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„Ich bin Katechet der Pfarre St. Benedikt aus Palma“, so stellte sich Paulo Agostinho Matica vor, als er dem Apostolischen Administrator von Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse, die Kirchenbücher der Pfarre im äußersten Nordosten von Mosambik überreichte. Paulo Agostinho hatte die Unterlagen wie einen Schatz versteckt, als die Stadt am 24. März 2021 von Terroristen angegriffen wurde.

„Ich war im Pfarrhaus bei der Arbeit, als der Terrorangriff begann“, erinnert sich Paulo.  Während die ersten Schüsse und Bombendetonationen zu hören waren, beschloss der Katechet, die Pfarrbücher zu retten, in denen die Eheschließungen und Taufen der katholischen Gemeinde St. Benedikt in Palma aufgezeichnet sind – eine Art „historisches Gedächtnis“ der Pfarre.

Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen. Von dort aus floh er erst in ein Dorf am Stadtrand von Palma und schließlich nach Senga. Die Kirchenbücher, die er als den „Schatz“ der Gemeinde betrachtete, hatte er immer bei sich.

Der Katechet Paulo Agostinho Matica.

Dschihadistische Angriffe im Norden Mosambiks

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht; sie treffen die gesamte Bevölkerung, Muslime wie Christen. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei über 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen.

Ende März verübten die Terroristen eine ihrer bis dahin schlimmsten Attacken in der Provinz Cabo Delgado. Es kursierten Nachrichten, dass in Palma Menschen enthauptet wurden; Hunderte von Menschen waren auf der Flucht – unter ihnen auch Paulo Agostinho Matica.

Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Paulo Agostinho Matica (rechts) übergibt die geretteten Kirchenbücher an den Apostolischen Administrator der Diözese Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse.

Auch auf der Flucht den Dienst als Katechet nicht vergessen

Als der Katechet am Vorabend des Palmsonntags in Senga ankam, fand er eine kleine christliche Gemeinde vor. „Sie sagten zu mir: ‚Wir wollen beten’. Also ging ich in die Kirche, und wir begannen zu beten.“ Wenn kein Priester verfügbar ist, wird in der Gegend von Cabo Delgado üblicherweise ein Wortgottesdienst vom Katecheten gefeiert. So begingen die Christen von Senga den Palmsonntag.

Um die Pfarrbücher nicht zu verlieren, musste Paulo einen Ort finden, der sicher war. Also ging er in das Dorf Mwagaza, wo er Verwandte hat, und blieb dort bis Mitte April. Als er hörte, dass der Eroberungszug der Terroristen vorbei war, beschloss Paulo, trotz aller Gefahren nach Palma zurückzukehren.

Seit einigen Jahren werden die Menschen im Nordosten Mosambiks von dschihadistischen Kämpfern bedroht und vertrieben. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Die Kirche kümmert sich um die Verteilung von Hilfsgütern (Foto: Johan Viljoen).

Tiefe Erschütterung bei Rückkehr in seine Heimat

Was er vorfand, erschütterte ihn zutiefst: Die Kirche war geplündert worden. Die Milizen hatten viele Gegenstände in Brand gesetzt, zum Beispiel Heiligenbilder und Kirchenbänke. Auch die Lautsprecher und einige Kirchenfenster hatten sie zerstört. Alles war verwüstet.

Paulo Agostinho Matica hatte im Pfarrhaus etwa 30 000 Meticals [etwa 400 Euro] für die Ausgaben der Gemeinde aufbewahrt. Alles war weg, erzählt er: „Sie nahmen das Geld, einen Fernseher und das Motorrad.“

Hunderttausende Menschen in Mosambik von dschihadistischem Terror bedroht

Gut zwei Monate nach dem Terroranschlag in Palma fuhr der Katechet in die Provinzhauptstadt Pemba, um die Pfarrbücher in einer kurzen Zeremonie zu übergeben, die KIRCHE IN NOT per Video mitverfolgen konnte.

„Inmitten des Leids ein Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes“

Weihbischof Juliasse, der Apostolische Administrator der Diözese, lobte Paulos Mut und seine Entschlossenheit: „Ich bewundere sehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Pfarrbücher zu retten. Inmitten des Leids gibt er dieses Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes.“

Paulo Agostinho Matica ist es zu verdanken, dass die Pfarrbücher der Gemeinde St. Benedikt in Palma gerettet werden konnten. Wäre der Mut dieses Mannes nicht gewesen, hätten die Pfarrbücher dazu gedient, das Feuer zu schüren, das die Terroristen auf dem Boden der Kirche entfacht hatten. Nun sind sie Teil des historischen Erbes der Diözese.

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Die Provinz Cabo Delgado im Norden von Mosambik geht seit Jahren durch die Hölle: Seit 2017 haben dschihadistische Truppen Schätzungen zufolge mehr als 2500 Menschen getötet und eine Dreiviertelmillion vertrieben. Berichte über niedergebrannte Dörfer, Massaker und Entführungen gehören mittlerweile zum Alltag.

Aufgrund der gefährlichen Lage ist es selbst für Hilfsorganisation schwierig, in die Region zu gelangen. Oft ist die Kirche die einzige Anlaufstelle für die Menschen. Ordensfrauen, Priester und Katecheten kümmern sich darum, dass Binnenflüchtlinge untergebracht und versorgt werden – wenn auch unter prekären Umständen.

KIRCHE IN NOT hat dafür Soforthilfen bereitgestellt und unterstützt die Arbeit der Seelsorger und Ordensleute in der Region.

Neben der Hilfe suchen viele der leidgeprüften Bewohner auch einen Halt und Trost im Glauben. „Evangelisierung in der Krise“ heißt ein Seelsorgeprojekt der Diözese Pemba, das KIRCHE IN NOT ebenfalls fördert.

Vor allem an Katecheten, wichtige Multiplikatoren in Mosambik, wurden die Solarradios verteilt.

