Sonka ist das ärmste und abgelegenste der 35 Dörfer, die zu der Pfarre Nijpara in der Diözese Dinajpur gehören. Es liegt 20 Kilometer vom Sitz der Pfarre entfernt. Zwanzig katholische Familien leben dort. Sie sind tiefgläubig und nehmen aktiv am kirchlichen Leben teil.
Bislang gab es aber ein Problem: Das Dorf hatte nur eine alte aus Lehm gebaute Kapelle, die durch Regen und andere Witterungseinflüsse unbenutzbar geworden war. Außerdem war sie viel zu klein für die Gläubigen gewesen. Die Gläubigen hatten sich schon lange eine neue Kapelle gewünscht, um sich dort zum Gebet und zur Heiligen Messe versammeln zu können. Aber die meisten Einwohner von Sonka sind arm und leben von der Hand in den Mund. Viele sind Tagelöhner und schaffen es kaum, ihre Familien zu ernähren. Sie konnten daher nicht die Mittel für den Bau aufbringen.

Daher hatte sich der Pfarrer vertrauensvoll an KIRCHE IN NOT gewandt und hatte uns um Hilfe gebeten. Ihr habt ihn und seine Gläubigen nicht im Stich gelassen und habt 11.429 Euro für den Bau einer neuen Kapelle gespendet. Dank Eurer Hilfe konnte sie inzwischen eingeweiht werden. Der Jubel in der Gemeinde war groß, und die Menschen nehmen jetzt noch häufiger an den Gottesdiensten teil.
Pfarrer Narayan Singh schreibt uns: „Die Gläubigen von Sonka sind überglücklich, die neue Kapelle in ihrem Dorf zu sehen. Es ist großartig für sie, eine gute Atmosphäre für das Gebet und die Liturgie zu haben. Die Gemeinde ist Ihnen sehr dankbar und betet für Sie alle.“
Nach der Misshandlung und Tötung einer jungen Christin ist es im Nordwesten Nigerias zu weiteren Attacken auf christliche Einrichtungen gekommen. Zuvor waren zwei mutmaßliche Täter festgenommen worden. Ein ökumenisches Bündnis hat für kommenden Sonntag, 22. Mai, zu friedlichen Protesten gegen die Gewalt aufgerufen.
Die 21-jährige Studentin Deborah Samuel Yakubu war am 12. Mai von Kommilitonen in Sokoto im Nordwesten Nigeria geschlagen, gesteinigt und anschließend in Brand gesteckt worden. Ihr wurde vorgeworfen, in einer WhatsApp-Gruppe den Propheten Mohammed kritisiert und damit Blasphemie begangen zu haben. Yakubu gehörte einer evangelikalen Freikirche an.

Nach der Festnahme der beiden Tatverdächtigen griffen Demonstranten unter anderem die Kathedrale der katholischen Diözese Sokoto an. Jugendliche hätten Kirchenfenster eingeschlagen und einen Gemeindebus verwüstet, teilte die Diözese KIRCHE IN NOT mit.
Lokalen Medien zufolge wurden gezielte Falschinformationen gestreut, wonach Kirchenführer wie der katholische Bischof Matthew Hassan Kukah für die Äußerungen von Deborah Samuel Yakubu verantwortlich seien. Meldungen, auch das Haus des Bischofs sei angegriffen worden, bewahrheiteten sich indes nicht.
Als Reaktion auf die Übergriffe rief Bischof Kukah die Christen auf „weiterhin das Gesetz zu respektieren und für eine Rückkehr zur Normalität zu beten“. Er dankte der Polizei und den lokalen Behörden für ihr schnelles Eingreifen, das eine Eskalation oder weitere Todesopfer verhindert habe.
KIRCHE IN NOT sieht die Situation der Christen in Nigeria mit wachsender Besorgnis. Die dschihadistische Gewalt ist vor allem im Norden Nigerias auf dem Vormarsch. Mehrfach sind auch katholische Priester entführt und ermordet worden.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nigeria
KIRCHE IN NOT übernimmt die Kosten für die Instandsetzung des römisch-katholischen Priesterseminars der Diözese Kiew-Schytomyr. Die Ausbildungsstätte für aktuell 25 angehende Priester befindet sich in Worsel am Rand der ukrainischen Hauptstadt. Der Ort liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Butscha, das zum Synonym für Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung geworden ist.
Auch das Priesterseminar in Worsel war zu Beginn des Ukraine-Krieges im Februar von russischen Truppen überfallen, schwer beschädigt und geplündert worden. In unmittelbarer Nähe schlugen zwei Raketen ein.

Wie Dorfbewohner berichten, seien auch russische Soldaten in das Priesterseminar eingedrungen und hätten dort mindestens zwei Nächte verbracht. Die Studenten konnten sich in letzter Minute in Sicherheit bringen; mittlerweile sind die meisten von ihnen in einem anderen Priesterseminar in der Ukraine untergebracht.
Als er mit einigen Studenten Anfang April wieder nach Worsel zurückkehrte, bot sich ihm ein trauriges Bild, berichtet Seminarleiter Regens Ruslan Mychalkow: „Die Soldaten haben alles mitgenommen, was sie finden konnten: Küchengeräte, Waschmaschinen, Computer. Sie haben die Zimmer der Seminaristen durchwühlt.“
Auch ein Kelch, den Papst Johannes Paul II. während seines Ukraine-Besuchs im Jahr 2001 gestiftet hatte, sei gestohlen worden. Fotos zeigen außerdem eine enthauptete Marienstatue.

