
Angesichts erneuter Kämpfe in der syrischen Millionenstadt Aleppo bitten die lokalen Christen eindringlich um Gebet und Solidarität; sie fürchten, dass der aktuelle Konflikt noch weiter eskalieren könnte. Wie Projektpartner gegenüber KIRCHE IN NOT mitteilten, sind vor allem Zivilisten – darunter auch Christen – erneut besonders von den Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und den kurdisch geführten „Syrian Democratic Forces“ (SDF) betroffen.
Die Gefechte, die bereits Ende Dezember begonnen hatten, flammten nach einer kurzen Waffenruhe am 6. Jänner erneut auf. Medien berichten von mindestens neun Toten. Die Gewalt fiel in die Zeit, in der katholische und orthodoxe Christen Weihnachten bzw. das Hochfest Erscheinung des Herrn feierten. Alle Gottesdienste und Feierlichkeiten wurden abgesagt, da viele Menschen aus Angst ihre Häuser nicht verlassen können.
„Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, nur die Krankenhäuser arbeiten noch. Christliche Familien sitzen fest, weil ihre Wohnungen an der Kampflinie liegen“, berichtet eine lokale Quelle von KIRCHE IN NOT, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte.
Die christlichen Kirchen haben zahlreiche Gebäude für Familien geöffnet, die vor den Kämpfen fliehen mussten. Zwar wurden zwei Fluchtkorridore eingerichtet, doch wächst die Sorge, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte. „Nach dem Ausmaß der Bombardierungen und des Beschusses zu urteilen, scheinen beide Seiten etwas Größeres zu planen“, so die Quelle weiter.

Der maronitische Erzbischof von Aleppo, Joseph Tobji, wandte sich in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit: „Die Situation ist erneut kritisch geworden. Viele Menschen verlassen ihre Wohnviertel. Wir zählen auf die Hilfe des Herrn – und danken Ihnen von Herzen für Ihr Gebet.“ Auch der griechisch-katholische Priester Fadi Najjar, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT, schildert die Lage: „Die Regierung beschießt kurdische Gebiete, die Kurden antworten mit Angriffen auf unsere Viertel.“ Besonders betroffen seien erneut die Zivilisten.
Ähnlich äußerte sich auch Pater Hugo Alaniz. Er gehört der Ordensgemeinschaft „Institut des Inkarnierten Wortes“ an und arbeitet mit KIRCHE IN NOT bei zahlreichen Hilfsprojekten für hilfsbedürftige Gemeindemitglieder zusammen. Wegen der anhaltenden Kämpfe habe selbst eine nachgeholte Weihnachtsfeier für Kinder abgesagt werden müssen. „Wir hörten den ganzen Tag Bombardierungen und Schüsse. Wir bitten um Gebet, dass es zu einer Einigung kommt und der Frieden im Land einkehrt.“

Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, erklärte: „Erneut erreichen uns alarmierende Nachrichten aus Aleppo. Unsere Brüder und Schwestern bitten um Gebet – und wir schließen uns diesem Appell mit großer Sorge, aber auch mit Hoffnung an.“
Die SDF sind der bewaffnete Arm einer politischen Führung, die seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 große Teile des Nordostens Syriens kontrolliert. Dieses Bündnis wird vor allem von kurdischen Gruppen getragen. Mit Unterstützung einer internationalen Koalition spielten die SDF eine entscheidende Rolle bei der militärischen Niederlage der Terrororganisation „Islamischer Staat“.
Die SDF streben an, ihre Region auch in Zukunft weitgehend selbst zu verwalten. Die neue Regierung in Damaskus lehnt diese Autonomiebestrebungen ab. Sie verfolgt das Ziel, die volle Kontrolle über das gesamte syrische Staatsgebiet wiederherzustellen.

