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Am 24. April 2018 überfielen Fulani-Nomaden, deren Mehrheit Muslime sind, die Gemeinde St. Ignatius in Ukpor-Mbalom im Bundesstaat Benue im Südosten Nigerias. Zwei Priester, Joseph Gor und Felix Tyolaha, wurden zusammen mit mindestens 17 weiteren Gläubigen ermordet.

Der Angriff fand während der täglichen, gut besuchten Morgenmesse um 5:30 Uhr statt. Die Messe hatte gerade begonnen. Manche Gläubige hatten kaum die Kirche betreten, als eine Gruppe bewaffneter Männer sich plötzlich einen Weg in die Kirche bahnte und das Feuer eröffnete.

Nach dem Angriff auf die Kirche begaben sich die Angreifer in die Stadt und zerstörten 60 Häuser und Getreidespeicher.

Unter den Opfern war auch ein Katechet, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und der Direktor des einzigen Gymnasiums der Stadt.

Die Probleme, die die Kirche in Nigeria bewältigen muss, sind riesig, und immer wieder sind Christen das Ziel islamistischer Extremisten. Doch die Kirche ist lebendig und wächst, und die Berufungen werden zahlreicher. Die Priesterseminare benötigen unsere Hilfe, um all die jungen Männer aufnehmen können, die an ihre Türen klopfen. KIRCHE IN NOT unterstützt einige Priesterseminare in Nigeria, wie zum Beispiel das Seminar der Diözese Jos mit 69 Studenten.

Das YOUCAT-Buch ist der Katechismus der Katholischen Kirche für Jugendliche und junge Erwachsene. Die wichtigsten Glaubensinhalte werden kurz und leicht verständlich im Frage-Antwort-Stil zusammengefasst. Illustrationen machen das Buch, das mittlerweile in 58 Sprachen erschienen ist, noch attraktiver.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen. Ende 2019 war die Übersetzung endlich fertig. Die Freude war groß, aber dann kam die Pandemie, die alles schwieriger machte. Die Schwestern hatten große Pläne gehabt: Sie wollten Schulen besuchen, um Schülern, Lehrern und Eltern das Buch vorzustellen. Jugendtreffen waren geplant und auch zahlreiche Initiativen im Rahmen der Jugendpastoral der Diözesen. Aber das Coronavirus blockierte diese Aktivitäten leider. Sobald es die Situation zulässt, machen die Schwestern weiter mit ihrem Engagement.

Die Ordensgemeinschaft der Töchter des heiligen Paulus hat das Buch nun ins Swahili übersetzt, um ihn auch den Jugendlichen in Tansania und Kenia zugänglich zu machen.

Trotz dieser Hindernisse freuen sich aber bereits viele junge Leute über das Buch.  Besonders nützlich ist es für die Gefängnisseelsorge. Schwester Olga Massango von den Paulusschwestern schreibt: „Bruder Linus und Bruder Paul waren sehr froh und finden diese Bücher sehr hilfreich für unsere Schwestern und Brüder im Gefängnis. Wir sind KIRCHE IN NOT dankbar dafür, dass Sie uns geholfen haben, unsere Brüder und Schwestern zu erreichen, die die Erfahrung von Gottes Barmherzigkeit am nötigsten brauchen. Bitte seien Sie gewiss, dass wir für Sie und alle Wohltäter beten, besonders in dieser Zeit, in der Covid weiterhin Angst und Unsicherheit in der heutigen Welt verbreitet.“

Dank Ihrer Hilfe konnten wir mit 13.800 Euro den Druck von 6.000 Exemplaren finanzieren.

Die kongolesische Schwester Chantal Pascaline starb am 9. August 2014 im Alter von 47 Jahren im St.-Josef-Krankenhaus in der liberianischen Hauptstadt Monrovia, nachdem sie sich mit dem Ebola-Virus infiziert hatte.

