
KIRCHE IN NOT zeigt sich angesichts der Verhaftung von Bischof Rolando José Álvarez Lagos und weiterer Repressalien gegen kirchliche Einrichtungen schwer besorgt über die Lage in Nicaragua.
„Die Situation ist kritisch, die Polarisierung groß und die Konfrontation stark. Nicaragua wird von einer Krise erschüttert, die vor mehr als vier Jahren ausgebrochen ist“, erklärte Regina Lynch, Projektdirektorin am internationalen Sitz von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus. Sie rief dazu auf, die Christen Nicaraguas zu unterstützen und für sie zu beten.

Eine weitere Eskalation war die Festnahme von Bischof Rolando José Álvarez Lagos am 19. August. Er war bereits seit Anfang August in seinem Bischofshaus in Matagalpa unter Hausarrest gehalten worden. Nach Informationen von KIRCHE IN NOT befindet sich der Bischof aktuell bei Angehörigen in der Nähe der Hauptstadt Managua unter Polizeiarrest. Mit ihm wurden drei Priester, ein Diakon, zwei Priesteramtskandidaten und ein Kameramann verhaftet. Sie sitzen aktuell im Gefängnis „El Chipote“ in Managua, in dem vorrangig politische Gefangene untergebracht sind.
Bischof Álvarez ist eine der bekanntesten Stimmen, die die soziale und politische Krise in Nicaragua anprangern. Er war Mitte Mai aus Protest gegen die politischen Repressionen gegen die Kirche zeitweilig in Hungerstreik getreten. Das Vorgehen gegen den Bischof sei ein weiterer Schritt in einer Spirale der Konfrontation, stellte Regina Lynch fest: „Wir erleben derzeit einen Prozess, der die Kirche in Nicaragua zum Schweigen bringen will. Eine Lösung ist schwierig, aber wir müssen beten, dass die Feindseligkeiten nicht zunehmen.“

Derzeit befinden sich neben Bischof Álvarez insgesamt sechs Priester in Nicaragua in Haft. Neben den zusammen mit dem Bischof festgenommen Geistlichen wurden auch zwei Priester aus Granada und ein Missionar aus Siuna inhaftiert. Im März dieses Jahres hatte die Regierung den Apostolische Nuntius Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag des Landes verwiesen.
Die Regierung hat darüber hinaus hunderten sozialen oder karitativen Organisationen untersagt, weiterhin in Nicaragua tätig zu sein. Zu den Maßnahmen, die international Kritik hervorriefen, gehört die Ausweisung der von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Auch der von der katholischen Bischofskonferenz betriebene Fernsehsender und acht kirchliche Radiostationen wurden geschlossen.

Einem im Frühjahr veröffentlichten Bericht der „Beobachtungsstelle für Transparenz und Korruptionsbekämpfung“ zufolge, gab es seit 2018 rund 200 Übergriffe auf kirchliches Eigentum und Personal. Augenzeugen berichten von Brandstiftungen in Kirchen, Störung von Gottesdiensten, Einschüchterung von Gläubigen durch Polizeikontrollen im Umfeld der Kirchen. Es würden auch Inhaber von Bus- und Taxiunternehmen bedroht, die Menschen vor allem in ländlichen Gebieten zur heiligen Messe bringen.
Die Regierung unter Präsident Daniel Ortega hat es der katholischen Kirche übel genommen, dass sie sich 2018 auf die Seite der Demonstranten stellte, die sich für politische Veränderungen einsetzten.
KIRCHE IN NOT hatte bereits in dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ auf die schwierige Situation für die Kirche in Nicaragua aufmerksam gemacht. Den Länderbericht Nicaragua finden Sie … hier.
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Verwendungszweck: Nicaragua
Entführungen und Zwangskonvertierungen von Minderjährigen, die der christlichen Gemeinschaft und anderen religiösen Minderheiten in Pakistan angehören, seien laut Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore, ein ernstes Problem, das die Welt nicht ignorieren dürfe. Bei einer Portugal-Reise erklärte der pakistanische Geistliche, dies sei nicht nur eine religiöse Angelegenheit, sondern auch eine Frage der Menschenrechte.
Anlässlich eines vom portugiesischen Büro von KIRCHE IN NOT (ACN) organisierten Gebetstages im Christkönigsheiligtum der Diözese Setúbal rief Erzbischof Shaw dazu auf, diese Fälle bekanntzumachen, die so viele Familien in Pakistan betreffen.

„Wir haben die Pflicht, über diese Geschehnisse zu sprechen, um diese Fälle zu verhindern“, sagte der Erzbischof. Er fügte hinzu, dass „die Fälle von Entführungen, sexuellen Übergriffen, Zwangskonvertierungen und -verheiratung ein Problem in der pakistanischen Gesellschaft sind, das die Regierung zu kontrollieren versucht“.
Anders als man meinen könnte, seien davon nicht nur Mädchen betroffen. „Manchmal werden auch Jungen entführt, sexuell missbraucht und oft hinterher getötet“, erklärte Erzbischof Shaw.
„Stellen Sie sich die Lage der Eltern vor, die die Schulranzen ihrer Kinder vorbereiten, sie in die Schule schicken und sie dann nie wieder sehen, weil sie entführt wurden. Manchmal werden ihre Leichen gefunden, und sie können die Beerdigung abhalten und trauern. Aber in anderen Fällen bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als über das Verschwinden ihrer Kinder zu weinen.“

