
Ein Gebetsblatt mit einem Gebet für den Frieden in der Ukraine gibt KIRCHE IN NOT unentgeltlich heraus. Es enthält ein sowohl für Pfarrgemeinden als auch für die private Andacht geeignetes Gebet um Frieden und Versöhnung.
Darin wird vor allem um Hilfe für alle Betroffene des Krieges und um Versöhnung unter den Kriegsparteien gebetet.

Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Zu Beginn des Krieges in der Ukraine hatte „Kirche in Not“ ein Soforthilfepaket von einer Million Euro geschnürt, das inzwischen auf 1,3 Millionen Euro aufgestockt wurde. Seitdem haben sich Hunderte freiwillige Helfer gemeldet. Das „Kirche in Not“-Büro im Breslauer Hauptbahnhof hat inzwischen Tag und Nacht geöffnet. „Restaurantbesitzer kommen und bringen uns Suppen und Sandwiches. Viele Menschen bieten an, Suppen, Eintöpfe oder Aufläufe zu kochen“, sagt die ehrenamtliche Helferin Julka. „Die Flüchtlinge erhalten sofort eine warme Mahlzeit und können sich ausruhen.“ Die Dankbarkeit sei allgegenwärtig zu spüren. Julka erzählt, dass die Flüchtlinge sie immer wieder nach ihrer Telefonnummer fragen, „weil sie mich in die Ukraine einladen wollen, wenn die Normalität wieder einkehrt“.
Es gibt auch einen Raum für Mütter mit Kindern sowie eine Stelle für medizinische Versorgung und psychologische Betreuung. Diese wird von der Ukrainerin Andżela geleitet, die seit zwei Jahren in Breslau lebt. „Die Menschen, die hierherkommen, sind verängstigt: Sie wissen nicht, was die Zukunft für sie bereithält, und sind am Boden zerstört. Ich erkläre ihnen, dass sie in guten Händen sind“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie bei Bedarf auch nachts telefonische Beratungen durchführt.
Ukrainer, die in Breslau ankommen, werden nach ihrer Ankunft auch von staatlichen Stellen betreut. „Der Gouverneur von Niederschlesien, der Woiwodschaft, zu der Breslau gehört, hat Unterkünfte organisiert. Es gibt viele Privatpersonen, die bereit sind, den Bedürftigen Gastfreundschaft und Unterkunft zu gewähren. Auch Arbeitsmöglichkeiten gibt es“, berichtet Andrzej Paś.

Zu denjenigen, die den Bedürftigen helfen, gehört Damian, ein Seminarist, der jeden Tag vom Priesterseminar der Salvatorianer in Bagno fast 40 Kilometer nach Breslau pendelt. „Wir haben erst nachmittags Unterricht, also haben wir uns freiwillig gemeldet, um zu helfen. Die Hälfte der Priesteramtskandidaten hat in den vergangenen Tagen mitgeholfen“, erklärt er.
Direktor Paś räumt ein, dass die Koordination der gesamten Initiative eine große Herausforderung sei. „Um sich ehrenamtlich zu engagieren, muss man einer Facebook-Gruppe beitreten“, erklärt er. „Dort veröffentlichen wir Informationen über alles Benötigte“, ergänzt Julka. An einem Tag seien es zum Beispiel Decken, Schlafsäcke, Verbandsmaterial, Damenbinden und Windeln. An einem anderen Tag würden dringend neue Socken und Kinderschuhe in den Größen 33 bis 39 benötigt.
Dank der Arbeit der Ehrenamtlichen werden die an das Büro von „Kirche in Not“ gelieferten Waren verpackt und sortiert. Die Hilfe von Wohltätern und Freunden sei so groß gewesen, dass ein zusätzliches Lager in der Nähe von Breslau eröffnet werden musste. Die ersten Transporte für die Menschen, die dringend auf Hilfe warten, seien nun bereits unterwegs in die Ukraine.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
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1,3 Millionen Euro stellt KIRCHE IN NOT angesichts des Kriegs in der Ukraine als Nothilfe zu Verfügung. Das sind nochmal 300 000 Euro mehr als in dem am Tag der russischen Invasion angekündigten Hilfspaket. Damit reagiert unser Hilfswerk auf die steigenden Anfragen seiner Projektpartner in der Ukraine.
Die Nothilfe geht an die katholischen Priester und Ordensleute in der Ukraine, die dem lateinischen wie dem byzantinischen Ritus angehören und unterstützt ihren Einsatz in Pfarreien, Waisenhäusern, bei alten und kranken Menschen sowie bei den Flüchtlingen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Nothilfe liegt auf den Diözesen und Exarchaten im besonders umkämpften Osten der Ukraine. Im Westen des Landes unterstützt KIRCHE IN NOT die kirchliche Flüchtlingsarbeit, die einen immer stärkeren Zustrom verzeichnet.

