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Am 7. April 2014 drangen zwei maskierte Männer in das Haus der Jesuiten in Homs ein und ermordeten Pater Frans van der Lugt mit zwei Kopfschüssen. Er wurde 75 Jahre alt.

Pater Frans wird immer für seine Solidarität und Unterstützung all derjenigen in Erinnerung bleiben, die an seine Türe klopften, seien es Christen oder Muslime.

Pater Frans mit Menschen aus seiner Gemeinde. Foto: P. Louis Taoutel SJ

Obwohl viele Menschen bereits aus der Stadt evakuiert worden waren, entschied sich Pater Frans, bei den Menschen zu bleiben, mit denen er 50 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Er wollte weiter dort helfen, wo Not war, vor allem dort, wo Menschen hungerten.

In Syrien ist der Frieden bis heute nicht in den Norden des Landes vorgedrungen. Das internationale Embargo gegen Syrien macht die Nothilfe für die Menschen vor Ort nahezu unmöglich. KIRCHE IN NOT unterstützt hunderte christliche Familien mit verschiedenen Projekten im Land, vor allem in der Stadt Aleppo, wo die Entbehrungen besonders stark sind und wo KIRCHE IN NOT in der Lage ist, über 5000 Familien monatlich mit Gutscheinen für Lebensmittel zu versorgen.

Unterstützen Sie notleidende Christen in Syrien mit Ihrer Spende: online … hier

Ragheed Ganni, 35 Jahre alt, war ein chaldäisch-katholischer Priester und in der Heilig-Geist-Gemeinde im Norden Mossuls im Irak tätig. Am 3. Juni 2007 wurde er zusammen mit den drei Subdiakonen, Basman Yousef Daud, Wahid Hanna Isho und Gassan Isam Bidawed von unbekannten Angreifern erschossen.

Nach der Eucharistiefeier wurde Ragheed Ganni von einem der Mörder zurechtgewiesen, der ihn davor gewarnt hatte, die Kirche zu öffnen. Der Priester antwortete ihm: „Wie kann ich das Haus Gottes schließen?” Alle vier Männer wurden an Ort und Stelle erschossen.

Das Grab von Ragheed Ganni.

Ragheed Ganni war einer von vielen Priestern, die mit Hilfe eines Stipendiums von KIRCHE IN NOT in Rom studiert hatten. Obwohl er weiter in Rom hätte studieren können, entschied er sich, in den Irak zurückzukehren. Er fühlte, dass ihn die Menschen in seiner Gemeinde brauchten. Einer der letzten Briefe, die er verfasste, war ein Dankbrief an KIRCHE IN NOT für die Unterstützung.

Gut ausgebildete katholische Priester mit Blick für die universelle katholische Kirche sind für die Arbeit der Kirche weltweit wichtig. Wie Ragheed Ganni unterstützt KIRCHE IN NOT viele Priester bei ihrer Ausbildung. 2019 hat KIRCHE IN NOT über 400 Stipendien für ein Studium in Europa, Asien oder Südamerika vergeben.

Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer

Papst Franziskus will von 5. bis 8. März den Irak besuchen. Auch von Corona oder der prekären Sicherheitslage möchte er sich nicht abhalten lassen. Der Besuch wurde sowohl vom Vatikan als auch von der irakischen Regierung bestätigt. Der Pontifex will die Christen im Irak stärken, die in den vergangenen Jahren unermesslich gelitten und doch die Hoffnung nie aufgegeben haben.

Auf dem Reiseplan des Papstes steht auch Karakosch – von den Christen auf Aramäisch Baghdeda genannt. Die Stadt liegt in der Ninive-Ebene im Norden des Irak, etwa eine halbe Autostunde südöstlich von Mossul. Über Jahrhunderte war Karakosch die größte christliche Stadt des Landes. Bis im August 2014 die Milizen des „Islamischen Staates“ (IS) kamen.

Zerstörte Gebäude im Irak nach der Befreiung vom IS im Jahr 2016. © KIRCHE IN NOT

Hass und Zerstörung

Die Christen flüchteten innerhalb weniger Stunden aus Karakosch, um ihr Leben zu retten. Sie mussten alles zurücklassen, was sie besaßen. So ging es mehr als 100 000 Personen aus der Ninive-Ebene – das „christliche Herz“ des Irak hatte aufgehört zu schlagen. „Es wird im Irak kein Christentum mehr geben“, schmierten die Terroristen an die Kirchenwände.

Erst drei Jahre später, 2017, als der IS militärisch besiegt war, wagten einige die Rückkehr. Doch ihr Zuhause gab es nicht mehr. Mehr als ein Drittel der Häuser und Kirchen in Karakosch waren zerstört – verbrannt, zerbombt geplündert.

Christen aus Karakosch ziehen in einer Prozession wieder in ihre Stadt ein. © KIRCHE IN NOT

Neubeginn und anhaltende Ängste

Seither bauen die Christen in der Ninive-Ebene ihre Städte unermüdlich wieder auf. Die Spender des weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT haben maßgeblich die Instandsetzung zahlreicher Wohnhäuser ermöglicht. Das Hilfswerk hat zusammen mit den lokalen Kirchen ein Wiederaufbaukomitee für die Ninive-Ebene ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Gut die Hälfte der vertriebenen christlichen Familien ist wieder zurück in ihrer alten Heimat. Aktuell sind Kirchen, Gemeindezentren, kirchliche Kindergärten und Schulen mit dem Wiederaufbau dran. Sie bedeuten den Menschen so viel – denn dort findet das Leben statt, dort finden sie Gemeinschaft, Zusammenhalt und neuen Mut.