Die Entführung von Minderjährigen wurde in einem von KIRCHE IN NOT erstellten Forschungsbericht mit dem Titel „Hear their cries“ („Höre ihre Schreie“) thematisiert. Pakistan ist neben Mosambik, Nigeria, Ägypten, Irak und Syrien eines der Länder, in denen das Problem am größten ist.
Erzbischof Shaw dankte KIRCHE IN NOT für die Unterstützung, die es nicht nur seiner Diözese, sondern der gesamten Kirche in Pakistan gewährt hat. Er bat um weitere Hilfe bei der Aufklärung über diese Fälle, die jedes Jahr Hunderte von Menschen betreffen. „Pakistan ist ein sehr großes Land. Wenn wir von einem Problem in einem Gebiet sprechen, heißt das nicht, dass es überall auftritt. Dennoch sind diese öffentlichen Aufklärungsveranstaltungen ein wichtiger Teil der Bemühungen, die Zahl der Fälle zu verringern.“
Mit seinem Zeugnis hofft Erzbischof Shaw, mehr Menschen auf eine Wirklichkeit aufmerksam zu machen, die von der Welt so oft ignoriert wird, die aber für viele Familien in diesen Ländern wirklich dramatisch ist. „Diese Kinder können nicht einmal im Garten spielen. Wir haben die Pflicht, über diese Fälle zu sprechen, um sie zu verhindern“, sagte er.

Laut dem letzten Bericht über Religionsfreiheit, den KIRCHE IN NOT im April 2021 veröffentlichte, hat sich „das Problem der Entführung von christlichen und hinduistischen Mädchen in den letzten Jahren verschärft”.
„Asad Iqbal Butt, Vorsitzender der pakistanischen Menschenrechtskommission, hat darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der Opfer seit 2018 auf 2000 Personen pro Jahr verdoppelt habe. Die Entführer würden oft von korrupten Polizisten und Gerichtsbeamten gedeckt und behaupteten, dass die Mädchen über 18 Jahre alt seien und aus freiem Willen geheiratet hätten“, heißt es in dem Bericht.
Die Lage ist ernst. Lauf dem KIRCHE IN NOT-Bericht „brachten Eltern zahlreiche Fälle zur Anzeige. Trotz Altersnachweisen mit Ausweispapieren der Mädchen scheiteten jedoch etliche Versuche seitens der Eltern, Zwangsverheiratungen und -konvertierungen zu verhindern.“
Erzbischof Sebastian Shaw sagt, dass in seiner Diözese viele dieser Probleme durch die Arbeit einer interreligiösen Gruppe angegangen würden. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir versuchen, diese sozialen Probleme zu lösen. Es gibt Missverständnisse, die durch Dialog überwunden werden können“, erklärte er.
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KIRCHE IN NOT zeigt sich alarmiert über die Lage in Burkina Faso. Nachdem Anfang Juli mehr als zwanzig Personen in der Ortschaft Bourasso im Nordwesten des Landes von Milizen erschossen worden waren, erreichen das Hilfswerk auch aus der katholischen Diözese Fada N’Gourma im Osten von Burkina Faso besorgniserregende Nachrichten: Aufgrund der anhaltenden Terrorgefahr können zahlreiche Dörfer in der Diözese kaum noch von außen erreicht werden.
Auf Anfrage von KIRCHE IN NOT teilten die Projektpartner in Fada N’Gourma mit, dass von den über 500 Städten und Dörfern auf dem Gebiet der Diözese aktuell mehr als 90 Prozent von der Außenwelt abgeschnitten seien. Raubüberfälle, Entführungen und Morde hätten so massiv zugenommen, dass die Diözese seit Anfang 2022 ihre Seelsorger aus fünf weiteren Pfarreien abberufen musste.
In sieben weiteren Gemeinden seien die oft abgelegenen Außenstellen nicht mehr zu erreichen; die Straßen seien in der Kontrolle von Milizen und deshalb unpassierbar. Da auch die Telefon- und Internetverbindungen gekappt wurden, habe man keine Informationen über die dortigen Gemeindemitglieder.

Auslöser dieser dramatischen Situation ist der islamistische Terror, der sich seit dem Jahr 2015 in Burkina Faso immer weiter vorwärts frisst. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.
Der Bericht der Diözese Fada N’Gourma an KIRCHE IN NOT enthält auch die Aussage eines Priesters, der das übliche Vorgehen der Terroristen schildert. Demnach eroberten Milizen Ende Februar die Stadt Tombaga im Osten der Diözese. Die Bewohner seien in der Moschee zugsammengeführt worden. Die Terroristen hätten die anwesenden Christen aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. „Sie sagten, Isa (Name für Jesus im Islam; d. Red.) sei gekommen, aber seine Mission sei beendet. Mohammed sei sein Nachfolger“, zitiert der Bericht den Augenzeugen. Anschließend hätten die Milizen eine katholische Schule und weitere staatliche Bildungseinrichtungen in Brand gesetzt.

