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Die Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in der Diözese Vellore hatten uns vor einiger Zeit um Hilfe gebeten, denn das Gebiet, das sie betreuen, ist sehr weitläufig, unterentwickelt und abgelegen, und die Ordensfrauen hatten kein Fahrzeug, um die vielen Dörfer zu besuchen.

Sie berichteten uns: „Da sich unsere Gemeinschaft hier noch im Anfangsstadium befindet, sind wir finanziell sehr schwach. Wir haben keine Einkommensquelle. Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung beim Kauf eines Fahrzeugs.“

„Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt.“

Ihre Kongregation wurde 1952 in Südindien gegründet. Heute gehören ihr 300 Schwestern an, die sich vor allem um Arme und Benachteiligte kümmern. Sie betreuen kranke und alte Menschen und geistig behinderte Kinder, unterrichten Schulabbrecher, richten in den abgelegenen Dörfern Schulen und Kindergärten ein, organisieren Gebetstreffen und Katechesen und bereiten Kinder auf die Erstkommunion vor. Mädchen, die nicht zur Schule gegangen sind, vermitteln sie zudem Kenntnisse im Weben und Nähen, damit sie zum Unterhalt der Familie beitragen können.  Aber ohne ein Auto konnten sie nur schwer in die Dörfer gelangen, in denen sie gebraucht werden. Daher haben unsere Wohltäter mit 11.000 Euro dazu beigetragen, dass sie Ordensfrauen ein Auto anschaffen konnten.

Schwester Arokia Selvi schreibt uns jetzt voller Freude: „Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt. Das Fahrzeug ist nützlich für die verschiedenen Aktivitäten in den Dörfern und kann in der Gemeinde große Veränderungen bewirken. Wir sind zuversichtlich, dass unser Dienst den katholischen Glauben stärken wird und die Bildung, die Gesundheit und die Lebensumstände aller Menschen, insbesondere der armen Kinder, verbessern und die Schulabbrecherquote in naher Zukunft senken wird. Wir nutzen diese Gelegenheit, um allen Wohltätern und Unterstützern für ihre Großzügigkeit und Ermutigung zu danken. Wir sind zutiefst dankbar für das Geschenk eines Fahrzeugs für unsere katholische Mission.“

Dank Eurer Hilfe konnten kürzlich in Ramnagar, der ältesten Missionsstation der Diözese Bettiah, eine neue Kapelle und ein Pfarrhaus eingeweiht werden. 28.400 Euro haben unsere Wohltäter dafür gespendet. Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet. Anschließend schnitt der Bischof das Band durch, um auch das Pfarrhaus zu eröffnen, und segnete das neue Gebäude mit Weihwasser.
Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet.
Die alte Kapelle und die Priesterwohnung waren schon über 100 Jahre alt gewesen und waren aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet worden. Ratten und Termiten hatten die Bausubstanz stark beschädigt. Wasser drang ein, und das Dach drohte einzustürzen. Es wurde gefährlich, sich zu den Gottesdiensten zu versammeln, und die vielen Gläubigen passten nicht in die Kapelle.  In der Pfarrwohnung gab es zudem nicht einmal Sanitäranlagen. Außerdem gab es auch dort viel zu wenig Platz. Das Pfarrbüro befand sich auf der Veranda! Dank Eurer Hilfe gibt es nun außer den Wohnräumen für die Priester auch ein Gästezimmer, ein Büro, sanitäre Anlagen, Strom und eine Küche mit Lagerraum. So kann endlich daran gedacht werden, dass sogar noch ein weiterer Priester in die Pfarre kommt, um die Gläubigen zu betreuen, denn die Gemeinde soll sich weiterentwickeln.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas und Pfarrer Pascal Anand. Wir geben diesen Dank gern an Euch weiter und schließen uns an.

Die Diözese Kohima liegt im Bundesstaat Nagaland im armen und unterentwickelten Nordosten Indiens. Dort leben verschiedene Volksgruppen, die jeweils eine eigene Sprache sprechen. Die meisten leben von der Landwirtschaft, viele sind arbeitslos, und in den abgelegenen Dörfern kann die Mehrheit nicht lesen und schreiben. Aber der soziale Zusammenhalt ist in den Dörfern noch stark ausgeprägt.

Der katholische Glaube kam erst 1948 mit einigen Ordensfrauen auf das Gebiet der heutigen Diözese Kohima. Anfangs stießen sie auf großen Widerstand, und Menschen, die den katholischen Glauben annahmen, wurden sogar hart bestraft. Heute gehören 61.000 Gläubige, über 200 Diözesan- und Ordenspriester sowie 425 Ordensfrauen der Diözese an, die inzwischen 54 Pfarren hat. Und es gibt viele lokale Berufungen: 250 Schwestern und 58 Priester entstammen einheimischen Volksgruppen.

Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen.

