
Die Diözese Nouakchott, die einzige katholische Diözese im westafrikanischen Mauretanien, hat Ende vergangenen Jahres ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Land, das stark von Migration geprägt ist und in dem Christen nur eine sehr kleine Minderheit bilden, beschreibt Bischof Victor Ndione seine Aufgabe im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Ich vergleiche mich mit Sisyphos. Ich beginne immer wieder von Neuem: Ausbildung von Gemeindeleitern, Katecheten, Lehrern – im Wissen, dass sie vielleicht in sechs Monaten nicht mehr da sind.“
Die Diözese Nouakchott wurde im Dezember 1965 errichtet. Von 1995 bis 2024 wurde sie vom deutschen Afrikamissionar und gebürtigen Münsterländer Martin Happe geleitet. Heute zählt die Diözese rund 6000 Gläubige – ausschließlich Ausländer, vor allem aus Senegal, Gambia, Mali und Guinea-Bissau. Die Zahl der Christen in Mauretanien liegt bei weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung; der Islam ist Staatsreligion.
Dank ihrer sozialen und karitativen Aktivitäten genieße die katholische Kirche das Wohlwollen der mauretanischen Behörden und der Bevölkerung, sagte der Bischof. Seit 2016 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Mauretanien. Ein Verfahren zur formellen staatlichen Anerkennung der Kirche ist eingeleitet und soll bald abgeschlossen werden, hofft Ndione.

Muslime in Mauretanien seien „traditionell gemäßigt“, betonte er: „Allerdings beobachten wir das Anwachsen eines salafistischen Islam, der zunehmend Fuß fasst und weder der katholischen Kirche noch gemäßigten Muslimen gegenüber wohlgesinnt ist.“
Mauretanien ist für viele Menschen aus Subsahara-Afrika eine Zwischenstation auf dem Weg nach Europa. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken unter Migranten, berichtete der Bischof.
Die ständige Bewegung prägt auch das kirchliche Leben. Viele Gläubige bleiben nur kurze Zeit im Land. Gemeinden wachsen – und schrumpfen wieder. Auch die Seelsorger sind fast ausschließlich Ausländer: Von 13 Priestern gehören nur zwei dem Diözesanklerus an, alle Ordensschwestern stammen ebenfalls aus dem Ausland. Kürzlich habe sich zudem eine Ordensgemeinschaft aus der Diözese zurückgezogen. „Das ist eine echte Sorge“, sagt Ndione.

In diesem Umfeld versteht sich die Kirche als Ansprechpartnerin für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie unterstützt Migranten ebenso wie Einheimische – unabhängig von Herkunft oder Religion. Im Mittelpunkt stehen praktische Hilfen: Lebensmittel, medizinische Versorgung, Bildungsangebote und Unterkünfte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf beruflicher Qualifizierung. In der Hauptstadt Nouakchott betreibt die Kirche ein Ausbildungszentrum. Andernorts werden Kurse für Bäcker-, Schreiner- und Elektrohandwerk angeboten. Damit sollen Perspektiven vor Ort geschaffen werden, betonte der Bischof.
Da die Kirche in Mauretanien bislang nicht als juristische Person anerkannt ist, hat sie keine Einnahmemöglichkeiten; die wenigen Gläubigen, selbst bitterarm, können nichts zur Arbeit der Kirche beitragen.

Eine wichtige Stütze sind daher Messstipendien und Projektförderungen von KIRCHE IN NOT. Mit Hilfe des Hilfswerks konnte unter anderem ein Pastoralzentrum in Nouakchott gebaut werden, das Platz für 200 Personen bietet. Dort finden Jugendtreffen, Ehevorbereitungskurse und geistliche Angebote statt – die Wirkung für die kleine christliche Gemeinschaft Mauretaniens sei groß, betonte Bischof Ndione: „Die Solidarität der Weltkirche und die Unterstützung von Organisationen wie KIRCHE IN NOT sind wie Balsam und frischer Wind für uns.“
Die Kirche in Angola erhofft sich vom bevorstehenden Papstbesuch ein Ende der politischen und sozialen Spaltungen im Land. Wie die Bischofskonferenz des afrikanischen Landes in einem KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Hirtenbrief erklärt, könne man den „Boten des Friedens“ nicht mit einem Herzen voller Hass und Groll empfangen. „Die Versöhnung muss in jedem Herzen, in jeder Familie und in jeder zivilgesellschaftlichen oder parteipolitischen Organisation beginnen“, schreiben die angolanischen Bischöfe.
Das Land im Südwesten Afrika wurde 1975 von Portugal unabhängig. Es folgte ein langjähriger Bürgerkrieg, dessen Folgen bis heute fortwirken: Gesellschaftliche Spaltungen und Armut prägen vielerorts immer noch den Alltag.

Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo sagte in einem Interview mit KIRCHE IN NOT, es sei „eine große Gnade“, dass Papst Leo XIV. noch nicht einmal ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats Angola besuche. Er betonte, dass der Papst als Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens komme. „Das sind drei sehr wichtige und hochaktuelle Themen für unsere Kirche von heute. Deshalb werden wir diesen Besuch mit Katechese, Gebet und Begegnungen vorbereiten“, so der Bischof.
Die Bischöfe erinnerten in ihrem Hirtenbrief daran, dass Angola die erste Nation in der Subsahara-Region war, die das Evangelium empfing und in der die ersten Taufen stattfanden. Auch der erste schwarzafrikanische Bischof, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde, stammte aus dem Gebiet des heutigen Angola.
Laut dem von KIRCHE IN NOT 2025 herausgegebenen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ sind mehr als 93 Prozent der Einwohner Angolas Christen; die Mehrheit von ihnen ist katholisch. KIRCHE IN NOT hilft der Kirche in Angola seit Jahrzehnten bei zahlreichen Projekten. Neben der Renovierung von Kirchen, Kapellen und kirchlichen Einrichtungen unterstützt das Hilfswerk die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten, Priesteranwärtern und Laien. Hinzu kommt die praktische Hilfe für die Mobilität von Priestern und Katecheten durch Fahrzeuge und Motorräder, die für die Seelsorge in Regionen mit schlechten Straßenverhältnissen unverzichtbar sind.
Papst Leo XIV. besucht vom 18. bis 21. April mehrere Städte in Angola. Weitere Stationen seiner aktuellen Reise nach Afrika sind Algerien, Äquatorialguinea und Kamerun, wo KIRCHE IN NOT ebenfalls zahlreiche Projekte unterstützt.
São Tomé und Príncipe ist das zweitkleinste Land Afrikas. Der Inselstaat setzt sich aus zwei Hauptinseln zusammen und liegt vor der Westküste des afrikanischen Kontinents.
Weite Teile der Bevölkerung des krisengeschüttelten Landes, dessen Wirtschaft vor allem vom Tourismus und von der Landwirtschaft abhängig ist, leben in Armut. Da fast alle Güter importiert werden müssen, sind die Preise sehr hoch.
70 Prozent der ca. 220.000 Einwohner sind jünger als 30 Jahre. Ihnen eine Perspektive zu bieten, ist eine Herausforderung. Es ist schwierig, ihnen Zugang zu einer guten Schulbildung und angemessenen medizinischen Versorgung zu verschaffen und genügend Arbeitsplätze und Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die Katholische Kirche versucht, den Menschen Hoffnung zu schenken. Da das Land klein ist, gibt es nur eine einzige Diözese. Die Bevölkerungsmehrheit ist katholisch, allerdings breiten sich Sekten und Pfingstkirchen immer weiter aus. Bischof Manuel António Mendes dos Santos, der inzwischen in den Ruhestand gegangen ist, erklärte uns einmal: „Das ist nicht verwunderlich, wenn man die magisch-animistische Kultur berücksichtigt, die für die allgemeine Bevölkerung charakteristisch ist. Vor allem Jugendliche lassen sich leicht von den Adventisten begeistern, die eine auf der Bibel basierende Gemeinschaft sind, während andere sich von Religionen anziehen lassen, die böse Geister vertreiben und Glück und Erfolg im Leben versprechen.“
Während seiner Amtszeit lud er Ordensleute in das Land ein, um die Evangelisierung zu stärken. So hat er unter anderem die junge brasilianische Kongregation der „Missionárias da Consolação Misericordiosa“ (Missionarinnen des barmherzigen Trostes) gewinnen können. Diese Gemeinschaft ist in der Pfarre der Heiligsten Dreifaltigkeit präsent, die ihren Sitz in der Stadt Trindade hat. Diese Pfarre erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet mit verschiedenen ländlichen Gemeinden, die über die ehemaligen Kakao- und Kaffeefarmen verstreut sind. Die Schwestern sind gekommen, um in den verschiedenen Bereichen des Apostolats mitzuarbeiten, vor allem in der Katechese, der Jugendarbeit und der Begleitung von Familien. Da sie auch über Kenntnisse im Umgang mit sozialen Kommunikationsmitteln verfügen, sollen sie auch beim diözesanen Radiosender ‚Rádio Jubilar‘ und im Internet tätig sein. Der Bischof schrieb uns voller Hoffnung: „Ich glaube, dass sie ein sehr wichtiges Mittel zur Neuevangelisierung dieses Volkes sein werden, das unserer pastoralen Fürsorge anvertraut ist.“

Die kleine katholische Gemeinde Algerien freut sich sehr auf die geplante Reise von Papst Leo XIV. in das nordafrikanische Land. „Der Besuch ist eine große Ermutigung für uns“, sagte der Bischof von Constantine-Hippone, Michel Jean-Paul Guillaud, in einem Interview mit KIRCHE IN NOT. Constantine ist die drittgrößte Stadt Algeriens und liegt im Nordosten des Landes. Auf dem Gebiet des Bistums befindet sich auch die frühere Bischofsstadt des heiligen Augustinus, Hippo Regius, das heutige Annaba.
Der Heilige Stuhl hatte bestätigt, dass der Papst im Rahmen einer Afrikareise vom 13. bis 23. April unter anderem Algerien besuchen wird. Leo XIV., der dem Augustinerorden angehört und dessen Generaloberer war, wird in die Hauptstadt Algier und nach Annaba reisen – Wirkungsort des Kirchenvaters Augustinus. Es ist der erste Besuch eines amtierenden Papstes in Algerien.
Für die Christen des Landes sei der Papstbesuch eine große Überraschung und Freude, erklärte Bischof Guillaud: „Für eine kleine Kirche wie die unsere ist es mehr, als wir erwarten konnten.“ Der Papst sei bereits zweimal als Generalprior des Augustinerordens in Algerien gewesen, unter anderem zu einer Konferenz über den heiligen Augustinus sowie zur Wiedereröffnung der Basilika in Annaba. Nun komme er, um „dem algerischen Volk selbst zu begegnen“.