Während ihrer Missionsarbeit arbeitete Schwester Pascaline bis 2006 in den Städten Niefang und Santa Teresita in Äquatorialguinea und anschließend als Krankenschwester in Sampaka in Mali. Danach wurde sie nach Monrovia geschickt, um im St.-Josef-Krankenhaus zu arbeiten.

In den vergangenen fünf Jahren hat KIRCHE IN NOT über 50 Projekte in Liberia unterstützt, auch während der Ebola-Epidemie. Momentan hilft KIRCHE IN NOT besonders im Bereich der religiösen Ausbildung, stellt Fahrzeuge für die pastorale Arbeit zur Verfügung und unterstützt Ordensschwestern, wie beispielsweise die Schwestern der Heiligen Familie, die sich für arme, bedürftige, wohnungslose und notleidende Menschen sowie für Flüchtlinge und Migranten einsetzen.
Pater Cosmas Omboto Ondari, ein 30 Jahre alter kenianischer Missionar der St.-Josef-Missionare von Mill Hill, wurde am 21. November 2018 in Kembong im Südwesten Kameruns ermordet. Er wurde von einer Patrouille der kamerunischen Sicherheitskräfte gegen die separatistischen Milizen erschossen, als er vor der Tür seiner Kirche St. Martin von Tours, deren Pfarrer er war, stand.

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.

Diesen Fall und andere Beispiele von Märtyrern unserer Zeit finden Sie in unserem Buch „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können. KIRCHE IN NOT möchte damit Männer und Frauen würdigen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung gelitten haben und leiden.

Um verfolgten und bedrohten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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„Ich bin Katechet der Pfarre St. Benedikt aus Palma“, so stellte sich Paulo Agostinho Matica vor, als er dem Apostolischen Administrator von Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse, die Kirchenbücher der Pfarre im äußersten Nordosten von Mosambik überreichte. Paulo Agostinho hatte die Unterlagen wie einen Schatz versteckt, als die Stadt am 24. März 2021 von Terroristen angegriffen wurde.

„Ich war im Pfarrhaus bei der Arbeit, als der Terrorangriff begann“, erinnert sich Paulo.  Während die ersten Schüsse und Bombendetonationen zu hören waren, beschloss der Katechet, die Pfarrbücher zu retten, in denen die Eheschließungen und Taufen der katholischen Gemeinde St. Benedikt in Palma aufgezeichnet sind – eine Art „historisches Gedächtnis“ der Pfarre.

Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen. Von dort aus floh er erst in ein Dorf am Stadtrand von Palma und schließlich nach Senga. Die Kirchenbücher, die er als den „Schatz“ der Gemeinde betrachtete, hatte er immer bei sich.

Der Katechet Paulo Agostinho Matica.

Dschihadistische Angriffe im Norden Mosambiks

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht; sie treffen die gesamte Bevölkerung, Muslime wie Christen. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei über 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen.

Ende März verübten die Terroristen eine ihrer bis dahin schlimmsten Attacken in der Provinz Cabo Delgado. Es kursierten Nachrichten, dass in Palma Menschen enthauptet wurden; Hunderte von Menschen waren auf der Flucht – unter ihnen auch Paulo Agostinho Matica.

Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Paulo Agostinho Matica (rechts) übergibt die geretteten Kirchenbücher an den Apostolischen Administrator der Diözese Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse.

Auch auf der Flucht den Dienst als Katechet nicht vergessen

Als der Katechet am Vorabend des Palmsonntags in Senga ankam, fand er eine kleine christliche Gemeinde vor. „Sie sagten zu mir: ‚Wir wollen beten’. Also ging ich in die Kirche, und wir begannen zu beten.“ Wenn kein Priester verfügbar ist, wird in der Gegend von Cabo Delgado üblicherweise ein Wortgottesdienst vom Katecheten gefeiert. So begingen die Christen von Senga den Palmsonntag.