Auslöser dieser dramatischen Situation ist der islamistische Terror, der sich seit dem Jahr 2015 in Burkina Faso immer weiter vorwärts frisst. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.
Der Bericht der Diözese Fada N’Gourma an KIRCHE IN NOT enthält auch die Aussage eines Priesters, der das übliche Vorgehen der Terroristen schildert. Demnach eroberten Milizen Ende Februar die Stadt Tombaga im Osten der Diözese. Die Bewohner seien in der Moschee zugsammengeführt worden. Die Terroristen hätten die anwesenden Christen aufgefordert, zum Islam zu konvertieren. „Sie sagten, Isa (Name für Jesus im Islam; d. Red.) sei gekommen, aber seine Mission sei beendet. Mohammed sei sein Nachfolger“, zitiert der Bericht den Augenzeugen. Anschließend hätten die Milizen eine katholische Schule und weitere staatliche Bildungseinrichtungen in Brand gesetzt.
In vielen Orten der Diözese Fada N’Gourma sei es verboten, eine andere Religion als den Islam auszuüben, heißt es in dem Bericht. Mancherorts dürften zwar noch christliche Gottesdienste abgehalten werden, würden aber von den lslamisten überwacht. Trotz der prekären Lage gebe es jedoch nach wie vor ein lebendiges Gemeindeleben. Vielen christlichen Bewohnern aus den abgeschnittenen Dörfern sei die Flucht gelungen; sie hätten sich rund um die Ortschaft Matiakoali niedergelassen, wo Militär stationiert und es deshalb vergleichsweise sicher ist.
KIRCHE IN NOT unterstützt in Burkina Faso aktuell 75 Einzelprojekte, um das Überleben und die Nothilfe der katholischen Kirche in der angespannten Situation zu sichern. Im Bistum Fada N’Gourma hat das Hilfswerk den Bau einer Schule finanziert und zahlt Stipendien für Flüchtlingskinder.
Mit Messstipendien, der Gabe für die Feier einer heiligen Messe, hilft KIRCHE IN NOT den mittellosen Seelsorgern. Die Einnahmen kommen darüber hinaus häufig den karitativen Einsätzen zugute, zum Beispiel wenn ein Priester kranke oder verletzte Gemeindemitglieder ins nächstgelegene Krankenhaus bringt oder Medikamente besorgt. Da viele Kommunikationskanäle abgeschnitten sind, ist das Radio oft die einzige Möglichkeit, um Informationen weiterzugeben. KIRCHE IN NOT unterstützt deshalb die Medienarbeit der katholischen Diözese und wird das auch in Zukunft intensivieren.
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Verwendungszweck: Burkina Faso
In den letzten zwei Monaten wurden allein in einem Bundesstaat in der Zentralregion Nigerias mindestens 68 Christen getötet und viele weitere entführt oder vertrieben. KIRCHE IN NOT „ist eine Quelle des Lichts in einem Tal der Finsternis“, sagt Bischof Wilfred Anagbe.
In einem Bericht an das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) beklagt der Bischof von Makurdi, einer der Diözesen im Bundesstaat Benue, die Untätigkeit der nigerianischen Bundesregierung und zählt die dringenden Bedürfnisse von Tausenden der 1,5 Millionen Menschen auf, die aus ihren Häusern vertrieben worden sind. “Natürlich ist es für mich und mein Volk schrecklich, in einer solchen Situation leben zu müssen, um es vorsichtig auszudrücken“, sagt Bischof Wilfred Chikpa Anagbe.
Im Mittelpunkt des Problems stehen die anhaltenden Angriffe von Terroristen des mehrheitlich muslimischen Fulani-Stammes auf die mehrheitlich christlichen Bauerngemeinden in der Zentralregion Nigerias. Die Gründe für diese Angriffe sind komplex. Die Konflikte zwischen nomadischen Hirten und sesshaften Bauern reichen Jahrhunderte zurück, aber die Einfuhr hochwertiger Schusswaffen in den letzten Jahren hat die Angriffe noch tödlicher und zerstörerischer gemacht.
Der religiöse Aspekt verschlimmert die Situation in einem Land, das zwischen dem mehrheitlich christlichen Süden und dem mehrheitlich muslimischen Norden geteilt ist, wobei die meisten Zusammenstöße in der zentralen Region stattfinden, die auch das fruchtbarste Land besitzt. Dem Bischof zufolge tarnen sich die Terroristen als nomadische Hirten, um die wahre Absicht ihrer Angriffe zu verschleiern, nämlich die Christen von ihrem Land zu vertreiben.

Die Situation hat laut dem Bischof zu einer „unerträglichen Lebensmittelknappheit“ geführt. „Der Bundesstaat Benue ist bekanntlich der Nahrungsmittelkorb der Nation, aber der Terrorismus trifft die Lebensmittelversorgung.“ Infolgedessen müssen die Bauern, die sich und ihre Familien normalerweise selbst versorgen könnten, nun von Almosen leben.
„Die Notsituation hat viele in einen menschenunwürdigen Zustand versetzt, da sie oft auf Lebensmittelrationen angewiesen sind, die von anderen gespendet werden, deren wirtschaftliche Lage nicht viel besser ist.“

Makurdi beherbergt derzeit 80 % der Vertriebenen im Bundesstaat Benue, und trotz finanzieller Schwierigkeiten tut die örtliche Kirche ihr Bestes, um das Leid und die Not zu lindern, indem sie Nahrungsmittel und lebensnotwendige Güter bereitstellt. Kürzlich verteilte die Kommission für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden Lebensmittel und Kleidung an über 1800 Menschen allein in einem Lager. Die Diözese vergibt auch Stipendien an Dutzende von vertriebenen Kindern, damit sie die Chance auf eine Schulbildung haben.
Die Instabilität der Region macht dies jedoch manchmal schwierig. Der Bischof selbst sagt: „Ich bin seit einigen Jahren nicht mehr in der Lage, in Teilen meiner Diözese pastorale Aktivitäten durchzuführen.“
„Neben den oben genannten Initiativen haben wir auch die seelsorgerische Betreuung dieser Menschen nicht vergessen. In einigen der Siedlungsgebiete gibt es eine Pfarrei, die sich um die spirituellen Bedürfnisse der Binnenvertriebenen kümmert“, so der Bischof abschließend. Er fügt hinzu, dass er immer noch hofft, eine mobile Klinik anschaffen zu können, damit sich besser um die gesundheitlichen und psychosozialen Bedürfnisse der Vertriebenen gekümmert werden kann.