Die zurückgekehrten Studenten und Professoren des Priesterseminars hoffen, dass sie im September wieder ihren regulären Studienbetrieb aufnehmen können. Der Wiederaufbau wird auf rund 150.000 Euro geschätzt. Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT haben das beschädigte und geplünderte Seminar vor wenigen Tagen besucht und die Übernahme der Kosten zugesagt.
Eine der tragenden Säulen der fast siebzigjährigen Ukraine-Hilfe von KIRCHE IN NOT sei die Priesterausbildung, berichtet Projektreferentin Magda Kaczmarek. Deshalb habe der Wiederaufbau des Priesterseminars in Worsel jetzt hohe Priorität.
„Seit Beginn des Krieges stehen wir eng an der Seite der Menschen in der Ukraine“, sagte Kaczmarek. „Wir haben Soforthilfen für die Arbeit von Priestern und Ordensleuten im Kriegsgebiet gezahlt, unterstützen Kirchengemeinden und Klöster, die ihre Türen für Flüchtlinge geöffnet haben und finanzieren Autos und Transporter, damit humanitäre Hilfen im ganzen Land verteilt werden können. In der nächsten Phase helfen wir beim Reparieren der Kriegsschäden, sobald das möglich ist.“

Die Zeit bis zur erhofften Wiedereröffnung ihres Priesterseminars verbringen Regens Mychalkow und seine Studenten im karitativen Einsatz: „Wir helfen den Menschen vor Ort und verteilen Lebensmittel. Neulich kamen an einem Tag fast 1000 notleidende Menschen zu uns.“
Trotz der Not zeigt sich Mychalkow zuversichtlich: „Die Lage wird sich dann bessern, wenn wir das gesellschaftliche Leben wiederaufnehmen und Geschäfte und Betriebe wieder öffnen können. Danke an KIRCHE IN NOT für die Unterstützung.“
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
Am 28. April wurde der Priester Wathner Aupont zusammen mit weiteren Personen in einem Randbezirk der Hauptstadt Port-au-Prince entführt. Aupont leitet die Pfarrei „Josef der Arbeiter“ in Grande Ravine im Süden des Landes.
Vertreter der zuständigen Diözese Anse-à-Veau et Miragoâne appellierten an die Polizei, bei der Befreiung des Pfarrers mitzuhelfen. Pfarrer Aupont wurde tatsächlich am Tag darauf freigelassen, die anderen Personen blieben in der Hand der Entführer.
In einer Erklärung sprach ein Vertreter der Diözese von einer „neuen Plage der Entführungen, die die Gesundheit, das Leben, die Wirtschaft, die Familien und sozialen Strukturen unserer geliebten Republik Haiti zerstört“.

Auch Erzbischof Launay Saturné aus Cap-Haïtien, ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT, berichtete, dass die soziale, politische und wirtschaftliche Situation auf Haiti immer schlimmer werde.
Eine Welle von Unruhen und Entführungen bringe das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen, erklärte der Erzbischof: „Die Verschlechterung der Lage ist das Ergebnis der Zunahme bewaffneter Gangs, der vielen Entführungen, der allgegenwärtigen Ungewissheit, der Inflation, blutiger Überfälle und einer Flut von Unruhen und Grausamkeiten.“

Die Menschen auf Haiti lebten in ständiger Angst, sagte Erzbischof Saturné: „Viele Bereiche des nationalen Lebens sind ins Wanken geraten und fast nicht mehr existent. Niemand bleibt von dieser Unsicherheit verschont. Wir sind ihr alle ausgesetzt.“
KIRCHE IN NOT hat auf Haiti im vergangenen Jahr über 70 Hilfsprojekte unterstützt. Dazu zählten auch Nothilfen für den Wiederaufbau und die Versorgung der Bevölkerung nach dem Erdbeben im August 2021. Darüber hinaus stellt das Hilfswerk Fahrzeuge für die Seelsorge zur Verfügung und fördert die religiöse Ausbildung von Laien und Priestern.
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Verwendungszweck: Haiti
„Schock und Schmerz“: Mit diesen beiden Worten fasst Bischof Pavlo Honcharuk aus Charkiw die aktuelle Situation in der ostukrainischen Metropole zusammen. Im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT erzählt er von schrecklichen Erlebnissen, die auch ihn traumatisieren: „Ich denke an ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren, das wie versteinert vor der Leiche eines geliebten Menschen auf der Straße stand und sich nicht bewegen konnte.“
Zehn Wochen nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine konzentrieren sich die Angriffe zunehmend auf den Osten und Süden des Landes. Die Situation in der ostukrainischen Metropole Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, wird immer dramatischer.

