
Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT können im Jahr 2026 weltweit 33 631 Kinder und Jugendliche an kirchlichen Ferienfreizeiten teilnehmen. Das Hilfswerk finanziert in elf Ländern insgesamt 407 Sommercamps. Neben Spiel, Gemeinschaft und Erholung stehen Katechese, Gebet und die Stärkung des kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Besonders viele junge Christen nehmen in Syrien an den kirchlichen Ferienfreizeiten bei: Dort unterstützt KIRCHE IN NOT 230 Sommercamps mit insgesamt 17 855 Teilnehmern. Auch im Libanon (7465 Teilnehmer) und in der Ukraine (3518 Teilnehmer) gehören Sommerprogramme zu den größten pastoralen Initiativen für junge Menschen.
Wie wichtig solche Angebote gerade in Krisenzeiten sind, zeigt das Beispiel der Ukraine. Mit dem Projekt „Ferien mit Gott“ unterstützt KIRCHE IN NOT Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen von Krieg und Flucht leiden. Die „Ferien mit Gott“ verbinden Gebet, Gemeinschaft und Freizeitangebote mit einem geschützten Umfeld. Ihre Motivation beschreiben die Projektpartner in der Ukraine so: „Jedes Kind verdient es, Frieden, Freude und die Liebe Gottes zu erfahren – selbst mitten im Krieg.“

Ein weiteres Beispiel kommt aus Israel. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT Sommerlager des Vikariats für hebräischsprachige Katholiken, das zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. Viele dieser Familien haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
Die Partner des Patriarchats beschreiben die Teilnehmer „als Minderheit innerhalb einer Minderheit“ der immer kleiner werdenden christlichen Gemeinde im Heiligen Land. Die Sommerlager verbinden Gebet, Katechese, Sport und kreative Angebote und sollen jungen Menschen helfen, ihren Glauben gemeinsam zu leben. Bis zu 150 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.
Auch in Armenien richtet sich die Unterstützung gezielt an Kinder mit belastenden Erfahrungen. Die Sommerlager der „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nehmen besonders Kinder aus Flüchtlingsfamilien, Grenzregionen sowie von Vertreibung betroffene Kinder aus Bergkarabach in den Blick. Eine Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrung: „Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich geschaffen hat und mir vergibt. Bei der Ferienfreizeit habe ich gelernt: Egal, was du tust – Gott liebt dich.“

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT geht es bei den Sommerfreizeiten nicht allein um Erholung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erleben, Freundschaften knüpfen und neue Zuversicht gewinnen können – oft dort, wo Krieg, Unsicherheit oder gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag prägen.
KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit pastorale Projekte für Kinder und Jugendliche, um christliche Gemeinschaften langfristig zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.
Der Wiederaufbau eines abgelegenen Dorfes in Nigeria ist ein Zeichen dafür, dass Hoffnung über Verzweiflung triumphieren kann und Gewalt nicht das letzte Wort behält.
Am 27. Mai 2026 besuchte der Erzbischof von Kaduna in Nigeria ein abgelegenes Dorf, um dort mit den Gläubigen die heilige Messe zu feiern. Doch es war kein gewöhnlicher Pastoralbesuch – es war die Feier eines Sieges über Tod, Hass und Zerstörung.
Gut zwei Jahre nach der vollständigen Zerstörung von Adama Dutse durch Terroristen konnte der Wiederaufbau von mehr als 20 Häusern sowie gemeinsamer Infrastruktur abgeschlossen werden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN). Die Messe war ein Fest der Freude – und zugleich ein Gedenken an jene, die bei dem Angriff ihr Leben verloren hatten.
Am 18. Februar 2024 hatten bewaffnete Terroristen das katholische Dorf Adama Dutse im Middle Belt Nigerias überfallen. Es war 6.10 Uhr morgens; die Bewohner bereiteten sich gerade auf die heilige Messe vor. Kurz darauf waren 13 Menschen tot und zahlreiche Häuser standen in Flammen.

Zwei Monate später besuchte eine Delegation von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit Erzbischof Matthew Ndagoso von Kaduna die Überreste des Dorfes. Das Erste, was der KIRCHE IN NOT-Projektkoordinatorin für Afrika, Kinga Schierstaedt, auffiel, war die massive militärische Eskorte – ein deutliches Zeichen dafür, wie gefährlich die Lage in der Region weiterhin war.
„Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich von einer so großen militärischen Präsenz begleitet wurde“, erinnert sich Schierstaedt. „Vorne fuhren zwei Militärfahrzeuge, hinten zwei weitere, dazu kamen Polizei- oder Militärmotorräder, die den Weg freimachten und sicherstellten, dass sich niemand hinter den Bäumen versteckte.“
„Die Menschen freuten sich, den Erzbischof zu sehen, doch zugleich war das Leid in den Gesichtern der Bewohner unübersehbar. Wir gingen durch das Dorf, und fast alle Häuser waren niedergebrannt. Übrig geblieben waren nur schwarze Ruinen. Alles war zerstört, geschmolzen, jeder einzelne Bewohner war betroffen“, so Schierstaedt.
„Ich erinnere mich an einen Jungen mit zwei Einschusslöchern im Arm. Er wird diesen Arm nie wieder benutzen können, weil er nicht rechtzeitig im Krankenhaus behandelt wurde. Und ich erinnere mich an ein kleines Mädchen, vielleicht drei Jahre alt, mit Verbrennungen an Armen und Gesicht. Es weinte ununterbrochen vor Schmerzen.“

