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Ab sofort können sich österreichische Pfarren und andere Einrichtungen für den „Red Wednesday 2022“ anmelden. Dieser findet heuer am 16. November 2022 statt. Mit dieser Aktion ruft KIRCHE IN NOT dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen.

„Pfarren sind eingeladen, mit der Beleuchtung ihrer Kirchen ein Zeichen zu setzen und gleichzeitig in Gottesdiensten und Andachten für unsere Glaubensgeschwister weltweit zu beten“, erklärte der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Herbert Rechberger, zum Start der Anmeldung.

KIRCHE IN NOT stellt Technikleitfäden, Andachtshefte und Werbematerialien für den „Red Wednesday 2022“ bereit und begleitet die konkrete Umsetzung der Aktion. Anmeldungen sind ab sofort per Mail an religionsfreiheit@kircheinnot.at , telefonisch unter: 01/405 25 53 oder auf der Webseite unter: www.kircheinnot.at/rw möglich. Der Red Wednesday 2022 findet in Österreich von 16.11. bis 20.11.2022 statt.

Rot beleuchtete Karlskirche in Wien am Red Wednesday.

Neue Internetseite für den Red Wednesday geht online

Die offizielle Internetseite zum „Red Wednesday“ ist ab sofort unter: www.kircheinnot.at/rw erreichbar. Auf der neu gestalteten Webseite findet sich eine interaktive österreichweite Überblickskarte mit allen Teilnehmern und Veranstaltungen zur Initiative. Pfarren und andere Einrichtungen haben auf der Webseite die Möglichkeit sich online anzumelden und Veranstaltungen und Aktivitäten einzutragen. Darüber hinaus gibt es Informations- und Werbematerial für den „Red Wednesday“ sowie Hintergrundinformationen.

Startseite der neuen Internetseite zum Red Wednesday. Pfarren und andere Einrichtungen können sich hier einfach online anmelden.

Sichtbares Zeichen setzen für verfolgte Christen

„Hunderte Millionen Christen leben derzeit rund um den Erdball in einem Umfeld, in dem sie gewaltsam verfolgt, diskriminiert oder an der freien Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“, erklärte Rechberger den Hintergrund des „Red Wednesday“. Bereits seit 2016 werde durch das rote Anstrahlen von Kirchen und staatlichen Gebäuden international die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter und benachteiligter Christen gelenkt.

Zu den Bauwerken, die bereits im Rahmen der Aktion rot angestrahlt wurden, zählen das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Christusstatue in Rio de Janeiro, das österreichische Parlamentsgebäude, der Stephansdom in Wien und der Passauer Dom.

Die Christus-Statue in Lissabon am Red Wednesday.

KIRCHE IN NOT zeigt sich angesichts der Verhaftung von Bischof Rolando José Álvarez Lagos und weiterer Repressalien gegen kirchliche Einrichtungen schwer besorgt über die Lage in Nicaragua.

„Die Situation ist kritisch, die Polarisierung groß und die Konfrontation stark. Nicaragua wird von einer Krise erschüttert, die vor mehr als vier Jahren ausgebrochen ist“, erklärte Regina Lynch, Projektdirektorin am internationalen Sitz von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus. Sie rief dazu auf, die Christen Nicaraguas zu unterstützen und für sie zu beten.

Rolando José Álvarez Lagos, Bischof von Matagalpa (Nicaragua).

Als politische Gefangene behandelt

Eine weitere Eskalation war die Festnahme von Bischof Rolando José Álvarez Lagos am 19. August. Er war bereits seit Anfang August in seinem Bischofshaus in Matagalpa unter Hausarrest gehalten worden. Nach Informationen von KIRCHE IN NOT befindet sich der Bischof aktuell bei Angehörigen in der Nähe der Hauptstadt Managua unter Polizeiarrest. Mit ihm wurden drei Priester, ein Diakon, zwei Priesteramtskandidaten und ein Kameramann verhaftet. Sie sitzen aktuell im Gefängnis „El Chipote“ in Managua, in dem vorrangig politische Gefangene untergebracht sind.

Bischof Álvarez ist eine der bekanntesten Stimmen, die die soziale und politische Krise in Nicaragua anprangern. Er war Mitte Mai aus Protest gegen die politischen Repressionen gegen die Kirche zeitweilig in Hungerstreik getreten. Das Vorgehen gegen den Bischof sei ein weiterer Schritt in einer Spirale der Konfrontation, stellte Regina Lynch fest: „Wir erleben derzeit einen Prozess, der die Kirche in Nicaragua zum Schweigen bringen will. Eine Lösung ist schwierig, aber wir müssen beten, dass die Feindseligkeiten nicht zunehmen.“

Bischof Rolando José Alvarez Lagos aus Matagalpa in den zerstörten Räumen einer karitativen Einrichtung seiner Diözese.

Mehrere Priester in Haft

Derzeit befinden sich neben Bischof Álvarez insgesamt sechs Priester in Nicaragua in Haft. Neben den zusammen mit dem Bischof festgenommen Geistlichen wurden auch zwei Priester aus Granada und ein Missionar aus Siuna inhaftiert. Im März dieses Jahres hatte die Regierung den Apostolische Nuntius Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag des Landes verwiesen.

Die Regierung hat darüber hinaus hunderten sozialen oder karitativen Organisationen untersagt, weiterhin in Nicaragua tätig zu sein. Zu den Maßnahmen, die international Kritik hervorriefen, gehört die Ausweisung der von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Auch der von der katholischen Bischofskonferenz betriebene Fernsehsender und acht kirchliche Radiostationen wurden geschlossen.

Demonstration gegen die Regierung und Präsident Ortega in Nicaragua (2018).

Druck gegen Gläubige

Einem im Frühjahr veröffentlichten Bericht der „Beobachtungsstelle für Transparenz und Korruptionsbekämpfung“ zufolge, gab es seit 2018 rund 200 Übergriffe auf kirchliches Eigentum und Personal. Augenzeugen berichten von Brandstiftungen in Kirchen, Störung von Gottesdiensten, Einschüchterung von Gläubigen durch Polizeikontrollen im Umfeld der Kirchen. Es würden auch Inhaber von Bus- und Taxiunternehmen bedroht, die Menschen vor allem in ländlichen Gebieten zur heiligen Messe bringen.