Nach dem Beschuss eines Wohnviertels besichtigte Bischof Honcharuk die Schäden und erklärte – mit Helm und kugelsicherer Weste über seiner Soutane – in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT: „Die Siedlung hier war einst eines der bevölkerungsreichsten Viertel von Charkiw. Jetzt ist hier alles zerstört. Die Menschen haben sich in dunklen, feuchten Kellern verschanzt.“ Während im Hintergrund Explosionsgeräusche zu hören sind, sagt der Bischof: „Wir beten zu Gott, dass er uns beschützt und dass alles ein Ende findet. Es wird geschossen; wir hören die ganze Zeit Explosionen.“
In einer weiteren Videobotschaft beschreibt Bischof Honcharuk in den zerstörten Häusern: „Das ist eine Wohnung, oder besser gesagt, es war eine. Es ist nichts übriggeblieben, alles ist verbrannt.“ Mit Traurigkeit und Sarkasmus schließt er: „Und sie [die russischen Militärs; Anm. d. Red.] sagen, dass sie nur auf die militärische Infrastruktur abzielen.“

Bischof Pavlo Honcharuk leitet seit zwei Jahren das Bistum Charkiw-Saporischschja. Obwohl die römisch-katholische Kirche eine kleine Minderheit bildet, sind der Bischof und seine Mitarbeiter seit Kriegsbeginn rund um die Uhr für die gesamte Bevölkerung im Einsatz. „Wir versuchen jeden Tag, die Menschen in den Bunkern mit humanitärer Hilfe zu erreichen“, erläutert der Bischof. „Wir beladen Fahrzeuge, fahren durch die scheinbar menschenleere und völlig zerstörte Stadt und sprechen mit den Menschen, trösten sie, nehmen Beichten ab.“ Die Situation sei zermürbend und „unglaublich anstrengend, körperlich und vor allem geistig“.
In seinem Bischofshaus hatte Bischof Honcharuk zu Beginn des Krieges Flüchtlinge aufgenommen, darunter auch einen Bischof der orthodoxen Kirche der Ukraine. Nachdem Anfang März ein Geschoss das Dach seines Bischofshauses getroffen hatte, ist mittlerweile auch die Kathedrale in Mitleidenschaft gezogen: „Viele Fenster wurden während eines Luftangriffs durch den Druck herausgesprengt. Jetzt beten wir in einer kleinen Kapelle und nutzen Teile des Kirchenraums als Lager für Hilfsgüter.“ Die tägliche heilige Messe, Gebetsstunden und Seelsorge seien in der aktuellen Situation wichtiger denn je: „Wir können immer noch alle Toten begraben, Gott sei Dank.“
Die Kirchen seien längst kein sicherer Zufluchtsort mehr. Sakralbauten würden genauso wenig verschont wie andere zivile Ziele, erklärte der Bischof: „Nichts ist mehr heilig“, sagt er. Teilweise hätten sich Menschen in Kellern unterhalb der Sakralbauten verkrochen.
Es sei gelungen, viele Frauen und Kinder außerhalb von Charkiw unterzubringen, beschreibt Bischof Pavlo Honcharuk die aktuelle Situation. Die Männer seien jetzt zurückgekehrt, um ihre Heimatstadt zu verteidigen. Auch er denke nicht daran, die Stadt zu verlassen: „Solange noch Gläubige in der Stadt sind, werde ich bei ihnen sein. Gott und mein Glaube werden mir die Kraft dazu geben. Wir Priester sind nicht bewaffnet. Wir sind Kirchenleute. Unsere Waffen sind das Wort Gottes und das Gebet.“
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Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.



„Ich wurde in eine sehr gläubige christliche Familie hineingeboren. Die meisten Einwohner in unserem Dorf waren Muslime. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es je einen Streit oder eine Auseinandersetzung aufgrund der Religion gab.
Einige Jahre nach meiner Heirat mit Shafqat zogen wir nach Gojra und mein Mann fand dort eine Arbeit. Mein Mann ist seit zwölf Jahren teilweise gelähmt. Er hatte versucht, einen Streit zu schlichten und war dabei von einem Querschläger aus einer Waffe getroffen worden. Das Leben danach war hart, doch wir hatten Glück und fanden beide eine Arbeit an einer christlichen Schule, wo wir Hausmeisterdienste verrichteten. Nebenbei reparierte mein Mann Handys.
Im Juli 2013 stürmte die Polizei unser Haus und verhafteten meinen Mann und mich. Sie warfen uns Gotteslästerung vor. Über die SIM-Karte unseres Handys sei eine SMS über den Propheten Mohammed verfasst worden. Die Nachricht war auf Englisch geschrieben – eine Sprache, die weder mein Mann noch ich sprechen oder lesen können.
Im Gefängnis wurden wir gefoltert. Die Beamten sagten meinem Mann, dass sie mich vor seinen Augen vergewaltigen würden, wenn er die Tat nicht gestehen würde. Also tat er es, obwohl wir beide unschuldig waren.
Acht Monate waren wir inhaftiert, als wir vom Gericht schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt wurden. Unser Anwalt durfte sein Schlussplädoyer nicht zu Ende führen, keiner von uns wurde angehört. Als ich das Todesurteil hörte, wurde ich ohnmächtig.