Nach der Wahl von Papst Leo XIV. habe seine Selbstbezeichnung als „Sohn des heiligen Augustinus“ im Land große Aufmerksamkeit ausgelöst. Zunächst hätten manche Algerier dies geografisch verstanden, berichtete der Bischof, später habe man erkannt, dass es um eine geistliche Verbundenheit gehe. „Dass er drei Tage in Nordafrika verbringt, in einem Land mit muslimischer Mehrheit, ist ein starkes Zeichen.
Der Kirchenvater Augustinus (354–430), Bischof von Hippo Regius, wird heute auch in Algerien zunehmend als Teil des kulturellen Erbes wahrgenommen. Einen wichtigen Impuls habe eine internationale Konferenz im Jahr 2003 gegeben, die vom Hohen Islamischen Rat Algeriens gemeinsam mit der Universität Fribourg organisiert wurde, sagte Guillaud. Seitdem sei das Interesse an Augustinus gewachsen.

Heute besuchen jedes Jahr Zehntausende Menschen die Basilika des heiligen Augustinus in Annaba – „99 Prozent von ihnen sind Muslime“, so der Bischof. Auch der algerische Staat habe zur Restaurierung der Basilika beigetragen. Augustinus werde zunehmend als gemeinsames kulturelles Erbe gesehen.
Christen bilden in Algerien eine sehr kleine Minderheit. Schätzungen zufolge leben in dem nordafrikanischen Land nur einige Zehntausend Katholiken unter einer überwiegend muslimischen Bevölkerung. Die katholische Kirche habe sich seit der Unabhängigkeit Algeriens stark verändert, erklärte Bischof Guillaud. Nach dem Weggang vieler europäischer Christen sei die Kirche deutlich kleiner geworden, besonders durch politische Umbrüche und Konflikte in den 1990er-Jahren.
Seit den 1980er-Jahren habe sich jedoch eine neue Realität entwickelt: Viele junge Christen aus Ländern südlich der Sahara kommen als Studierende nach Algerien. „Heute bestehen etwa 80 Prozent unserer Gemeinden aus Studierenden aus Ländern wie Uganda, Tansania, Simbabwe, Mosambik oder Angola“, sagte der Bischof. Dadurch sei eine junge und dynamische Gemeinschaft entstanden.

Die Diözese Constantine-Hippone umfasst rund 110 000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Auf dem großen Gebiet ist die katholische Kirche an sieben Orten präsent. Etwa zehn Priester und eine ähnliche Zahl von Ordensschwestern betreuen die Gemeinden.
Nicht überall können regelmäßig Eucharistie gefeiert werden. Mancherorts versammeln sich die Gläubigen deshalb zum gemeinsamen Lesen der Bibel. „Wir entdecken neu, dass die Grundlage einer christlichen Gemeinschaft vor allem die Anwesenheit von Christen ist“, erklärte Guillaud.
Zugleich gibt es örtliche ökumenische Kontakte, etwa mit einer methodistischen Gemeinde in Constantine. Während der Gebetswoche für die Einheit der Christen werden gemeinsame Treffen organisiert. „Das Umfeld begünstigt eine sehr konkrete Form der Ökumene, die sich auf das Wesentliche konzentriert“, sagte Bischof Guillaud.

Gelegentlich wenden sich auch Einheimische an die Kirche mit dem Wunsch, Christ zu werden. In solchen Fällen gehe man sehr behutsam vor. Die Behörden seien über die Arbeit der Kirche informiert und respektierten die Gewissensfreiheit, solange keine missionarische Werbung betrieben werde, sagte der Bischof.
Wer um die Taufe bittet, werde deshalb sorgfältig begleitet und gründlich vorbereitet. Schwierigkeiten entstünden dabei oft eher im familiären Umfeld als durch staatliche Stellen, erklärte Guillaud. „Der Wechsel der religiösen Tradition kann in einer Gesellschaft, die an ihrem Erbe festhält, schmerzhaft sein“, erklärte Guillaud.
Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr katholische Priester, Ordensleute und Seminaristen getötet als 2024. Darauf weist KIRCHE IN NOT in einer aktuellen Auswertung hin. Rückläufig hingegen ist die Zahl der inhaftierten Geistlichen.
Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Meldungen wurden 2025 weltweit 19 Kirchenmitarbeiter getötet – im Jahr zuvor waren es 13. Bei den Getöteten handelt es sich um 15 Priester, zwei Seminaristen und zwei Ordensschwestern. Mehrere der gewaltsamen Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entführungen oder in bewaffneten Konflikten, etwa in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen getötet – unter anderem in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti.
KIRCHE IN NOT weist darauf hin, dass die hier erfassten Zahlen ausschließlich Priester und Ordensleute betreffen. In vielen Ländern seien auch Katecheten und Laienmissionare massiv bedroht und häufig Opfer von Gewalt, diese sind in der Statistik jedoch nicht enthalten.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Zahl der inhaftierten Geistlichen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT waren 2025 weltweit 28 Priester und Ordensleute aufgrund von religiöser Verfolgung in Haft oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt. Im Jahr zuvor waren es noch 71. Der Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in Nicaragua zurückzuführen, wo die meisten der im Jahr 2024 inhaftierten Geistlichen inzwischen freigelassen wurden.
In Belarus sank die Zahl der inhaftierten katholischen Priester ebenfalls leicht. In China hingegen nahm die Zahl der Festsetzungen zu, teilt KIRCHE IN NOT mit. Dort waren im Jahr 2025 insgesamt 14 Geistliche zeitweise in Haft oder unter Hausarrest, darunter mehrere Bischöfe. Verlässliche Informationen zur Situation der Kirche in China seien weiterhin schwer zu erhalten, betont KIRCHE IN NOT.
Auch in Indien kam es 2025 zu mehreren Festnahmen, betroffen waren ausschließlich Ordensfrauen. Ihnen wurden unter anderem Entführung oder Menschenhandel vorgeworfen. Alle Betroffenen kamen später wieder frei.