Erzbischof Ndagoso führte die Delegation auch an den Rand des Dorfes, zu dem Massengrab, in dem die Opfer des Angriffs hastig beigesetzt worden waren. „Einige Bewohner kamen mit uns, um zu beten, aber die meisten konnten es nicht. Ihr Schmerz war zu groß. Normalerweise begleiteten die Menschen Besucher durch das ganze Dorf. Dort aber gingen wir größtenteils allein.“
Trotz der Zerstörung weigerten sich die Bewohner, ihr Dorf aufzugeben. Sie wussten: Würden sie in ein Flüchtlingslager gehen, könnten sie ihr Land verlieren. Mit nichts als ihrem Glauben und ihrer Entschlossenheit beschlossen sie, Adama Dutse wieder aufzubauen. KIRCHE IN NOT sagte Hilfe zu.
„Der Erzbischof machte uns deutlich, dass er den Menschen beistehen wollte. Er sagte uns, er könne die Toten nicht wieder zum Leben erwecken. Aber er glaube, dass er den Menschen helfen könne, dort zu bleiben und ihre Häuser und ihre Kirche wieder aufzubauen. Das war der Grund, warum das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT beschloss, die Dorfgemeinschaft zu unterstützen: als Zeichen dafür, dass es zumindest ein paar Menschen auf der Welt gibt, die ihr Leid sehen und ihnen helfen wollen.“
Zwei Jahre später ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT verfügt das Dorf heute über einen neuen Brunnen, Latrinen und solarbetriebene Sicherheitsalarme. Als Erzbischof Ndagoso am 27. Mai 2026 zurückkehrte, um die Dankesmesse zu feiern, war die Veränderung der Atmosphäre deutlich spürbar, die Gesichter der Menschen strahlten vor Stolz.
„Es war eine wunderschöne Feier. Die Gemeinde war begeistert und glücklich über das, was für sie getan wurde. Die Menschen sind nicht nur dankbar; sie fühlen sich denjenigen tief verbunden, die ihnen ein dauerhaftes Zuhause ermöglicht haben“, sagte Erzbischof Ndagoso gegenüber KIRCHE IN NOT.
„Wir können den Wohltätern von KIRCHE IN NOT nie genug dafür danken, was sie getan haben, um den Menschen in Not zu helfen. Wir können nur hoffen, dass Gott diejenigen segnet, die dazu beigetragen haben. Es ist wirklich wunderbar. Die Gemeinde ist zutiefst, zutiefst dankbar.“
Die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo greift in jüngster Zeit auf Regionen über, die bislang als vergleichsweise stabil galten. In der Provinz Ober-Uelle im Norden des Landes an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und Südsudan, hätten bewaffnete Gruppen zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Darauf haben in der Demokratischen Republik Kongo tätige Missionare im Gespräch mit KIRCHE IN NOT hingewiesen.
Nach Angaben des Comboni-Missionars Pater Claudino Gomes wurden in den vergangenen Wochen hunderte Menschen aus Dörfern im Landesinneren vertrieben. Viele hätten lange Strecken zu Fuß zurückgelegt, um die Provinzhauptstadt Isiro zu erreichen. „Die massive Ankunft von Binnenvertriebenen hat die Bevölkerung überrascht“, erklärte der Ordensmann.
Die Demokratische Republik Kongo leidet seit Jahren unter bewaffneten Konflikten. Millionen Menschen gelten landesweit als Binnenvertriebene. Kirchliche Einrichtungen gehören vielerorts zu den wenigen verbliebenen Strukturen, die humanitäre Hilfe und seelsorgerische Begleitung leisten. Die Herkunft und Zusammensetzung einzelner Milizengruppen ist bis heute unbekannt.

Besonders beunruhigend sei aktuell, dass sich die Gewalt offenbar über die bisher bekannten Konfliktregionen hinaus ausbreite, berichten die Missionare. Während die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo bislang vor allem in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu im Osten des Landes stattfanden, berichten kirchliche Mitarbeiter nun von wachsender Unsicherheit auch weiter nördlich. Pater Claudino schilderte schwere Gewalttaten in mehreren Ortschaften. In einigen Dörfern seien Menschen getötet und Häuser zerstört worden.
Angesichts der Notlage hätten viele Familien in Isiro ihre Häuser geöffnet und Vertriebene aufgenommen. Auch kirchliche Einrichtungen unterstützen die Menschen. Nach Angaben der Missionare wurden Binnenvertriebene in Klöstern sowie in katholischen und protestantischen Gemeinden untergebracht.

Neben Lebensmitteln und medizinischer Hilfe spiele die seelsorgerische Begleitung eine wichtige Rolle. Die Kirche spende die Sakramente, höre den Menschen zu und schaffe Räume für Gemeinschaft. Für Kinder würden Gebete, Katechesen und gemeinsame Aktivitäten organisiert.
Gleichzeitig verschärft sich nach Einschätzung der Missionare die Versorgungslage. Viele Felder könnten nicht mehr bewirtschaftet werden; Ernten seien verloren gegangen, Viehbestände zerstört und Häuser niedergebrannt worden. „Das Gespenst des Hungers zeichnet sich bereits ab“, warnte Pater Claudino.
Auch aus anderen Teilen der Region erreichen KIRCHE IN NOT ähnliche Berichte. Pater Bienvenu Clemy, Comboni-Missionar in Mungbere, erklärte, Angst und Unsicherheit bestimmten inzwischen den Alltag der Menschen. „Der Großteil der Bevölkerung ist geflohen. Unsere Gemeinschaft hat jedoch beschlossen, bei den Ärmsten zu bleiben“, sagte der Priester. Viele Menschen hätten keinen Ort mehr, an den sie gehen könnten.