Zwischen beiden Seiten hatten sich die Spannungen bereits seit Monaten aufgebaut. Schließlich eskalierten sie in offenen Kämpfen um die Kontrolle über Teile von Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens. Im Dezember hatten sich SDF und Regierungstruppen auf eine Waffenruhe geeinigt, die nun nach wenigen Tagen wieder gebrochen wurde. Beide Seiten geben sich wechselseitig die Schuld daran.
In Syrien leben lokalen Schätzungen zufolge etwa 250 000 Christen, in Aleppo nicht mehr als 20 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs 2011 zählte Syrien noch rund 1,5 Millionen Christen.
Der Pfarrer der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt, Pater Gabriel Romanelli, hat im Gespräch mit KIRCHE IN NOT über „katastrophale hygienische Zustände“ und fehlende logistische Möglichkeiten zum Wiederaufbau berichtet. „Es gibt keinerlei Anzeichen für einen Wiederaufbau. Die fehlende Perspektive macht die Menschen unruhig“, sagte der Seelsorger. „Die Welt sollte wissen, dass es hier im Gaza-Streifen zwei Millionen Menschen gibt, die nichts haben und alles brauchen.“
In Pater Romanellis Pfarre halten sich nach wie vor 450 Menschen auf, die bei den Kriegshandlungen ihr Zuhause verloren haben. Die Zahl ist seit Beginn der israelischen Offensive als Reaktion auf den islamistischen Terror nahezu gleichgeblieben. Unter den Schutzbedürftigen finden sich auch Menschen mit Behinderungen. Rund 60 Menschen konnten seit Beginn des Waffenstillstands am 10. Oktober in andere Unterkünfte umziehen oder in ihre Häuser zurückkehren.
Trotz einzelner Luftangriffe habe der Waffenstillstand eine „spürbare Atempause“ geschaffen, berichtete Romanelli. Die Pfarrei erreichten nun regelmäßiger Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente. Es gebe auch wieder Alltagsgüter zu kaufen, allerdings seien die Priese für die meisten Bewohner unerschwinglich.

„Seit die Kämpfe aufgehört haben, konnte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem uns wichtige Hilfsgüter schicken, mit denen wir über 12 000 Familien versorgen konnten“, betonte der Pfarrer. Die Güter würden neben den Bewohnern in den Räumen der Pfarrei an Menschen in der Nachbarschaft verteilt, darunter auch an muslimische Familien.
Die Menschen versuchten aktuell alles, um ihren Alltag wiederaufzunehmen: „Einige haben versucht, ihre Häuser oder das, was davon übrig ist, wieder aufzuräumen“, berichtete Romanelli. Doch es fehle an Baumaschinen, um Grundstücke freizuräumen. Vor allem aber seien Wasser- und Stromleitungen beschädigt.
Auch die Pfarrgemeinde versucht, den Menschen etwas Abwechslung vom Kriegsalltag zu bieten. Dreimal haben Pater Romanelli und seine Mitarbeiter Ausflüge ans Mittelmeer organisiert. Obwohl die Pfarre nur wenige hundert Meter von der Küste entfernt liegt, sei es für „Kinder, die kurz vor dem Krieg geboren wurden“, das erste Mal gewesen, dass sie das Meer sahen, erzählte der Seelsorger.

Auch hätte der Schulunterricht für rund 150 Kinder an den drei katholischen Schulen im Gaza-Streifen wieder begonnen. Es könnten leider keine weiteren Schüler aufgenommen werden, da in den Gebäuden zahlreiche Flüchtlinge leben.
In diesen Wochen bereitet sich auch die kleine Gemeinde in Gaza auf Weihnachten vor. „Wir haben begonnen, Lieder und Tänze zu proben. Vielleicht können wir sogar eine kleine Aufführung außerhalb unserer Gemeinderäume veranstalten – wenn die Bedingungen es erlauben“, hofft der Pfarrer.
Fraglich sei, ob der Lateinische Patriarch Pierbattista Kardinal Pizzaballa zu Weihnachten eine Einreiseerlaubnis in den Gaza-Streifen erhalte – sein Besuch sei jedoch fest eingeplant. Auch dürften aktuell keine Bewohner ausreisen, um die Feiertage mit ihren Familien im Westjordanland oder in anderen Ländern zu verbringen.
Pater Romanelli plant außerdem, rund um die Festtage ältere und kranke Gemeindemitglieder zu besuchen, die sich an anderen Orten aufhalten oder wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Für alle möchte der Pfarrer als Weihnachtsgeschenk Schokolade besorgen „egal zu welchem Preis. Das wird allen gut tun.“
KIRCHE IN NOT startet in Kooperation mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem ein neues Projekt für die christliche Minderheit im Heiligen Land: KIRCHE IN NOT wird die Schulgebühren für 800 christliche Kinder an katholischen Schulen in Israel und den Palästinensischen Gebieten finanzieren.
Obwohl Christen nach Juden und Muslimen die kleinste der drei großen Religionsgemeinschaften im Heiligen Land sind, ist die katholische Kirche der größte konfessionelle Schulträger. „Wir haben mehr als 20 000 Kinder und Jugendliche an den kirchlichen Schulen“, betonte der Kanzler des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Davide Meli, bei einem Besuch der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.
Auch nicht christliche Eltern schätzten das Bildungsangebot der katholischen Kirche. „Unsere Schulen bieten Möglichkeiten für Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen, sich zu respektvoll zu begegnen und Beziehungen aufzubauen, die ein Leben lang halten“, betonte Meli.
George Akroush, Projektkoordinator des Lateinischen Patriarchats, hob hervor, dass die Schulen ein zentraler Faktor seien, weshalb christliche Familien trotz der aktuellen Schwierigkeiten sich dazu entschließen würden, im Heiligen Land zu bleiben. „Können Eltern ihren Kindern keine gute Bildung mehr bieten, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auswandern“, sagte Akroush. Doch gerade viele junge Christen seien entschlossen, sich ihr Leben im Heiligen Land aufzubauen.

