
Ein von KIRCHE IN NOT unterstütztes Projekt soll 150 Priester zu „Beauftragten der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ ausbilden.
Pfarrer Peter Konteh lag im Bett und schlief, als ihn die ersten Explosionen weckten. Er sprang auf und rief dem anderen Priester im Haus zu, er solle aufstehen und weglaufen. „Die Rebellen kommen von Osten“, schrie er, „wir müssen fliehen!“
„Ich schrie voller Angst, aber der andere Priester meinte, ich solle mich beruhigen, ich sei nicht mehr in Sierra Leone, sondern in den USA. Das, was ich hörte, sei das Feuerwerk anlässlich der Feierlichkeiten zum 4. Juli. Da wurde mir klar, dass auch ich traumatisiert war“, erinnerte sich Pfarrer Konteh bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT International (ACN).
Pfarrer Konteh, derzeit unter anderem Präsident der Bruderschaft der Katholischen Priester von Sierra Leone, war zu jener Zeit in New York und setzte sich bei den Vereinten Nationen für eine Intervention im Bürgerkrieg ein, der in seinem Land herrschte. Im Gegensatz zu vielen anderen Kriegen in Afrika ging es in diesem nicht um Religion, Ideologie oder Volkszugehörigkeit, sondern es war ein „sehr sinnloser Krieg, getrieben von Gier“. Bewaffnete Rebellen versuchten, wertvolle natürliche Ressourcen, darunter Diamantenminen, zu erobern.

Der Krieg (1991-2002) begann in einer Zeit großen Aufruhrs. Wenige Monate nach Beginn des Konflikts war die Bevölkerung zu einem Referendum aufgefordert worden. Eine große Mehrheit stimmte dafür, die Verfassung zu ändern und eine Mehrparteiendemokratie zu verankern. „Die Bevölkerung zog es vor, Wahlen vor dem Frieden abzuhalten, sodass nach den Wahlen eine neue Regierung mit den Rebellen verhandeln konnte.“
Leider entwickelten sich die Dinge nicht plangemäß. Um die zivile Bevölkerung am Wählen zu hindern, gingen die Rebellen dazu über, Menschen die Hände abzuhacken, und noch bevor Wahlen abgehalten werden konnten, ergriff die Armee die Macht durch einen Staatsstreich. Während des elf Jahre andauernden Konflikts wurden Zehntausende getötet, unzählige andere vergewaltigt, verstümmelt oder – sogar als Kinder – gezwungen, ihren Landsleuten derartige Gräueltaten anzutun.
„Da war ein Bettler, der immer vor der Tür der Kathedrale saß und um Geld bat. Er hatte keine Hände, denn er war während des Krieges verstümmelt worden. Eines Tages wollte ihm ein gut gekleideter Mann etwas Geld geben, aber er wollte es nicht annehmen und verursachte einen Tumult. Ich kam nach draußen und sah nach, was los war, und der Bettler sagte mir, dass der Mann derjenige gewesen sei, der ihm die Hände abgehackt hatte“, erinnerte sich Pfarrer Konteh.
Der Priester nahm die beiden mit in sein Büro und der arme Mann machte seinem Zorn Luft: „Ich habe früher nie gebettelt, sondern mit meinen Händen gearbeitet. Aber jetzt kann ich nicht mal mehr allein auf die Toilette gehen. Verstehst du, in was für eine erniedrigende Situation du mich gebracht hast?“, fragte er seinen damaligen Angreifer, der inzwischen ebenfalls weinte.

„Nach acht Sitzungen mit mir sagte der Bettler schließlich, dass er dem Mann, der ihm die Hände abgehackt hatte, verziehen habe. Doch das genügte dem ehemaligen Rebellen nicht. Er wollte wissen, was er tun könne, um seine Verbrechen wiedergutzumachen. Er sagte: ‚Ich erinnere mich, dass er mich wirklich angefleht hat, ihm nicht die Hände abzuhacken. Aber wir standen alle unter Drogen und ich habe es doch getan.‘“
„Sie sehen: Sogar die Angreifer sind traumatisiert“, erklärte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT. „Damals haben sie vielleicht brutal gehandelt, aber so etwas ist zermürbend und man braucht selbst Heilung.“
Im Krieg und in späteren Krisen, wie der Ebola-Epidemie von 2014, wurde die Kirche „die Stimme derer ohne Stimme“ und eine furchtlose Fürsprecherin für Opfer aus allen sozialen und religiösen Gruppen, erklärte der Priester. „Die Kirche wurde zu einem Knotenpunkt für soziale Hilfsleistungen, sogar Muslime kamen damals zur Kirche. Wir hatten viele Konversionen, weil die Menschen der Kirche vertrauten. Wir gaben ihnen nicht nur Brot zu essen, sondern konnten auch für sie eintreten.“
In Sierra Leone waren die Beziehungen zwischen den Religionen bereits vorher vorbildlich. 40 Prozent der Priester sind ehemalige Muslime, viele von ihnen konvertierten, als sie in eine christliche Schule gingen. „Wir haben eine Kommission für Gerechtigkeit und Frieden und oft werden wir gerufen, um Streitigkeiten zwischen Muslimen in ihren Moscheen zu schlichten. Einige unserer afrikanischen Nachbarn finden das seltsam, weil ihrer Meinung nach Christen eine Moschee nicht betreten sollten, aber in Sierra Leone ist das normal“, bekräftigte Pfarrer Konteh.
Jetzt hat die Kirche den Entschluss gefasst, das Thema der Traumabewältigung anzugehen. Mithilfe von KIRCHE IN NOT nehmen 150 Priester an einem Schulungsprogramm teil, mit dem Ziel, „Beauftragte der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ zu werden.
Die Bruderschaft Katholischer Priester arbeitet mit Experten der Universität Boston in den USA zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Schulungsunterlagen, die dann in Lehrveranstaltungen mit Priestern, Ordensleuten und Laien eingesetzt werden sollen. Auf diese Weise, so Pfarrer Konteh, hofft die Kirche, weiterhin ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.