Die Regierung unter Präsident Daniel Ortega hat es der katholischen Kirche übel genommen, dass sie sich 2018 auf die Seite der Demonstranten stellte, die sich für politische Veränderungen einsetzten.

KIRCHE IN NOT hatte bereits in dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ auf die schwierige Situation für die Kirche in Nicaragua aufmerksam gemacht. Den Länderbericht Nicaragua finden Sie  … hier. 

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Nicaragua, die unter Repressionen leidet, mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nicaragua

Das internationale päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) ist zutiefst erschüttert über den schrecklichen Anschlag, der während der Pfingstfeierlichkeiten am 5. Juni in der katholischen Kirche St. Francis Xavier in Owo im Bundesstaat Ondo im Südwesten Nigerias verübt wurde und bei dem viele Menschen, darunter auch Kinder, getötet wurden.

Die Gedanken und Gebete von KIRCHE IN NOT (ACN)  sind bei den Opfern, den Verletzten, ihren Familien und der gesamten katholischen Gemeinschaft in Ondo.

„Heute ist Pfingstsonntag, eine Zeit, in der jeder Katholik in der Kirche sein sollte, um das Hochfest zu feiern. Es ist traurig zu sagen, dass während der heiligen Messe Männer unbekannter Herkunft mit Gewehren bewaffnet die katholische Kirche St. Francis Xavier angegriffen haben“, sagte Pater Augustine Ikwu, Kommunikationsdirektor der Diözese Ondo, in einer Erklärung, die KIRCHE IN NOT (ACN)   zugesandt wurde.

„Es wird befürchtet, dass viele Tote und Verletzte zu beklagen sind und die Kirche geschändet wurde“, sagte er.

„Die Identität der Täter bleibt unbekannt, während die Situation die Gemeinde am Boden zerstört ist“, fügte der katholische Priester hinzu.

„In der Zwischenzeit sind alle Priester der Gemeinde in Sicherheit und keiner wurde entführt“, sagte der Priester und zerstreute damit Gerüchte, die in den sozialen Medien kursierten.

„Der Bischof appelliert an uns, Ruhe zu bewahren, die Gesetze einzuhalten und dafür zu beten, dass Frieden und Normalität in unsere Gemeinde, unseren Staat und unser Land zurückkehren“, heißt es in der Erklärung abschließend.

KIRCHE IN NOT (ACN)   verurteilt diesen Ausbruch von Gewalt, einen weiteren terroristischen Akt in Nigeria, einen weiteren auf der langen Liste von Verbrechen gegen Christen. Das Land wird im Allgemeinen von Gewalt, Banditentum und Entführungen erschüttert, die zwar alle ethnischen und religiösen Gruppen des Landes betreffen, aber in den letzten Jahrzehnten zu einer langen Liste von schweren Angriffen auf die christliche Gemeinschaft geführt haben.

Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso

Erst letzte Woche organisierte KIRCHE IN NOT (ACN)  eine Pressekonferenz mit Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso, dem Erzbischof von Kaduna, um über die Unsicherheit und Gewalt in Nigeria zu sprechen. Obwohl die Probleme aus verschiedenen Richtungen kommen, stellte Erzbischof Matthew klar: „Die Regierung hat uns völlig im Stich gelassen; es ist das Fehlen einer guten Regierung, das dies verursacht. Banditen, Boko Haram, Entführungen – all das sind Symptome der Ungerechtigkeit, der Korruption, die im System herrscht. Wenn wir das Problem nicht an der Wurzel packen können, werden wir einen aussichtslosen Kampf führen.

Das Massaker fand im Südwesten Nigerias statt, einem Gebiet, das bisher nicht von der Unsicherheit und Gewalt betroffen war, die im Allgemeinen den Norden und den Mittleren Gürtel betrifft.

Auch wenn das Problem hauptsächlich intern ist, trägt der Westen nach Ansicht des Erzbischofs eine Mitschuld. „Zum Tango gehören immer zwei. Unsere Führer stehlen unser Geld und bringen es in den Westen, in die Schweiz, nach Paris, London und Frankfurt. Wenn der Westen ihr Geld nicht annehmen würde, würden sie es zu Hause lassen. Die westlichen Regierungen kollaborieren mit unseren Führern“.

KIRCHE IN NOT (ACN)   ruft alle politischen und religiösen Führer in der Welt auf, diesen Terroranschlag auf die katholische Kirche St. Francis Xavier in Owo, Ondo State, im Südwesten Nigerias, während der Pfingstfeierlichkeiten entschieden und ausdrücklich zu verurteilen.

HINWEIS: KIRCHE IN NOT    hat Videos von dem Anschlag auf die katholische Kirche St. Francis Xavier erhalten, die die Behauptungen in diesem Artikel bestätigen. Aufgrund des sensiblen und grafischen Charakters der Bilder hat die Hilfsorganisation beschlossen, sie nicht zu veröffentlichen.

 

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Nach der Misshandlung und Tötung einer jungen Christin ist es im Nordwesten Nigerias zu weiteren Attacken auf christliche Einrichtungen gekommen. Zuvor waren zwei mutmaßliche Täter festgenommen worden. Ein ökumenisches Bündnis hat für kommenden Sonntag, 22. Mai, zu friedlichen Protesten gegen die Gewalt aufgerufen.

Die 21-jährige Studentin Deborah Samuel Yakubu war am 12. Mai von Kommilitonen in Sokoto im Nordwesten Nigeria geschlagen, gesteinigt und anschließend in Brand gesteckt worden. Ihr wurde vorgeworfen, in einer WhatsApp-Gruppe den Propheten Mohammed kritisiert und damit Blasphemie begangen zu haben. Yakubu gehörte einer evangelikalen Freikirche an.

Christen aus Nigeria demonstrieren gegen die Gewalt in ihrem Land.