Doch die Auswirkungen der Covid-19-Pandeme auf den Pilger- und Tourismussektor, die politisch aufgeheizte Lage und vor allem der Gaza-Krieg infolge des islamistischen Terrors habe die Christen hart getroffen. „Im Westjordanland liegt die Arbeitslosenquote unter den Christen bei 72 Prozent, sie sind nahezu mittelos“, erklärte Akroush.
Das Lateinische Patriarchat stehe vor einem Dilemma: Viele Familien könnten die Schulgebühren für ihre Kinder nicht mehr zahlen. Die Kirche könne Lehrer, Unterrichtsmaterial und Gebäude nicht ohne Zuschüsse finanzieren. Eine Schließung der Schulen käme jedoch nicht infrage: „Eine Schule zu schließen ist das gleiche wie eine Pfarre zu schließen, das wäre das Ende des christlichen Lebens“, betonte der Projektverantwortliche.
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, habe sich deshalb zu einer „Option der Hoffnung“ entschlossen, inspiriert vom Heiligen Jahr der katholischen Kirche, das 2025 begangen wird: „Da zur Praxis des Jubiläumsjahres gehört, Schulden zu erlassen, hat der Patriarch beschlossen, den Familien alle aufgelaufenen Schulden zu erlassen – mit Ausnahme derjenigen für das aktuelle Schuljahr.“ Dieser Schuldenerlass habe zwar aus finanzieller Sicht „für einige Unruhe gesorgt, aber er war das Richtige“, zeigte sich Davide Meli überzeugt. Für viele Christen bedeute dieser Schritt eine enorme Erleichterung.

Wie die beiden Verantwortlichen des Patriarchats betonten, hätten sich in der Folge zahlreiche Einzelpersonen und Organisationen bereit erklärt, die katholischen Schulen im Heiligen Land intensiver zu unterstützen – darunter auch KIRCHE IN NOT.
Dies sei ein wichtiges Signal für die die Christen in der Heimat Jesu, betonte Kanzler Meli: „Viele unserer Familien hatten und haben große Sorgen“, doch diese Hilfsbereitschaft sei „ein Zeichen der Würde: dass die Kirche zu ihnen steht, dass sie sich um die Christen im Heiligen Land kümmert – denn Jerusalem ist die Heimat aller Gläubigen.“

Immer mehr Christen würden aufgrund der aktuellen Lage das Land verlassen, stellte Mourad fest und warnte: „Die Kirche in Syrien stirbt. Es gibt keine Freiheit, weder religiöse Freiheit noch irgendeine andere.“ Die Kirche in Syrien versuche seit Jahren, die Abwanderung zu verhindern – auch dank Hilfe aus dem Ausland. Dies stoße jedoch an Grenzen, erklärte der Erzbischof im Hinblick auf die nach wie vor unklare Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes: „Es ist nicht möglich, eine Migrationswelle einzudämmen, ohne zuvor ein klar definiertes Regierungssystem und ein solides Sicherheitssystem zu etablieren.“
Mourad forderte mit Blick auf die Anschläge und blutigen Auseinandersetzungen in den vergangenen Monaten die internationale Gemeinschaft auf, ein „klare Haltung zu den Ereignissen in Syrien“ einzunehmen. Politische Vertreter, Hilfsorganisationen, Schulen, Universitäten und Kultureinrichtungen im In- und Ausland sollten zusammenarbeiten, „um die in der Gesellschaft herrschende Angst zu überwinden und Schulungen über die Rolle der Gesetzgebung und die Durchsetzung von Gerechtigkeit und der Unabhängigkeit der Justiz durchzusetzen.“

Die Kirche gehe dabei mit gutem Beispiel voran: So würden zum Beispiel in Aleppo Christen ausgebildet um „eine politische Rolle zu übernehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, erklärte Mourad. Es sei „unerträglich“, dass sich die Christen in Syrien nach wie vor wie Fremde fühlten, obwohl sie seit Jahrhunderten Bürger des Landes seien.
Erzbischof Mourad äußerte sich bei der Vorstellung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT (ACN) Ende Oktober in Rom. Der 57-Jährige war während des syrischen Bürgerkriegs 2015 von Kämpfern des „Islamischen Staats“ entführt und fünf Monate gefangen gehalten worden. Nach Schätzungen von KIRCHE IN NOT aufgrund lokaler Angaben lebten bei Kriegsbeginn 2011 rund 2,1 Millionen Christen im Land, heute sind es noch um die 500 000. Das sind etwas mehr als zwei Prozent der syrischen Bevölkerung.