Im Februar 2024 hatten wir unsere Wohltäter um Hilfe für die Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador gebeten. Hier gibt es besonders viel Gewalt. In der Hafenstadt Guayaquil, die knapp drei Millionen Einwohner hat, ist die Gewaltrate besonders hoch. Vor allem junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren werden von kriminellen Gruppierungen rekrutiert.
Die Erzdiözese hat daher ein Seelsorgeprogramm ins Leben gerufen, um Straftätern eine Perspektive zu geben und ihnen zu helfen, auf den rechten Weg zurückzukehren. Priester und Laienmissionare engagieren sich für die Gefangenen und ihre Familien. Unsere Wohltäter haben 9.900 Euro gespendet, um dieses wertvolle Apostolat zu verstärken und die Ausbildung weiterer Seelsorger zu ermöglichen.
Maria Cristina Santa Cruz, die für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil zuständig ist, hat uns geschrieben: „Wir haben wunderbare Fälle von Bekehrungen unter den Häftlingen und auch unter den Beamten der Haftanstalten gesehen.“

Und sie dankt allen, die geholfen haben: „Wir haben für Sie und für die Gefängnispastoral gefastet und gebetet. Wir sind Gott und Ihnen dankbar, dass wir Werkzeuge im Dienst an unseren Brüdern und Schwestern sein können, die von der Gesellschaft vernachlässigt und vergessen werden. Die Ausbildung von mehr Missionaren, sowohl Priestern als auch Laien, bedeutet, dass es mehr Personen gibt, die an dieser Pastoral, die Menschen verwandelt, mitwirken können.“
Ihre Hilfe hat den Ausbau der Gefängnisseelsorge in zehn Haftanstalten ermöglicht. Insgesamt profitieren mehr als 10 000 Menschen davon. Die Strahlkraft reicht weit über die Mauern der Gefängnisse hinaus. So wurde beispielsweise ein Chor gegründet, der aus weiblichen Häftlingen und den Kindern von Strafgefangenen besteht. Dieser wurde sogar zu einer städtischen Kulturveranstaltung eingeladen.

Zudem nahmen Vertreter des Gefängnisseelsorgeprogrammes im September 2024 auch bei dem Eucharistischen Kongress in der Hauptstadt Quito teil und konnten dort Zeugnis ablegen. Auch bei viele weiteren Treffen und Veranstaltungen waren sie dabei, sodass die Gefängnisseelsorge von Guayaquil zu einem Beispiel für andere werden kann.

Für die Gestaltung stellt KIRCHE IN NOT ein kostenloses Faltblatt, Bewerbungsplakate und Fingerrosenkränze zur Verfügung, die auch in größerer Stückzahl bestellt werden können. Das Faltblatt enthält eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zu den freudenreichen Rosenkranzgeheimnissen sowie eine Kinderweihe an die Gottesmutter. Die Materialien sind bei KIRCHE IN NOT kostenlos erhältlich unter: https://www.kircheinnot.at/shop.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, manche nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Wieder andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.
Teilnehmende Gruppen und Einzelpersonen können sich auf der internationalen Kampagnenseite registrieren; dort gibt es auch Materialien zum Herunterladen.

Österreichweit können sich Menschen am 7. Oktober dem Rosenkranzgebet entweder um 8.00 Uhr oder 14.00 Uhr anschließen, die von Radio Maria live übertragen werden. Um 8 Uhr beten die rund 150 Schüler des Stella Bildungscampus in Seebenstein den Rosenkranz und um 14 Uhr wird ein internationaler Kinderrosenkranz live ausgestrahlt. Die 3. und 4. Klassen der PVS St. Franziskus nehmen ebenfalls an der weltweiten Gebetsinitiative teil.
Die Kinder-Rosenkranzaktion ist 2005 in Venezuela entstanden; „Kirche in Not“ hat die weltweite Begleitung und Organisation der Aktion übernommen. Leitgedanke der Aktion ist ein Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern.“ Vergangenes Jahr wurden auf der Webseite über 1,2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.
Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.
Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.
In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.
Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
KIRCHE IN NOT ermöglicht in diesem Jahr Ferienfreizeiten für rund 100 000 Kinder weltweit. Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche aus armen oder von Kriegen betroffenen Regionen. Allein in Libanon nehmen 43 000 Kinder an Feriencamps und anderen Aktivitäten teil, in Syrien sind es knapp 26 000.
Auch im Heiligen Land finden trotz des anhaltenden Krieges wieder Sommercamps statt. 350 arabischsprachigen und 100 hebräischsprachigen jungen Christen werden einige Tage der Entspannung und Freude ermöglicht. Auch in der Ukraine können in wieder mehr als 6000 Jugendliche an verschiedenen Ferienfreizeiten teilnehmen – weit entfernt von den täglichen Tragödien des Krieges.