Um die Pfarrbücher nicht zu verlieren, musste Paulo einen Ort finden, der sicher war. Also ging er in das Dorf Mwagaza, wo er Verwandte hat, und blieb dort bis Mitte April. Als er hörte, dass der Eroberungszug der Terroristen vorbei war, beschloss Paulo, trotz aller Gefahren nach Palma zurückzukehren.

Seit einigen Jahren werden die Menschen im Nordosten Mosambiks von dschihadistischen Kämpfern bedroht und vertrieben. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Die Kirche kümmert sich um die Verteilung von Hilfsgütern (Foto: Johan Viljoen).

Tiefe Erschütterung bei Rückkehr in seine Heimat

Was er vorfand, erschütterte ihn zutiefst: Die Kirche war geplündert worden. Die Milizen hatten viele Gegenstände in Brand gesetzt, zum Beispiel Heiligenbilder und Kirchenbänke. Auch die Lautsprecher und einige Kirchenfenster hatten sie zerstört. Alles war verwüstet.

Paulo Agostinho Matica hatte im Pfarrhaus etwa 30 000 Meticals [etwa 400 Euro] für die Ausgaben der Gemeinde aufbewahrt. Alles war weg, erzählt er: „Sie nahmen das Geld, einen Fernseher und das Motorrad.“

Hunderttausende Menschen in Mosambik von dschihadistischem Terror bedroht

Gut zwei Monate nach dem Terroranschlag in Palma fuhr der Katechet in die Provinzhauptstadt Pemba, um die Pfarrbücher in einer kurzen Zeremonie zu übergeben, die KIRCHE IN NOT per Video mitverfolgen konnte.

„Inmitten des Leids ein Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes“

Weihbischof Juliasse, der Apostolische Administrator der Diözese, lobte Paulos Mut und seine Entschlossenheit: „Ich bewundere sehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Pfarrbücher zu retten. Inmitten des Leids gibt er dieses Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes.“

Paulo Agostinho Matica ist es zu verdanken, dass die Pfarrbücher der Gemeinde St. Benedikt in Palma gerettet werden konnten. Wäre der Mut dieses Mannes nicht gewesen, hätten die Pfarrbücher dazu gedient, das Feuer zu schüren, das die Terroristen auf dem Boden der Kirche entfacht hatten. Nun sind sie Teil des historischen Erbes der Diözese.

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In Simbabwe ist Covid-19 mit Wucht zurück. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist seit Anfang Juni sprunghaft angestiegen; aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei knapp 70. Die Regierung hat erneut viele öffentliche Einrichtungen geschlossen.

Die Einschränkungen nehmen vielen Bewohnern den ohnehin geringen Verdienst und verschärfen die humanitäre Lage. Bereits im vergangenen Jahr waren über fünf Millionen Menschen in Simbabwe auf Lebensmittelhilfen angewiesen; die Situation hat sich seit dem Zyklon Idai im Jahr 2019 kontinuierlich verschlechtert. Hinzu kommen jetzt Covid-19 und die Folgen.

„In vielen afrikanischen Ländern sind Krankheiten wie Malaria, Aids oder Cholera weit verbreitet. Jetzt kommt noch Covid-19 dazu. Da ist die Katastrophe vorprogrammiert“, erklärt Ulrich Kny, der für Simbabwe zuständige Projektreferent von KIRCHE IN NOT.

Ordensschwester aus Simbabwe bei der Erfassung zur Covid-19-Schutzimpfung.

Corona-Schutzausrüstung für Seelsorger

Seit Anfang 2021 hätte die südafrikanische Virusmutante immer mehr Menschenleben gefordert, „darunter auch viele kirchliche Mitarbeiter, die sich bei der Betreuung von infizierten Personen angesteckt haben. Sie können ihren Dienst nur weiter ausüben, wenn sie selber ausreichend geschützt sind.“

KIRCHE IN NOT hat deshalb für über 1200 Priester, Diakone, Ordensleute und Katecheten in Simbabwe Corona-Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt: Masken und Visiere, Desinfektionsmittel, Schutzhandschuhe und -kleidung. Die pastoralen Mitarbeiter stehen oft an vorderster Front, da sie häufig auch medizinische und soziale Hilfe leisten.