Bischof James Thoppil liegt vor allem die religiöse Bildung der Laien am Herzen, und er sah großen Bedarf an der Ausbildung von Katecheten, Kursen für Ehevorbereitung und Ehepaare, einer verstärkten Arbeit mit Frauen, Kindern und Jugendlichen und vielem mehr. Dazu fehlte aber ein Ausbildungszentrum. Da der Bau eines neuen Zentrums unerschwinglich war, beschloss der Bischof, das ehemalige Kleine Seminar, das inzwischen an einen anderen Ort umgezogen war, in ein diözesanes Pastoralzentrum umzufunktionieren. Aber das alte Gebäude war stark renovierungsbedürftig, und die Holzelemente waren im Laufe der Zeit von Termiten angefressen worden. Es gab viel zu tun.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 20.900 Euro gespendet hatten, konnte die Renovierung in Angriff genommen werden. Einfach war das nicht, denn die Pandemie machte den Plänen zunächst einen Strich durch die Rechnung. Die Arbeiter, die aus verschiedenen Landesteilen stammten, mussten zu Beginn der Pandemie nach Hause zurückkehren. Es folgten mehrere weitere Lockdowns und viele Einschränkungen durch die Regierung. Es war auch nicht einfach, die Arbeiter später wieder zurückzubekommen. Dazu kamen die Preissteigerungen und die Inflation infolge der Pandemie. Aber langsam, aber sicher wurden die Arbeiten mit der Hilfe von Leuten aus dem Dorf angepackt.

Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!
Ende März 2022 war es endlich soweit: Zur großen Freude des Bischofs und der Gläubigen konnte das Zentrum Ende März 2022 eingeweiht werden. Es war ein großes Fest, und sogar der Apostolische Nuntius war zugegen. Bischof Thoppil empfindet „riesige Dankbarkeit“ gegenüber allen, die geholfen haben. Vergelt’s Gott!

Einhundertzehn Priester sind in der Diözese Jagdalpur tätig. Ihr Dienst ist hart und entbehrungsreich, denn sie arbeiten vor allem in den abgelegenen und unterentwickelten Gebieten und müssen weite und beschwerliche Wege zurücklegen. Die Diözese erstreckt sich über rund 39.000 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig fast so groß wie die Niederlande oder die Schweiz. Von den 2,9 Millionen Einwohnern sind nur etwas über 11.000 katholisch. Die meisten von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an.

Die Diözese wurde 1972 gegründet. Die ersten Priester kamen aus anderen Gegenden Indiens und gehörten dem einheimischen Orden der „Karmeliten von der Unbefleckten Jungfrau Maria“ an. Seit 1990 gibt es auch einheimische Berufungen. Zurzeit sind 15 junge Männer im Priesterseminar, und 18 weitere im Kleinseminar. Das Beispiel der Priester, das sie von Kindheit an sehen durften, hat sie inspiriert. „Die Leute wundern sich, warum die Priester ihre Familie und ihre Herkunftsregion verlassen. Sie sehen, dass die Priester keine beruflichen Chancen suchen, sondern bei ihnen sind und ihnen dienen“, bringt es Pater Tijo Manjamakkil  auf den Punkt. Die Priester verkünden den Armen und an den Rand Gedrängten die Frohe Botschaft, teilen ihr schweres Leben und versuchen, ihnen schrittweise dabei zu helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Sie werden „allen alles“ (1 Kor 9,22), wie es der Apostel Paulus schreibt.

Inzwischen konnte der Grundstein für dieses Haus gelegt und mit dem Bau begonnen werden.

Manche der Priester, die viele Jahre lang das Leben der Kirche in der Region auf ihren Schultern trugen, sind nun alt oder durch die harten Lebensumstände krank. Sie können nicht mehr allein in den abgelegenen Dörfern bleiben, sondern müssen medizinisch behandelt werden und brauchen Pflege. Daher möchte die Diözese das Haus „Schalom“, ein Heim für alte und kranke Priester, einrichten, wo sie nach ihrem jahrzehntelangen aufopferungsvollen Dienst nun selbst Fürsorge und Hilfe erfahren sollen.

Unsere Wohltäter haben 30.000 Euro gespendet, und inzwischen konnte der Grundstein für dieses Haus gelegt und mit dem Bau begonnen werden. Allen, die geholfen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!

Aus Indien werden derzeit wieder rasant steigende Zahlen von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Laut einer aktuellen Statistik sterben vor allem in den Metropolen Delhi und Mumbai aktuell viele Einwohner an Covid-19.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen in fünf Bundesstaaten sind viele Menschen in Sorge, dass sich beispielsweise bei großen Wahlkampfveranstaltungen das Virus weiterverbreiten könnte. Einer der Bundesstaaten, in dem gewählt wird, ist Uttar Pradesh im Norden. Er ist der bevölkerungsreichste des Landes; hier leben 200 Millionen Menschen.