Im Mittelpunkt der Ferienlager stehen nicht nur Spaß, Spiel und Erholung, sondern auch das gemeinsame Gebet und Glaubensthemen. „Viele Kinder und Jugendliche wachsen in einem Umfeld auf, das von Gewalt und Hass geprägt ist“, sagte der Leiter der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Marco Mencaglia. „Die Möglichkeit, einige Tage der Ruhe zu verbringen und gemeinsam in Freude den Glauben zu leben, ist für viele die einzige Chance, Hoffnung zu schöpfen und seelische Wunden zu heilen.“
Seit vielen Jahren hilft KIRCHE IN NOT lokalen Diözesen und christlichen Organisationen bei der Planung und Durchführung von Jugendcamps. Neben den bereits genannten Ländern finden auch Sommerprogramme für Kinder und Jugendliche in Ägypten, Armenien, Belarus, Bulgarien, Georgien, Ghana, Indien, Kasachstan, Usbekistan und Venezuela statt.
KIRCHE IN NOT (ACN) hat seinen Jahresbericht 2024 vorgelegt, der einmal mehr die Großzügigkeit der Wohltäter auf der ganzen Welt widerspiegelt, wenn es darum geht, den leidenden Christen und der Kirche in Not zu helfen. Die Ukraine, der Libanon und Indien waren die Länder, die im Jahr 2024 die meiste Hilfe erhielten, Afrika war der meistunterstützte Kontinent.
Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) erhielt im Jahr 2024 insgesamt 139,3 Millionen Euro an Spenden und Erbschaften – ein Zeichen des fortwährenden Vertrauens und der Großzügigkeit ihrer Wohltäter weltweit. Mit diesem Betrag und weiteren 2,2 Millionen Euro an Rücklagen aus den Vorjahren finanzierte es Aktivitäten im Wert von 141,5 Millionen Euro.
„Die materielle Not vieler Christen weltweit wird durch Krieg oder Konflikte verschlimmert und dadurch existentiell, zudem leiden viele Millionen Christen unter Verfolgung. Umso ermutigender ist es, dass unsere Wohltäter in Österreich mit Gebet und Spenden so großherzig und selbstlos an der Seite unserer Glaubensgeschwister stehen”, so Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Trotz dieser oft lebensbedrohenden Not hören wir viele ermutigende Zeugnisse, dass der Glaube dort, wo er bedroht wird, wächst und lebendigt ist.“

Die Großzügigkeit der fast 360 000 Wohltäter des Hilfswerks, unter anderem in den 23 Ländern, in denen KIRCHE IN NOT nationale Büros unterhält, ermöglichte es, 5335 Projekte in 137 Ländern umzusetzen. Dank ihnen kann KIRCHE IN NOT auch weiterhin ohne staatliche Unterstützung seiner Mission nachkommen und somit seine Unabhängigkeit bewahren.
In einer Botschaft an die Wohltäter sagt die internationale geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch: „Dank Ihrer Großzügigkeit konnte KIRCHE IN NOT Hunderttausenden unserer Glaubensgeschwister, die täglich mit Herausforderungen wie Verfolgung, Krieg oder bitterer Armut konfrontiert sind, Hoffnung schenken. Obwohl viele von Ihnen selbst durch Schwierigkeiten gehen, sind Sie dem Ruf Gottes gefolgt, anderen Hoffnung zu bringen.“
79,8 Prozent der oben genannten Mittel flossen in missionsbezogene Aufwendungen. Davon gingen 84,7 Prozent an Hilfsprojekte, sodass KIRCHE IN NOT auf 5335 der 7296 Hilfsgesuche aus aller Welt positiv antworten konnte. Die restlichen 15,3 Prozent der missionsbezogenen Aufwendungen, das heißt 17,3 Millionen Euro, flossen in Aktivitäten im Zusammenhang mit Informationsarbeit, Glaubensverkündigung und der Verteidigung von verfolgten Christen. Dazu gehören die Veröffentlichung religiöser Literatur sowie Gebetskampagnen und die Vertretung der Rechte und Interessen verfolgter und leidender Christen. Die notwendigen Aufwendungen für Verwaltung lagen bei 7,5 Prozent der Gesamtausgaben, die für Werbung bei 12,7 Prozent.