Auch die katholischen Gemeinden und Anlaufstellen in der bombardierten Hauptstadt Kiew stehen auf der Förderliste. Die Gelder werden dort vor allem eingesetzt, um vor allem bedürftigen Menschen zu helfen und Lebensmittel bereitzustellen.
„Besonders jetzt muss KIRCHE IN NOT die Anwesenheit von Priestern und Ordensleuten bei all jenen sicherstellen, die um ihr Überleben kämpfen“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern. „Die Menschen brauchen Kraft, Trost und Unterstützung.“
Das Hilfspaket werde die katholische Kirche stärken, „weiter vor Ort zu bleiben und den Menschen im Krieg zu dienen“, so Heine-Geldern. KIRCHE IN NOT steht seit Kriegsbeginn in ständigem Kontakt mit seinen Projektpartnern in der Ukraine und arbeitet vor Ort auch mit anderen Hilfsorganisationen zusammen.

Aus der Ukraine trafen trotz der dramatischen Situation bereits zahlreiche Danksagungen beim Hilfswerk ein. So teilte der Bischof von Odessa-Simferopol, Stanislaw Schyrokoradjuk, in einer Videobotschaft mit: „KIRCHE IN NOT war die erste Organisation, die mich fragte: ,Wie können wir helfen?’ Danke für diese Hilfsbereitschaft.“
Sein Bischofskollege Pavlo Honczaruk aus dem Bistum Charkiw-Saporischschja erklärte: „Ich danke den Wohltätern, die durch KIRCHE IN NOT ihre Berufung zur Barmherzigkeit und Liebe leben. Ich danke dem gesamten Team von KIRCHE IN NOT, allen Mitarbeitern, Freiwilligen und Wohltätern von ganzem Herzen.“
Das Engagement von KIRCHE IN NOT für die Ukraine reicht bis 1953 zurück, zunächst in der Zeit der kommunistischen Verfolgung und seit 1990 beim Wiederaufbau des kirchlichen Lebens. Unter den rund 140 Projektländern, in denen KIRCHE IN NOT aktiv ist, liegt die Ukraine seit Jahren unter den ersten fünf.

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Obwohl das Leben in den Kriegsgebieten in der Ukraine immer gefährlicher wird, sind religiöse Ordensgemeinschaften geblieben, um zu helfen. Magda Kaczmarek, Projektreferentin von „Kirche in Not“ für die Ukraine, steht im ständigen Kontakt mit zahlreichen Schwesterngemeinschaften vor Ort. „Die Schwestern sind voller Angst und Sorge, aber sie wissen sich auch getragen vom Gebet und einer weltweiten Welle der Solidarität“, berichtet sie.
Kaczmarek erzählt von einem Gespräch mit einer Schwester aus einem Kloster im Norden der Ukraine. Sowohl der Name der Schwester als auch der – laut Medienberichten stark umkämpfte – Ort müssen aus Sicherheitsgründen geheim bleiben. In den Nächten müssten sich die Schwestern mehrmals im Keller in Sicherheit bringen; sie schliefen mit Ordensgewand und Schleier, um jederzeit aus ihren Zimmern laufen zu können. Nachts sei das ganze Kloster verdunkelt, um keine Angreifer anzuziehen.
In den letzten Tagen hätten sie versucht, ihr klösterliches Leben so weit wie möglich fortzusetzen. Das Handy sei jedoch jetzt auch beim Chorgebet ein ständiger Begleiter, berichtet Kaczmarek: „So können sie schneller alarmiert werden, wenn wieder ein Angriff startet.“

Auch der eigene Keller sei nun aufgrund der erbitterten Kämpfe zu unsicher geworden. Deshalb haben die Schwestern kürzlich nachts in einem sicheren Luftschutzraum Unterschlupf gefunden. In der Nähe des Klosters seien bereits mehrere Bomben eingeschlagen; eine junge Familie sei dabei ums Leben gekommen, schildert Magda Kaczmarek. „Die Schwestern haben jetzt auch drei Familien bei sich im Kloster aufgenommen, die große Angst um ihr Leben haben.“
Das sei für die Schwestern keine neue Aufgabe. Schon lange vor dem Angriff der russischen Truppen Ende Februar klopften immer wieder Menschen an ihre Tür, darunter Familien, die vom bereits 2014 ausgebrochenen Konflikt betroffen waren. Die Schwestern leisten Seelsorge für die Verwundeten und ihre Familien. Für viele Menschen seien sie ein Zeichen der Hoffnung und Orientierung. Viele Nachbarn hätten gesagt: „Wir bleiben, solange die Schwestern bleiben. Wenn sie gehen, gehen wir auch.“