Für die Gestaltung stellt KIRCHE IN NOT ein kostenloses Faltblatt, Bewerbungsplakate und Fingerrosenkränze zur Verfügung, die auch in größerer Stückzahl bestellt werden können. Das Faltblatt enthält eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zu den freudenreichen Rosenkranzgeheimnissen sowie eine Kinderweihe an die Gottesmutter. Die Materialien sind bei KIRCHE IN NOT kostenlos erhältlich unter: https://www.kircheinnot.at/shop.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, manche nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Wieder andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.
Teilnehmende Gruppen und Einzelpersonen können sich auf der internationalen Kampagnenseite registrieren; dort gibt es auch Materialien zum Herunterladen.

Österreichweit können sich Menschen am 7. Oktober dem Rosenkranzgebet entweder um 8.00 Uhr oder 14.00 Uhr anschließen, die von Radio Maria live übertragen werden. Um 8 Uhr beten die rund 150 Schüler des Stella Bildungscampus in Seebenstein den Rosenkranz und um 14 Uhr wird ein internationaler Kinderrosenkranz live ausgestrahlt. Die 3. und 4. Klassen der PVS St. Franziskus nehmen ebenfalls an der weltweiten Gebetsinitiative teil.
Die Kinder-Rosenkranzaktion ist 2005 in Venezuela entstanden; „Kirche in Not“ hat die weltweite Begleitung und Organisation der Aktion übernommen. Leitgedanke der Aktion ist ein Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern.“ Vergangenes Jahr wurden auf der Webseite über 1,2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.
Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.
Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.
In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.
Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
„Die Raketen flogen einen Tag nach Beginn unseres Camps über uns hinweg“, berichtet der Priester Louis Salman aus dem Westjordanland. Er arbeitet für die christliche Jugendseelsorge „Youth of the Homeland of Jesus (YJH), die für eine Jugend, die in der Heimat Jesu inmitten von Konflikten und Krieg aufwächst, immens wichtig ist.
Ausgerechnet während der Zeit der israelisch-iranischen Raketenangriffe im Juni leitete Louis Salman ein Sommerlager im Westjordanland, das von KIRCHE IN NOT unterstützt worden war. „Natürlich hatten die Kinder Angst, und die Eltern riefen uns an und wollten die Kinder nach Hause holen“, schildert er im Gespräch mit dem Hilfswerk. „Aber wir konnten sie überzeugen, dass die Kinder bleiben sollten.“
Letztlich sei es die richtige Entscheidung gewesen. „Wir erhielten 10 bis 15 Minuten vor jedem Angriff Nachrichten über das Mobilfunknetz. Wir versammelten dann alle in einem Raum und schufen eine festliche Atmosphäre oder sprachen mit den Kindern und Jugendlichen über Jesus, damit sie die Raketen nicht sahen.“ Diese erfahrene Gemeinschaft habe dazu beigetragen, dass sie keine Angst hatten. „Aber trotzdem war es eine sehr seltsame Erfahrung“, gesteht der junge Priester.

Jedes Jahr organisiert das Lateinische Patriarchat von Jerusalem Sommerlager für junge Christen in Israel und den Palästinensischen Gebieten. In diesem Jahr haben mehr als 600 Kinder und junge Erwachsene unterschiedlichen Alters teilgenommen.
Neben Spaß, Gemeinschaft und Freizeit ist auch Glaubensbildung ein wichtiger Teil in den Camps. Wegen der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten haben sie an Bedeutung gewonnen; sie sind willkommene „Atempausen“ für die jungen Christen. „Sie können dort Freiheit atmen“, sagt Louis Salman. „Zu Hause können sie wegen der Kontrollen und Kontrollpunkte ihre Freunde nicht besuchen. Deshalb ist die Erfahrung im Camp so wertvoll.“
Eine andere Wirklichkeit erleben junge hebräischsprachige Katholiken in Israel. Auch für sie organisiert das Lateinische Patriarchat Sommercamps. Monika Faes, Pastoralreferentin im Vikariat St. Jakob von Jerusalem, berichtet, dass die meisten Kinder, die dort an den Sommerlagern teilnehmen, Migranten ohne Papiere seien. Durch die ständige Angst vor der Abschiebung und tagelangen Aufenthalten in Luftschutzbunkern seien viele von ihnen traumatisiert. Daher seien die Sommercamps eine Chance für sie, „einfach wieder Kind zu sein“.

