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Nach mehrjährigen Aufbauarbeiten wird die maronitisch-katholische Kathedrale Sankt Elias in Aleppo am 20. Juli wieder eingeweiht. Die im 19. Jahrhundert errichtete Kirche war zwischen 2012 und 2016 durch mindestens drei Raketeneinschläge und weitere Kampfhandlungen schwer beschädigt worden. Die schlimmsten Schäden an dem Bauwerk entstanden im Jahr 2013: Damals hatten islamistische Kämpfer den Stadtteil gestürmt, in dem sich die Kathedrale befindet. Dabei versuchten sie, alle christlichen Wahrzeichen zu zerstören.

Zu Weihnachten 2016 gingen Bilder um die Welt, als die Gemeinde nach dem Ende der Kampfhandlungen Gottesdienst in der zerstörten Kathedrale feierte und eine Krippe in den Trümmern errichtete. Danach begann der Wiederaufbau; das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat ihn hauptsächlich unterstützt.

Der maronitisch-katholische Erzbischof Joseph Tobji im Januar 2017 in seiner zerstörten Kathedrale St. Elias.

„Wiedereröffnung ist Botschaft an Christen in aller Welt“

Entsprechend groß ist nun die Freude der maronitischen Gemeinde wie der gesamten christlichen Bevölkerung, erklärte der zuständige Erzbischof Joseph Tobji: „Die Eröffnung unserer Kathedrale ist eine Botschaft für die Christen in Aleppo und der ganzen Welt. Der Wiederaufbau ist ein Beweis, dass wir trotz unserer schwindenden Zahl immer noch in diesem Land leben. Unsere Stimmen werden Gott an diesem Ort trotz aller Schwierigkeiten weiterhin loben.“

Der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ International, Dr. Thomas Heine-Geldern, wandte sich mit einer Video-Botschaft an die Teilnehmer der Eröffnungsfeierlichkeiten: „Ich bin traurig, dass ich wegen der Corona-Beschränkungen an diesem Tag der Freude nicht bei Ihnen sein kann. Wir sehen die Sankt-Elias-Kathedrale und es ist ein Wunder. Es ist fantastisch, dass sie in ihrer alten Pracht wiedererstrahlt. Ich wünschte, dass sie wieder zum Zentrum der gesamten christlichen Gemeinschaft wird, so wie es vor diesem schrecklichen Krieg war.“

Außenansicht der wiederaufgebauten Kathedrale.

Nur ein Drittel der Christen ist geblieben

Die syrischen Christen haben unter den Auswirkungen des Syrienkriegs schwer gelitten. Laut „Kirche in Not“ vorliegenden Quellen leben derzeit höchstens 30.000 Christen in Aleppo. Vor Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 waren es etwa 180.000. In ganz Syrien waren es rund 1,5 Millionen Christen, heute ist etwa ein Drittel davon übrig.

Die wiederaufgebaute Kathedrale Sankt Elias beherbergt die maronitisch-katholische Gemeinde von Aleppo. Sie gehört zu den kleineren christlichen Gemeinschaften in Aleppo, ist aber bei der humanitären und pastoralen Betreuung der Bevölkerung sehr aktiv. „Unser Wunsch ist es, zu bleiben – nicht nur, weil wir hier geboren wurden oder weil wir keine andere Möglichkeiten hatten, sondern weil es unsere Mission ist“, erklärte Erzbischof Tobji im Gespräch mit „Kirche in Not“. „Wir sind eine Familie. Meine Absicht war es, das gemeinsame Haus zu erneuern, dass uns vereint und willkommen heißt.“

Blick in den wiederaufgebauten Innenraum der Kathedrale.

Seit Beginn des Syrienkriegs unterstützt „Kirche in Not“ die notleidende christliche Minderheit mit über 1000 Hilfsprojekten. Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
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Verwendungszweck: Syrien

Als Antwort auf die anhaltende dramatische Situation der Christen in Syrien unterstützt das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit einem weiteren Nothilfeprogramm 20 550 christliche Familien unterschiedlicher Konfessionen.

Der einmalige Zuschuss von 25 Euro pro Familie ermögliche besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen, das sich auch in Syrien ausbreite, erklärte der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“. „Es scheint ein kleiner Betrag zu sein, aber er entspricht fast der Hälfte des monatlichen Einkommens einer syrischen Familie und ist daher lebenswichtig. Die Nothilfe muss schnell umgesetzt werden, bevor sich COVID-19 weiter im Land ausbreitet.“

Die Nothilfe ermöglicht besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen

Das mit über eine halbe Million Euro umfassende Programm kommt katholischen, orthodoxen und evangelischen Familien in ganz Syrien zugute. Viele Familien sind durch den immer noch andauernden Krieg und die Wirtschaftssanktionen am Ende ihrer Kräfte. Jetzt müssen sie sich einer weiteren Herausforderung stellen: der Ausbreitung von COVID-19. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Schließung von Geschäften und Schulen sowie der Einstellung des Transports zwischen den Städten, stößt die finanzielle Situation der Ortskirchen in Syrien an ihre Grenzen.