Mein Mann und ich wurden nach der Verhandlung getrennt: Shafqat wurde in das Gefängnis von Faisalabad überführt, während ich in eine Todeszelle in Multan gebracht wurde. Meine Kinder konnten mich nur zweimal im Jahr für knapp eine halbe Stunde besuchen. Auch für sie war es sehr schwer: Sie mussten ständig umziehen und sich verstecken. Islamisten hatten sie mit dem Tod bedroht, weil sie unsere Kinder waren.
Jeden Tag habe ich geweint, weil ich nicht bei meinen Kindern sein konnte. Ich dachte ständig daran, dass mein Mann und ich eines Tages gehängt würden. Doch trotzdem verlor ich nie meinen Glauben. Ich betete jeden Tag und sang Psalmen und Hymnen. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Mehrmals wurde mir gesagt: Wenn ich zum Islam konvertiere, könnte ich der Todesstrafe entgehen und würde eines Tages freigelassen. Ich habe immer Nein gesagt.
Eine Zeit lang war Asia Bibi, die ebenfalls unter der falschen Anklage der Blasphemie zum Tode verurteilt worden war, meine Nachbarin in der Todeszelle in Multan. [Asia Bibi war 2010 als erste Frau in Pakistan zum Tod wegen Gotteslästerung verurteilt worden. Ihr Schicksal erregte internationale hohe Aufmerksamkeit. Sie kam schließlich nach einer Revisionsverhandlung Anfang 2019 frei; Anm. d. Red.]

Mittlerweile wurden weltweit Stimmen laut, die sich gegen unseren unfairen Prozess und unsere Verurteilung wandten. Sie beteten für unsere Freilassung und boten uns moralischen und geistlichen Beistand an. Und schließlich geschah es – man ließ meinen Mann und mich frei. Doch konnten wir ebenso wie Asia Bibi nicht mit unserer Familie in Pakistan bleiben, weil fanatische und extremistische Muslime darauf aus waren, uns zu töten, wenn wir in Pakistan blieben.
Wir sind jedoch sehr froh, dass ein europäisches Land uns Asyl gewährt hat und unsere Familie nun wieder vereint ist. Ich hoffe und bete, dass in meiner Heimat Pakistan die falschen Blasphemie-Anschuldigungen aufhören und dass diejenigen bestraft werden, die falsche Anschuldigungen erheben.“
Informationen zur Lage der Religionsfreiheit in Pakistan im Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT:
KIRCHE IN NOT unterstützt die pastorale Arbeit und das Gemeindeleben der katholischen Minderheit Pakistans. Das Hilfswerk hilft über die Partner vor Ort auch Personen, die wegen Blasphemie angeklagt sind und macht auf internationaler Ebene auf ihr Schicksal aufmerksam. KIRCHE IN NOT finanziert auch Initiativen, die sich gegen die Entführung von Frauen und Mädchen einsetzen.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Pakistan
Tadej wuchs nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Westen der Ukraine auf. Das Land erlebte damals eine kulturelle Wiedergeburt. Auch die jahrzehntelang grausam verfolgte ukrainische griechisch-katholische Kirche wagte ihren Weg aus dem Untergrund.
Als Kinder begleiteten Tadej und seine beiden Brüder ihre Mutter und Großmutter regelmäßig in das Basilianerkloster von Drohobytsch in der Nähe von Lwiw (Lemberg). Die Jungen waren so fasziniert von dem, was sie dort erlebten, dass sie zu Hause im Wohnzimmer die Liturgie der Mönche nachspielten.
Die Basilianer des heiligen Josaphat (OSBM) sind eine Mönchsgemeinschaft mit heute etwa 300 Mitgliedern. In der Sowjetzeit war die Gemeinschaft offiziell verboten. Beim Zusammenbruch des Kommunismus war nur ein kleines Kloster in Warschau übriggeblieben.

Seither setzte eine Wiederbelebung ein. Die Basilianer des heiligen Josaphat haben Niederlassungen in der Slowakei, Rumänien, Ungarn und in der Ukraine. Die sechs Basilianerklöster im Westen des Landes sind seit Beginn der russischen Invasion zu Anlaufstellen für Flüchtlinge und Vertriebene geworden.
In den 1990er-Jahren aber waren die Klosteranlagen noch Ruinen. „Damals halfen viele junge Leute den Mönchen beim Wiederaufbau“, erzählt Tadej. Auch er und seine Brüder machten mit. „Das gab uns das Gefühl, Teil einer großen Familie zu sein.“