Das Land, das 2024 die meisten Hilfsgelder von KIRCHE IN NOT erhielt, war zum dritten Mal in Folge die Ukraine (8,4 Millionen Euro). An zweiter Stelle folgte der Libanon (7,4 Millionen), dann Indien (6,7 Millionen).
„Die Ukraine war wieder das einzelne Land, das am stärksten von uns unterstützt wurde. Dort liegt der Fokus inzwischen auf der Begleitung traumatisierter Menschen. Wir sichern zudem weiterhin den Lebensunterhalt der Priester und Ordensleute, unterstützen die Ausbildung der Seminaristen und helfen durch Bereitstellung von Fahrzeugen und Heizungen“, so Lynch.
Auf regionaler Ebene war Afrika die Region, die die meiste Hilfe empfing. Mit 30,2 Prozent ging fast ein Drittel der Projektausgaben dorthin. Zu den Hauptempfängerländern der in Afrika durchgeführten Projekte gehörten Nigeria und Burkina Faso.
„Die Hilfe für Afrika war wieder der größte Posten unserer Projektausgaben, denn einerseits wächst die Kirche in Afrika stark und erfreut sich einer hohen Zahl an Priester und Ordensberufungen, andererseits leidet sie nicht nur unter Armut, sondern auch unter dem sich auf immer mehr Länder ausbreitenden dschihadistischen Terror. So hat sich allein unsere Hilfe für Burkina Faso innerhalb der letzten vier Jahre verdreifacht“, erklärt Lynch.
Weitere 18,7 % der Projektausgaben von KIRCHE IN NOT – die zweithöchste Unterstützung nach Regionen – flossen 2024 nach Asien und Ozeanien, insbesondere nach Indien, das nicht nur das einzelne Land ist, das 2024 die drittmeiste Hilfe erhielt, sondern auch das Land, in dem das Hilfswerk die meisten Studienstipendien und Messstipendien vergibt.
Der Nahe Osten erhielt mit 17,5 % der Hilfsgelder die dritthöchste Unterstützung, wobei der Libanon, Syrien und das Heilige Land nach der Eskalation der bewaffneten Konflikte die Hauptnutznießer waren.
Lateinamerika und Europa erhielten 16,8 % bzw. 15,9 % der gesamten Hilfe. Die restlichen 0,9 % gingen an andere Regionen.

KIRCHE IN NOT stellte im Jahr 2024 fast 1,85 Millionen Messstipendien für 42 252 Priester bereit, die höchste Zahl in der Geschichte von KIRCHE IN NOT. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT erhielt und dass alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäter gefeiert wurde.
Im Jahr 2024 unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von fast 10 000 Seminaristen. Jeder elfte angehende Priester der Welt erhielt 2024 eine Ausbildungshilfe des Hilfswerks, die Mehrheit davon in Afrika (5305), wo es die meisten Priesterberufungen gibt, sowie 1824 in Lateinamerika, 1752 in Asien und 1080 in Europa (davon mehr als 700 Seminaristen in der Ukraine).
Die Ausbildungshilfen für Priester, Ordensleute und Laien machten 28,2 Prozent der gesamten Hilfe aus, Mess-Stipendien für Priester und Existenzhilfen für Schwestern insgesamt 23,9 Prozent.
Aufgrund der hohen Kosten der Einzelprojekte lagen Bauhilfen mit etwas weniger als einem Viertel der Hilfe (23,6 Prozent) wieder einmal an erster Stelle. Im Jahr 2024 wurden etwas mehr als 750 Bauprojekte
durchgeführt.
10,5 Prozent der Hilfe von KIRCHE IN NOT floss in die Beschaffung von 1141 Transportmitteln, darunter 474 Autos, 388 Fahrräder, 264 Motorräder, drei Busse, elf Boote und ein Lkw.
Die Nothilfe machte rund 10,7 % der Ausgaben aus, ein ähnlicher Prozentsatz wie im Vorjahr.

Anlässlich des Jubiläums der Familien, Kinder, Großeltern und Älteren in Rom (30. Mai – 1. Juni) gibt das KIRCHE IN NOT (ACN) eine Sonderausgabe seiner gefragten Kinderbibel heraus – ein Klassiker der Kinderkatechese, der seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1979 Millionen von Familien auf der ganzen Welt begleitet hat.
Während einer der Hauptveranstaltungen des Jubiläums wird KIRCHE IN NOT 10.000 Exemplare der Kinderbibel in fünf Sprachen (Italienisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch) an die Teilnehmer des „Festes der Familie“ und der Gebetsvigil auf der Piazza San Giovanni in Laterano verteilen. Die Sonderausgabe enthält ein bisher unveröffentlichtes Vorwort von Erzbischof Rino Fisichella und soll Kinder, Eltern und Großeltern bei der Weitergabe des Glaubens in der Familie miteinander verbinden.
Die Kinderbibel wurde bisher in mehr als 190 Sprachen übersetzt und weltweit über 51 Millionen Mal gedruckt.

„Liebe Familien, liebe Kinder, liebe Großeltern und älteren Menschen: Sie halten eine besondere Kinderbibel in Ihren Händen. Sie ist ein kostbarer Schatz, denn sie enthält die schönste Geschichte der Welt – die Geschichte der Liebe Gottes zu jedem einzelnen von uns“, schreibt Erzbischof Fisichella.
„Es ist nicht irgendein Buch, sondern das Wort Gottes, das Kraft, Freude, Trost und Hoffnung schenkt. Es ist eine Gelegenheit, im Jubiläumsjahr unsere Beziehung zum Wort Gottes zu erneuern. Lassen wir es nicht im Regal verstauben: Wenn Gott spricht, erwartet er, dass wir innehalten und zuhören.“
Diese Worte betonen die Bedeutung der Bibel als Werkzeug zur Glaubensweitergabe in der Familie und als Brücke zwischen den Generationen. Dank ihrer einfachen Sprache und farbenfrohen Illustrationen ist sie auch für jüngere Kinder leicht verständlich und ansprechend gestaltet.