„Wir unterstützen mehr als hundert Projekte in Syrien. Einige sind wegen der Pandemie eingeschränkt, aber viele laufen weiter, wie zum Beispiel unser Projekt ,Ein Tropfen Milch‘. Damit wird hunderten Kleinkindern und Säuglingen eine lebenswichtige Milchration gewährleistet. Das neue Hilfsprogramm ist ein Zeichen der Ermutigung für unsere Brüder und Schwestern in Syrien und gibt ihnen Trost und finanzielle Unterstützung“, erklärt Thomas Heine-Geldern. „Wir möchten die Christen in Syrien nicht allein lassen.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

Besonders die christliche Bevölkerung in Syrien leidet unter den Folgen des Krieges, der seit 2011 andauert. Waren Diskriminierungen gegen Christen davor eher selten und die Auswanderung begrenzt, so fühlen sie sich heute als Bürger zweiter Klasse, die von der Regierung im Stich gelassen und von anderen Bürgern diskriminiert werden. Ihr Eigentum wurde im Krieg zerstört, geplündert oder weit unter Preis verkauft. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren. Ausländische Hilfen erreichen wegen der Sanktionen und Grenzschließungen das Land nur sehr schwer.

Darüber hinaus ist das Bankensystem des Nachbarlandes Libanon, das einen Teil des Systems aufrechterhalten hat, aufgrund der politisch-sozialen Krise und der COVID-19-Pandemie zusammengebrochen. Die Inflation im Land ist immens hoch.

Um die Christen in Syrien weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Die Syrer im allgemeinen, aber besonders die Einwohner von Aleppo, neigen dazu, sich weniger Sorgen um ihre persönliche Sicherheit zu machen als die meisten Menschen in Europa.

“Viele von ihnen sagen, dass sie bereits seit neun Jahren leiden und sowohl den Krieg als auch den Hunger überlebt hätten. Einige sind vorsichtiger und verwenden Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Handschuhe, um sich zu schützen. Aber die meisten Menschen machen sich keine Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus. Sie haben schon so viel gelitten”, erklärt der armenisch-katholische Priester Antoine Tahhan gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Am 19. März erließ die syrische Regierung aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus einen Erlass, alle Geschäfte zu schließen und verhängte eine Ausgangssperre zwischen 18 und 6 Uhr. Nur wenige Tage später, am 22. März, beschlossen die katholischen Bischöfe in Aleppo zusätzlich die Schließung aller ihrer Kirchen, um die Gläubigen zu schützen und die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern.  Seitdem kommt Pater Antoine jeden Morgen in die armenisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Aleppo, um dort allein die heilige Messe zu feiern, und kehrt dann nach Hause zurück, um die Vorgaben zur sozialen Isolierung einzuhalten.

Aber es gibt wenig, was in einem Land wie Syrien getan warden kann, in dem der Krieg auch das Gesundheitssystem zerstört hat. “Aleppo hat viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren verloren, die durch die Terroristen zerstört wurden. Ein großer Teil der Ausstattung und der Medikamentenvorräte wurden geplündert, und viele Ärzte sind ausgewandert, weil die Terroristen einige entführt und anderen gedroht hatten, sie zu töten.  Infolgedessen ist das Gesundheitssystem in einem schlechten Zustand, und darauf fußt die Sorge, dass das Virus sich in der Bevölkerung, insbesondere unter den Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee, verbreiten könnte”, sagt Pater Antoine.

“Ich denke nicht, dass es in den Krankenhäusern, insbesonderen auf den Intensivstationen, genug Beatmungsgeräte gibt, um dem Virus gewachsen zu sein. Wir benötigen ebenfalls sehr viele Schutzmasken, Ausrüstung zum Sterilisieren und andere medizinische Ausstattung. Zugleich müssen wir unter der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken erwecken, denn noch immer gehen viele Leute in den Parks spazieren, halten sich an den Händen und begrüßen sich, ohne die behördlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit zu beachten.”

Die Kämpfe in Aleppo sind seit dem 24. Dezember 2016 zu Ende. Einige bessergestellte Familien waren seitdem in der Lage, ihre Häuser wiederherzustellen, aber die meisten christlichen Familien sind sehr arm und überleben nur dank der Unterstützung der Ortskirche und von Organisationen wie der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, die Nothilfeprojekte ins Leben gerufen haben, um die ärmsten Familien in Aleppo und anderen Teilen Syriens mit Mietzuschüssen, Lebensmitteln und grundlegender medizinischer Versorgung zu unterstützen. „Ohne diese Hilfe könnten die Christen nicht nach Hause zurückkehren und die christliche Präsenz im Nahen Osten sichern”, erklärt Pater Antoine.