Die Probleme mit den Fulani-Hirten, bewaffneten Gruppen und islamischen Extremisten in Nigeria bestehen schon seit mehreren Jahren, aber die Kirche beklagt, dass die Untätigkeit der Regierung die Situation verschlimmert hat.
Nach Ansicht des Bischofs „unterstreicht das Ausmaß der Tötungen, der Vertreibung und der mutwilligen Zerstörung von Eigentum durch diese dschihadistischen Fulani-Milizen nur den nun offenbar gewordenen Plan, christliche Gemeinden in Nigeria zu entvölkern und ihr Land zu übernehmen. Es ist bezeichnend, dass die derzeitige nigerianische Regierung nichts gegen diese anhaltenden Angriffe unternimmt, und dafür Begründungen wie den ‚Klimawandel‘ oder dass auch einige Muslime manchmal bei Angriffen von so genannten Banditen getötet werden, vorbringt.“

Von den örtlichen Behörden im Stich gelassen, ist die Kirche dankbar für die Unterstützung, die sie von KIRCHE IN NOT erhalten hat, das Bischof Anagbe als „eine Lichtquelle in einem Tal der Finsternis“ bezeichnet.
KIRCHE IN NOT unterstützt weiterhin die lokale Kirche, die in vielen Teilen des Landes unter Armut und Verfolgung leidet. Im Jahr 2021 finanzierte das internationale Hilfswerk 105 Projekte in Nigeria in verschiedenen Bereichen. KIRCHE IN NOT bietet auch eine Plattform für Informationen über das Leiden der Christen und hilft den örtlichen führenden Geistlichen, sich bei internationalen Veranstaltungen zu Themen wie Religionsfreiheit und Christenverfolgung zu äußern.
Weitere Informationen zur Lage der Christen in Nigeria enthält der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“, den KIRCHE IN NOT alle zwei Jahre herausgibt: zum Bericht über Nigeria
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Verwendungszweck: Nigeria
In weniger als vier Jahren hat die katholische Kirche in Nicaragua mehr als 190 Angriffe und Plünderungen erlitten, darunter einen Brand in der Kathedrale von Managua, sowie die Verfolgung von Geistlichen unter dem Regime von Daniel Ortega. Dies geht aus dem Untersuchungsbericht: „Nicaragua: Verfolgte Kirche (2018-2022“) hervor, den das Hilfswerk KIRCHE IN NOT erhalten hat. Erstellt wurde er von Martha Patricia Molina Montenegro, Mitglied der Beobachtungsstelle für Transparenz und Korruptionsbekämpfung.
Der Bericht wurde im Mai veröffentlicht und beinhaltet daher nicht die letzte Serie von Anschlägen, die im Juni im Land stattgefunden haben. Dazu gehören die Schikanen gegen Monsignore Rolando Alvarez Lagos, den Bischof der Diözese Matagalpa, die Schließung katholischer Fernsehsender und die Ausweisung der Ordensschwestern von Mutter Teresa.

Laut der Studie liegen die angegebenen Zahlen unter der tatsächlichen Zahl der Angriffe. „Wir haben Fälle gefunden, in denen Priester, die der Diebstähle und Schändungen überdrüssig waren, beschlossen haben, nur letztere zu melden. Andere haben sich entschieden zu schweigen, weil sie nicht an das Rechtssystem glauben“, heißt es in dem Bericht.
Aus den vorliegenden Daten geht hervor, dass es sich bei 37 % der Anfeindungen um Angriffe auf Priester, Bischöfe, Ordensschwestern, Seminaristen und Laien handelt, einschließlich Fällen der Ausweisung aus dem Land, und bei 19 % um Schändungen von heiligen Stätten und Kultgegenständen. Darüber hinaus gab es zahlreiche Fälle (17 %) von Belagerungen, Zerstörungen, Brandstiftung, Sperrung von Grundversorgungseinrichtungen und Eindringen in Privateigentum, etc.

Darüber hinaus kündigte diese Woche das nicaraguanische Innenministerium die Schließung von 101 Nichtregierungsorganisationen (NGO) an, darunter die von Mutter Teresa von Kalkutta gegründete Vereinigung der Missionarinnen der Nächstenliebe. Die Ordensschwestern widmen sich der Betreuung der Ärmsten der Gesellschaft und betreiben ein Altenheim, einen Kindergarten für Kinder mittelloser Mütter und ein Heim für verlassene oder missbrauchte Jugendliche.
Fünf weitere katholische Einrichtungen sind auf der Liste zu finden. Wenn die Nationalversammlung diese Initiative nächste Woche annimmt, wird die Zahl der NGOs, die unter der Regierung Ortega für illegal erklärt worden sind, auf 758 steigen.
Am 28. Juni wurde auch Telecable, auf dem TV Merced der Diözese Matagalpa und Canal San José der Diözese Estelí ausgestrahlt wurden, vom Netz genommen. Am 31. Mai war Canal 51, ein von der Kirche betriebener katholischer Sender, bereits vom Netz genommen worden.

Die Wurzeln der Feindseligkeit seitens der nicaraguanischen Regierung liegen dem Bericht zufolge in der Unterstützung der katholischen Kirche für Studenten während der friedlichen Demonstrationen der Nicaraguaner gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Land seit April 2018. Die Kirchen öffneten ihre Türen, um Räume für den Dialog und für gemeinsames Gebet zu schaffen, aber auch, um sich um die Verwundeten zu kümmern und die Familien der Ermordeten oder Entführten zu trösten.
„Vor April 2018 gab es nur sporadisch Angriffe auf die Kirche. Anschließend haben die Feindseligkeiten zugenommen und sind eskaliert. Die beleidigende und bedrohliche Sprache und die drohenden Äußerungen des Präsidentenpaares gegenüber der katholischen Führungsebene wurden immer deutlicher. Die Aktionen von Behörden gegen die karitative Arbeit der Kirche haben zugenommen“, heißt es in dem Bericht.
KIRCHE IN NOT hatte schon in seinem Religionsfreiheit Weltweit Bericht 2021 auf die schwierige Situation im Land aufmerksam gemacht.
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Die Priester Vitus Borogo und Pater Christopher Odia wurden bei offensichtlich gescheiterten Entführungsversuchen ermordet. Nigeria wird nach wie vor von Kriminalität heimgesucht, und viele Priester sind ins Visier von Banditen geraten.
Die Ermordung von zwei katholischen Priestern in Nigeria am vergangenen Wochenende hat die örtliche christliche Gemeinschaft verunsichert und schockiert.