Nach 45 Jahren hat KIRCHE IN NOT beschlossen, das Layout der Kinderbibel zu modernisieren. Die von den Lesern beliebten Originalillustrationen bleiben erhalten, werden jedoch nun ganzseitig und in einem zeitgemäßeren, visuell ansprechenden Format präsentiert.
„Der Inhalt bleibt der ursprünglichen Botschaft treu. Doch das neue Design soll den Einsatz in Familien, der Katechese und im Alltag erleichtern – insbesondere in Regionen, in denen der Zugang zu religiösem Material begrenzt ist“, erklärt Pater Anton Lässer, Internationaler Kirchlicher Assistent von KIRCHE IN NOT International.
Neu hinzugekommen sind am Ende jeder biblischen Geschichte praxisnahe Elemente: „Ein kurzer Satz, der die Frohe Botschaft jeder Erzählung zusammenfasst und Kinder zu einer persönlichen Begegnung mit Christus einlädt, zwei einfache Fragen zur Anregung des Gesprächs mit den Kindern sowie ein kleines Gebet, das das spirituelle Leben von klein auf stärkt“, so Pater Lässer weiter.
Mehr Informationen zur Kinderbibel finden Sie hier: https://www.kircheinnot.at/kirche-in-not/kinderbibel/

Mehr als 1000 Menschen aus zahlreichen Ländern nahmen an der Pilgerreise zum „Jubiläum der Hoffnung“ teil und wurden auf dem Petersplatz Zeugen der Wahl von Papst Leo XIV.
Die Wallfahrt prägte eine Atmosphäre großer Freude und tiefen Glaubens, die Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Freunde und Wohltäter aus zahlreichen Ländern in Rom zusammenführte. Aus Österreich pilgerten 55 Wohltäter und Mitarbeiter nach Rom.
Die Pilgerreise fand vom 7. bis 11. Mai statt und umfasste Gebetszeiten wie Heilige Messen und Rosenkranzgebete sowie Vorträge über die verfolgte Kirche, gehalten von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt. Auch Momente der Entspannung und des Vergnügens kamen nicht zu kurz. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, die Heilige Pforten in der Petersbasilika, in der Basilika Santa Maria Maggiore, der Lateranbasilika und der Basilika St. Paul vor den Mauern zu durchschreiten – jeweils ein besonders eindrucksvoller Moment des Jubiläums.
Papst Leo XIV. war als Priester und Bischof über 30 Jahre in Peru tätig. KIRCHE IN NOT hat seine Arbeit unterstützt. Worin diese Hilfe bestand und vor welchen Herausforderungen die Christen in Peru stehen, berichtet Luis Vildoso. Er ist Projektleiter von KIRCHE IN NOT für Lateinamerika und stammt selbst aus Peru.
Herr Vildoso, wie hat KIRCHE IN NOT mit Robert Francis Prevost, dem heutigen Papst Leo XIV., zusammengearbeitet?
Es war eine enge und geschwisterliche Kooperation. Der jetzige Papst kam schon 1985 als Augustiner-Missionar nach Peru. Er war zuerst in Pfarren in der Nähe von Chulucanas tätig. Das ist ganz im Nordwesten von Peru, nahe der Grenze zu Ecuador. Später war er in der Priesterausbildung tätig, bevor er 2014 Bischof von Chiclayo wurde, ebenfalls im Nordwesten Perus an der Pazifikküste. Er hat dann auch ab 2020 ein gutes Jahr die Diözese Callao verwaltet.
Papst Leo XIV. hat in all diesen Jahren großen pastoralen Eifer und Sensibilität für die Nöte der Menschen gezeigt. KIRCHE IN NOT konnte in allen seinen Wirkungsfeldern verschiedene Projekte fördern: ein Priesterseminar, Schwesterngemeinschaften, den Bau von Seelsorgezentren, die Instandsetzung von Kapellen in ländlichen Regionen, die Schulung von Katecheten und den Religionsunterricht.

KIRCHE IN NOT hat auch Priester in der „Papst-Diözese“ mit Mess-Stipendien unterstützt. Das sind freiwillige Gaben für die Feier einer heiligen Messe in einem bestimmten Anliegen. Da die Diözesen den Priester nur sehr wenig Lohn zahlen können, ist diese Unterstützung überlebenswichtig. Selbstverständlich setzen wir unsere Hilfen für Peru weiter fort.
Was sind die größten Herausforderungen für die Kirche in Peru?
Die erste Herausforderung ist der Priestermangel. Ein Priester in Peru betreut im Schnitt 10 000 Menschen, manchmal mehr. In Europa kommen auf einen Priester etwa 1500 Gläubige. Und man muss bedenken, dass in Lateinamerika die Bindung zur Kirche weit höher ist und es zudem weniger Anlaufstellen für Menschen in Not gibt. Deshalb liegt für uns ein Fokus darauf, angehende Priester zu unterstützen – und ebenso die Berufungspastoral.