Doch diese Begeisterung für die Kirche wurde im Laufe der Jahre immer geringer. Tadej beschreibt sich selbst als „rebellischen Jugendlichen“, seine Leistungen in der Schule wurden schlechter. Als er bemerkte, dass die Männer seines Heimatdorfes die Kirche mieden, blieb auch er weg. Er hörte auf, seinen Glauben zu praktizieren.
Ein Gespräch im Unterricht und ein Tischtennisspiel sollten eines Tages alles verändern, erzählt Tadej: „Einer meiner Lehrer fragte mich, ob ich in die Kirche gehe. Ich fühlte mich in der Zwickmühle, weil meine Mutter fast jeden Tag in die Kirche ging. Ich wollte ihre Frömmigkeit irgendwie nicht verraten.“ Also griff er zu einer Lüge: „Ich habe gesagt, dass ich am Sonntag in die Kirche gehe.“ Jetzt fühlte er sich verpflichtet, das auch einzulösen.
„Auf dem Weg zum Gottesdienst dachte ich, wie dumm ich doch sei: Ich sollte lieber zu Hause Computer spielen.“ Doch Tadej ging trotzdem hin. Nach dem Gottesdienst luden ihn die Messdiener zu einer Partie Tischtennis ein. „Das hat sehr viel Spaß gemacht. Also bin ich jeden Tag in die Kirche gegangen, und danach haben wir Tischtennis gespielt.“ Ohne es zu merken, hatte Tadej einen neuen Freundeskreis gefunden.

Bald tauchte der Gedanke in ihm auf, selber dem Basilianerorden beizutreten. Aber er wusste, dass es ein großes Hindernis zu bewältigen gab. Sein Vater hatte wie viele andere Ukrainer im Ausland sein Geld für die Familie verdient.
Als er wieder zu Besuch war, scherzten seine Eltern am Küchentisch; und Tadejs Vater sagte zu ihm: „Eines Tages wirst auch du eine Frau haben, und wissen, wie schwer das ist.“ In diesem Moment fühlte Tadej, dass die Zeit reif war. „Nein, das werde ich nicht. Ich möchte Mönchspriester werden“, sagte er.
Sein Vater war schockiert und forderte ihn auf, erst einmal zu studieren. Ein Jahr lang betete Tadej um die richtige Entscheidung. Dann beschloss er, schon nach dem Abitur ins Kloster einzutreten. Sein Vater unterstützt ihn bei diesem Entschluss.

Jetzt ist er gerade dabei sein Studium am Priesterseminar der Basilianer in Brjuchowitschi am Rande von Lemberg abzuschließen und bereitet sich auch die Priesterwehe vor. Dann soll er sein Studium in Rom fortsetzen – sofern dies während des Krieges möglich ist. Sein Ziel ist jetzt mehr denn je: Die Ukraine wiederaufbauen, geistig wie materiell.
Denn neben den bislang unabsehbaren Kriegsfolgen seien Korruption und ein Misstrauen gegenüber den Institutionen weit verbreitet, so Tadej. Die Ukraine leide unter Armut, Arbeitslosigkeit und Drogenmissbrauch. Es ist zu befürchten, dass die traumatischen Erfahrungen des Krieges dies alles verschärfen.
Tadej ist voller Hoffnung, dass die Ukraine die aktuellen Bedrohungen überwinden kann: „Es ist wie mit dem Volk Israel nach der Befreiung aus Ägypten. Das Volk brauchte 40 Jahre, um die Zeit der Sklaverei zu überwinden. Wir brauchen Zeit, um uns zu verändern.“

Doch Tadej und seine Mitbrüder brauchen jetzt jede Form der Hilfe, die sie bekommen können. Die Basilianerklöster in der Westukraine haben hunderte Flüchtlinge aufgenommen. Diese müssen versorgt und verpflegt werden.
Dabei fehlten die notwendigen Mittel schon vor Kriegsbeginn, erzählt Pater Pantaleimon, der Leiter des Priesterseminars der Basilianer: „Seit ich Rektor bin, haben wir jedes Jahr die gleichen Einnahmen, aber die Preise haben sich verdoppelt. Seit Beginn des Krieges ist die Lage unberechenbar geworden.“
KIRCHE IN NOT unterstützt im Rahmen seines Nothilfeprogramms für die Ukraine Klöster, Pfarren, kirchliche Einrichtungen und auch Priesterseminare, damit sie die notleidenden Menschen versorgen können.
Unser Hilfswerk ist schon seit 1953 in der Ukraine aktiv und hat den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen maßgeblich unterstützt. Die Ukraine braucht gerade jetzt zupackende Seelsorger wie Tadej, um die Wunden an Seele und Leib zu heilen – auch wenn es viel Zeit brauchen wird.
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Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Karakosch ist die größte der insgesamt 13 mehrheitlich christlichen Kleinstädte der Ninive-Ebene im Nordirak. Anders als bei den meisten anderen Wiederaufbau-Projekten nach den Zerstörungen durch den „Islamischen Staat“, wurde diese Schule komplett neu gebaut. Dazu genutzt wurde das Gelände des ehemaligen Spielplatzes der Al-Tahira-Grundschule, die ebenfalls von den Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena geleitet wird.
Die Al-Tahira-Sekundarschule verfügt auf drei Etagen über Klassenzimmer, drei Labore, ein Computerzentrum, einen Konferenzraum, eine Bibliothek und eine Kapelle.