Demonstranten griffen die Kathedrale an

Nach der Festnahme der beiden Tatverdächtigen griffen Demonstranten unter anderem die Kathedrale der katholischen Diözese Sokoto an. Jugendliche hätten Kirchenfenster eingeschlagen und einen Gemeindebus verwüstet, teilte die Diözese KIRCHE IN NOT mit.

Lokalen Medien zufolge wurden gezielte Falschinformationen gestreut, wonach Kirchenführer wie der katholische Bischof Matthew Hassan Kukah für die Äußerungen von Deborah Samuel Yakubu verantwortlich seien. Meldungen, auch das Haus des Bischofs sei angegriffen worden, bewahrheiteten sich indes nicht.

Als Reaktion auf die Übergriffe rief Bischof Kukah die Christen auf „weiterhin das Gesetz zu respektieren und für eine Rückkehr zur Normalität zu beten“. Er dankte der Polizei und den lokalen Behörden für ihr schnelles Eingreifen, das eine Eskalation oder weitere Todesopfer verhindert habe.

KIRCHE IN NOT sieht die Situation der Christen in Nigeria mit wachsender Besorgnis. Die dschihadistische Gewalt ist vor allem im Norden Nigerias auf dem Vormarsch. Mehrfach sind auch katholische Priester entführt und ermordet worden.

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In einem Schreiben an die zuständigen Behörden fordert katholische Kirche in Hanoi das „Volkskomitee“ der Provinz Hoa Binh auf, die Religionsfreiheit und die pastoralen Aktivitäten der katholischen Gläubigen in der Provinz zu garantieren. Das Schreiben von Pfarrer Alphonso Pham Hung, dem Leiter des Pastoralbüros der Erzdiözese Hanoi, unterzeichnet. Das Schreiben bezieht sich auf den Vorfall, der sich am Sonntag, den 20. Februar 2022 ereignete, während Erzbischof Joseph Vu Van Thien, von Hanoi die Messe in der Pfarrkirche der Stadt Vu Ban, im Bezirk Lac Son, in der Provinz Hoa Binh, die im nordwestlichen Teil Vietnams liegt, feierte und zwei Personen die Kirche betraten und am Mikrofon von der Kanzel die Gottesdienstbesucher aufforderten, sich zu entfernen. Bei den beiden Beamten handelte es sich um den Sekretär der Kommunistischen Partei der Stadt Vu Ban, Pham Hong Duc, und den Vizepräsident des Volkskomitees derselben Stadt, Pham Van Chien.

„Es handelte sich um einen respektlosen Akt“, heißt es in dem Schreiben der Erzdiözese Hanoi, „einen Machtmissbrauch, der das Recht auf Religionsfreiheit, das Recht auf religiöse Praxis von Bischöfen, Priestern und Laien ernsthaft verletzt. Darüber hinaus ist es eine Beleidigung des heiligen Ritus der Eucharistie, der heiligsten und wichtigsten liturgischen Handlung für den Glauben der Katholiken. Dies ist in einem Land, in dem Rechtsstaatlichkeit herrscht, nicht hinnehmbar. Die Geste hat bei den Teilnehmern der Messe sowie bei all jenen, die die Bilder im Internet und in den sozialen Medien gesehen haben, Empörung und Schmerz ausgelöst“.

Das Schreiben wurde an alle Gläubigen der Erzdiözese verteilt und Erzbischof Joseph Vu Van Thien bat darum, dass „alle beten und dass die Probleme bei der Ausübung unseres Glaubens in der Provinz Hoa Binh bald gelöst werden“.
Hoa Binh ist eine Gebirgsprovinz im Nordwesten Vietnams mit einer Fläche von 4.595,2 km2 und einer Gesamtbevölkerung von 854.000 Menschen, die sechs ethnischen Gruppen angehören: Muong, Kinh (Viet), Thai, Dao, Tay und Mong. Nach den Statistiken von 2019 leben in der Provinz etwa 21.000 Katholiken, die zum Teil im Gebiet der Diözese Hung Hoa und zum Teil in dem der Erzdiözese Ha Noi leben. Zu den 11 Pfarreien der Erzdiözese Ha Noi gehört auch die Pfarrei Vu Ban mit 450 Gemeindemitgliederm, die von Pfarrer Francis Xavier Tran Van Liem seelsorgerisch betreut werden. (Quelle: Fidesdienst)

Bürger aus allen Gesellschaftsschichten Indiens fordern ein Ende des Anti-Konversionsgesetzes, das am 14. Februar im Parlament des Bundesstaates Karnataka zur Debatte vorliegt, und die Aufhebung aller Anti-Konversionsgesetze in anderen Bundesstaaten der Indischen Union. In einer gemeinsamen Petition bitten sie darum, den Gesetzentwurf nicht zu verabschieden. Auch mehrere indische Parteien wie die Congress Party, die Janata Dal, die Aam Aadmi Party, die Welfare Party, die Socialist Party und andere politische Organisationen haben sich gegen das Anti-Konversionsgesetz ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass die indische Verfassung und die laizistische Tradition in Indien dringend geschützt werden müssen.

„Ein Antikonversionsgesetz ist nicht notwendig, da die indische Verfassung genügend Bestimmungen enthält“, so Ram Puniyani vom „National Solidarity Forum“ (NSF), eines Zusammenschlusses von über 70 Organisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlicher Inspiration, der nach der gezielten Gewalt gegen Christen aus der Gruppe der Dalit und Adivasi im Distrikt Kandhamal in Odisha im Jahr 2008 gegründet wurde.
„Diese Anti-Konversionsgesetze sind Versuche, die christliche Gemeinschaft einzuschüchtern; das geplante Gesetz in Karnataka geht in die gleiche Richtung“, bemerkt der Menschenrechtsaktivist Punyani.

„Überall dort, wo das Antikonversionsgesetz, das ironischerweise ‚Gesetz über die Religionsfreiheit‘ genannt wird, verabschiedet wurde, ist es zu einer Rechtfertigung für die Verfolgung religiöser Minderheiten und anderer Randgruppen geworden. Angriffe auf Minderheiten haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen, seit dieses Gesetz als Waffe gegen Christen und Muslime, insbesondere Adivasi, Dalits und Frauen, eingesetzt wurde“, so der Direktor der NSF in einer Mitteilung. Die Organisation ruft dazu auf, die in der Verfassung verankerten Werte zu verteidigen und die Menschenrechte von religiösen Minderheiten und anderen Randgruppen in Indien zu schützen.