Radio ist wichtiges Mittel, um Bevölkerung zu erreichen

Hauptmittel der Verkündigung ist das Medium, das zurzeit in der Region am besten funktioniert: das Radio. Internet und Mobilfunknetz brechen viel zu oft zusammen und sind nicht flächendeckend verfügbar. Darum bietet das Radio eine Möglichkeit, die isolierte Bevölkerung zu erreichen.

Das war schon vor der Krise so: Viele Dörfer sind abgelegen, in der Regenzeit sind die Straße unpassierbar. Auch hier griff die katholische Diözese schon auf das Radio zurück, um die heilige Messe auszustrahlen, Katechese und Beratung anzubieten oder die Menschen mit christlicher Musik zu trösten.

Der bewaffnete Konflikt hat die Lage noch schlimmer gemacht. Die Terroristen zerstörten auch einen der katholischen Radiosender in der Region. Nun ist „Radio Sem Fronteiras“ (Radio ohne Grenzen) als einziges katholisches Medium übriggeblieben. Das Einzugsgebiet und die Zahl der Hörer hat sich erheblich vergrößert. KIRCHE IN NOT hat geholfen, das Sendersignal und damit die Reichweite zu verstärken.

Radio Sem Fronteiras (Radio ohne Grenzen) ist ein beliebter Radiosender in Mosambik.

Viele Orte haben keinen Strom: Solar-Radios schaffen Abhilfe

Auch konnte „Radio Sem Fronteiras“ dank der Hilfe neue Programme ins Leben rufen und Kooperationen mit anderen Sendern schließen, sodass nun auch über andere Stationen christliche Inhalte ausgestrahlt werden können.

Radio-Direktor Latifo Fonseca bedankt sich bei allen Spendern, die das ermöglichen: „Ich sende jedem einzelnen von ihnen meinen Segen. Sie helfen jeden Tag, die Mission Jesu Christi an Orten weiterzuführen, an denen es viel Leid gibt.“

Die Lage im Norden Mosambiks ist so schlimm, dass viele Gemeinden nicht einmal ein Radiogerät oder gar Strom haben. KIRCHE IN NOT hat deshalb Radiogeräte finanziert, die mit Solarenergie aufgeladen werden können.

Jedes Gerät wurde einem Gemeindeleiter – meistens ein Katechet – übergeben. So sollen möglichst viele Christen das hören können, was in diesen Zeiten des Terrors die wohl einzige Quelle der Hoffnung ist: das Evangelium.

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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Auch Ordensfrauen verschleppt

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.

„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Kinder in einem Flüchtlingscamp in der Diözese Pemba. © Johan Viljoen

Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“

Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado. © Kirche in Not

Neue Generation von Kämpfern herangezogen

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“

Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

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Zwei Wochen nach dem dschihadistischen Angriff auf die Stadt Palma im Norden Mosambiks hat der katholische Pfarrer António Chamboco noch keine Gewissheit über das Schicksal seiner Gemeindemitglieder. Chamboco war am 24. März, als der Angriff begann, gerade auswärts – das hat ihm möglicherweise das Leben gerettet. „Als ich von dem Angriff erfuhr, fühlte ich Traurigkeit und Schmerz. Ich arbeite seit einem Jahr in Palma und habe die Menschen dort liebgewonnen“, schilderte der Seelsorger im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.
Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Noch immer gelten viele Menschen als vermisst

Zunächst sei es noch möglich gewesen, Kontakt zu den eingekesselten Menschen zu halten, dann seien die Telefon- und Internetverbindungen zusammengebrochen. „Ich war in der ersten Phase des Angriffs mit zwei Koordinatoren unserer Gemeinde in Kontakt. Sie informierten mich, dass geschossen wird. Fünf Minuten später gab es keine Kommunikationsmöglichkeit mehr“, erzählt Chamboco. Der Pfarrer weiß nicht, ob seine Kirche und das Gemeindehaus noch stehen und was mit seinen Gemeindemitgliedern passiert ist. Tausende von Menschen sind noch immer verschollen.

Der Angriff auf Palma in der Provinz Cabo Delgado ist ein trauriger Höhepunkt einer Serie von dschihadistischen Angriffen, denen der Norden Mosambiks seit 2017 ausgesetzt ist. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Beobachtern zufolge rekrutieren sie sich überwiegend aus jungen Männern. Auch zum Angriff auf Palma bekannte sich der IS.

Dschihadistische Kämpfer in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Massaker an der Zivilbevölkerung

Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika. Medienangaben zufolge haben die Angriffe begonnen, als die Fortsetzung des Erdölprojekts verkündet worden sei. „Palma war ein wichtiger Ort. In der Region hatten zusätzlich zu den Einheimischen mehr als 40 000 Menschen Zuflucht gefunden, die vor früheren Angriffen in anderen Bezirken geflohen waren“, erklärt der Projektleiter für Mosambik in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“, Ulrich Kny.

Ein Videoclip, der „Kirche in Not“ zugesandt wurde und nach dem Angriff in Palma aufgezeichnet worden sein soll, zeigt enthauptete Menschen und verstümmelte Leichen. „Die Bilder sind schockierend. Wir können sie nicht teilen, weil sie durch ihre Brutalität die Menschenwürde verletzen“, sagt Kny. „Es zerreißt mir das Herz. Wie viele Tote braucht es noch, bevor die Welt reagiert?“

Jüngsten Berichten zufolge hat das Militär die Stadt Palma wieder unter Kontrolle gebracht, es werde jedoch in der Region weiterhin gekämpft. Die Stadt zählte vor dem Angriff rund eine halbe Million Einwohner. Es ist von Dutzenden Toten die Rede. Tausende Menschen ergriffen die Flucht. In ganz Mosambik gibt es laut UN-Flüchtlingshilfswerk über 670 000 Binnenvertriebene.

Ulrich Kny, Projektreferent für Mosambik bei KIRCHE IN NOT.