Trotz der bedrückenden Situation gebe es kleine Lichtblicke. „Die Schwestern erhalten Nachrichten aus der ganzen Welt, dass Menschen an sie denken und für sie beten. Auch bei den Freunden und Nachbarn des Klosters erfahren die Schwestern eine große Solidarität, obwohl diese Menschen ja selbst in großer Not sind“, berichtet Kaczmarek.
Die Schwestern schilderten ihr die Wirkung ihres Psalmengebets. „Die Bitten um Bewahrung vor Kriegsgefahr und die Zusagen der Nähe Gottes geben ihnen Kraft.“ Eine der Schwestern berichtet, sie hätte noch nie so viel den Rosenkranz gebetet wie jetzt.
KIRCHE IN NOT hat den Klosterbau mitfinanziert und hilft den Schwestern seit vielen Jahren kontinuierlich mit Existenzhilfen. Das Hilfswerk hat kontemplative Klöster in der ganzen Welt auch zum Gebet für die Ukraine aufgerufen. Eine geistliche Unterstützung, die auch mitten in Todesangst und Kämpfen in der Ukraine nicht unbemerkt bleibt, wie Kaczmarek nach ihren Gesprächen mit den Schwestern feststellt: „Sie spüren, dass Sie ein Teil der Kirche sind und dass viele Menschen mit Ihnen sind.“

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Das russische Militär hat nach eigenen Angaben am heutigen Dienstag eine neue Feuerpause in der Ukraine in Kraft gesetzt und „humanitäre Korridore“ in fünf Städten geöffnet. Eine davon ist die von russischen Truppen belagerte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Es gab schon mehrere Evakuierungsversuche und einige Menschen könnten die Stadt am Wochenende verlassen.
Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) hat auch langjährige Projektpartner in Mariupol, so z.B. die Paulinerpatres. Seit 3. März hatte KIRCHE IN NOT keinen Kontakt mehr zu ihnen. Erst am Sonntag hat sich Pater Pavlo, einer der Priester, bei KIRCHE IN NOT gemeldet. Am Samstagabend waren sie mit einer Kolonne von 100 Autos aus Mariupol geflohen. Sie sind noch unterwegs und an keinem sicheren Ort angekommen. Aber die Patres haben ein Inferno durchlebt. Das Hilfswerk möchte hiermit das Zeugnis von Pater Pavlo wiedergeben, als Anregung, für die Menschen im Kriegsgebiet zu beten und ihnen zu helfen.

„Mariupol ist wie Armageddon, es ist die Hölle. Bitte erzählen Sie es der Welt: Es ist eine Tragödie. Es wird nur wahllos geschossen. Die ganze Stadt ähnelt einem einzigen Kampffeld. Überall fallen Bomben. Man hört überall nur Schüsse. Mariupol ist eine Stadt, die vom russischen Militär umzingelt ist. Die Menschen sitzen nur in ihren Kellern.“
„Wir konnten kaum schlafen, niemand konnte schlafen. Von den ganzen Bombenangriffen hat der ganze Körper weh getan. Ich hatte mir in eine Ecke einen „Überlebensplatz“ eingerichtet, jeder von uns hatte Angst. Unser Kloster ist mit Hilfe von Aid tot he Church in Need gebaut worden, und der Bau ist noch nicht abgeschlossen. Leider haben wir keinen Keller. An diesen Tagen hatten wir auch keinen Strom, kein Wasser, kein Essen… nur die Vorräte, die wir mitgebracht haben. Ich hatte über zwei Tage eine Konserve gegessen; wenn man so was erlebt, hat man keinen Hunger. Ohne Essen kann man überleben, aber ohne Wasser nicht. Die Menschen sind aus ihren Häusern auf Wassersuche gegangen, einige von ihnen mussten deswegen brutal sterben. Es ist wie Selbstmord, wenn jemand in Mariupol auf die Straße geht. Wir haben unseren Gläubigen gesagt, dass sie zu Hause bleiben sollen und dass wir keine heiligen Messen feiern würden, denn es war zu gefährlich.“
„Am Samstag haben wir eine Kolonne von 100 Autos gebildet und wollten die Stadt verlassen. An allen Kontrollposten hat man uns durchgelassen, bis die Separatisten der selbsternannten Republik Donezk uns angehalten haben. Wir durften nicht weiterfahren, aber dafür Schutz in einem kleinen Dorf suchen. Von dort aus ging es dann auf Umwegen weiter. Schwangere Frauen und Kinder waren dabei. Ich werde das Bild nie vergessen, wie eine schwangere Frau auf Knien anflehte, uns durchzulassen und ihre Bitte wurde abgelehnt.“

„Sie können sich nicht vorstellen, was wir draußen alles gesehen haben. Das sind Bilder, die man nicht vergessen kann: Überall war alles zerbombt, Menschenleichen lagen auf dem Weg, wir mussten teilweise drumherum fahren. Diese Tragödie schreit zum Himmel!“
„Wir sind nun aus der Stadt weg, und ein jeder hat versucht, sein Leben an einem sicheren Ort zu retten, aber was passiert mit den Menschen, die dies nicht können und weiterhin in Mariupol bleiben? Zu vielen Menschen haben wir keinen Kontakt, wir wissen gar nicht, wo sie sind und wer noch am Leben ist. Lieber Gott, wann wird das Ganze ein Ende haben? Beten Sie für uns.“
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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
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Charkiw im Osten der Ukraine gehört zu den Städten, die aktuell am meisten unter Beschuss stehen. Am Dienstag wurde das Haus des dortigen römisch-katholischen Bischofs Pawlo Honczaruk von einem Bombenprojektil getroffen. Es riss ein Loch in das Dach; niemand wurde verletzt.
„Nun haben wir also auch noch so ein ,Geschenk’ erhalten“, erklärt der Bischof in einem kurzen Videoclip, den er dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) übermittelt hat.
Die Arbeit im Haus geht unvermindert weiter: Frauen bereiten in der Küche warme Mahlzeiten zu, diese werden in zwei naheliegende U-Bahn-Stationen gebracht, in denen sich hunderte Menschen aufhalten.