Ein großes Problem bleiben die Entführungen von Priester und Ordensleuten, auch wenn die gemeldeten Fälle leicht zurückgingen. KIRCHE IN NOT wurden im vergangenen Jahr 38 entführte Priester und Ordensleuten gemeldet.
Besonders betroffen ist weiterhin Nigeria, wo die Zahl der Entführungen sogar anstieg – von 17 auf 24 Fälle. Unter den Entführten waren auch Seminaristen und Ordensschwestern. Zwei Seminaristen wurden getötet. Zum Jahresende galt noch ein Priester als vermisst; ein weiterer kam im Januar 2026 frei.
Einen starken Anstieg verzeichnete auch Kamerun, wo 2025 insgesamt acht Priester entführt wurden, vor allem im konfliktreichen Nordwesten des Landes. Die meisten Betroffenen kamen wieder frei.
Weitere Entführungen wurden unter anderem aus Kolumbien, Haiti und Äthiopien gemeldet. Die Entführer gehören mehrheitlich islamistischen oder anderen extremistischen Gruppen an; in einigen Weltregionen haben auch kriminelle Banden Entführungen und die Erpressung von Lösegeld zu einem „Geschäftszweig“ gemacht.
Seit 1999 gibt es in der Diözese Machakos im Süden Kenias ein Karmelitinnenkloster. Sie stammen aus Kenia, Spanien, Burkina Faso, Kamerun und Tansania. Die wichtigste Aufgabe der kontemplativen Schwestern besteht im Gebet. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie durch das Backen von Hostien und der Anfertigung liturgischer Gewänder. Beides ist zugleich ein Dienst, den sie der Ortskirche leisten. Auch bei der Arbeit unterbrechen sie ihr Gebet nicht.
Zum Backen der Hostien standen ihnen bislang nur alte Geräte zur Verfügung, die immer wieder ausfielen und repariert werden mussten. Mit ihnen war die Arbeit mühsam. Zugleich ist aber die Nachfrage nach Hostien gestiegen, denn Schwester Mary Therese Ndinda, die Priorin, erklärt: „Die Erfahrung der Covid-19-Pandemie hat viele Menschen in die Kirche zurückkehren lassen.“

Den höheren Bedarf konnten die Karmelitinnen nicht decken. Neue Geräte konnten sie sich aber nicht leisten, denn mit ihrer Arbeit können sie nur gerade für ihren bescheidenen Lebensunterhalt aufkommen. Daher hatten sie uns um Hilfe gebeten. Unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen, und so kamen 18.000 Euro zusammen, sodass die Schwestern eine neue Ausstattung für die Herstellung von Hostien anschaffen konnten. Jetzt geht ihnen diese Arbeit viel leichter von der Hand.
Die Priorin schreibt im Namen ihrer Mitschwestern: „Wir möchten unsere Dankbarkeit für Ihre großherzige Unterstützung zum Ausdruck bringen. Möge der Herr, der sich an Großzügigkeit nicht übertreffen lässt, sie Ihnen vergelten!“
Die Mission von Ankililoaka liegt im Südwesten Madagaskars in einem ländlichen und stark unterentwickelten Gebiet. Sie wird von Salesianerpatres betreut. Die Einwohner sind in der jüngeren Vergangenheit überhaupt zum ersten Mal mit dem Evangelium in Berührung gekommen. Inzwischen nimmt die Zahl der Gläubigen zu. „Die Bemühungen vieler Jahre beginnen Früchte zu tragen“, freut sich Pfarrer Charles Armand Randimbisoa. Immer wieder bitten die Einwohner weiterer Dörfer, die zum christlichen Glauben finden, den Priester darum, ebenfalls eine Kapelle in ihrem Ort bauen zu dürfen.
Dennoch sind bislang erst sieben Prozent der Bevölkerung Christen, und Ahnenkult und der Glaube an Hexerei sind weiterhin sehr verbreitet. Die Patres haben Schulen gebaut und einen Radiosender eingerichtet, um das Bildungsniveau zu heben. Insbesondere setzen sie sich dafür ein, dass auch Mädchen die Schule besuchen können, denn Frauen und Mädchen sind stark benachteiligt. Es gibt noch viel zu tun, aber die Frohe Botschaft Christi, vor dem alle Menschen gleich wertvoll sind, berührt immer mehr Herzen. Pfarrer Randimbisoa sagt: „Inmitten einer Bevölkerung, die keine Bildung hat und in ihren althergebrachten Traditionen gefangen ist, bringt die Kirche große Hoffnung. Sie nimmt nicht nur eine wichtige Rolle bei der Evangelisierung ein, sondern auch bei der Erziehung. Die Gesellschaft kann nun von der moralischen Erziehung ihrer Kinder und Jugendlichen profitieren. Ja, die Kirche nimmt einen unersetzlichen Platz inmitten dieser Bevölkerung ein.“