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern sagte: „KIRCHE IN NOT war von Anfang an an dieser Initiative beteiligt. Es war ein Privileg, mit so vielen Einzelpersonen und Organisationen zusammenzuarbeiten, einschließlich der österreichischen Bischofskonferenz, unterstützt von der österreichischen Regierung, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“
Heine-Geldern dankte den Wohltätern des Hilfswerks für ihre unermüdliche Unterstützung für den Irak. „Wer hätte in den dunkelsten Tagen der Belagerung durch den „Islamischen Staat“ geglaubt, dass wir nur wenige Jahre später die Eröffnung einer neuen Schule feiern würden?“

Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Irak
Eine christliche Gemeinde im Irak hatte dieses Jahr zu Ostern zusätzlichen Grund zur Freude, als ihre Kirche zum ersten Mal seit der Entweihung des Gebäudes vor fast acht Jahren durch militante Kämpfer des IS wieder für Gottesdienste geöffnet wurde.
Die militanten Extremisten drangen 2014 in die chaldäisch-katholische Kirche St. Kyriakos in Batnaya ein, enthaupteten die Statuen und zerschlugen den Altar. Bewaffnete Männer nutzten die heiligen Bilder über dem Altar für Schießübungen; die Extremisten schrieben antichristliche Graffiti auf die Wände der nahe gelegenen Kapelle der Unbefleckten Empfängnis.

Die Slogans, einige davon in deutscher Sprache, lauteten: „Oh, ihr [Schimpfwort] Sklaven des Kreuzes, wir werden euch alle töten … Ihr Drecksleute, ihr gehört nicht hierher.“
Sogar die Grabsteine des nahe gelegenen Friedhofs wurden in Stücke geschlagen.
Als der IS (Daesh) schließlich besiegt war und die Stadt als frei von Gewalt erklärt wurde, lag Batnaya nahezu in Schutt und Asche, es war die am stärksten beschädigte Stadt unter den mehr als ein Dutzend christlichen Städten und Dörfern in der historischen Ninive-Ebene.
Das katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) initiierte ein umfangreiches Restaurierungs- und Wiederaufbauprogramm, um den Menschen aus Batnaya zu helfen, in großer Zahl zurückzukehren.

Als Unterstützer verfolgter und anderer leidender Christen leistete KIRCHE IN NOT Hilfe zur Instandsetzung zweier Kindergärten in Batnaya, des Dominikanerklosters St. Clara, des Gemeindehauses, der Bibliothek und des Priesterhauses (Presbyterium).
Die St.-Kyriakos-Kirche und die nahe gelegene Kapelle, gefördert mit 242.000 Euro, bildeten das Kernstück des KIRCHE IN NOT-Restaurierungsprogramms. Ein KIRCHE IN NOT-Team, das zur Projektbeurteilung im letzten Monat Batnaya besuchte, stellte fest, dass die Arbeiten kurz vor dem Abschluss standen.
Die Arbeiten wurden in der Karwoche unterbrochen, damit die Gottesdienste stattfinden konnten – die ersten seit August 2014 –; und zur Osternacht besuchten über 500 Menschen die Messe, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern.

Der Gemeindediakon Basim berichtete KIRCHE IN NOT aus Batnaya und sagte: „Wir haben uns alle so sehr gefreut, zur Ostermesse in die Kirche zu gehen.“
Diakon Basim, der zwei Töchter hat, die elfjährige Therese und die achtjährige Veronica, und an einer örtlichen Sekundarschule Englisch unterrichtet, fügte hinzu: „Wir hatten sehr hart gearbeitet, um so weit zu kommen, und die Kirche war so voll, dass die Leute sogar in den Gängen standen.“
Der Koadjutorbischof von Alqosh, Thabet Al Mekko, wies darauf hin, dass die Kirche St. Kyriakos eine der größten der Diözese ist, und sagte KIRCHE IN NOT: „Wir sind dem Hilfswerk Kirche in Not sehr dankbar für all die Unterstützung, die sie uns gewährt hat.“
Diakon Basim gab an, er hoffe, dass die Arbeiten an St. Kyriakos im Juli abgeschlossen sein werden, am Jahrestag der Kirche, die viele Jahrhunderte alt ist, aber 1944 neu errichtet wurde.
Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak, einem der Schwerpunktländer, weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
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Verwendungszweck: Irak
Mit einem Hilfspaket von fast 1,5 Millionen Euro bewahrt KIRCHE IN NOT über 90 katholische Schulen im Libanon vor der sofortigen Schließung. Die Mittel sollen dazu beitragen, jene große Wirtschaftskrise im Land zu bewältigen, die soziale Einrichtungen massiv bedrohe. KIRCHE IN NOT folgt mit dem Hilfspaket einem Aufruf des Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri.
„Der Libanon leidet unter der größten Währungsabwertung in seiner Geschichte. Es gibt eine massive Auswanderung, und die soziale Grundversorgung bricht zusammen“, erklärte der Generalsekretär von KIRCHE IN NOT International, Philipp Ozores, nach seiner Rückkehr aus dem Libanon. „Das ist die größte Bedrohung für die christliche Präsenz im Libanon in den vergangenen Jahrzehnten.“
Nach dem massiven Exodus der Christen aus dem Irak und Syrien sei der Libanon das einzig verbliebene Land im Nahen Osten mit einer bedeutenden christlichen Gemeinschaft.
Ziel sei es nun, über 90 Schulen vor der Schließung zu retten. Hilfsempfänger seien 61 Schulen in ländlichen Gebieten und Armenvierteln von Beirut sowie 19 über das ganze Land verteilte Fachschulen. „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird diese schreckliche und andauernde Krise dazu führen, dass Tausende von Kindern ohne Schulbildung bleiben und noch mehr christliche Familien zur Auswanderung bewegt werden“, fürchtet Ozores.