Doch die Ungewissheit bleibt: Die überwiegende Mehrheit der Rückkehrer fühlt sich unsicher. Und diejenigen, die ins Ausland gegangen sind, kommen in den seltensten Fällen zurück. Lebten vor 2003 noch rund 1,5 Millionen Christen im Irak, so sind es aktuell etwa 250 000, wie Bischöfe aus der Region KIRCHE IN NOT bestätigten.

Allen Gefahren zum Trotz: Das christliche Herz des Irak schlägt wieder. Sichtbar wird das auch in Karakoschs Al-Tahira-Kirche, der Papst Franziskus am 7. März einen Besuch abstatten wird. Auch sie wurde während des IS-Terrorregimes fast vollständig zerstört. Nun ist die Marienbasilika dank der Wohltäter von KIRCHE IN NOT fast vollständig wiederinstandgesetzt. „Der IS hat alle Kreuze zerstört und gestohlen. Der Außenbereich der Kirche wurde als Trainingsgelände für neue Terrorkämpfer genutzt“, berichtet der Priester Ammar Yako gegenüber KIRCHE IN NOT.

Iraq
Fr. Ammar Yako in  Al-Tahira Church, Baghdeda/Qaraqosh.
He told to ACN what the papal visit to Iraq in March 2021 means to him: "The papal visit is the thing we have longed for most of all here. It will be a great blessing. We have a great yearning to see him. What gives added importance to this visit is the so very vulnerable situation that we are suffering as Christians in Iraq.  ..."
Der Priester Ammar Yako in der ausgebrannten Al-Tahira-Kirche in Karakosch. © KIRCHE IN NOT

Papst besucht „auferstandene“ Kirche

Yako leitet den Wiederaufbau der Al-Tahira-Kirche – eine Herzensangelegenheit nicht nur für ihn, sondern auch für seine Mitbürger in Karakosch: „Alle Menschen hier empfinden die Kirche als ihr Zuhause, als Teil ihrer Geschichte.“ Dass jetzt Papst Franziskus die „auferstandene“ Kirche mit seinem Besuch ehrt, ist darum eine besondere Ehre für die Gemeinde, erklärt Yako mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen: „Der Papst kann uns helfen, unseren Glauben in diesen Zeiten zu leben, und wir können ihm zeigen, wie unser Leben als Christen hier aussieht. Als Minderheit haben wir nicht viele Möglichkeiten. Wir müssen uns bemühen, Arbeit für unsere Leute zu finden. Das größte Problem ist jedoch die Auswanderung.“

Iraq, diocese of Mossul-SIR, Qaraquosh in January 2021
The builders  doing their best ot complete the great Al-Tahira church for the planned Holy Father’s visit in March 2021.IRAQ / MOSSUL-SIR 19/00080
Phase two of reconstruction of great Al-Tahira church, Qaraqosh (Baghdeda) (Syriac Catholic) - continuation (NRC) CP 030
IRAQ / MOSSUL-SIR 17/00070  ID: 1704874
Reconstruction of great Al-Tahera church, Quaraqosh
Die Al-Tahira-Kirche in Karakosch nach dem Wiederaufbau. © KIRCHE IN NOT
Iraks Christen schätzen den bevorstehenden Papstbesuch auch deshalb, weil er die Augen der Weltöffentlichkeit auf ihr Schicksal lenkt, ihren Mut und Aufbauwillen, aber auch ihre anhaltende Not: „In der gegenwärtigen Situation brauchen wir immer noch die Hilfe von Organisationen für die vielen Bedürfnisse der Gemeinde in Karakosch“, appelliert Pfarrer Yako. „Bitte helfen Sie uns weiter und geben Sie unserer Gemeinde Hoffnung, dass wir hier weiterhin leben können.“
Helfen Sie den Christen im Irak zurück ins Leben! Spenden Sie jetzt  – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Oft wurde der Libanon als Modell für den gesamten Nahen Osten gepriesen, auch wegen des vergleichsweisen stabilen Miteinander der Religionen. Doch das Gleichgewicht gerät ins Wanken, seit immer mehr Christen ihre Heimat verlassen. Beirut wurde im August 2020 von einer der schwersten nichtnuklearen Explosionen der Menschheitsgeschichte erschüttert. Libanons Hauptstadt liegt am Boden – und mit ihr das ganze Land. Es leidet unter Misswirtschaft, Korruption, Banken- und Politikkrise.

Wie die Kirche aktuell für die Notleidenden da ist, darüber gibt Pfarrer Jad Chlouk Auskunft. Der 38-Jährige leitet die Gemeinde an der maronitischen Kathedrale St. Georg. Das Gotteshaus wurde ebenfalls durch die Explosion schwer beschädigt. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ finanziert die Instandsetzung der Kathedrale und 16 weiterer kirchlicher Einrichtungen in Beirut.

Sanierung der maronitischen Kathedrale in Beirut.

Das Leben in Beirut ist seit der Explosion nicht mehr dasselbe wie zuvor. Wie ist die aktuelle Stimmung in Beirut?

Wir sind immer noch erschrocken über das, was im August passiert ist. Die Erinnerungen an diesen schlimmen Tag kommen besonders dann zurück, wenn man zerstörte Häuser, Kirchen, Schulen oder Krankenhäuser sieht oder wenn man plötzlich Geräusche wie Donner hört. Die Stimmung ist immer noch angespannt und ängstlich, aber wir versuchen trotz allem, unser geistliches Leben zu erneuern, so gut es geht.

Besonders das Stadtviertel, in dem viele Christen leben, wurde schwer getroffen. Es liegt unweit des Hafens, wo sich die Explosion ereignete. Auch Ihre Pfarrkirche, die maronitische Kathedrale St. Georg, wurde stark beschädigt. „Kirche in Not“ hilft beim Wiederaufbau. Wie weit sind die Reparaturen vorangeschritten?