Das Dorf Morafeno ist eine der derzeit 18 Außenstationen der Mission. Hier gibt es eine wachsende Gemeinde. Die Einwohner hatten aus traditionellen Materialien bereits eine kleine Kapelle errichtet, 2022 wurde sie jedoch leider durch einen Wirbelsturm stark beschädigt. Die Gläubigen versammelten sich dort zwar weiterhin zum Gebet, sie hatten jedoch Angst, dass das marode Gebäude einstürzen könne. Außerdem war es viel zu klein für die steigende Zahl der Gläubigen. Daher war es der größte Wunsch der Gemeinde, die Kapelle wieder aufzubauen und sie zu vergrößern. Da die Menschen aber sehr arm sind, schien dies unerreichbar und ein bloßer Traum zu sein.
Schließlich bat der Pfarrer unser Hilfswerk vertrauensvoll um Hilfe, und dank der Unterstützung vieler großzügiger Wohltäter konnte das neue Gotteshaus inzwischen eingeweiht werden. 14.000 Euro waren dafür zusammengekommen. Pfarrer Randimbisoa berichtet: „Die Gläubigen sind sehr dankbar für die erhaltene Hilfe. Sie haben sich mobilisiert und engagiert, um mit anzupacken und die Kosten zu senken. Sie haben sich abgewechselt, um bei Arbeiten wie dem Transport und der Beschaffung von Materialien wie Sand und Kies zu helfen. Mit unermüdlichem Eifer haben sie zu Fuß und mit Karren Zement und Eisen dreizehn Kilometer weit von der Nationalstraße bis zur Baustelle gebracht.“

Jetzt ist die Freude über die fertiggestellte Kapelle groß. Der Priester sagt: „Als sie diese schöne Kirche sahen, die geräumiger war als zuvor, waren die Herzen der Gläubigen von Freude erfüllt. Auch auf die übrige Bevölkerung hatte dies einen großen Einfluss. Viele Menschen kamen, um die Kirche zu anzuschauen. Zweifellos wird das neue Gebäude bald voll sein.
Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Wohltätern bedanken, die uns unterstützt haben und uns weiterhin helfen.“
Das neue Jahr hat für die Menschen in der katholischen Diözese Kontagora im Nordwesten Nigerias mit weiterer Gewalt begonnen. Bewaffnete Banden haben bei einer Überfallserie zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 3. Jänner 2026 mindestens 50 Menschen getötet, teilten Projektpartner KIRCHE IN NOT mit. Besonders erschütternd ist das Massaker im Dorf Kasuwan Daji, bei dem 42 Männer ermordet wurden. Bei den Opfern handelt es sich um Christen und Muslime; die gesamte Bevölkerung ist von den Übergriffen betroffen.
Einem KIRCHE IN NOT vorliegenden Bericht von Bischof Bulus Dauwa Yohanna aus Kontagora zufolge haben kriminelle Gruppen rund um den Jahreswechsel mehrere Dörfer in den Bundesstaaten Niger und Kebbi überfallen. Bereits am 28. Dezember hätten Angreifer in den Dörfern Kaiwa und Gebe sieben Menschen getötet und Häuser sowie Getreidelager in Brand gesetzt, heißt es in dem Bericht.
Am 2. Jänner 2026 drangen Bewaffnete im Dorf Sokonbora auf das Gelände der katholischen Gemeinde ein. Dort zerstörten sie Kreuzwegstationen und Musikinstrumente. Zudem stahlen sie Motorräder, Mobiltelefone und Bargeld. Anschließend hätten sie in einer nahegelegenen Siedlung die Lebensmittelvorräte geplündert, teilte das Bistum Kontagora mit.

Der schwerste Angriff ereignete sich am 3. Jänner im Dorf Kasuwan Daji. Die Angreifer steckten den örtlichen Markt und umliegende Häuser in Brand und „töteten 42 Männer, nachdem sie ihnen die Hände auf dem Rücken gefesselt hatten“, teilte das Bistum mit. Zudem seien eine bislang unbekannte Anzahl Frauen und Kinder entführt worden.
Besonders alarmierend sei die Lage der über 300 Schulkinder aus Papiri, die erst kurz vor Weihnachten aus der Geiselhaft entlassen worden waren. Nach Angaben des Bistums sind sie erneut schwer traumatisiert, da sie sich vor den jüngsten Angriffen mit ihren Familien in Sicherheit bringen mussten.