Im einem Schutzkeller hat Bischof Honczaruk nach Mitteilung der Diözese Charkiw-Saporischschja mit etwa 40 Personen Schutz vor den zunehmenden Angriffen gefunden; auch Bischof Mytrofan von der orthodoxen Kirche der Ukraine ist dort untergekommen. Die beiden Bischöfe besuchen Verletzte im Krankenhaus und packen bei der Verteilung von Lebensmitteln mit an. Der Krieg hat auch diese ökumenische Zusammenarbeit möglich gemacht.
Bischof Honczaruk berichtet von großen Schäden und zahlreichen Toten in anderen Stadtvierteln Charkiws. Die Bilder vom Bombeneinschlag auf dem zentralen Freiheitsplatz in Charkiw gingen um die Welt. Dort wurde ein Verwaltungsgebäude zerstört; es sollen nach ukrainischen Angaben mindestens 20 Personen getötet worden sein.

Das russische Militär hat mehrfach betont, in der Ukraine würden keine Zivilobjekte angegriffen. Doch ein zweiter an KIRCHE IN NOT übermittelten Videoclip zeigt schwer beschädigte Wohnblöcke, die laut dem Bischof gegenüber einer zerstörten Fabrik liegen. „Das waren Wohnungen. Alle Fenster sind zerborsten. Viele Menschen wurden getötet. Auch die Oberleitungen einer Buslinie sind zerstört“, stellt er betroffen fest.
„Hier ist überall Blut“
Der Clip zeigt mehrere ausgebrannte Privatautos; es sind Explosionstrichter zu sehen. Nur ein einzelner älterer Mann, den der Bischof zur Vorsicht mahnt, schleppt sich auf der Straße entlang. Es ist auch zu sehen, wie Bischof Honczaruk in einen Pkw blickt: „Hier wurde geschossen, da ist überall Blut.“

Die Lage in Charkiw und andernorts spitzt sich derweil weiter zu. „Kirche in Not“ hat nach Kriegsausbruch ein Nothilfe-Paket in Höhe von einer Million Euro auf den Weg gebracht. Das Geld kommt Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten. Darüber hinaus leistet das Hilfswerk Nothilfe für die vier griechisch-katholischen Exarchate und die beiden lateinischen Diözesen in der Ostukraine, die Charkiw, Donezk, Saporischschja, Odessa und die Krim abdecken.
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Dramatisch sei ihren Angaben zufolge auch die Situation in Charkiw, wo die Straßen menschenleer seien und sich die Einwohner alle in Kellern und Bunkern versteckt hielten. Der römisch-katholische Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pawlo Honczaruk, harre seit ein paar Tagen mit mehreren Familien in einem Bunker aus. Dort habe auch der orthodoxe Bischof der Region Zuflucht gesucht.
Inmitten des unaufhörlichen Bombardements sandte Bischof Honczaruk eine Dankesbotschaft an „Kirche in Not“: „Wir sind wirklich überrascht und sehr ermutigt, dass so viele Menschen für uns aktiv werden. Ich danke allen aufrichtig, dem gesamten Team von ‚Kirche in Not‘, allen Mitarbeitern, Freiwilligen und Wohltätern. Ich wünsche mir, dass dieser entfesselte Krieg so schnell wie möglich endet.“ Die kurze Nachricht endet mit den Worten: „Meine Botschaft ist kurz und ich muss Schluss machen, weil ständig Bomben fallen. Gott segne Sie!“
In der strategisch wichtigen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer kam es am Wochenende wiederholt zu Raketen- und Bombenangriffen aus der Luft und von Kriegsschiffen. In den ersten beiden Kriegstagen gab es in der ganzen Stadt lange Schlangen und der Mangel an Grundnahrungsmitteln wie Brot und Treibstoff war enorm. Der römisch-katholische Bischof von Odessa, Stanislaw Schyrokoradjuk, bestätigt, dass jetzt Hilfe aus den Nachbarländern eingetroffen sei, „aber wir leben von Tag zu Tag, die Situation ist kritisch. Wir bleiben hier und bitten um Ihr Gebet!“

