfarren Unter St. Veit – Zum Guten Hirten und Ober St. Veit.
KIRCHE IN NOT lädt zu einem Weltgebetstag für den Frieden in Myanmar ein. Dieser wird am Sonntag, 1. Februar, stattfinden, dem fünften Jahrestag des Militärputsches in dem südostasiatischen Land. KIRCHE IN NOT lädt Wohltäter, Freunde und Projektpartner dazu ein, sich der Gebetsinitiative anzuschließen. Zudem ruft das Hilfswerk dazu auf, den Gebetsauruf in den sozialen Netzwerken zu teilen.
„Wir sind tief betroffen von der Situation in Myanmar“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, am internationalen Sitz des Hilfswerks in Königstein im Taunus. Die Menschen litten unter Bombenangriffen, Hunger, fehlendem Strom und Armut. Priester und Ordensleute seien häufig tagelang unterwegs, um entlegene Gemeinden zu erreichen – oft unter Lebensgefahr. „Trotz allem setzen sie ihre Arbeit fort“, betonte Lynch. „Sie danken für die Unterstützung und bitten uns: ,Bitte betet für uns und unser Volk.’ Genau das wollen wir tun.“

KIRCHE IN NOT hat auch als Anregung ein Gebet für die Gläubigen in den Konfliktgebieten in Myanmar veröffentlicht:
Herr der Barmherzigkeit,
wir bringen dich im Gebet zu den Gläubigen von Myanmar,
zu denen, die im Dschungel leben und sich vor Kämpfen und Konflikten verstecken,
zu denjenigen, die ihre Heimat verlassen und einen sicheren Zufluchtsort suchen mussten.
Wir beten für die Priester und Ordensschwestern,
die trotz der Gefahren
weiterhin halbleere Dörfer besuchen,
weil sich die Menschen aus Angst vor Angriffen in den Wäldern verstecken.
Wir bitten dich, dass sie sich bei jeder Feier der heiligen Messe
von deinem Geist der Stärke leiten lassen.
Bei ihren Besuchen errichten sie einfache Altäre mit dem, was sie bei sich haben,
manchmal sogar auf einem Bambuskorb.
Dort feiern sie die Eucharistie und Taufen, nehmen Beichten ab,
beten den Rosenkranz, trösten die Kranken, segnen ihre Zelte
und werden zu Werkzeugen deines Friedens.
Höre auf den Schmerz und das Leid dieses Volkes,
höre die Gebete der Menschen voller Kummer und Hoffnung.
Herr, wir bitten dich,
beschütze sie, kümmere dich um ihre Familien, die auf ihre Rückkehr warten
und versorge sie mit dem Lebensnotwendigen.
Mögen sie sich niemals verlassen fühlen,
mögen sie in allem Leid deine Kraft finden.
Amen.

KIRCHE IN NOT regt an, neben dem Frieden auch in weiteren Anliegen zu beten. Dazu zählen die Menschen, die vertrieben wurden und in Verstecken leben, die Jugend Myanmars, die Ordensleute, die ihr Leben riskieren, um Hilfe zu leisten, und die jungen Menschen, die sich inmitten des Leids auf den Priesterberuf oder das Ordensleben vorbereiten.
Pfarren, Gruppen oder Einzelpersonen, die an dem Gebetstag teilnehmen wollen, können eine Anbetungsstunde vor dem Allerheiligsten halten, ein Rosenkranzgeheimnis in den Anliegen der Menschen in Myanmar beten oder Kerzen für den Frieden entzünden.
Angesichts der sozialen und politischen Unsicherheit in Venezuela, die insbesondere durch die aktuellen Ereignisse in dem südamerikanischen Land geprägt ist, bekräftigt KIRCHE IN NOT sein Engagement für die Kirche und die Menschen vor Ort. Neben Gebet und Solidarität gebe es auch konkrete Hilfe, teilte KIRCHE IN NOT mit.
Nach Jahren wirtschaftlicher, sozialer und humanitärer Krisen stehe das Land vor komplexen Herausforderungen. Viele Menschen kämpften ums Überleben. Die politischen Entwicklungen in den vergangenen Tagen hätten diese Angst und Unsicherheit der Bevölkerung weiter geschürt.
Die Venezolanische Bischofskonferenz hat die Gläubigen unterdessen zu Besonnenheit und zum Gebet für Frieden und Einheit im Land aufgerufen. Sie betonte, dass sie jede Form von Gewalt ablehne, und ermutigte zu Entscheidungen, die dem Gemeinwohl dienen.
Die Kirche in dem südamerikanischen Land ist für viele Menschen „eine zentrale Quelle der Hoffnung“, so KIRCHE IN NOT. Sie biete den Gläubigen „spirituelle Nahrung, seelsorgerische Begleitung und soziale Unterstützung“. KIRCHE IN NOT steht der Kirche in Venezuela seit ihren Anfängen zur Seite und unterstützt beispielsweise mit Messstipendien und materiellen Hilfen, die das sakramentale Leben und die pastorale Präsenz der Kirche im Land aufrechterhalten.

Eines der bedeutendsten Projekte von KIRCHE IN NOT in den vergangenen Jahren war das Wallfahrtszentrum in der Siedlung „Ciudad Chavez“ nahe der Hauptstadt Caracas. Dieses ist José Gregorio Hernández, dem ersten venezolanischen Heiligen, gewidmet, der im Land besonders verehrt wird. Er wurde erst im Oktober 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen.
KIRCHE IN NOT ruft die weltweite katholische Gemeinschaft auf, weiterhin für Venezuela zu beten.