In seiner Erklärung fordert Bischof Yohanna ein sofortiges Eingreifen der Regierung. Es bestehe „dringender Bedarf an einer großen, gut ausgerüsteten militärischen Eingreiftruppe, die befugt ist, die Banditen zu verfolgen“. Andernfalls drohten „anhaltende massive Verluste an Menschenleben und die dauerhafte Vertreibung großer Bevölkerungsteile“.
In einer weiteren Stellungnahme drückte der Bischof seine „tiefe Trauer“ über den Tod der 42 Männer in Kasuwan Daji aus – „Christen und Muslime gleichermaßen“. Zugleich rief er die verschiedenen Bevölkerungsgruppen dazu auf, „einander nicht als Feinde zu betrachten, sondern geeint jede Form von Gewalt abzulehnen und gemeinsam unserem gemeinsamen Feind entgegenzutreten“.
Neben dschihadistischen Terrorgruppen und Extremisten aus dem Nomadenstamm der Fulani sind kriminelle Banden die Ursache von großem Leid unter Nigerias Bevölkerung. Auch wenn sich der Fokus nicht ausschließlich auf Christen und christliche Einrichtungen richtet, sind sie dennoch immer wieder besonders hart betroffen. In keinem anderen Land der Welt wurden etwa im vergangenen Jahr so viele Priester und Ordensleute entführt wie in Nigeria. Die Erpressung von Lösegeld ist für viele kriminelle Gruppen zu einer Einnahmequelle geworden.
In Nigeria sind zwischen 2015 und 2025 mindestens 212 katholische Priester entführt worden. Das geht aus einer Auswertung der Katholischen Bischofskonferenz von Nigeria hervor, die dem päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT vorliegt. Die Zahlen verdeutlichen das dramatische Ausmaß der Sicherheitskrise in dem westafrikanischen Land und die besondere Gefährdung katholischer Geistlicher.
Die Ende November vorgestellte Auswertung dokumentiert Entführungen in 41 der insgesamt 59 katholischen Diözesen und Erzdiözesen Nigerias. Die Ergebnisse bestätigen die Erkenntnisse des im Oktober erschienen Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT, der Nigeria als eines der gefährlichsten Länder für Geistliche und kirchliche Mitarbeiter einstuft.
Wie die Untersuchung angibt, ereigneten sich viele Entführungen direkt in den Pfarrhäusern, auf dem Weg zur Feier der heiligen Messe oder bei Reisen in entlegene Pfarrgebiete. Von den 212 entführten Priestern wurden 183 wieder freigelassen oder konnten entkommen, zwölf Priester wurden ermordet, weitere drei starben später an den Folgen der Gefangenschaft. Zudem wurden laut Bericht mindestens sechs Geistliche mehrfach entführt.

Die tatsächliche Zahl der Entführungen dürfte noch deutlich höher liegen. Aus 18 nigerianischen Diözesen liegen bislang keine vollständigen Daten vor. Darüber hinaus registrierte KIRCHE IN NOT in den vergangenen Jahren weitere Entführungsfälle in mindestens fünf Diözesen, die in der Studie nicht erfasst sind. Entführungen von Ordensleuten sind in den vorliegenden Zahlen ebenfalls nicht enthalten. Die Entführungen halten nach wie vor an; es ist zu befürchten, dass die Zahl der verschleppten Geistlichen in den vergangenen Wochen nochmals gestiegen ist.
Die Gewaltwelle in Nigeria hat auch gravierende Auswirkungen auf die katholischen Gemeinden. Allein in der Diözese Minna im Bundesstaat Niger wurden aufgrund von Terror und anhaltender Unsicherheit mehr als 90 Kirchen geschlossen, wie Projektpartner von KIRCHE IN NOT berichten. Auch in anderen Landesteilen mussten aus Sicherheitsgründen Pfarreien ihre Arbeit einstellen.

Terror und Bandengewalt in Nigeria betreffen auch die muslimische Bevölkerung. Dennoch sind Christen in vielen Regionen gezielt wegen ihres Glaubens bedroht, insbesondere im Norden durch dschihadistische Gruppen sowie in Zentralnigeria durch bewaffnete Milizen. Hinzu kommt eine strukturelle Benachteiligung christlicher Gemeinden, die vielerorts kaum wirksamen staatlichen Schutz erfahren.
Zugleich haben sich Entführungen in Nigeria zu einem Geschäftsmodell für kriminelle Banden entwickelt. Geistliche gelten als besonders verwundbare Ziele, da sie aufgrund ihrer Kleidung leicht erkennbar und meist ungeschützt sind und ihre Gemeinden große Anstrengungen unternehmen, um Lösegeld aufzubringen.
Angesichts der eskalierenden Gewalt, darunter zuletzt auch Massenentführungen von Schulkindern, rief die nigerianische Regierung im November 2025 den Sicherheitsnotstand aus. Geplant ist unter anderem, 20 000 zusätzlichen Polizisten einzustellen und die Sicherheitsmaßnahmen vor kirchlichen Einrichtungen zu verstärken.
In Burkina Faso verstärken die Kirchen ihre Sicherheitsmaßnahmen rund um die Weihnachtsfeiertage; die Angst vor Anschlägen sei hoch. Das berichteten die Bischöfe Théophile Naré aus Kaya und Justin Kientega aus Ouahigouya bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus. Beide Diözesen liegen im Norden des westafrikanischen Staates, wo es besonders häufig zu dschihadistischen Anschlägen kommt. Zwar habe sich die Lage in den vergangenen Monaten etwas entspannt, aber das könne sich schnell wieder ändern, betonten die Bischöfe.
Zum zehnten Mal würden die Christmetten vor Einbruch der Dunkelheit gefeiert, berichtete Bischof Naré: „Die Feierlichkeiten beginnen so früh, um Fahrten in der Dunkelheit zu vermeiden.“ Armee, lokale Sicherheitskräfte, Pfadfinder und Gläubige arbeiteten zusammen, um die Gottesdienstbesucher zu schützen und zum Beispiel Einlasskontrollen durchzuführen.