Laut Pfarrer Ajay Kumar Singh, dem stellvertretenden Vorsitzenden des NSF, „verliert ein Dalit, der zum Christentum oder Islam konvertiert, den Schutz des Staates, nicht aber, wenn er zum Sikhismus, Jainismus oder Buddhismus konvertiert. Dies ist eine diskriminierende Realität“. Dalits oder Adivasi (Stammesangehörige), die zum Christentum oder zum Islam konvertieren, werden streng bestraft. „Das Gesetz ist ein Anreiz, im Hinduismus zu bleiben und verletzt das Recht des Einzelnen, seine Religion frei zu wählen“, erklärt der katholische Geistliche.

„Das Gesetz respektiert die Frauen nicht und schränkt ihre Partnerwahl ein. Es wurde mit dem Gedanken entwickelt, dass Frauen in Indien nicht in der Lage sind, selbständig zu denken und zu handeln. Dieses Gesetz ist sehr patriarchalisch. Das ist nicht akzeptabel“, sagt Vidya Dinkar, Menschenrechtsaktivistin und Mitglied des NSF-Zentralausschusses.

John Dayal, ein katholischer Journalist und Gründungsmitglied der NSF, sagte: „Die Anti-Konversionsgesetze betreffen nicht nur Christen, sondern fördern auch die Verfolgung von Muslimen, Dalits, Adivasi und sogar Frauen in Indien. Sie verstoßen gegen die Grundprinzipien der indischen Verfassung“.
Laut Brinnelle D’Souza vom „Center for Health and Mental Health“ an der „School of Social Work“ wird das Gesetz dazu führen, „dass religiöse Konflikte und religiöser Nationalismus in Indien geschürt werden. Es gibt dem Staat auch die Macht über zutiefst persönliche Angelegenheiten, die mit dem Gewissen des Einzelnen zusammenhängen, und verletzt damit die Gewissensfreiheit“.

Auch Margaret Alva, ehemalige Gouverneurin von Goa, Gujarat und Uttarakhand, bittet um Unterstütung für die Petition: „Die NSF sammelt Unterschriften von Menschen aller Religionen, um die Regierung von der Verabschiedung dieses Gesetzes abzuhalten. Ich bitte Sie, diesen Appell zu unterzeichnen, damit das Gesetz in Karnataka und ähnliche Gesetze in anderen Staaten des Landes zurückgezogen werden“.

In den Bundesstaaten Odisha (früher Orissa), Arunachal Pradesh, Himachal Pradesh, Uttarakhand, Uttar Pradesh, Madhya Pradesh, Jharkhand, Chhattisgarh, Gujarat und Rajasthan wurden bereits ähnliche Gesetze erlassen, religiöse Konversionen verbieten, die mit Gewalt oder betrügerischen Mitteln erzwungen werden, einschließlich finanzieller Anreize, medizinischer Hilfe und kostenloser Bildung. In vielen Fällen sehen die Gesetze vor, dass eine religiöse Konversion nur nach Genehmigung durch einen Richter erfolgen kann. Die Gesetze werden oft als Vorwand benutzt, um Missionare oder christliche und muslimische Gläubige ins Visier zu nehmen und zu beschuldigen.

In den letzten Monaten haben die christlichen Gläubigen des Staates Karnataka eine Sensibilisierungskampagne und verschiedene öffentliche Demonstrationen durchgeführt. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Zum Jahreswechsel erinnert der Geschäftsführende Präsident der internationalen Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ (Aid to the Church in Need ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, an die zunehmende religiöse Verfolgung weltweit. Er beklagt auch eine steigende Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in der westlichen Welt. Gleichzeitig sei die Aufmerksamkeit für die Opfer religiöser Verfolgung gestiegen, stellt Heine-Geldern fest. Seine Erklärung im Wortlaut:

„Im Jahr 2021 war unsere Arbeit bei ,Kirche in Not’ geprägt von Dankbarkeit und Sorge. Dankbar sind wir vor allem, dass Gott auch in diesem Jahr unsere Arbeit sichtbar gesegnet hat. Dankbar sind wir auch so vielen Wohltätern, Freunden und Verbündeten weltweit.

Unser besonderer Dank gilt Papst Franziskus. Er hat mit seinem Irak-Besuch im vergangenen Frühjahr die dortige christliche Minderheit getröstet und ihr Hoffnung gebracht. Vor allem hat der Heilige Vater die Augen der Weltöffentlichkeit auf die Situation der Christen im ganzen Nahen Osten gelenkt. Sie sind konstitutiver Teil ihrer Heimatländer, werden aber allzu oft als Bürger zweiter Klasse behandelt.

Christliches Mädchen beim Papstbesuch im Irak. © Kirche in Not

Exodus der Christen im Nahen Osten geht ungebremst weiter

Im Irak, in Syrien und auch im Libanon leidet die christliche Minderheit unter den Folgen von Krieg und wirtschaftlicher Misere. Der Exodus der Christen geht ungebremst weiter. ,Kirche in Not’ arbeitet zusammen mit Wohltätern und Projektpartnern daran, den Christen im Nahen Osten Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat zu eröffnen und ihr Elend zu verringern.

Ein weltweit wahrgenommener Lichtblick im Zusammenleben von Christen und Muslimen in der arabischen Welt war Anfang Dezember die Weihe der Kathedrale ,Unsere Liebe Frau von Arabien’ in Bahrain, deren Bau ,Kirche in Not’ unterstützt hat.

Papst Franziskus im Irak.

Gemeinsamer Einsatz für Religionsfreiheit

Besonders erfreulich ist auch das große Echo auf unseren Bericht ,Religionsfreiheit weltweit 2021’, den wir im April vorgelegt haben. Der Bericht deckt nicht nur die religiöse Verfolgung in vielen Ländern weltweit auf. Er ist auch, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Politik und öffentliche Akteure zusammen einstehen müssen für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Die Freiheit des religiösen Bekenntnisses ist der Gradmesser unserer Humanität.