Peru ist nach Brasilien und Argentinien das drittgrößte Land Südamerikas. Geografisch reicht es vom Meer bis zu Regionen auf über 6000 Meter Höhe. In abgelegenen Gebieten ist oft die Kirche die einzige Institution vor Ort. KIRCHE IN NOT fördert deshalb Autos, Geländefahrzeuge oder auch Boote, damit die kirchlichen Mitarbeiter in den riesigen Gebieten die Menschen erreichen können.
Die dritte Herausforderung ist die Landflucht in die Großstädte, wie überall in Lateinamerika. Die Kirche kümmert sich um diese Zuwanderer, darum unterstützen wir den Bau von Seelsorgezentren und Kapellen gerade an den Stadträndern. Die Kirche schult freiwillige Helfer für die Betreuung der Menschen, die oft in Armut leben. Auch dabei hilft KIRCHE IN NOT.
Was bedeutet es für KIRCHE IN NOT, dass ein früherer Projektpartner zum Papst gewählt wurde?
Es ist eine große Freude und ein Segen! Papst Leo XIV. kennt die Herausforderungen der Weltkirche. Er hat eine große Zuneigung zur Kirche in Lateinamerika. Das habe ich bei einer persönlichen Begegnung mit ihm selbst erfahren. KIRCHE IN NOT hat ja auch mit dem damaligen Kardinal Prevost zusammengearbeitet, als er Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika war.

Er kennt unsere Arbeit gut. Seine Gesten der Dankbarkeit für die Unterstützung haben mich sehr berührt. Sie sind ein Aufwind für unsere Mission: Brücken der Liebe zu bauen zu den Christen weltweit, die unter Not und Verfolgung leiden. Das ist keine Einbahnstraße: KIRCHE IN NOT konnte 2024 ein Büro in der peruanischen Hauptstadt Lima eröffnen, das jetzt über die Lage der verfolgten Kirche informiert und um Spenden bittet. Das zeigt: Wir sind als Weltkirche miteinander und als Geschwister im Glauben solidarisch.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Peru
Der neue Papst Leo XIV. hat in seiner Zeit als Bischof in Peru (2014-2023) und als Präsident der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika im Dikasterium für die Bischöfe ab 2023 mehrfach mit KIRCHE IN NOT (ACN) zusammengearbeitet.
Daran erinnerte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, anlässlich der Wahl von Robert Francis Kardinal Prevost zum Oberhaupt der katholischen Kirche: „Ich freue mich, dass ein Missionar mit über 20 Jahren Erfahrungen in der Verbreitung des Evangeliums unser neuer Papst ist. Wir sind stolz darauf, dass wir seine Arbeit in Peru unterstützen konnten.“
KIRCHE IN NOT finanzierte mehrere Projekte in den beiden Diözesen Chiclayo und Callao an der peruanischen Westküste, die der jetzige Papst als Apostolischer Administrator und Bischof leitete. KIRCHE IN NOT unterstützte die Ausbildung angehender Priester und leitete Messstipendien an Missionare in den Anden-Gebieten weiter.
In einem Brief an das Hilfswerk bedankte sich der damalige Bischof Prevost für die gute Zusammenarbeit „insbesondere in den ärmsten Gebieten unserer Diözesen“ und bat: „Gott segne die Arbeit von KIRCHE IN NOT.“

Erst im März dieses Jahres hatten sich Vertreter von „Kirche in Not“ mit Kardinal Prevost ausgetauscht, als die Päpstliche Kommission für Lateinamerika und weitere Vatikanbehörden ein Treffen über synodale Zusammenarbeit in der lateinamerikanischen Kirche und in der Karibik ausrichteten. „,Kirche in Not‘ ist entschlossen und freut sich darauf, in Einheit mit Papst Leo XIV. die Arbeit im Dienst notleidender christlicher Gemeinden fortzusetzen – in Lateinamerika und weltweit“, erklärte Regina Lynch.
Der Augustinerpater Robert Francis Prevost war ab den 1980er Jahren in Peru tätig, unterbrochen durch seine Tätigkeit als Generaloberer seines Ordens von 2001-2013. Nach seiner Bischofsweihe 2014 leitete er das Bistum Chiclayo im Norden Perus, von 2020 bis 2021 als Apostolischer Administrator auch die weiter südlich gelegene Diözese Callao. 2023 wurde Prevost zum Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für die Bischöfe und Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika ernannt. Im September 2023 nahm ihn Papst Franziskus in das Kardinalskollegium auf; am 8. Mai 2025 wurde Prevost zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an.