Die Sanierung der maronitischen Kathedrale hat vor einem Monat begonnen. Wir haben einige provisorische Reparaturen durchgeführt, um weitere Schäden zu verhindern, zum Beispiel durch eindringendes Regenwasser. Wir hoffen, in ein paar Wochen das Dach repariert zu haben. Die Reparaturen der beschädigten Fenster und Türen sind ebenso in vollem Gange.

Jad Chlouk, Pfarrer der maronitischen Kathedrale St. Georg.

Wie hat die Covid-19-Pandemie den Wiederaufbau und die humanitäre Hilfe beeinflusst?

Sie hat vor allem die Sanierung der Kathedrale verzögert. Wir mussten um eine Sondererlebnis bitten, um die Arbeit unter Sicherheitsbedingungen und Abstandsregeln fortsetzen zu können.

Auf der anderen Seite haben wir versucht, die karitative Hilfe gerade jetzt aufrecht zu erhalten. Viele Libanesen leiden schwer unter der Wirtschaftskrise. Deshalb müssen wir noch näher bei den hilfsbedürftigen Menschen sein. Es ist wegen der geltenden Hygienemaßnahmen manchmal schwierig, aber wir haben an unserem Kurs festgehalten.

Unmittelbar nach der Katastrophe im August kündigten vor allem viele junge Leute an, dass sie den Libanon verlassen möchten, denn sie sehen für sich keine Zukunft im Land. Hat sich das bewahrheitet? Was bedeutet das für die christlichen Gemeinden im Libanon?

Statistiken zeigen, dass mehr als 380 000 Einreiseanfragen in den Ländern der Europäischen Union und Nordamerikas eingegangen sind. Die meisten davon kamen von Christen, die sich wie Fremde in der eigenen Heimat fühlen. Das wirkt sich leider negativ auf die christlichen Gemeinden aus. Sie verlieren eine Elite, besonders die Jugend, die eigentlich die Zukunft sein sollte. Die Zahl der Christen geht jeden Tag zurück. Das erhöht den Druck auf diejenigen, die im Land bleiben, denn sie könnten bald Verfolgung erleiden. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Realität, die wir aus den benachbarten Ländern wie Syrien, Irak, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien kennen.

Wenn Sie an das neue Jahr denken, schauen Sie darauf eher mit Sorge oder hoffnungsvoll?

Hoffnung ist unser täglich Brot, besonders in diesen Tagen. Trotz allem schauen wir auf eine hoffnungsvolle Zukunft, weil wir wissen: Unser Herr Jesus Christus ist der Herr der Geschichte. In seinen Händen ist unser aller Geschichte und Leben. Mit ihm und durch ihn sind wir sicher, „dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht“ (Röm 8,28).

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

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Knapp zehn Jahre nach dem Ausbruch des Syrienkriegs haben Projektpartner des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ die anhaltenden Sanktionen des Westens scharf kritisiert. Ihr eigentliches Ziel, das Assad-Regime zu schwächen, sei verfehlt worden, erklärte der griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clément Jeanbart gegenüber „Kirche in Not“: „Die Sanktionen des Westens werden weiterhin keine Auswirkungen auf die Regierung haben. Sie ist von den Folgen wenig betroffen.“

Umso härter träfen die Handels- und Devisenbeschränkungen aber die Zivilbevölkerung: „Die Menschen haben nicht mehr genug Nahrung, Strom, Gas oder Heizöl“, erklärte Jeanbart. Auch hätten die Menschen keine Möglichkeit mehr, Kredite aufzunehmen, um größere Anschaffungen zu finanzieren. „Die Sanktionen haben keine andere Folge, als die Menschen weiter in Leid und Elend zu stürzen.“

Archbishop Jean-Clément Jeanbart.
Erzbischof Jean-Clément Jeanbart verteilt Hilfspakete an Bewohner von Aleppo.

„Menschen sind kurz vor dem Hungertod“

Was die Sanktionspolitik des Westens konkret bedeutet, schilderte Schwester Maria Lucia Ferreira in einem Gespräch mit „Kirche in Not“. Die Ordensfrau gehört der Kongregation der „Schwestern der Einheit“ an und lebt in Qarah nahe der Grenze zum Libanon. „Die Situation wird immer schlimmer, die Menschen sind kurz vor dem Hungertod, einige sind bereits gestorben“, so Schwester Lucia.

Die prekäre Situation sei neben dem zehn Jahre anhaltenden Konflikt auch der Sanktionspolitik und den Folgen der Corona-Pandemie geschuldet, erklärte die Ordensfrau: „Alles wird immer teurer. Es ist schwer zu überleben.“ Ein großes Problem sei aktuell die Rohstoffknappheit. Viele Menschen könnten darum ihre Wohnung nicht heizen. „Die Leute stehen Schlange, um Benzin oder Heizöl zu kaufen und gehen oft leer aus. Brennstoff ist sehr rar, weil es hier in der Region wenig Holz gibt“, sagte Schwester Lucia. Auch die Stromversorgung sei nach wie vor stark eingeschränkt. „Manchmal haben wir 12 Stunden lang keinen Strom – und wenn er kommt, dann oft nur für eine halbe Stunde.“

Portrait of Sister Myri (Sister Maria Lúcia Ferreira), a sister from the Mar Yakub Monastery in Qara, in the Christian region of Qalamoun, Portuguese-born.
Schwester Maria Lucia Ferreira aus Qarah im Westen Syriens.