Zum weltweit sichtbaren Zeichen für bedrängte Christen hat sich auch die Initiative „Red Wednesday“ entwickelt. 2015 von ,Kirche in Not’ ins Leben gerufen, machen mittlerweile Ende November immer mehr Kirchen und Einrichtungen auf der ganzen Welt mit. Ich danke allen Teilnehmern für ihre Solidarität und ihr Gebet.

Parlament in der Wiener Hofburg am Red Wednesday.

Morde und Entführungen von Geistlichen und Gläubigen nehmen zu

Leider erreichten uns im zu Ende gehenden Jahr fast wöchentlich Berichte über religiöse Verfolgung und Gewalt. Priester, Ordensleute und Laien werden in ihrem Einsatz getötet, entführt oder misshandelt. Gerade die aktuelle Lage in Indien oder Nigeria erfüllt uns mit großer Sorge und setzt uns in Alarmbereitschaft.

Dramatisch ist die Lage in den Ländern der afrikanischen Sahelzone und in Mosambik. Die Gewalt trifft alle, Christen aber ganz besonders. Es ist sehr zu bedauern, dass die Kirche an vielen Orten durch den Terror an ihrer pastoralen und sozialen Arbeit gehindert wird: Viele von der Kirche geführten Kliniken, Schulen und viele andere lebenswichtige Orte sind geschlossen. Außerdem sind die kirchlichen Mitarbeiter in diesen Ländern mit der Herkules-Herausforderung konfrontiert, hunderttausende Flüchtlinge und Vertriebene zu versorgen und zu betreuen.

Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“ (ACN) International, bei der Präsentation des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ im April 2021. © Kirche in Not

,Höfliche Verfolgung’ in westlichen Ländern

Auch in den westlichen Ländern registriert ,Kirche in Not’ zunehmende Gewaltakte gegen religiöse Einrichtungen und eine Entwicklung, die Papst Franziskus als ,höfliche Verfolgung’ beschrieben hat: Glaubensüberzeugungen sollen unter dem Deckmantel einer vermeintlichen ,Toleranz’ aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden.

Das jüngste Beispiel war das interne Dokument der Europäischen Kommission zur integrativen Sprache mit dem Vorschlag, christliche Bezeichnungen und Namen zu vermeiden, beispielsweise das Wort ,Weihnachten’ durch ,Feiertage’ zu ersetzen. Das Dokument wurde zurückgezogen, was wir befürworten. Denn das durchaus berechtigte Anliegen der Inklusion hätte in diesem Fall die Exklusion der größten Glaubensgemeinschaft der Europäischen Union mit sich gebracht. Immerhin sind fast zwei Drittel der EU-Bürger Christen.

Besonders denken wir zum Jahresende an die Opfer der Covid-19-Pandemie: Viele Ordensfrauen, Bischöfe, Priester und Katecheten sind in Ausübung ihres Dienstes an der Krankheit gestorben. Sie haben ihr Leben geopfert, um trotz der gesundheitlichen Gefahr den ihnen anvertrauten Menschen nahe zu sein. Das ist ein großes Zeugnis der Hingabe.“

Unterstützen Sie den Einsatz von KIRCHE IN NOT für bedrängte und notleidende Christen in rund 140 Ländern weltweit mit Ihrer Spende  – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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KIRCHE IN NOT-Aktion am 17. November 2021: Hunderte Kirchen, Monumente und Gebäude werden rot angestrahlt, um weltweit auf das Schicksal der verfolgten Christen aufmerksam zu machen. In Österreich werden heuer mehr als 80 Kirchen, Stifte, Klöster und Monumente rot angestrahlt, darunter auch das Parlament in der Wiener Hofburg und das Bundeskanzleramt

Immer noch werden Millionen von Christen in etlichen Ländern – vor allem im arabischen Raum, Asien und Afrika – nur ihres Glaubens wegen unterdrückt, verfolgt und vielerorts auch ermordet. Darüber wird bei uns in der westlichen Welt viel zu wenig berichtet.  „Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute“ – betont Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“-Österreich (ACN)– „deshalb wollen wir mit der roten Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Monumenten hierzulande auf unzählige Übergriffe gegen Christen aufmerksam machen – nach wie vor eine bittere Realität!“  

Der „Red Wednesday“-Aktion hat sich heuer wieder auch das österreichische Parlament in der Hofburg angeschlossen, das am 17. November abends in rotes Licht getaucht sein wird: „Mit der Beleuchtung der Hofburg möchte ich als Präsident des Österreichischen Nationalrats ein Zeichen setzen und zur Bewusstseinsbildung im Kampf gegen Christenverfolgung beitragen“ – so Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrats – „Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens zu Opfern von Gewalt und Unterdrückung werden!“

Den Auftakt des „Red Wednesday“, eine bereits 2015 weltweit von „Kirche in Not“ ins Leben gerufene Kampagne, bildet heuer wieder Österreich. Mehr als 70 Kirchen und Monumente in allen österreichischen Bundesländern werden in diesem Jahr teilnehmen. Eine Liste aller Teilnehmer finden Sie unter: www.kircheinnot.at/rw/

Zahlreiche Länder auf vier Kontinenten – von Brasilien über Kanada bis Australien – werden sich dem „Red Wednesday“ anschließen und viele ihrer Kirchen oder Bauwerke (so etwa die weltberühmte Christusstatue über Rio de Janeiro oder die Burg in Bratislava) in rotem Glanz zum Leuchten bringen. Damit wollen sie weltweit ein starkes Zeichen der Unterstützung für all jene Menschen setzen, die in vielen Ländern der Welt wegen ihres christlichen Glaubens gewaltsame Diskriminierung erleiden. Christen, die in einem Umfeld leben müssen, in dem ihnen die freie Religionsausübung als grundlegendes Menschenrecht bis heute verweigert wird.