Flüchtlingsströme steigen weiter

„Kirche in Not“ unterstütze Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter, die sich dieser Menschen annehmen, erklärt Ulrich Kny: „Unser Hilfswerk versucht dort zu helfen, wo die Kirche vor Ort das Mögliche und oft das Unmögliche tut, um die humanitäre Krise zu lindern.“

„Kirche in Not“ hat Soforthilfen zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

„Angesichts der jüngsten Angriffe und der steigenden Flüchtlingsströme werden die Diözesen in der Region ihre Arbeit ohne Hilfe von außen nicht ausweiten können“, erklärte Ulrich Kny. „Wir müssen unsere Unterstützung für den Norden Mosambiks erhöhen. Beten wir für dieses Volk, das alles verloren hat. Die Welt kann dieses Drama nicht ignorieren.“

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„Fast wöchentlich erreichen KIRCHE IN NOT neue Horrormeldungen aus Mosambik. Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit spielt sich dort eine humanitäre Katastrophe nach der anderen ab“, erklärt Ulrich Kny, der für das Land im Südosten Afrikas zuständige Projektreferent in der internationalen Zentrale unseres Hilfswerks.

Seit 2017 wird der Norden Mosambiks von dschihadistischen Angriffen überrannt. Die eigentlichen Absichten der Terroreinheiten liegen im Dunkeln, Beobachter vermuten eine Mischung aus wirtschaftlichen, politischen und religiösen Interessen.

Am 10. März stufte die US-Regierung die Gruppierung als Ableger des „Islamischen Staates“ (IS) sowie als globale Terrororganisation ein. Augenzeugen berichten US-Medien zufolge von Massenenthauptungen und unvorstellbarer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.

Ulrich Kny, Projektreferent bei KIRCHE IN NOT.

Während der dschihadistische Terror sich in der Region im Grenzgebiet zu Tansania immer weiter vorwärts frisst und das Flüchtlingselend vergrößert, wird das Land aktuell von der Corona-Pandemie gebeutelt.

„War die erste Welle noch vergleichsweise glimpflich verlaufen, sind die Zahlen der Infizierten seit Januar stark angestiegen. Die stark steigenden Todeszahlen sind besorgniserregend“, sagt der Projektreferent von KIRCHE IN NOT. Dazu kommt, dass sich Cholera-Infektionen weiter ausbreiten – eine Folge der katastrophalen hygienischen Zustände in den Flüchtlingscamps, in denen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt.

Kny berichtet von einem Gespräch mit der Ordensfrau Aparecida Ramos Queiroz, die in der Diözese Pemba im Norden Mosambiks für die Koordination der Hilfsprojekte zuständig ist. In der Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado und den umliegenden Gemeinden haben hunderttausende Flüchtlinge aus dem Norden des Landes Zuflucht gefunden. UN-Angaben zufolge waren bis Ende 2020 fast 670 000 Menschen auf der Flucht.

Flüchtlingstreck in der Provinz Cabo Delgado, einer der am stärksten betroffenen Regionen Mosambiks.

„Gewalt trifft die ganze Gesellschaft”

Von den 17 Distrikten der Provinz Cabo Delgado wurden mittlerweile neun angegriffen. Die Gewalt trifft die ganze Gesellschaft, nicht nur die Christen, berichtete Schwester Aparecida: „Es werden muslimische wie christliche Einrichtungen angegriffen. Wir Christen sind nicht das Hauptziel der Aufständischen.“

Dennoch leidet auch die Kirche massiv unter den Folgen der Gewalt, schilderte die Ordensfrau: Mehrere Kirchen seien vollständig zerstört worden; sechs der insgesamt 23 Pfarreien des Bistums Pemba sind verwaist – die Lage ist zu unsicher, die meisten Gläubigen geflohen. Dennoch kümmern sich an einem der verlassenen Pfarrorte eine Schwester und ein junger Pfarrvikar um die Menschen, die selbst zur Flucht zu arm sind.

Schwester Blanca Nubia Zapata versorgt eine Mutter mit ihren kleinen Kindern.

Priester und Ordensleute kümmern sich um Flüchtlinge

„Mittlerweile hat die Regierung begonnen, die Flüchtlinge aus Pemba auf andere Orte in der Region umzusiedeln. Viele kommen privat unter, andere in neuen Flüchtlingssiedlungen“, beschreibt Ulrich Kny die Situation. Die meisten Priester und Ordensschwestern aus den Kampfregionen seien mit ihren Gläubigen geflüchtet.

„Sie versuchen nun dort, wo sie untergekommen sind, die Seelsorge unter den Flüchtlingen aus ihren Gemeinden fortzusetzen, und werden dabei von den kirchlichen Mitarbeitern vor Ort nach Kräften unterstützt.“

Weil trotz internationaler Hilfen eine akute Lebensmittelknappheit herrscht und viele Menschen Hunger leiden, hat KIRCHE IN NOT Nothilfen zur Verfügung gestellt. „Dank dieser Unterstützung können die Priester und Ordensleute vor Ort Lebensmittel an die Flüchtlinge verteilen“, berichtet Kny.

Hunderttausende Menschen sind vor der Gewalt geflohen und leben nun in großen Flüchtlingscamps.

Akute Lebensmittelknappheit

Ein weiteres Projekt widmet sich der psychosozialen Begleitung der Flüchtlinge, von denen die meisten nach dem unvorstellbaren Leid durch den Terror und durch die Flucht stark traumatisiert sind. Inzwischen wurden in Pemba über 120 pastorale Mitarbeiter und Freiwillige psychologisch geschult.

Über die Nothilfe hinaus finanziert KIRCHE IN NOT in Mosambik Existenzhilfen für Priester und Ordensleute und die Ausbildung von Seminaristen und angehenden Ordensschwestern, den Ausbau der kirchlichen Infrastruktur, die kirchliche Medienarbeit und anderes mehr.

Kny erklärt: „Die Kirche in Mosambik ist ein Anker der Hoffnung und der Nächstenliebe in einem Meer von Leid und Gewalt. Darum hat das Land für uns Priorität. Jede Unterstützung lindert das Leid der geschundenen und entwurzelten Menschen.“

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KIRCHE IN NOT hat 100.000 Euro Nothilfe für Mosambik auf den Weg gebracht, um die Arbeit der Kirche für notleidende und vertriebene Menschen zu unterstützen. Die Hilfe kommt den kirchlichen Einrichtungen in der Provinz Cabo Delgado im Norden des Landes zugute, die seit 2017 von dschihadistischer Gewalt heimgesucht wird.