Die neuartige Omikron-Variante von SARS-CoV-2 breitet sich zwar derzeit im Land aus. Doch ein großer Teil der Bevölkerung ist doppelt geimpft, sodass es voraussichtlich nicht zu großen Wellen von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen kommen wird wie im vergangenen Jahr, als die Impfquote noch niedrig war und ein Notstand in Krankenhäusern herrschte.

Im Juli 2021 hatte KIRCHE IN NOT auf Hilferufe von mehreren Bischöfen aus Indien reagiert und ein großes Hilfspaket verabschiedet. Weil Kirchen geschlossen waren, konnten Gottesdienste gar nicht oder nur online stattfinden. Kollekten, die für Priester und Schwestern sowie deren Arbeit in den Pfarren überlebenswichtig sind, fielen weg. KIRCHE IN NOT hatte daraufhin rund 200 Projekte in mehr als 140 Diözesen gefördert.

Gemeindemitglieder betrauern einen Priester, der an Covid-19 gestorben ist.

Helfen Sie mit Ihrer Spende.

Unterstützen Sie notleidende Christen in Indien!

Nothilfe für mehr als 140 indische Diözesen

Das Programm umfasste medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen für an Covid-19 erkrankte Priester und Schwestern sowie Soforthilfen für die bedürftigsten Familien durch die ärmsten Pfarren in den Diözesen. Teil des Programms waren auch die Anschaffung von Luftfiltern und Sauerstoffgeräten für die Notfallversorgung. Nach Quellen des Vatikans sind mindestens 400 Priester und Ordensschwestern in Indien an Covid-19 gestorben.

„Es ist ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist, um uns in dieser schrecklichen und dramatischen Situation mit dieser Nothilfe zu unterstützen“, schrieb Bischof Bhagyaiah Chinnabathini von Guntur, einem der am stärksten von der Pandemie betroffenen Gebiete im Bundesstaat Andhra Pradesh im Südosten Indiens.

Indische Schwestern danken den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für Ihre Unterstützung von Kursen, um sich über Covid-19 weiterzubilden.

Die Armut ist noch größer geworden

Eine besonders arme und häufig vernachlässigte Region Indiens ist der Nordosten des Landes. Dort fördern wir derzeit in der Erzbdiözese Shillong eine Gemeinde in einer abgelegenen Gegend. Im Dorf Sohphoh leben 115 katholische Familien vom Stamm der Khasi, um die sich Franziskanermissionsbrüder kümmern. Die meisten Familien im Dorf haben sechs bis acht Kindern, aber die meisten können nicht zur Schule gehen.

Während der Covid-19-Pandemie sind viele Einwohner gestorben, sodass die Armut noch größer geworden ist. Die Lebensumstände in dieser Region sind herausfordernd: Die extreme Sommerhitze und die bitterkalten Winter machen das Leben schwer, Krankheiten wie Malaria sind weitverbreitet.

Die Ordensmänner haben noch keine geeignete Unterkunft. Um ihren Dienst jedoch angemessen verrichten zu können, benötigen sie geeigneten Wohnraum. Die Gemeindemitglieder bitten die Wohltäter von KIRCHE IN NOT um Hilfe, da sie die Ordensmänner kaum unterstützen kann. Bitte helfen Sie mit Ihre Spende.

Einer der Franziskanermissionsbrüder aus Sohphoh (Indien) besucht eine Familie.
Um die Arbeit der Kirche in Indien und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten in den Gemeinden zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden  – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Indien

Kaplan Maria Raju Etcherla wurde vor drei Jahren zum Priester geweiht. In der Pfarre der heiligen Therese vom Kinde Jesus in Rajam ist er für die Betreuung der elf Außenstationen zuständig, die teilweise weit entfernt vom Sitz der Pfarre gelegen sind. Jeden Tag fährt er in eines der Dörfer.

Die Menschen dort sind arm, aber ihr Glaube ist stark. Sie sehnen sich danach, von einem Priester im Gebet und im geistlichen Leben angeleitet zu werden. Und der junge Priester hat viele Pläne: Vor allem die Jugendseelsorge liegt ihm am Herzen, denn oft sind die Jugendlichen alleingelassen mit ihren Problemen. „Manche haben nur Kinostars als Vorbilder“, sagt der Kaplan. Jugendgruppen, Gebetstreffen, Frauengruppen – das und noch vieles mehr möchte der junge Priester ins Leben rufen.

Kaplan Maria Raju Etcherla dankt allen Wohltätern, die das Moped für seine Arbeit ermöglicht haben.

Nun war seine Arbeit bislang ohne ein Fahrzeug aber schwierig. Manchmal konnte er sich immerhin eines leihen. Ansonsten musste er jedoch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorliebnehmen, was aber viel Zeit und Kraft kostete. Daher wagte er schließlich, mit der Unterstützung seines Bischofs an unsere Tür zu klopfen und um Hilfe für den Kauf eines Mopeds zu bitten.