Der durch den Krieg bedingte Exodus habe verheerende Auswirkungen: „Die Zahl der christlichen Familien, die vor dem Krieg in Aleppo lebten, lag bei 30.000. Nun ist die Anzahl auf rund 10.000 gesunken. Wir leiden unter einer massiven Überalterung der Bevölkerung, da der Anteil an älteren Menschen inzwischen auf zwei Drittel gestiegen ist, und das nicht nur in Aleppo, sondern in ganz Syrien. Und der Mangel an jungen Arbeitskräften hat sich durch den Militärdienst weiter verschärft.”

Seit einem Jahr leide Syrien an einer schweren Wirtschaftskrise. “Als Aleppo befreit wurde, bestand beträchtlicher Optimismus, und drei Jahre lang setzten die Menschen ihre Hoffnung auf harte Arbeit, aber nun wird die wirtschaftliche Lage immer schlimmer. Viele Menschen sind arbeitslos, und die gezahlten Gehälter reichen nicht aus, um eine vierköpfige Familie zu ernähren. Die Wirtschaftssanktionen fügen der Bevölkerung schweres Leid zu, und die schlechte wirtschaftliche Lage im Libanon beeinträchtigt auch die Wirtschaft in Syrien. Der Dollarkurs und damit auch die Lebenshaltungskosten sind in die Höhe geschossen. Zugleich wurden die Hilfeleistungen, die über den Libanon nach Syrien gelangten, eingestellt”, erklärt Pater Antoine gegenüber KIRCHE IN NOT.

Seit der Befreiung von Aleppo sind 75 armenisch-katholische Familien zurückgekehrt, aber sie waren Binnenflüchtlinge aus anderen Teilen Syriens und keine Flüchtlinge aus Europa. “Um Familien dazu zu ermutigen, nach Syrien zurückzukehren, müssen die Wirtschaftssanktionen aufgehoben warden, wie der Papst es in seiner Osterbotschaft gefordert hat, und man muss den jungen Menschen dabei helfen, Arbeit zu finden. Wir brauchen auch Sicherheit, medizinische Versorgung und die Aufhebung der Militärreserve, damit die jungen Leute Arbeit finden, ihre Zukunft aufbauen und Familien gründen können”, schließt Pater Antoine.

Das Coronavirus ist  eine weitere Sorge unter vielen anderen, aber diese globale Pandemie lässt die Menschen in Syrien vor allem die wirtschaftlichen Folgen fürchten. Sie könnten zum einen ihren Leidensweg erschweren und andererseits eine Minderung der Nothilfeprogramme zur Folge haben, die jetzt für ihr Überleben notwendiger sind denn je.

Schwester Annie Demerjian, eine der Hauptprojektpartnerinnen von „Kirche in Not“ in Syrien, hat den Wohltätern des weltweiten päpstlichen Hilfswerks und allen von der Corona-Pandemie betroffenen Menschen eine Grußbotschaft zukommen lassen. „Was die Welt im Augenblick erlebt, ist sehr schmerzlich. Lassen Sie sich in dieser durch das Coronavirus hervorgerufenen Situation nicht durch die Nachrichten in Panik versetzen. Folgen Sie den Anweisungen der Gesundheitsbehörden”, rief Schwester Annie auf.

Die Ordensfrau der „Kongregation von Jesus und Maria“ dankte den Wohltätern von „Kirche in Not“ für die Hilfe in Form von Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln, Heizöl und Medikamenten, die seit fast zehn Jahren den ärmsten und schwächsten Menschen in Aleppo und anderen Orten in Syrien zugutekommen. Außerdem versichert sie alle Wohltäter in dieser internationalen Notlage ihres Gebetes.

„Das Leid ist da, aber die Auferstehung auch“

Schwester Annie erklärte, dass sie und ihre Mitschwestern jeden Tag den Rosenkranz „für die ganze Welt” beten, und fügte hinzu: „Unser Glaube besteht nicht darin, eine Art ,Zauberknopf‛ zu drücken und zu hoffen, dass alles geregelt wird. Der Schmerz und das Leid sind da, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Auferstehung ebenfalls jeden Tag da ist.”

Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie während des Krieges im nordsyrischen Aleppo gemacht hat, sagte die Ordensfrau: „Wir müssen den bedürftigsten Menschen helfen. Wir müssen einander aufrichten, und alles wird vorübergehen.”

Besuchsdienst für Ältere, Einkaufsgutscheine für bedürftige Familien

lickt mit Sorge auf die Auswirkungen des Virus in Syrien, das durch neun Jahre Krieg geschwächt ist. „In Aleppo besuchen unsere Gruppen von Freiwilligen weiterhin die Häuser. Wir helfen insbesondere den alten Menschen, da viele von ihnen keine andere Unterstützung haben. Auch in Damaskus helfen unsere Schwestern den alten Menschen. Sie erledigen die Einkäufe für diese besonders gefährdeten Personen, damit sie nicht aus dem Haus gehen müssen. Die Leute haben nichts, womit sie sich schützen könnten. Wie sollen sie überleben?”, fragte die Ordensfrau besorgt.