„Papst Franziskus war der Pontifex für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft sowie ein unermüdlicher Kämpfer für Religionsfreiheit und bedrängte Christen. So behalten wir ihn in Erinnerung und vertrauen darauf, für unser Werk nun einen weiteren Fürsprecher im Himmel zu haben.“ Das erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, zum Tod von Papst Franziskus, der am Ostermontag, 21.4.2025 im Alter von 88 Jahren verstorben ist.
„Ich bin Papst Franziskus mehrfach begegnet, er hat dabei immer wieder sein Wohlwollen für unseren Einsatz gezeigt“, sagte Lynch. Besonders in Erinnerung sei ihr die Reise mit Papst Franziskus in den Irak, bei der sie im März 2021 als Vertreterin der Vereinigung der Ostkirchenhilfswerke ROACO der Delegation angehörte. Er besuchte dort unter anderem die Ninive-Ebene, in der KIRCHE IN NOT zahlreiche Wohnhäuser von Christen sowie Kirchen und Klöster wiederaufgebaut hat. „Im Flugzeug hatte ich damals die Gelegenheit, mit Papst Franziskus zu sprechen“, erinnert sich Lynch. „Er hat KIRCHE IN NOT und den Wohltätern des Hilfswerks sehr für alles gedankt, was wir für die Christen im Nahen Osten und weltweit tun. Das hat er auch bei anderen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht“, betonte die Präsidentin.
So hatte Papst Franziskus im Jahr 2016 mit einer persönlichen Spende an „Kirche in Not“ die medizinische Versorgung von aus der Ninive-Ebene vertriebenen Christen unterstützt, die in der autonomen Region Kurdistan Zuflucht gefunden hatten. Ebenfalls 2016 empfing Papst Franziskus eine Delegation von KIRCHE IN NOT und ließ den Wohltätern des Hilfswerks per Video eine spontane Grußbotschaft zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zukommen. Darin sagte er unter anderem: „Ich lade Sie alle ein, mit ‚Kirche in Not‘ auf der ganzen Welt Werke der Barmherzigkeit zu tun, und zwar bleibende Werke der Barmherzigkeit.“

2017 signierte Papst Franziskus ein gespendetes Auto der Marke Lamborghini und ließ es versteigern. Ein Drittel des Erlöses ging an KIRCHE IN NOT mit der Bitte, damit Projekte für Christen im Irak zu unterstützen. „Aktionen wie diese unterstreichen den feinen Humor des Papstes, für den ihn so viele Menschen geliebt haben“, betonte Lynch.
2018 entzündete Papst Franziskus beim sonntäglichen Angelusgebet auf dem Petersplatz eine Kerze, die von Projektpartnern von KIRCHE IN NOT in Syrien gefertigt worden war und bekundete damit seine Unterstützung der Adventskampagne unseres Hilfswerks „Kerzen für den Frieden in Syrien“. „Diese Flammen der Hoffnung mögen die Dunkelheit des Krieges vertreiben“, sagte der Papst damals. „Lasst uns beten und den Christen helfen, als Zeugen der Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung im Nahen Osten zu bleiben.“

Im August und September 2019 empfing Franziskus weitere Delegationen von KIRCHE IN NOT. Dabei segnete er 6000 Rosenkränze und eine Ikone – Teil einer pastoralen Initiative des Hilfswerks zusammen mit den lokalen Kirchen in Syrien, um den Hinterbliebenen von Kriegsopfern Trost zu spenden. Nach der Segnung der Rosenkränze am 15. August hatte Papst Franziskus den damaligen Geschäftsführenden Präsidenten Thomas Heine-Geldern zum Angelusgebet am Fenster des Apostolischen Palastes eingeladen und dabei nochmals zum Gebet für Syrien aufgerufen.
Zweimal hat der Pontifex auch Frauen aus Nigeria empfangen, die von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschleppt und misshandelt worden waren. „Kirche in Not“ hatte die Traumabehandlung der Frauen unterstützt und sie nach Europa eingeladen, um Zeugnis von ihrem Schicksal zu geben.
„In unzähligen Reden hat Papst Franziskus Stellung bezogen für die verfolgten Christen und das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Jede diese Äußerungen, jedes Gebet, jede Geste der Zuwendung hat unsere Projektpartner getröstet und ihnen ihre Würde zurückgegeben. Dafür sind wir unendlich dankbar“, sagte Lynch.
Papst Franziskus habe auch unbeirrt von einer „höflichen“, versteckten Diskriminierung von Christen gesprochen, die sich in der westlichen Welt immer weiter ausbreite, betonte die KIRCHE IN NOT-Präsidentin. „Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für diese mutige Analyse. Das sollte uns aufrütteln, gemeinsame Werte zu bewahren, die Gläubigen aller Religionen heilig sind.“

Unvergessen seien auch die zahlreichen Bemühungen von Papst Franziskus im ökumenischen und interreligiösen Dialog. Ausdruck davon sei zum Beispiel die Erklärung von Abu Dhabi, in der Franziskus gemeinsam mit muslimischen Religionsführern zur Brüderlichkeit aller Menschen aufrief. „Für unsere Projektpartner im Nahen Osten und in Afrika ist dieser Dialog ein sehnlicher Wunsch und eine Notwendigkeit, um gemeinsam gegen Intoleranz und Fundamentalismus aufzutreten und die Religionsfreiheit für alle Menschen zu gewährleisten. Papst Franziskus hat auch hier Maßstäbe gesetzt“, betonte Lynch.
Das gelte auch für die Begegnung von Papst Franziskus mit Schiitenführer Ajatollah Ali al Sistani während seiner Irakreise 2021: „Dieser mutige Schritt hat der christlichen Minderheit im Irak mehr Aufmerksamkeit verschafft und war ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung – auch wenn dieses Ziel noch längst nicht erreicht ist.“
2017 hatten das Zusammentreffen und die gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill auf Kuba internationale Beachtung hervorgerufen. „Auch wenn dieser Dialog infolge des Ukrainekriegs schwere Rückschläge erlitten hat: Die Tür muss offenbleiben“, erklärte Regina Lynch. „So viele Christen sind zur Zeit des Kommunismus für den gemeinsamen Glauben gestorben. Die Aussöhnung ist nach den jüngsten Ereignissen sicher ein langer Weg, aber sie entspricht dem Auftrag Jesu.“