Die Katechese, die sonst in den Gemeinden stattfindet, wird auch in den Camps fortgesetzt. „Einige haben uns erzählt, wie wichtig es für sie gewesen sei, diese Momente der Verbindung mit Gott zu erleben und dass das Seelsorgeteam und Priester da waren“ erläutert Faes. „Die Teilnahme am Camp gibt ihnen Kraft, mit Jesus zu gehen.“
Dieses Gefühl sei wichtig, denn die jungen Christen gehörten Minderheiten an: zum einen weil sie keine Papiere besitzen und das Gefühl hätten, nicht dazuzugehören, zum anderen weil sie Christen sind. Nur rund 1,5 Prozent der Einwohner im Heiligen Land sind Christen.
Ohne die finanzielle Unterstützung von KIRCHE IN NOT könnten solche Sommercamps für junge Christen in Israel und den Palästinensischen Gebieten nicht stattfinden. Monika Faes sagt: „Die Eltern arbeiten hart, aber sie können die gesamten Kosten für die Teilnahme an den Camps nicht aufbringen, sodass die zusätzlichen Kosten immer vom Patriarchat übernommen werden müssen. Da wir ein sehr kleines Vikariat sind, sind wir KIRCHE IN NOT sehr dankbar. Diese Hilfe ist lebenswichtig.“
KIRCHE IN NOT befürchtet die Zunahme von Seuchen in der umkämpften Region um die Stadt Suweida im Süden Syriens. Es fehle an Wasser, Lebensmitteln, Babyartikeln und Medikamenten wie Insulin oder Antibiotika, stellt das Hilfswerk nach Rücksprache mit lokalen Quellen fest. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation müssen die Ansprechpartner anonym bleiben. Die kirchlichen Ansprechpartner fordern einen humanitären Korridor, um Menschen zu evakuieren und Hilfe in die Region zu lassen.
Wie sie berichten, halten sich in der Kapuzinerkirche von Suweida etwa 250 Menschen auf. Sie haben sich vor den Kämpfen in Sicherheit gebracht, die Mitte Juli zwischen Beduinen-Stämmen und der religiösen Minderheit der Drusen ausbrachen. Syrisches Militär und Israels Armee griffen in den Konflikt ein. Eine vereinbarte Waffenruhe hält nicht.
Informationen von KIRCHE IN NOT zufolge geriet auch die Kapuzinerkirche zwischen die Fronten. „Eine Granate schlug in das Kloster ein und verursachte erhebliche Schäden an Fenstern und den Wassertanks“, berichtet ein Kontakt. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Allerdings habe sich die humanitäre Situation durch den Angriff weiter verschärft: Das Wasser ginge zur Neige, der Strom sei immer wieder unterbrochen. „Das Leben in Suweida ist unerträglich geworden“, klagte die Quelle.

Das örtliche Krankenhaus habe die Arbeit eingestellt. Über 1200 Tote hätten bislang noch nicht bestattet werden können. Die Menschen seien in der Stadt eingeschlossen, da immer noch gekämpft werde: „Immer noch sind Schüsse zu hören. Die Angst ist allgegenwärtig. Wir wissen nicht, welche Gruppen sich hier bekämpfen“, berichtete eine weitere Kontaktperson.
Einer KIRCHE IN NOT nahestehenden Ordensschwester zufolge hielten sich einige christliche Familie im Osten von Suweida auf, dort sei es etwas sicherer. Doch die Menschen seien vielfach traumatisiert: „Viele leiden unter schweren Panikattacken und emotionalen Zusammenbrüchen. Sie brauchen Medikamente und psychologische Betreuung.“
KIRCHE IN NOT steht in ständigem Kontakt mit der christlichen Gemeinschaft im Süden Syriens. Aktuell ist jeder Ausweg blockiert, berichtet eine Person: „Wir wissen nicht, wie es weitergehen oder enden wird. Es fehlt uns an allem.“
In verschiedenen Regionen Syriens ist es erneut zu einer Reihe von gewalttätigen Angriffen auf christliche Gemeinden gekommen. Wie KIRCHE IN NOT von lokalen Quellen erfahren hat, haben unbekannte Täter im Süden Syriens eine Kirche sowie Häuser von Christen angegriffen und in Brand gesteckt.
Ansprechpartner des Hilfswerks meldeten, dass es einen Brandanschlag auf die melkitische griechisch-katholische Kirche St. Michael im Dorf al-Sura in der Region Suweida gegeben habe. Das volle Ausmaß des Schadens ist noch nicht bekannt, da der Zugang zum Gebiet aufgrund der anhaltenden Spannungen rund um die Stadt Suweida derzeit nicht möglich ist. Bilder in den sozialen Netzwerken bestätigen jedoch den Angriff auf die Kirche.