Ihr habt Kaplan Maria Raju Etcherla nicht im Stich gelassen und habt ihm mit 1.000 Euro geholfen. Er schreibt uns: „Ich bin so glücklich und dankbar. Den Betrag habe ich erhalten und habe ein Moped für meinen priesterlichen Dienst gekauft. Ich freue mich sehr und danke Euch für Eure Großzügigkeit. Ich versichere alle Wohltäter meine Gebete. Bitte betet auch Ihr weiterhin für meinen Dienst als Priester!“

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat von Projektpartnern aus Indien Berichte erhalten, wonach extremistische Hindu-Gruppen an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen und christliche Einrichtungen vorgegangen sind. Wir sind zutiefst schockiert über diese Gewaltwelle, die sich leider in jüngster Zeit schon abgezeichnet hat. Indien, die größte Demokratie der Welt, wird für Christen und andere religiöse Minderheiten mehr und mehr zu einem Land der Unsicherheit und der Angst. Das setzt uns in Alarmbereitschaft.

Dr. Suresh Mathew, Herausgeber der katholischen Wochenzeitung „Indian Currents“, bestätigte dem Hilfswerk acht christenfeindliche Attacken an den Feiertagen. Diese gingen auf das Konto hindunationalistischer Kräfte, unter anderem der „Hindutva Brigade“. Sie gilt als militanter Arm der Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party), der auch der indische Premierminister Narendra Modi angehört. Nachdem die „Hindutva Brigade“ Medienberichten zufolge in jüngster Vergangenheit muslimische Einrichtungen attackiert habe, ging sie an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen vor.

Zerstörte Kirche in Indien. © Kirche in Not

Christmette gestürmt und Gläubige bedroht

Laut Mathew sei etwa im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Mob vor das Kloster „Mathridham Ashram“ in Varanasi gezogen. Die Menge skandierte „Church Murdabad“, auf Deutsch in etwa „Nieder mit der Kirche“ oder „Tod der Kirche“. In der Stadt Ambala im Bundesstaat Haryana hätten Extremisten eine Christusstatue beschädigt; in Silchar (Bundesstaat Assam) sei eine Christmette gestürmt und die Gläubigen bedroht worden. An mehreren Orten gab es Proteste gegen Weihnachtsfeiern an christlichen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen.

Irritationen hatten auch Berichte über die von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ ausgelöst. Die Ordensleitung bestätigte, dass ihr Verlängerungsantrag, um Spenden aus dem Ausland annehmen zu dürfen, nicht verlängert worden sei. Nach Angaben des indischen Innenministeriums sei die erneute sogenannte FCRA-Registrierung am 25. Dezember abgelehnt worden, weil die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt worden seien. In den vorhergehenden Monaten hatten nationalistische Gruppen den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ vorgeworfen, sie würden hinduistische Mädchen in Kinderheimen zur Konversion zwingen und religiöse Gefühle verletzen.

Gemeindemitglieder betrauern einen Priester.

„Organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich aus“

Einem im Oktober erschienenen Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge herrsche in 21 der 28 Bundesstaaten Indiens Christenverfolgung; bis September 2021 registrierte der Bericht 305 Gewalttaten gegen Christen oder christliche Einrichtungen. „Die organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich im ganzen Land aus“, erklärte A. C. Michael, einer der Mitherausgeber des Berichts vom „United Christian Forum“. Weitere Herausgeber waren die „Association for Protection of Civil Rights“ und die Gruppe „United Against Hate“. Der Bericht kritisiert, dass Polizei und Behörden zu zögerlich gegen die Täter vorgingen. Auch immer mehr christliche Frauen gerieten ins Visier der Fanatiker. „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation“, sagte Michael gegenüber „Kirche in Not“.

Christen machen rund 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. Die Kirchen engagieren sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderen wohltätigen Zwecken.

Unterstützen Sie die bedrängte christliche Minderheit in Indien und den Einsatz der Kirche für marginalisierte Bevölkerungsgruppen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Indien

KIRCHE IN NOT hat Hilfen für die von der Covid-19-Pandemie und deren Folgen betroffenen Menschen und Pfarren in Indien bewilligt. Es werden mehr als 140 der knapp 170 Diözesen in dem asiatischen Land unterstützt.

Die Hilfe kommt vor allem besonders bedürftigen Familien und Gemeinden zugute, die sich Schutzmaterialien gegen eine Corona-Infektion nicht leisten können.

Gemeindemitglieder betrauern einen Priester, der an Covid-19 gestorben ist.

Hygienische Schutzausrüstungen sollen angeschafft werden

Aufgrund verordneter Einschränkungen und Schließungen von Einrichtungen und Schulen haben viele Menschen keine Arbeit und zahlreiche Gemeinden keine Einnahmen mehr, sodass sie auf Hilfe angewiesen sind. Mit der Unterstützung durch KIRCHE IN NOT können hygienische Schutzausrüstungen wie Masken, Desinfektionsgel und Handschuhe, aber auch technische Geräte wie Luftfilter oder Sauerstoffgeräte für die Notfallversorgung angeschafft werden.