Statt Sanktionen Verhandlungen gefordert

Statt wirtschaftlichen Druck auf die syrische Regierung auszuüben, fordert Erzbischof Jeanbart die westlichen Regierungen auf, in Verhandlungen mit Präsident Assad zu treten: „Es muss einen fairen Dialog geben. Der Westen kann Druck in der Weise ausüben, dass sich die Regierung bereit erklärt, einen Weg zum Frieden einzuschlagen und manche ihrer Verhaltensweisen aufzugeben.“

„Kirche in Not“ hat seit Ausbruch des Syrienkriegs umfangreiche Lebensmittel- und Medikamentenhilfen, Miet- und Heizkostenzuschüsse, Ausbildungshilfen für Schüler und Studenten und anderes mehr bereitgestellt. Auch unterstützt das Hilfswerk den Einsatz der Kirche für arme, kranke und behinderte Menschen und fördert den Wiederaufbau der kirchlichen Infrastruktur, um das weitere Ausbluten der christlichen Gemeinden in Syrien zu stoppen. Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Syrien für die notleidende Bevölkerung! Spenden Sie entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

 

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Der Libanon steht weltweit an der Spitze, was die Aufnahme von Flüchtlingen im Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung betrifft. Unter den fast anderthalb Millionen Flüchtlingen dort befinden sich auch Christen. In den Regionen mit christlicher Mehrheit hat die lokale katholische Kirche den Bedürftigsten geholfen, eine Unterkunft und alles Notwendige zum Überleben zu finden. Als Beispiel sei die griechisch-melkitische Diözese von Zahle in der Bekaa-Ebene nahe der syrischen Grenze genannt. Dort leben viele christliche Familien, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind. Die aktuelle Krise im Libanon trifft sie sehr hart, aber KIRCHE IN NOT lässt sie nicht im Stich.
Viele Familien fühlen sich sehr einsam, so etwa die Familie Rief, die vor drei Jahren auf der Flucht vor den Bomben und dem Krieg in Syrien in den Libanon kam.

Viele Familien fühlen sich sehr einsam

Denn viele dieser Familien fühlen sich sehr einsam, so etwa die Familie Rief, die vor drei Jahren auf der Flucht vor den Bomben und dem Krieg in Syrien hierher kam. Die Mutter ist Krankenschwester, der Vater war Koch in einem Restaurant. Sie haben drei Kinder, darunter zwei erwachsene, die sporadisch gearbeitet haben, wenn sie konnten. Aber durch die Krise haben sie alle ihre Stellen verloren, keiner bringt mehr ein Einkommen nach Hause. Die Diözese hilft ihnen dank des Hilfswerks KIRCHE IN NOT.

Die seit 2019 von KIRCHE IN NOT geleistete Hilfe für Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen in Zahle beläuft sich auf 3,6 Millionen Euro. Ein großer Teil dieser Hilfe dient der Bezahlung von Mieten und der Bereitstellung von Unterkünften für Familien wie die von Rief. Mit einem weiteren großen Teil der Summe werden sie mit dem Nötigsten wie etwa Kleidung, Medizin und Nahrungsmitteln versorgt.

Ordensfrauen mit Lebensmittelpaketen von KIRCHE IN NOT.

Eine warme Mahlzeit für etwa tausend Menschen pro Tag

Seit Dezember 2015 betreibt die griechisch-melkitische katholische Kirche ein „Tafel-Projekt“ mit dem Namen „Hl. Johannes der Barmherzige“. Der heilige Johannes der Barmherzige wurde berühmt für seine außerordentliche Liebe zu den Armen: Wo immer er Not sah, versuchte er, sie mit all seinen Kräften und Mitteln zu lindern. In seiner Zeit als Patriarch von Alexandria speiste er täglich 7 900 arme Menschen. Er starb um 619 und wird sowohl von katholischen als auch orthodoxen Christen als Heiliger verehrt.

Die Tafel in Zahle ist ein Treffpunkt für Menschen, die sich nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten können. Darunter befinden sich viele syrische Flüchtlinge, aber auch immer mehr Libanesen. Jeden Tag erhalten dort etwa tausend Menschen eine warme Mahlzeit. Anfangs kamen sie zum Essen in die Einrichtung, aber mit der Pandemie hat sich dies geändert. Nun kommen etwa 800 Menschen persönlich, um das Essen abzuholen. Den restlichen 200 Personen, die behindert oder krank sind, wird die Mahlzeit nach Hause gebracht. Außer dem Essen erhalten sie auch seelischen Trost und menschliche Zuwendung.

Die Tafel in Zahle ist ein Treffpunkt für Menschen, die sich nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten können.

Zu denen, die jeden Tag kommen, gehört auch Labiba, die mit ihren beiden ledigen Schwestern in einem Fünf-Quadratmeter-Zimmer lebt. Sie kamen vor ein paar Monaten aus Homs, weil sie nahe am Hungertod waren. Durch die Krise ist es für sie unmöglich geworden, Arbeit zu finden. Sie besitzen nur, was sie am Leibe tragen. Sie können nicht einmal kochen, denn es gibt keine Kochmöglichkeit in dem Raum, denn dort stehen nur die Sofas, auf denen sie schlafen, und ein Ölofen. Sie sind sehr dankbar, dass sie dank der Tafel von St. Johannes dem Barmherzigen täglich eine warme Mahlzeit zu sich nehmen können.

Neben der leiblichen Nahrung erhalten die Menschen Begleitung, Ermutigung und geistliche Unterstützung. Sie alle sind sich einig, dass der Glaube ihre einzige Stütze ist, dank der sie die Not ertragen können und die ihnen hilft, in ihrem Schmerz geduldig zu sein.

