„Papst Franziskus war der Pontifex für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft sowie ein unermüdlicher Kämpfer für Religionsfreiheit und bedrängte Christen. So behalten wir ihn in Erinnerung und vertrauen darauf, für unser Werk nun einen weiteren Fürsprecher im Himmel zu haben.“ Das erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, zum Tod von Papst Franziskus, der am Ostermontag, 21.4.2025 im Alter von 88 Jahren verstorben ist.
„Ich bin Papst Franziskus mehrfach begegnet, er hat dabei immer wieder sein Wohlwollen für unseren Einsatz gezeigt“, sagte Lynch. Besonders in Erinnerung sei ihr die Reise mit Papst Franziskus in den Irak, bei der sie im März 2021 als Vertreterin der Vereinigung der Ostkirchenhilfswerke ROACO der Delegation angehörte. Er besuchte dort unter anderem die Ninive-Ebene, in der KIRCHE IN NOT zahlreiche Wohnhäuser von Christen sowie Kirchen und Klöster wiederaufgebaut hat. „Im Flugzeug hatte ich damals die Gelegenheit, mit Papst Franziskus zu sprechen“, erinnert sich Lynch. „Er hat KIRCHE IN NOT und den Wohltätern des Hilfswerks sehr für alles gedankt, was wir für die Christen im Nahen Osten und weltweit tun. Das hat er auch bei anderen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht“, betonte die Präsidentin.
So hatte Papst Franziskus im Jahr 2016 mit einer persönlichen Spende an „Kirche in Not“ die medizinische Versorgung von aus der Ninive-Ebene vertriebenen Christen unterstützt, die in der autonomen Region Kurdistan Zuflucht gefunden hatten. Ebenfalls 2016 empfing Papst Franziskus eine Delegation von KIRCHE IN NOT und ließ den Wohltätern des Hilfswerks per Video eine spontane Grußbotschaft zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zukommen. Darin sagte er unter anderem: „Ich lade Sie alle ein, mit ‚Kirche in Not‘ auf der ganzen Welt Werke der Barmherzigkeit zu tun, und zwar bleibende Werke der Barmherzigkeit.“

2017 signierte Papst Franziskus ein gespendetes Auto der Marke Lamborghini und ließ es versteigern. Ein Drittel des Erlöses ging an KIRCHE IN NOT mit der Bitte, damit Projekte für Christen im Irak zu unterstützen. „Aktionen wie diese unterstreichen den feinen Humor des Papstes, für den ihn so viele Menschen geliebt haben“, betonte Lynch.
2018 entzündete Papst Franziskus beim sonntäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz eine Kerze, die von Projektpartnern von KIRCHE IN NOT in Syrien gefertigt worden war und bekundete damit seine Unterstützung der Adventskampagne unseres Hilfswerks „Kerzen für den Frieden in Syrien“. „Diese Flammen der Hoffnung mögen die Dunkelheit des Krieges vertreiben“, sagte der Papst damals. „Lasst uns beten und den Christen helfen, als Zeugen der Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung im Nahen Osten zu bleiben.“

Im August und September 2019 empfing Franziskus weitere Delegationen von KIRCHE IN NOT. Dabei segnete er 6000 Rosenkränze und eine Ikone – Teil einer pastoralen Initiative des Hilfswerks zusammen mit den lokalen Kirchen in Syrien, um den Hinterbliebenen von Kriegsopfern Trost zu spenden. Nach der Segnung der Rosenkränze am 15. August hatte Papst Franziskus den damaligen Geschäftsführenden Präsidenten Thomas Heine-Geldern zum Angelusgebet am Fenster des Apostolischen Palastes eingeladen und dabei nochmals zum Gebet für Syrien aufgerufen.
Zweimal hat der Pontifex auch Frauen aus Nigeria empfangen, die von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschleppt und misshandelt worden waren. „Kirche in Not“ hatte die Traumabehandlung der Frauen unterstützt und sie nach Europa eingeladen, um Zeugnis von ihrem Schicksal zu geben.
„In unzähligen Reden hat Papst Franziskus Stellung bezogen für die verfolgten Christen und das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Jede diese Äußerungen, jedes Gebet, jede Geste der Zuwendung hat unsere Projektpartner getröstet und ihnen ihre Würde zurückgegeben. Dafür sind wir unendlich dankbar“, sagte Lynch.
Papst Franziskus habe auch unbeirrt von einer „höflichen“, versteckten Diskriminierung von Christen gesprochen, die sich in der westlichen Welt immer weiter ausbreite, betonte die KIRCHE IN NOT-Präsidentin. „Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für diese mutige Analyse. Das sollte uns aufrütteln, gemeinsame Werte zu bewahren, die Gläubigen aller Religionen heilig sind.“

Unvergessen seien auch die zahlreichen Bemühungen von Papst Franziskus im ökumenischen und interreligiösen Dialog. Ausdruck davon sei zum Beispiel die Erklärung von Abu Dhabi, in der Franziskus gemeinsam mit muslimischen Religionsführern zur Brüderlichkeit aller Menschen aufrief. „Für unsere Projektpartner im Nahen Osten und in Afrika ist dieser Dialog ein sehnlicher Wunsch und eine Notwendigkeit, um gemeinsam gegen Intoleranz und Fundamentalismus aufzutreten und die Religionsfreiheit für alle Menschen zu gewährleisten. Papst Franziskus hat auch hier Maßstäbe gesetzt“, betonte Lynch.
Das gelte auch für die Begegnung von Papst Franziskus mit Schiitenführer Ajatollah Ali al Sistani während seiner Irakreise 2021: „Dieser mutige Schritt hat der christlichen Minderheit im Irak mehr Aufmerksamkeit verschafft und war ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung – auch wenn dieses Ziel noch längst nicht erreicht ist.“
2017 hatten das Zusammentreffen und die gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill auf Kuba internationale Beachtung hervorgerufen. „Auch wenn dieser Dialog infolge des Ukrainekriegs schwere Rückschläge erlitten hat: Die Tür muss offenbleiben“, erklärte Regina Lynch. „So viele Christen sind zur Zeit des Kommunismus für den gemeinsamen Glauben gestorben. Die Aussöhnung ist nach den jüngsten Ereignissen sicher ein langer Weg, aber sie entspricht dem Auftrag Jesu.“