Gemeinden, die nicht über ein Hilfsnetz aus dem Ausland verfügen, fehlt darüber hinaus auch das Geld, Lebensmittel zu besorgen. Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie werden mit dem neuen Hilfspaket von KIRCHE IN NOT rund 200 Projekte in Indien gefördert.

Lebensmittelverteilung in Indien.

Hilfe für die Seelsorger, die sich um die Ärmsten kümmern

Die Hilfe richtet sich insbesondere an Priester, Ordensschwestern und Katecheten, die sich um bedürftige Menschen in den Pfarrgemeinden kümmern und dadurch besonders einer Infektion ausgesetzt seien.

Das Programm für die Diözesen in Indien umfasst auch die medizinische Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen für bereits an Covid-19 erkrankte Priester und Schwestern sowie Soforthilfen für besonders bedürftige Familie durch die Pfarrgemeinden.

Eine Diözese, die unterstützt wird, ist die Diözese Guntur im Südosten des Subkontinents. Bischof Bhagyaiah Chinnabathini beschreibt die Lage gegenüber KIRCHE IN NOT: „Kirchen, Schulen und alle unsere Ausbildungs- und Pastoralzentren sind geschlossen.

Neben der Unterstützung für die Anschaffung von Hygieneartikeln unterstützen wir die Priester mit Messstipendien.

„Ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist”

Wir haben 171 Priester, die in der Diözese tätig sind, und 590 Katecheten, die uns im aktiven Dienst unterstützen. Alle sind von der Pandemie betroffen. Leider haben wir fünf Priester und viele unserer Katecheten aufgrund von Covid-19 verloren, andere sind erkrankt. Wie können die Arztrechnungen für sie nicht bezahlen.“

Heilige Messen seien nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit möglich und Gemeindemitglieder könnten die Priester nicht mehr unterstützen, so der Bischof weiter. Daher brauche das Bistum besonders Messstipendien für Priester, Existenzhilfen für Ordensgemeinschaften und Unterstützung bei der Deckung der medizinischen Kosten. „Es ist ein Segen, dass KIRCHE IN NOT auf uns zugekommen ist, um uns in dieser schrecklichen und dramatischen Situation mit dieser Nothilfe zu unterstützen“, dankt Bischof Chinnabathini.

Um die Arbeit der Kirche in Indien und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten in den Gemeinden zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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In einem dramatischen Appell angesichts der grassierenden Corona-Welle in Indien hat sich Schwester Christin Joseph an KIRCHE IN NOT gewandt. „Wir gehen durch eine furchtbare Krise, wie ich sie noch nie erlebt habe“, erklärte Schwester Christin in einer Videobotschaft an KIRCHE IN NOT, in der sie um das Gebet für ihre Landsleute bat.

„Das ganze System bricht erbärmlich zusammen, besonders die medizinische Versorgung. In allen Schichten Indiens ist Panik spürbar.“ Vor den Notaufnahmen der indischen Krankenhäuser stünden verzweifelte Patienten „und warten auf Betten und Sauerstoff“, teilte die Ordensfrau mit. „Indische Ärzte versuchen verzweifelt, Sauerstoff und Beatmungsgeräte zu bekommen.“

Corona-Hilferuf aus Indien

Die Menschen brauchen unsere Hilfe.

Schwester Christin aus Indien.

Indische Christen stehen oft auf der untersten sozialen Stufe

Schwester Christin ist eine langjährige Projektpartnerin von „Kirche in Not“ und leitet die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, eine indische Laienbewegung, von der es rund 85 000 Gruppen gibt. Derzeit versorgen in vielen Orten Freiwillige der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ arme Gemeindemitglieder mit Lebensmitteln und organisieren geistliche Angebote. Die geschätzt rund 68 Millionen Christen in Indien gehören vielfach zu den untersten Gesellschaftsschichten. Besonders im Norden des Subkontinents sind sie mit einer zunehmenden gesellschaftlichen Diskriminierung konfrontiert.

Jeden Tag erreichten sie Todesnachrichten von Schwestern, Priestern und Mitarbeitern der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, sagte Schwester Christin, die der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz angehört. Noch während der zweiten Corona-Welle hätten viele Menschen keine oder wenig Symptome gezeigt, „aber jetzt fallen sie um und sterben.“ Die Infektionen und Erkrankungen nähmen immer schneller zu.

Trotz des wachsenden Elends um sie herum schenkt die kleine, energische 72-jährige Ordensfrau allen, denen sie dient, ein warmes und ermutigendes Lächeln.

„Meine Kraft kommt von Gott allein“, versichert Schwester Marie Justine. „Unsere Mission ist es, an der Seite der Menschen zu sein, sie aufzurichten und ihnen eine Portion positiver Einstellung und Hoffnung zu geben. Ihnen zu sagen, dass Gott mit uns ist, dass bessere Tage kommen.“

Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“.