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KIRCHE IN NOT hat für Ende April 2021 eine Neuauflage der Studie „Religionsfreiheit weltweit“ angekündigt. „Seit dem vergangenen Bericht hat sich die Lage hinsichtlich der Religionsfreiheit weltweit verschlechtert. Viel Diskriminierung und Verfolgung wird von der Weltöffentlichkeit nicht beachtet“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern. Corona und die Folgen hätten das Menschenrecht auf Religionsfreiheit noch weiter geschwächt. Vielerorts habe die Pandemie die soziale Ausgrenzung von religiösen Minderheiten vergrößert, zum Beispiel in Pakistan oder Indien. „Es war für sie dort zum Teil unmöglich, über die staatlichen Kanäle Hilfe zu bekommen.“
Beisetzung eines getöteten Priesterseminaristen im Januar 2020 in Kaduna/Nigeria.

Islamismus im Nahen Osten und Afrika, Nationalismus und Diktaturen in Asien

Im Nahen Osten fühlten sich Christen und andere religiöse Minderheiten nach wie vor unsicher. Dschihadistische Terrorgruppen wie der „Islamische Staat“ hätten zudem ihr Unwesen vom Nahen Osten auf zahlreiche Regionen Afrika verlagert, das zu einem „Kontinent der Märtyrer“ geworden sei, erklärte Heine-Geldern. Vor allem in den Ländern der Sahelzone seien „religiöser Extremismus und radikale gewalttätige Islamisten auf dem Vormarsch und zerstören das bislang friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen, um Ressourcen und Macht zu erlangen“.

Während in Afrika und im Nahen Osten der Dschihadismus die Hauptursache der Verfolgung sei, machten im asiatischen Raum nationalistische Bewegungen und autoritäre Regierungen religiösen Minderheiten das Leben schwer. „Das Christentum wird in einigen asiatischen Ländern als ein schädlicher Einfluss betrachtet, der die Vorherrschaft der führenden Partei oder die vermeintliche religiöse Geschlossenheit der Nation bedroht“, sagte Heine-Geldern.

Christen im Irak. © Manweel Banna/Kirche in Not

Christen in Europa sind säkularen und islamistischen Angriffen ausgesetzt

Doch auch in Ländern ohne öffentliche Verfolgung nähmen Ressentiments gegenüber Gläubigen zu. Das sei mittlerweile auch in Europa der Fall, und das wolle der neue Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ herausarbeiten, erklärte Heine-Geldern. Christen seien einem Angriff von zwei Fronten ausgesetzt: „Die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, Menschen zu radikalisieren und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchzusetzen.“

Die Dokumentation „Religionsfreiheit weltweit“ beleuchtet die Lage dieses Menschenrechts in 196 Ländern der Welt und für alle religiösen Gruppen, listet Verstöße gegen die Religionsfreiheit auf und dokumentiert aktuelle Entwicklungen. Der Bericht wird von unabhängigen Experten und Journalisten erstellt und erscheint alle zwei Jahre. Die ursprünglich geplante Veröffentlichung im Herbst 2020 musste coronabedingt verschoben werden. Nun wird der Bericht Ende April 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt – zuerst in Rom. Weitere Informationen: www.religionsfreiheit-weltweit.at

Beirut galt einst als das Paris des Nahen Ostens, und die Erinnerung an diese ‚glamourösen‘ Zeiten ist angesichts der tiefen Krise im Libanon umso schmerzhafter. Die Finanzkrise brachte Banken an den Rand des Bankrotts, erdrückende Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsaussichten treiben das Land in den Abgrund. Niemand hätte gedacht, dass der Libanon, der sich von dem Drama des Bürgerkriegs erholt hat, wieder in das Elend von Armut, Elend und Verzweiflung fallen würde. Der Kampf ums Überleben macht die Menschen verbittert, besonders wenn sie wie Georgette kleine Kinder in ihrer Obhut haben. Völlig auf sich allein gestellt, ist diese Frau das lebendige Bild des Schicksals, das den Libanon getroffen hat.
Das Leben war bereits zuvor schwierig für Georgette, aber die Krise, die die Stadt Beirut nach der Explosion heimgesucht hat, hat ihre Lage noch verschlimmert.

„Es sah aus wie eine Atombombe…“

Die ohnehin schon tiefe Krise wurde durch die Explosion im Hafen von Beirut Anfang August brutal verschärft. Plötzlich war der gesamte Bereich zerstört, in Schutt und Asche gelegt. Ganze Stadtteile wurden in Mitleidenschaft gezogen, Häuser demoliert, überall Trümmer… In einem Augenblick verwandelte sich die Stadt in einen Kriegsschauplatz, der die Erinnerung an eine Zeit wiederbelebte, die alle für beendet hielten. In einem Augenblick, als die Luft von der Explosion erfüllt war und die Schockwelle alles mit sich riss, war die Stadt von Tumult erfüllt: Verletzte, umherlaufende Menschen, Hilfeschreie. In einem Augenblick verwandelte sich die Krise, die den Libanon bereits erschütterte, in einen Albtraum, der kaum zu überwinden war. Pater Raymond Abdo erklärte gegenüber dem katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), dass „die Explosion wie eine Atombombe aussah, mit rotem Rauch überall“. Alles, was man sehen konnte, waren verwirrte Menschen weit und breit, weinend, inmitten einer Atmosphäre der Zerstörung und des Todes. Die Explosion forderte mehr als 180 Todesopfer, mehr als 6.500 Menschen wurden verletzt und die Häuser von fast 300.000 Menschen erlitten Schäden unterschiedlichen Grades.

Die Schwiegertochter und die drei Enkelkinder leben bei Georgette.