Diese Kooperation habe sich in der Vergangenheit schon als äußerst effektiv erwiesen, erzählte Bischof Kientega. Als im August ein Priester während der heiligen Messe attackiert worden sei, hätten Gläubige einen „menschlichen Schutzschild“ gebildet, um die Angreifer abzuwehren. „Darüber wurde nie in den Medien berichtet, aber es ist ein starkes Symbol für Glauben und Solidarität“, betonte Kientega.
Beide Bischöfe kritisieren, dass im Ausland zu wenig Notiz von der Lage in Burkina Faso genommen werde. Teilweise seien ganze Dörfer menschenleer, weil sich die Bewohner vor Terrorangriffen in Sicherheit bringen mussten.
Fast die Hälfte des Staatsgebiets von Burkina Faso sei in den Händen der Terroristen; zahlreiche Pfarreien hätten aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen, berichteten die Bischöfe. Lokalen Angaben zufolge wurden seit 2025 über 20 000 Menschen getötet, zwei Millionen sind auf der Flucht. Um die Lage und die Verfolgung der christlichen Gemeinden stärker ins Bewusstsein zu rufen, werden jetzt zwei Priester als Ansprechpartner für Medien ausgebildet; KIRCHE IN NOT unterstützt diese Initiative.

Vor allem aber fördert das Hilfswerk die Flüchtlingsarbeit der lokalen Kirchen. „Es geht ums Überleben. Wir versuchen die Grundbedürfnisse zu decken: Lebensmittel, Unterkunft, medizinische Versorgung“, betont Bischof Naré. Die Flüchtlingslager seien überfüllt. Vor seinem Bischofshaus kampierten Menschen unter freiem Himmel, weil kein Platz mehr im Gebäude frei sei. Die Diözesen versuchten auch den Unterricht für die vertriebenen Kinder zu stemmen; ebenso gelte es, traumatisierte und körperlich wie psychisch verwundete Menschen medizinisch wie seelsorgerisch zu betreuen.
Im aktuellen Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ warnt KIRCHE IN NOT mit Nachdruck vor der Misere in Burkina Faso. Betroffen von der Gewalt ist die gesamte Zivilbevölkerung; Beobachter stellen jedoch auch gezielte Übergriffe auf Christen fest, die etwas weniger als ein Viertel der Bevölkerung von Burkina Faso ausmachen.
Weitere Informationen: www.religionsfreiheit-weltweit.at
„Ich sehe jetzt, welche Rolle KIRCHE IN NOT hier spielt, und das ist sehr gut.“ Mit diesen Worten dankte Kardinalstaatsekretär Pietro Parolin für den Einsatz unseres Hilfswerks in Mosambik. Der „Außenminister des Vatikans“ hatte Anfang Dezember die umkämpfte Provinz Cabo Delgado im Norden des südostafrikanischen Landes besucht. Seit 2017 kommt es dort zu Angriffen dschihadistischer Gruppen. UN-Schätzungen gehen von über 6000 Toten und mehr als einer Million Vertriebenen aus.
Die Gewalt richtet sich gegen die gesamte Bevölkerung, die kirchlichen Stellen berichten aber auch von gezielten Übergriffen auf Christen. Bischof Antonio Juliasse von der lokalen Diözese Pemba berichtete beim Besuch der Vatikan-Delegation, dass in den vergangenen Jahren über 300 Katholiken ermordet worden seien, 2025 seien es 34 gewesen. Die meisten der Opfer wurden enthauptet. Der Bischof betonte, der Kardinalstaatsekretär habe bei seinem Aufenthalt Gelegenheit bekommen, aus erster Hand zu erfahren, was es bedeute „Kirche im Kontext dschihadistischer Gewalt zu sein, eine verfolgte und leidende Kirche“.

Kardinal Parolin zeigte sich sichtlich bewegt, als er bei einer Begegnung mit Gläubigen unter anderem die Geschichte eines Christen hörte, der drei Brüder und einen Onkel bei terroristischen Überfällen verloren hat. Mehrere Ordensleute berichteten, welcher Lebensgefahr sie täglich ausgesetzt sind. „Ich bin gekommen, um euch allen zu sagen, dass Ihr nicht allein seid“, erklärte Parolin den Teilnehmern zufolge. „Euer Leiden, eure Ängste, aber auch eure Hoffnungen liegen der Kirche am Herzen.“ Auch Papst Leo XIV. gehe die Situation in Mosambik zu Herzen, betonte der vatikanische Staatssekretär.
KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt die Diözese Pemba seit Beginn der Terrorwelle. Unser Hilfswerk unterstützt unter anderem kirchliche Flüchtlingslager und die Versorgung von Vertriebenen in Pfarreien. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Schulung von Priestern und Ordensleuten, die traumatisierten Menschen pastoral und psychologisch beistehen. Parolin betonte bei der Begegnung, dass er mit KIRCHE IN NOT in seiner Zeit als Nuntius in Venezuela von 2009 bis 2013 eng zusammengearbeitet habe. Mit Blick auf die Lage in Mosambik erklärte der Kardinal: „Bitte helfen Sie diesen Gemeinden, die so bedürftig sind, auch weiterhin. Wir müssen diesen Menschen konkret die Solidarität der Weltkirche zeigen, und genau das tun Sie.“