40 000 Neuinfektionen am Tag

Medien berichteten am vergangenen Wochenende von 40 000 Neuinfektionen am Tag. Nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind mittlerweile rund eine Viertelmillion Inder an den Folgen von Covid-19 gestorben. Schwester Christin: „In den sozialen Medien gibt es eine Anzeige, die dazu aufruft, Kinder zu adoptieren, die ihre Eltern und ihre ganze Familie verloren haben. Es ist herzzerreißend. Eine sehr, sehr traurige Situation.“

Die katholischen Diözesen und Ordensgemeinschaften hätten Einsatzgruppen gebildet, „um an der Seite unserer Leute zu sein und unsere Institutionen und Ressourcen zu nutzen, um erkrankten Personen medizinische Hilfe zukommen zu lassen“, schilderte die Ordensfrau. An einigen Orten hätten Gemeindemitglieder Transportdienste auf die Beine gestellt, um Patienten ins Krankenhaus zu bringen. Die Kirche habe Beratungsangebote rund um die Uhr eingerichtet, um die Menschen zu begleiten. Auch die Lebensmittelprogramme gingen weiter, um besonders arme Menschen zu versorgen.

Lebensmittelverteilung in Indien.
„Wir in Indien brauchen Ihr Gebet“, wandte sich Schwester Christin an die Wohltäter von „Kirche in Not“. „Sie haben uns immer in allem Leid und allen Schwierigkeiten beigestanden. Lassen Sie uns vereint sein im Gebet. Gott segne Sie, unsere Freunde.“
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Laut dem Erzbischof des indischen Hauptstadtbistums Delhi, Anil Joseph Thomas Couto, fehlen im diözesaneigenen Krankenhaus „Heilige Familie“ Betten und Sauerstoff, um alle Covid-19-Erkrankten versorgen zu können.

„Die Situation ist wegen des ständigen Mangels an Sauerstoff und sogar an Personal sehr aufreibend. Wie im übrigen Land können wir nicht allen Patienten Betten zur Verfügung stellen“, erklärte Couto im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Die Situation sei insgesamt „sehr qualvoll“: „Wir wissen nicht, was der nächste Tag bringen wird. Nur unser Glaube gibt uns die Kraft, weiterzumachen“, sagte der Erzbischof.

Auch die Seelsorge sei massiv eingeschränkt: Aufgrund der strikten Hygiene-Maßnahmen könnten erkrankte Personen derzeit nicht das Sakrament der Krankensalbung empfangen. Die Gebete für eine verstorbene Person könnten nur aus sicherer Entfernung verrichtet werden, erklärte Couto.

Lebensmittelausgabe in Indien.

Keine Krankensalbung derzeit möglich

„So sieht die bedauernswerte Situation der Covid-19-Toten aus. Auch für die Familie ist es sehr leidvoll. Es kann auch kein Familienmitglied zur Beerdigung kommen.“

Die Seelsorger seiner Diözese versuchten den Menschen über Onlinemedien Trost zu spenden, so Erzbischof Couto. Es hätten sich Teams zusammengefunden, um Menschen bei der Trauerbewältigung zu helfen. „Die Bedeutung der pastoralen Arbeit in dieser Zeit der Krise kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Je mehr wir tun, desto mehr steigt der Bedarf.“

Seit Beginn der Corona-Krise habe das Bistum Delhi Hausbesuche, Segnungen, Unterstützungsangebote für notleidende Menschen und viele Onlineangebote wie Messübertragungen und Internet-Sprechstunden organisiert, mittlerweile sei man wieder vollständig zum digitalen Modus zurückgekehrt.

Erzbischof Couto (rechts) bei einer Bibelzeremonie.

Nur noch digitale Angebote möglich

Indien wird derzeit von einer Covid-19-Welle mit über 350 000 Erkrankten pro Tag überschwemmt. Die Zahl der Todesfälle liegt nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität aktuell bei über 220 000. Auch kirchliches Personal befindet sich unter den Toten.

Wie KIRCHE IN NOT von Projektpartnern erfahren hat, sind allein zwischen dem 20. und 23. April 14 katholische Priester in Indien an Covid-19 gestorben. Offizielle Zahlen zu den Covid-19-Opfern in den verschiedenen katholischen Diözesen gebe es noch nicht, „weil es zu schmerzlich ist, zu diesem Zeitpunkt nach Zahlen zu fragen“, sagte Erzbischof Couto.

Als Auslöser für die jetzigen ungleich häufigen Covid-19-Fälle sieht Couto die zurückliegenden Parlamentswahlen in fünf indischen Bundesstaaten, bei denen „riesige politische Kundgebungen ohne Beachtung der Vorschriften“ zugelassen worden seien.

Lebensmittel für bedürftige Familien.