Eine wirksame Hilfe sei das Gutscheinprogramm, das 260 Familien den Einkauf im Supermarkt ermögliche und die Unterstützung bei Mietzahlungen für besonders bedürftige Menschen. Schwester Annie fügte hinzu: „Allen unseren Wohltätern sagen wir ein aufrichtiges Dankeschön für ihre Großzügigkeit. Sie helfen uns seit so vielen Jahren und tun dies noch immer. Möge Gott sie weiterhin segnen und Sie und ihre Familien beschützen und gesund erhalten.”

Helfer mit Lebensmittelgutscheinen für bedürftige Menschen in Aleppo.

Bei einem bewaffneten und vermutlich gezielten Überfall auf ein Auto eines Priesters sind am vergangenen Montag in Syrien der Geistliche und dessen mitgereister Vater getötet worden. Ein weiterer Mitfahrer wurde verletzt, einem vierten Insassen gelang die Flucht.

Wie der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, gegenüber dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ berichtete, waren die vier Männer auf dem Weg nach Deir ez-Zor, rund 350 Kilometer östlich von Aleppo, um dort die Baustellen von Häusern und der Kirche besuchen, die zurzeit wiederaufgebaut werden. Kurz vor ihrem Ziel seien die Reisenden von zwei bewaffneten Personen auf einem Motorrad überholt worden, die sofort das Feuer eröffnet hätten. Pfarrer Hovsep Hanna Bedoyan (43) wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg zum Krankenhaus starb. Sein Vater war sofort tot.

Die Untersuchungen des Vorfalls seien noch im Gange. Daher wisse man noch nicht, wer sie getötet habe, auch wenn sich offenbar der IS zu dem Überfall bekannt habe, so der Erzbischof. „Sicher ist, dass Pfarrer Hovsep einen Priesterkragen trug und daher erkennbar war, ebenso sein Auto, das auf dem Heck die Aufschrift ,Armenisch-katholische Kirche‘ trug.“

So könne man davon ausgehen, dass der Geistliche wegen seines Priesteramts und aufgrund seines Beitrags zur Wiederherstellung der christlichen Präsenz in Deir ez-Zor getötet worden sei, vermutet Erzbischof Marayati. Die Stadt im Osten Syriens ist seit Beginn des Krieges besonders umkämpft. Der IS eroberte Deir ez-Zor im Jahr 2014, erst drei Jahre später konnten syrische Streitkräfte die IS-Kämpfer vertreiben.

Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan wurde in der Stadt Kamischli (Qamishli) im Nordosten Syriens beigesetzt. Die Stadt liegt in der Grenzregion zur Türkei und zum Irak. Hier komme es aufgrund der Kämpfe zwischen Türken und Kurden derzeit zu schweren Spannungen, sagt Erzbischof Marayati. „Die Situation ist chaotisch. Es sind Türken, Kurden, Amerikaner und Russen vor Ort. Die Christen haben große Angst, und bei jedem Gewaltausbruch entscheiden sich viele Familien für eine Auswanderung.“ Vor dem Krieg hätten 5000 armenische Katholiken in der Stadt gelebt, heute seien es nur noch rund 2000. Von den einstmals fünf Kirchen seien nur noch zwei geöffnet.

Erzbischof Marayati appellierte im Gespräch mit „Kirche in Not“ an die internationale Gemeinschaft: „Wir bitten nur darum, dass dieser Krieg aufhört. Aber das kann nicht geschehen, wenn Sie weiterhin den Terroristen helfen und Waffen nach Syrien schicken.“ An die Christen in der Welt gewandt sagte er: „Ich bitte Sie: Beten Sie für uns und unser Volk! Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit.“

Es wird Abend im Tal der Christen. Die große Festung Krak des Chevaliers, erbaut im 11. und 12. Jahrhundert, beobachtet aus der Höhe, wie Gäste ankommen. Heute ist ein Festtag in der Kirche von Haret Saraya in Al-Husn. Eine Gruppe aus Hornbläsern und Trommelspielern musiziert ununterbrochen.

Die der Gottesmutter geweihte Kirche erstrahlt mit ihren frisch gestrichenen weißen Wänden und ihrer leuchtend bunten Ikonostase. „Sie wurde genauso wiederaufgebaut, wie sie vorher war“, sagt mit leuchtenden Augen der Ortsbischof Nikolas Sawaf, melkitisch griechisch-katholischer Erzbischof der Erzdiözese Latakia.

2012 wurde die Kirche von Dschihadisten, die das Tal eingenommen hatten, geplündert und niedergebrannt. Sie hatten in der vom Johanniterorden gegründeten Festung Stellung bezogen. Sie schlugen das Kreuz nieder, entweihten die Ikone und verstümmelten heilige Bilder. Sie verschonten weder das Pfarrhaus noch die Gemeinderäume – aus deren Wänden verschwanden sogar die Stromleitungen.