KIRCHE IN NOT-Aktion am 17. November 2021: Hunderte Kirchen, Monumente und Gebäude werden rot angestrahlt, um weltweit auf das Schicksal der verfolgten Christen aufmerksam zu machen.

In Österreich werden heuer mehr als 90 Kirchen, Stifte, Klöster und Monumente rot angestrahlt, darunter auch das Parlament in der Wiener Hofburg und das Bundeskanzleramt.

Immer noch werden Millionen von Christen in etlichen Ländern – vor allem im arabischen Raum, Asien und Afrika – nur ihres Glaubens wegen unterdrückt, verfolgt und vielerorts auch ermordet. Darüber wird bei uns in der westlichen Welt viel zu wenig berichtet. „Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute“ – betont Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“-Österreich (ACN)– „deshalb wollen wir mit der roten Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Monumenten hierzulande auf unzählige Übergriffe gegen Christen aufmerksam machen – nach wie vor eine bittere Realität!“

Die Karlskirche in Volders, Tirol.
Der „Red Wednesday“-Aktion hat sich heuer wieder auch das österreichische Parlament in der Hofburg angeschlossen, das am 17. November abends in rotes Licht getaucht sein wird: „Mit der Beleuchtung der Hofburg möchte ich als Präsident des Österreichischen Nationalrats ein Zeichen setzen und zur Bewusstseinsbildung im Kampf gegen Christenverfolgung beitragen“ – so Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrats – „Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens zu Opfern von Gewalt und Unterdrückung werden!“

Den Auftakt des „Red Wednesday“, eine bereits 2015 weltweit von „Kirche in Not“ ins Leben gerufene Kampagne, bildet heuer wieder Österreich. Mehr als 90 Kirchen und Monumente in allen österreichischen Bundesländern werden in diesem Jahr teilnehmen. Eine Liste aller Teilnehmer finden Sie unter: www.kircheinnot.at/rw

Stift Geras am Red Wednesday 2020 Foto: Stift Geras
Zahlreiche Länder auf vier Kontinenten – von Brasilien über Kanada bis Australien – werden sich dem „Red Wednesday“ anschließen und viele ihrer Kirchen oder Bauwerke (so etwa die weltberühmte Christusstatue über Rio de Janeiro oder die Burg in Bratislava) in rotem Glanz zum Leuchten bringen. Damit wollen sie weltweit ein starkes Zeichen der Unterstützung für all jene Menschen setzen, die in vielen Ländern der Welt wegen ihres christlichen Glaubens gewaltsame Diskriminierung erleiden. Christen, die in einem Umfeld leben müssen, in dem ihnen die freie Religionsausübung als grundlegendes Menschenrecht bis heute verweigert wird.
Parlament in der Wiener Hofburg am Red Wednesday Foto: KIRCHE IN NOT

Die Corona-Krise hat in Pakistan zu einer Zunahme der Anklagen aufgrund der international umstrittenen Blasphemiegesetze geführt, erklärte der Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Wir beobachten einen alarmierenden Anstieg, insbesondere durch die zunehmende Nutzung der sozialen Medien. Die religiöse Radikalisierung ist weiter auf dem Vormarsch.“

Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden verteidigt Christen und andere religiöse Minderheiten, denen angebliche Gotteslästerung oder Beleidigung des Islam vorgeworfen wird und dokumentiert diese Fälle.

Radikale Muslime machten sich zunutze, dass aufgrund der Covid-19-Pandemie Ermittlungen länger dauerten oder Gerichtsverhandlungen verschoben würden, erklärte Yousaf. Eine weitere Entwicklung macht dem Priester Sorgen: „Es ist eine Zunahme [der Blasphemiebeschuldigungen] in den Städten zu verzeichnen, die sich gegen Studierende, Krankenschwestern, Ärzte und andere gebildete Berufsgruppen richten.

Emmanuel Yousaf, Leiter der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan.

Auch Freispruch schützt nicht vor Verfolgung

Das deutet darauf hin, dass die Mehrheit ihre Mitmenschen noch entschlossener zwingen will, zu konvertieren oder sich ihrer Ideologie anzuschließen. Wenn diese sich weigern, werden sie fälschlich der Blasphemie beschuldigt.“

Auch ein Freispruch vor Gericht schütze die Betroffenen nicht: „Bei vielen Fällen ist zu beobachten, dass eine fälschlich beschuldigte Person nicht in seine Wohngegend, noch nicht einmal in seine Heimatregion zurückkehren kann. Das Leben dieser Menschen ist immer in Gefahr.“

Die Islamische Republik Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen: Die Schändung des Korans kann mit lebenslanger Haft, abschätzige Bemerkungen über den Propheten Mohammed sogar mit dem Tod bestraft werden.

Polizeischutz vor einer Kirche in Pakistan.

Drastische Strafen bei „gotteslästerlichen Handlungen“

Beobachter kritisieren seit Langem, dass Anklagen, Prozessführung und Haftbedingungen rechtsstaatlichen Standards widersprechen.

Zu diesem Schluss kommt auch eine Resolution des Europäischen Parlaments von Ende April. Die Abgeordneten fordern Pakistan unter anderem zur Abschaffung von Todesstrafe und lebenslanger Haft in den Blasphemiegesetzen auf. Andernfalls sollten die Pakistan gewährten Handelspräferenzen auf den Prüfstand gestellt werden.

„Diese Resolution ist sehr wichtig für die Rechte religiöser Minderheiten in Pakistan, insbesondere für Christen“, bilanziert Yousaf. Fast ein Sechstel (14,5 Prozent) der wegen Blasphemie angeklagten Personen seien Christen, obwohl diese weniger als zwei Prozent der Gesamtbevölkerung Pakistans ausmachen.

Verteilung von Lebensmittelpaketen in Pakistan.

Nur zwei Prozent der Pakistaner sind Christen

Allerdings sieht der Menschenrechtler wenig Chancen, die Gesetze ganz abzuschaffen, dazu sei die pakistanische Gesellschaft zu sehr radikalisiert. Auch seien viele Bürger der Auffassung, „diese Gesetze seien nicht von Menschen gemacht, sondern göttlich“.