Außerdem gibt es Berichte, dass 38 Häuser christlicher Familien bei gewalttätigen Angriffen durch Brandschatzung zerstört wurden, wodurch zahlreiche Familien obdachlos geworden sind. Rund 70 Menschen haben in einem Saal der Kirche in der Stadt Schahba Zuflucht gefunden, wo sie derzeit unter prekären Bedingungen leben. „Diese Gemeinde hat alles verloren“, sagte eine der Quellen gegenüber KIRCHE IN NOT. „Sie hatten von Anfang an wenig und gehörten zu den Ärmsten der Region. Jetzt haben sie nichts mehr.“
Diese Angriffe stehen wohl im Kontext einer Gewalteskalation gegen Minderheiten rund um die Stadt Suweida, während der in den vergangenen Tagen örtlichen Quellen zufolge zahlreiche Angehörige der drusischen Religionsgemeinschaft getötet wurden.
Auch in anderen Teilen Syriens bleibt die Sicherheitslage prekär. Nahe der Hafenstadt Tartus, etwa 250 Kilometer nordwestlich von Damaskus, konnten Sicherheitskräfte einen Bombenanschlag auf eine maronitische Kirche vereiteln. Am Sonntag, 13. Juli, wurde gegen Mitternacht ein Wagen entdeckt, der mit großen Mengen Sprengstoff, Waffen und Brandsätzen beladen und in der Nähe der Kirche abgestellt war. Dank des koordinierten Vorgehens von Sicherheitskräften und Anwohnern konnte ein Anschlag verhindert werden: Die mutmaßlichen Terroristen wurden in einem Hinterhalt gefasst.

Diese Vorfälle ereigneten sich nur wenige Wochen nach einem Selbstmordanschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche bei Damaskus, durch den während des Sonntagsgottesdienstes mindestens 30 Menschen starben und 54 verletzt wurden.
Angesichts dieser schwerwiegenden Ereignisse ruft KIRCHE IN NOT die internationale Gemeinschaft auf, für den Schutz der am stärksten gefährdeten Gemeinschaften in Syrien einzutreten.
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10 Prozent der syrischen Einwohner Christen sind. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren. Im vergangenen Jahr hat das Hilfswerk in Syrien 153 Projekte mit rund 4,9 Millionen Euro unterstützt.
Nach dem Selbstmordanschlag am Sonntagabend, 22. Juni, auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat KIRCHE IN NOT zur Solidarität mit den Christen in Syrien aufgerufen. „Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch.
„Wir schließen uns dem Aufruf des griechisch-orthodoxen Patriarchen Johannes X. an, Gotteshäuser zu schützen und diesen Teufelskreis der Gewalt zu beenden.“ Die internationale Gemeinschaft dürfe jetzt „nicht wegschauen“ und müsse sich für den Schutz der Christen und aller Religionsgemeinschaften in Syrien einsetzen.
Medienberichten zufolge hat am Sonntagabend gegen 18:40 Uhr ein Selbstmordattentäter auf Gottesdienstbesucher der Mar-Elias-Kirche im Stadtteil Dweila in Damaskus gefeuert und sich dann in die Luft gesprengt. Die syrischen Behörden sprachen von 30 Toten und über 50 Verletzten. Zwischenzeitlich habe sich der „Islamische Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt, meldete das syrische Innenministerium.
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT, hatte noch am Sonntagabend mitgeteilt: „An dem Tag, an dem unsere Kirche aller antiochenischen Heiligen gedenkt, schlug die heimtückische Hand des Bösen zu.“ Das Patriarchat forderte die syrischen Behörden auf, „die volle Verantwortung für die geschehenen und weiterhin geschehenden Verletzungen der Heiligkeit der Kirchen zu übernehmen und den Schutz aller Bürger zu gewährleisten“.

Der Anschlag auf die Mar-Elias-Kirche fällt in die Zeit der staatlichen Neuorientierung nach dem Sturz des Assad-Regimes im vergangenen Dezember. Christen und andere Minderheiten stellen einerseits ein Entgegenkommen der Verantwortlichen fest, sahen aber andererseits das Erstarken islamistischer Kräfte im Alltag mit großer Sorge.
Die Zahl der Christen in Syrien liegt lokalen Schätzungen zufolge heute bei etwa 250 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 waren es noch 1,5 Millionen. KIRCHE IN NOT unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren.