Aber sieben Jahre später – und symbolisch passend am Fest der Kreuzerhöhung – wird der Tag zu einem Fest für die Gemeinde. Die kleine Kirche ist während der Einweihung überfüllt. An der Feier nehmen katholische und orthodoxe Priester der Region teil. Die Kirche und die Herzen strahlen wieder. Draußen im Hof vor den jubelnden Gläubigen singt der Orthodoxe Chor Our Lady Al-Wadi Lieder der Hoffnung, des Friedens und der Vergebung. Sie erinnern an diejenigen, die verschwunden sind, die getötet oder vom Krieg vertrieben wurden, und laden die Christen ein, in ihrer Heimat zu bleiben.

„Nachdem die Kirche wiederaufgebaut wurde, müssen nun die lebendigen Steine, unsere Herzen, erneuert werden“, so der anwesende Vertreter von KIRCHE IN NOT (ACN), Pater Andrzej Halemba, der bei der Stiftung für Projekte im Nahen Osten zuständig ist. „Unsere Herzen sind wegen der Gewalt gebrochen. Sie sind gespalten und wütend wegen der Geschehnisse. Nun müssen sie in der Liebe Christi erneuert werden. Lasst uns für den Frieden in Syrien beten“, sagt er zu der Gemeinde.

KIRCHE IN NOT hat nicht nur den Wiederaufbau der Kirche in Haret Saraya, sondern auch der Gemeinderäume und des Pfarrhauses unterstützt. Darüber hinaus wurden unweit der Kirche und in der Nähe des Krak des Chevaliers weitere Gästezimmer und Geschäftsräume eingerichtet, sodass bald wieder Besucher kommen werden. Auf diese Weise soll der christliche Glaube an seinen Ursprungsorten lebendig gehalten werden. „KIRCHE IN NOT ist für uns wie ein Simon von Cyrene, der uns hält und hilft, das Kreuz zu tragen“, erklärt Erzbischof Sawaf zum Abschluss des Festtages dankbar.

Die von KIRCHE IN NOT mit mehr als 170.000 Euro unterstützten Wiederaufbauprojekte in den christlichen Gebieten des Dorfes Al-Husn sind Teil des Programms der Stiftung zum Wiederaufbau der vom Krieg betroffenen christlichen Gebiete in den verschiedenen Diözesen Syriens.

Am 15. September, der in der katholischen Kirche als „Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens“ begangen wird, wurde in Rom wie in zahlreichen christlichen Kirchen Syriens der im Syrienkrieg getöteten Christen gedacht und ein Zeichen des Trostes für die Hinterbliebenen gesetzt. Im Vatikan segnete Papst Franziskus eine Ikone; auf der die „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ zu sehen ist.

Gestaltet wurde sie von dem griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch aus Homs speziell für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ gemeinsam mit den katholischen und orthodoxen Christen in Syrien auf den Weg gebracht hat. Ziel der Aktion ist es, den syrischen Christen nicht nur materiell, sondern auch geistlich beizustehen – besonders auch den Menschen, deren Angehörige im Krieg getötet oder entführt worden sind.

Papst hat die Syrienaktionen von „Kirche in Not“ wiederholt unterstützt

Bei der Segnung im vatikanischen Gästehaus Santa Marta war auch der Internationale Präsident der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“, Mauro Kardinal Piacenza, der Ikonen-Künstler sowie Mitarbeiter des Hilfswerks anwesend. Papst Franziskus setzte mit der Segnung seine Unterstützung für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“ fort. Bereits am 15. August hatte der Heilige Vater beim Angelusgebet 6000 Rosenkränze gesegnet, die von christlichen Kunsthandwerkern aus Bethlehem und Damaskus hergestellt wurden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte der Papst beim Angelusgebet eine große Kerze entzündet und damit seine Teilnahme an der Gebetskampagne „Kerzen für den Frieden in Syrien“ ausgedrückt.

„Der Heilige Vater hat erneut seine liebende Nähe zu den Menschen in einer Weltregion gezeigt, wo viele Tränen getrocknet werden müssen. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte der Präsident von „Kirche in Not“, Mauro Kardinal Piacenza, nach der Segnung. Der Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens gebe eine Lektion von wahrem und tiefen Mitgefühl, das die Welt auch heute dringend brauche, so Piacenza. „Maria leidet wegen Jesus, aber sie leidet auch mit Jesus. Die Passion Christi ist eine Teilhabe am Leid aller Menschen.“ Diesen Menschen beizustehen, wisse sich „Kirche in Not“ weiterhin verpflichtet.

Die vom Papst gesegneten Rosenkränze wurden nun am 15. September als Zeichen der besonderen Nähe des Papstes bei Gottesdiensten in katholischen und orthodoxen Kirchen Syriens an Hinterbliebene von Kriegsopfern verteilt. Auch ein aus dem Heiligen Land stammendes Kreuz aus Olivenholz und Bibeln in arabischer Sprache, die von „Kirche in Not“ gestiftet wurden, haben die Angehörigen als äußeres Zeichen der Anteilnahme und des Trostes erhalten.

