
Angesichts erneuter Kämpfe in der syrischen Millionenstadt Aleppo bitten die lokalen Christen eindringlich um Gebet und Solidarität; sie fürchten, dass der aktuelle Konflikt noch weiter eskalieren könnte. Wie Projektpartner gegenüber KIRCHE IN NOT mitteilten, sind vor allem Zivilisten – darunter auch Christen – erneut besonders von den Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten „Syrian Democratic Forces“ (SDF) betroffen.
Die Gefechte, die bereits Ende Dezember begonnen hatten, flammten nach einer kurzen Waffenruhe am 6. Jänner erneut auf. Medien berichten von mindestens neun Toten. Die Gewalt fiel in die Zeit, in der katholische und orthodoxe Christen Weihnachten bzw. das Hochfest Erscheinung des Herrn feierten. Alle Gottesdienste und Feierlichkeiten wurden abgesagt, da viele Menschen aus Angst ihre Häuser nicht verlassen können.
„Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, nur die Krankenhäuser arbeiten noch. Christliche Familien sitzen fest, weil ihre Wohnungen an der Kampflinie liegen“, berichtet eine lokale Quelle von KIRCHE IN NOT, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte.
Die christlichen Kirchen haben zahlreiche Gebäude für Familien geöffnet, die vor den Kämpfen fliehen mussten. Zwar wurden zwei Fluchtkorridore eingerichtet, doch wächst die Sorge, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte. „Nach dem Ausmaß der Bombardierungen und des Beschusses zu urteilen, scheinen beide Seiten etwas Größeres zu planen“, so die Quelle weiter.

Der maronitische Erzbischof von Aleppo, Joseph Tobji, wandte sich in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit: „Die Situation ist erneut kritisch geworden. Viele Menschen verlassen ihre Wohnviertel. Wir zählen auf die Hilfe des Herrn – und danken Ihnen von Herzen für Ihr Gebet.“ Auch der griechisch-katholische Priester Fadi Najjar, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT, schildert die Lage: „Die Regierung beschießt kurdische Gebiete, die Kurden antworten mit Angriffen auf unsere Viertel.“ Besonders betroffen seien erneut die Zivilisten.
Ähnlich äußerte sich auch Pater Hugo Alaniz. Er gehört der Ordensgemeinschaft „Institut des Inkarnierten Wortes“ an und arbeitet mit KIRCHE IN NOT bei zahlreichen Hilfsprojekten für hilfsbedürftige Gemeindemitglieder zusammen. Wegen der anhaltenden Kämpfe habe selbst eine nachgeholte Weihnachtsfeier für Kinder abgesagt werden müssen. „Wir hörten den ganzen Tag Bombardierungen und Schüsse. Wir bitten um Gebet, dass es zu einer Einigung kommt und der Frieden im Land einkehrt.“

Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, erklärte: „Erneut erreichen uns alarmierende Nachrichten aus Aleppo. Unsere Brüder und Schwestern bitten um Gebet – und wir schließen uns diesem Appell mit großer Sorge, aber auch mit Hoffnung an.“
Die SDF sind der bewaffnete Arm einer politischen Führung, die seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 große Teile des Nordostens Syriens kontrolliert. Dieses Bündnis wird vor allem von kurdischen Gruppen getragen. Mit Unterstützung einer internationalen Koalition spielten die SDF eine entscheidende Rolle bei der militärischen Niederlage der Terrororganisation „Islamischer Staat“.
Die SDF streben an, ihre Region auch in Zukunft weitgehend selbst zu verwalten. Die neue Regierung in Damaskus lehnt diese Autonomiebestrebungen ab. Sie verfolgt das Ziel, die volle Kontrolle über das gesamte syrische Staatsgebiet wiederherzustellen.

Zwischen beiden Seiten hatten sich die Spannungen bereits seit Monaten aufgebaut. Schließlich eskalierten sie in offenen Kämpfen um die Kontrolle über Teile von Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens. Im Dezember hatten sich SDF und Regierungstruppen auf eine Waffenruhe geeinigt, die nun nach wenigen Tagen wieder gebrochen wurde. Beide Seiten geben sich wechselseitig die Schuld daran.
In Syrien leben lokalen Schätzungen zufolge etwa 250 000 Christen, in Aleppo nicht mehr als 20 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs 2011 zählte Syrien noch rund 1,5 Millionen Christen.

Immer mehr Christen würden aufgrund der aktuellen Lage das Land verlassen, stellte Mourad fest und warnte: „Die Kirche in Syrien stirbt. Es gibt keine Freiheit, weder religiöse Freiheit noch irgendeine andere.“ Die Kirche in Syrien versuche seit Jahren, die Abwanderung zu verhindern – auch dank Hilfe aus dem Ausland. Dies stoße jedoch an Grenzen, erklärte der Erzbischof im Hinblick auf die nach wie vor unklare Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes: „Es ist nicht möglich, eine Migrationswelle einzudämmen, ohne zuvor ein klar definiertes Regierungssystem und ein solides Sicherheitssystem zu etablieren.“
Mourad forderte mit Blick auf die Anschläge und blutigen Auseinandersetzungen in den vergangenen Monaten die internationale Gemeinschaft auf, ein „klare Haltung zu den Ereignissen in Syrien“ einzunehmen. Politische Vertreter, Hilfsorganisationen, Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen im In- und Ausland sollten zusammenarbeiten, „um die in der Gesellschaft herrschende Angst zu überwinden und Schulungen über die Rolle der Gesetzgebung und die Durchsetzung von Gerechtigkeit und der Unabhängigkeit der Justiz durchzusetzen.“

Die Kirche gehe dabei mit gutem Beispiel voran: So würden zum Beispiel in Aleppo Christen ausgebildet um „eine politische Rolle zu übernehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, erklärte Mourad. Es sei „unerträglich“, dass sich die Christen in Syrien nach wie vor wie Fremde fühlten, obwohl sie seit Jahrhunderten Bürger des Landes seien.
Erzbischof Mourad äußerte sich bei der Vorstellung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT (ACN) Ende Oktober in Rom. Der 57-Jährige war während des syrischen Bürgerkriegs 2015 von Kämpfern des „Islamischen Staats“ entführt und fünf Monate gefangen gehalten worden. Nach Schätzungen von KIRCHE IN NOT aufgrund lokaler Angaben lebten bei Kriegsbeginn 2011 rund 2,1 Millionen Christen im Land, heute sind es noch um die 500 000. Das sind etwas mehr als zwei Prozent der syrischen Bevölkerung.
KIRCHE IN NOT befürchtet die Zunahme von Seuchen in der umkämpften Region um die Stadt Suweida im Süden Syriens. Es fehle an Wasser, Lebensmitteln, Babyartikeln und Medikamenten wie Insulin oder Antibiotika, stellt das Hilfswerk nach Rücksprache mit lokalen Quellen fest. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation müssen die Ansprechpartner anonym bleiben. Die kirchlichen Ansprechpartner fordern einen humanitären Korridor, um Menschen zu evakuieren und Hilfe in die Region zu lassen.
Wie sie berichten, halten sich in der Kapuzinerkirche von Suweida etwa 250 Menschen auf. Sie haben sich vor den Kämpfen in Sicherheit gebracht, die Mitte Juli zwischen Beduinen-Stämmen und der religiösen Minderheit der Drusen ausbrachen. Syrisches Militär und Israels Armee griffen in den Konflikt ein. Eine vereinbarte Waffenruhe hält nicht.
Informationen von KIRCHE IN NOT zufolge geriet auch die Kapuzinerkirche zwischen die Fronten. „Eine Granate schlug in das Kloster ein und verursachte erhebliche Schäden an Fenstern und den Wassertanks“, berichtet ein Kontakt. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Allerdings habe sich die humanitäre Situation durch den Angriff weiter verschärft: Das Wasser ginge zur Neige, der Strom sei immer wieder unterbrochen. „Das Leben in Suweida ist unerträglich geworden“, klagte die Quelle.

Das örtliche Krankenhaus habe die Arbeit eingestellt. Über 1200 Tote hätten bislang noch nicht bestattet werden können. Die Menschen seien in der Stadt eingeschlossen, da immer noch gekämpft werde: „Immer noch sind Schüsse zu hören. Die Angst ist allgegenwärtig. Wir wissen nicht, welche Gruppen sich hier bekämpfen“, berichtete eine weitere Kontaktperson.
Einer KIRCHE IN NOT nahestehenden Ordensschwester zufolge hielten sich einige christliche Familie im Osten von Suweida auf, dort sei es etwas sicherer. Doch die Menschen seien vielfach traumatisiert: „Viele leiden unter schweren Panikattacken und emotionalen Zusammenbrüchen. Sie brauchen Medikamente und psychologische Betreuung.“
KIRCHE IN NOT steht in ständigem Kontakt mit der christlichen Gemeinschaft im Süden Syriens. Aktuell ist jeder Ausweg blockiert, berichtet eine Person: „Wir wissen nicht, wie es weitergehen oder enden wird. Es fehlt uns an allem.“
In verschiedenen Regionen Syriens ist es erneut zu einer Reihe von gewalttätigen Angriffen auf christliche Gemeinden gekommen. Wie KIRCHE IN NOT von lokalen Quellen erfahren hat, haben unbekannte Täter im Süden Syriens eine Kirche sowie Häuser von Christen angegriffen und in Brand gesteckt.
Ansprechpartner des Hilfswerks meldeten, dass es einen Brandanschlag auf die melkitische griechisch-katholische Kirche St. Michael im Dorf al-Sura in der Region Suweida gegeben habe. Das volle Ausmaß des Schadens ist noch nicht bekannt, da der Zugang zum Gebiet aufgrund der anhaltenden Spannungen rund um die Stadt Suweida derzeit nicht möglich ist. Bilder in den sozialen Netzwerken bestätigen jedoch den Angriff auf die Kirche.

Außerdem gibt es Berichte, dass 38 Häuser christlicher Familien bei gewalttätigen Angriffen durch Brandschatzung zerstört wurden, wodurch zahlreiche Familien obdachlos geworden sind. Rund 70 Menschen haben in einem Saal der Kirche in der Stadt Schahba Zuflucht gefunden, wo sie derzeit unter prekären Bedingungen leben. „Diese Gemeinde hat alles verloren“, sagte eine der Quellen gegenüber KIRCHE IN NOT. „Sie hatten von Anfang an wenig und gehörten zu den Ärmsten der Region. Jetzt haben sie nichts mehr.“
Diese Angriffe stehen wohl im Kontext einer Gewalteskalation gegen Minderheiten rund um die Stadt Suweida, während der in den vergangenen Tagen örtlichen Quellen zufolge zahlreiche Angehörige der drusischen Religionsgemeinschaft getötet wurden.
Auch in anderen Teilen Syriens bleibt die Sicherheitslage prekär. Nahe der Hafenstadt Tartus, etwa 250 Kilometer nordwestlich von Damaskus, konnten Sicherheitskräfte einen Bombenanschlag auf eine maronitische Kirche vereiteln. Am Sonntag, 13. Juli, wurde gegen Mitternacht ein Wagen entdeckt, der mit großen Mengen Sprengstoff, Waffen und Brandsätzen beladen und in der Nähe der Kirche abgestellt war. Dank des koordinierten Vorgehens von Sicherheitskräften und Anwohnern konnte ein Anschlag verhindert werden: Die mutmaßlichen Terroristen wurden in einem Hinterhalt gefasst.

Diese Vorfälle ereigneten sich nur wenige Wochen nach einem Selbstmordanschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche bei Damaskus, durch den während des Sonntagsgottesdienstes mindestens 30 Menschen starben und 54 verletzt wurden.
Angesichts dieser schwerwiegenden Ereignisse ruft KIRCHE IN NOT die internationale Gemeinschaft auf, für den Schutz der am stärksten gefährdeten Gemeinschaften in Syrien einzutreten.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10 Prozent der syrischen Einwohner Christen sind. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren. Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk in Syrien 153 Projekte mit rund 4,9 Millionen Euro unterstützt.
Nach dem Selbstmordanschlag am Sonntagabend, 22. Juni, auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat KIRCHE IN NOT zur Solidarität mit den Christen in Syrien aufgerufen. „Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch.
„Wir schließen uns dem Aufruf des griechisch-orthodoxen Patriarchen Johannes X. an, Gotteshäuser zu schützen und diesen Teufelskreis der Gewalt zu beenden.“ Die internationale Gemeinschaft dürfe jetzt „nicht wegschauen“ und müsse sich für den Schutz der Christen und aller Religionsgemeinschaften in Syrien einsetzen.
Medienberichten zufolge hat am Sonntagabend gegen 18:40 Uhr ein Selbstmordattentäter auf Gottesdienstbesucher der Mar-Elias-Kirche im Stadtteil Dweila in Damaskus gefeuert und sich dann in die Luft gesprengt. Die syrischen Behörden sprachen von 30 Toten und über 50 Verletzten. Zwischenzeitlich habe sich der „Islamische Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt, meldete das syrische Innenministerium.
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT, hatte noch am Sonntagabend mitgeteilt: „An dem Tag, an dem unsere Kirche aller antiochenischen Heiligen gedenkt, schlug die heimtückische Hand des Bösen zu.“ Das Patriarchat forderte die syrischen Behörden auf, „die volle Verantwortung für die geschehenen und weiterhin geschehenden Verletzungen der Heiligkeit der Kirchen zu übernehmen und den Schutz aller Bürger zu gewährleisten“.

Der Anschlag auf die Mar-Elias-Kirche fällt in die Zeit der staatlichen Neuorientierung nach dem Sturz des Assad-Regimes im vergangenen Dezember. Christen und andere Minderheiten stellen einerseits ein Entgegenkommen der Verantwortlichen fest, sahen aber andererseits das Erstarken islamistischer Kräfte im Alltag mit großer Sorge.
Die Zahl der Christen in Syrien liegt lokalen Schätzungen zufolge heute bei etwa 250 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 waren es noch 1,5 Millionen. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren.

Aus manchen Regionen Syriens melden Informationsquellen von KIRCHE IN NOT vereinzelte Einschränkungen der Religionsfreiheit für Christen durch Islamisten. Die Stimmung sei jedoch dennoch „vorsichtig optimistisch“.
Die Zusicherung der neuen Regierung, die Religionsfreiheit zu respektieren, betrachteten viele Christen mit Skepsis, erklären lokale Ansprechpartner von KIRCHE IN NOT, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben müssen. Allerdings könnten keine allgemeinen Aussagen getroffen werden, was den Umgang mit den Christen angehe. Es gebe regional große Unterschiede.
In einigen Orten hätten radikale Gruppen zum Beispiel getrennte Sitzplätze für Frauen und Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Pflicht zur Verschleierung für Frauen durchsetzen können. Den Erfolg dieser Maßnahmen führen die Beobachter bisher noch auf das Fehlen einer einheitlichen Verwaltung nach dem Machtwechsel zurück.
Bislang am schwierigsten für Christen sei es in den Städten Homs und Hama im Westen Syriens, auf halber Strecke zwischen Damaskus und Aleppo, teilte ein Gesprächspartner KIRCHE IN NOT mit: „Die Menschen vermeiden es, nach 17 Uhr auf die Straßen zu gehen. Es sind Dschihadisten unterwegs, die mit Megafonen die Menschen dazu aufrufen, zum Islam überzutreten.“ Frauen, die in der Öffentlichkeit keinen Schleier trügen, würden öffentlich kritisiert. „Die Angst dort ist sehr groß. Viele Christen bleiben zu Hause und können nicht zur Arbeit.“

Im „Tal der Christen“, etwa 60 Kilometer von Homs nahe der Grenze zum Libanon, wo die Bevölkerungsmehrheit christlich ist, sei die Lage weitgehend friedlich, erklärten die Ansprechpartner. Zwischenfälle habe es bislang nur auf den Zufahrtsstraßen gegeben: „Es gibt Fälle, in denen Christen an Straßensperren aufgefordert wurden, zum Islam zu konvertieren. Wenn sie sich weigern, werden sie an der Weiterfahrt gehindert.“ Vereinzelt seien Reisende auch ausgeplündert worden.
Da die Hauptstadt Damaskus im medialen und politischen Fokus stehe, seien die neuen Verantwortlichen dort „auf ein positives Image bedacht“, erklärte ein Gesprächspartner. „Dennoch gibt es einzelne Vorfälle, wie die Aufforderung an Frauen, einen Schleier zu tragen oder das Verbot für Frauen und Männer, nicht gemeinsam auf die Straße zu gehen, wenn sie nicht miteinander verwandt sind.“ Ähnliche Zwischenfälle würden auch aus Aleppo im Norden des Landes berichtet.

Kirchenvertreter hätten derweil ihren Willen zur Zusammenarbeit mit den neuen Machthabern bekundet. Bei mehreren Gesprächen hätten die neuen politisch Verantwortlichen den Christen versichert, ihre Rechte in vollem Umfang zu respektieren. In den Gesprächen gehe es vor allem darum, den Status der Christen als integralen und jahrhundertealten Bestandteil der syrischen Gesellschaft zu sichern, teilte ein kirchlicher Ansprechpartner mit.
Die Christen würden sich nicht damit zufriedengeben, als „religiöse Minderheit abgestempelt oder als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden“. Vor dem Hintergrund einer neu zu erarbeitenden Verfassung betont die christliche Gemeinschaft ihre Gleichberechtigung mit allen ethnischen und religiösen Gruppen in Syrien.
Generell sei die Stimmung der Christen in Syrien „vorsichtig optimistisch“, erklären die Ansprechpartner von KIRCHE IN NOT: „Wir sind froh, dass das Assad-Regime gestürzt ist, und wir hoffen auf ein besseres Syrien. Aber wir sollten nicht als gegeben annehmen, dass jetzt alles in Ordnung ist.“
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Nach dem Machtwechsel in Syrien bereiten sich die Christen im Land mit einer Mischung aus Hoffen und Bangen auf das Weihnachtsfest vor. Wie Kontakte von KIRCHE IN NOT aus Aleppo berichteten, hätten die neuen Machthaber die Bewohner aufgefordert, ihre Weihnachtsfeierlichkeiten zu begehen. Die Kirchen begannen daraufhin, Dekorationen anzubringen. Die Stimmung der Christen in der Stadt hätte dich dadurch verbessert.
Auch die christlichen Schulen in der Stadt haben seit Anfang der Woche wieder geöffnet; Sonntagsgottesdienste konnten in gewohnter Weise stattfinden. Auch die Krankenhäuser arbeiteten wieder in vollem Umfang, die Einkaufspreise hätten sich nach einem anfänglichen Anstieg wieder zu stabilisieren begonnen. Oft seien ausländische Waren, etwa aus der Türkei, günstiger zu haben als einheimische Produkte.
Lauter einer Quelle, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, hätten die neuen Machthaber betont: „Wir sind gekommen, um alles besser zu hinterlassen, als es war.“ Trotz dieser beruhigenden Botschaften überwiegt bei den Christen die Skepsis: „Nach all dem Leid und den Strapazen fällt es uns sehr schwer, den neuen Behörden ohne Weiteres zu vertrauen“, sagte ein Kontakt gegenüber KIRCHE IN NOT.

Nachforschungen des Hilfswerks zufolge hat es seit dem Machtwechsel in Syrien keine Anzeichen für eine systematische Verfolgung oder Diskriminierung der christlichen Minderheit gegeben; einzelne Berichten sprechen jedoch von aggressiven Zwischenfällen.
Aus der Stadt Homs berichteten Kontakte von KIRCHE IN NOT, dass sich die Lage beruhigt habe und die katholischen Schulen ebenfalls wieder öffnen konnten. Allerdings beobachten die Christen die Entwicklung dort mit zunehmender Besorgnis, teilte eine anonyme Quelle mit: „Wenn eine neue Verfassung auf der Scharia basieren sollte, werden Christen zweifellos das Land verlassen müssen, weil ihre persönlichen Freiheiten eingeschränkt werden.“ Wichtig sei die internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung für Minderheiten wie die Christen, damit eine zivile Verfassung zustande komme.
Wie die Kontaktperson betonte, bestünde die Gefahr, dass Syrien sich in Richtung eines extremistischen islamistischen Systems bewegen könne: „Wir haben die Befürchtung, dass wir von einem Regime, das alle zum Schweigen brachte, zu einem Regime übergegangenen sind, dass anderen nicht erlaubt, so zu leben wie sie es möchten, mit allen persönlichen Freiheiten.“ Christen hätten weder Macht noch Einfluss, um ihre Rechte hinreichend zu sichern.

KIRCHE IN NOT steht weiterhin in direktem Kontakt mit den zahlreichen Projektpartnern in Syrien. Das Hilfswerk fordert die internationale Gemeinschaft sowie die neuen Machthaber auf, die allgemeine Religionsfreiheit im Land sicherzustellen.
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Nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien hat es mittlerweile erste Kontakte zwischen den neuen Machthabern und Vertretern der christlichen Minderheit gegeben. Das berichtete der armenisch-katholische Bischof von Damaskus, Georges (Kévork) Assadourian, gegenüber KIRCHE IN NOT.
Assadourian hatte am vergangenen Montag zusammen mit zwei weiteren Geistlichen das Hauptquartier der islamistischen Rebellengruppen besucht. Bei dem Treffen sei vor allem die Rolle der Christen im neuen syrischen Staat Thema gewesen, berichtete der Bischof: „Wir diskutierten über die Präsenz der Christen und auch über deren Rolle. Man versicherte uns, dass alles gut werden würde und wir uns keine Sorgen machen müssten.“
Assadourian unterstrich, dass im Hauptquartier ausländische Botschafter anwesend gewesen seien. Er würdigte die internationalen Bemühungen, die Entwicklungen in Syrien zu überwachen.
„Die Lage in Damaskus ist aktuell ruhig“, teilte Assadourian mit. Am vergangenen Wochenende, als sich der Machtwechsel in Syrien ereignete, habe ein zweitägiges Gebetstreffen um Frieden mit allen Priestern und Ordensleuten stattgefunden.

Im Hinblick auf die Flucht von Präsident Bashar al-Assad sagte der Bischof: „Es war ein sehr dramatischer Tag in der Geschichte Syriens. Der Präsident verließ das Land, und alles verwandelte sich in eine ,Wüste’ – ein Land, das vom Regime befreit wurde, das über 50 Jahre an der Macht war.“
Um auf die Sorgen der Gläubigen nach ihrer Zukunft im Land einzugehen, hätten sich Religionsvertreter am armenisch-katholischen Bischofssitz getroffen und eine gemeinsame Strategie beraten. Nachdem ein zunächst anberaumtes Treffen mit einem wichtigen Rebellen-Anführer nicht stattfinden konnte, habe dieser zunächst einen Sprecher mit einer beruhigenden Botschaft entsandt, bevor das Treffen dann am Montag zustande kam.
KIRCHE IN NOT setzt seine Unterstützung für die Christen in Syrien unvermindert fort. Das Hilfswerk setzt sich dafür ein, dass ihre Stimme gehört und Religionsfreiheit gewährleistet wird.
Dazu hatte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Regina Lynch, erklärt: „Wir fordern sowohl die internationale Gemeinschaft als auch die neuen Machthaber in Syrien auf, den Schutz der Grundrechte aller Religionsgemeinschaften sicherzustellen und ihre Religionsfreiheit, ihre Bildungsfreiheit und ihr Recht auf ein Leben in Frieden zu garantieren.“
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Nach dem Sturz des Assad-Regimes und der Übernahme der syrischen Hauptstadt Damaskus durch eine von Islamisten angeführte Rebellenkoalition fordert KIRCHE IN NOT besonderen Schutz für religiöse Minderheiten in Syrien.
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT International, Regina Lynch, erklärte: „Wir fordern sowohl die internationale Gemeinschaft als auch die neuen Machthaber in Syrien auf, den Schutz der Grundrechte aller Religionsgemeinschaften sicherzustellen und ihre Religionsfreiheit, ihre Bildungsfreiheit und ihr Recht auf ein Leben in Frieden zu garantieren.“
Während die religiösen Minderheiten in den vergangenen Tagen von den Rebellen weitgehend respektiert worden seien, betonte Lynch jedoch: „Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass die Religionsfreiheit in Zeiten der Instabilität in der Region stark eingeschränkt werden kann.“ Mit den Projektpartnern in Syrien stünde KIRCHE IN NOT in ständigem Kontakt. „Wir sind dankbar, dass niemand von ihnen während des Umsturzes Schaden erlitten hat“, erklärte Lynch.

„Als katholisches Hilfswerk engagieren wir uns weiterhin für die Unterstützung der Hilfs- und Wiederaufbaubemühungen in Syrien“, sagte Lynch weiter. „Unsere Projekte werden sich weiterhin darauf konzentrieren, der am stärksten gefährdeten christlichen Minderheit grundlegende Hilfe, Bildung und spirituelle Unterstützung zu bieten und gleichzeitig Versöhnung und Hoffnung zu fördern.“
KIRCHE IN NOT fordere alle Menschen guten Willens auf, gemeinsam für die Menschen in Syrien zu beten und alle Bemühungen zu verstärken, um sicherzustellen, dass der Machtübergang zu Gerechtigkeit, Frieden und Würde für alle führe.
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Nach einem Überraschungsangriff dschihadistischer Gruppen im Nordwesten Syriens hat ein Projektpartner sich mit der Bitte um Gebet und Hilfe an KIRCHE IN NOT (ACN) gewandt: „Angst macht sich breit. Die Lage ist sehr angespannt“, teilte Pater Hugo Alaniz mit.
Die Kämpfe zwischen syrischer Armee und Milizen seien weniger als zehn Kilometer von Aleppo entfernt, sagte der argentinische Ordensmann, der dem „Institut des inkarnierten Wortes“ angehört. „Es gibt heftige Zusammenstöße mit vielen Toten und Verletzten. Die Krankenhäuser sind überlastet.“ Die Dschihadistengruppen hätten mehrere Dörfer eingenommen, die wichtige Verkehrsroute zwischen Aleppo und Damaskus sei für die Zivilbevölkerung derzeit nicht passierbar.
Angesichts von Meldungen, dass die Milizen auf Aleppo vorrücken könnten, mache sich Unsicherheit und Furcht unter den Einwohnern breit, sagte der Pater. Auf seiner an KIRCHE IN NOT übersandten Sprachnachricht sind im Hintergrund Explosionen zu hören.

Die örtlichen Kirchengemeinden seien für Schutzsuchende geöffnet, auch wenn sie dies zu einem potenziellen Angriffsziel machte, so Alaniz. Unter den Christen stellt er ein großes Gottvertrauen fest. „Wir bitten um das Gebet in dieser Situation. Hoffentlich geht sie schnell vorüber.“
KIRCHE IN NOT hat seit Beginn des Syrienkriegs im Jahr 2011 Projekte im Umfang von über 60 Millionen Euro unterstützt. Unser Hilfswerk finanziert die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten, Schul- und Studiengebühren, Mietbeihilfen, Kinderfreizeiten und vieles andere mehr. Nach dem Erdbeben im Norden Syriens im Februar 2023 brachte KIRCHE IN NOT Sofort- und Wiederaufbauhilfen auf den Weg.
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, rief angesichts der jüngsten Eskalation erneut zu Gebet und Hilfe auf: „Beten wir um Frieden, den Schutz der Schwächsten und ein schnelles Ende der Gewalt in einem Land, das bereits seit über einem Jahrzehnt unermesslich leidet.”
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Verwendungszweck: Syrien
Mit fast zwei Millionen Euro fördert KIRCHE IN NOT auch in diesem Jahr Ferienfreizeiten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Viele der Sommerlager finden in kriegs- und konfliktgebeutelten Regionen statt, damit junge Menschen dem Leid für eine Weile entkommen und unbeschwerte Tage genießen können.
In 18 Ländern unterstützt das Hilfswerk die Ferienfreizeiten, zum Beispiel im Heiligen Land, in Libanon, Syrien, Armenien oder in der Ukraine. Aber auch in Ägypten, Mosambik und Venezuela wird den jungen Menschen die Möglichkeit geschenkt, sich in einer friedvollen Umgebung mit Gleichaltrigen auszutauschen und ihren Glauben besser kennenzulernen.
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, dankt dem Hilfswerk für die diesjährige Unterstützung des Sommerlagers des Vikariats St. Jakobus für hebräischsprachige Katholiken in Israel. Diese Camps seien ohne die Unterstützung von KIRCHE IN NOT nicht möglich. Dabei seien diese sehr wichtig: „Die Mehrheit der Teilnehmer sind Kinder von Migranten. Diese Gruppe ist besonders von den Auswirkungen des Krieges betroffen.“
Piotr Zelazko, Patriarchalvikar für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel, erklärte, dass diese Ferienlager für junge Christen keine reine Sommeraktivität seien, sondern „ein Leuchtfeuer der Hoffnung sowie eine Chance, ein Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl zu erfahren, das in ihrer turbulenten Welt oft fehlt. Hier können sie ihren Glauben und ihr kulturelles Erbe kennenlernen.“ Im Westjordanland stehen die Sommerfreizeiten für rund 500 Kinder und junge Erwachsene ganz im Zeichen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahrs des Gebets.

Auch in der Ukraine sollen Kinder ein paar unbeschwerte Tage genießen können. In den Camps für Waisenkinder, Kinder mit Behinderung und Kinder von Binnenvertriebenen und Kriegsopfern gibt es neben der geistlichen Begleitung auch eine psychologische Betreuung. Maksym Rybukha, griechisch-katholischer Weihbischof von Donezk, hob bei einem Besuch in der Internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus hervor, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht die Möglichkeit hätten, „ein normales Leben zu führen“. Die Ferienlager böten die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen.
In Syrien wird die größte Zahl der Sommerlager von KIRCHE IN NOT unterstützt: 44 Camps für mehr als 75 000 Teilnehmer. Neben Spielen und Sport stehen auch pastorale Aktivitäten im Mittelpunkt der Ferienfreizeiten. Die Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaft erleben, können helfen, sich stärker in ihrer Heimat zu verwurzeln. Ein Pfadfinderleiter sagt: „Wenn wir die Mentalität der Generation nicht ändern, werden wir mit Sicherheit eine Generation ohne Ideale und Träume haben. Das wird dazu führen, dass sie in Zukunft das Land verlassen werden.“

Im Nachbarland Libanon ermöglicht KIRCHE IN NOT rund 60 000 Teilnehmern den Besuch eines Sommercamps. Aufgrund der Wirtschaftskrise im Land können sich viele Familien sonst kaum noch Aktivitäten leisten. Auch Tagescamps für libanesische Waisenkinder und jugendliche Flüchtlinge aus Syrien und Irak können durch die Unterstützung des Hilfswerks stattfinden.
Seit vielen Jahren fördert KIRCHE IN NOT in Armenien die Sommerlager, die von den Schwestern der Unbefleckten Empfängnis geleitet werden. Das Camp sei für die Kinder „das am meisten erwartete Ereignis des Jahres“, betont die Oberin des Ordens, Schwester Arousiag Sajonian. In diesem Jahr nehmen über 800 junge Menschen daran teil, darunter auch Waisen und Kinder aus Familien, die seit der Besetzung von Bergkarabach durch Aserbaidschan im September 2023 gewaltsam vertrieben wurden und in das armenische Kernland geflohen sind.

„Wir hoffen, die Traumata der jungen Menschen zu lindern und ihre Tage in einer sicheren Umgebung zu verschönern“, so Schwester Arousiag. „Wir glauben fest daran, dass wir die Welt durch Bildung und Förderung von Solidarität und Enthusiasmus zu einem besseren Ort zum Leben machen können.“
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Verwendungszweck: Sommercamps
In Darayya, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, können 15 katholische Familien in ihre wiederaufgebauten Häuser zurückkehren. KIRCHE IN NOT unterstützt sie dabei. Einem von mehreren Überlieferungssträngen zufolge soll sich die Bekehrung des Apostels Paulus in der Umgebung von Darayya zugetragen haben. Nun ist die christliche Präsenz nach Jahren des Krieges dort wieder gesichert.
Strahlend steht das Ehepaar Farida vor ihrem schlichten Häuschen, als eine Delegation von KIRCHE IN NOT zu Besuch kommt. Die Spuren von Gewehrsalven und Granatexplosionen sind an den Außenmauern noch deutlich zu erkennen. Die Innenräume sind mit dem Allernötigsten ausgestattet: ein Ofen, ein Sofa, ein kleiner Tisch und ein paar Stühle, eine Garderobe. Stolz führen die Faridas durch die Räumlichkeiten.
Sie sind eine der christlichen Familien, die nach Darayya zurückkehren konnten. Die Stadt am Rand von Damaskus gehörte zu den Hauptschauplätzen des Syrischen Bürgerkriegs. Vorher lebten lokalen Angaben zufolge um die 300 000 Einwohner in Darayya. Es war eine wohlhabende Gegend, vor allem dank einiger renommierter Möbelfabriken und der florierenden Landwirtschaft.

Nach Kriegsausbruch wurde die Stadt zu einer Hochburg des Aufstands gegen das Assad-Regime. Regierungs- und Rebellentruppen lieferten sich erbitterte Kämpfe; einige Zeit stand die Stadt unter Kontrolle der „Brigade der Märtyrer des Islam“. Als 2016 ein Abkommen zwischen Regierung und Aufständischen zustande kam, war die Stadt zu 90 Prozent zerstört. Darunter waren auch zahlreiche Kirchen. Die Stadt galt als ein wichtiges christliches Zentrum in der Hauptstadtregion.
„Vor dem Krieg lebten ungefähr 150 christliche Familien in Darayya. Nach dem Ende der Kämpfe konnten sie aber nicht mehr zurück, weil ihre Häuser dem Erdboden gleichgemacht wurden“, erklärt der Projektleiter von KIRCHE IN NOT, Marco Mencaglia. Viele Christen seien deshalb nach Europa oder in die USA ausgewandert oder hätten sich in Nachbarstädten niedergelassen.

„Diejenigen, deren Häuser nicht vollständig zerstört sind, sehnen sich sehr danach, zurückzukehren. Aber ihnen fehlt das Geld für die Reparaturen.“ So wie Abou Rashad, einem Familienvater, der beim Besuch der KIRCHE-IN-NOT-Mitarbeiter in seiner ausgebombten Erdgeschosswohnung steht. Er zeigt auf die Schuttwüste davor, die einmal sein geliebter Garten war. KIRCHE IN NOT hat ihm und weiteren Familien Hilfe zugesagt, damit sie heimkehren können.
Georges Jbeil war einst Pfarrer in Darayya. Heute ist er Ökonom der melkitischen griechisch-katholischen Erzdiözese von Damaskus. Er freut sich, dass in der Stadt bald wieder christliches Gemeindeleben stattfinden kann: „Bereits 2022 hatten wir den Wiederaufbau der Pfarrkirche beendet in der Hoffnung, dass bald auch die Gemeindemitglieder zurückkehren können. Bis jetzt waren es nur wenige. Aber dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT können jetzt weitere folgen. So kann hier das Licht des christlichen Glaubens wieder leuchten.“

Von den rund 1,5 Millionen syrischen Christen vor dem Bürgerkrieg leben Schätzungen zufolge heute noch weniger als 500 000 im Land, oft werden weit niedrigere Zahlen angegeben. Aufgrund der wirtschaftlichen und humanitären Misere setzt sich der Trend zur Auswanderung fort. KIRCHE IN NOT versucht mit den Partnern vor Ort, den Fluchtursachen entgegenzuwirken und die christliche Präsenz in Syrien zu erhalten.
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