KIRCHE IN NOT (ACN) hat seinen Jahresbericht 2024 vorgelegt, der einmal mehr die Großzügigkeit der Wohltäter auf der ganzen Welt widerspiegelt, wenn es darum geht, den leidenden Christen und der Kirche in Not zu helfen. Die Ukraine, der Libanon und Indien waren die Länder, die im Jahr 2024 die meiste Hilfe erhielten, Afrika war der meistunterstützte Kontinent.
Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) erhielt im Jahr 2024 insgesamt 139,3 Millionen Euro an Spenden und Erbschaften – ein Zeichen des fortwährenden Vertrauens und der Großzügigkeit ihrer Wohltäter weltweit. Mit diesem Betrag und weiteren 2,2 Millionen Euro an Rücklagen aus den Vorjahren finanzierte es Aktivitäten im Wert von 141,5 Millionen Euro.
„Die materielle Not vieler Christen weltweit wird durch Krieg oder Konflikte verschlimmert und dadurch existentiell, zudem leiden viele Millionen Christen unter Verfolgung. Umso ermutigender ist es, dass unsere Wohltäter in Österreich mit Gebet und Spenden so großherzig und selbstlos an der Seite unserer Glaubensgeschwister stehen”, so Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Trotz dieser oft lebensbedrohenden Not hören wir viele ermutigende Zeugnisse, dass der Glaube dort, wo er bedroht wird, wächst und lebendigt ist.“

Die Großzügigkeit der fast 360 000 Wohltäter des Hilfswerks, unter anderem in den 23 Ländern, in denen KIRCHE IN NOT nationale Büros unterhält, ermöglichte es, 5335 Projekte in 137 Ländern umzusetzen. Dank ihnen kann KIRCHE IN NOT auch weiterhin ohne staatliche Unterstützung seiner Mission nachkommen und somit seine Unabhängigkeit bewahren.
In einer Botschaft an die Wohltäter sagt die internationale geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch: „Dank Ihrer Großzügigkeit konnte KIRCHE IN NOT Hunderttausenden unserer Glaubensgeschwister, die täglich mit Herausforderungen wie Verfolgung, Krieg oder bitterer Armut konfrontiert sind, Hoffnung schenken. Obwohl viele von Ihnen selbst durch Schwierigkeiten gehen, sind Sie dem Ruf Gottes gefolgt, anderen Hoffnung zu bringen.“
79,8 Prozent der oben genannten Mittel flossen in missionsbezogene Aufwendungen. Davon gingen 84,7 Prozent an Hilfsprojekte, sodass KIRCHE IN NOT auf 5335 der 7296 Hilfsgesuche aus aller Welt positiv antworten konnte. Die restlichen 15,3 Prozent der missionsbezogenen Aufwendungen, das heißt 17,3 Millionen Euro, flossen in Aktivitäten im Zusammenhang mit Informationsarbeit, Glaubensverkündigung und der Verteidigung von verfolgten Christen. Dazu gehören die Veröffentlichung religiöser Literatur sowie Gebetskampagnen und die Vertretung der Rechte und Interessen verfolgter und leidender Christen. Die notwendigen Aufwendungen für Verwaltung lagen bei 7,5 Prozent der Gesamtausgaben, die für Werbung bei 12,7 Prozent.

Das Land, das 2024 die meisten Hilfsgelder von KIRCHE IN NOT erhielt, war zum dritten Mal in Folge die Ukraine (8,4 Millionen Euro). An zweiter Stelle folgte der Libanon (7,4 Millionen), dann Indien (6,7 Millionen).
„Die Ukraine war wieder das einzelne Land, das am stärksten von uns unterstützt wurde. Dort liegt der Fokus inzwischen auf der Begleitung traumatisierter Menschen. Wir sichern zudem weiterhin den Lebensunterhalt der Priester und Ordensleute, unterstützen die Ausbildung der Seminaristen und helfen durch Bereitstellung von Fahrzeugen und Heizungen“, so Lynch.
Auf regionaler Ebene war Afrika die Region, die die meiste Hilfe empfing. Mit 30,2 Prozent ging fast ein Drittel der Projektausgaben dorthin. Zu den Hauptempfängerländern der in Afrika durchgeführten Projekte gehörten Nigeria und Burkina Faso.
„Die Hilfe für Afrika war wieder der größte Posten unserer Projektausgaben, denn einerseits wächst die Kirche in Afrika stark und erfreut sich einer hohen Zahl an Priester und Ordensberufungen, andererseits leidet sie nicht nur unter Armut, sondern auch unter dem sich auf immer mehr Länder ausbreitenden dschihadistischen Terror. So hat sich allein unsere Hilfe für Burkina Faso innerhalb der letzten vier Jahre verdreifacht“, erklärt Lynch.
Weitere 18,7 % der Projektausgaben von KIRCHE IN NOT – die zweithöchste Unterstützung nach Regionen – flossen 2024 nach Asien und Ozeanien, insbesondere nach Indien, das nicht nur das einzelne Land ist, das 2024 die drittmeiste Hilfe erhielt, sondern auch das Land, in dem das Hilfswerk die meisten Studienstipendien und Messstipendien vergibt.
Der Nahe Osten erhielt mit 17,5 % der Hilfsgelder die dritthöchste Unterstützung, wobei der Libanon, Syrien und das Heilige Land nach der Eskalation der bewaffneten Konflikte die Hauptnutznießer waren.
Lateinamerika und Europa erhielten 16,8 % bzw. 15,9 % der gesamten Hilfe. Die restlichen 0,9 % gingen an andere Regionen.