In einem Telefongespräch mit dem internationalen Hilfswerk “Kirche in Not” (ACN) sprach Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Kaduna am Dienstag, den 28. Juni, von Angst und Traumatisierung nach der Ermordung des 50-jährigen Priesters seiner Erzdiözese, Vitus Borogo, dessen Beerdigung für den 30. Juni geplant ist.
„Bei allen liegen die Nerven blank. Bei uns allen, beim Klerus, bei den Laien, bei allen. Die Menschen haben Angst, und das zu Recht. Die Menschen sind traumatisiert, und das zu Recht.“
„In dieser Situation ist niemand mehr sicher. Wenn man sein Haus verlässt, selbst tagsüber, ist man nicht sicher, bis man zurückkommt“, fügt er hinzu.

Kriminelle überfielen Vitus, als er seine Familie auf einer Farm in der Region Prison Farm, nicht weit von Kaduna City, besuchte. Die bewaffneten Männer erschossen ihn und entführten seinen jüngeren Bruder und einen weiteren Mann. Sie befinden sich nach wie vor in Gefangenschaft an einem unbekannten Ort.
“Das kam völlig unerwartet. Es sind Kidnapper, sie wollen Geld. Wir wissen nicht, warum sie ihn getötet haben. Offensichtlich wollten sie sie alle entführen, aber aus irgendeinem Grund haben sie sich entschieden, ihn zu töten, nur Gott weiß, warum“, sagt Erzbischof Matthew und fügt hinzu: „es war wirklich schockierend für uns alle“.
Bislang hat die Kirche keine weiteren Informationen über die Identität der Verbrecher oder ihre Forderungen, sagt Erzbischof Matthew.

Nigeria wurde in den letzten Jahren stark von Gewalt und Banditentum heimgesucht, und viele Priester wurden zur Zielscheibe von Entführern. Die Erzdiözese Kaduna ist besonders stark von Gewalt und Unruhen betroffen.
Bei einer von “Kirche in Not” organisierten Online-Konferenz vor einigen Wochen zog Msgr. Matthew eine Bilanz der Verluste: „In den letzten drei Jahren wurden sieben meiner Priester entführt, zwei wurden getötet und einer war drei Jahre und zwei Monate in Gefangenschaft. Vier wurden freigelassen. In fünfzig meiner Pfarren können die Priester nicht in ihren Pfarrhäusern leben, weil sie zur Zielscheibe werden, weil sie als leichte Geldquelle für Lösegeld angesehen werden. Ich kann keine Pastoralbesuche machen, wie ich es sonst tue, die Priester können nicht in die Dörfer gehen und die heilige Messe feiern. Die Menschen können ihre Felder nicht bestellen, also können sie sich nicht selbst ernähren. Durch diese Unsicherheit haben die Menschen keinen Zugang zu den Sakramenten“
Vitus Borogo ist der dritte Priester, der in der im Norden des Landes gelegenen Erzdiözese ermordet wurde.
Entführungen sind jedoch auch für die nigerianische Kirche im Süden des Landes zu einem Problem geworden. Am selben Wochenende, an dem Pater Vitus getötet wurde, wurde ein anderer Priester, Christopher Odia, 41, in der Diözese Auchi ermordet. Der Priester wurde bei einem gescheiterten Entführungsversuch getötet, als er aus seinem Pfarrhaus kam, um die Sonntagsmesse in der katholischen Kirche St. Michael in Ikabigbo zu feiern, heißt es in einer Mitteilung der Diözese, die “Kirche in Not” vorliegt.
Die katholische Kirche in Nigeria steht der Regierung sehr kritisch gegenüber und macht sie für die zunehmende Unsicherheit verantwortlich und dafür, dass sie nicht genug tut, um die Unschuldigen vor Kriminellen zu schützen.
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Papst Franziskus hat den Mord an zwei Jesuiten und einem weiteren Mann in Mexiko scharf verurteilt. Er wolle seine “Trauer und Abscheu” darüber zum Ausdruck bringen, sagte Franziskus am Ende der Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan. Dem Orden, dem er selbst angehört, sei er mit Zuneigung und Gebeten nahe. Zugleich betonte er, dass Gewalt keine Probleme löse.
Die beiden Jesuiten Javier Campos Morales (79) und Joaquín Cesar Mora Salazar (81) waren am Montag im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua erschossen worden. Sie sollen einem Mann, der vor Bewaffneten floh, Schutz in ihrer Kirche geboten haben. Dabei handelte es sich offenbar um einen lokalen Touristenführer, der kurz zuvor entführt worden war. Unbekannte eröffneten in der Folge das Feuer auf den Mann und die beiden Geistlichen. Ein Tatverdächtiger soll aus Auftragsmörderkreisen stammen, die einer Gruppe angehört, die für das Sinaloa-Drogenkartell arbeitet. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