Der in der Hauptstadt Kinshasa tätige Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira bat um internationale Unterstützung. Die Kirche werde die Menschen weiterhin begleiten – auch unter schwierigen Bedingungen. „Gott verlässt sein Volk nicht; er geht an seiner Seite. Deshalb werden wir Missionare trotz Verfolgung, Leid und Schwierigkeiten weiterhin bei den Menschen bleiben“, betonte er. „Wir sind lebendige Zeichen der Gegenwart Gottes.“
Die Diözese Fada N’Gourma liegt im Osten Burkina Faso. Mit einer Fläche von 46.800 Quadratkilometern ist sie größer als es anderswo ganze Länder sind, beispielsweise die Niederlande oder die Schweiz. Allerdings ist sie mit zwei Millionen Einwohnern nur dünn besiedelt. Die ca. 103.700 Katholiken der Diözese leben weit verstreut in sechzehn riesigen Pfarren.
Die Priester müssen daher weite Wege zurücklegen, um die Gläubigen zu betreuen. Viele Dörfer liegen 50, 60 oder 70 Kilometer vom Sitz der jeweiligen Pfarre entfernt. Ohne ein geeignetes Transportmittel ist die Seelsorge mühsam und oft unmöglich. Ein Motorrad ist hier unentbehrlich. Zugleich erhöht es auch die Sicherheit der Priester. Der Bischof hatte uns daher um Hilfe gebeten, denn zwei junge Priester mussten nach ihrer Priesterweihe zwei Jahre lang ohne geeignetes Fahrzeug auskommen und wurden dadurch in ihrem Dienst stark behindert. Aber unsere Wohltäter ließen die beiden jungen Priester nicht im Stich: 6.100 Euro kamen zusammen.

Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat im Jahr 2025 weltweit Spenden in Höhe von 145,8 Millionen Euro erhalten – das ist ein Plus von rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich. Mit diesen Einnahmen konnte KIRCHE IN NOT 5368 Hilfsprojekte in 141 Ländern unterstützen.
Einen wichtigen Beitrag leisteten dabei die Wohltäter in Österreich: Hier erzielte KIRCHE IN NOT 2025 ein Spendenergebnis von 4,1 Millionen Euro (2024: 3,6 Millionen). Trotz anhaltender Unsicherheiten sind die Einzelspenden in Österreich sogar leicht gestiegen, wie der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Tobias Pechmann, erläuterte: „Die Großherzigkeit unserer Wohltäter ist überwältigend. Wir sehen darin auch eine starke Solidarität mit den Teilen der Weltkirche, die trotz Armut oder Verfolgung wachsen. Diese enge Verbundenheit, auch im Gebet für die leidenden Christen, ist ermutigend und ein Wesensmerkmal unserer Wohltäter.“
Die Arbeit von KIRCHE IN NOT finanziert sich rein aus privaten Spenden und erhält keine österreichweiten Kirchensammlungen, lediglich Kollekten einzelner Pfarren, die sich für arme und verfolgte Christen engagieren; die Spenden werden in den 24 Nationalbüros des Hilfswerks gesammelt.

„Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Ihre Unterstützung hilft, Hoffnung zu geben – oft an Orten, an denen die Kirche für viele Menschen die letzte verlässliche Struktur geblieben ist.“
Zu den am stärksten unterstützten Ländern zählten Indien, die Ukraine, der Libanon und Syrien. In dieser Region floss der Großteil der Nothilfe in die Bewältigung der Folgen anhaltender bewaffneter Konflikte.
Regional lag der Schwerpunkt der Projektförderung erneut in Afrika, das 34,5 Prozent der weltweiten Hilfen erhielt. Gründe dafür sind unter anderem die Ausbreitung islamistischer Gewalt, Fluchtbewegungen und das starke Wachstum kirchlicher Gemeinschaften. Besonders intensiv unterstützte KIRCHE IN NOT Länder wie Burkina Faso, Niger und Mali.
19,1 Prozent der Hilfe ging an die Kirche in Asien, 17,1 Prozent erhielt der Nahe Osten, Lateinamerika 16,4 Prozent und 12,8 Prozent Europa – hier gingen die Hilfen zum allergrößten Teil in die Ukraine.

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT profitierten im vergangenen Jahr weltweit über 40 000 Priester von der Unterstützung durch Messstipendien – statistisch gesehen etwa jeder zehnte Priester weltweit. Insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Messstipendien vergeben – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Hilfswerks. Messstipendien sind freiwillige Gaben für die Feier der heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen. In Ländern, in denen Priester wenig oder gar keinen Lohn erhalten, sind diese Beiträge lebenswichtig.
Darüber hinaus unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von über 13 000 Seminaristen, also jeden achten Priesteramtskandidaten weltweit. Schwerpunkt der Förderung war Afrika: Dort erhielten mehr als 8 300 Seminaristen Unterstützung.
Auch Ordensgemeinschaften wurden umfangreich gefördert: Rund 20 000 Ordensschwestern profitierten direkt oder indirekt von Projekten des Hilfswerks – etwa durch Ausbildungsförderung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.
Neben pastoralen Projekten finanzierte KIRCHE IN NOT weltweit den Bau und die Renovierung kirchlicher Einrichtungen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung religiöser Literatur. Insgesamt wurden über eine halbe Million religiöse Bücher bereitgestellt, darunter mehr als 111 000 Bibeln sowie über 214 000 Ausgaben des Jugendkatechismus YOUCAT.
Der Finanzbericht von KIRCHE IN NOT weist aus, dass 78,7 Prozent der Gesamtausgaben für „missionsbezogene Aktivitäten“ verwendet wurden: Das sind die konkreten Projekte, sowie Aufwendungen für Information, Glaubensverkündigung und Interessenvertretung für die verfolgte und leidende Kirche. Für Verwaltung wurden 8,5 Prozent, für Wohltäterbetreuung und Fundraising 12,8 Prozent aufgewendet.
KIRCHE IN NOT (ACN) ist eine katholische Hilfsorganisation, die 1947 als Solidaritätsaktion für Vertriebene gegründet wurde. Seit 2011 ist sie eine Päpstliche Stiftung. KIRCHE IN NOT widmet sich durch Information, Gebet und Hilfe Christen überall dort, wo Unterdrückung und Verfolgung herrschen oder zu wenig Geld für die Seelsorge vorhanden ist.