Nicht nur im Einsatz für Religionsfreiheit und verfolgte Christen habe es viele Berührungspunkte mit dem verstorbenen Papst gegeben, sondern auch im Einsatz für Evangelisierung und Gebet: So hatte Papst Franziskus zum Beispiel mehrfach seine Unterstützung für die internationale Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ ausgedrückt, zu der KIRCHE IN NOT jedes Jahr einlädt. So sagte er beispielsweise im Oktober 2021 auf dem Petersplatz: „Die Stiftung KIRCHE IN NOT veranstaltet die Kampagne ,Eine Million Kinder beten den Rosenkranz’ für Einheit und Frieden. Ich ermutige zu diesem schönen Ereignis, an dem Kinder auf der ganzen Welt beteiligt sind.“
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, betont: „Wir trauern um einen Botschafter des Dialogs und der Barmherzigkeit. Gott vergelte ihm seinen treuen Dienst. Wir werden die Mission von Papst Franziskus gerade im Einsatz für die „Menschen an den Rändern“ fortsetzen und stellen uns als Päpstliche Stiftung auch dem künftigen Heiligen Vater zur Verfügung, wie wir es seit Beginn unseres Werkes getan haben.“
Trotz anhaltender Verfolgung wachse die Zahl der Christen in Nordnigeria „geradezu astronomisch“. Das stellte Bischof Habila Daboh aus Zaria im Bundesstaat Kaduna gegenüber KIRCHE IN NOT fest. Dabei sei das Leben für Christen nicht einfach: „Eine Mischung aus dschihadistischen Angriffen, Kriminalität und Stammeskonflikten bedroht ihr Leben“, sagte Daboh. Die Einführung der islamischen Rechtsprechung der Scharia in zahleichen Regionen habe die Lage zusätzlich verschärft.
Schuld an diesen zunehmenden Konflikten sei nicht die muslimische Mehrheitsbevölkerung, sondern erstarkende Gruppen von Extremisten. Das Zusammenleben von Christen und Muslimen sei zuvor harmonisch gewesen, erklärte der Bischof: „Wir teilten unser Festtagsessen. Wir feierten zusammen, spielten zusammen Fußball, besuchten dieselben Märkte. Doch dann kamen die Extremisten. Sie behaupteten, wer kein Muslim sei, verdiene es nicht zu leben. Von da an wurde das Leben für Christen unerträglich.“
Doch trotz dieser Spannungen und gewaltsamen Übergriffe gebe es in Nordnigeria immer mehr Menschen, die sich für das Christentum begeistern. Daboh, der zuvor Leiter des Priesterseminars in Kaduna war, erinnerte an die Entführung von vier Seminaristen Anfang 2020. Einer von ihnen, der 18-jährige Michael Nnadi wurde ermordet. Die übrigen kamen frei.

Nach dieser traumatischen Erfahrung hätten er und andere Verantwortliche befürchtet, dass junge Männer nun nicht mehr den Priesterberuf ergreifen würden. Doch das Gegenteil sei geschehen, erzählte der Bischof: „Es bewarben sich noch mehr junge Männer für das Priesterseminar. Als wir sie fragten, warum, sagten sie: ,Wir wollen den Menschen zeigen, dass Jesus ein Mann des Friedens war, dass er Liebe lehrte.‘“
Extremistische Gruppen wie Boko Haram bekämpften jede Form von Bildung, die ihnen ihren Augen als „westlich“ gilt. Doch die Christen setzten auf Bildung als „Schlüssel zur Freiheit“, betonte Daboh. Deshalb betreibe die katholische Kirche auch in Nordnigeria zahlreiche Schulen: „Mein Volk ist hungrig nach Wissen. Bildung gibt den Menschen die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Sie können herausfinden, was richtig und falsch ist.“
Er stelle fest, dass viele Menschen trotz Armut und Verfolgung glücklich seien und das auch ausstrahlten: „Sie sind glücklich, weil sie Christus haben“, sagte der Bischof. „Die Menschen wollen Liebe und Friede verkünden. Wir mögen nicht alle aus derselben Volksgruppe kommen oder derselben Religion angehören. Aber wir glauben daran, dass jeder unser Nächster ist und uns braucht. Das ist das Evangelium Christi.“

In Nigeria sind jeweils gut die Hälfte der rund 237 Millionen Einwohner Christen oder Muslime. Während im Süden die Zahl der Christen überwiegt, sind sie im Norden in der Minderheit. In zwölf Bundesstaaten ist die Scharia eine zentrale Quelle der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung. Im ganzen Land halten Angriffe auf Christen an. Diese gehen von dschihadistischen Gruppen oder kriminellen Banden aus. Nigeria verzeichnet aktuell die höchste Zahl von entführten Priestern und Ordensleuten weltweit.
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Die Pfarre von Chondonpara in der Diözese Tura in Ostindien ist noch ganz neu: Erst im Oktober 2024 wurde sie gegründet. Gleichzeitig konnte das Pfarrhaus eingeweiht werden, das dank der Hilfe unser Wohltäter errichtet werden konnte, die 40.000 Euro dafür gespendet hatten. Es war ein großes Fest, an dem der Bischof sowie viele Priester und Schwestern der Diözese und zahlreiche Gläubige teilnahmen.
Die neue Pfarre entstand durch die Teilung einer riesigen Pfarre, der 119 Dörfer mit insgesamt mehr als 21.000 Gläubigen angehörten. Die Gläubigen konnten in diesem großen Gebiet, das zudem in einer bergigen und mit Urwald bedeckten Region gelegenen ist, nicht intensiv genug betreut werden. Die meisten der Gläubigen gehören dem indigenen Stamm der Garo an und leben in großer Armut. Der Priester ist Ansprechpartner in allen ihren Nöten und muss daher erreichbar sein. Dazu brauchte er am Sitz der neuen Pfarre eine Unterkunft. Bischof Andrew Marak bat uns daher um Hilfe.