Nicht nur im Einsatz für Religionsfreiheit und verfolgte Christen habe es viele Berührungspunkte mit dem verstorbenen Papst gegeben, sondern auch im Einsatz für Evangelisierung und Gebet: So hatte Papst Franziskus zum Beispiel mehrfach seine Unterstützung für die internationale Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ ausgedrückt, zu der KIRCHE IN NOT jedes Jahr einlädt. So sagte er beispielsweise im Oktober 2021 auf dem Petersplatz: „Die Stiftung KIRCHE IN NOT veranstaltet die Kampagne ,Eine Million Kinder beten den Rosenkranz’ für Einheit und Frieden. Ich ermutige zu diesem schönen Ereignis, an dem Kinder auf der ganzen Welt beteiligt sind.“
Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, betont: „Wir trauern um einen Botschafter des Dialogs und der Barmherzigkeit. Gott vergelte ihm seinen treuen Dienst. Wir werden die Mission von Papst Franziskus gerade im Einsatz für die „Menschen an den Rändern“ fortsetzen und stellen uns als Päpstliche Stiftung auch dem künftigen Heiligen Vater zur Verfügung, wie wir es seit Beginn unseres Werkes getan haben.“
Mit großer Trauer und Bestürzung möchten wir unsere tiefe Besorgnis über die verheerenden Auswirkungen der jüngsten Erdbeben im Zentrum Myanmars zum Ausdruck bringen. Am 28. März haben zwei schwere Erdbeben mit Epizentren in der Nähe der Städte Mandalay und Sagaing unvorstellbares Leid verursacht.
Auch wenn die genauen Zahlen noch unklar sind, bestätigte die Regierung bisher mehr als 2.700 Tote, über 4.500 Verletzte und rund 440 Vermisste in Zentral- und Nordwest-Myanmar. Der US Geological Survey hält eine Zahl von über 10.000 Toten für sehr wahrscheinlich. Die Rettungsarbeiten werden durch eingestürzte Gebäude, unpassierbare Straßen und zusammengebrochene Kommunikationsleitungen massiv behindert.
Inmitten dieses Leids möchten wir unser Engagement für die Kirche vor Ort bekräftigen, wie wir es seit Beginn des bewaffneten Konflikts vor mehr als vier Jahren getan haben. Die Kirche in Myanmar sieht sich sowohl natürlichen als auch von Menschen verursachten Herausforderungen gegenüber, und wir stehen ihr in dieser Notlage weiterhin zur Seite.

Die Menschen in Myanmar stehen nach den zerstörerischen Erdbeben vom 28. März vor den Trümmern ihrer Existenz. Tausende Familien haben geliebte Menschen verloren, ganze Dörfer sind zerstört – doch inmitten dieses unermesslichen Leids können Sie ein Zeichen der Hoffnung setzen. Sie können der Kirche vor Ort helfen, Zuflucht zu bieten, Trauernde zu begleiten und lebensnotwendige Hilfe zu leisten. Wenn Sie spenden, schenken Sie nicht nur Lebensmittel oder einen sicheren Ort – Sie schenken Hoffnung. Hoffnung auf Wiederaufbau, auf Gemeinschaft, auf einen neuen Anfang.
Seit Jahren stehen wir der Kirche in Myanmar treu zur Seite – dank Menschen wie Ihnen, die sich nicht abwenden, wenn das Leid groß ist. Ihre Spende bedeutet für viele: Ich bin nicht allein. Bitte helfen Sie auch jetzt, damit wir der Kirche vor Ort beim Wiederaufbau von Leben und Strukturen beistehen können – schnell, wirksam und langfristig. Jeder Beitrag zählt. Jeder Euro ist ein Akt der Nächstenliebe. Lassen Sie uns gemeinsam zeigen: Wir lassen die Menschen in Myanmar nicht allein.

Regina Lynch, Präsidentin von KIRCHE IN NOT: „Unsere Aufgabe ist es, der Kirche in Krisenzeiten zur Seite zu stehen – nicht nur im Gebet, sondern auch durch konkrete Hilfe beim Wiederaufbau von Strukturen und Leben, nicht nur kurzfristig, sondern langfristig. Diese Tragödie ist ein weiteres Kapitel in der schrecklichen Leidensgeschichte dieses Volkes, und unsere anhaltende Präsenz an der Seite der Kirche in Myanmar zeigt: Wir lassen sie nicht allein.”
Wir wissen, dass viele von Ihnen die Situation in Myanmar mit großer Sorge verfolgt haben und den Schmerz über die verlorenen Leben und die betroffenen Familien teilen.
In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam die Herausforderungen gemeistert, vor denen Myanmar stand – und wir werden die Kirche vor Ort auch weiterhin auf ihrem Weg der Seelsorge und des Wiederaufbaus begleiten.