Während Millionen Menschen weltweit die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass für viele Menschen aus den teilnehmenden Ländern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverständlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben.
Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 Teilnehmerländer der Fußball-Weltmeisterschaft erheblich eingeschränkt. In drei dieser Staaten dokumentiert der Bericht religiöse Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.
Dieser Anteil von 30 Prozent der Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit entspricht in etwa dem weltweiten Befund des Berichts von KIRCHE IN NOT: Er stuft 62 von untersuchten 196 Ländern in die Kategorie „orange“ für Diskriminierung oder in die rote Kategorie für religiöse Verfolgung ein.

Besonders gravierend ist die Situation laut dem Bericht unter anderem im Iran und in Saudi-Arabien. Dort schränkten gesetzliche und gesellschaftliche Vorgaben die Religionsfreiheit erheblich ein – insbesondere für Konvertiten und Angehörige religiöser Minderheiten. Verstöße könnten mit Festnahmen, Haftstrafen und teilweise sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.
Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Dort verschärfen anhaltende Gewalt und die Aktivitäten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation für die Bevölkerung.
Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollieren dort weite Teile des Landes und behindern wiederholt die Arbeit von Kirchen und religiösen Organisationen. Religiöse Verantwortungsträger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Betroffene von Entführungen und Gewalt.

Mexiko, eines der Gastgeberländer der Weltmeisterschaft, steht wiederum für eine andere Form der Bedrohung: Nicht staatliche Restriktionen, sondern organisierte Kriminalität und Drogenkartelle setzen dort kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.
Weitere Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit sind laut dem Bericht unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei sowie Usbekistan. Religiöse Minderheiten, darunter Christen, Angehörige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften, sind dort weiterhin in unterschiedlichem Maße Diskriminierung sowie Einschränkungen bei der Ausübung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt.

In Algerien ist der Islam verfassungsrechtlich als Staatsreligion verankert, was die rechtliche und gesellschaftliche Stellung anderer Glaubensgemeinschaften stark einschränkt. Obwohl die Verfassung formell die Religionsfreiheit garantiert, wird diese durch restriktive Gesetze – insbesondere die Verordnung 06-03 – in der Praxis massiv beschnitten. Besonders Konvertiten, Ahmadis und protestantische Christen sind von systematischen Kirchenschließungen, Blasphemie-Vorwürfen und Haftstrafen betroffen. Da auch die Missionierung von Muslimen unter Strafe steht und staatliche Eingriffe zunehmen, wird die Lage der Religionsfreiheit insgesamt als besorgniserregend eingestuft.
Auch in Jordanien ist der Islam als Staatsreligion verankert, weshalb keine umfassende Religionsfreiheit herrscht, obwohl die Verfassung formell die Gleichheit der Bürger garantiert. Während anerkannte christliche Minderheiten weitgehend das Recht auf freie Religionsausübung genießen und politisch im Parlament repräsentiert sind, stehen nicht anerkannte Gruppen wie die Bahai vor erheblichen rechtlichen Hürden. Besonders prekär ist die Lage für Konvertiten vom Islam, die zwar keine staatlichen Strafen, aber extremen gesellschaftlichen Druck sowie gravierende zivilrechtliche Folgen durch Scharia-Gerichte wie den Verlust von Erbansprüchen oder die Annullierung der Ehe befürchten müssen. Trotz vereinzelter christenfeindlicher Übergriffe und des politischen Erstarkens islamistischer Kräfte gilt das Verhältnis zwischen den Religionen als weitgehend friedlich, was maßgeblich durch die aktive Toleranzförderung des jordanischen Königshauses gestützt wird.
In Argentinien ist die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert, wobei der Staat den römisch-katholischen Glauben besonders stützt. Trotz eines besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorfälle und vereinzelter Vandalismen an Kirchen wird die Lage aufgrund eines starken interreligiösen Dialogs und einer die Glaubensrechte schützenden Justiz insgesamt als positiv bewertet.

„Die Weltmeisterschaft bringt Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie ist auch eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen Millionen Menschen weltweit bei der Ausübung ihres Grundrechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit weiterhin gegenüberstehen“, erklärte Marta Petrosillo, die Chefredakteurin von „Religionsfreiheit weltweit“.
Zugleich verweist „Kirche in Not“ auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten können. Unter den Spielern befinden sich auch Christen – in einem Land, in dem ihr Bevölkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liegt. Petrosillo rief Regierungen weltweit dazu auf, Religionsfreiheit aktiv zu schützen: „Jeder Mensch muss seinen Glauben frei ausüben, wechseln oder teilen können – ohne Diskriminierung oder Verfolgung befürchten zu müssen.“
Der vollständige Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von „Kirche in Not“ dokumentiert die Menschenrechtslage in 196 Ländern und für alle Religionen. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und ist online abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at
Bischof Osório Citora Afonso war ein Freund und Partner von KIRCHE IN NOT. Das Hilfswerk zeigt sich tief erschüttert über seinen Tod.
Auch Tage nach der Ermordung des Bischofs von Quelimane in Mosambik reißen Bestürzung und Beileidsbekundungen nicht ab. Die Hintergründe der Tat sind jedoch weiterhin ungeklärt.
Am Sonntag, den 7. Juni 2026, veröffentlichte die Pressestelle des Vatikans eine Erklärung von Papst Leo XIV., der sich derzeit auf Spanienreise befindet. Darin heißt es, der Papst habe „die Nachricht von der schweren Gewalttat, die zum Tod Seiner Exzellenz Osório Citora Afonso geführt hat, mit tiefer Trauer aufgenommen“.
Weiter hieß es in der Mitteilung, Leo XIV. sei „im Gebet mit der Diözese und dem Volk von Mosambik verbunden“ und bitte darum, dass „der Herr ihnen Trost schenke, jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen zurückhalte.“
Die mosambikanischen Behörden untersuchen weiter die Ereignisse in den frühen Morgenstunden des Samstags in Quelimane. Bischof Alfonso wurde mit einer Schussverletzung in der Brust, nahe dem Herzen, in einem Flur seiner Residenz aufgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Täter über die Mauer des Gebäudes geklettert, das Sicherheitssystem außer Betrieb gesetzt und anschließend mit einer Militärwaffe geschossen haben. Der Nationale Kriminalpolizeidienst Mosambiks (Sernic) beschrieb die Waffe als modernisierte Kalaschnikow (AK-M).