Bei über 600 Angriffen durch mutmaßliche Kämpfer des „Islamischen Staates Zentralafrika“ (ISCA) und Gegenangriffen des Militärs sind in der Region schätzungsweise über 2000 Menschen ums Leben gekommen, über 300 000 Menschen haben ihre Heimat verloren.

Vertriebene campieren unter freiem Himmel.

Menschen im Fußballstadion hingerichtet

Projektpartnern von „Kirche in Not“ zufolge eroberten mutmaßliche Dschihadisten am 8. November den Ort Muidumbe, circa 250 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Pemba. Wie lokale Quellen berichteten, hätten die Eroberer dutzende von Menschen in einem Fußballstadion hingerichtet. Auch seien über 15 Jugendliche mit ihren erwachsenen Begleitern umgebracht worden. Die Gruppe bereitete sich gerade auf die traditionellen Initiationsriten der Volksgruppe der Makonde vor.

Flüchtlingstreck in der Provinz Cabo Delgado.

Ansturm der Vertriebenen ist kaum zu bewältigen

„Offenbar wollen diese Truppen das gesamte nördliche Gebiet der Provinz Cabo Delgado räumen und die Zivilbevölkerung vertreiben“, sagte Schwester Blanca Nubia Zapata aus Pemba gegenüber „Kirche in Not“. In der Provinzhauptstadt seien innerhalb von nur zwei Wochen über 12 000 Vertriebene eingetroffen. Der Ansturm sei kaum zu bewältigen, erklärt die Ordensfrau: „Es kommen Frauen und Kinder zu uns, selbst alte Menschen gehen tagelang zu Fuß. Einige sterben auf den Waldwegen oder Straßen. Es sind drei, vier Tage Fußmarsch – ohne Nahrung und Wasser, die Kinder auf dem Rücken … Einige Frauen haben unterwegs entbunden.“

Schwester Blanca erzählt, dass einige vertriebene Menschen zunächst über Land und dann auf dem Seeweg in kleinen Booten versucht haben, dem Morden zu entkommen. „Die Menschen wollen einfach nur weg. Sie haben schreckliche Angst. Viele Familien haben uns um Hilfe gebeten. Wir haben private Fahrzeuge organisiert und mit der Hilfe von Unterstützern Schulkinder aus der Gefahrenzone gebracht. Das war ungeheuer schwierig“, erzählt die Ordensfrau der Karmelitinnen vom Heiligen Josef.

Schwester Blanca Nubia Zapata versorgt eine Mutter mit ihren kleinen Kindern.

„Wir flehen die internationale Gemeinschaft um Hilfe an“

„Kirche in Not“ steht in engem Kontakt mit Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Pemba. Er hat dem Hilfswerk vergangene Woche eine Videobotschaft geschickt, in dem er die dramatische Situation beschreibt: „Es sind bereits 100 000 Flüchtlinge bei uns. Hunderte von Menschen schlafen unter freiem Himmel oder in Zelten am Strand. In dieser schwierigen Situation bitten wir die internationale Gemeinschaft um Hilfe und Solidarität, wir flehen sie regelrecht an“, appellierte der Bischof.

„Kirche in Not“ wird dem Hilferuf des Bischofs Folge leisten. Die Nothilfen in Höhe von 100 000 Euro gehen nach Pemba und die benachbarten Diözesen, damit sie die vertriebenen Menschen unterstützen können. Von dem Geld werden Decken, Kleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch Saatgut und Werkzeuge beschafft.

Bischof Luis Fernando Lisboa aus Pemba (rechts) verteilt Hilfsgüter.

„Das geschieht zusätzlich zu den Hilfen für Priester und Ordensleute, die wir in der Region bereits unterstützen“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International, Regina Lynch. „Aber zusätzlich zu dieser Nothilfe wollen wir auch dazu beitragen, das größte Leid zu lindern: das Trauma, das viele Menschen erlitten haben.“ Deshalb fördert das Hilfswerk Schulungen von Teams aus Priestern und Ordensleuten und Ehrenamtlichen, damit diese in den Pfarreien psychosoziale Hilfe anbieten können.

„Offenkundig erfährt die lange Zeit unbeachtete Tragödie im Norden Mosambiks jetzt endlich Aufmerksamkeit.“, sagte Lynch. Die Region sei ein „neuer Brennpunkt des Terrors und der dschihadistischen Gewalt, der Christen wie Muslime gleichermaßen betrifft. Wir hoffen, dass es endlich eine Antwort auf dieses Drama gibt, so dass den armen und verlassenen Menschen geholfen werden kann.“

Um den Einsatz der Kirche für die vertriebenen und notleidenden Menschen in Mosambik unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

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60 Jahre ist es her, dass 17 Staaten Afrikas ihre Unabhängigkeit erlangten – darunter Kamerun, Somalia, die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik und Nigeria. Das Jahr 1960 wird darum auch als „Afrikanisches Jahr“ bezeichnet – die europäische Kolonialherrschaft auf dem Kontinent ging nach und nach zu Ende.

In die Freude über Selbstbestimmung und Eigenstaatlichkeit mischt sich Nachdenklichkeit: Nach wie vor befinden sich viele Länder Afrikas in tiefer Krise. Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT blickt mit Professor Apollinaire Cibaka Cikongo auf 60 Jahre Unabhängigkeit zurück. Der Priester lehrt an der Universität von Mbuji-Mayi im Süden der Demokratischen Republik Kongo und hat unter anderem zahlreiche Werke zu gesellschaftspolitischen Themen verfasst.

Eine Ordensschwester in Ruanda versorgt eine ältere Frau. © KIRCHE IN NOT

 KIN: Herr Professor Cikongo, Sie haben kürzlich gesagt, dass seit dem „Afrikanischen Jahr“ 60 Jahre des Scheiterns vergangenen sind, die Afrika zum Kontinent der Gewalt gemacht haben. Ist diese Analyse nicht zu hart?