In Lwiw (Lemberg), nahe der Grenze zu Polen und außerhalb der Kampfzone, setzt die Ortskirche ihre Arbeit zur Unterstützung der Bevölkerung angesichts der Ankunft Tausender Flüchtlinge in der Westukraine fort. Schwester Natalia, eine Ordensfrau der griechisch-katholischen Kongregation der Heiligen Familie schrieb „Kirche in Not“: „Wir helfen Flüchtlingen, rüsten Luftschutzbunker aus, empfangen die Menschen, ganz besonders Frauen und Kinder. Die meisten gehen ins Ausland weiter, aber sie haben die Möglichkeit, sich bei uns auszuruhen. Und wir beten gemeinsam. Danke für alles!“
Pater Justyn, ein Pauliner-Pater aus Kamjanez-Podilskyj (nahe der Grenze zu Rumänien und Moldau), berichtet über seine Reise durch das Land: „Für eine Strecke von 150 Kilometern habe ich acht Stunden gebraucht. Die Straßen waren voll, die Menschen flüchteten in Richtung Westen. Es gab Staus und Warteschlangen vor Geschäften, Apotheken und an Tankstellen. Die Menschen haben Angst, weil sie nicht wissen, was als Nächstes passieren wird. Das Gebet ist dringend notwendig.“

Ein berührendes Foto, das „Kirche in Not“ erreicht hat, zeigt einen jungen Mann in der Kathedrale von Charkiw. Er ließ sich dort kurz vor seiner Einberufung in die Armee taufen und empfing seine Erstkommunion. Die Einberufung aller Männer zwischen 18 und 60 Jahren ist für viele Familien traumatisierend. Die Projektleiterin einer der Eparchien, die sich mit „Kirche in Not“ in Verbindung gesetzt hat, um Nothilfe zu erbitten, beendete ihre E-Mail mit den Worten: „Mein Mann und meine beiden Söhne, beides Familienväter, wurden einberufen. Das ist jetzt unser Leben. Vielen Dank für Ihre Gebete und Ihre Unterstützung.“

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Nach Kriegsbeginn herrscht in der Ukraine eine Mischung aus Ungewissheit und Angst, berichtet Magda Kaczmarek, Projektreferentin für die Ukraine bei KIRCHE IN NOT. Sie steht in ständigem Kontakt mit den Projektpartnern vor Ort, die der katholischen Kirche angehören.
„Die führenden Bischöfe des Landes haben dazu aufgerufen, das Land nicht zu verlassen. Das ist eine schwierige Entscheidung, vor allem für die Priester der griechisch-katholischen Kirche, die verheiratet sind und Kinder haben. Sie fürchten weniger um ihr eigenes Leben als um die Sicherheit ihrer Kinder und Familien“, erklärte Kaczmarek.
Aus der Hauptstadt Kiew und vielen anderen ukrainischen Städten berichteten Projektpartner von Beschuss und Detonationen. Die Nacht hätten viele Menschen in Pfarren und Schutzbunkern verbracht, sagt Kaczmarek. Unklar sei, welche Ziele als nächste attackiert würden.

Der Paulinerpater Roman Laba aus Browary, einem Vorort der Hauptstadt Kiew, sagte in einer Videobotschaft gegenüber KIRCHE IN NOT, dass am Donnerstag beim ersten Raketenangriff auf die Stadt um 5 Uhr morgens sieben Menschen gestorben und etwa 17 verletzt worden seien. Sieben Raketenangriffe hätten sie insgesamt erlebt. Daraufhin hätten viele Menschen die Stadt verlassen und seien in den Westen des Landes geflohen.
„Die erste Panik ist vorerst vorbei. Viele Menschen kamen auf der Suche nach Hilfe und Obdach in unsere Pfarre, also haben wir Notunterkünfte im Keller unseres Klosters und in der unfertigen Klosterkirche eingerichtet. Im Moment haben wir etwa 80 Menschen bei uns, darunter Gemeindemitglieder und Menschen aus umliegenden Gebäuden“, erzählt Pater Roman. „Bitte beten Sie für die Ukraine“, endet die Botschaft.
Aus dem Südosten der Ukraine teilte Bruder Vasyl aus einem Dorf in der Nähe von Mariupol mit: „Wir haben keine Zeit, Angst zu haben. Wir bleiben und helfen den Menschen, diese Situation zu überstehen.“ Mariupol, eine wichtige Hafenstadt, liegt nur 60 Kilometer von der russischen Grenze entfernt und sehr nah an den Gebieten unter Kontrolle der Separatisten, und ist damit auch heftig unter Beschuss.