Ikone besucht katholische und orthodoxe Kirchen Syriens

Neben den Gottesdiensten fanden an diesem Tag auch zahlreiche Prozessionen statt, bei denen hunderte Gläubige für ihre getöteten und entführten Mitchristen und ihre Familien gebetet haben. Auch die neue Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ wird in den kommenden Wochen in allen 34 Diözesen Syriens zu Gast sein.

Um weiterhin die pastorale wie humanitäre Arbeit der christlichen Kirchen Syriens unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Syrien

Auftakt zu geistlicher Initiative von KIRCHE IN NOT. Am 15. August, dem Festtag Mariä Himmelfahrt, hat Papst Franziskus beim Angelusgebet auf dem Petersplatz 6000 Rosenkränze für Syrien gesegnet. Sie werden nun Menschen überreicht, deren Angehörige im Syrienkrieg entführt oder getötet wurden. Das ist Teil einer ökumenischen Initiative des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ zusammen mit katholischen und orthodoxen Kirchen im Land. „Die Rosenkränze, die auf Initiative von `Kirche in Not´ hergestellt wurden, sollen für unsere Brüder und Schwestern in Syrien ein Zeichen meiner Nähe sein“, sagte Papst Franziskus. „Wir wollen weiterhin den Rosenkranz beten für den Frieden im Nahen Osten und auf der ganzen Welt.“

Die Rosenkränze sollen am 15. September, dem Gedenktag der „Sieben Schmerzen Mariens“, in verschiedenen syrischen Kirchengemeinden verteilt werden. Die ökumenische Initiative unter Mitwirkung von „Kirche in Not“ steht unter dem Leitwort „Tröstet mein Volk“ und widmet sich dem Gedenken an die Opfer des Syrienkriegs und der geistlichen Unterstützung für die Hinterbliebenen.

Papst unterstützt Engagement von „Kirche in Not“

Bei einer vorhergehenden Begegnung mit dem Papst im vatikanischen Gästehaus Santa Marta waren der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern, sowie mehrere Direktoren von europäischen Nationalbüros des Hilfswerks anwesend, darunter auch Herbert Rechberger von „Kirche in Not-Österreich“ . Bei der Audienz lobte Papst Franziskus die Arbeit von „Kirche in Not“ und diese ökumenische Initiative: „Ich danke ,Kirche in Notʻ für alles, was Ihr tut. Wenn wir mit den Menschen in Syrien beten, kommen wir ihnen nahe.“

Präsident Thomas Heine-Geldern zeigte sich bewegt von der Unterstützung des Papstes für die Gebetsaktion: „Der Heilige Vater hat unser Engagement in Syrien und dem Nahen Osten bei verschiedenen Begegnungen gutgeheißen und unterstützt. Das hat er auch heute wieder zum Ausdruck gebracht. Die gesegneten Rosenkränze zeigen den Hinterbliebenen der Kriegsopfer: Der Papst und die ganze Kirche sind bei uns, sie beten für uns und stehen uns zur Seite. Das ist ein großer Trost.“

Die Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Syrien sei seit Kriegsausbruch im Jahr 2011 ein Schwerpunkt der Arbeit von „Kirche in Not“, betonte Heine-Geldern. Dank der Großzügigkeit der Wohltäter konnte das Hilfswerk in dieser Zeit mit 35 Millionen Euro insgesamt 850 Projekte für Menschen in Syrien unterstützen und somit vielen christlichen Familien ermöglichen, in ihrer Heimat zu bleiben. Diese Hilfeleistung sei von Anfang an in enger ökumenischer Zusammenarbeit zwischen katholischer und orthodoxer Kirche erfolgt – das gelte auch für die aktuelle Initiative, so Heine-Geldern: „Geld ist nicht genug. Neben der materiellen Hilfe brauchen die Menschen in Syrien geistliche und moralische Unterstützung, denn sie leben in einer verzweifelten Situation. Dafür steht „Kirche in Not“ zusammen mit den Wohltätern weltweit ein.“

Die geistliche Initiative „Tröstet mein Volk“ wird am 15. September an zahlreichen Orten Syriens stattfinden. Bei Andachten und Prozessionen werden die Gläubigen für die Getöteten beten. Familien, deren Angehörige im Krieg getötet oder entführt worden sind, werden als spezielles Zeichen des Trostes unter anderem die vom Papst gesegneten Rosenkränze erhalten. Sie wurden in Bethlehem und Damaskus gefertigt. Auch Papst Franziskus nimmt weiterhin Anteil an der Initiative: Er wird beim Angelusgebet am 15. September eine Ikone segnen, die „Unsere Liebe Frau von den Schmerzen, Trösterin der Syrer“ zeigt.