Das Pfarrhaus musste solide gebaut werden, da es ist der Region oft zu Erdstößen kommt. Der Bau war nicht einfach: Das Grundstück grenzt an den Wald, und so hatten die Bauarbeiter Angst, weil wilde Elefanten auf die Baustelle kamen. Außerdem war es schwierig, das benötigte Material auf der unbefestigten Straße zu transportieren. Mehrfach blieben Lastwagen auf den letzten Kilometern bis zum Dorf stecken. Außerdem gibt es in dem Ort keinen Strom, was die Bauarbeiten ebenfalls erschwerte. Am Ende herrschte aber große Freude über das fertiggestellte Pfarrhaus.
„Ohne Ihre Hilfe hätten wir dieses wichtige Projekt weder beginnen noch abschließen können. Das neue Pfarrhaus wird sehr viel Gutes bewirken. Die Anwesenheit des Priesters wird für die Aktivitäten dieser neuen Pfarre eine enorme Hilfe sein. Die Gläubigen werden sich stets an KIRCHE IN NOT erinnern und werden für alle Wohltäter beten, die große Opfer gebracht haben, damit dieses Projekt verwirklicht werden konnte.“
Laut dem Pfarrer der katholischen Pfarre „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt, Pater Gabriel Romanelli, hat die Zahl der getöteten Kinder im seit Oktober 2023 andauernden Krieg die Marke von 17.000 überschritten. „So viele Kinder wurden bislang getötet, das ist einfach schrecklich“, sagte der Priester im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN). „Wir hatten bislang über 50.000 Tote und über 110.000 Verletzte. Vielen von ihnen mussten Gliedmaßen amputiert werden.“
Die erneuten Kampfhandlungen nach der vereinbarten Waffenruhe bezeichnet der argentinische Seelsorger als fatal: „Kein weiterer Kriegstag löst die Situation, sondern verschlimmert sie nur noch.“ Er hoffe auf den Erfolg der erneuten Verhandlungen und dass die von der Hamas entführten Geiseln in naher Zukunft alle freikommen.

In der von ihm geleiteten Pfarre in Gaza-Stadt halten sich seit Kriegsbeginn konstant etwa 500 Personen auf – neben Katholiken auch einige orthodoxe und muslimische Familien. „Es ist eine enorme Herausforderung, mit so vielen Menschen auf engstem Raum zu leben“, berichtete Pater Romanelli.
Der Alltag sei von unvorstellbarer Not geprägt. „Die meisten Menschen haben alles verloren – ihre Häuser, ihre Arbeit, die Schulen für ihre Kinder.“ Wer die Möglichkeit zur Flucht hatte, sei bereits gegangen. Übrig geblieben seien vorwiegend arme, ältere und erkrankte Menschen. Aber auch Kinder hielten sich nach wie vor in der Pfarre auf, so der Seelsorger.

Obwohl die katholischen Christen im Gaza-Streifen eine kleine Minderheit von wenigen hundert Gläubigen bilden, übernehme die Kirche eine führende Rolle bei der humanitären Versorgung, betonte Romanelli: „Wir konnten tausenden Familien, nicht nur Christen, helfen und dafür sorgen, dass die Hilfe wirklich diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen.“
Die katholische Pfarre in Gaza-Stadt koordiniert die Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Doch nun seien neue Schwierigkeiten aufgetreten: „Die Grenzen sind seit einigen Wochen für humanitäre Hilfe geschlossen. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt und wir hoffen auf eine schnelle Lösung“, erklärte der Pfarrer. „Gott gebe, dass dieser Krieg bald endet und wir einen echten Frieden erleben.“
KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, um die Hilfe für die christliche Minderheit im Gaza-Streifen und den anderen Teilen des Heiligen Landes aufrechtzuerhalten.
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Mit großer Trauer und Bestürzung möchten wir unsere tiefe Besorgnis über die verheerenden Auswirkungen der jüngsten Erdbeben im Zentrum Myanmars zum Ausdruck bringen. Am 28. März haben zwei schwere Erdbeben mit Epizentren in der Nähe der Städte Mandalay und Sagaing unvorstellbares Leid verursacht.
Auch wenn die genauen Zahlen noch unklar sind, bestätigte die Regierung bisher mehr als 2.700 Tote, über 4.500 Verletzte und rund 440 Vermisste in Zentral- und Nordwest-Myanmar. Der US Geological Survey hält eine Zahl von über 10.000 Toten für sehr wahrscheinlich. Die Rettungsarbeiten werden durch eingestürzte Gebäude, unpassierbare Straßen und zusammengebrochene Kommunikationsleitungen massiv behindert.
Inmitten dieses Leids möchten wir unser Engagement für die Kirche vor Ort bekräftigen, wie wir es seit Beginn des bewaffneten Konflikts vor mehr als vier Jahren getan haben. Die Kirche in Myanmar sieht sich sowohl natürlichen als auch von Menschen verursachten Herausforderungen gegenüber, und wir stehen ihr in dieser Notlage weiterhin zur Seite.

Die Menschen in Myanmar stehen nach den zerstörerischen Erdbeben vom 28. März vor den Trümmern ihrer Existenz. Tausende Familien haben geliebte Menschen verloren, ganze Dörfer sind zerstört – doch inmitten dieses unermesslichen Leids können Sie ein Zeichen der Hoffnung setzen. Sie können der Kirche vor Ort helfen, Zuflucht zu bieten, Trauernde zu begleiten und lebensnotwendige Hilfe zu leisten. Wenn Sie spenden, schenken Sie nicht nur Lebensmittel oder einen sicheren Ort – Sie schenken Hoffnung. Hoffnung auf Wiederaufbau, auf Gemeinschaft, auf einen neuen Anfang.
Seit Jahren stehen wir der Kirche in Myanmar treu zur Seite – dank Menschen wie Ihnen, die sich nicht abwenden, wenn das Leid groß ist. Ihre Spende bedeutet für viele: Ich bin nicht allein. Bitte helfen Sie auch jetzt, damit wir der Kirche vor Ort beim Wiederaufbau von Leben und Strukturen beistehen können – schnell, wirksam und langfristig. Jeder Beitrag zählt. Jeder Euro ist ein Akt der Nächstenliebe. Lassen Sie uns gemeinsam zeigen: Wir lassen die Menschen in Myanmar nicht allein.

Regina Lynch, Präsidentin von KIRCHE IN NOT: „Unsere Aufgabe ist es, der Kirche in Krisenzeiten zur Seite zu stehen – nicht nur im Gebet, sondern auch durch konkrete Hilfe beim Wiederaufbau von Strukturen und Leben, nicht nur kurzfristig, sondern langfristig. Diese Tragödie ist ein weiteres Kapitel in der schrecklichen Leidensgeschichte dieses Volkes, und unsere anhaltende Präsenz an der Seite der Kirche in Myanmar zeigt: Wir lassen sie nicht allein.”
Wir wissen, dass viele von Ihnen die Situation in Myanmar mit großer Sorge verfolgt haben und den Schmerz über die verlorenen Leben und die betroffenen Familien teilen.
In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam die Herausforderungen gemeistert, vor denen Myanmar stand – und wir werden die Kirche vor Ort auch weiterhin auf ihrem Weg der Seelsorge und des Wiederaufbaus begleiten.
KIRCHE IN NOT gibt seine Kinderbibel mit dem Titel „Gott spricht zu seinen Kindern“ in der afrikanischen Sprache Azande (auch Pazande genannt) heraus. Sie wird von schätzungsweise 1,8 Millionen Angehörigen der gleichnamigen Volksgruppe in der Demokratischen Republik Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan gesprochen. Die neue Ausgabe auf Azande ist eine von rund 200 Übersetzungen, in der die Kinderbibel von KIRCHE IN NOT seit 1979 erschienen ist. Über 51 Millionen Exemplare wurden bislang verteilt.
Initiator der neuen Version der Kinderbibel ist der belgische Missionar Stefaan Lecleir, der im Bistum Tambura-Yambio im Westen des Südsudan an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik tätig ist. „In meiner Pfarre sind etwa 95 Prozent der Menschen Analphabeten“, erklärt Lecleir bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.
Seine Gemeinde hat darum einen Schwerpunkt auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen gelegt. Die Pfarre betreibt eine eigene Schule und ein Jugendzentrum. Beim Unterricht gibt es jedoch ein Problem: Bislang lag kaum Literatur auf Azande vor, der Muttersprache der Kinder. „Die Kinder lernen das Lesen auf Englisch. Aber es ist wichtig, dass die Kinder in ihrer eigenen Sprache lernen. Diesen Ansatz verfolgen auch die meisten Bildungs- und Kinderorganisationen“, sagt der Missionar.

Englisch sei in einem Land wie dem Südsudan, in dem viele verschiedene Sprachen gesprochen werden, sehr wichtig. „Aber wenn wir den Leseunterricht mit der Muttersprache der Kinder beginnen, fällt ihnen das Lernen später leichter“, ist Lecleir überzeugt.
Der Priester kannte KIRCHE IN NOT schon aus seiner Zeit in Belgien. Deshalb wandte er sich mit seiner Idee an das Hilfswerk, die Kinderbibel auf Azande herauszugeben. Die Übersetzungsarbeit erledigten drei muttersprachliche Priester, unter ihnen der Leiter einer kirchlichen Universität. „Nachdem sie den Text übersetzt hatten, gab ich ihn einigen Lehrern. Diese habe ihn laut gelesen, sodass wir den Text für die Zuhörer anpassen konnten“, berichtet Lecleir. Mittlerweile wurde die Übersetzung vom zuständigen Bischof freigegeben und geht nun vor Ort in den Druck – finanziert von KIRCHE IN NOT.

Die neue Kinderbibel leiste einen wichtigen Beitrag zur Alphabetisierung und zur Verbreitung des Glaubens. Sie führe Kinder auch an das Gebet und christliche Werte wie Feindesliebe und Vergebung heran – in Ländern wie Südsudan wichtiger denn je. Darüber hinaus gebe es aber auch noch einen persönlichen Nebeneffekt, sagt der Missionar: „Die neue Kinderbibel hilft auch mir, meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Es gibt keine bessere Möglichkeit, selbst etwas zu lernen, als Kindern etwas beizubringen.“
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Nach der Rückeroberung der sudanesischen Hauptstadt Khartum durch Regierungstruppen haben lokale Quellen KIRCHE IN NOT (ACN) ein Video geschickt. Es zeigt den Zustand der Kathedrale St. Matthäus, eines geistlichen Zentrums der katholischen Christen im Sudan.
Die Bilder zeigen erhebliche Schäden am Gebäude. Der Altarraum ist verwüstet; ein Kreuz und andere sakrale Gegenstände wurden zerstört. Wie die lokalen Ansprechpartner berichten, haben die Truppen der Rapid Support Forces (RSF) die Kathedrale als Waffenlager genutzt.
Die kleine christliche Gemeinde im Sudan, deren Anteil vor dem Krieg bei unter fünf Prozent der 43 Millionen Einwohner lag, habe sich weiter dezimiert, so die lokalen Quellen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben müssen. Viele Christen seien geflohen. Gerade die Menschen in der Hauptstadt Khartum hätten in den vergangenen beiden Jahren enorm gelitten. Die katholische Gemeinde dort zählte vor dem Krieg wenige hundert Gläubige.

Auch wenn der Bürgerkrieg keine religiösen Motive hat, so haben religiöse Minderheiten im Sudan Diskriminierung durch islamistische Extremisten und staatliche Stellen beklagt, wie der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT dokumentiert. Vor der Einführung der Verfassung im Jahr 2019 wurde eine massive staatliche Verfolgung gegenüber Nichtmuslimen verzeichnet. Viele brachten sich im mehrheitlich christlich geprägten Südsudan in Sicherheit.
Der aktuelle Bürgerkrieg hatte im April 2023 begonnen. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und seinem früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo, der die RSF-Miliz befehligt. In dem Krieg wurden zehntausende Menschen getötet, mehr als zwölf Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf der Flucht.
Es handelt sich aktuell wohl um die größte humanitäre Krise der Welt. Beobachter befürchten auch nach der Rückeroberung der Hauptstadt Khartum kein Ende des Konflikts. KIRCHE IN NOT steht mit Ansprechpartnern vor Ort im Kontakt, die nach wie vor unter prekären Bedingungen ausharren.

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Im Westen der Dominikanischen Republik wirkt sich die Krise im Nachbarland Haiti immer negativer aus. „Die Lage ist dort sehr gefährlich“, berichtete die Projektleiterin von KIRCHE IN NOT (ACN) für Mittelamerika, Veronica Katz, nach einer Reise in die Region. Es gebe zahlreiche Straßenkontrollen, das Militär sei überall präsent. Die Regierung der Dominikanischen Republik schiebe zahlreiche Haitianer ab, dennoch halte der Flüchtlingsstrom weiter an. „Die meisten Abschiebungen finden nachts statt, aber wir konnten sie auch tagsüber beobachten“, sagte Katz.
Die große Zahl von Migranten stelle auch die lokalen Pfarrgemeinden vor große Herausforderungen. Sie versuchten sich um die Menschen aus Haiti zu kümmern, das stoße aber an personelle und auch sprachliche Grenzen, stellte Katz fest: „Viele Haitianer sprechen Französisch oder Haitianisch-Kreolisch. Es gibt nicht viele kirchliche Mitarbeiter, die beide Sprachen beherrschen.“

Oft seien Katecheten die Träger des kirchlichen und karitativen Lebens, da Priester zahlreiche weiter entlegene und schlecht erreichbare Pfarreien betreuen müssten: „Das führt zu großer Erschöpfung und dem Gefühl, nicht alles zu schaffen.“ Einige kirchliche Mitarbeiter hätten ihren Einsatz in der Region abbrechen müssen, da ihnen die finanziellen Mittel fehlten, die sie für die Betreuung der Menschen brauchen.
Hinzu komme, dass der Westen der Dominikanischen Republik im Gegensatz zu den touristisch erschlossenen Landesteilen wirtschaftlich und sozial abgehängt seien: „Die Region wird von der Regierung ziemlich vernachlässigt“, stellte die Projektleiterin fest. Viele Bewohner arbeiteten in den Zuckerrohrplantagen, die Bedingungen dort seien sehr hart. Sekten versuchten mit allerlei Versprechen oder finanziellen Zuwendungen Menschen zu gewinnen.

Trotz dieser prekären Lage sei die Solidarität der Menschen gerade in den Pfarrgemeinden beeindruckend, so Katz: „Es gibt dort eine lebendige und aktive Kirche.“ „Kirche in Not“ unterstützt unter anderem die kirchliche Arbeit unter Migranten und in den Siedlungen der Zuckerrohrarbeiter. Außerdem finanziert das Hilfswerk Fahrzeuge für die Seelsorge in abgelegenen Gebieten. „Besonders hat mich berührt, was mir ein Pfarrer bei unserem Besuch gesagt hat“, berichtet Katz. „Unser Kommen lasse die Menschen spüren, dass sie nicht vergessen sind. Allein dieser Besuch sei schon ein Zeichen der Hoffnung.“
Über 90 Prozent der rund 11,1 Millionen Einwohner der Dominikanischen Republik sind katholische Christen. Die anhaltende soziale und politische Krise im Nachbarland Haiti, wo in einigen Landesteilen bewaffnete Banden auf dem Vormarsch sind, verschärft auch die Situation vor Ort.
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Verwendungszweck: Dominikanische Republik
Das Bailasan Counselling Centre („Bailasan Beratungszentrum“) ist die erste katholische Einrichtung für psychosoziale und psychische Gesundheit, die ausschließlich darauf ausgerichtet ist, der christlichen Gemeinschaft im Westjordanland Hilfe zu leisten. KIRCHE IN NOT hat die Renovationsarbeiten des Beratungszentrums finanziert und sprach kürzlich bei einem Besuch mit den Mitarbeitern. Deren Aufgabe ist es, eine Bevölkerungsgruppe zu betreuen, die infolge der vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Spannungen im Heiligen Land unter vielfältigen Traumata leidet.
Eine Befragung von fast 300 palästinensischen Christen zwischen Oktober und Dezember 2023, zu Beginn des Gaza-Krieges, ergab, dass 60 Prozent der Befragten einen Bedarf an psychologischer Betreuung und Beratung hätten.
Die Mitarbeiter des Bailasan Counselling Centre, dessen Wirkungskreis in Bethlehem im Westjordanland liegt, gehen davon aus, dass die Zahl deutlich höher wäre, wenn man die Umfrage heute wiederholen würde.
Der Krieg zwischen Israel und der Hamas konzentriert sich zwar auf den Gazastreifen, aber seine Auswirkungen sind überall im Heiligen Land und im Nahen Osten spürbar und vertiefen die Spaltung einer Gesellschaft, die schon vorher unter bitteren, langanhaltenden Feindseligkeiten und gegenseitigem Misstrauen zu leiden hatte.
Für die Christen im Westjordanland wird die Situation dadurch erschwert, dass sie als schrumpfende Minderheit einer überwältigenden muslimischen Bevölkerungsmehrheit gegenüberstehen, die zudem im Laufe der Jahre Anzeichen einer wachsenden Radikalisierung gezeigt hat.
Bei dem Besuch einer Delegation des Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN), das die Renovierung und ein Arbeitsbeschaffungsprogramm des Zentrums finanziert hat, beschrieb der Psychologe Albert Khader Hani die aktuelle Situation: „Wir sind mit verschiedenen Problemen konfrontiert, dazu gehören Besetzung und Gewalt. Der Krieg wirkt sich auf alle Lebensbereiche der Menschen hier aus, insbesondere bei den palästinensischen Christen. Als führende palästinensische Christen ist es unsere Aufgabe, mit ihnen zu arbeiten. Denn es gibt hier zwar viele Zentren für psychische Gesundheit, aber ihr Schwerpunkt liegt nicht ausschließlich auf der christlichen Gemeinschaft. Wir haben unsere Identität und wollen sie bewahren; und wir wollen unsere Vision zusammen mit ihnen weiterführen, in Sicherheit leben zu können.“

Angesichts dieser Situation und der sehr begrenzten Lösungsansätze des palästinensischen Gesundheitsministeriums beschloss das Lateinische Patriarchat von Jerusalem, im Juni 2024 das Bailasan Counselling Centre zu eröffnen. Das Team des Zentrums – unter anderem Mitarbeiter, die im Rahmen eines von KIRCHE IN NOT finanzierten Arbeitsbeschaffungsprogramms eingestellt worden sind – hat bereits alle Hände voll zu tun, trotz der kulturellen Tabus rund um das Thema psychische Gesundheit.
„Wir versuchen, gegen die Stigmatisierung anzukämpfen. Manche fürchten sich, hierherzukommen. Sie denken, sie könnten verurteilt werden, und haben Angst, über ihr Problem zu sprechen“, sagt Schwester Lorena Cecilia, eine mexikanische Comboni-Missionarin mit einem Abschluss in Psychologie.
„Man kann den Einfluss seiner Kultur nicht ausblenden. In unseren Familien haben wir Angst, mit psychischen Krankheiten in Verbindung gebracht zu werden. Wir kennen uns alle untereinander und suchen deswegen ungern Hilfe. Unsere Arbeit hier ist also nicht leicht! Trotzdem ist es im Vergleich zu früher schon viel besser geworden. Und der Erfolg unserer Arbeit hat schon dazu geführt, dass allmählich ein Wandel in der Kultur einsetzt“, fügt Albert Khaled Hani hinzu.

Eine Lösung, die das Zentrum gefunden hat, besteht darin, nicht darauf zu warten, dass die Menschen von selbst kommen, sondern hinauszugehen und die Gemeinschaft da zu treffen, wo sie zusammenkommt: in Jugendgruppen, Pfadfindergruppen, Selbsthilfegruppen für Mütter von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, Kirchengemeinden und Schulen.
Besonders wichtig sei die Arbeit mit jungen Menschen, so Schwester Lorena, denn viele von ihnen seien so sehr darauf aus, ihr Heimatland zu verlassen, dass sie der Gegenwart nicht genug Beachtung schenkten. „Ein großes Problem ist die Trennung von Familien – Eltern im Ausland oder Kinder, die ins Ausland wollen. Junge Mädchen zum Beispiel können sich nicht vorstellen, hier zu leben. Das führt zu Problemen in ihrer Lebensführung, denn ihre täglichen Entscheidungen sind auf eine zukünftige Abreise ausgerichtet. Physisch sind sie hier, doch ihre Gedanken drehen sich nur ums Auswandern.“
Das Bailasan-Zentrum ist derzeit das einzige christlich geführte Gesundheitszentrum, das ausschließlich auf Christen zugeschnitten ist. „Eine solche Arbeit wurde noch nie zuvor auf der Grundlage christlicher Werte getan. Wir sind nicht wie andere Zentren; unsere Grundlage ist die Bibel. Wenn ein Nichtchrist zu uns kommt, verweisen wir ihn an ein anderes Zentrum“, sagt Hala Batarseh, eine Sozialarbeiterin, die aus Bethlehem stammt.
Das Zentrum befindet sich nahe dem Stadtzentrum von Bethlehem in einem schönen Gebäude, das früher ein Kloster war. KIRCHE IN NOT hat die Renovierung des Gebäudes sowie den schönen und ruhigen Heilgarten auf der Rückseite mitfinanziert, letzteres im Rahmen seines Arbeitsbeschaffungsprogramms.
Das Wort „bailasan“ ist arabisch für „Balsam“ und ist inspiriert von Jeremia 8,22: „Gibt es denn keinen Balsam in Gilead, ist dort kein Wundarzt? Warum schließt sich denn nicht die Wunde der Tochter, meines Volkes?“ Die Mitarbeiter des Bailasan-Zentrums wollen ein lindernder Balsam für die psychischen Nöte eines traumatisierten Volkes in einer vom Krieg zerrütteten Region sein.
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In vier Bundesstaaten im Norden Nigerias sind erstmals und kurzfristig alle öffentlichen und privaten Schulen sowie Bildungseinrichtungen anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan geschlossen worden. Dies teilte Bischof Gerald Mamman Musa aus Katsina KIRCHE IN NOT mit.
Die Entscheidung der Schulschließung durch die Behörden beträfe allein in seiner Diözese bis zu 2500 Kinder in acht katholischen Schulen. Insgesamt seien hunderttausende Schülerinnen und Schüler in den Bundesstaaten Katsina, Kano, Kebbi und Bauchi aktuell von Bildung ausgeschlossen, so der Bischof.
Die Mitteilung der Behörden sei sehr kurzfristig gekommen und zum ersten Mal geschehen. „Die Ankündigung, die Schulen zu schließen, kam für uns völlig überraschend“, so Bischof Musa. Auch die Schüler, Eltern und Lehrer seien „geschockt“ gewesen. „Es muss klar werden, dass Bildung und religiöse Verpflichtungen sich nicht fremd gegenüberstehen oder sich gegenseitig ausschließen. Sie gehen Hand in Hand. Das Thema sollte mit Logik, im Dialog und mit Weisheit angegangen werden.“
Der Bischof erinnerte sich daran, wie er und seine Altersgenossen unterschiedlicher religiöser Hintergründe als Kinder während des Ramadans und anderer religiöser Fastenzeiten in die Schule gegangen seien. Es sei „nie dagewesen“, dass Bildung dadurch gelitten habe.