Kardinal Parolin hielt sich mit einer vatikanischen Delegation vom 5. bis 10. Dezember in Mosambik auf, zwei Tage davon in der umkämpften Region Cabo Delgado. Anlass der Reise war der 30. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Mosambik und dem Heiligen Stuhl. Vorausgegangen war das Ende eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs; die katholische Kirche in Mosambik hatte beim Abschluss eines Friedensvertrags vermittelt.
Rund 60 Prozent der knapp 34 Millionen Einwohner Mosambiks sind Christen; im Norden des Landes sind sie eine Minderheit. Der im Oktober veröffentlichte Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT stuft Mosambik in die „Kategorie rot“ für schwere Verfolgung ein und bilanziert: „Insbesondere 2024 kam es zu einer drastischen Eskalation antichristlicher Gewalt (…). Vor dem Hintergrund des expandierenden Einflusses dschihadistischer Gruppen, der politischen Unruhen und einem schwachen Staat in einem Großteil des Nordens des Landes sind die Bedingungen für Menschenrechte und Religionsfreiheit weiterhin sehr prekär.“

In den vergangenen Tagen sind im Norden Mosambiks mindestens vier Christen von Dschihadisten ermordet worden – die jüngste Welle von Angriffen im Rahmen eines Aufstands, der 2017 begann.
Obwohl der Aufstand in der Provinz Cabo Delgado seinen Anfang nahm, betrifft er inzwischen auch die südlich angrenzende Provinz Nampula, wo sich die jüngsten Gewalttaten ereignet haben. Besonders dramatisch ist die Lage im Distrikt Memba, in dessen Nähe Schwester Maria De Coppi im September 2022 den Märtyrertod erlitt, als ihre Missionsstation angegriffen wurde.
Nach Angaben von Bischof Alberto Vera von Nacala, in dessen Diözese Nampula liegt, wurden seit dem 10. November mehrere Siedlungen angegriffen und Hunderte Häuser in Brand gesteckt. Zudem gibt es Berichte über Entführungen von Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, durch die Terroristen, die sich zum „Islamischen Staat“ bekennen. „Es war eine Woche des Terrors und großen Leidens. Eltern und ihre Kinder mussten an sichere Orte fliehen. Tausende Familien leiden und versuchen, vor den Terroristen zu fliehen. Die Situation ist sehr unübersichtlich, in manchen Orten wurden die meisten Häuser niedergebrannt, und Menschen wurden getötet“, sagte der Bischof in einer Botschaft an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

„Im gesamten Distrikt Memba herrscht Terror, ebenso im Norden und Osten des Distrikts Eráti. Memba ist jetzt eine verlassene Stadt“, erklärte er.
In mindestens einem der Dörfer „wurden vier Christen getötet. Einer von ihnen wurde enthauptet“, fügt der Bischof hinzu. Außerdem gebe es Berichte über mindestens zwei Kapellen, die von den Aufständischen zerstört worden seien.
Nach Schätzungen des UN-Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind rund 128.000 Menschen aus den betroffenen Regionen geflohen. Die Angst vor neuen Angriffen und die anhaltende Unsicherheit führen laut OCHA weiterhin zu neuen Fluchtbewegungen. Zudem weist das Amt auf einen Choleraausbruch hin, der ebenfalls Memba betrifft.

Bischof Vera sagt: „Die Kirche unterstützt diejenigen, die sie erreichen kann. Am dringendsten brauchen wir Lebensmittel, Grundversorgung für die Bedürftigsten, insbesondere Frauen und Kinder, aber auch für unsere Priester. Bitte betet für uns, denn dies ist eine unbegreifliche und unerträgliche Situation. Wir bitten Gott, uns zu helfen und uns Frieden zu schenken, und wir bitten die mosambikanische Regierung, die Terroristen zu bekämpfen – nicht nur mit militärischen Mitteln, sondern auch durch Dialog und internationale Vermittlung.“
„Danke, und der Herr segne euch. Bitte betet inständig für uns, denn wir brauchen es dringend“, sagt Bischof Alberto Vera in seiner Botschaft an KIRCHE IN NOT.
Mosambik wurde im Bericht Religionsfreiheit weltweit 2025, der im Oktober veröffentlicht wurde, als Land der Verfolgung eingestuft. Die Lage in Cabo Delgado ist der Hauptgrund zur Sorge in dem Land mit etwas mehr als 32 Millionen Einwohnern.
KIRCHE IN NOT hat die Diözese Nampula durch verschiedene Projekte unterstützt, unter anderem durch Hilfe für Binnenvertriebene, psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Gemeinschaften und die Anprangerung illegaler Landbesetzungen, von denen kirchliches Eigentum betroffen ist. Die Organisation arbeitet mit der katholischen Kirche zusammen, um den Gemeinden in Not sowohl geistliche als auch materielle Hilfe zukommen zu lassen.