Existenzhilfen für Priester und Ordensleute

Auch das hinduistische Fest Kumbh Mela mit den traditionellen Waschungen in Flüssen und Millionen von Pilgern habe zu einem Anstieg der Infektionen geführt, sagte der Erzbischof. „Wir haben es auf die leichte Schulter genommen. Deshalb, so denke ich, müssen wir jetzt den Preis dafür zahlen.“

KIRCHE IN NOT leistet aktuell Existenzhilfen für Priester und Ordensleute, damit sie während der aktuellen Krise ihren Dienst fortsetzen können. „Bitte machen Sie weiter so“, appellierte Erzbischof Couto an die Wohltäter unseres Hilfswerks. „Ihre Sorge und Ihre Liebe geben uns die Kraft, vorwärtszugehen.“

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Katholische Kirchenführer in Indien haben angesichts einer angekündigten „Antikonversionskampagne“ hindu-nationalistischer Kreise die Regierung des Landes aufgefordert, Christen und andere religiöse Minderheiten vor Übergriffen zu schützen.

Die „Nationale Freiwilligenorganisation“ (RSS) und ihre Unterorganisation, der „Welt-Hindu-Rat“ (VHP), zwei der wichtigsten Netzwerke hindu-nationalistischer Kräfte, hatten angekündigt, verstärkt gegen christliche Missionstätigkeit und Konversionen zum christlichen Glauben vorgehen zu wollen. Der RSS gilt als treibende ideologische Kraft hinter der regierenden Indischen Volkspartei BJP, die seit 2014 mit Narendra Modi den Premierminister des Landes stellt, das als größte Demokratie der Welt gilt. „Das ist weder eine neue noch eine plötzliche Kampagne. Der RSS hat sie in den fast hundert Jahren seines Bestehens immer auf der Agenda gehabt“, erklärte John Dayal, Sprecher der „All India Catholic Union“, gegenüber KIRCHE IN NOT.

Bereits 2015 demonstrierten indische Bischöfe gegen Übergriffe auf Kirchen.

Aufwiegelungen in Zentralindien

Vor allem dem VHP sei es gelungen, weite Teile der traditionellen Stammesgebiete Zentralindiens aufzuwiegeln. Der Vorwurf: Christen würden im Geheimen und durch Manipulation Stammesangehörige bekehren. Das vermeintliche Ziel: Die Auflösung der traditionellen hinduistischen Gesellschaft.

Dabei entbehrten die Vorwürfe jeder Grundlage, wie schon ein Blick auf die Statistik zeige, sagte Dayal: „1950 betrug der Anteil der Christen an der indischen Bevölkerung drei Prozent, 1971 lag er bei 2,6 Prozent und bei der Volkszählung 2011 waren es 2,3 Prozent.“

Stattdessen stecke hinter der jüngsten Kampagne eine politische Agenda, vermutet Arun Pannalal vom „Chhattisgarh Christian Forum“, das sich für bedrängte Christen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh einsetzt. Die hindu-nationalistische Partei BJP habe bei den Wahlen 2019 die Kontrolle über diesen und den benachbarten Bundesstaat Jharkhand verloren.

„Darum ist die Kampagne schon im Gange“, meint Pannalal im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Sie versuchen, die Emotionen hindu-nationalistischer Kräfte anzustacheln.“ Vorwürfe von aggressiver Missionstätigkeit und Konversionen seien ein einfaches Mittel dazu.

„Es ist eine gut geölte Maschinerie am Werk. Tage vor einer Attacke auf Christen sind erstmals Zeitungsartikel gegen Konversionen erschienen“, erzählt Pannalal. „Es folgten Fernsehdebatten, zu denen keine Christen eingeladen waren, um etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen. Auch die sozialen Medien werden eifrig genutzt, es gibt Kundgebungen gegen Konversionen. Wenn die Atmosphäre des Hasses überkocht, erfolgt der Angriff.“

Gottesdienst unter freiem Himmel in Indien. Foto: KIRCHE IN NOT

Christen wurden aus Dörfern vertrieben

Auf Dorfversammlungen werde regelmäßig gegen Christen gehetzt, so Pannalal. Daran nähmen oft 2000 bis 5000 Stammesangehörige teil. So sei es bereits vorgekommen, dass Christen aus Dörfern im Bundesstaat Chhattisgarh vertrieben wurden.

Auch sei von einem christlichen Versammlungsraum das Kreuz entfernt und an der Stelle ein hinduistischer Tempel errichtet worden. „Die Zahl der Gräueltaten gegen Christen nimmt alarmierend zu“, so Pannalal.

Ähnliches weiß auch Erzbischof Victor Henry Thakur aus Raipur, der Hauptstadt des Bundesstaats Chhattisgarh, zu berichten: „Früher gab es sporadische Angriffe, jetzt sind sie regelmäßig und koordiniert. Die Behörden müssen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen und gewährleisten, dass die Täter nicht davonkommen.“

Prozession in Indien.