In Burkina Faso und Syrien insgesamt 11 Gemeindemitglieder getötet. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ trauert mit seinen Projektpartnern um die Todesopfer von zwei Gewaltakten: Am 12. Mai wurden bei einem Angriff auf die katholische Kirche in Dablo im Norden von Burkina Faso sechs Menschen getötet. Im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya kamen am selben Tag beim Raketenbeschuss einen griechisch-orthodoxen Unterrichtsklasse vier Kinder und eine Katechetin ums Leben.

Burkina Faso: Sofort das Feuer eröffnet

Unter den sechs Getöteten beim terroristischen Angriff in Burkina Faso befindet sich auch der 34-jähjrige Priester Simeon Yampa, der gerade die heilige Messe feierte. „Kirche in Not“ steht in engem Kontakt mit der Gemeinde von Dablo. 2013 hatte das Hilfswerk den Bau des dortigen Pfarrhauses und Gemeindezentrums unterstützt.

Lokale Ansprechpartner gaben gegenüber „Kirche in Not“ an, dass die Angreifer die Kapelle betraten, als gerade das „Gloria“ zu Beginn der heiligen Messe gesungen wurde. Sie eröffneten sofort das Feuer. Fünf Menschen starben im Kugelhagel. Auch der Tabernakel wurde dreimal getroffen. Simeon Yampa wollte die Messdiener in der Sakristei in Sicherheit bringen. Dort entdeckten ihn die Angreifer und erschossen ihn. Die überlebenden Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, Umhänge-Kreuze und liturgische Gegenstände vor dem Altar abzulegen.

Den örtlichen Quellen zufolge hätten die Angreifer damit gedroht, wiederzukommen. Sollten bis dahin nicht alle Frauen verschleiert sein, würden sie getötet. Anschließend ließen die Terroristen die rund 120 Gottesdienstbesucher gehen und steckten die Kirche in Brand, ebenso ein Fahrzeug vor der Kirche und vor einem Gesundheitszentrum.

In Burkina Faso sind rund ein Viertel der rund 19 Millionen Einwohner christlichen Glaubens, ebenfalls ein Viertel folgt der Natur-Religion des Animismus. Die Bevölkerungsmehrheit ist muslimisch. Bislang galt das Zusammenleben der Religionen in dem Land als harmonisch. Über die Nachbarländer Mali und Niger gelangten islamistische Terrorgruppen ins Land. Sie verüben seit einigen Jahren Anschläge auf alle Bevölkerungsgruppen.

Nun scheinen vermehrt Christen im Visier der Islamisten zu stehen: So wurden seit Beginn des Jahres neben Simeon Yampa bereits zwei weitere Geistliche getötet, so zum Beispiel Ende April der Pastor einer protestantischen Gemeinde im Norden des Landes zusammen mit seinen beiden Söhnen und drei weiteren Gläubigen. Ein spanischstämmiger Salesianer-Missionar kam Mitte Februar bei einer Attacke auf eine Zollstation ums Leben. Ein weiterer katholischer Priester wurde an der Grenze zu Mali verschleppt; sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

„Terror richtet sich gezielt gegen den Glauben“

„Dass wir nur drei Wochen nach den Oster-Anschlägen auf Sri Lanka schon wieder die Opfer eines Terroranschlages beklagen müssen, erfüllt uns mit tiefem Schmerz“, erklärte der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Österreich, Herbert Rechberger.

Damit bestätige sich der erschreckende Trend, auf den das Hilfswerk wiederholt hinweise: „Es sind nicht nur politische oder wirtschaftliche Faktoren, die Christen zur Zielscheibe des Hasses und der Gewalt machen. Der Terror richtet sich immer gezielter gegen den Glauben und das pastorale Wirken der Kirche. Es ist höchste Zeit, beim ,Kampf gegen den Terror‛ auch diese Perspektive miteinzubeziehen.“

Syrien: Kinder getötet und verletzt

Ebenfalls am 12. Mai erreichte „Kirche in Not“ die Nachricht, dass am Sonntagmorgen im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya nahe der Stadt Hama vier Kinder und eine Katechetin der griechisch-orthodoxen Gemeinde durch eine Rakete getötet wurden. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren befanden sich gerade im Religionsunterricht. Zahlreiche weitere Kinder wurden teilweise schwer verletzt. Die Hintergründe der Attacke sind bislang unklar. Offen ist auch, ob es sich um einen gezielten Beschuss handelt. Die Regionen Hama und Idlib sind aktuell Schauplatz einer erbitterten militärischen Offensive im Syrienkrieg.

Lokale Kirchenvertreter bezeichneten die getöteten Kinder und die Katechetin als „Märtyrer“. „Auch wenn die Umstände viele Fragen offen lassen, zeigt dieser Tod der unschuldigen Kinder einmal mehr: Dieser Krieg kennt keine Gewinner“, erklärte Rechberger. „Die Menschen in Syrien leiden unermesslich. Die christliche Minderheit hat zudem viel zu wenige politische Fürsprecher, weder national noch international. Den Angehörigen, die ohnehin schon alles verloren haben, wurde jetzt auch noch das Liebste genommen – wie so vielen Familien in diesem brutalen Krieg.“

Mit beiden Schauplätzen – in Syrien wie in Burkina Faso – verbinde „Kirche in Not“ eine intensive Beziehung der Hilfe und des Gebetes. „So unterschiedlich beide Ereignisse auch sind: Der 12. Mai war wieder ein blutiger Sonntag für die Christen. Dass es nach lateinischer Tradition der ,Sonntag des Guten Hirten‛ war, kann den Angehörigen in allem Schmerz ein Zeichen der Hoffnung sein: Der gute Hirte kennt die Seinen. Er wird seine Herde nicht verlassen, weder in Burkina Faso und Syrien noch in vielen Ländern der Welt, in denen Christen in Bedrängnis sind.“

Ausführliche Informationen über Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit finden sich unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

„Kirche in Not“ steht verfolgten und notleidenden Christen in 149 Ländern helfend zur Seite. Um auch weiterhin helfen zu können, bittet das katholische Hilfswerk um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Verfolgte Christen

Ein Aktionsplan, der es Tausenden von Christen ermöglichen soll, in ihre Häuser in der syrischen Stadt Homs zurückzukehren, wurde unter Beteiligung von Kirchenführern und einer bedeutenden katholischen Hilfsorganisation vereinbart.

Bei diesem Treffen in Homs unterzeichneten die Führer von fünf Kirchengemeinden die «Homs-Wiederaufbau-Komitee-Vereinbarung», nach der die katholische Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT, als Teil der ersten Phase des Plans, 300 Häuser wieder instandsetzen wird.

In einer zweiten Phase sollen weitere 980 Häuser wiederaufgebaut werden: 80 von Angehörigen der melkitisch griechisch-katholischen Gemeinde, 600 von Angehörigen der griechisch-orthodoxen Gemeinde und 300 Häuser, die syrisch-orthodoxen Familien gehören. KIRCHE IN NOT wird einen Teil dieses Projektes unterstützen.

Um die Bedeutung dieser Vereinbarung hervorzuheben, sagte der für KIRCHE IN NOT-Projekte im Nahen Osten verantwortliche Referent, Pater Andrzej Halemba: “Diese Vereinbarung ist eine der entscheidendsten Maßnahmen für die Wiederherstellung der christlichen Gemeinde in Homs.

“Die Verpflichtung, so viele Häuser wiederaufzubauen, ist für die Menschen, die unbedingt in die Stadt zurückkehren wollen, die für Christen eine der bedeutendsten in ganz Syrien ist, ein Licht der Hoffnung.”

Der Griechisch-Orthodoxe Bischof von Homs, Georges Abou Zakhem, kommentierte: “Die Menschen müssen in ihre Häuser zurückkehren, können dies ohne die Hilfe von KIRCHE IN NOT aber nicht tun.”

Der Melkitische Priester, Pater Bolos Manhal, sagte hierzu: “Ich bin sehr glücklich, dass die Menschen diese wunderbare Möglichkeit haben, in ihre Häuser zurückzukehren. Sie haben so viel gelitten, und für viele wird mit der Rückkehr ein Traum in Erfüllung gehen.

“Sie mussten so viel Geld ausgeben, um eine Wohnung zu mieten, sodass der Wiederaufbau ihrer Häuser ihr Familienbudget sehr entlasten wird. Überdies gibt es in der Stadt mehr Arbeitsmöglichkeiten als auf dem Land, und die werden sie dann nutzen können.”

KIRCHE IN NOT wird den Wiederaufbau der Häuser mit maximal 3.500 US-Dollar pro Haus unterstützen.
Da in Homs mehr als 12.500 Häuser zerstört und 37.500 schwer beschädigt worden sind, leben viele Christen als Vertriebene seit bis zu sieben Jahren im nahegelegenen «Tal der Christen».

Zum Höhepunkt des Konfliktes im Jahr 2014 lebten in der Altstadt von Homs nur noch weniger als 100 Christen, und gezielte Angriffe durch islamistische Extremisten zwangen ungefähr 250000, den Ort zu verlassen.

Im letzten Jahr entwickelte KIRCHE IN NOT den Plan, 100 Häuser wiederaufzubauen, die melkitischen und syrisch-orthodoxen Familien gehören. Von diesen sind 85 bereits wieder bewohnt, und die Rückkehr der restlichen Familien wird zu Beginn des Studienjahres im Herbst erwartet.

Der «Wiederaufbauplan Homs 2018» war Teil eines Vorhabens, das bereits zum Neuaufbau von beinahe 500 Häusern in ganz Syrien geführt hat, viele davon in Aleppo.

Seit Beginn der Krise in Syrien im Jahre 2011 hat KIRCHE IN NOT 750 Projekte abgeschlossen, an denen 150 Partner beteiligt waren.

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 hat KIRCHE IN NOT in Syrien fast 750 Projekte für rund 29,5 Millionen Euro finanziert. 

Um den Menschen in Syrien weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.spenden.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Christen in Syrien