Die Bedrohung und die Angst vor einer weiteren Eskalation erhöhten sich von Stunde zu Stunde. Das schlage sich auch in der Haltung der Menschen nieder, berichtet Bruder Vasyl: „Einige Menschen sind zu uns gekommen, um zum ersten Mal in ihrem Leben zu beichten. Ältere und kranke Menschen rufen uns zu sich zur Beichte. So wollen sie auf den Tod vorbereitet sein, wenn es denn so weit kommen sollte.“
Neben der geistlichen Begleitung ist er mit der Unterstützung von Laien aktuell damit beschäftigt, Kinder aus mittellosen Familien zu evakuieren und auf dem Land in der Zentralukraine in Sicherheit zu bringen. „Die Kinder sind alle traumatisiert, weil es hier in der Gegend bereits Beschuss gegeben hat, und wir beruhigen sie und sagen ihnen, dass sie Erholung brauchen“, berichtet Bruder Vasyl.
KIRCHE IN NOT steht auch in Kontakt mit Weihbischof Jan Sobilo aus dem Bistum Charkiw-Saporischschja, das ebenfalls in der Ostukraine liegt. Er stammt aus Polen, aber es komme für ihn nicht infrage, sich jetzt in Sicherheit zu bringen: „Ich bin hierhergekommen, um den Menschen zu dienen. Diese schlimme Kriegszeit muss sich auch wieder in Segen verwandeln, damit die Güte und die Liebe gewinnen“, gibt er seiner Hoffnung Ausdruck.
Dennoch schließt er ein Bombardement seiner Stadt nicht aus. Er hofft weiterhin auf die Hilfe von KIRCHE IN NOT: „Das Hilfswerk stand uns immer zur Seite. Wenn es zum Schlimmsten kommen sollte: Bitte helfen Sie uns weiterhin!“
Als Reaktion auf den Kriegsausbruch in der Ukraine hat KIRCHE IN NOT ein Nothilfe-Paket in Höhe von einer Million Euro auf den Weg gebracht. Das Geld komme nach Aussage des Geschäftsführenden Präsidenten, Dr. Thomas Heine-Geldern, Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarren, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten.
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Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
Russland führt weiterhin Krieg gegen die Ukraine. Gerade im Winter wird die Infrastruktur immer wieder gezielt von Russland angegriffen, wodurch die Zivilbevölkerung leiden muss.
Die Kirche bleibt bei den Menschen und leistet handfeste Hilfe in dieser lebensgefährlichen Lage zum Beispiel in Suppenküchen, Waisenhäusern, kirchlichen Kindergärten und Flüchtlingsunterkünften.
„KIRCHE IN NOT wird die Ukraine in dieser sehr kritischen und schwierigen Zeit nicht im Stich lassen“, versicherte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Thomas Heine-Geldern. „Wir müssen jetzt den Priestern und Ordensschwestern in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in den Waisenhäusern und Altenheimen beistehen.“ In einem ersten Nothilfe-Paket wird KIRCHE IN NOT insgesamt weit über 6000 Priester und Ordensleute mit einer Million Euro unterstützen.

Der römisch-katholische Erzbischof und Metropolit von Lemberg, Mieczeslaw Mokrzycki, betonte im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Wir sind bereit, die Menschen in den Kirchen willkommen zu heißen, ihnen Lebensmittel und Wasser zur Verfügung zu stellen. Wir haben Erste-Hilfe-Kurse für Priester, Ordensleute und Laien organisiert, um notfalls verletzte Menschen pflegen zu können.“
Auch das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, erklärte: „Wir stehen vor einer schweren humanitären Krise, und die Hilfe wird immer schwieriger. Die Priester sind die einzigen Vermittler, weil sie reisen und Hilfsgüter mitnehmen können. Sie sind die Helden unserer Zeit. Sie werden nicht weglaufen. Wir werden bei unseren Leuten bleiben.“
Die Kirche bleibt bei den Menschen und nimmt die Flüchtlinge auf, KIRCHE IN NOT hilft den Helfern.

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Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
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Die katholische Kirche in der Ukraine setze ihre Hoffnung im gegenwärtigen Konflikt weiterhin auf Friedensgespräche und diplomatische Lösungen. Das sagte der römisch-katholische Erzbischof von Lemberg und Metropolit, Mieczyslaw Mokrzycki, während eines Besuchs in der internationalen Zentrale des weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN), am Montag, 21. Februar.
Die Kirche bereite sich im ganzen Land auf eine mögliche Flüchtlingswelle vor, erklärte Mokrzycki. „Wir sind bereit, die Menschen in den Kirchen willkommen zu heißen, ihnen Nahrung und Wasser zur Verfügung zu stellen. Wir haben Erste-Hilfe-Kurse für Priester, Ordensleute und Laien organisiert, um notfalls Verletzte pflegen zu können.“ Der Erzbischof berichtete, dass ukrainische Binnenflüchtlinge bereits im Westen des Landes angekommen seien. Man habe leerstehende Häuser gemietet, die nun als Flüchtlingsunterkünfte dienen.“