Laut mexikanischen Jesuiten wurden die Leichen der Priester von den Tätern mitgenommen. Der Orden fordert deren Herausgabe sowie Schutz für die Gemeinde. Im ganzen Land finden Gottesdienste statt, die an die Opfer des Überfalls erinnern. Nicht nur die Mexikanische Bischofskonferenz ist erschüttert. Dass nun selbst Geistliche in einer Kirche niedergeschossen werden, offenbart, wie sehr ganz Mexiko unter der anhaltenden Gewalt im Land leidet.
Der Vorfall hat auch eine politische Dimension, denn Mexikos amtierender linkspopulistischer Präsident Andres Manuel Lopez Obrador hatte die Sicherheitslage zu einem zentralen Thema seiner Präsidentschaft gemacht. Erst am Montag hatte das Portal “CNN en Espanol” berichtet, es seien zwischen Jänner und Mai bereits mehr als 12.700 gewaltsame Todesfälle registriert worden. Das entspricht einem Durchschnitt von derzeit 84 Morden pro Tag. Dabei konzentriere sich die Mehrzahl der Taten auf sechs besonders gewalttätige mexikanische Bundesstaaten. Acht der gefährlichsten 50 Städte der Welt befinden sich in Mexiko. Kritiker werfen Lopez Obrador vor, seine Strategie der “Umarmung statt Schüsse” gegenüber den Drogenkartellen habe keinen Erfolg gebracht. (Quelle: Kathpress/Jesuiten)
Andrew Adeniyi Abayomi ist Pfarrvikar in der Pfarre St. Franz Xaver in Owo im Südwesten Nigerias. Er war dabei, als bislang unbekannte Täter am Pfingstsonntag ein Massaker an der dortigen Gottesdienstgemeinde verübten. Dabei wurden lokalen Angaben zufolge mindestens 38 Personen getötet und Dutzende schwer verletzt. Pfarrer Abayomi hat mit KIRCHE IN NOT über die traumatischen Erlebnisse gesprochen.
KIRCHE IN NOT: Wo befanden sie sich, als der Angriff geschah?
PFARRVIKAR ANDREW ADENIYI ABAYOMI: Die Festmesse zum Pfingstsonntag war gerade vorbei. Anschließend sollte vor der Kirche eine Prozession stattfinden. Ich stand noch im Altarraum und legte Weihrauch ein. Da hörte ich einen lauten Knall. Ich dachte zuerst: Da ist eine Tür zugeschlagen oder jemand ist gestürzt. Doch dann hörte ich weiteren Lärm und sah die Gemeinde in verschiedene Richtungen rennen. Ein Gottesdienstbesucher stürzte auf mich zu und schrie: „Herr Pfarrer, da sind Bewaffnete!“

Wie viele Angreifer waren es?
Ich habe sie nicht gesehen. Einige Augenzeugen sagen, es seien vier Personen gewesen, andere sprechen von sechs. Es sollen sich auch noch Angreifer unter die Gottesdienstbesucher gemischt haben. Wir kennen die genaue Anzahl nicht.
Hatten Sie Angst um Ihr Leben?
Ich hatte keine Angst um mein eigenes Leben. Ich habe vor allem daran gedacht, wie ich die Gemeindemitglieder retten könnte. Einige von ihnen verrammelten die Eingangstür. Ich forderte die Leute auf, in die Sakristei zu gehen. Von dort konnten sich einige ins Freie in Sicherheit bringen. Ich blieb die ganze Zeit bei den Menschen in der Sakristei.
Ich war von Kindern umringt, mehrere Erwachsene klammerten sich an mich. Ein paar Kinder haben sich sogar unter meinem Messgewand versteckt. Ich habe sie beschützt wie eine Henne ihre Küken. Viele Menschen schrien; ich habe versucht, sie zu beruhigen. Der Angriff dauerte etwa eine halbe Stunde. Er scheint sorgfältig geplant gewesen zu sein.

Was geschah dann?
Wir hörten von draußen, dass die Angreifer jetzt fort seien. Wir öffneten die Tür der Sakristei. Ich sah, dass zahlreiche Gemeindemitglieder tot oder verletzt waren. Ich war erschüttert. Ich habe die Unversehrten gebeten, die Verletzten ins Krankenhaus zu bringen. Wir ließen die Toten in der Kirche zurück und versuchten, die Verwundeten zu retten.
Der Südwesten Nigerias galt bislang als weitgehend friedlich, im Gegensatz zum Norden des Landes. Wie erklären Sie sich diesen plötzlichen Gewaltausbruch?
Wir haben gehört, dass militante Gruppen jetzt auch im Südwesten und in weiteren Landesteilen Kämpfer mobilisieren. Bislang lässt sich nicht feststellen, welcher Gruppe oder welcher Ethnie die Angreifer angehören.

Wie kümmern Sie sich jetzt um die Überlebenden?
Wir betreuen sie seelsorgerisch, besuchen sie und beten mit ihnen. Wir versuchen, die Familien der getöteten Menschen zu unterstützen. Es kommt auch Hilfe von staatlichen und privaten Organisationen, wie zum Beispiel dem Roten Kreuz. Sogar muslimische Organisationen und Imame unterstützen uns.
Wo liegt aktuell der größte Bedarf?
Wir brauchen finanzielle Hilfe, um die Überlebenden und die Familien der Todesopfer zu versorgen. Wir benötigen aber auch eine Sicherheitsstrategie. Bei dem Anschlag waren zwar Sicherheitsmitarbeiter und Polizei in der Nähe, aber sie sind uns nicht zu Hilfe gekommen. Wir brauchen jetzt einen eigenen Sicherheitsapparat.
Wie ist die Reaktion der Gläubigen auf den Anschlag?
Einige Gemeindemitglieder sind immer noch voller Angst. Wir versuchen, ihnen wieder auf die Beine zu helfen. Das Wichtigste dabei ist der persönliche Kontakt. Bei den Begegnungen mit den Gemeindemitgliedern habe ich festgestellt: Ihr Glaube ist nicht geschwächt, er ist sogar stärker geworden. Sie sind bereit, standhaft zu bleiben.