„Ich wohne in einer armen Gegend…“

Das Leben war bereits zuvor schwierig für Georgette, aber die Krise, die die Stadt Beirut nach der Explosion heimgesucht hat, hat ihre Lage noch verschlimmert. Sie selbst beschrieb gegenüber KIRCHE IN NOT, wie sich die Dinge verschlimmert haben. „Ich lebe in einer armen Gegend, und unsere Situation ist schlecht, besonders nach der Explosion. Ich lebe mit meinen drei Enkelkindern zusammen, wir wohnen allein in diesem Haus. Ich bin für sie verantwortlich und ich habe niemanden, der mir hilft, außer Gott und den Wohltätern von KIRCHE IN NOT…“, erzählt sie Maria Lozano, eine der Personen aus dem Team der der Hilfsorganisation, das nach Beirut kam, um das Ausmaß der durch die Explosion im August verursachten Schäden zu beurteilen. Georgette empfängt die Lebensmittelkisten, die dank der Großzügigkeit der Wohltäter von KIRCHE IN NOT in einer nahe gelegenen Krankenstation verteilt werden. Sie enthalten Grundnahrungsmittel, die sie in den fast leeren Regalen in ihrer Küche aufbewahrt. „Ich war sehr glücklich, diese Hilfe zu erhalten, weil ich damit meine Enkelkinder einen Monat lang ernähren kann“, sagt sie.

Georgette packt die Lebensmittelkisten, die sie dank der Großzügigkeit der Wohltäter von KIRCHE IN NOT erhalten hat, aus.

Unerschütterlicher Glaube

Wichtiger als das Essen, das sie in einem Wagen abgeholt hat, in dem auch der gerade mal 15 Monate alte Enkel Chárbel sitzt, ist für Georgette die Gewissheit, dass sie nicht allein ist. Doch hinter ihrem Schweigen verbirgt sie einen tiefen Kummer: den Tod ihres Mannes vor sieben Jahren bei einem Autounfall. Das Foto über der Wohnzimmertür ist alles, was ihr von seiner Gesellschaft geblieben ist. Sie hatten zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Ihr Sohn kann sich nicht um seine Kinder kümmern, weil er vorübergehend in einer anderen Stadt ist. Die Schwiegertochter und die drei Enkelkinder leben bei Georgette. Ihre Tochter, die ein psychisches Problem hat, ist im Krankenhaus.  In Beirut, einer Stadt, die sich von der durch die Explosion verursachten Tragödie zu erholen versucht, gibt es viele Menschen wie Georgette. Es sind Menschen mit leeren Händen und ohne Perspektive, besiegt von der Wirtschaftskrise, die das Land wie eine unheilbare und brutale Krankheit befallen hat. Aber es gibt immer noch die Hoffnung auf eine bessere Zeit, eine Hoffnung, die immer vom Glauben genährt wird. „Ich fühle, dass ich nicht allein bin, und das ist wichtiger als Lebensmittelpakete… zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich um uns kümmern“, sagte Georgette vor den Kameras von KIRCHE IN NOT. „Ich danke Gott jeden Tag. Er leitet mich und meine Familie in allem und schickt uns gute Leute, die uns in diesen schwierigen Zeiten helfen.“ Das Leben ist hart für Georgette, wie für die große Mehrheit der Libanesen. Aber egal, wie schwer diese Prüfung auch ist, der Glaube wird immer eine Gewissheit und eine Zuflucht sein. „Die Situation der Christen im Libanon ist instabil, aber Jesus ist immer bei uns, und niemand kann uns vertreiben“, sagt Georgette.

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Anlässlich des 20. Jahrestages seiner Bischofsweihe lädt der syrisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Monsignore Antoine Chahda, alle Kirchenoberhäupter der Stadt zu einer heiligen Messe in den Anliegen der Wohltäter von KIRCHE IN NOT ein.

Seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 hat KIRCHE IN NOT 326 Projekte in Aleppo unterstützt, 53 allein in diesem Jahr. Die Messe soll ein Dankeschön für all die Hilfe sein, die KIRCHE IN NOT nicht nur für die katholische Kirche, sondern auch für andere christliche Konfessionen in der Region geleistet hat.

In seiner Einladungsbotschaft erklärt der Erzbischof: „Wir hier in Aleppo sind sehr dankbar für alles, was Sie für uns, unsere christlichen Gemeinden und all diejenigen tun, die sich in schwierigen Momenten ihres Lebens befinden und Ihre Hilfe brauchen.

„Aleppo leidet”

Ihre Unterstützung lässt die Familien im Land bleiben. Wir bitten Sie, uns weiterhin zu unterstützen, da wir uns in einem besonders schwierigen Moment befinden. Aleppo leidet.“

Die Messe findet am Sonntag, 20. Dezember, um 17:30 Uhr (Mitteleuropäische Zeit/18:30 Uhr Ortszeit) in der syrisch-katholischen Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale statt und wird live via facebook übertragen: https://www.facebook.com/events/720152402255774/.

Die Dörfer Knayeh und Jacoubieh in der Provinz Idlib, unweit der Türkei, stehen noch immer unter der Kontrolle dschihadistischer Gruppen. Dort herrscht das gefürchtete Kalifat: Die Scharia ist das Gesetz, Frauen müssen einen Schleier tragen, Eigentum wurde konfisziert, christliche Symbole wie etwa Kreuze wurden niedergerissen.

Unter den Bewohnern, die trotz der schrecklichen Zustände in ihrer Heimat geblieben sind, befinden sich schätzungsweise 300 christliche Familien verschiedener Konfessionen und Ethnien. Die Franziskaner Patres Luai Bsharat (40) und Hanna Jallouf (67) kümmern sich um sie.

Hier sind Christen Verfolgung, Angst, Gewalt, Gefahr und sogar dem Tod ausgesetzt. Pater Firas Lutfi kümmert sich um sie.