Aus seiner Sicht gebe es immer noch Hoffnung auf einen Kompromiss. „So lange noch geredet wird, gibt es etwas Hoffnung. Krieg bringt keine Erlösung, nur Zerstörung, Schmerz und Unfrieden“, betonte Mokrzycki.
Von der internationalen Solidarität mit der Ukraine zeigte sich Erzbischof Mokrzycki tief bewegt. „Wir sind der ganzen Weltkirche und besonders Papst Franziskus sehr dankbar, der zum Gebet für die Ukraine weltweit aufgerufen hat“, sagte er.
„Ich möchte diese Bitte erneuern: Setzt dieses Gebet fort. Betet weiter, bis der endgültige Frieden kommt!“ rief Mokrzycki auf.
Die Ukraine ist eines der Hauptförderländer von KIRCHE IN NOT. Im vergangenen Jahr hat unser Hilfswerk in dem osteuropäischen zahlreiche Projekte mit insgesamt rund 4,8 Millionen Euro unterstützt.
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Die Lage hat sich zwar etwas beruhigt, doch ist die Gefahr durch die COVID19-Pandemie nicht verschwunden. In den mittel- und osteuropäischen Ländern sind die offiziellen Zahlen der Infizierten relativ gering, aber die tatsächlichen Zahlen liegen wesentlich höher, da diese Länder keinen Zugang zu zuverlässigen Tests haben. In der Ukraine ist das Gesundheitssystem sehr schlecht ausgestattet; die Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, müssen meistens ihre Medikamente, notwendiges Verbandsmaterial und medizinische Grundausrüstung selbst mitbringen.
Priester halten weiterhin einen pastoralen Notdienst aufrecht, halten Beerdigungen, besuchen kranke und ältere Menschen, nehmen die Beichte ab und spenden die Krankensalbung. Damit werden sie folglich zur nächsthöheren Risikogruppe nach den Ärzten und dem Pflegepersonal. In der Ukraine wurden sieben Priester auf COVID-19 positiv getestet. Einer starb im Alter von 55 Jahren.

Bei den Ostergottesdiensten in den Kirchen selbst waren nur 2 % der Gläubigen dabei. Die übrigen nahmen über soziale Netzwerke an der Liturgie teil. Zurzeit ist die Teilnahme an der heiligen Messe auf zehn Gläubige beschränkt. Obwohl die katholische Kirche des lateinischen wie des griechisch-katholischen Ritus die Einschränkungen der Regierung sehr ernst nehmen, können sich die Priester der Gesundheit der Seelen nicht verweigern.
Aus diesem Grund haben viele Geistliche unter Beachtung der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen die Zahl der Heiligen Messen erhöht. Sie sind außerdem den ganzen Tag über in den Kirchen anwesend, um „die Gläubigen, die das Sakrament der Beichte oder der heiligen Kommunion empfangen möchten“, individuell zu betreuen, so Pater Mikolay Leskiv, ein Priester des lateinischen Ritus in Tscherwonohrad.
„In diesen schwierigen Zeiten müssen wir uns noch stärker um unsere Gläubigen kümmern und ihnen unseren Dienst auf dem Weg der Erlösung anbieten. Wir müssen allerdings auch für ihre Sicherheit in der Kirche sorgen. Ungeachtet der hohen Preise, die sich seit Beginn der Pandemie mehr als verzehnfacht haben, habe ich deshalb Desinfektionsmittel gekauft. Eine Flasche steht am Eingang der Kirche für die Gläubigen zur Verfügung. Eine weitere ist für den Priester bestimmt, der die heilige Kommunion austeilt, die neben dem Tabernakel aufbewahrt wird. Ich habe auch Schutzmasken für die Gläubigen besorgt, die nicht über die dafür notwendigen Mittel verfügten. Aber unsere Geldmittel sind begrenzt“, erklärt Pater Mikolay Leskiv.
Die Zeit der Quarantäne und des Lockdown geht zwar bald vorbei; die Vorschrift, eine Schutzmaske zu tragen, wird jedoch noch über Monate bestehen bleiben. Das mit Hilfe von KIRCHE IN NOT bereitgestellte Material wird voraussichtlich bis August reichen.
Das Sonderhilfepaket zur Linderung der COVID-Folgen in der Ukraine umfasst auch Unterstützung für den Lebensunterhalt von 150 Ordensfrauen aus 24 Ordensgemeinschaften in der Diözese Kamjanez-Podilskyj. Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen und der COVID-19-Beschränkungen kann das Bistum trotz der von den Ordensfrauen in Pfarren, Waisenhäusern und Krankenhäusern geleisteten außerordentlichen Arbeit für ihren Lebensunterhalt kaum aufkommen.
Gerade in dieser Zeit haben viele von Arbeitslosigkeit, Armut, häuslicher Gewalt und Perspektivlosigkeit betroffene, insbesondere junge Menschen die Hoffnung verloren. Wegen der mangelnden Betreuung seitens der Regierung werden Priester und Ordensfrauen zu deren ersten Gesprächspartnern, weil Hunderte von Menschen mit jemandem reden müssen, dem sie vertrauen. Darüber hinaus werden Geistliche und Ordensleute oft vor Ort zu „Führungskräften“, die die Gemeinden anregen und ermutigen, Selbsthilfegruppen für Bedürftige, Kranke oder Gesundheitspersonal zu organisieren. Die drei Projekte zum Schutz und zur Unterstützung der „Seelenärzte“ in der Ukraine belaufen sich auf 165.400 €.
In der Ukraine und anderen Krisenländern stehen Priester und Ordensleute an vorderster Front im Einsatz für notleidende Menschen. Damit sie auch unter den Folgen der Corona-Pandemie weiterhin ihren sozialen wie seelsorgerischen Dienst ausüben können, hat das internationale päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ besondere Hilfen zur Verfügung gestellt. Vier ukrainische Ordensschwestern berichten über ihre Arbeit in Zeiten der Pandemie.
Schwester Daniela Pukhalska ist Krankenschwester in Odessa am Schwarzen Meer. Sie arbeitet in der Abteilung für Infektionskrankheiten und kennt das Leid aus erster Hand: „Zurzeit kommen viele Patienten mit Verdacht auf Corona zu uns“, berichtet sie. „Vor einigen Tagen wurde uns mitgeteilt, dass wir ab sofort nur noch Patienten aufnehmen, die positiv getestet wurden. Es gibt so viel Arbeit, dass ich am Ende des Arbeitstages sehr erschöpft bin.“ Selbst einige der Ärzte seien in Panik geraten, einige von ihnen hätten sogar gekündigt, erzählt Schwester Daniela. Sie dagegen bleibt relativ gelassen: „Wie unser Chefarzt immer sagt: Wir wussten, in welcher Abteilung wir arbeiten und was uns erwarten könnte.“