Nach Verabschiedung der Resolution hatte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums der Europäischen Union mangelndes Verständnis für die religiösen Empfindsamkeiten in der islamischen Welt vorgeworfen.

Das treffe in gewissem Maße zu, erklärte Yousaf: „Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden hat die Regierung immer wieder aufgefordert, den Missbrauch dieser Gesetze zu unterbinden und dazu auch Vorschläge gemacht. Wir fordern nicht die Aufhebung der Gesetze, sondern verfahrenstechnische Änderungen.

Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen, bis hin zum Tod.

„Einseitig parteiische Lehrpläne”

Obwohl der Staat sagt, dass er sich an internationales Recht hält, werden den Minderheiten meiner persönlichen Erfahrung nach ihre gesetzlich garantierten Rechte vorenthalten.“

Yousaf appelliert an die internationale Gemeinschaft, „auf die Regierung einzuwirken und Druck auf sie auszuüben, damit sie den Schutz der religiösen Minderheiten gewährleistet“. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch Bildung. „Im Lauf der Jahre haben die öffentlichen Einrichtungen aufgrund einseitig parteiischer Lehrpläne die Ideologie gestärkt, dass es in Pakistan nur Platz für den Islam gibt.“

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Dem Süden des Iraks droht eine weitere Abwanderung der Christen. Die wenigen verbliebenen Gläubigen erwägen einen Umzug in die kurdisch geprägten Landesteile im Norden oder eine Flucht ins Ausland. Das befürchtet der Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido. In der südirakischen Metropole Basra lebten derzeit nur noch 500 Christen. 2003 seien es noch bis zu 5.000 gewesen. Die meisten hätten das Gebiet verlassen, weil sie befürchteten, getötet oder entführt zu werden. Während früher in Basra sonntags Gottesdienste in 14 bis 18 Kirchen gefeiert worden seien, seien es heute nur noch vier. Viele Kirchengebäude verfallen ihm zufolge. Grund sei die instabile Lage. Im Süden des Landes herrschten zunehmend schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt würden. Die Korruption der örtlichen Behörden verhindere einen Wiederaufbau. Proteste der Bevölkerung dagegen würden von den Milizen brutal niedergeschlagen. Hinzu komme eine starke Inflation. Um einen weiteren Exodus der Christen und anderer religiöser Minderheiten zu verhindern, sieht der Nahostexperte nur eine Lösung: „Irak braucht eine starke Regierung, die den Menschen Sicherheit bieten kann – frei von ausländischen Einflüssen wie etwa der Türkei und dem Iran.“ Gleichzeitig müssten die irakischen Sicherheitskräfte gestärkt und dürften nicht von Milizen kontrolliert werden. Auch der Westen müsse dafür Sorge tragen, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Die Region des Südiraks umfasst das Gebiet südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad bis zum Persischen Golf.

Sido: Regierung schenkt Religionsfreiheit kaum Beachtung

Sido äußerte sich gegenüber IDEA auch zu den Parlamentswahlen am 10. Oktober. Themen wie Religionsfreiheit und die Lage der religiösen Minderheiten im Land spielten im Wahlkampf leider keine Rolle, hat der Nahostexperte beobachtet. Die Christen hätten große Hoffnungen in den Besuch von Papst Franziskus im März gesetzt. Doch auch er habe die irakische Zentralregierung und die Parteien nicht überzeugen können, diesen Themen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Es gebe zwar mehr als 30 christliche Kandidaten für das Parlament, doch sie seien „Schachfiguren“ und setzten sich kaum für die Belange der Christen ein. Jede Partei versuche zwar, Christen im Parlament zu platzieren, da es für die religiöse Minderheit eine feste Quote gebe. Diese setzten sich aber dann für andere Themen ein und nicht für die Belange der Christen. Aktuell sieht das Parlament fünf feste Plätze für christliche Vertreter vor. Für andere Minderheiten wie etwa Jesiden ist jeweils ein Platz vorgesehen. Im Irak sind etwa 95 Prozent der rund 40 Millionen Einwohner Muslime, meist Schiiten. (Quelle: IDEA)

In jedem dritten Land der Welt kommt es zu schwerwiegenden Verletzungen der Religionsfreiheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des weltweit tätigen Hilfswerks „Kirche in Not“, das die Ergebnisse am heutigen Donnerstag in einer Pressekonferenz in Berlin vorstellte.

Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ zufolge, wurde dieses Grundrecht zwischen 2018 und 2020 in 62 von 196 untersuchten Ländern nicht respektiert. Die Zahl der in diesen Staaten lebenden Menschen liegt bei fast 5,2 Milliarden. In 26 Ländern sind die Einwohner sogar massiver Verfolgung ausgesetzt, heißt es in dem Bericht.

Bedrohungen nehmen weltweit zu

Laut dem Bericht von „Kirche in Not“ ist ein drastischer Anstieg dschihadistischer Gruppen in Afrika zu verzeichnen, insbesondere in der Subsahara-Region und Ostafrika. In fast der Hälfte der Staaten des Kontinents (42 Prozent) kommt es mittlerweile zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit. Burkina Faso und Mosambik sind markante Beispiele.

Die Direktorin der Projektabteilung von „Kirche in Not“, Regina Lynch, berichtete, dass das Hilfswerk von den Projektpartnern vor Ort „schockierende Berichte und Fotos von barbarischen Anschlägen der Dschihadisten“ aus Mosambik erhalte, vor allem aus der Provinz Cabo Delgado im Norden. „Jeder, egal ob Muslim oder Christ, der die Ideologie der Dschihadisten nicht akzeptiert, wird dafür bestraft. Die Menschen müssen mit ihrem Leben bezahlen, sind grausamen Formen der Folter ausgesetzt oder müssen mit ansehen, wie ihre Häuser und Ernten zerstört werden.“ „Kirche in Not“ unterstütze hier Hunderttausende vertriebene Menschen mit Nothilfe und psychologischer Betreuung zur Traumabewältigung, so Lynch.

Drastische Zunahme dschihadistischer Gruppen in Afrika

Auch in Nigeria fördere „Kirche in Not“ aktuell derartige Projekte, vor allem für Witwen in Maiduguri im Nordosten des Landes. Dort sind seit 2009 Dschihadisten von „Boko Haram“ aktiv. „Sie greifen die lokale Bevölkerung mit dem Ziel an, das Land in einen islamischen Staat zu verwandeln. Wie in anderen afrikanischen Ländern töten oder entführen sie jeden, ganz unabhängig von seiner Religion, der ihre Weltsicht nicht akzeptiert“, schildert die Projektdirektorin.

Diese Radikalisierung treffe jedoch nicht nur den afrikanischen Kontinent. Der Bericht zeigt ein Anwachsen transnationaler islamistischer Netzwerke, die sich von Mali und Mosambik über die Komoren bis hin zu den Philippinen erstrecken, mit dem Ziel, ein sogenanntes „transkontinentales Kalifat“ zu errichten.

Mark von Riedemann, Vorsitzender des Redaktionsausschusses des Berichts, betonte, dass Muslime und Christen gleichermaßen Opfer extremistischer Gewalt seien. „Mit der zunehmenden Radikalisierung der Islamisten werden Christen zunehmend zur spezifischen Zielscheibe für Terroristen.“ Dadurch werde vor allem der für die Subsahara-Region typische soziale und religiöse Pluralismus und das harmonische Zusammenlebe der Religionen zerstört.

„Transnationales Kalifat“

Der Bericht stellt zudem einen neuen Trend heraus. Auf künstlicher Intelligenz basierende Technologie, Cybernetzwerke und Massenüberwachung werden in einigen Nationen zur Verstärkung der Kontrolle und Diskriminierung missbraucht – allen voran China. Aber auch dschihadistische Gruppen nutzen digitale Technologien, um Anhänger zu radikalisieren und zu rekrutieren, heißt es in dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“.

Neben autoritären Regierungen und islamistischem Extremismus sei auch ein ethnisch-religiöser Nationalismus ein wichtiger Faktor, der die Religionsfreiheit beeinflusst. Darunter falle beispielsweise die Förderung der ethnischen und religiösen Vormachtstellung in einigen asiatischen Ländern mit hinduistischer und buddhistischer Mehrheit – ein Trend, der eine Bevölkerung in Milliardenhöhe betreffe. Die Folge sei eine größere Unterdrückung von Minderheiten, die zu „Bürgern zweiter Klasse“ degradiert werden. Beispielländer seien Indien, Pakistan oder Myanmar.

Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, sagte: „Religionsfreiheit und Menschenwürde sind Geschwister. Sie sind untrennbar miteinander verbunden – nicht nur durch ihre Bedeutung als elementares Menschenrecht, sondern auch durch die Verletzungen, denen sie gleichermaßen ausgesetzt sind. Ohne Religionsfreiheit kann eine wahrhaft offene und plurale Gesellschaft nicht existieren.“ In diesem Kontext müsse man auch die Christenverfolgung verstehen. „Sie ist nicht isoliert zu betrachten, sondern immer als ein Bestandteil von Menschenrechtsverletzungen“, so Koch. Als Erzbischof von Berlin sei er Menschen begegnet, die aus eigener Erfahrung von den religiösen Verfolgungen in ihren Heimatländern Erschütterndes berichtet hätten. Religionsfreiheit könne zu einem Instrument des Friedens werden, wenn die Gläubigen der verschiedenen Religionen sich als Weggefährten erkennen für sie eintreten. „Das mag nicht immer leicht sein, aber es ist trotzdem der richtige und einzige Weg“, ist sich Erzbischof Koch sicher.

„Religionsfreiheit ein elementares Menschenrecht “ –
Anstieg der „höflichen Verfolgung“

In den westlichen Ländern registriert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ einen Anstieg der „höflichen Verfolgung“. Der zugespitzt-ironisch formulierte Begriff wurde von Papst Franziskus geprägt und beschreibt Tendenzen, wonach neue kulturelle Normen und Werte in Widerspruch zu den Rechten der Einzelnen auf Gewissensfreiheit stehen und bewirken, dass Religion „in die geschlossenen Räume von Kirchen, Synagogen oder Moscheen“ verbannt wird.

Die Studie dokumentiert auch die tiefgreifenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Religionsfreiheit. Angesichts des Ausmaßes hätten Regierungen außerordentliche Maßnahmen für notwendig erachtet, die in einigen Fällen die Religionsausübung im Vergleich zu säkularen Aktivitäten unverhältnismäßig stark einschränken. In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Pakistan oder Indien, wurden religiöse Minderheiten humanitäre Hilfen vorenthalten.

Vorstellung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2021“ in Berlin (von links): Regina Lynch (Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT/ACN International), Heiner Koch (Erzbischof von Berlin), Thomas Heine-Geldern (Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT/ACN), Markus Grübel MdB (Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit), Mark von Riedemann (Vorsitzender des Redaktionsausschusses des Berichts).

Covid-19-Pandemie hat auch Auswirkungen auf Religionsfreiheit

Angesichts der Ergebnisse des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2021“ stellte der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern, fest: „Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf religiöse Gewalt und auf religiöse Verfolgung im Allgemeinen ist zu gering und kommt oft zu spät – too little, too late.“ Auch wenn Menschenrechte in aller Munde seien, führe die Religionsfreiheit oft ein Schattendasein. Er bezeichnet den vorliegenden Bericht als „Warnsignal“: Die Aussichten auf ein friedliches Zusammenleben seien düster, „solange die Religions- und Glaubensfreiheit nicht als grundlegendes Menschenrecht geachtet wird, das auf der Menschenwürde jedes Einzelnen beruht“.

Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit erscheint zum 15. Mal. „Kirche in Not“ hat ihn erstmals 1999 veröffentlicht. Er analysiert, inwieweit das Menschenrecht auf Religionsfreiheit in allen 196 Ländern der Welt und bezogen auf alle Religionen respektiert wird. „Kirche in Not“ ist die einzige katholische Institution, die einen Bericht dieser Art herausgibt.

Die Ergebnisse, Quellen und Verfahrensweise der Studie sowie alle 196 Länderberichte sind abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at.

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