Appolinaire Cibaka Cikongo: Es ist die Wahrheit. Die gegenwärtige Gestalt Afrikas südlich der Sahara ist nicht das Ergebnis einer positiven Dynamik, sondern einer Dynamik der Gewalt. Sie wurde durch die westliche Eroberung hervorgerufen: Sklavenhandel, Kolonialisierung, Diktaturen und Schein-Demokratien. Subsahara-Afrika ist ein geopolitisches Gebilde, das auf Gewalt aufbaut, Gewalt erleidet und von Gewalt lebt.

Die Gewalt zeigt ihr grausamstes Antlitz in den kriegerischen Auseinandersetzungen. Sie haben die vergangenen 60 Jahre geprägt und dauern immer noch an. Warum?

Es gibt viele Faktoren, die zum Ausbruch dieser Kriege geführt haben; ich möchte drei hervorheben: Erstens die Konflikte, die durch eine „gescheiterte Koexistenz“ aufgrund künstlicher geopolitischer Entscheidungen verursacht werden. Zweitens die Kriege, die durch Gier und Wirtschaftsinteressen einiger indigener Gruppen und internationaler Mächte verursacht werden. Und drittens die Religionskriege, durch die Völker gewaltsam bekehrt werden sollen und die sich gegenwärtig in einem gewalttätigen, blinden und grundlosen islamistischen Terrorismus zeigen.

In manchen Staaten gibt es ohne die Kirche keine Hoffnung und keine Zukunft. Das zeigt sich in vielen Bereichen, besonders in der Bildung und der Gesundheitsvorsorge.

Sie haben von Gier gesprochen. Zahlreiche afrikanische Länder verfügen über große natürliche Ressourcen. Doch die Menschen leiden dort paradoxerweise umso mehr unter Armut und Verwahrlosung. Was sind die Gründe dafür, warum sich daran auch nach 60 Jahren Unabhängigkeit nichts geändert hat?

Unsere Wirtschaft beruht auf den Interessen der Großmächte, die uns unterjocht haben – aber auch auf den Interessen der „neuen“ Mächte, die aus Asien kommen. Noch heute profitieren diese Mächte aufgrund der ungerechten Gesetze einer grausamen Marktwirtschaft mehr von den vorhandenen Ressourcen als die eigentlichen Eigentümer. Darüber hinaus war die afrikanische Wirtschaft nicht in der Lage, sich zu entwickeln oder zu diversifizieren. Sie geht nicht über Gewinnung und den Verkauf von Rohstoffen hinaus.

Später kaufen wir die aus den Rohstoffen hergestellten Waren auf den vom Ausland dominierten Märkten zu einem hohen Preis zurück. Es gibt aber auch eine „Wirtschaft der Verschwendung und des Diebstahls“ in den afrikanischen Ländern selbst: Das Wenige, das im Land bleibt, wird nicht zum Wohler aller Bürger eingesetzt, sondern für die Interessen und Launen der Mächtigen.

Einige afrikanische Projektpartner von KIRCHE IN NOT beklagen eine anhaltende „soziale Unterwerfung“, was Lebensart und Kultur angeht. Es gibt Berichte, wonach internationale Organisationen als Voraussetzung für Hilfen Bedingungen stellen, die Auswirkungen auf Weltanschauung und Lebensbild der Afrikaner haben. Stimmt das?

Es handelt sich um eine kulturelle Gewalt von Seiten fremder Staaten und Interessensgruppen. Sie verleugnen die tief verwurzelten afrikanischen Werte, um uns fremde Sitten und Gebräuche aufzuzwingen, die oft im Widerspruch zum Naturrecht stehen. Dies geschieht vor allem im Hinblick auf das Leben und die Familie. Es gibt einen starken wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Druck. Es handelt sich auch um eine „anthropologische Gewalt“: Sie nimmt uns das Recht auf Entscheidungsfreiheit. Ich denke, das ist das Hauptvermächtnis des Sklavenhandels, der Afrika in eine Hölle verwandelt hat.

Wie würden Sie die Rolle der katholischen Kirche Afrikas in den vergangenen 60 Jahren bezeichnen?

Die Kirche ist die am besten funktionierende Institution. In vielen Ländern, zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, ist die Kirche ein Art „Ersatz-Staat“, ohne den es kein Leben, keine Hoffnung, keine Zukunft gibt. Das zeigt sich in vielen Bereichen, besonders in der Bildung und der Gesundheitsvorsorge. So leitet die Kirche etwa die Hälfte der Schulen, Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Unter ihnen befinden sich die besten Einrichtungen des Landes, aber auch die einzigen in den Dörfern, die vom Staat oft vollkommen vergessen sind.

Begräbnis in einem abgelegenen afrikanischen Dorf in Kenia.

Mit welchen Schwierigkeiten hat die afrikanische Kirche derzeit zu kämpfen?

Die katholische Kirche leistet ihre pastorale und soziale Arbeit trotz Zerbrechlichkeit von innen und Feindschaft von außen. Wir leiden unter innerer Zerbrechlichkeit, weil viele Gläubige ihre Berufung in der Welt kaum leben. Das gesamte soziale Engagement ruht auf den Schulten der einzelnen Bischöfe und der Bischofskonferenzen. Darüber hinaus mangelt es am Geld; wir sind von der Großzügigkeit aus dem Ausland abhängig. Schließlich leben wir in einem Klima starker religiöser Konkurrenz, es gibt viele evangelikale Sekten. Außerdem sind unsere Mitgliederzahlen rückläufig, weil es uns nicht gelungen ist, unsere apostolische Tätigkeit zu erneuern.

Sie haben auch eine Feindseligkeit von außen genannt. Worin besteht die?

Aufgrund ihres sozialen Engagements bedroht die Kirche viele Interessen. Deshalb ist es für viele Menschen ein Ziel, den Einfluss der Kirche zu verringern. Wir sind eine unbequeme Kirche, die von einigen Staaten gehasst oder sogar verfolgt wird. Einige Menschen oder Gruppen versuchen, jede kritische Äußerung mit Gewalt und Einschüchterung zum Schweigen zu bringen.