Sie selber habe keine Angst vor einer Infektion. Diese Zuversicht sei der Gnade Gottes und dem Umstand zu verdanken, dass viele Menschen für sie und für die Kranken beten, betont die Schwester, die der Gemeinschaft „Kleine Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens“ angehört. „Ich weiß, dass viele Menschen für uns, für die Ärzte und das gesamte Personal beten, wofür wir sehr dankbar sind. Wir bitten weiterhin um Gebete, damit uns die Kraft nicht verlässt“, sagt Schwester Daniela.
Mit der Pandemie konfrontiert sind auch Schwestern, die sich um ältere und pflegebedürftige Menschen kümmern, wie zum Beispiel Schwester Justiniana aus dem Altersheim „Maria, Mutter der Barmherzigkeit“ im westukrainischen Lemberg. Dort betreuen die St.-Joseph-Schwestern 25 bettlägerige Personen, die rund um die Uhr medizinische Betreuung brauchen. Während der Corona-Pandemie haben sie die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Es sei zum Beispiel verboten, Patienten zu besuchen, erzählt Schwester Justiniana. Das Personal verwende Masken und Schutzkleidung. Alles werde streng desinfiziert. „Wir befürchten, dass uns die notwendigen Mittel und Medikamente bald ausgehen, denn es ist schwer, Nachschub zu besorgen“, berichtet Schwester Justiniana besorgt. „Trotz allem versuchen wir, nicht in Panik zu geraten, sondern die Patienten zu beruhigen und zu schützen.“
Mut für den täglichen Kampf schöpfe auch sie aus dem Glauben: „Wir haben Anfang April den 15. Todestag des heiligen Johannes Paul II. gefeiert. Wir erinnern uns an seine Worte: ,Hab keine Angst! Öffnet die Tore für Christus‛. Wenn wir uns für Christus öffnen und ihn annehmen, stehen wir unter seinem besonderen Schutz. Deshalb vertrauen wir ihm unser Zuhause und die ganze Welt an.“
Die Missionsbenediktinerin Jana Lypiwska arbeitet seit zwei Jahren in der Pfarrei des heiligen Aloisius in Schmerinka in der Zentralukraine. Ihre Hauptaufgabe war bis vor kurzem die Katechese für Kinder und Erwachsene sowie die Vorbereitung auf die Sakramente. Schwester Jana kümmerte sich aber auch um die alten und hilfsbedürftigen Menschen der Pfarrei. Das sei jetzt ihre wichtigste Beschäftigung, erzählt die Ordensfrau: „Gerade in dieser schwierigen Zeit der Ausgangssperren brauchen diese Menschen unsere Hilfe und unser Lebenszeugnis. Viele bitten uns um das Gebet. Wir öffnen unsere Kapelle für das persönliche Gebet, wir erledigen Einkäufe oder sind einfach für die Menschen in dieser schwierigen Zeit da.“
Schon vor der Pandemie war die wirtschaftliche Lage der Ukraine wegen des Krieges, in dem das Land sich seit 2014 befindet, sehr schlecht. Ersparnisse hat dort kaum jemand, und der Verlust der Arbeitsstelle durch die Pandemie bringt die Menschen an den Rand ihrer Existenz. Das spüren auch die Schwestern in Iwano-Frankiwsk in der Westukraine. Schwester Elena Gnadziuk gehört der Kongregation der „Myronositsi“ an. Ihr Kloster wird täglich von Menschen besucht, die sich in einer schwierigen finanziellen Situation befinden – täglich werden es mehr. Die Schwestern geben Lebensmittel aus. „Jedes Mal, wenn es klingelt und ich die Tür unseres Klosters öffne, sehe ich Menschen in Not“, erzählt Schwester Elena. „Gestern hat uns eine Frau um Essen für ihre drei Kinder gebeten. Nach ihr kam ein Mann, der um Essen für seine Mutter bat … Unter den Bedürftigen gibt es viele alleinstehende Menschen, die keinerlei Unterstützung haben. Wir sind für sie da.“
„Kirche in Not“ unterstützt alle genannten Klostergemeinschaften seit vielen Jahren. Das Hilfswerk fördert Ausbildung und Unterhalt der Ordensfrauen sowie ihren karitativen Einsatz. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at/helfen/spenden