In einer ersten Phase habe sich KIRCHE IN NOT nun dazu verpflichtet, diese mehr als 90 Schulen durch zwölf Hilfsprogramme zu unterstützen. Ein Teil dieser Hilfe wird in Form von Stipendien für Schüler aus den bedürftigsten Familien geleistet, die je nach Schule zwischen 25 und 70 Prozent der gesamten Schülerschaft ausmachen. Dadurch würden Familien entlastet, die aufgrund der Krise derzeit nicht in der Lage seien, die Schulgebühren zu bezahlen.
Ein weiterer Teil sei eine Soforthilfe für Lehrer und Verwaltungsangestellte der Schule. „Ihnen ein stabiles Gehalt zu geben, ist eine der Säulen unserer Programme“, erklärte Philipp Ozores. Mehr als 2000 Grund- und Sekundarschullehrer hätten den Libanon in den vergangenen Monaten verlassen, um in Europa oder Ländern am Persischen Golf Arbeit zu suchen. Das derzeitige Durchschnittsgehalt eines Schulleiters sei von 1.000 US-Dollar auf nur noch 50 US-Dollar pro Monat gesunken.

Mit den Schulen würde ein wichtiger Pfeiler des sozialen und kulturellen Zusammenhalts in dem zersplitterten Land verloren gehen. Die katholischen Schulen im Libanon stünden Schülern aller Glaubensrichtungen offen. In Regionen mit muslimischer Mehrheit seien bis zu 90 Prozent der Schüler Muslime.
Ozores betonte: „Die Kirche im Libanon hat sich seit Generationen für die Bildung von Muslimen und Christen gleichermaßen eingesetzt. Das hat sich positiv auf die Mentalität vieler Libanesen ausgewirkt und als Bollwerk gegen die Art von religiösem Fanatismus und Extremismus gewirkt, die wir in anderen Teilen der arabischen Welt erleben.“

Bis vor etwa zwei Jahren sei das Schulgeld von den Familien gezahlt worden, das Lehrpersonal jedoch von der Regierung finanziert. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Eltern nicht mehr zur Zahlung des Schulgeldes in der Lage und die libanesische Regierung habe ihren Teil seit geraumer Zeit nicht mehr geleistet. In einigen Fällen befänden sich die Schulen bereits seit vier Jahren ohne staatliche Hilfe und könnten ihre Lehrer nicht mehr bezahlen.
In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Hilfe von KIRCHE IN NOT für den Libanon auf die Unterstützung christlicher Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg. In den Jahren 2020 und 2021 hat die Organisation ihre Hilfe für den Wiederaufbau von Kirchen und anderen Gebäuden in Beirut nach der Explosion im Hafen sowie die Soforthilfe für bedürftige Familien massiv aufgestockt.
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Verwendungszweck: Libanon
Monsignore Joseph Spiteri stellt fest, dass der Libanon ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist, weil er auf einer zivilen Verfassung gründet, in der die Gewissens- und Meinungsfreiheit respektiert werden. Der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls dankt KIRCHE IN NOT dafür, dass es durch Projekte, die die Christen zum Bleiben ermutigen, dazu beiträgt, dieses Gleichgewicht zu erhalten.
Der Libanon befindet sich in einer noch nie dagewesenen Wirtschaftskrise und viele Libanesen sind geneigt, das Land zu verlassen, oder haben es bereits getan. Während eines Treffens mit Vertretern von KIRCHE IN NOT (ACN), die das Land besuchten, um von der Päpstlichen Stiftung geförderte Projekte zu besichtigten, erklärte der maltesische Erzbischof Joseph Spiteri, der Botschafter des Heiligen Stuhls – oder Apostolischer Nuntius – im Libanon, dass „die Christen im Allgemeinen besser ausgebildet, besser vorbereitet sind und mehr Verwandte im Ausland haben, sodass es für sie einfacher ist, auszuwandern und gute Arbeitsplätze zu finden“.