„Konversion ist Schreckgespenst in den Händen von Nationalisten“

Ein Geistlicher aus dem benachbarten Bundessstaat Jharkhand, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, äußerte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Konversion zum Christentum ein „Schreckgespenst in den Händen von Hindu-Nationalisten ist.“ Dabei seien viele Stämme animistisch geprägt – eine noch ältere religiöse und kulturelle Strömung als der Hinduismus.

„Die Nationalisten versuchen, die Stammesangehörigen für ihre Zwecke einzuspannen. Sie drücken ihnen den Stempel ,Hindu’ auf und versuchen sie gegen Christen aufzubringen“, erklärte der Priester. Die Kirche habe keine Möglichkeit, mit „den Verbrechern fertigzuwerden. Der Staatsapparat, von der Polizei bis zur Justiz, muss wirksam eingreifen, um die Christen zu schützen.“

Dem Bericht „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT zufolge waren zwischen 2017 und März 2019 mindestens 1000 Übergriffe auf Christen in Indien zu verzeichnen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen. 2018 wurden über 100 Kirchen geschlossen, Berichten zufolge als Reaktion auf extremistische Anschläge oder Interventionen von Behörden.

Militante Gruppen haben ihre feindseligen Aktionen – einschließlich Gewalttaten – gegen Christen intensiviert. Sie werden häufig von Meldungen angestachelt, dass der hinduistische Bevölkerungsanteil unter 80 Prozent gefallen sei. In zahlreichen Bundesstaaten gelten strikte Antikonversionsgesetze, wonach jeder Religionswechsel bei den Behörden angegeben und genehmigt werden muss.

KIRCHE IN NOT unterstützt in Indien unter anderem Priester und Ordensleute, den Bau von Kirchen und den seelsorgerischen Einsatz für bedrängte Christen. Um weiter helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier  oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Der 23. Februar 2020 war für die Gläubigen der St.Claret-Pfarre in Bishrail/Westbengalen ein Anlass zu doppelter Freude: Es war das Silberne Jubiläum des Bestehens ihrer Pfarre und zugleich die Einweihung der neuen Pfarrkirche, die mit einem großen Fest begangen wurde. Mit 36.500 Euro hatten unsere Wohltäter dabei geholfen, dass der langgehegte Traum der Gläubigen Wirklichkeit werden konnte. Pfarrer Martin Soren schreibt uns:

„Wir danken allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT von Herzen für ihre großzügige finanzielle Unterstützung, die dieses Projekt wahrgemacht hat. Noch einmal möchten wir Ihnen allen unsere aufrichtige Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ohne Ihre unablässigen Gebete, Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung wäre dieses Unterfangen nicht möglich gewesen. Danke für alles, was Sie für uns getan haben!“

Die alte winzige Kapelle war aus Lehm mit Asbest errichtet worden. Sie war nicht nur viel zu klein, sondern drohte seit langem einzustürzen. Die neue Kirche entsteht.

Die alte winzige Kapelle war aus Lehm mit Asbest errichtet worden. Sie war nicht nur viel zu klein, sondern drohte seit langem einzustürzen. So war es in den letzten Jahren schwer für die Gemeinde, die Heilige Messe, die Katechesen, die Treffen zur Ehevorbereitung, die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sowie die großen Feiertage oder das Patronatsfest abzuhalten. Besonders in der Regenzeit und bei der sengenden Sonne des Sommers war es schwierig, die Veranstaltungen unter freiem Himmel abzuhalten.

Selbst konnten die Gläubigen aber nur wenig zum Bau eines neuen Gotteshauses beitragen, denn die Diözese Raiganj, der die Pfarre von Bishrail angehört, liegt im Grenzgebiet zu Bangladesch in einer sehr armenI Region. Die meisten Menschen, die hier leben, gehören benachteiligten ethnischen Minderheiten an und können kaum ihre Familien über die Runden bringen. Die 94.000 Katholiken machen lediglich ein Prozent der Bevölkerung aus. Die meisten Einwohner gehören animistischen Stammesreligionen an. Aberglaube und der Glaube an Hexerei sind weit verbreitet. Jedoch fühlen sich immer mehr Menschen von der befreienden Botschaft des Evangeliums und durch das Glaubenszeugnis der Christen angezogen. Es gibt sogar lokale Priesterberufungen: Die meisten Priester, die heute in der Diözese tätig sind, stammen von dort, und immer wieder fühlen sich junge Männer von Gott in Seinen Dienst berufen.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter können die Gläubigen in Bishrail nun endlich stolz auf ihr Gotteshaus sein und das kirchliche Leben würdig gestalten.

Die Kirche erfüllt auch hier, wie in vielen Teilen der Welt, eine wichtige Rolle auf dem Gebiet von Bildung, Erziehung und Entwicklung. Zwar ist ihre Aufgabe in erster Linie pastoral, aber der Glaube drückt sich auch aus in Taten praktischer Nächstenliebe gegenüber jedem Menschen, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter können die Gläubigen in Bishrail nun endlich stolz auf ihr Gotteshaus sein und das kirchliche Leben würdig gestalten.

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