Weitere Methoden, die Kirche zu schwächen, bestehen darin, die Christen zu spalten oder die Korruption in der „religiösen Welt“ durch Schaffung neuer christlicher Kirchen zu fördern, von denen viele reine Geschäftsbetriebe sind. In der Demokratischen Republik Kongo hat der Staat in den letzten 30 Jahren rund 17 0000 christlichen Gemeinschaften Rechtsstatus gewährt. Das bedeutet, dass im Schnitt alle zwei Tage drei neue „Kirchen“ entstehen.

Sie zeichnen ein düsteres Bild. Was können wir tun, um nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung zu sein?

Nur eine Kirche, die Christus und dem Evangelium treu ist, kann aus der Kontemplation, der Demut, der Vorbildlichkeit und dem Engagement aller ihrer Mitglieder ihre Sendung erfüllen. Dies ist das einzige, was Christus von ihr verlangt, damit sie Tempel und Werkzeug seiner Liebe und Gnade ist.

Um die Arbeit der katholischen Kirche Afrikas weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Afrika

„Der Herr des Lebens zeige den Menschen in Asien und Afrika seine Nähe, die schwere humanitäre Krisen durchmachen, wie etwa in der Region Cabo Delgado im Norden Mosambiks“, sagte Papst Franziskus in seiner Osterbotschaft. Er ist einige der wenigen internationalen Persönlichkeiten, die sich öffentlich zur terroristischen Gewalt in dieser Provinz im Norden Mosambiks geäußert haben – eine Tragödie, von der viele Menschen nichts wissen.

Seit 2017 kommt es in der Region zu terroristischen Gräueltaten; Hintergründe und Urheber bleiben im Dunkeln. Maria Lozano vom internationalen päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ sprach mit Bischof Luiz Fernando Lisboa aus Pemba, das in der Provinz Cabo Delgado liegt, über die aktuelle Situation. Sie hat sich über die Ostertrage nochmals verschlimmert.

Der ausgebrannte Altarraum der Herz-Jesu-Kirche in Muambula nach einem Brandanschlag am Karfreitag 2020. © Kirche in Not

Kirche in Not: Vor ein paar Wochen haben Sie über Angriffe auf die Stadt Mocímboa da Praia im Norden Ihrer Diözese berichtet. Wie ist die Lage dort heute?

Bischof Luiz Fernando Lisboa: In den vergangenen Monaten wurden nicht nur Mocímboa da Praia, sondern auch in zwei anderen wichtigen Ortschaften Anschläge verübt. In Mocímboa da Praia ist die Lage zurzeit unter Kontrolle, aber leider hat es viele Plünderungen gegeben. Während der Angriffe sind viele Menschen aus der Stadt geflohen und haben im Wald Zuflucht gesucht. Einige Kriminelle haben dies ausgenutzt, um die Häuser zu plündern. Am 20. April wurde einer dieser Diebe gefasst und von der Bevölkerung gelyncht. Leider führt dieses Klima des Terrors zu Unsicherheit und zunehmender Kriminalität.

Am Karfreitag wurde die Missionsstation im Dorf Muambula angegriffen. Was ist dazu bekannt?

Die Angreifer überfielen die Kirche und steckten mehrere Kirchenbänke sowie das aus schwarzem Holz gefertigte Bildnis der Muttergottes in Brand. Sie zerstörten auch ein Bild des Heiligsten Herzens Jesu, dem die Pfarrei geweiht ist. Glücklicherweise konnten sie nicht die ganze Kirche in Brand stecken, sondern nur die Kirchenbänke.

War dies der erste Anschlag auf eine Kirche?

Es wurden bereits sechs Kapellen bereits angegriffen und niedergebrannt. Auch auf Moscheen wurden Brandanschläge verübt. Allerdings sind in jüngerer Zeit offensichtlich die christlichen Kirchen die Hauptziele.

Bischof Luiz Fernando Lisboa segnet Gläubige bei einem Pastoralbesuch. © Leandro Martins

Stimmt es, dass es in einem der Dörfer des Distrikts Muidumbe zu einem Massaker gekommen ist?

Ja, am 7. April in Xitaxi. Zu unserer großen Trauer wurden dort 52 junge Menschen niedergemetzelt, als sie sich weigerten, sich den Aufständischen anzuschließen. Für uns sind sie Märtyrer des Friedens, weil sie es abgelehnt haben, sich am Krieg zu beteiligen und deshalb ihr Leben verloren haben.

Warum ist Mosambik zum Schauplatz des islamistischen Terrors geworden?

Ich würde nicht behaupten, dass Mosambik ein Schauplatz des islamistischen Terrors ist. Die jüngsten Anschläge sind vermeintlich vom sogenannten „Islamischen Staat“ verübt worden, aber es bestehen weiterhin Zweifel daran. Einige meinen, dass eine lokale Gruppe dafür verantwortlich ist, die den Namen des Islamischen Staates benutzt. Wir wissen auch nicht, was hinter all dem steckt, glauben aber, dass es um natürliche Ressourcen geht.

Aber sind die Beteiligten an diesen Terrorakten überall dieselben? Woher kommen sie?

Wir haben bemerkt, dass die Terroristen in der Vergangenheit nur einen Anschlag an je einem Ort verübt haben. Nun sind sie dazu übergegangen, mehrere Angriffe gleichzeitig durchzuführen. Viele Berichte besagen, dass ein Teil von ihnen Mosambikaner sind und die anderen aus Tansania und anderen Ländern kommen.

Haben die Anschläge eine religiöse Komponente?

Von Anfang an haben sich die muslimischen Führer von den Anschlägen distanziert. Sie haben erklärt, mit all dem nichts zu tun zu haben. Sie wollen keine Gewalt. Sowohl in Cabo Delgado als auch im übrigen Mosambik haben wir nie Probleme zwischen den Religionen gehabt. Wir haben viele gemeinsame Aktivitäten unternommen: Gebete, Erklärungen und Märsche für den Frieden.