Umso wichtiger ist es, in Projekte zu investieren, die Christen ermutigen, im Land zu bleiben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Unterstützung der Kirche für Schulen. „Die Katholische Kirche betreibt im Libanon etwa 330 Schulen. Etwa 90 davon sind sogenannte ‚‘unterstützte Schulen‘. Sie sind vor allem auf arme Familien ausgerichtet und sind privat, erhalten aber die Hälfte der Schulgebühren von der Regierung; die andere Hälfte kommt von den Eltern. Doch obwohl das Schulgeld sehr niedrig ist, zahlt die Regierung wegen der Wirtschaftskrise ihren Anteil nicht.
Da die Regierung bankrott ist, hat die Kirche beschlossen, nicht länger zu warten, sondern an einer Lösung zu arbeiten. Sie stellte bei KIRCHE IN NOT einen Antrag auf finanzielle Förderung, der bewilligt wurde. Die Hälfte des Betrags wurde bereits gezahlt, die andere Hälfte ist auf den Weg gebracht. Nuntius Spiteri zufolge ist die Bedeutung dieser Hilfe gar nicht hoch genug einzuschätzen. „Diese Schulen sind sehr wichtig, weil sie die christliche Präsenz bewahren, die Familien in den Dörfern halten und Arbeitsplätze für Lehrer und nicht-akademisches Personal schaffen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT war die Kirche in der Lage, den Lehrern in über 50 Schulen einen Zuschuss in Höhe von 300 Dollar und nicht-akademischem Personal 180 Dollar pro Schuljahr zu gewähren. Dieses Geld ist ein wichtiger Beitrag zur Deckung der Grundversorgung, wie Lebensmittel und Benzin, denn in der derzeitigen Krise geben viele Lehrer, deren Gehalt manchmal 50 bis 100 Dollar nicht übersteigt, mehr Geld für Benzin aus, um zur Arbeit zu gelangen, als sie verdienen. Weitere, noch kommende Gelder von KIRCHE IN NOT sollen hauptsächlich für Stipendien verwendet werden, als Hilfe für die ärmsten Familien, damit ihre Kinder weiterhin in der Schule angemeldet bleiben können.
„Wir schulden KIRCHE IN NOT ein großes Dankeschön. Danke für all die Hilfe, die Sie dem Libanon und den Christen im Libanon haben zukommen lassen, damit sie weiterhin hierbleiben und dieses wunderbare, wunderbare Land aufbauen können, das ein einzigartiges Land im Nahen Osten ist. Ich werde Sie in meine Gebete einschließen und bitte Sie, uns, den ganzen Libanon und insbesondere die libanesischen Christen in Ihre Gebete einzuschließen. Gott segne Sie“, sagte Mons. Spiteri in einer Nachricht an die Spender.

KIRCHE IN NOT unterstützt seit vielen Jahren Projekte im Land, doch die massive Wirtschaftskrise, die den Libanon nach den Aufständen von 2018 getroffen und das libanesische Pfund auf etwa ein Zwanzigstel seines früheren Wertes hat absacken lassen – wie auch die katastrophale Explosion, die den Hafen von Beirut und einen großen Teil der Stadt dem Erdboden gleichgemacht und die Krise noch verschärft hat – waren Anlass zu einer Erhöhung der Unterstützung auf das Vierfache.
Msgr. Joseph Spiteri betont, wie wichtig es ist, die christliche Präsenz im Libanon zu erhalten, auch, um das soziale Gleichgewicht zu schützen, das das Land so besonders macht.
„Der Libanon unterscheidet sich von allen anderen Ländern des Nahen Ostens. Nicht nur, weil es bei uns mehr Christen gibt, sondern weil es das einzige Land in der Region ist, das sich auf eine zivile Verfassung stützt. Die Gewissens- und Meinungsfreiheit werden hier seit jeher geachtet. Es ist wichtig, dass der Libanon sich diese Identität bewahrt. Es ist ein schwieriger Balanceakt, die Rechte der Einzelnen und die kollektiven Rechte der Gemeinschaften zu wahren. Aber es ist gelungen, und es kann gelingen, wir brauchen den guten Willen aller. Das ist die Identität des Libanon, das ist der Grund, warum der Libanon so anders ist.“

Es ist auch der Grund, warum Papst Franziskus wiederholt geäußert hat, er wolle den Libanon besuchen, um dieses soziale Vorhaben und insbesondere die christliche Gemeinschaft zu bestärken. „Der Papst will kommen. Er hat es gegenüber dem Präsidenten und dem Premierminister wiederholt, als sie vor Kurzem den Vatikan besucht haben“, erklärt der päpstliche Botschafter. Im April hatte der Präsident angekündigt, dass Papst Franziskus im Juni ins Land kommen werde. Der Vatikan hat es zwar noch nicht offiziell bestätigt, sagt jedoch, dass diese Möglichkeit durchaus besteht.
Der Nuntius hegt eine gewisse Hoffnung, dass die kommenden Wahlen im Mai zu einer stabileren Regierung führen werden, die es wiederum ermöglichen könnte, dass das Land endlich eine Vereinbarung mit dem IWF und der Weltbank trifft, damit die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und das Vertrauen wiederhergestellt wird.
„Ohne Vertrauen kann der Libanon keine Investitionen anziehen, aber es gibt Potenzial, zum Beispiel in der Landwirtschaft und im Tourismus, wo neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Wir müssen junge Menschen davon überzeugen, dass sie bleiben und interessante Dinge tun können. Das ist eine große Herausforderung“, schließt Erzbischof Joseph Spiteri.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon