Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 24 von 49
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Die Diözese Kohima liegt im Bundesstaat Nagaland im armen und unterentwickelten Nordosten Indiens. Dort leben verschiedene Volksgruppen, die jeweils eine eigene Sprache sprechen. Die meisten leben von der Landwirtschaft, viele sind arbeitslos, und in den abgelegenen Dörfern kann die Mehrheit nicht lesen und schreiben. Aber der soziale Zusammenhalt ist in den Dörfern noch stark ausgeprägt.

Der katholische Glaube kam erst 1948 mit einigen Ordensfrauen auf das Gebiet der heutigen Diözese Kohima. Anfangs stießen sie auf großen Widerstand, und Menschen, die den katholischen Glauben annahmen, wurden sogar hart bestraft. Heute gehören 61.000 Gläubige, über 200 Diözesan- und Ordenspriester sowie 425 Ordensfrauen der Diözese an, die inzwischen 54 Pfarren hat. Und es gibt viele lokale Berufungen: 250 Schwestern und 58 Priester entstammen einheimischen Volksgruppen.

Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen.

Bischof James Thoppil liegt vor allem die religiöse Bildung der Laien am Herzen, und er sah großen Bedarf an der Ausbildung von Katecheten, Kursen für Ehevorbereitung und Ehepaare, einer verstärkten Arbeit mit Frauen, Kindern und Jugendlichen und vielem mehr. Dazu fehlte aber ein Ausbildungszentrum. Da der Bau eines neuen Zentrums unerschwinglich war, beschloss der Bischof, das ehemalige Kleine Seminar, das inzwischen an einen anderen Ort umgezogen war, in ein diözesanes Pastoralzentrum umzufunktionieren. Aber das alte Gebäude war stark renovierungsbedürftig, und die Holzelemente waren im Laufe der Zeit von Termiten angefressen worden. Es gab viel zu tun.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 20.900 Euro gespendet hatten, konnte die Renovierung in Angriff genommen werden. Einfach war das nicht, denn die Pandemie machte den Plänen zunächst einen Strich durch die Rechnung. Die Arbeiter, die aus verschiedenen Landesteilen stammten, mussten zu Beginn der Pandemie nach Hause zurückkehren. Es folgten mehrere weitere Lockdowns und viele Einschränkungen durch die Regierung. Es war auch nicht einfach, die Arbeiter später wieder zurückzubekommen. Dazu kamen die Preissteigerungen und die Inflation infolge der Pandemie. Aber langsam, aber sicher wurden die Arbeiten mit der Hilfe von Leuten aus dem Dorf angepackt.

Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!
Ende März 2022 war es endlich soweit: Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen. Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!
Die 60-jährige Georgette lebt in einer bescheidenen Wohnung im Beiruter Stadtteil Aschrafiyya (Achrafieh), dem mehrheitlich von Christen bewohnten Viertel der libanesischen Hauptstadt. Der Hafen ist etwa 20 Minuten zu Fuß entfernt – viel zu nah, um den Auswirkungen der gigantischen Explosion zu entkommen, die vor zwei Jahren Beirut in die Katastrophe stürzte. Es ist der 4. August 2020, 18:07 Uhr Ortszeit, als über 2700 Tonnen Ammoniumnitrat in einer Lagerhalle in die Luft gehen. Mehr als 200 Menschen kommen ums Leben, 6500 werden verletzt, hunderttausende verlieren ihre Wohnung. Besonders stark ist auch das christliche Viertel betroffen.
Die 60-jährige Georgette wurde von der Druckwelle quer durch den Raum geschleudert.

Von der Detonation quer durch die Wohnung geschleudert

Georgette erinnert sich im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT: „Ich war gerade am Telefon, als ich die erste Explosion hörte. Die Gegenstände und Möbel in meiner Wohnung wackelten“. Dann kam die zweite, viel verheerendere Detonation: Die Fenster ihrer Wohnung barsten, Georgette wurde von der Druckwelle quer durch den Raum geschleudert; sie brach sich dabei alle Zähne im Unterkiefer. „Ich dachte zuerst, es sei ein Erdbeben. Ich war sicher, dass ich jetzt sterben würde. Ich fing an zu beten.“

Als der erste Schock vorüber war, geriet sie in Panik um ihren Sohn: Er arbeitete in einem Laden ganz in der Nähe des Hafens. Das Geschäftsgebäude wurde komplett zerstört, aber ihr Sohn überlebte wie durch ein Wunder.

Die Explosion im Hafen von Beirut war der Höhepunkt in einer ganzen Reihe von Tragödien, die den Libanon seit Jahren erschüttern: Eine Finanzkrise hatte den Wert des libanesischen Pfunds ins Bodenlose fallen lassen. Eine Wirtschaftskrise hatte viele Menschen arbeitslos und arm gemacht. Ein Politkrise hatte die hohe Korruption im Land aufgedeckt und zu Massenprotesten geführt. Hinzu kam die Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen, die den Tourismus einbrechen ließ und zu weiteren Unternehmenspleiten führte.

Lebensmittelhilfe für bedürftige Familien in Beirut. Die Wirtschaftskrise hatte viele Menschen arbeitslos und arm gemacht.

20 Euro im Monat zum Überleben

Die Folgen spürt Georgette unmittelbar: Sie ist geschieden, eine Tochter lebt jetzt wieder bei ihr. Eigentlich sollte sich die 60-jährige auf den Ruhestand freuen, stattdessen hat sie nach einem neuen Job gesucht. Das war nicht leicht, aber sie hat schließlich eine Stelle als Kaffeeverkäuferin gefunden. Ihr karger Verdienst reicht nicht für die Miete, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Meistens muss sie mit umgerechnet 20 Euro im Monat für Lebensmittel auskommen. „Die Situation treibt einem die Tränen in die Augen“, bekennt Georgette. Überleben könne sie nur, weilandere Menschen ihr unter die Arme greifen: „Manchmal stundet der Wohnungseigentümer mir die Miete. Irgendjemand hilft immer, ich weiß oft gar nicht, woher die Hilfe kommt.“

Nach der Explosion vor zwei Jahren gingen freiwillige Helfer der Universitätsseelsorge von Tür zu Tür, um herauszufinden, was die Menschen am dringendsten brauchen. Auch heute noch gibt es diese Hausbesuche. Der Einsatz wird von „Kirche in Not“ unterstützt. So begegnete Georgette Schwester Raymunda, die zu einem persönlichen Schutzengel für sie wurde. Sie half Georgette einen Zahnarzt zu finden, der ihre abgebrochenen Zähne kostenlos reparierte. Alle zwei Monate bekommt sie ein Lebensmittelpaket für sich und ihre Tochter. Wenn das aus ist, gebe es oft nur Brot und Olivenöl, erzählt Georgette. Fleisch komme schon lange nicht mehr auf den Tisch.

Diese Familie ist im Libanon geblieben. Es bleiben die älteren Menschen und die, die sich nicht einmal das Auswandern leisten können.

KIRCHE IN NOT hat Unterstützung für Libanon versechsfacht

Georgette ist nur eine von vielen verarmten Mitgliedern der christlichen Gemeinde im Libanon, die einst die größte im Nahen Osten war. Doch viele Menschen sind längst in Ausland gegangen. Zurück bleiben häufig die älteren Menschen und die, die sich nicht einmal das Auswandern leisten können. KIRCHE IN NOT steht den Christen im Libanon seit Jahrzehnten bei, hat aber in der jüngsten Krisensituation die Mittel um das Sechsfache erhöht. Allein 2021 leistete KIRCHE IN NOT über 5,5 Millionen Euro an Nothilfe für die Arbeit der Kirche im Libanon.

Trotz aller Not will Georgette nicht aufgeben: „Ich bin stark. Selbst wenn ich krank werde, bleibe ich immer auf den Beinen. Ich will keine Schwäche zeigen.“ Irgendwann werde es auch wieder besser werden, ist sie überzeugt: „Ohne Hoffnung gibt es kein Leben.“

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon

Fünf Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine zieht das Hilfswerk Bilanz über die in das Land geflossenen Hilfen: rund 5 Millionen Euro an Soforthilfe und für andere Initiativen, um die katholische Kirche beider Riten in ihrem gewaltigen Bemühen zu unterstützen, ihren Gläubigen zur Seite zu stehen.

Zusätzlich zu der ersten Soforthilfe hat das Hilfswerk in den letzten drei Monaten von Mai bis Juli weitere 2,5 Millionen Euro bereitgestellt.  Mit der im Juli gegebenen Zusage für 34 neue Hilfsprojekte für die Kirche in der Ukraine erreicht die bisherige Unterstützung seitens des Hilfswerks im Jahr 2022 einen Umfang von 5 Millionen Euro. Die österreichischen Wohltäter haben bis jetzt mit knapp 700 000 Euro beigetragen, die Not der Menschen in der Ukraine zu lindern.

Eine St. Josef Schwester verteilt Hilfsgüter.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

„Wir stehen in täglichem Kontakt mit dem ganzen Land“

„Die schlimmsten Folgen des Krieges werden nicht unmittelbar eintreten: Die psychischen, geistlichen, physischen und humanitären Folgen werden erst später zu spüren sein. Nur Gott kann die tiefsten Wunden heilen. Wir aber versuchen, die dringendsten Bedürfnisse zu lindern und die Ortskirche zu unterstützen, damit sie ihre Mission weiterführen können“, so Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not” International.

„Dank der Hilfe der Wohltäter von „Kirche in Not” können Priester und Ordensleute den Mangel an Nahrungsmitteln, grundlegenden Hygieneartikeln und Medikamenten für die vielen Binnenvertriebenen verringern. Darüber hinaus bieten sie den durch den Verlust von Familie und Heimat traumatisierten Menschen psychologische und geistliche Unterstützung“, so Thomas Heine-Geldern.

„Wir stehen in täglichem Kontakt mit dem ganzen Land“, ergänzt Magda Kaczmarek, seit 14 Jahren „Kirche in Not”-Projektmanagerin für die Ukraine. „So können wir die Projekte ermitteln, die die Kirche vor Ort als vorrangig ansieht. Damit sind wir in unserer Unterstützung Monat für Monat flexibel.“

Seminaristen des Priesterseminars Ivano Frankivsk mit Flüchtlingen.

„Die große Sorge und Angst aller gilt dem kommenden Winter”

„Der Schmerz ist enorm“, erinnert sich Kaczmarek, die die Ukraine im April besuchte. „Das war eine sehr emotionale Erfahrung. Wir sind Flüchtlingen begegnet, die einfach nur geweint haben. Da war es wichtig, sie einfach in den Arm zu nehmen. Es gab aber auch Flüchtlinge, die komplett verstummt waren. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, ungefähr 30 Jahre alt, der seit Beginn des Krieges kein Wort mehr gesprochen hat.“

„Die Kirche ist der Anker, der das Boot in der Flut hält“, sagt Kaczmarek. „Die große Sorge und Angst aller gilt dem kommenden Winter. Aber bereits jetzt haben sie Angst, dass sich die Lebensmittel- und Treibstoffknappheit Ende August noch verschärfen wird“, sagt sie.

Flüchtlingskinder in Briukhovychi erhalten Hilfsgüter.

Wir danken all unseren Wohltätern für ihre Großzügigkeit

Dank der Großzügigkeit der Wohltäter von „Kirche in Not” auf der ganzen Welt hat das Hilfswerk Hilfen im Wert von rund 5 Millionen Euro in mehreren Phasen bewilligen können. Zu den in den ersten fünf Kriegsmonaten durchgeführten Projekten gehören:

    • 3,2 Mio. Euro Not- und Überlebenshilfe, die sich wie folgt aufteilen:
        • 1,3 Millionen Euro wurden im März unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges unter allen Diözesen und Eparchien der Ukraine verteilt, um die dringendsten Bedürfnisse einer jeden von ihnen zu lindern.

       

        • 800.000 Euro gingen an ukrainische Priester in Form von Messstipendien. Dieses Geld diente ihnen unter anderem für die eigene Grundversorgung sowie für die Bezahlung der Transportkosten und die Durchführung pastoraler und sozialer Initiativen.

       

        • 650.000 Euro flossen in insgesamt 14 Projekte, die es Diözesen und religiösen Orden ermöglichen, die Binnenvertriebenen in Pfarreien, Klöstern, Seminaren etc. aufzunehmen und zu versorgen. 450.000 Euro für 17 Projekte garantierten den Lebensunterhalt von Ordensleuten und dienten der Unterstützung und Pflege alter und kranker Ordensschwestern.

       

    • 1,1 Millionen Euro für insgesamt 23 Projekte zur Errichtung, Sanierung und Renovierung von Gebäuden, beispielsweise für die Instandsetzung des in der ersten Kriegsphase zerstörten Priesterseminars in Vorzel am Stadtrand von Kiew oder die Beschaffung von 17 Stromaggregaten.

 

    • 600.000 Euro für den Kauf von 29 Fahrzeugen, ein vorrangiger Bedarf, da humanitäre Hilfsgüter über weite Strecken und über Straßen transportiert werden müssen, die sich in sehr schlechtem Zustand befinden oder kriegsbedingt zerstört sind.

 

    • 100.000 Euro für 21 kleine pastorale Projekte, darunter die Anschaffung von 60 Koffern für Liturgiefeiern und Projekte im Bereich der Bildung und Medien.

 

Flüchtlinge bei einer Essensausgabe.

Die Kirchen haben die Türen für alle aufgemacht

„Die größte Last für die kirchlichen Einrichtungen in der Ukraine, die tausende von Binnenflüchtlinge in alle Diözesen empfangen, sind aktuell die laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Heizung. Die Kirchen haben im wahrsten Sinne des Wortes die Türen für alle aufgemacht. Aber das ist auch eine finanzielle Herausforderung“, erklärt Kaczmarek. „Wir haben in diesen fünf Monaten sehr geholfen und werden weiterhin verstärkt helfen, denn wir müssen den Menschen Hoffnung geben“, so Kaczmarek.

IHRE SPENDE FÜR DIE UKRAINE

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine

BETEN SIE FÜR DIE MENSCHEN IN DER UKRAINE

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.

Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Krieges in der Ukraine sprach das päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mit Bischof Pavlo Honcharuk der Diözese lateinischen Ritus Charkiw-Saporischschja. Sie ist eine der größten Diözesen Europas und erstreckt sich mit mehr als 196.000 Quadratkilometern über beinahe das gesamte Territorium der Ukraine östlich des Dnepr. Ihre Fläche ist größenmäßig vergleichbar mit dem gesamten Gebiet Syriens oder von Belarus. Aktuell liegt die beinahe 1.000 km lange Kriegsfront nahezu vollständig in der Diözese, und die Städte sind unter ständigem Beschuss. Im Gespräch mit „Kirche in Not“ beschreibt der 44-jährige Bischof das derzeitige Leben in seiner Diözese. Das Gespräch führte Pater Jurij Blażejewski für KIRCHE IN NOT.
Bischof Pavlo Honcharuk besucht Verwundete in Charkiw.

Nothilfe für die Ukraine

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Wie würden Sie die Situation in Ihrer Diözese beschreiben, die zum Hauptschauplatz dieses schrecklichen Krieges geworden ist?

Unsere Kirche lebt und ist aktiv. Priester und Gläubige sind an Ort und Stelle, das Gebet geht weiter, ebenso die tägliche Liturgie in den Pfarreien. In den einen mehr als in den anderen, das hängt von dem jeweiligen Ort ab: Dort, wo die Kriegshandlungen im Gange sind, oder in den besetzten Gebieten, gibt es diese Möglichkeit nicht. Dennoch steht unsere Kirche den Menschen zur Seite, den alten Menschen und den Kindern, genauso wie sie den Soldaten hilft, die unser Heimatland verteidigen.

Vor wenigen Monaten bezeichneten Sie die Situation gegenüber KIRCHE IN NOT als Schock und Schmerz. Zu Beginn des Krieges gab es vielleicht noch die Hoffnung, dass er früher enden würde. Jetzt zeigt sich, dass er weiter andauern wird. Was empfinden Sie in diesem fünften Kriegsmonat?

Der erste Schock ist vorbei, jetzt herrscht ständige Anspannung. Wir sind permanent in Alarmbereitschaft, besonders wenn es Bombenangriffe gibt und niemand weiß, wann und wo es Einschläge geben wird. Vorgestern war das keine 1.000 bis 1.200 Meter Luftlinie von hier. Letzte Nacht schlugen die Bomben irgendwo ganz in der Nähe ein. Ich weiß, dass ich das Geschoss nicht hören werde, das mich trifft. Wenn ich also eine Explosion höre, bedeutet das, dass ich noch lebe. Wir sind auf einen plötzlichen und unerwarteten Tod vorbereitet. Das heißt, dass wir oft zum Empfang der Sakramente gehen, besonders zur Beichte. Das ist eine völlig neue Erfahrung, eine andere Art zu leben. Ich stehe morgens auf und mir wird bewusst, dass ich lebe.

Zusätzlich zu diesem Schmerz bewirkt das Leid ein Gefühl der Hilflosigkeit, denn es überwältigt einen. Das Böse ist so groß und so zynisch, dass es die Großen dieser Welt von ihrem Thron stößt. Kriege lassen sich sehr leicht auslösen, aber wie kann man sie beenden? Andererseits gibt es auch große Zeichen der Gegenwart Gottes inmitten des tosenden Krieges, in den Herzen der Menschen, die an unterschiedlichen Orten als Soldaten, Sanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und in anderen Diensten im Einsatz sind. Wenn wir in die Gesichter dieser Menschen blicken, können wir die große, göttliche Macht der Liebe erkennen, mit der Gott sie erfüllt.

Das Haus von Bischof Pavlo Honcharuk wurde durch die Angriffe beschädigt.

Wie stellt sich die Lage in Charkiw zurzeit dar? Kehren die Menschen zurück oder beginnen sie nun, wieder zu gehen?

Die Situation ändert sich ständig. Beispielsweise kommt ein Mann vielleicht, um nach seiner Wohnung zu sehen und geht sofort wieder weg. Grundsätzlich ist es so, dass die Menschen Charkiw wegen der ständigen Bombardierungen verlassen. Es gibt Angriffe am Vormittag, am Nachmittag und in der Nacht. Wir sind sehr nah an der Front, zwanzig Kilometer, um genau zu sein. Vor dem Krieg lebten in der Stadt Charkiw 1,7 Millionen Menschen. Im Augenblick sind es ungefähr 700.000, weniger als die Hälfte. Aber andere Städte in der Diözese, wie Slowjansk, Kramatorsk oder Bachmut sind sehr gefährliche Orte im eigentlichen Kriegsgebiet. Fast alle sind schon geflohen, es gibt nur noch wenige Menschen in diesen Städten.

Wie sieht der Alltag aus in einer Stadt, die unter ständigem Beschuss steht?

Die Situation stellt sich für jede Familie und jeden Einzelnen anders dar. Ist das Haus unbeschädigt, hat man einen Ort zum Leben, hat man Arbeit, hat man Geld. Ist das Haus zerstört, hat man keinen Ort zum Leben. Und hat man keine Arbeit, weil der Arbeitsplatz zerstört wurde, hat man kein Geld. Und wenn man dann auch noch verletzt worden ist…

Manchmal haben die Menschen nur noch das, was sie am Leibe tragen, weil alles mit dem Haus verbrannt ist. Darum brauchen manche Menschen Kleidung, manche brauchen Schuhe oder Medikamente oder Lebensmittel. Manche brauchen einfach Unterstützung und manche einen Ort, an dem sie unterkommen können. Andere wiederum benötigen jemand, der ihre Angehörigen in Sicherheit bringt. Es liegen so viele Probleme und Aufgaben vor uns.

Haben die Menschen Zugang zu dem, was sie brauchen? Gibt es Arbeit?

Die Stadt ist Schätzungen zufolge zu 15 % zerstört. Dies ist ein irreparabler Schaden. Aber die Infrastruktur der Stadt funktioniert, sie hält der Belastung stand. Die Fabriken und Unternehmen, die in der Lage dazu sind, führen den Betrieb fort, und ihre Mitarbeiter haben noch Arbeit. Einige andere sind komplett in andere ukrainische Städte verlagert worden. Auch Krankenhäuser und die städtischen Versorgungsunternehmen, die für Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung und den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind, arbeiten immer noch. Das funktioniert alles. Wenn etwas zerstört wird, kann man nach vierundzwanzig Stunden nicht mehr sehen, dass überhaupt etwas passiert war. Die städtischen Dienste räumen alles auf und bringen es weg. Auch die Feuerwehr, Polizei und andere Dienste sind vollständig funktionstüchtig. Die Menschen bemühen sich um ein normales Leben, obgleich der Krieg in unserer Stadt so präsent ist. Schulen und Universitäten laufen im Online-Betrieb.

Bischof Pavlo Honcharuk mit Flüchtlingen in seinem Haus.

Und wie ist es mit der finanziellen Situation? Gibt es Probleme bei den Banken? Haben die Geschäfte geöffnet?

Nur wenige Banken haben ihre Filialen geöffnet. Es funktionieren auch nur bestimmte Geldautomaten. In den meisten Fällen bleiben diese Orte aus Sicherheitsgründen geschlossen. Aber der gesamte Finanzbereich arbeitet, Bankkarten funktionieren überall. Die Geschäfte sind teilweise geöffnet. Ich war gestern auf dem Markt – nur die Hälfte der Markthallen ist niedergebrannt. Dort, wo die Verkaufsstände und -buden noch stehen, wird verkauft. Die Menschen können aber nicht alles kaufen, denn sie haben kein Geld. Die Menschen hier sind nicht wohlhabend. Die Wohlhabenden sind schon lange weg. Diejenigen, die von Gehaltscheck zu Gehaltsscheck lebten, sind geblieben. Sie mussten jeden Cent zählen und sind jetzt in einer sehr schwierigen Lage. Schon an der Kleidung können Sie sehen, dass diese Menschen immer ein Leben in Würde geführt haben, aber der Krieg hat sie arm oder obdachlos gemacht. Viele Menschen sind auch in ihrer Psyche getroffen, einige haben mit dem Trinken angefangen.

In einigen weit von der Front entfernten Städten ignorieren die Menschen schon den Luftalarm. Wie ist das in Charkiw? Suchen die Menschen Schutz oder ignorieren sie den Alarm und gehen einfach ihrem täglichen Leben nach?

Am Anfang des Krieges haben die Menschen bei Luftangriffen stärker reagiert, sie haben in der Regel die Keller und Schutzräume nicht verlassen. Viele kamen überhaupt nicht heraus und blieben dauerhaft dort. Einige geraten bis heute in große Panik. Es gibt Straßen, in denen die Menschen kaum gespürt haben, dass Krieg herrscht, weil es dort komplett ruhig war. Und es gibt Gegenden, in denen alles zerstört ist. Ich bemerke, dass die meisten Menschen mutiger geworden sind, die müde Psyche beginnt, das Gefühl der Gefahr zu unterdrücken.

Wie ist die Sicherheitslage?

Die Menschen stehen zusammen und unterhalten sich weiter, wenn die Bombardements weit weg sind. Wenn man die Bombeneinschläge näherkommen hört, zerstreuen sie sich. Wenn aber zwei, drei Minuten lang nichts geschieht, kommen die Menschen wieder heraus. Vorgestern war ein Vater mit seinem Sohn im Auto unterwegs. Sie waren in die Stadt gekommen, um Unterlagen für die Universität einzureichen, und waren nun auf dem Heimweg. Plötzlich wurde das Auto direkt von einer Rakete getroffen. Vom Fahrzeug blieb etwas Schrott zurück, aber ihre Körper waren zerfetzt.

Sie sehen, die Menschen fahren auch während der Angriffe mit dem Auto. Manche schaffen es, manche nicht. Wir sollten jetzt aber nicht denken, dass diese Menschen verantwortungslos sind. Die Gefahr dauert jetzt schon so lange an, dass man gelernt hat, sie zu ignorieren, gleichzeitig muss man nachdenken und Entscheidungen treffen. Früher konnten die Menschen das nicht kontrollieren: sie liefen weg und fingen dann an zu denken. Aber es ist sehr anstrengend, wenn man zehnmal am Tag wegrennen muss.

Lebensmittelhilfe für Notleidende.

Ihre Diözese ist wohl einzigartig: es fliehen Menschen aus ihr, aber es suchen auch Menschen Schutz in ihr.

Einige Bewohner Charkiws und anderer Städte entlang der Front sind in die nächstgelegenen Dörfer gezogen – zu ihren Verwandten oder in leerstehende Häuser dort. Als sie jedoch feststellten, dass es kein Ende gab, zogen einige weiter. Auch innerhalb des Landes müssen sie einen Platz zum Leben und Arbeiten finden, es gibt viele Schwierigkeiten dabei. Ins Ausland zu gehen bedeutet wiederum, dass nur die Frau und die Kinder gehen können und die Männer auf ukrainischem Territorium bleiben müssen. Das schreibt das nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Kraft getretene Ausreiseverbot für ukrainische Männer vor. Das ist  ein schwerer Schlag für die Familie, für die Ehepartner, und erzeugt großes Leid.

Die Menschen sind ständig in Bewegung. Manche lassen sich irgendwo nieder und finden eine Arbeit, anderen gelingt das nicht. Manchmal scheint es, dass eine Familie schließlich an einem neuen Ort angekommen ist, und plötzlich heißt es „tut uns leid, wir müssen Sie bitten, unser Haus zu verlassen“. Jedes einzelne Schicksal ist anders, aber es ist immer schwer. Manche kehren zurück, weil es, wie sie sagen, für sie einfacher ist, unter Beschuss und in Gefahr zu leben als ein Leben als Flüchtlinge zu führen.

Wer sind sie als Menschen in dieser Situation? Sie haben keine Rechte, sie können nichts planen, sie haben nichts, was ihnen gehört. Sie haben ständig das Gefühl jemandem im Weg zu sein. Das ist psychologisch sehr belastend. Wenn jemand einen Versuch wagen will, soll er mal sein Haus für einen Monat verlassen und sich selbst in ein anderes Haus einladen, dann in ein anderes, dann in ein drittes, dann in ein viertes, immer als Gast, und immer wieder umziehen.

Wie geht die Kirche in Ihrer Diözese mit den Flüchtlingen und Vertriebenen um?

Hier in Charkiw haben wir die Marianer Patres und die Caritas. Sie helfen den Vertriebenen, denn viele Menschen, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben, kommen in die Stadt. Gestern sind hier unweit der Grenze zwanzig Häuser eines Dorfes zerstört worden. Die russischen Truppen vernichten unsere ukrainischen Dörfer ganz einfach. Die Überlebenden fliehen in die Stadt, weil sie am alten Ort nicht mehr leben können. Vertriebene aus umliegenden Dörfern kommen auch nach Charkiw, obwohl Charkiw nach wie vor jeden Tag unter Beschuss steht.

Wir arbeiten auch in anderen Städten. Wir helfen, indem wir Hilfsmittel verteilen, Sachen für Kinder, Lebensmittel, Windeln – oder wir stehen einfach für ein Gespräch zur Verfügung. Das tun wir in Poltawa, Sumy, Konotop, Dnipro sowie in Saporischschja und Pokrowsk.

Was möchten Sie den Wohltätern sagen, die es KIRCHE IN NOT ermöglichen, Hilfe in die Ukraine und in Ihre Diözese zu schicken?

Ich danke Ihnen für diese Gelegenheit. Ich möchte im Namen aller, die Hilfe erhalten, und in meinem Namen herzlich für Ihre offenen Herzen und Ihre Hilfe danken. Es ist nicht wichtig, ob es viel oder wenig war, wichtig ist, dass Sie unserer Situation gegenüber nicht gleichgültig geblieben sind. Ich danke Ihnen von Herzen! Gott segne Sie!

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“

Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Vor rund einem Jahr gingen auf Kuba Millionen Menschen auf die Straße. Sie protestierten gegen die Regierung und die staatstragende kommunistische Partei. Auslöser war ein Mangel an Lebensmitteln und medizinischen Produkten sowie die Reaktion der Regierung auf die Covid-19-Pandemie. Es handelte sich um die größten Proteste seit fast zwei Jahrzehnten.

Die politische Führung ließ tausende Demonstranten festnehmen. Die Unterdrückung der Proteste und die anhaltende Krise führten erneut zu einem Anstieg der Auswanderung aus Kuba. Über die Situation sprachen wir mit dem kubanischen Priester Bladimir Navarro, der aktuell in Spanien lebt.

Propaganda-Monument auf Kuba.

Mangel an Freiheit und Mangel an Medikamenten

KIRCHE IN NOT: Wie ist die Lage in Kuba ein Jahr nach den Massenprotesten?

Bladimir Navarro:Die Menschen in Kuba hungern und sind in großer Not. Es ist sehr traurig zu sehen, wie alte Menschen ihr Hab und Gut auf der Straße verkaufen, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Die Menschen in Kuba überleben, doch die schlimmste Armut ist der Mangel an Freiheit.

Abgesehen vom wirtschaftlichen Elend leben die Kubaner im Elend der Angst, der Auswanderung, des Mangels an Werten. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Medikamenten. Man kann nicht einmal Schmerzmittel bekommen, von Antibiotika ganz zu schweigen.

Hat sich die Lage nach dem 11. Juli 2021 verschlimmert, als die friedlichen Proteste begannen?

Die kommunistische Regierung hat Angst, ihre Macht zu verlieren. Es wurden neue Gesetze erlassen, um ihre Ideologie in der Zukunft aufrechtzuerhalten. Die Inflation hat enorm zugenommen. Die Kubaner waren sehr froh, als angekündigt wurde, dass die Löhne steigen. Aber jetzt sind die Preise für die grundlegendsten Dinge explodiert.

Wir sehen, dass viele Häuser im ganzen Land einstürzen, während in Havanna neue Hotels gebaut werden. Wer die Stimme erhebt und die Wahrheit sagt, läuft Gefahr, dass gegen ihn vorgegangen wird. Die Haftstrafen haben zugenommen.

Prozession auf Kuba.

Was ist mit den Menschen geschehen, die im vergangenen Jahr Freiheit forderten?

Es ist ein Jammer, dass so viele junge Menschen im Gefängnis sitzen. Die Haftstrafen sind sehr hoch, oft mehr als zehn Jahre. Einige von ihnen sind sogar noch minderjährig. Über 900 Menschen sitzen noch im Gefängnis – einfach nur, weil sie am 11. Juli 2021 friedlich demonstriert haben.

Jetzt ist das Regime hinter jedem her, der ein Bild oder einen Kommentar gegen den Kommunismus in den sozialen Medien postet. Jeder, der über sein tägliches Leben berichtet, vom Anstehen, um Brot zu kaufen oder über die Situation an den Schulen, wird bedroht. Deshalb haben sich viele Menschen entschlossen, das Land zu verlassen; die Auswanderung nimmt wieder stark zu.

Was kann die katholische Kirche auf Kuba tun, um dieses Leiden zu lindern?

Das Schlüsselwort lautet „begleiten“, das Leiden der Menschen begleiten. Es gibt viele Menschen, Ordensleute, Priester, Bischöfe und engagierte Laien, die den Menschen in dieser traurigen Zeit Ermutigung und Hoffnung geben. Ein weiterer Teil der Hilfe ist materiell, wie sie Hilfswerke wie KIRCHE IN NOT leisten. Die Kirche ist ein Zufluchtsort der Hoffnung, um dem Herrn nahe zu sein und die Wunden der kommunistischen Ideologie zu heilen.

Es gibt viele Menschen, Ordensleute, Priester, Bischöfe und engagierte Laien, die den Menschen in dieser traurigen Zeit Ermutigung und Hoffnung geben.

Wie können wir im Ausland die kubanische Kirche bei dieser Mission unterstützen?

Sie können uns helfen, indem sie die Stimme der Stimmlosen sind und die Geschehnisse in Kuba sichtbar machen. Denn nach den Massenprotesten ist Kuba vielfach keine Nachricht mehr wert. Die Lage hat sich erheblich verschlechtert, nicht nur wegen des Krieges in der Ukraine, sondern auch wegen der jahrelangen Misswirtschaft. Auch das Gebet ist von grundlegender Bedeutung.

Hoffentlich wird KIRCHEIN NOT auch weiterhin Unterstützung leisten, damit die Kubaner merken, dass sie nicht allein sind.

Unterstützen Sie den Einsatz der katholischen Kirche in Kuba mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Kuba

KIRCHE IN NOT zeigt sich alarmiert über die Lage in Burkina Faso. Nachdem Anfang Juli mehr als zwanzig Personen in der Ortschaft Bourasso im Nordwesten des Landes von Milizen erschossen worden waren, erreichen das Hilfswerk auch aus der katholischen Diözese Fada N’Gourma im Osten von Burkina Faso besorgniserregende Nachrichten: Aufgrund der anhaltenden Terrorgefahr können zahlreiche Dörfer in der Diözese kaum noch von außen erreicht werden.

Auf Anfrage von KIRCHE IN NOT teilten die Projektpartner in Fada N’Gourma mit, dass von den über 500 Städten und Dörfern auf dem Gebiet der Diözese aktuell mehr als 90 Prozent von der Außenwelt abgeschnitten seien. Raubüberfälle, Entführungen und Morde hätten so massiv zugenommen, dass die Diözese seit Anfang 2022 ihre Seelsorger aus fünf weiteren Pfarreien abberufen musste.

In sieben weiteren Gemeinden seien die oft abgelegenen Außenstellen nicht mehr zu erreichen; die Straßen seien in der Kontrolle von Milizen und deshalb unpassierbar. Da auch die Telefon- und Internetverbindungen gekappt wurden, habe man keine Informationen über die dortigen Gemeindemitglieder.

Gläubige in Burkina Faso bei einem Gottesdienst.

Terror richtetet sich vermehrt gezielt gegen Christen

Auslöser dieser dramatischen Situation ist der islamistische Terror, der sich seit dem Jahr 2015 in Burkina Faso immer weiter vorwärts frisst. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.

Der Bericht der Diözese Fada N’Gourma an KIRCHE IN NOT enthält auch die Aussage eines Priesters, der das übliche Vorgehen der Terroristen schildert. Demnach eroberten Milizen Ende Februar die Stadt Tombaga im Osten der Diözese. Die Bewohner seien in der Moschee zugsammengeführt worden. Die Terroristen hätten die anwesenden Christen aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. „Sie sagten, Isa (Name für Jesus im Islam; d. Red.) sei gekommen, aber seine Mission sei beendet. Mohammed sei sein Nachfolger“, zitiert der Bericht den Augenzeugen. Anschließend hätten die Milizen eine katholische Schule und weitere staatliche Bildungseinrichtungen in Brand gesetzt.

Burkina Faso Begräbnis
Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.

Terror richtetet sich vermehrt gezielt gegen Christen

Auslöser dieser dramatischen Situation ist der islamistische Terror, der sich seit dem Jahr 2015 in Burkina Faso immer weiter vorwärts frisst. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.

Der Bericht der Diözese Fada N’Gourma an KIRCHE IN NOT enthält auch die Aussage eines Priesters, der das übliche Vorgehen der Terroristen schildert. Demnach eroberten Milizen Ende Februar die Stadt Tombaga im Osten der Diözese. Die Bewohner seien in der Moschee zugsammengeführt worden. Die Terroristen hätten die anwesenden Christen aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. „Sie sagten, Isa (Name für Jesus im Islam; d. Red.) sei gekommen, aber seine Mission sei beendet. Mohammed sei sein Nachfolger“, zitiert der Bericht den Augenzeugen. Anschließend hätten die Milizen eine katholische Schule und weitere staatliche Bildungseinrichtungen in Brand gesetzt.

Freie Religionsausübung vielfach eingeschränkt

In vielen Orten der Diözese Fada N’Gourma sei es verboten, eine andere Religion als den Islam auszuüben, heißt es in dem Bericht. Mancherorts dürften zwar noch christliche Gottesdienste abgehalten werden, würden aber von den lslamisten überwacht. Trotz der prekären Lage gebe es jedoch nach wie vor ein lebendiges Gemeindeleben. Vielen christlichen Bewohnern aus den abgeschnittenen Dörfern sei die Flucht gelungen; sie hätten sich rund um die Ortschaft Matiakoali niedergelassen, wo Militär stationiert und es deshalb vergleichsweise sicher ist.

KIRCHE IN NOT unterstützt in Burkina Faso aktuell 75 Einzelprojekte, um das Überleben und die Nothilfe der katholischen Kirche in der angespannten Situation zu sichern. Im Bistum Fada N’Gourma hat das Hilfswerk den Bau einer Schule finanziert und zahlt Stipendien für Flüchtlingskinder.

Mit Messstipendien, der Gabe für die Feier einer heiligen Messe, hilft KIRCHE IN NOT den mittellosen Seelsorgern. Die Einnahmen kommen darüber hinaus häufig den karitativen Einsätzen zugute, zum Beispiel wenn ein Priester kranke oder verletzte Gemeindemitglieder ins nächstgelegene Krankenhaus bringt oder Medikamente besorgt. Da viele Kommunikationskanäle abgeschnitten sind, ist das Radio oft die einzige Möglichkeit, um Informationen weiterzugeben. KIRCHE IN NOT unterstützt deshalb die Medienarbeit der katholischen Diözese und wird das auch in Zukunft intensivieren.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Burkina Faso, die unter den Folgen des Terrors leidet, mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Burkina Faso

In den letzten zwei Monaten wurden allein in einem Bundesstaat in der Zentralregion Nigerias mindestens 68 Christen getötet und viele weitere entführt oder vertrieben. KIRCHE IN NOT „ist eine Quelle des Lichts in einem Tal der Finsternis“, sagt Bischof Wilfred Anagbe.

In einem Bericht an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) beklagt der Bischof von Makurdi, einer der Diözesen im Bundesstaat Benue, die Untätigkeit der nigerianischen Bundesregierung und zählt die dringenden Bedürfnisse von Tausenden der 1,5 Millionen Menschen auf, die aus ihren Häusern vertrieben worden sind. “Natürlich ist es für mich und mein Volk schrecklich, in einer solchen Situation leben zu müssen, um es vorsichtig auszudrücken“, sagt Bischof Wilfred Chikpa Anagbe.

Im Mittelpunkt des Problems stehen die anhaltenden Angriffe von Terroristen des mehrheitlich muslimischen Fulani-Stammes auf die mehrheitlich christlichen Bauerngemeinden in der Zentralregion Nigerias. Die Gründe für diese Angriffe sind komplex. Die Konflikte zwischen nomadischen Hirten und sesshaften Bauern reichen Jahrhunderte zurück, aber die Einfuhr hochwertiger Schusswaffen in den letzten Jahren hat die Angriffe noch tödlicher und zerstörerischer gemacht.

Der religiöse Aspekt verschlimmert die Situation in einem Land, das zwischen dem mehrheitlich christlichen Süden und dem mehrheitlich muslimischen Norden geteilt ist, wobei die meisten Zusammenstöße in der zentralen Region stattfinden, die auch das fruchtbarste Land besitzt. Dem Bischof zufolge tarnen sich die Terroristen als nomadische Hirten, um die wahre Absicht ihrer Angriffe zu verschleiern, nämlich die Christen von ihrem Land zu vertreiben.

A mass funeral at Genabe village  The height of this genocide against poor villagers took place on January 1st 2018 (new year’s day). More than  80 persons were killed including women and children and thousands displaced from their homes. There is a mass burial site at Genabe village, in Makurdi- Benue State that reminds all of this infamous day.  Photos taken out of the Presentation ACN-20210930-117425.pdf from IPIC - the quality of the single files is very low.
Ein Massenbegräbnis im Dorf Genabe. © Diözese Markurdi

Lebensmittelversorgung, Bildung und Seelsorge betroffen

Die Situation hat laut dem Bischof zu einer „unerträglichen Lebensmittelknappheit“ geführt. „Der Bundesstaat Benue ist bekanntlich der Nahrungsmittelkorb der Nation, aber der Terrorismus trifft die Lebensmittelversorgung.“ Infolgedessen müssen die Bauern, die sich und ihre Familien normalerweise selbst versorgen könnten, nun von Almosen leben.

„Die Notsituation hat viele in einen menschenunwürdigen Zustand versetzt, da sie oft auf Lebensmittelrationen angewiesen sind, die von anderen gespendet werden, deren wirtschaftliche Lage nicht viel besser ist.“

Bischof Wilfred Chikpa Anagbe, Diözese Makurdi in Nigeria.

Makurdi beherbergt derzeit 80 % der Vertriebenen im Bundesstaat Benue, und trotz finanzieller Schwierigkeiten tut die örtliche Kirche ihr Bestes, um das Leid und die Not zu lindern, indem sie Nahrungsmittel und lebensnotwendige Güter bereitstellt. Kürzlich verteilte die Kommission für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden Lebensmittel und Kleidung an über 1800 Menschen allein in einem Lager. Die Diözese vergibt auch Stipendien an Dutzende von vertriebenen Kindern, damit sie die Chance auf eine Schulbildung haben.

Die Instabilität der Region macht dies jedoch manchmal schwierig. Der Bischof selbst sagt: „Ich bin seit einigen Jahren nicht mehr in der Lage, in Teilen meiner Diözese pastorale Aktivitäten durchzuführen.“

„Neben den oben genannten Initiativen haben wir auch die seelsorgerische Betreuung dieser Menschen nicht vergessen. In einigen der Siedlungsgebiete gibt es eine Pfarrei, die sich um die spirituellen Bedürfnisse der Binnenvertriebenen kümmert“, so der Bischof abschließend. Er fügt hinzu, dass er immer noch hofft, eine mobile Klinik anschaffen zu können, damit sich besser um die gesundheitlichen und psychosozialen Bedürfnisse der Vertriebenen gekümmert werden kann.

Zerstörung durch die anhaltenden Angriffe von Terroristen des mehrheitlich muslimischen Fulani-Stammes.

Eine Quelle des Lichts in einem Tal der Finsternis

Die Probleme mit den Fulani-Hirten, bewaffneten Gruppen und islamischen Extremisten in Nigeria bestehen schon seit mehreren Jahren, aber die Kirche beklagt, dass die Untätigkeit der Regierung die Situation verschlimmert hat.

Nach Ansicht des Bischofs „unterstreicht das Ausmaß der Tötungen, der Vertreibung und der mutwilligen Zerstörung von Eigentum durch diese dschihadistischen Fulani-Milizen nur den nun offenbar gewordenen Plan, christliche Gemeinden in Nigeria zu entvölkern und ihr Land zu übernehmen. Es ist bezeichnend, dass die derzeitige nigerianische Regierung nichts gegen diese anhaltenden Angriffe unternimmt, und dafür Begründungen wie den ‚Klimawandel‘ oder dass auch einige Muslime manchmal bei Angriffen von so genannten Banditen getötet werden, vorbringt.“

Ein inoffizielles Flüchtlingscamp im Dorf Ichwa in Nigeria.

Von den örtlichen Behörden im Stich gelassen, ist die Kirche dankbar für die Unterstützung, die sie von KIRCHE IN NOT erhalten hat, das Bischof Anagbe als „eine Lichtquelle in einem Tal der Finsternis“ bezeichnet.

KIRCHE IN NOT unterstützt weiterhin die lokale Kirche, die in vielen Teilen des Landes unter Armut und Verfolgung leidet. Im Jahr 2021 finanzierte das internationale Hilfswerk 105 Projekte in Nigeria in verschiedenen Bereichen. KIRCHE IN NOT bietet auch eine Plattform für Informationen über das Leiden der Christen und hilft den örtlichen führenden Geistlichen, sich bei internationalen Veranstaltungen zu Themen wie Religionsfreiheit und Christenverfolgung zu äußern.

Weitere Informationen zur Lage der Christen in Nigeria enthält der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“, den KIRCHE IN NOT alle zwei Jahre herausgibt: zum Bericht über Nigeria

Um der den bedrängten und verfolgten Christen in Nigeria helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) kündigt eine Sonderhilfe für Ordensschwestern und Priester in Sri Lanka an, die unter einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise leiden.

„Die wirtschaftliche Lage im Land ist sehr ernst. Es gibt viele arme Menschen, die weder Lebensmittel noch Medikamente haben. Die Warteschlangen sind riesig, kilometerlang; Menschen stehen Schlange, um Treibstoff, Benzin, Milchpulver, Zucker, Reis, Medikamente zu kaufen…. Zahlreiche Menschen sind in den Warteschlangen gestorben, während sie etwas kaufen wollten. Es gibt Kinder, die wegen fehlender Aufsicht in ihren Häusern ums Leben gekommen sind, weil ihre Eltern so lange abwesend waren“, so beschreibt Msgr. Valence Mendis, Bischof von Kandy und apostolischer Administrator von Chilaw, die schreckliche Situation, unter der die Bevölkerung leidet.

Die lokale Kirche kämpft selbst ums Überleben. Auch die Priester und Ordensleute sind von der Krise stark betroffen.

Die Kirche selbst kämpft ums Überleben

Die lokale Kirche ist nicht in der Lage, ihre eigenen Grundbedürfnisse zu befriedigen, aber hat keine Mittel, um das Leid derer zu lindern, die um Hilfe bitten. „Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und die Preise sind in astronomische Höhen gestiegen. Die Menschen sind nicht in der Lage ihren täglichen Bedarf zu decken. Auch unsere Priester und Ordensleute sind von der Krise stark betroffen. Daher wäre ich dankbar, wenn ich in dieser kritischen Zeit Messstipendien für Priester und finanzielle Unterstützung für Ordensleute erhalten könnte“, schreibt Msgr. Mendis an KIRCHE IN NOT. „Wir brauchen Ihr Gebet“, bittet er.

Dies ist eine der vielen Anfragen, die das Hilfswerk aus dem asiatischen Land erhalten hat. Als unmittelbare Reaktion wird KIRCHE IN NOT insgesamt 19 Projekte unterstützen, um Priestern mit Messstipendien und Ordensschwestern und Katecheten mit Nothilfeprogrammen zu helfen.

Der Gesamtbetrag der Unterstützung beläuft sich auf 465.365 €. Während der Pandemie hat KIRCHE IN NOT bereits die Kirche im Sri Lanka mit einem ähnlichen Notprogramm für die Diözesen unterstutzt.

Msgr. Valence Mendis, Bischof von Kandy und apostolischer Administrator von Chilaw

Chaotische Zustände im Land

Papst Franziskus bat während des Angelusgebets am Sonntag, den 10. Juli, darum, den Schmerz des sri-lankischen Volkes zu hören. Der Heilige Vater versicherte die Menschen in Sri Lanka seiner Nähe in ihrem Leid  und rief dazu auf, den Schrei der Armen nicht zu ignorieren und für den Frieden im Land zu beten.

Sri Lanka befindet sich in einer schweren Finanzkrise, die durch korrupte politische und wirtschaftliche Praktiken verursacht wurde, die die Auslandsverschuldung des Landes in die Höhe getrieben haben, sowie durch eine enorme Inflation und willkürliche Vorschriften, die in den letzten zwei Jahren die Ernte und die Erträge des Landes geschmälert haben. Dazu kamen die Folgen der Corona-Pandemie, durch die die Einnahmen aus dem Tourismus wegfielen.  Die Finanzkrise hat zu politischem Chaos und landesweiten Massenprotesten geführt, die den Rücktritt von Präsident Gotabaya Rajapaska gefordert haben. Am Freitag, den 15. Juli, trat Rajapaska in Singapur zurück, wohin er nach seiner Flucht auf die Malediven gekommen war.

Um der notleidenden Kirche in Sri Lanka helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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In weniger als vier Jahren hat die katholische Kirche in Nicaragua mehr als 190 Angriffe und Plünderungen erlitten, darunter einen Brand in der Kathedrale von Managua, sowie die Verfolgung von Geistlichen unter dem Regime von Daniel Ortega. Dies geht aus dem Untersuchungsbericht: „Nicaragua: Verfolgte Kirche (2018-2022“) hervor, den das Hilfswerk KIRCHE IN NOT erhalten hat. Erstellt wurde er von Martha Patricia Molina Montenegro, Mitglied der Beobachtungsstelle für Transparenz und Korruptionsbekämpfung.

Der Bericht wurde im Mai veröffentlicht und beinhaltet daher nicht die letzte Serie von Anschlägen, die im Juni im Land stattgefunden haben. Dazu gehören die Schikanen gegen Monsignore Rolando Alvarez Lagos, den Bischof der Diözese Matagalpa, die Schließung katholischer Fernsehsender und die Ausweisung der Ordensschwestern von Mutter Teresa.

Msgr. Rolando José Alvarez Lagos, Bischof von Matagalpa in den Ruinen einer Caritas-Einrichtung.

Mehr als 190 Angriffe gemeldet

Laut der Studie liegen die angegebenen Zahlen unter der tatsächlichen Zahl der Angriffe. „Wir haben Fälle gefunden, in denen Priester, die der Diebstähle und Schändungen überdrüssig waren, beschlossen haben, nur letztere zu melden. Andere haben sich entschieden zu schweigen, weil sie nicht an das Rechtssystem glauben“, heißt es in dem Bericht.

Aus den vorliegenden Daten geht hervor, dass es sich bei 37 % der Anfeindungen um Angriffe auf Priester, Bischöfe, Ordensschwestern, Seminaristen und Laien handelt, einschließlich Fällen der Ausweisung aus dem Land, und bei 19 % um Schändungen von heiligen Stätten und Kultgegenständen. Darüber hinaus gab es zahlreiche Fälle (17 %) von Belagerungen, Zerstörungen, Brandstiftung, Sperrung von Grundversorgungseinrichtungen und Eindringen in Privateigentum, etc.

Verbranntes Kreuz nach dem Brandanschlag in der Kathedrale von Managua.

Schließung von NGOs und katholischen Mediensendern

Darüber hinaus kündigte diese Woche das nicaraguanische Innenministerium die Schließung von 101 Nichtregierungsorganisationen (NGO) an, darunter die von Mutter Teresa von Kalkutta gegründete Vereinigung der Missionarinnen der Nächstenliebe. Die Ordensschwestern widmen sich der Betreuung der Ärmsten der Gesellschaft und betreiben ein Altenheim, einen Kindergarten für Kinder mittelloser Mütter und ein Heim für verlassene oder missbrauchte Jugendliche.

Fünf weitere katholische Einrichtungen sind auf der Liste zu finden. Wenn die Nationalversammlung diese Initiative nächste Woche annimmt, wird die Zahl der NGOs, die unter der Regierung Ortega für illegal erklärt worden sind, auf 758 steigen.

Am 28. Juni wurde auch Telecable, auf dem TV Merced der Diözese Matagalpa und Canal San José der Diözese Estelí ausgestrahlt wurden, vom Netz genommen. Am 31. Mai war Canal 51, ein von der Kirche betriebener katholischer Sender, bereits vom Netz genommen worden.

Demonstrationen gegen die Reformen wurden von regierungsnahen Spezialkräften gewaltsam niedergeschlagen.

Gründe der Feindseligkeit

Die Wurzeln der Feindseligkeit seitens der nicaraguanischen Regierung liegen dem Bericht zufolge in der Unterstützung der katholischen Kirche für Studenten während der friedlichen Demonstrationen der Nicaraguaner gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Land seit April 2018.  Die Kirchen öffneten ihre Türen, um Räume für den Dialog und für gemeinsames Gebet zu schaffen, aber auch, um sich um die Verwundeten zu kümmern und die Familien der Ermordeten oder Entführten zu trösten.

„Vor April 2018 gab es nur sporadisch Angriffe auf die Kirche. Anschließend haben die Feindseligkeiten zugenommen und sind eskaliert. Die beleidigende und bedrohliche Sprache und die drohenden Äußerungen des Präsidentenpaares gegenüber der katholischen Führungsebene wurden immer deutlicher. Die Aktionen von Behörden gegen die karitative Arbeit der Kirche haben zugenommen“, heißt es in dem Bericht.

KIRCHE IN NOT hatte schon in seinem Religionsfreiheit Weltweit Bericht 2021 auf die schwierige Situation im Land aufmerksam gemacht.

Um der notleidenden Kirche in Nicaragua weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nicaragua

Vielerorts in Afrika ist die Kirche mit der Herausforderung konfrontiert, dass große Entfernungen und schlechte Straßenverhältnisse die Seelsorge schwierig machen. Zugleich haben die Gläubigen aber große Sehnsucht nach Gott und der Frohen Botschaft.

Auch in der Diözese Karonga im Norden Malawis ist es so. Daher ist der katholische Radiosender Tuntufye FM ein wichtiges Instrument, um die Gläubigen auch in den abgelegenen Dörfern täglich zu erreichen. Evangelisierung ist das wichtigste Ziel des Senders. Zugleich leistet er aber auch Entwicklungshilfe durch praktische Hinweise und Informationen.

Unsere Wohltäter haben 28.114 Euro gespendet, um die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs für den Radiosender zu ermöglichen.

Nun erreichte uns aber eine Bitte um Hilfe, denn für die Arbeit des Radios wurde ein Fahrzeug gebraucht, das den örtlichen Straßenverhältnissen gewachsen ist. Schließlich sollten die Sendungen nicht nur vom Sitz des Senders selbst, sondern aus der ganzen Diözese gesendet werden können. Aufgrund der Entfernungen und der vor allem in der Regenzeit oft nur schwer passierbaren Straßen konnten Beiträge nur aus nahegelegenen Gemeinden gesendet werden. Da das Ziel des Senders aber ist, die ganze Diözese mit einzubeziehen, war es auf die Dauer frustrierend für die Gläubigen aus den weiter abgelegenen Gebieten, dass es aus ihren Gemeinden nie Beiträge gab.

Unsere Wohltäter haben 28.114 Euro gespendet, um die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeugs für den Radiosender zu ermöglichen. Nicht nur die Mitarbeiter des Senders, sondern vor allem auch die Hörer freuen sich, denn nun ist das Programm vielfältiger und hochwertiger geworden. „Das Auto hat der Arbeit des Radios großen Auftrieb gegeben und hat unsere Schwierigkeiten mit der Mobilität, die die Aktivitäten des Radios behinderten, verringert“, freut sich Innocent Nazombe, der das Radio leitet. Herzlichen Dank an alle, die geholfen haben!

Die Priester Vitus Borogo und Pater Christopher Odia wurden bei offensichtlich gescheiterten Entführungsversuchen ermordet. Nigeria wird nach wie vor von Kriminalität heimgesucht, und viele Priester sind ins Visier von Banditen geraten.

Die Ermordung von zwei katholischen Priestern in Nigeria am vergangenen Wochenende hat die örtliche christliche Gemeinschaft verunsichert und schockiert.

Pater Christopher Odia, einer der ermordeten Priester.

„Bei allen liegen die Nerven blank”

In einem Telefongespräch mit dem internationalen Hilfswerk “Kirche in Not” (ACN) sprach Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Kaduna am Dienstag, den 28. Juni, von Angst und Traumatisierung nach der Ermordung des 50-jährigen Priesters seiner Erzdiözese, Vitus Borogo, dessen Beerdigung für den 30. Juni geplant ist.

„Bei allen liegen die Nerven blank. Bei uns allen, beim Klerus, bei den Laien, bei allen. Die Menschen haben Angst, und das zu Recht. Die Menschen sind traumatisiert, und das zu Recht.“

„In dieser Situation ist niemand mehr sicher. Wenn man sein Haus verlässt, selbst tagsüber, ist man nicht sicher, bis man zurückkommt“, fügt er hinzu.

Vitus Borogo, der andere ermordete Priester.

Zwei weitere Personen wurden gekidnappt

Kriminelle überfielen Vitus, als er seine Familie auf einer Farm in der Region Prison Farm, nicht weit von Kaduna City, besuchte. Die bewaffneten Männer erschossen ihn und entführten seinen jüngeren Bruder und einen weiteren Mann. Sie befinden sich nach wie vor in Gefangenschaft an einem unbekannten Ort.

“Das kam völlig unerwartet. Es sind Kidnapper, sie wollen Geld. Wir wissen nicht, warum sie ihn getötet haben. Offensichtlich wollten sie sie alle entführen, aber aus irgendeinem Grund haben sie sich entschieden, ihn zu töten, nur Gott weiß, warum“, sagt Erzbischof Matthew und fügt hinzu: „es war wirklich schockierend für uns alle“.

Bislang hat die Kirche keine weiteren Informationen über die Identität der Verbrecher oder ihre Forderungen, sagt Erzbischof Matthew.

Erzbischof Matthew Ndagoso von Kaduna.

Durch die unsichere Lage haben die Menschen keinen Zugang zu den Sakramenten

Nigeria wurde in den letzten Jahren stark von Gewalt und Banditentum heimgesucht, und viele Priester wurden zur Zielscheibe von Entführern. Die Erzdiözese Kaduna ist besonders stark von Gewalt und Unruhen betroffen.

Bei einer von “Kirche in Not” organisierten Online-Konferenz vor einigen Wochen zog Msgr. Matthew eine Bilanz der Verluste: „In den letzten drei Jahren wurden sieben meiner Priester entführt, zwei wurden getötet und einer war drei Jahre und zwei Monate in Gefangenschaft. Vier wurden freigelassen. In fünfzig meiner Pfarren können die Priester nicht in ihren Pfarrhäusern leben, weil sie zur Zielscheibe werden, weil sie als leichte Geldquelle für Lösegeld angesehen werden. Ich kann keine Pastoralbesuche machen, wie ich es sonst tue, die Priester können nicht in die Dörfer gehen und die heilige Messe feiern. Die Menschen können ihre Felder nicht bestellen, also können sie sich nicht selbst ernähren. Durch diese Unsicherheit haben die Menschen keinen Zugang zu den Sakramenten“

Vitus Borogo ist der dritte Priester, der in der im Norden des Landes gelegenen Erzdiözese ermordet wurde.

Entführungen sind jedoch auch für die nigerianische Kirche im Süden des Landes zu einem Problem geworden. Am selben Wochenende, an dem Pater Vitus getötet wurde, wurde ein anderer Priester, Christopher Odia, 41, in der Diözese Auchi ermordet. Der Priester wurde bei einem gescheiterten Entführungsversuch getötet, als er aus seinem Pfarrhaus kam, um die Sonntagsmesse in der katholischen Kirche St. Michael in Ikabigbo zu feiern, heißt es in einer Mitteilung der Diözese, die “Kirche in Not” vorliegt.

Die katholische Kirche in Nigeria steht der Regierung sehr kritisch gegenüber und macht sie für die zunehmende Unsicherheit verantwortlich und dafür, dass sie nicht genug tut, um die Unschuldigen vor Kriminellen zu schützen.

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In der Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks ist es Projektpartnern von KIRCHE IN NOT zufolge zu einem erneuten Ausbruch terroristischer Gewalt gekommen. Die jüngsten Anschläge ereigneten sich demnach in den Bezirken Ancuabe und Chiure.

Dabei sollen zahlreiche Menschen getötet und mindestens 11 000 Personen zur Flucht gezwungen worden sein. Die Zahl der Binnenvertriebenen in Mosambik ist nach UN-Angaben auf weit über 800 000 Menschen angestiegen.

Die jüngsten Anschläge sollen nach Angaben der Projektpartner von KIRCHE IN NOT auf das Konto einer Terrorgruppe gehen, die sich als „Provinz Mosambik des Islamischen Staates“ bezeichnet.

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado.

Attacken richten sich gegen kleine Siedlungen

Milizen verbreiten seit 2017 im Norden Mosambiks Angst und Schrecken. Während sie in den vorhergehenden Jahren groß angelegte Offensiven starteten und ganze Städte in der Provinz Cabo Delgado belagerten, scheinen sie nun ihre Strategie geändert zu haben: Die Attacken richten sich nun gegen kleinere Siedlungen und Dörfer, die weitgehend schutzlos sind.

Die mosambikanischen Truppen hätten ihre Präsenz in dem nun betroffenen Gebiet verstärkt, berichten Augenzeugen. Aber auch das Militär habe zahlreiche Verluste zu beklagen: „Es waren nicht nur Zivilisten, die ermordet wurden, sondern auch Soldaten. Aber es ist sehr schwierig, genauere Informationen zu bekommen“, so ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden möchte.

KIRCHE IN NOT hat als Reaktion auf die jüngste Terrorwelle ein weiteres Nothilfepaket für Mosambik auf den Weg gebracht. Das Hilfswerk unterstützt Vertriebene in kirchlichen Flüchtlingseinrichtungen, fördert die Seelsorgearbeit für traumatisierte Menschen und stellt Baumetrial für zerstörte Gemeindezentren zur Verfügung.

Verteilung von Hilfsgütern in Mosambik (Foto: Johan Viljoen).

Kirche verfügt über einzige funktionierende Hilfsstruktur

KIRCHE IN NOT greift außerdem vertriebene Familien unter die Arme, die sich in anderen Landesteilen ansiedeln, und finanziert Transportfahrzeuge, damit humanitäre Hilfen auch Menschen in entlegenen Gebieten erreichen.

Der katholische Bischof der Provinzhauptstadt Pemba, Antonio Juliasse Ferreira Sandramo, teilte dem Hilfswerk mit: „Das ist eine sehr unruhige Zeit für uns. Neue Angriffe breiten sich auf die südliche Region meiner Diözese aus; es herrschen Panik und Unsicherheit.“

Schwester Marie Justine el Osta von der Kongregation der maronitischen Schwestern der Heiligen Familie und Direktorin der Ambulanz. Foto: KIRCHE IN NOT

„Es herrschen Panik und Unsicherheit”

In seiner Diözese seien zahlreiche Kirchen und Gemeindehäuser zerstört, berichtet Bischof Ferreira Sandramo, der erst Ende Mai sein Amt angetreten hat. Missionare seien aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Alte Menschen und Kinder seien oftmals auf sich alleingestellt.

Die meisten Bewohner von Mosambik sind Christen. Eine Ausnahme ist der Norden, wo Muslime in der Mehrheit sind. Sie sind genauso von Terror und Vertreibung betroffen. Die christlichen Kirchen nehmen sich der gesamten Bevölkerung an, da sie über die einzigen funktionierenden Strukturen und Hilfseinrichtungen in der Provinz Cabo Delgado verfügen.

„Pfarren und Ordensgemeinschaften sind weiterhin Orte der Hilfe für alle Menschen. Sie bieten ihnen Lebensmittel, Unterkunft, Beistand und psychosoziale Unterstützung an“, betonte Bischof Ferreira Sandramo. Er fügt aber hinzu: „Wir können das allein nicht mehr bewältigen.“

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche für die Menschen in Mosambik mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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