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Das internationale päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) ist zutiefst erschüttert über den schrecklichen Anschlag, der während der Pfingstfeierlichkeiten am 5. Juni in der katholischen Kirche St. Francis Xavier in Owo im Bundesstaat Ondo im Südwesten Nigerias verübt wurde und bei dem viele Menschen, darunter auch Kinder, getötet wurden.
Die Gedanken und Gebete von KIRCHE IN NOT (ACN) sind bei den Opfern, den Verletzten, ihren Familien und der gesamten katholischen Gemeinschaft in Ondo.
“Heute ist Pfingstsonntag, eine Zeit, in der jeder Katholik in der Kirche sein sollte, um das Hochfest zu feiern. Es ist traurig zu sagen, dass während der heiligen Messe Männer unbekannter Herkunft mit Gewehren bewaffnet die katholische Kirche St. Francis Xavier angegriffen haben”, sagte Pater Augustine Ikwu, Kommunikationsdirektor der Diözese Ondo, in einer Erklärung, die KIRCHE IN NOT (ACN) zugesandt wurde.
“Es wird befürchtet, dass viele Tote und Verletzte zu beklagen sind und die Kirche geschändet wurde”, sagte er.
“Die Identität der Täter bleibt unbekannt, während die Situation die Gemeinde am Boden zerstört ist”, fügte der katholische Priester hinzu.
“In der Zwischenzeit sind alle Priester der Gemeinde in Sicherheit und keiner wurde entführt”, sagte der Priester und zerstreute damit Gerüchte, die in den sozialen Medien kursierten.
“Der Bischof appelliert an uns, Ruhe zu bewahren, die Gesetze einzuhalten und dafür zu beten, dass Frieden und Normalität in unsere Gemeinde, unseren Staat und unser Land zurückkehren”, heißt es in der Erklärung abschließend.
KIRCHE IN NOT (ACN) verurteilt diesen Ausbruch von Gewalt, einen weiteren terroristischen Akt in Nigeria, einen weiteren auf der langen Liste von Verbrechen gegen Christen. Das Land wird im Allgemeinen von Gewalt, Banditentum und Entführungen erschüttert, die zwar alle ethnischen und religiösen Gruppen des Landes betreffen, aber in den letzten Jahrzehnten zu einer langen Liste von schweren Angriffen auf die christliche Gemeinschaft geführt haben.

Erst letzte Woche organisierte KIRCHE IN NOT (ACN) eine Pressekonferenz mit Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso, dem Erzbischof von Kaduna, um über die Unsicherheit und Gewalt in Nigeria zu sprechen. Obwohl die Probleme aus verschiedenen Richtungen kommen, stellte Erzbischof Matthew klar: “Die Regierung hat uns völlig im Stich gelassen; es ist das Fehlen einer guten Regierung, das dies verursacht. Banditen, Boko Haram, Entführungen – all das sind Symptome der Ungerechtigkeit, der Korruption, die im System herrscht. Wenn wir das Problem nicht an der Wurzel packen können, werden wir einen aussichtslosen Kampf führen.
Das Massaker fand im Südwesten Nigerias statt, einem Gebiet, das bisher nicht von der Unsicherheit und Gewalt betroffen war, die im Allgemeinen den Norden und den Mittleren Gürtel betrifft.
Auch wenn das Problem hauptsächlich intern ist, trägt der Westen nach Ansicht des Erzbischofs eine Mitschuld. “Zum Tango gehören immer zwei. Unsere Führer stehlen unser Geld und bringen es in den Westen, in die Schweiz, nach Paris, London und Frankfurt. Wenn der Westen ihr Geld nicht annehmen würde, würden sie es zu Hause lassen. Die westlichen Regierungen kollaborieren mit unseren Führern”.
KIRCHE IN NOT (ACN) ruft alle politischen und religiösen Führer in der Welt auf, diesen Terroranschlag auf die katholische Kirche St. Francis Xavier in Owo, Ondo State, im Südwesten Nigerias, während der Pfingstfeierlichkeiten entschieden und ausdrücklich zu verurteilen.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Nigeria und helfen Sie den verfolgten und bedrohten Christen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Nach der Misshandlung und Tötung einer jungen Christin ist es im Nordwesten Nigerias zu weiteren Attacken auf christliche Einrichtungen gekommen. Zuvor waren zwei mutmaßliche Täter festgenommen worden. Ein ökumenisches Bündnis hat für kommenden Sonntag, 22. Mai, zu friedlichen Protesten gegen die Gewalt aufgerufen.
Die 21-jährige Studentin Deborah Samuel Yakubu war am 12. Mai von Kommilitonen in Sokoto im Nordwesten Nigeria geschlagen, gesteinigt und anschließend in Brand gesteckt worden. Ihr wurde vorgeworfen, in einer WhatsApp-Gruppe den Propheten Mohammed kritisiert und damit Blasphemie begangen zu haben. Yakubu gehörte einer evangelikalen Freikirche an.