Das Verbrechen hat in der Kirche von Mosambik und in ganz Afrika tiefe Erschütterung ausgelöst. Das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) veröffentlichte eine von Kardinal Fridoline Ambongo unterzeichnete Erklärung, die KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegt. Darin wird der Mord als „barbarische Tat“ verurteilt und eine umfassende und gründliche Untersuchung gefordert.
„Diese abscheuliche Tat, begangen an einem Hirten des Volkes Gottes, stellt nicht nur einen Angriff auf das Leben und die Würde eines frommen Dieners des Evangeliums dar, sondern auch einen Angriff auf die Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Menschenwürde und der Religionsfreiheit – Prinzipien, die für das Wohlergehen und die Entwicklung jeder Gesellschaft unerlässlich sind.“
Weiter heißt es: „Wir verurteilen dieses barbarische Verbrechen aufs Schärfste und vorbehaltlos. Kein religiöser Führer, unabhängig von seinem Glauben oder seiner Konfession, sollte Ziel von Gewalt sein. Diejenigen, die ihr Leben dem Dienst an Gott und der Förderung von Versöhnung, Solidarität, Bildung, Nächstenliebe und dem Gemeinwohl widmen, verdienen Schutz und Respekt – nicht Verfolgung oder Tod.“
„Im Namen des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) appellieren wir an die Regierung der Republik Mosambik und alle zuständigen Behörden, unverzüglich, umfassend, transparent und unabhängig zu ermitteln. Wir fordern, dass alle Verantwortlichen – direkte Täter ebenso wie Komplizen oder Anstifter – unverzüglich identifiziert, strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gestellt werden. Das Volk von Mosambik, die katholische Kirche und die internationale Gemeinschaft verdienen die Wahrheit.”
Zugleich fordern die afrikanischen Bischöfe einen besseren Schutz aller Seelsorger. Sie betonen, dass „die Religionsfreiheit ein grundlegendes Menschenrecht und eine Säule jeder demokratischen und friedlichen Gesellschaft ist. Der Staat trägt die Verantwortung dafür, dass alle Bürger ihren Glauben frei und sicher ausüben können, ohne Angst vor Einschüchterung, Gewalt oder Verfolgung.“

Bischof Osório Citora Afonso war ein geschätzter Freund von KIRCHE IN NOT. Das Hilfswerk erinnert an eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Bischof.
Ulrich Kny, einer der Projektverantwortlichen von KIRCHE IN NOT für Afrika, hob diese Verbundenheit in einem Schreiben hervor, das er am Sonntag an führende Vertreter der Kirche in Mosambik sandte. Darin spricht er von dem „unauslöschlichen Eindruck“, den der verstorbene Bischof bei allen hinterlassen habe, die „das große Glück hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten“. Zugleich würdigte Kny eine „sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die es uns ermöglichte, an einigen seiner wertvollen Initiativen zur Unterstützung der Kirche in Mosambik teilzunehmen“.
Ulrich Kny bekräftigte die tiefe Bestürzung von KIRCHE IN NOT über die Ermordung des Bischofs. Sein Tod hinterlasse „eine große Lücke“, nicht nur in seiner Diözese, sondern in der gesamten Kirche dieses portugiesischsprachigen afrikanischen Landes.
KIRCHE IN NOT äußerte außerdem den Wunsch, dass die Kirchenführer in Mosambik die nötige Kraft und Gottes Segen finden mögen, um die Gläubigen weiterhin auf dem Weg des Herrn zu führen.
Die Dschihadisten, die in der nördlichen Provinz Cabo Delgado in Mosambik einen Aufstand führen, versuchen nach Einschätzung des Bischofs von Pemba, António Juliasse, ein Kalifat nach dem Vorbild des Islamischen Staates zu errichten. In einer an KIRCHE IN NOT gesendeten Nachricht bestätigte der Bischof: „Die Anzeichen sind alle da: Sie sprechen offen von einem Kalifat. Wenn sie auf Menschen treffen, wenn sie sie entführen, sagen sie genau das: dass sie für ein Kalifat arbeiten.“
Die dschihadistischen Anschläge in der Provinz Cabo Delgado, in der das Bistum Pemba liegt, begannen 2017. Zunächst griffen die Milizen vor allem Militär- und Regierungsgebäude an. In den vergangenen Jahren nahmen sie in der mehrheitlich muslimischen Region Mosambiks jedoch zunehmend eine antichristliche Haltung ein.
Mehr als 300 Katholiken wurden ermordet, viele durch Enthauptung. Mindestens 117 Kirchengebäude wurden zerstört, darunter Kapellen und historische Kirchen wie jene in Meza am 30. April 2026. Angreifer setzten dort die Kirche, das Pfarrbüro sowie weitere Gebäude des kirchlichen Geländes in Brand, darunter auch einen Kindergarten. Es gab zwar keine Toten, aber Medienberichten zufolge wurden mindestens 22 Menschen gefangen genommen.
Dieses Ausmaß an Gewalt und die antichristliche Rhetorik wirkten sich zunehmend auf die Bevölkerung aus, erklärte Bischof António Juliasse gegenüber KIRCHE IN NOT. „Was mich beunruhigt, ist die Hassrede, die mit der Gewalt einhergeht. Lange Zeit war die Religion einer der Aspekte, die das Zusammenleben erleichterten. Jetzt aber wird sie zu einem Hindernis, sie beginnt zu spalten.