Was unternimmt die Regierung in Mosambik, um die Situation zu entschärfen?

Sie hat verstärkt Verteidigungskräfte entsandt. Allerdings gibt es darunter viele junge Leute, die dort aus reiner Pflicht sind. Wenn es dann zu einem Angriff kommt, desertieren viele. Sie sind schlecht auf den Kampf vorbereitet und kaum in der Lage, mit dieser Situation umzugehen. Ich empfinde schreckliches Mitleid mit den jungen Menschen, denn viele haben bereits ihr Leben verloren.

In seiner Osterbotschaft hat der Heilige Vater über Mosambik gesprochen. Er ist eine der wenigen Stimmen, die das Schweigen brechen.

Es war für uns sehr wichtig, dass der Papst die humanitäre Krise in Cabo Delgado angesprochen hat, weil es hier eine Art „Verschwiegenheitsgesetz“ gibt.

Was meinen Sie damit?

Die Lage ist sehr ernst, weil nicht frei gesprochen werden kann. Einige Journalisten wurden verhaftet; bei vielen Reportern wurden die Kameras konfisziert. Es ist wichtig, dass bekannt wird, was vor sich geht, und dass internationale Organisationen tätig werden. Die Menschen hier haben sehr viel gelitten; es gibt Hunderte von Toten. In unserer Provinz haben wir mehr als 200 000  Vertriebene. Es ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit. Die Menschen hier haben sehr wenig, und das Wenige, das sie haben, geht durch diesen Krieg verloren.

„Kirche in Not“ unterstützt die schwierige Mission der Kirche in Mosambik. Das Hilfswerk fördert zum Beispiel die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, finanziert Fahrzeuge für die Seelsorge, fördert den Bau und die Renovierung von Kirchen und unterstützt die kirchliche Friedensarbeit. Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden.

„Was hier geschieht, ist eine Schande“, klagt der Bischof von Pemba nach dem jüngsten Angriff in seiner Diözese.

Am vergangenen Montag, den 23. März, hat eine bewaffnete Gruppe die Stadt Mocímboa da Praia, die Bezirkshauptstadt der Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks mit etwa zwanzigtausend Einwohnern, angegriffen und besetzt. Der Angriff ging über mehrere Stunden.

Nach Angaben lokaler Medien steckten die Angreifer öffentliche Gebäude in Brand, ließen Häftlinge aus dem örtlichen Gefängnis frei und patrouillierten sogar frei auf den Straßen. Als weiteres Zeichen ihrer Machtdemonstration hissten die Aufständischen die schwarze Flagge, Kennzeichen dschihadistischer Gruppen.

In einem Telefongespräch mit dem international Hilfswerk KIRCHE IN NOT bestätigte Bischof Luiz Fernando Lisboa von Pemba die Vorkommnisse: „Sie gingen ein und aus, wie sie wollten. Es gab keine entschlossene Reaktion der Sicherheitskräfte. Viele der Sicherheitskräfte flohen, weil die Angreifer zahlreicher waren, so dass diese Kleidung, Waffen, Lebensmittel, Autos und Militärkleidung mitnehmen konnten. Einige [der Angreifer] waren mit militärischen [Uniformen] bekleidet. Die so genannte Verstärkung der Verteidigungskräfte kam erst, nachdem sich die Angreifer zurückgezogen hatten“, sagte der Bischof gegenüber KIRCHE IN NOT.

„Es ist ein Skandal. Was in Mosambik geschieht, ist eine Schande. Es ist wirklich traurig, dass unsere Bevölkerung auf diese Weise gedemütigt wird“, betonte der Bischof.

Ein Wendepunkt?

Der Angriff könnte einen Wendepunkt in der wachsenden Instabilität darstellen, die im Norden Mosambiks seit Oktober 2017 zu spüren ist. Bislang fanden die Angriffe vor allem in ländlichen oder dünn besiedelten Gebieten statt. Diesmal haben die Aufständischen eine Machtdemonstration in der Bezirkshauptstadt gewagt.

In Folge dessen hat die Angst in der Bevölkerung zugenommen: „Sie haben die Botschaft hinterlassen, dass sie zurückkehren werden“, unterstrich der Bischof. „Die Menschen haben Angst. Nachdem Mocímboa, die größte Stadt in dieser Region, angegriffen wurde, fühlt sich [die Bevölkerung] von Palma, von Mueda, von Macomia in Gefahr. Die Menschen haben Angst; sie hatten zwar schon vorher Angst, aber jetzt ist es noch schlimmer geworden.“

Lokalen Presseberichten zufolge gab es während der Machtübernahme in Mocímboa Szenen von „Chaos und Panik“, als die Angreifer selbst an den wichtigsten Gebäuden schwarze Flaggen hissten, die die Gruppen als Dschihadisten ausweisen.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat hat kürzlich die Verantwortung für weitere Anschläge in der Provinz Cabo Delgado übernommen. Anfang März bekannte sie sich über das Internet nach Zusammenstößen mit Regierungstruppen schuldig am Tod von mosambikanischen Armeesoldaten. Und am 19. Februar wurden mindestens vier Soldaten in dem Dorf Chiculua im Bezirk Palma getötet, wo der Islamische Staat vermeintlich mehrere Häuser niederbrannte und einige Geschäfte plünderte.

Die katholische Kirche verfolgt die Entwicklung natürlich mit Sorge. „Der Angriff in dieser Woche hat das Gefühl der Unsicherheit noch verstärkt. Die katholische Kirche wird weiterhin den Menschen zur Seite stehen, trotz des offensichtlichen Risikos weiterer bewaffneter Zwischenfälle“, sagte Bischof Luiz Fernando gegenüber KIRCHE IN NOT.