Die katholische Bischofskonferenz in Nigeria kritisierte in einem Schreiben die Entscheidung der Gouverneure der vier Bundesstaaten. Die Schließung von Schulen über einen längeren Zeitraum untergrabe das Menschenrecht auf Bildung und gefährde die Zukunft von Millionen nigerianischer Kinder. Die Entscheidung werfe „ernste Fragen über den säkularen Charakter unseres Landes und die Rechte aller Bürger“ auf. „Wir fordern die Gouverneure der betroffenen Staaten auf, diese Entscheidung zu überdenken und alternative Regelungen zu prüfen, die die Rechte und Freiheiten aller Bürger respektieren.“
Laut UN-Angaben besuchen in Nigeria derzeit landesweit mehr als 10 Millionen Kinder keine Schule, so viele wie in keinem anderen Land.
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Verwendungszweck: Nigeria
Die Ermordung des Seminaristen Andrew Peter folgt auf den kürzlichen Mord an Pfarrer Sylvester Okechukwu. In den ersten drei Monaten des Jahres 2025 hat Nigeria dreimal so viele Entführungen von Geistlichen und Ordensleuten zu verzeichnen wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2024.
Die Nachricht von der Ermordung des jungen Seminaristen Andrew Peter durch seine Entführer erschüttert die nigerianische Kirche. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die die Diözese Auchi an KIRCHE IN NOT (ACN) geschickt hat.
Die Ermordung von Andrew Peter folgt auf die erst kürzliche brutale Ermordung von Pfarrer Sylvester Okechukwu in der Diözese Kafanchan; die Zahl der Entführungen und Angriffe auf katholische Geistliche im Land hat im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2024 alarmierend zugenommen.
In den ersten drei Monaten des Jahres 2024 waren drei Priester entführt und alle innerhalb weniger Tage freigelassen worden. Doch zwei Wochen vor Ende März dieses Jahres sind in Nigeria bereits zehn Entführungen, darunter zwei Morde, zu beklagen.

Der Seminarist Andrew Peter war zusammen mit Pfarrer Philip Ekweli am 3. März entführt worden. Pfarrer Ekweli kam zehn Tage später, am 13. März, frei; doch der Seminarist wurde von den Entführern ermordet.
„Das Leben war für unser Volk in letzter Zeit die Hölle. Die Menschen sind nicht sicher auf den Straßen, in ihren Höfen und nicht einmal in ihren Häusern“, sagte Bischof Gabriel Dunia von Auchi in einer Erklärung, die KIRCHE IN NOT zugeschickt wurde und in der die Diözese den Tod von Andrew Peter beklagt.
Nigeria leidet in vielen Regionen unter akuter Unsicherheit. Für die Entführungen von Priestern gibt es verschiedene Gründe, darunter Lösegeldforderungen krimineller Banden, die damit finanzielle Gewinne anstreben, religiöse und ethnische Konflikte, an denen extremistische Gruppen wie Boko Haram und ISWAP beteiligt sind, und die Bedrohung der meist christlichen Bauern durch muslimische Hirten der Volksgruppe der Fulani. Einige Entführungen dienen als politisches Instrument, um die Regierung zu destabilisieren und ihr Versagen bei der Gewährleistung der Sicherheit zu entlarven, während andere auf lokale Streitigkeiten und Landkonflikte zurückzuführen sind.
Laut einer Statistik des Katholischen Sekretariats von Nigeria wurden in den vergangenen zehn Jahren 145 Priester und Seminaristen entführt und elf von ihnen getötet. Diese Zahlen wurden nach der Entführung von Pfarrer Philip Ekweli, jedoch vor seiner Freilassung und vor der Ermordung von Pfarrer Sylvester Okechukwu und dem Seminaristen Andrew Peter veröffentlicht.
KIRCHE IN NOT begleitet weiterhin das Leiden der nigerianischen Kirche und ruft zum Gebet und Handeln auf, um die Sicherheit aller nigerianischen Geistlichen und Laien zu gewährleisten, die unter dieser Unsicherheit und Gewalt leiden. KIRCHE IN NOT ruft seine Freunde und Wohltäter außerdem auf, für die Seelen von Pfarrer Sylvester Okechukwu und Seminarist Andrew Peter zu beten sowie für alle, die in Nigeria ihr Leben für den Dienst am Volk Gottes riskieren.
„Ohne tägliche heilige Messe und Rosenkranz könnte ich es hier nicht aushalten“, betont Witalij Nowak im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN). Nowak ist Militärpfarrer für eine Brigade von etwa 3000 Frontkämpfern in der Ostukraine, die genau Position kann er aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Er ist ein Seelsorger in der Hölle des Krieges – die auch nach drei Jahren noch nicht zu Ende ist.
Aktuell nehmen die Kämpfe wieder zu, berichtet Pfarrer Nowak. Und ob die Zukunft einen Waffenstillstand oder gar Frieden bringt, kann niemand absehen. Täglich spendet er den Segen für Soldaten, die in die Frontkämpfe geschickt werden – keiner weiß, ob sie lebend zurückkommen. „Sie stellen die Frage nach dem Sinn des Lebens in einer Intensität wie niemals zuvor. Ich möchte ihnen Sicherheit vermitteln. Aber mehr als meine Präsenz ist es die Gegenwart Gottes, die ich ihnen schenke.“