Früher nahmen Christen in den Dörfern von Cabo Delgado an muslimischen Beerdigungen teil und umgekehrt. Jetzt wird dies in Frage gestellt – und das liegt nicht an den Christen!“ Das sei ein Umstand, der die Regierung und die gesamte Gesellschaft beunruhigen sollte, „bevor es zu spät ist“, schloss er.
Bischof António Juliasse erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT weiter: „Schweigen mag ein Zeichen der Vorsicht sein“, könne aber auch als „Desinteresse“ am Leid der Menschen in Cabo Delgado gedeutet werden. „Schweigen ist immer gefährlich“, betont er. „Es ist schwer zu deuten und führt zu Verwirrung. Deshalb habe ich immer gesagt, dass wir uns der Lage stellen, unsere Stimme erheben, die Menschen anleiten und ihnen sagen müssen, was zu tun ist, was sie erwarten können und was wir gemeinsam tun können. Wir müssen diese Diskussion als Nation führen. Aber ich glaube nicht, dass wir damit richtig umgehen.”
Die Kirche in Mosambik habe zugleich deutlich gemacht, dass militärische Gewalt nicht die einzige Lösung sein könne. „Kürzlich haben wir eine Hirtenbotschaft veröffentlicht, in der wir gegen die Lage in Cabo Delgado protestieren, aber auch auf alternative Wege hinweisen“, erklärte Bischof Juliasse. „Ich glaube nicht, dass die militärische Option die einzige Lösung ist. Wir müssen andere Wege finden, darunter einen, den Mosambik bereits kennt: den Weg des Dialogs. Die Menschen in Mosambik müssen miteinander sprechen, damit dieser Krieg enden kann.”

Dies habe besondere Bedeutung für eine Zukunft des Zusammenlebens, da „viele von denen, die in den Wäldern kämpfen, aus Mosambik stammen; sie sind Söhne dieses Landes, sie sind Teil davon. Es mag einige Ausländer geben, aber wir müssen den Dialog suchen und den Mut haben, uns dem zu stellen.”
Die seit neun Jahren andauernde Rebellion im Norden Mosambiks hat das Land, das ohnehin zu den ärmsten der Welt zählt, schwer getroffen. Seit Oktober 2017 forderten die Kämpfe mehr als 6300 Todesopfer; mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben. „Das ist eine Lage, die uns sehr schmerzt, aber wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren“, sagte der Bischof von Pemba gegenüber KIRCHE IN NOT.
KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche in Mosambik bei ihren Bemühungen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Hilfswerk leistet Nothilfe, bietet psychologische und soziale Unterstützung und hilft beim Wiederaufbau der beschädigten Infrastruktur.
Die Demokratische Republik Kongo leidet nicht nur unter der aktuellen Ebola-Epidemie: Die Menschen im Osten des zentralafrikanischen Landes fühlen sich angesichts der anhaltenden Gewalt bewaffneter Gruppen von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen. Das hat der Generalvikar der Erzdiözese Bukavu, Floribert Bashimbe, bei einem Besuch bei KIRCHE IN NOT (ACN) beklagt. „Wir fühlen uns nicht isoliert, wir fühlen uns verlassen“, sagte der Priester.
Besonders dramatisch sei die Lage in der Region rund um die Städte Bukavu und Goma an der Grenze zu Ruanda. Die Rebellengruppe M23 habe ihre Kontrolle in den vergangenen Jahren immer weiter ausgedehnt. Die Bevölkerung leide massiv unter den Folgen der Gewalt. „Die Bergleute können keine Erze mehr abbauen, und die Landwirtschaft ist aufgrund der unsicheren Lage zum Erliegen gekommen“, erklärte der Generalvikar. Die M23 kontrolliere inzwischen viele Rohstoff-Minen und vertreibe vielerorts die einheimische Bevölkerung.
Angesichts dieser Entwicklung seien die Priester ausdrücklich aufgefordert worden, in ihren Gemeinden zu bleiben. Die Sorge sei groß, dass andernfalls die Milizen noch mehr Dörfer unter ihre Herrschaft bringen könnten. Vielerorts seien die Priester inzwischen die letzten sichtbaren Zeichen von Hoffnung und Normalität geworden. „Wenn die Kirchenglocken läuten, wissen die Gläubigen, dass der Priester noch da und ein Leben in diesem Dorf weiterhin möglich ist“, sagte Bashimbe.