KIRCHE IN NOT stellte im Jahr 2024 fast 1,85 Millionen Messstipendien für 42 252 Priester bereit, die höchste Zahl in der Geschichte von KIRCHE IN NOT. Statistisch gesehen bedeutet dies, dass jeder zehnte Priester weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT erhielt und dass alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäter gefeiert wurde.
Im Jahr 2024 unterstützte KIRCHE IN NOT die Ausbildung von fast 10 000 Seminaristen. Jeder elfte angehende Priester der Welt erhielt 2024 eine Ausbildungshilfe des Hilfswerks, die Mehrheit davon in Afrika (5305), wo es die meisten Priesterberufungen gibt, sowie 1824 in Lateinamerika, 1752 in Asien und 1080 in Europa (davon mehr als 700 Seminaristen in der Ukraine).
Die Ausbildungshilfen für Priester, Ordensleute und Laien machten 28,2 Prozent der gesamten Hilfe aus, Mess-Stipendien für Priester und Existenzhilfen für Schwestern insgesamt 23,9 Prozent.
Aufgrund der hohen Kosten der Einzelprojekte lagen Bauhilfen mit etwas weniger als einem Viertel der Hilfe (23,6 Prozent) wieder einmal an erster Stelle. Im Jahr 2024 wurden etwas mehr als 750 Bauprojekte
durchgeführt.
10,5 Prozent der Hilfe von KIRCHE IN NOT floss in die Beschaffung von 1141 Transportmitteln, darunter 474 Autos, 388 Fahrräder, 264 Motorräder, drei Busse, elf Boote und ein Lkw.
Die Nothilfe machte rund 10,7 % der Ausgaben aus, ein ähnlicher Prozentsatz wie im Vorjahr.

Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Libanon leidet besonders der Süden des Landes unter den Folgen der Luftschläge. Diese richteten sich zwar gegen die Hisbollah, zogen jedoch auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft; in der Region leben zahlreiche Christen. Ordensfrauen stehen der Bevölkerung bei.
„Die Menschen, die geblieben sind, haben kein Einkommen. Sie leben von der Landwirtschaft, und die Felder wurden durch den Krieg zerstört“, berichtet Schwester Gerard Merhej aus Debel, das rund 90 Kilometer südlich von Beirut unweit der Grenze zu Israel liegt, gegenüber KIRCHE IN NOT. Mitarbeiter haben kürzlich die Projektpartner im Libanon besucht.
Die Bauern probierten jetzt zwar neue Anbauformen aus, aber die wirtschaftlichen Folgen blieben katastrophal, so Schwester Gerard. Hinzukomme die Abwanderung: „Die meisten christlichen Familien sind nach Beirut gezogen, dort ist es sicherer und es gibt mehr Arbeit.“
Auch die Ordensfrauen in Ain Ebel betreiben eine Schule, sie gehört zu den besten des Landes. „Während des Krieges haben wir auf Online-Unterrichtet umgestellt“, berichtet Schwester Maya. „Als während des Unterrichts in der Nachbarschaft eines Schülers eine Rakete einschlug, konnten es alle hören.“ Die Schüler hätten des Gefühl gehabt, „miteinander verbunden zu sein, obwohl sie physisch voneinander getrennt waren“, sagte die Ordensfrau.

Als im Oktober 2024 die Luftschläge begannen, hätte die Bevölkerung nur 40 Minuten Zeit gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen. Die schlimmste Zeit sei der vergangene Herbst und Winter gewesen, erinnert sich Schwester Maya: „Irgendwann waren nur noch alte Menschen im Dorf. Sie wollten lieber daheim sterben, als woanders hinzugehen.“
Mithilfe von KIRCHE IN NOT konnten die Ordensfrauen diese Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen; das sei entscheidend gewesen: „Während der Zeit der Angriffe hätten wir die unmöglich irgendwo kaufen können.“
Zusätzlich unterstützt KIRCHE IN NOT die kirchlichen Schulen sowie die Arbeit von Priestern und Ordensfrauen im Südlibanon und in anderen Landesteilen. Das sei ein wichtiges Hoffnungssignal, erklärte Schwester Maya: „Vielen Dank für alles, was Sie tun. Gott sei Dank für KIRCHE IN NOT!“

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Libanon