In der katholischen Diözese Chinhoyi im Norden Simbabwes arbeiten insgesamt 142 kirchliche Mitarbeiter in Krankenhäusern, Schulen, Pfarreien und Missionsstationen. Das Bistumsgebiet ist etwas größer als Niedersachsen. Durch die Grenzlage zu Sambia gelangen von dort viele Infizierte ins Land.

Pflegekräfte eines katholischen Krankenhauses in Simbabwe.

Illegale Grenzübertritte verschärfen Situation

Ein Problem sind auch die vielen illegalen Grenzübertritte zwischen Sambia, Simbabwe und Mosambik. Sie verschärfen die humanitäre Situation. Die Wege in die nächstgrößeren Orte sind weit; Simbabwe ist überwiegend ländlich geprägt. Das macht es schwierig, Schwerkranke schnell ins Krankenhaus zu bringen. Aufgrund der räumlichen und hygienischen Verhältnisse gelingt es kaum, Covid-19-Patienten von anderen zu trennen.

Im Bistum Gokwe sind viele Einwohner Bauern. Die Ernten sind mager und viele Menschen unterernährt. So steigt die Gefahr schwerer Erkrankungen – nicht nur an Covid-19. Viele Menschen sterben nach wie vor an Malaria. Die jetzt neu verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben viele Menschen in eine Hungersnot gebracht.

Bischöfe desinfizieren ihre Hände.

Nach wie vor sterben viele Menschen an Malaria

Das gilt auch für die kirchlichen Mitarbeiter. Sie können wegen ihrer Aufgaben keine Landwirtschaft betrieben. Deshalb sind sie auf das Wenige angewiesen, dass ihre Gemeindemitglieder mit ihnen teilen. Doch die können sie wegen der aktuellen Einschränkungen kaum noch erreichen. Auch in anderen katholischen Diözesen ist die Lage ähnlich.

„Normalerweise finanzieren wir bei KIRCHE IN NOT den Unterhalt von Klöstern oder helfen Priester ohne Einkommen mit Mess-Stipendien, also einem kleinen Beitrag für die Feier des Gottesdienstes. Aber jetzt sind nicht nur Existenzhilfen, sondern Überlebenshilfen notwendig“, sagt Ulrich Kny. „Wie wir von unseren Projektpartnern erfahren haben, kam unsere Hilfe gerade noch rechtzeitig vor der neuen Corona-Welle an. So können die Priester, Ordensleute und Katecheten den Menschen in der Einsamkeit des Lockdowns beistehen.“

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Die Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik geht seit Jahren durch die Hölle: Seit 2017 haben dschihadistische Truppen Schätzungen zufolge mehr als 2500 Menschen getötet und eine Dreiviertelmillion vertrieben. Berichte über niedergebrannte Dörfer, Massaker und Entführungen gehören mittlerweile zum Alltag.

Aufgrund der gefährlichen Lage ist es selbst für Hilfsorganisation schwierig, in die Region zu gelangen. Oft ist die Kirche die einzige Anlaufstelle für die Menschen. Ordensfrauen, Priester und Katecheten kümmern sich darum, dass Binnenflüchtlinge untergebracht und versorgt werden – wenn auch unter prekären Umständen.

KIRCHE IN NOT hat dafür Soforthilfen bereitgestellt und unterstützt die Arbeit der Seelsorger und Ordensleute in der Region.

Neben der Hilfe suchen viele der leidgeprüften Bewohner auch einen Halt und Trost im Glauben. „Evangelisierung in der Krise“ heißt ein Seelsorgeprojekt der Diözese Pemba, das KIRCHE IN NOT ebenfalls fördert.

Vor allem an Katecheten, wichtige Multiplikatoren in Mosambik, wurden die Solarradios verteilt.