Zugleich berichtete der Generalvikar von wachsender Not und Isolation der Bevölkerung. Viele Seminaristen könnten wegen der unsicheren Lage ihre Familien seit Monaten nicht besuchen. Die Kirche versuche deshalb, die angehenden Priester mit Kleidung, Hygieneartikeln und Schulmaterial zu unterstützen. Auch die allgemeine Versorgungslage verschlechtere sich zunehmend. Zusätzlich belasten immer wieder Gesundheitskrisen wie Ebola-Ausbrüche Teile der Demokratischen Republik Kongo und verschärfen die ohnehin fragile humanitäre Lage.
Bashimbe betonte, dass die Kirche eine Vermittlerrolle einnimmt. „Bislang wurden die kirchlichen Einrichtungen respektiert“, erklärte er mit Blick auf das Verhältnis zur M23. Immer wieder gelinge es der Kirche auch, bei willkürlichen Verhaftungen von Gläubigen Lösungen zu finden. Mit Blick auf die Ursachen des Konflikts verwies der Generalvikar auf die reichen Bodenschätze im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Die Menschen hier haben nie vom Rohstoffabbau profitiert“, beklagte Bashimbe. „Nun sterben sie wegen Bodenschätzen, die ihnen selbst überhaupt nichts nützen.“

Seit Jahrzehnten kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo militante Gruppen um die Kontrolle über Rohstoffe wie Gold und Coltan, das unter anderem für Smartphones und Batterien benötigt wird. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden durch die Konflikte in der Region Millionen Menschen vertrieben. UN-Experten werfen Ruanda die Unterstützung der M23-Miliz vor; Ruanda weist diese Vorwürfe zurück.
Auch wenn in dem Konflikt wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund stehen, greifen islamistische Einheiten immer wieder gezielt Kirchen und christliche Einrichtungen an. Dafür werden vorrangig die Kämpfer der Allied Democratic Forces (ADF) verantwortlich gemacht, die Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterhalten sollen.
Der von KIRCHE IN NOT herausgegebene Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ spricht von „brutalen Massakern“ und sieht die Demokratische Republik Kongo unter den Ländern, in denen schwere religiöse Verfolgung herrscht – obgleich rund 95 Prozent der Einwohner Christen sind.
Der seit drei Jahren andauernde Bürgerkrieg im Sudan darf nach Ansicht des Comboni-Missionars Pater Diego Dalle Carbonare nicht aus dem Blick der Weltöffentlichkeit geraten. Bürger seien aufgerufen, sich gegen Waffenhandel und andere Formen der Unterstützung bewaffnete Konflikte zu wenden. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT (ACN) warnte der Ordensmann vor den dramatischen Folgen des Konflikts und appellierte: „Was im Sudan geschieht, was Zivilisten, Kindern und Frauen widerfährt, geht uns alle an.“
Der Missionar, der bereits in Ägypten, im Libanon und Sudan tätig war, kritisierte insbesondere den internationalen Handel mit Waffen und Rohstoffen. Dieser trage dazu bei, Konflikte wie den im Sudan weiter anzufachen. „Als Bürger haben wir die Pflicht, von unseren Regierungen zu verlangen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Kriege zu beenden oder zumindest den Handel mit Waffen und Gold zu regulieren, denn genau das finanziert Kriege wie den im Sudan.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen zählt der Bürgerkrieg im Sudan derzeit zur schwersten humanitären Krise weltweit. Auch die christliche Minderheit leidet massiv unter den Folgen. Vor Beginn der Kämpfe lebten rund eine Million Christen im Sudan.
Nachdem die sudanesische Armee zuletzt wieder die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Khartum übernommen hat, konnten dort erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder Gottesdienste gefeiert werden. „Nach 27 Monaten Krieg konnten wir wieder die heilige Messe feiern und das Bußsakrament spenden“, berichtete Pater Diego. Gerade die Beichte helfe vielen Menschen dabei, „das Kapitel des Leidens abzuschließen und den Wiederaufbau in Angriff zu nehmen“.

Neben der seelsorglichen Arbeit stehe die Kirche im Sudan jedoch auch vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Zahlreiche katholische Schulen seien zerstört, viele Familien vertrieben worden. Pater Diego berichtete von Lehrkräften, die gefoltert oder getötet wurden.
Gleichzeitig erlebe er immer wieder bewegende Zeugnisse des Glaubens. So erzählte der Missionar von einer verwitweten Lehrerin, die von Kämpfern der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) bedroht worden sei. Sie habe ihren Angreifern den Bibelvers entgegnet: „Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (vgl. Mt 26,52). Die Männer seien daraufhin erschrocken geflohen und später zurückgekehrt, um sie um Vergebung zu bitten.

Für die christlichen Gemeinden im Sudan seien Gebet und internationale Solidarität von großer Bedeutung, betonte Pater Diego. „Wir sind auf Gebet und Hilfe angewiesen; es gibt noch sehr viel zu tun.“ KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit 15 Projekte im Sudan. Dabei geht es unter anderem um die Seelsorge, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten sowie den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Bürgerkrieg zwischen Armee (Sudanese Armed Forces, SAF) und der paramilitärischen Miliz RSF. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang mehr als 12 Millionen Menschen vertrieben, Millionen weitere sind von Hunger bedroht. Schätzungen gehen von bis zu 150 000 Todesopfern aus. Nachdem mehrere internationale Vermittlungsversuche gescheitert sind, ist ein Waffenstillstand derzeit nicht in Sicht.
Die Diözese Nouakchott, die einzige katholische Diözese im westafrikanischen Mauretanien, hat Ende vergangenen Jahres ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Land, das stark von Migration geprägt ist und in dem Christen nur eine sehr kleine Minderheit bilden, beschreibt Bischof Victor Ndione seine Aufgabe im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Ich vergleiche mich mit Sisyphos. Ich beginne immer wieder von Neuem: Ausbildung von Gemeindeleitern, Katecheten, Lehrern – im Wissen, dass sie vielleicht in sechs Monaten nicht mehr da sind.“
Die Diözese Nouakchott wurde im Dezember 1965 errichtet. Von 1995 bis 2024 wurde sie vom deutschen Afrikamissionar und gebürtigen Münsterländer Martin Happe geleitet. Heute zählt die Diözese rund 6000 Gläubige – ausschließlich Ausländer, vor allem aus Senegal, Gambia, Mali und Guinea-Bissau. Die Zahl der Christen in Mauretanien liegt bei weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung; der Islam ist Staatsreligion.
Dank ihrer sozialen und karitativen Aktivitäten genieße die katholische Kirche das Wohlwollen der mauretanischen Behörden und der Bevölkerung, sagte der Bischof. Seit 2016 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Mauretanien. Ein Verfahren zur formellen staatlichen Anerkennung der Kirche ist eingeleitet und soll bald abgeschlossen werden, hofft Ndione.