In diesen Regionen sind Christen Verfolgung, Angst, Gewalt, Gefahr und sogar dem Tod ausgesetzt. Die Anwesenheit der Christen und der beiden Franziskanerpatres in diesen Dörfern sagt viel über ihr heldenhaftes Engagement aus: „Pater Luai und Pater Hanna blieben trotz der Schwierigkeiten dort. Denn sie glauben, dass diese Region nicht verlassen werden sollte, weil sie in der Nähe von Antiochien liegt, wo der heilige Paulus seine Reisen begann, um das Wort der Bibel zu verbreiten“, erklärt Pater Firas Lutfi ofm, Kustos der Franziskanerprovinz des heiligen Paulus in Syrien, Libanon und Jordanien, im Gespräch mit dem internationalen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Laut Pater Firas „begann das Leiden der Christen vor einem Jahrzehnt“. Als militante Gruppen die Kontrolle über die Region übernahmen und sie zu einem islamischen Staat erklärten, beschlagnahmten sie das Eigentum der Christen, zwangen allen Nicht-Muslimen die islamische Scharia auf und setzten das Recht, sich in den eigenen Dörfern frei bewegen zu können, außer Kraft.

„Die Anwesenheit der Franziskaner ist ein Zeichen der Hoffnung inmitten von Dunkelheit und Verzweiflung“, sagt Pater Firas.

Pater Firas berichtete bereits 2017 bei der internationalen Pilgerfahrt zum 70. Jahrestag der Gründung von KIRCHE IN NOT am Wallfahrtsort Fatima in Portugal vom Schicksal der Christen. Er erinnert wieder daran, dass „die Extremisten häufig unsere Brüder und Schwestern verfolgt, angegriffen und geschlagen, entführt, gefoltert und sogar getötet haben“. So etwa im dramatischen Fall von Pater François Murad, „der 2013 enthauptet wurde“, und in jüngerer Zeit im Fall „einer Lehrerin, die in Jacoubieh vergewaltigt und getötet wurde“.

In der dem portugiesischen Büro des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT kürzlich zugesandten Botschaft erinnert Pater Firas daran, dass die Patres dafür da sind, all denen zu helfen, die Hilfe, Führung und Unterstützung brauchen, unabhängig von Religion, Geschlecht, Nationalität, Rasse oder politischer Einstellung. „Oft haben die Klöster in Knayeh und Jacoubieh Dutzende von muslimischen Familien aufgenommen und beherbergt, die in den Kirchen Zuflucht suchten“, als die Region zu einem Kampf- und Konfliktfeld wurde.

Unter den Bewohnern, die trotz der schrecklichen Zustände in ihrer Heimat geblieben sind, befinden sich rund 300 christliche Familien.
„Die Anwesenheit der Franziskaner ist ein Zeichen der Hoffnung inmitten von Dunkelheit und Verzweiflung“, sagt Pater Firas. Aber sie sind auf Unterstützung von außen angewiesen, vor allem auf Unterstützung finanzieller Art, denn die Dorfbewohner können weder ihre beschlagnahmte Ernte einfahren noch ihre eigenen Produkte verkaufen. Sie sind auf ständige humanitäre Hilfe angewiesen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt mehr als fünfzig Projekte für Christen in Syrien. Neben Nothilfeprogramme für gefährdete Familien in Aleppo und Damaskus führt es verschiedene Projekte zusammen mit Pater Firas Lufti durch.

Um den bedrängten und verfolgten Christen in Syrien weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Syrien

Seit Jahrhunderten feiern die Christen das größte Geschenk an die Menschheit – das Kommen Gottes in die Welt – mit Gaben und Geschenken besonders für die Kleinsten. Sie folgen auch der Tradition von Bethlehem, wo Hirten und Gelehrte dadurch das Kind anbeteten, dass sie ihm das Kostbarste brachten, was sie hatten. Gott wird ein Kind, und deshalb sind die Kleinsten auch die Protagonisten von Weihnachten. In Ländern wie Syrien sind jedoch nach neun Jahren Krieg die Kinder die großen Verlierer. Sie sind von Traumata, Krankheiten und Unterernährung betroffen.
Schwester Annie Demerjian und andere Schwestern mit Kindern.
So auch die kleine, zweieinhalbjährige Sandra, die kaum sechseinhalb Kilo wiegt. Ihr Vater war Apotheker in Aleppo und starb vor zwei Jahren an einem Hirntumor, ihr vierjähriger Bruder Mjad ist autistisch. Die Mutter, Laura, ist kaum in der Lage, sie zu ernähren. Neben der Pandemie erdrücken die Sanktionen die Bevölkerung. Strom und Brennstoffe sind knapp, was wegen des anbrechenden strengen Winters, der in vielen syrischen Städten Schnee und Minusgrade mit sich bringt, dramatische Zustände hervorrufen wird.
Laura und ihre Kinder erhalten Anoraks.

KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt seit Beginn des Krieges Lauras und andere Familien mit vielen Projekten, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. In diesem Jahr möchte das Hilfswerk KIRCHE IN NOT auch die kleine Sandra, ihrem Bruder Mjad und Tausenden anderen Kindern einen kleinen weihnachtlichen Hoffnungsstrahl bringen, nicht nur in Aleppo, sondern auch in Damaskus, Homs, Qamishli, Hassakeh, Swidaa und Horan. Zu diesem Zweck werden dank der Initiative und Unterstützung von Schwester Annie Demerjian und der Kongregation von Jesus und Maria 25 000 Anoraks in den Werkstätten von Aleppo hergestellt.

„Wir möchten Anoraks zur Verfügung stellen, damit sich unsere Kinder in dem strengen bevorstehenden Winter wärmen können, und auch, um die Wirtschaft des Landes anzukurbeln, indem wir den kleinen Fabriken durch Aufträge für die Herstellung dieser Kleidungsstücke helfen“, erklärt Schwester Annie.

Schwester Annie Demerjian mit einer christlichen Näherin.