Radio ist wichtiges Mittel, um Bevölkerung zu erreichen

Hauptmittel der Verkündigung ist das Medium, das zurzeit in der Region am besten funktioniert: das Radio. Internet und Mobilfunknetz brechen viel zu oft zusammen und sind nicht flächendeckend verfügbar. Darum bietet das Radio eine Möglichkeit, die isolierte Bevölkerung zu erreichen.

Das war schon vor der Krise so: Viele Dörfer sind abgelegen, in der Regenzeit sind die Straße unpassierbar. Auch hier griff die katholische Diözese schon auf das Radio zurück, um die heilige Messe auszustrahlen, Katechese und Beratung anzubieten oder die Menschen mit christlicher Musik zu trösten.

Der bewaffnete Konflikt hat die Lage noch schlimmer gemacht. Die Terroristen zerstörten auch einen der katholischen Radiosender in der Region. Nun ist „Radio Sem Fronteiras“ (Radio ohne Grenzen) als einziges katholisches Medium übriggeblieben. Das Einzugsgebiet und die Zahl der Hörer hat sich erheblich vergrößert. KIRCHE IN NOT hat geholfen, das Sendersignal und damit die Reichweite zu verstärken.

Radio Sem Fronteiras (Radio ohne Grenzen) ist ein beliebter Radiosender in Mosambik.

Viele Orte haben keinen Strom: Solar-Radios schaffen Abhilfe

Auch konnte „Radio Sem Fronteiras“ dank der Hilfe neue Programme ins Leben rufen und Kooperationen mit anderen Sendern schließen, sodass nun auch über andere Stationen christliche Inhalte ausgestrahlt werden können.

Radio-Direktor Latifo Fonseca bedankt sich bei allen Spendern, die das ermöglichen: „Ich sende jedem einzelnen von ihnen meinen Segen. Sie helfen jeden Tag, die Mission Jesu Christi an Orten weiterzuführen, an denen es viel Leid gibt.“

Die Lage im Norden Mosambiks ist so schlimm, dass viele Gemeinden nicht einmal ein Radiogerät oder gar Strom haben. KIRCHE IN NOT hat deshalb Radiogeräte finanziert, die mit Solarenergie aufgeladen werden können.

Jedes Gerät wurde einem Gemeindeleiter – meistens ein Katechet – übergeben. So sollen möglichst viele Christen das hören können, was in diesen Zeiten des Terrors die wohl einzige Quelle der Hoffnung ist: das Evangelium.

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Am 29. August 2019 wurde David Tanko, ein nigerianischer Priester, 42 Jahre alt und Pfarrer der Pfarre St. Peter in der Diözese Jalingo, ermordet, während er in einem Konflikt verschiedener ethnischer Gruppen im Bundesstaat Taraba im östlichen Nigeria vermittelte.

Der Priester war auf dem Weg in das Dorf Takum, um an einem Treffen zur Streitschlichtung teilzunehmen, das eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen dem Stamm der Tiv und dem Stamm der Jukun zum Ziel hatte, als er im Dorf Kufai Amadu von bewaffneten Männern angegriffen wurde, die ihn später töteten und sein Auto anzündeten.

Pfarrer David Tanko gab sein Leben in dem Bestreben, zwischen zwei verfeindeten Stämmen den Frieden herbeizuführen. KIRCHE IN NOT unterstützt viele Projekte, die sich für Frieden einsetzen. So unterstützte KIRCHE IN NOT beispielsweise in Nigeria ein großes Treffen für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, das von der Fokolar-Bewegung organisiert wurde.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer

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Jenen Tag im November 2018 wird die jetzt 21-jährige Sophia [Name von der Redaktion geändert] nie vergessen. Immer wieder neu muss sie ihn durchleben – bis heute.

Die junge Frau lebte damals auf einem Bauernhof im Nordosten Nigerias, nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Maiduguri entfernt. Sophia, ihre jüngere Schwester und die Eltern arbeiteten im Freien, als junge Männer den Bauernhof umstellten. Auf Motorrädern waren sie gekommen. Vom Vater verlangten sie die Herausgabe der Mädchen, sonst müsse er sterben.