Muslime in Mauretanien seien „traditionell gemäßigt“, betonte er: „Allerdings beobachten wir das Anwachsen eines salafistischen Islam, der zunehmend Fuß fasst und weder der katholischen Kirche noch gemäßigten Muslimen gegenüber wohlgesinnt ist.“
Mauretanien ist für viele Menschen aus Subsahara-Afrika eine Zwischenstation auf dem Weg nach Europa. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken unter Migranten, berichtete der Bischof.
Die ständige Bewegung prägt auch das kirchliche Leben. Viele Gläubige bleiben nur kurze Zeit im Land. Gemeinden wachsen – und schrumpfen wieder. Auch die Seelsorger sind fast ausschließlich Ausländer: Von 13 Priestern gehören nur zwei dem Diözesanklerus an, alle Ordensschwestern stammen ebenfalls aus dem Ausland. Kürzlich habe sich zudem eine Ordensgemeinschaft aus der Diözese zurückgezogen. „Das ist eine echte Sorge“, sagt Ndione.

In diesem Umfeld versteht sich die Kirche als Ansprechpartnerin für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie unterstützt Migranten ebenso wie Einheimische – unabhängig von Herkunft oder Religion. Im Mittelpunkt stehen praktische Hilfen: Lebensmittel, medizinische Versorgung, Bildungsangebote und Unterkünfte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf beruflicher Qualifizierung. In der Hauptstadt Nouakchott betreibt die Kirche ein Ausbildungszentrum. Andernorts werden Kurse für Bäcker-, Schreiner- und Elektrohandwerk angeboten. Damit sollen Perspektiven vor Ort geschaffen werden, betonte der Bischof.
Da die Kirche in Mauretanien bislang nicht als juristische Person anerkannt ist, hat sie keine Einnahmemöglichkeiten; die wenigen Gläubigen, selbst bitterarm, können nichts zur Arbeit der Kirche beitragen.

Eine wichtige Stütze sind daher Messstipendien und Projektförderungen von KIRCHE IN NOT. Mit Hilfe des Hilfswerks konnte unter anderem ein Pastoralzentrum in Nouakchott gebaut werden, das Platz für 200 Personen bietet. Dort finden Jugendtreffen, Ehevorbereitungskurse und geistliche Angebote statt – die Wirkung für die kleine christliche Gemeinschaft Mauretaniens sei groß, betonte Bischof Ndione: „Die Solidarität der Weltkirche und die Unterstützung von Organisationen wie KIRCHE IN NOT sind wie Balsam und frischer Wind für uns.“
Die Kirche in Angola erhofft sich vom bevorstehenden Papstbesuch ein Ende der politischen und sozialen Spaltungen im Land. Wie die Bischofskonferenz des afrikanischen Landes in einem KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Hirtenbrief erklärt, könne man den „Boten des Friedens“ nicht mit einem Herzen voller Hass und Groll empfangen. „Die Versöhnung muss in jedem Herzen, in jeder Familie und in jeder zivilgesellschaftlichen oder parteipolitischen Organisation beginnen“, schreiben die angolanischen Bischöfe.
Das Land im Südwesten Afrika wurde 1975 von Portugal unabhängig. Es folgte ein langjähriger Bürgerkrieg, dessen Folgen bis heute fortwirken: Gesellschaftliche Spaltungen und Armut prägen vielerorts immer noch den Alltag.

Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo sagte in einem Interview mit KIRCHE IN NOT, es sei „eine große Gnade“, dass Papst Leo XIV. noch nicht einmal ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats Angola besuche. Er betonte, dass der Papst als Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens komme. „Das sind drei sehr wichtige und hochaktuelle Themen für unsere Kirche von heute. Deshalb werden wir diesen Besuch mit Katechese, Gebet und Begegnungen vorbereiten“, so der Bischof.
Die Bischöfe erinnerten in ihrem Hirtenbrief daran, dass Angola die erste Nation in der Subsahara-Region war, die das Evangelium empfing und in der die ersten Taufen stattfanden. Auch der erste schwarzafrikanische Bischof, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde, stammte aus dem Gebiet des heutigen Angola.
Laut dem von KIRCHE IN NOT 2025 herausgegebenen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ sind mehr als 93 Prozent der Einwohner Angolas Christen; die Mehrheit von ihnen ist katholisch. KIRCHE IN NOT hilft der Kirche in Angola seit Jahrzehnten bei zahlreichen Projekten. Neben der Renovierung von Kirchen, Kapellen und kirchlichen Einrichtungen unterstützt das Hilfswerk die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten, Priesteranwärtern und Laien. Hinzu kommt die praktische Hilfe für die Mobilität von Priestern und Katecheten durch Fahrzeuge und Motorräder, die für die Seelsorge in Regionen mit schlechten Straßenverhältnissen unverzichtbar sind.
Papst Leo XIV. besucht vom 18. bis 21. April mehrere Städte in Angola. Weitere Stationen seiner aktuellen Reise nach Afrika sind Algerien, Äquatorialguinea und Kamerun, wo KIRCHE IN NOT ebenfalls zahlreiche Projekte unterstützt.