Bischof Luiz Fernando Lisboa von Pemba ©Leandro Martins
Die Angriffe im Norden von Mosambik haben bereits mehr als 500 Tote und Tausende von Vertriebenen verursacht, so Bischof Luiz Fernando Lisboa von Pemba in einem Exklusivinterview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Die Welle der Gewalt, die seit Oktober 2017 den Norden Mosambiks erschüttert, wird offensichtlich nicht so bald enden. Der Bischof bestätigte, dass am 29. und 30. Januar in der Provinz Cabo Delgado „sechs Angriffe“ stattfanden, die eine allgemeine Flucht der Bevölkerung zur Folge hatten und eine große Spur der Zerstörung in den Dörfern der Verwaltungsposten Bilibiza und Mahate hinterließen. Die beiden gehören zum Bezirk Quissanga, der etwa 120 Kilometer von der Stadt Pemba entfernt ist. Für Bischof Luiz Fernando Lisboa sind diese Anschläge „eine Tragödie“. Ein Anschlag „traf die Landwirtschaftsschule in Bilibiza, eine Hochschule mit mehr als 500 Studenten“.

„Ich hörte, dass die Schule niedergebrannt wurde, dann wurden nahe gelegene Geschäfte zerstört“, so schildert der Bischof den Anschlag. „Es ist eine sehr traurige Realität, dass die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte ohne internationale Hilfe die Angriffe nicht eindämmen können. Es sind bereits zwei Jahre und drei Monate vergangen … Wenn die Regierung von Mosambik bessere Bedingungen hätte, wäre dies vielleicht schon gelöst worden, aber viele Menschen sterben …“, sagte der Bischof.

In einem Interview mit dem Hilfswerk im Rahmen seines Besuchs in Portugal räumte Bischof Luiz Fernando Lisboa ein, dass es zwar keine offiziellen Statistiken über die Zahl der Menschen gibt, die ihr Leben verloren haben. Es habe aber sicher bereits 500 Tote gegeben, seit Ende 2017 die gewalttätigen Angriffe auf Dörfer, Verwaltungs- und Militärposten ausgebrochen und enthauptete Opfer als Zeichen des grausamen Terrros unter der Bevölkerung zurückgeblieben sind.

„Es wird Hunger geben…“

Die Situation hat unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. „Die Dörfer leeren sich, die Einwohner säen nicht. Das bedeutet, dass es Hunger geben wird und wir Tausende von Binnenvertriebenen haben“, führt der Bischof aus. Laut der UNO wurden infolge von Angriffen auf Dörfer im Norden Mosambiks etwa 60 000 Menschen vertrieben. Aber der mosambikanische Bischof ist der Meinung, dass zu den Opfern ebenfalls die Vertriebenen etwa durch den Wirbelsturm Kenneth gezählt werden müssen. „Meiner Meinung nach könnten annährend 100 000 Menschen vertrieben worden sein“.

Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus in der Region

Die Region Cabo Delgado im Norden Mosambiks hat zahlreiche Angriffe von bewaffneten Gruppen erlitten. Bischof Fernando Luiz Lisboa erinnert daran, dass zu Beginn, im Oktober 2017, die Führer der örtlichen muslimischen Gemeinde sich deutlich davon distanzierten und die Anschläge ablehnten. „Als die Angriffe begannen, hieß es, es handele sich um eine radikal-islamische Gruppe. Die Muslime selbst distanzierten sich davon, und sagten: ‚Das sind nicht unsere Leute, das sind Banditen’. Aber wir sind besorgt und traurig, denn es scheint, dass sie wohl das Werk radikal-islamischer Gruppen sind.“

Die Verschärfung der Angriffe könnte eine Bedrohung für die Sicherheit auf regionaler Ebene darstellen. Es gibt Anzeichen dafür, dass auch die Behörden im benachbarten Tansania in Alarmbereitschaft sind, wird Tansania doch von Terrorismus-Experten als Zufluchts- und Rekrutierungsort für extremistische Kämpfer betrachtet, die sich problemlos über die Grenze zwischen den beiden Ländern hin und her bewegen.

Laut dem Bischof von Pemba „wäre dies sehr besorgniserregend“. Denn: „Wenn es ein internationales oder transnationales Netzwerk gibt, bedeutet das, dass die Terroristen stärker sind und es viel schwieriger ist, sie aufzuhalten.“

„Ich habe keine Angst“

Die tatsächliche Größenordnung der im Norden Mosambiks operierenden terroristischen Gruppen ist nicht bekannt. Die christliche Gemeinschaft fühlt sich aber bedroht. Der Bischof selbst weiß, dass er das Ziel eines dieser Angriffe sein könnte: „Ich bin mir bewusst, dass dies geschehen könnte. Aber ehrlich gesagt: Ich habe keine Angst. Ich versuche, meine Aufgabe zu erfüllen. Sie besteht darin, die Missionare zu unterstützen, die in den Bezirken, in denen es Angriffe gibt, in der Schusslinie stehen. Sie sind sehr mutig. Ich preise Gott, ich danke ihnen für ihren Mut, denn oft sind sie die ‚Oase‘, die die Menschen brauchen, jemand, zu dem sie gehen können, um zu weinen, sich zu beschweren, ihre Probleme zu erzählen, Hilfe zu suchen… Keiner von ihnen hat seinen Posten verlassen. Sie sind da, und ich kann und darf keine Angst haben. Ich versuche, meine Mission auf die bestmögliche Art und Weise zu erfüllen, um sie dadurch zu unterstützen, damit sie ihrerseits weiterhin ihre Mission erfüllen können.

Unterstützung durch KIRCHE IN NOT

Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT kurz vor seinem Rückflug nach Mosambik, brachte Bischof Fernando Lisboa auch seine Wertschätzung für die Projekte zum Ausdruck, die die Stiftung in seiner Diözese unterstützt: „KIRCHE IN NOT hat viel geholfen, beispielsweise durch  Fahrzeuge für Missionare, Hilfen für die Aus- und Weiterbildung von Seminaristen… Diese Unterstützung ist wichtig, denn ohne die Hilfe internationaler Organisationen wäre es für arme Diözesen wie unserer, wie die meisten afrikanischen, einige asiatische und lateinamerikanische Diözesen, sehr schwierig, ihre Arbeit zu machen.“

Bischof Luiz Fernando Lisboa von Pemba