Was sich danach abspielte, ist schwer in Worte zu fassen. Nach der Weigerung des Vaters, seine Töchter auszuliefern, hielt Sophia seinen Kopf in ihren Händen. Die Angreifer hatten ihn enthauptet. Sophia fiel in Ohnmacht.

Nigeria Camp für vertriebene Mütter und Kinder
Der Priester Joseph Bature Fidelis (links) in einem Camp für vertriebene Mütter und Kinder im Bistum Maiduguri.

„In ständiger Angst, getötet zu werden”

„Seither hat sie immer wieder Flashbacks [traumatische Rückerinnerungen; Anm. d. Red.]. Sie lebt in der ständigen Angst, getötet zu werden“, berichtet Joseph Bature Fidelis gegenüber KIRCHE IN NOT. Der Priester hat auch einen Abschluss in Klinischer Psychologie und betreut die junge Frau.

Mit der grausamen Ermordung ihres Vaters war das Martyrium von Sophia nicht zu Ende – im Gegenteil. Nach einer längeren Zeit der Bewusstlosigkeit wachte sie im Dschungel auf. Die jungen Männer hatten sie in ein Lager der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Den Horror, den Sophia dort erlebte, beschreibt der Priester und Therapeut nicht näher. Nur so viel: „Sie wurde dort wiederholt gefoltert und auf jede erdenkliche Weise missbraucht.“

Grundsteinlegung des Zentrums für Traumabetreuung im Bistum Maiduguri durch Bischof Oliver Dashe Doeme.

Gefoltert und missbraucht

Ihr gelang schließlich die Flucht. Verwundet, erschöpft und voller Schmerzen traf sie auf einen älteren Mann. Er half ihr, sich in Sicherheit zu bringen. Sophia konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern, wo ihr Elternhaus lag. Stunden dauerte es, bis sich die Fragmente in ihrem Gedächtnis zusammenfügten und sie zu ihrer Familie gebracht werden konnte.

„Damals konnte Sophia weder sprechen noch erklären, was geschehen war“, erzählt Joseph Bature Fidelis. Ihre Mutter hatte sie zu ihm gebracht. „Sie sah Geister und Menschen ohne Kopf. Sie halluzinierte und hatte bedrängende Gedanken.“

Sophia ist eines der vielen Opfer von Boko Haram, das im Traumahilfezentrum der Diözese Maiduguri Hilfe erhält. KIRCHE IN NOT unterstützt die Initiative, um den an ihrer Seele verwundeten Menschen Heilung zu ermöglichen. Joseph Bature Fidelis arbeitet dort. Jetzt sollen dort neue Gebäude entstehen; die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Frau aus Nigeria mit Kind (Foto: KIRCHE IN NOT/Jaco Klamer).

Psychologischer Hilfsdienst betreut traumatisierte Menschen

Schicksale wie das von Sophia gibt es im Nordosten Nigerias viele. Seit Jahren wird die Region von dschihadistischen Terrormilizen heimgesucht. Muslime leiden unter ihnen ebenso wie die Christen. „Durch Boko Haram haben viele Menschen ihr Leben verloren. Viele wurden vertrieben und leben in Lagern“, so der Priester.

Doch es geht nicht nur um psychologische Hilfe, betont Joseph Bature Fidelis. Seine Einrichtung hilft den Binnenflüchtlingen auch, wieder Tritt im Leben zu fassen und sich zu integrieren: „Wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um auf die Gefahr von Stigmatisierung und die Notwendigkeit sozialer Integration aufmerksam zu machen.“

Auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben begleiten

Durch die Unterstützung von KIRCHE IN NOT für diesen Dienst konnte hunderten Menschen geholfen werden, nach den Schrecken des Boko-Haram-Terrors wieder neu zu beginnen.