Imad arbeitet in seinem kleinen Büro, in dem er die Muster für die Herstellung der Anoraks druckt. Er bringt seine Dankbarkeit „für diesen neuen Job“ zum Ausdruck. Denn „so Gott will, werden wir in den nächsten Monaten eine gewisse finanzielle Sicherheit haben“. Einige Kilometer davon entfernt bedient Rami eine Maschine, mit der er die Muster schneidet. Er arbeitet in einer der vielen Werkstätten in Aleppo, die für die Produktion der Anoraks zuständig sind. In den Räumen stapeln sich Stoffrollen und isolierendes Füllmaterial gegen die Kälte. „Wir sind sehr dankbar. Der Auftrag kam in einer sehr kritischen Zeit, in der wir verzweifelt nach Arbeit suchten. Sie wissen, wie schlecht die aktuelle Wirtschaftslage im Land ist. Es ist eine große Freude für uns, dank dieses KIRCHE IN NOT-Projekts in den nächsten Monaten unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Gott segne Sie“, sagt der syrische Handwerker. In dreißig Werkstätten haben rund 180 Christen und Muslime auf diese Weise Unterstützung gefunden, um in den kommenden Monaten ihre Familien ernähren zu können.

Schwester Annie ist glücklich. Denn sie konnte bereits vor Monaten den Stoff reservieren, bevor der Mangel an Winterkleidung eintrat und dabei unter vielen verschiedenen Farben wählen. Sie fügt hinzu: „Gemeinsam werden wir ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder zaubern.“

KIRCHE IN NOT spendet dieses Jahr an Weihnachten 25 000 Anoraks für syrische Kinder in Damaskus, Aleppo, Homs, Kameshli, Hassakeh, Swidaa und Horan.
Seit Beginn des Syrienkriegs unterstützt „KIRCHE IN NOT die notleidende christliche Minderheit mit über 1000 Hilfsprojekten. Um weiter helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden –
online … hier
oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
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Verwendungszweck: Syrien

Die Wirtschaft Bethlehems, die auf den Tourismus angewiesen ist, liegt durch die Coronavirus-Pandemie in Trümmern, so ein Ladenbesitzer, der an die Pilger appellierte und sagte, er sehne den Tag herbei, an dem sie sicher zurückkehren können.

Rony Tabash, Besitzer des Krippenladens in Bethlehem, sagte gegenüber der katholischen Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT (ACN), COVID-19 sei die größte Krise, die er in seinem Leben bisher erlebt habe.

Er sagte: „Mein Großvater eröffnete 1927 einen Laden in der Nähe der Geburtskirche. Mein Vater übernahm ihn 1955, und ich 2003 – in der dritten Generation. Während dieser ganzen Zeit hatten wir viele Schwierigkeiten mit unserem Geschäft, insbesondere politische Probleme.

Bethlehem Tabash Geschäft
Rony Tabash und sein Vater Victor vor ihrem Krippenladen in Bethlehem.

„Wir haben immer gesagt: ‚Wir müssen weitermachen, wir müssen weiter lächeln.‘ Wir haben immer auf Touristen gehofft. Doch als das Coronavirus kam, haben wir alle Hoffnung verloren.Es hat unser Leben zerstört.“

Er beschrieb, wie die Zahl der ausländischen Besucher in Bethlehem – normalerweise zwei Millionen pro Jahr – zusammengebrochen ist: „Wir sind so gut wie erledigt. Neun Monate ohne Arbeit; 80 Prozent von Bethlehem ist vom Tourismus abhängig. Wir brauchen Pilger und Touristen, weil wir nichts anderes haben“, sagte er.

Er fügte hinzu: „Wir haben täglich fast 100 Fälle von COVID-19. Man sieht niemanden, die Geburtskirche betreten. Normalerweise kommen zwischen 6000 und 12 000 Personen pro Tag. Jeder hier ist auf Tourismus angewiesen.“

Ein christlicher Olivenholzschnitzer in seiner Werkstatt. „Wir sind so gut wie erledigt. Neun Monate ohne Arbeit; 80 Prozent von Bethlehem ist vom Tourismus abhängig.“

Nach Angaben der Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboun, war 1950 die Bevölkerung von Bethlehem und den umliegenden Dörfern zu 86 Prozent christlich, 2016 waren es nur noch 12 Prozent.

Medienberichten zufolge sind bis zu 90 Prozent der in der Tourismusindustrie von Bethlehem Beschäftigten Christen.

Herr Tabash sagte: „Dieses Problem betrifft die gesamte Bevölkerung Bethlehems und das gesamte Heiligen Land. Die Christen sind die Minderheit, und man merkt ihnen die Belastung deutlich an… Wir hatten viele politische Probleme, aber wir sagen, dass wir die Hoffnung nie aufgeben…“

Er fügte hinzu: „Sagen Sie den Pilgern: ‚Wir warten darauf, dass Sie wieder zurückkommen. Die Kirche besteht aus uns allen. Wir sind vereint. Der Geist der Pilger ist die Kirche. Ohne die Pilger fehlt etwas im Heiligen Land.“

Mit Olivenholz-Aufträgen unterstützen wir die christlichen Familien

Durch regelmäßige Aufträge verschafft KIRCHE IN NOT christlichen Familien in Bethlehem Arbeit und Brot. Diese Initiative startete unser Hilfswerk angesichts der zunehmenden Armut christlicher Familien in der Geburtsstadt Jesu.

Die Familien leben davon, Rosenkränze und andere Devotionalien aus Olivenholz herzustellen. Durch das Ausbleiben der Pilger und Touristen drohte der gesamte Wirtschaftszweig zusammenzubrechen. Unterstützen Sie die Christen in Palästina mit der Bestellung unserer Olivenholzprodukte! Jede Bestellung hilft!

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