Obwohl offiziell über 80 Prozent der Ukrainer Christen sind, sind die Folgen der Sowjetzeit nach wie vor sichtbar: Viele Soldaten wissen kaum etwas vom Christentum. „Ich versuche, sie behutsam anzusprechen und teile mit ihnen ein paar Gedanken aus dem Evangelium.“ Jeder Soldat bekommt von ihm auch einen Rosenkranz und eine Wundertätige Medaille, die auf eine Marienerscheinung der französischen Ordensschwester Katharina Labouré im Jahr 1830 zurückgeht. Pfarrer Nowak erklärt den Soldaten, dass diese beiden Andachtsgegenstände ein Zeichen für Gottes Nähe seien und sie nicht allein sind. „Wenn sie dann wieder vom Fronteinsatz zurückkommen, sagen sie mir oft: ,Der Rosenkranz und die Medaille waren meine ständigen Begleiter. Ich habe mich an das erinnert, was sie mir gesagt haben, und habe zu Gott gebetet.’“
Aber es gibt auch die gegenteilige Erfahrung: Soldaten, die früher religiös waren, wenden sich aufgrund der erlebten Grausamkeiten von Gott ab. Die Seelsorger sind weiterhin für sie da, zumal es oft keine psychologische Hilfe gebe, berichtet Pfarrer Nowak. Gut die Hälfte der rund 300 Priester des griechisch-katholischen Ritus in der Ukraine haben seit Kriegsbeginn eine Fortbildung absolviert, um traumatisierte Menschen besser betreuen zu können. KIRCHE IN NOT finanziert diese Kurse. Seit 2022 hat das Hilfswerk in der Ukraine fast 1000 Projekte mit einem Umfang von über 3,5 Millionen unterstützt. Mittlerweile ist auch Netzwerk von kirchlichen Erholungszentren für ehemalige Frontsoldaten entstanden.

In den Gesprächen tauche auch immer wieder die Frage nach der Gewissensverantwortung auf, berichtet Pfarrer Nowak: „Wenn man dem Feind gegenübersteht, ist es dann Hass, der einen leitet, oder der Wunsch, das Land und die eigene Familie zu schützen?“ Sorgsam geht der Priester auch mit seinen Formulierungen um. Vom Schutz des Himmels zu sprechen, ist angesichts allgegenwärtiger Drohnen, die das Leben vom einen auf den anderen Moment auslöschen, schwierig geworden.
Unterwegs ist Pfarrer Nowak mit einem neuen Fahrzeug, das KIRCHE IN NOT finanziert hat: Einem Transporter, der bei Bedarf auch in ein Gesprächszimmer oder eine Kapelle umgewandelt werden kann. Diese Gefährte stehen in der Tradition der „Fahrzeuge für Gott“, die KIRCHE IN NOT in den 1950er-Jahren zur Seelsorge unter den katholischen Heimatvertriebenen in der deutschen Diaspora auf die Reise geschickt hat. „Natürlich bete ich nicht nur mit den Soldaten, ich koche auch mit Ihnen, verbringe ihre wenige Freizeit mit ihnen“, erzählt Pfarrer Nowak. Unterwegs ist er nicht nur dem Auto, sondern auch in der digitalen Welt. Täglich postet er Fotos, kurze Ermutigungstexte oder Bibelverse in den sozialen Medien und kann so viele „seiner“ Soldaten erreichen.

Aber auch ein schwerer Dienst hinter der Front gehört zu seinen täglichen Aufgaben: Er nimmt Kontakt mit der Familie auf, sobald ein Soldat verletzt wird – oder in den Kämpfen umkommt. „Das ist das Schwierigste“, gibt der Seelsorger zu. Gemeinsam mit den Angehörigen plant er auch die Beerdigung. Diese ist aber nicht immer sofort möglich, vor allem dann, wenn jemand in den besetzten Gebieten gefallen ist.
Außerdem hätten sich viele Familien im Ausland in Sicherheit gebracht und könnten nur aus der Ferne trauern. Dabei erlebt Pfarrer Nowak auch, „das viele Menschen in Wut und Hass gefangen sind“. Dem versucht der Seelsorger entgegenzuwirken, ohne zu beschwichtigen: mit einem offenen Ohr, einem offenen Herzen und dem Trost aus dem Glauben.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Ukraine