Sophia geht es heute viel besser. Sie erhielt Medikamente und eine Therapie. Die Halluzinationen verschwanden. Sie isst wieder besser, schläft normal. Sie hat große Fortschritte auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben gemacht. Derzeit arbeitet sie als Näherin. In das Traumahilfezentrum kommt sie regelmäßig zur Nachsorge.

Sie hat große Zukunftspläne: „Sie hat gefragt, ob sie ihre Ausbildung fortsetzen kann, da sie nur einen einfachen Schulabschluss hatte. Und jetzt hat sie sich für Aufnahmeprüfungen angemeldet, um später an der Hochschule studieren zu können“, berichtet Joseph Bature Fidelis. Boko Haram soll nicht das letzte Wort haben.

Unterstützen Sie die Arbeit der Diözese Maiduguri für traumatisierte Menschen und den Einsatz der Kirche Nigerias für die Betroffenen von Terror und Gewalt! Mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Auch nach dem blutigsten Massaker seit Beginn der islamistischen Gewalt in Burkina Faso sei das Zusammenleben der Religionen und der interreligiöse Dialog nicht gefährdet. Das hat der katholische Bischof von Dori, Laurent Dabiré, gegenüber KIRCHE IN NOT betont.

„Das Land wird von unterschiedlichen Gruppen angegriffen, die den Islam als Mittel der Propaganda oder zur Mobilisierung nutzen. Der Islam der bewaffneten Gruppen ist nicht der Islam unserer Brüder. Die Muslime Burkina Fasos werden selbst zum Ziel“, so der Bischof. Ihm zufolge funktioniere Burkina Faso das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen.

Einer Fortführung oder gar Intensivierung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen stehe daher nichts im Wege. „Wir müssen hoffen, dass der Dialog der Religionen zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Ich denke dabei besonders an die Flüchtlingsfrage.“

Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).
Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).

Überfall auf eine Gemeinde: mehr als 100 Tote

Aufgrund des islamistischen Terrors gibt es eine zunehmende Zahl an Binnenflüchtlingen; nach UN-Angaben sind es über eine Million. „Besonders in den vergangenen beiden Monaten hat die Zahl wegen der erneuten Angriffe zugenommen“, erklärte Bischof Dabiré.

In der Nacht zum 5. Juni waren bei einem terroristischen Angriff mutmaßlich islamistischer Gruppen in dem Ort Solhan im Osten von Burkina Faso über 100 Personen ermordet worden. Bischof Dabiré zufolge sind die tatsächlichen Opferzahlen noch unklar und bewegten sich nach Medienberichten zwischen 100 bis 170. „Darunter sind auch vier Christen“, so der Bischof.

Im Anschlagsort Solhan gebe es dem Bischof zufolge eine lebendige christliche Gemeinde. Bereits vor dem Anschlag aber seien viele Christen wegen der brenzligen Sicherheitslage geflohen.

Vertriebene Christen in Burkina Faso
Vertriebene Christen in Burkina Faso.

„Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“

„Die Angst überkommt die Christen wie alle anderen vom Terror betroffenen Menschen in Burkina Faso auch. Sie haben als Christen allerdings einen zusätzlichen Grund, sich vor einem aufgezwungenen Islam zu fürchten. Sie könnten ihre Religionsfreiheit, ja ihr Leben verlieren“, erklärt der Bischof.

Die Angst vor weiteren Anschlägen sei religionsübergreifend groß: „Die Menschen sind sprachlos. Besonders die Menschen in der betroffenen Sahelzone fragen sich: Wer wird das nächste Ziel sein? Das Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“, sagte der Bischof.

Noch sei unklar, wer genau die Täter waren, so Dabiré. „Man weiß nicht genau, wer warum angegriffen hat. Aber am plausibelsten ist es, anzunehmen, dass es sich um die bewaffneten Gruppen handelt, die seit 2015 das Land heimsuchen. Es ist eine weitere ihrer Untaten. Sie wollen dadurch zeigen, dass sie stark sind, und von sich reden machen.“

Verteilung von Hilfsgütern in Burkina Faso.