Nach der Festnahme der beiden Tatverdächtigen griffen Demonstranten unter anderem die Kathedrale der katholischen Diözese Sokoto an. Jugendliche hätten Kirchenfenster eingeschlagen und einen Gemeindebus verwüstet, teilte die Diözese KIRCHE IN NOT mit.
Lokalen Medien zufolge wurden gezielte Falschinformationen gestreut, wonach Kirchenführer wie der katholische Bischof Matthew Hassan Kukah für die Äußerungen von Deborah Samuel Yakubu verantwortlich seien. Meldungen, auch das Haus des Bischofs sei angegriffen worden, bewahrheiteten sich indes nicht.
Als Reaktion auf die Übergriffe rief Bischof Kukah die Christen auf „weiterhin das Gesetz zu respektieren und für eine Rückkehr zur Normalität zu beten“. Er dankte der Polizei und den lokalen Behörden für ihr schnelles Eingreifen, das eine Eskalation oder weitere Todesopfer verhindert habe.
KIRCHE IN NOT sieht die Situation der Christen in Nigeria mit wachsender Besorgnis. Die dschihadistische Gewalt ist vor allem im Norden Nigerias auf dem Vormarsch. Mehrfach sind auch katholische Priester entführt und ermordet worden.
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„Ich wurde in eine sehr gläubige christliche Familie hineingeboren. Die meisten Einwohner in unserem Dorf waren Muslime. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es je einen Streit oder eine Auseinandersetzung aufgrund der Religion gab.
Einige Jahre nach meiner Heirat mit Shafqat zogen wir nach Gojra und mein Mann fand dort eine Arbeit. Mein Mann ist seit zwölf Jahren teilweise gelähmt. Er hatte versucht, einen Streit zu schlichten und war dabei von einem Querschläger aus einer Waffe getroffen worden. Das Leben danach war hart, doch wir hatten Glück und fanden beide eine Arbeit an einer christlichen Schule, wo wir Hausmeisterdienste verrichteten. Nebenbei reparierte mein Mann Handys.
Im Juli 2013 stürmte die Polizei unser Haus und verhafteten meinen Mann und mich. Sie warfen uns Gotteslästerung vor. Über die SIM-Karte unseres Handys sei eine SMS über den Propheten Mohammed verfasst worden. Die Nachricht war auf Englisch geschrieben – eine Sprache, die weder mein Mann noch ich sprechen oder lesen können.
Im Gefängnis wurden wir gefoltert. Die Beamten sagten meinem Mann, dass sie mich vor seinen Augen vergewaltigen würden, wenn er die Tat nicht gestehen würde. Also tat er es, obwohl wir beide unschuldig waren.
Acht Monate waren wir inhaftiert, als wir vom Gericht schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt wurden. Unser Anwalt durfte sein Schlussplädoyer nicht zu Ende führen, keiner von uns wurde angehört. Als ich das Todesurteil hörte, wurde ich ohnmächtig.

Mein Mann und ich wurden nach der Verhandlung getrennt: Shafqat wurde in das Gefängnis von Faisalabad überführt, während ich in eine Todeszelle in Multan gebracht wurde. Meine Kinder konnten mich nur zweimal im Jahr für knapp eine halbe Stunde besuchen. Auch für sie war es sehr schwer: Sie mussten ständig umziehen und sich verstecken. Islamisten hatten sie mit dem Tod bedroht, weil sie unsere Kinder waren.
Jeden Tag habe ich geweint, weil ich nicht bei meinen Kindern sein konnte. Ich dachte ständig daran, dass mein Mann und ich eines Tages gehängt würden. Doch trotzdem verlor ich nie meinen Glauben. Ich betete jeden Tag und sang Psalmen und Hymnen. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Mehrmals wurde mir gesagt: Wenn ich zum Islam konvertiere, könnte ich der Todesstrafe entgehen und würde eines Tages freigelassen. Ich habe immer Nein gesagt.
Eine Zeit lang war Asia Bibi, die ebenfalls unter der falschen Anklage der Blasphemie zum Tode verurteilt worden war, meine Nachbarin in der Todeszelle in Multan. [Asia Bibi war 2010 als erste Frau in Pakistan zum Tod wegen Gotteslästerung verurteilt worden. Ihr Schicksal erregte internationale hohe Aufmerksamkeit. Sie kam schließlich nach einer Revisionsverhandlung Anfang 2019 frei; Anm. d. Red.]

Mittlerweile wurden weltweit Stimmen laut, die sich gegen unseren unfairen Prozess und unsere Verurteilung wandten. Sie beteten für unsere Freilassung und boten uns moralischen und geistlichen Beistand an. Und schließlich geschah es – man ließ meinen Mann und mich frei. Doch konnten wir ebenso wie Asia Bibi nicht mit unserer Familie in Pakistan bleiben, weil fanatische und extremistische Muslime darauf aus waren, uns zu töten, wenn wir in Pakistan blieben.
Wir sind jedoch sehr froh, dass ein europäisches Land uns Asyl gewährt hat und unsere Familie nun wieder vereint ist. Ich hoffe und bete, dass in meiner Heimat Pakistan die falschen Blasphemie-Anschuldigungen aufhören und dass diejenigen bestraft werden, die falsche Anschuldigungen erheben.“
Informationen zur Lage der Religionsfreiheit in Pakistan im Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT:
KIRCHE IN NOT unterstützt die pastorale Arbeit und das Gemeindeleben der katholischen Minderheit Pakistans. Das Hilfswerk hilft über die Partner vor Ort auch Personen, die wegen Blasphemie angeklagt sind und macht auf internationaler Ebene auf ihr Schicksal aufmerksam. KIRCHE IN NOT finanziert auch Initiativen, die sich gegen die Entführung von Frauen und Mädchen einsetzen.
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Karakosch ist die größte der insgesamt 13 mehrheitlich christlichen Kleinstädte der Ninive-Ebene im Nordirak. Anders als bei den meisten anderen Wiederaufbau-Projekten nach den Zerstörungen durch den „Islamischen Staat“, wurde diese Schule komplett neu gebaut. Dazu genutzt wurde das Gelände des ehemaligen Spielplatzes der Al-Tahira-Grundschule, die ebenfalls von den Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena geleitet wird.
Die Al-Tahira-Sekundarschule verfügt auf drei Etagen über Klassenzimmer, drei Labore, ein Computerzentrum, einen Konferenzraum, eine Bibliothek und eine Kapelle.

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN) International, Dr. Thomas Heine-Geldern sagte: „KIRCHE IN NOT war von Anfang an an dieser Initiative beteiligt. Es war ein Privileg, mit so vielen Einzelpersonen und Organisationen zusammenzuarbeiten, einschließlich der österreichischen Bischofskonferenz, unterstützt von der österreichischen Regierung, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.“
Heine-Geldern dankte den Wohltätern des Hilfswerks für ihre unermüdliche Unterstützung für den Irak. „Wer hätte in den dunkelsten Tagen der Belagerung durch den „Islamischen Staat“ geglaubt, dass wir nur wenige Jahre später die Eröffnung einer neuen Schule feiern würden?“

Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
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