Seit 2015 Gewalt dschihadistischer Gruppen

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.

Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an.

KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche Burkina Fasos dabei, den von islamistischer Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumatisierungen gefördert.

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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Auch Ordensfrauen verschleppt

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.

„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Kinder in einem Flüchtlingscamp in der Diözese Pemba. © Johan Viljoen

Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“

Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado. © Kirche in Not

Neue Generation von Kämpfern herangezogen

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“

Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

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Gezielte Angriffe auf junge Menschen, wahllose Morde und sexuelle Gewalt, einschließlich der Vergewaltigung von Ordensfrauen, ereignen sich laut einer kirchennahen Quelle aktuell in der umkämpften Region Tigray im Norden Äthiopiens. Der Gesprächspartner, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, machte gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unter anderem Militärs aus dem Nachbarland Eritrea für die Gräueltaten verantwortlich.

„Das ist nicht nur ein Kampf zwischen Militäreinheiten; sie töten alle. Das ist eindeutig ein Völkermord an den Menschen von Tigray.“ Die anonyme Quelle bestätigte damit die Einschätzung des Oberhaupts der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, Patriarch Mathias. Dieser hatte Anfang Mai von einem Völkermord in der Region Tigray gesprochen.

Blick auf eine Kirche in der Region Tigray (Symbolbild). © KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik

Bürgerkrieg dauert seit November an

Die Kämpfe im Norden Äthopiens brachen im November vergangenen Jahres aus. Premierminister Abiy Ahmed warf der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. In dem ausbrechenden Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe.

Die anonyme Quelle berichtete, dass die Truppen auch Jugendliche aus der Zivilbevölkerung gezielt angriffen. Zahlreiche Bewohner der Region seien in den benachbarten Sudan geflüchtet. Der Ansprechpartner beschrieb auch, dass zahlreiche Frauen und Mädchen durch eritreische Soldaten missbraucht worden seien. Unter den Opfern befänden sich auch Ordensfrauen. „Es ist eine Form des Missbrauchs, wie Sie ihn vielleicht noch nie gehört haben. Angehörige unseres Volkes, unsere Ordensschwestern wurden vergewaltigt. Einige von ihnen mussten wir ins Krankenhaus bringen. Mehrere Anlaufstellen, wo wir Hilfe bekommen könnten, haben die Soldaten geschlossen.“

Ordensschwestern in Äthiopien.

„Psychischer Schmerz und Panik“

Rund 90 Prozent der Bewohner der Region Tigray seien vertrieben worden, so der Ansprechpartner. „Dieser Krieg hat eine große humanitäre Krise ausgelöst, die sich in einer überwältigenden Zahl von zivilen Opfern, der Vertreibung von Millionen Menschen, der Zerstörung unserer wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen, psychischen Schmerzen und Panik ausdrückt.“

Die Region brauche dringend internationale Unterstützung, hob die anonyme Quelle hervor. „Die Kirche ist überall – sie öffnet ihre Hand. Ich erinnere mich gut an die Hilfe von ,Kirche in Not’. Wir sind seit langem Partner. Die aktuelle Krise in Tigray ist beispiellos im Vergleich mit allen anderen humanitären Krisen, an die wir uns je erinnern können.“

KIRCHE IN NOT leistet in der Region Tigray Nothilfen für Priester und Ordensleute. Seit 2019 hat KIRCHE IN NOT rund 100 Projekte in Äthiopien unterstützt, darunter den Bau von Kapellen und Klöstern, die Ausbildung von Katecheten oder die Anschaffung von Fahrzeugen für Seelsorger und Gemeinden. Eine wichtige Unterstützung für die Priester sind auch Mess-Stipendien, da die Seelsorger über kein reguläres Einkommen verfügen.

Unterstützen Sie die Arbeit und die Nothilfe der Kirche während des Bürgerkriegs in Äthiopien! Spenden Sie – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Äthiopien

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