

Als der Konflikt zwischen Regierungstruppen und separatistischen Gruppen ausbrach, haben viele Menschen ihre Häuser verlassen. Gerade die Diözese Mamfe war von dem Konflikt getroffen und hat KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten, um der Flüchtlingslage Herr zu werden. KIRCHE IN NOT stellte medizinische und psychologische Hilfe zur Verfügung und versorgte die Flüchtlinge mit Essen.
Diesen Fall und andere Beispiele von Märtyrern unserer Zeit finden Sie in unserem Buch “Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe”, das Sie in unserem Shop bestellen können. KIRCHE IN NOT möchte damit Männer und Frauen würdigen, die wegen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung gelitten haben und leiden.
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Verwendungszweck: Christenverfolgung
„Ich bin Katechet der Pfarre St. Benedikt aus Palma“, so stellte sich Paulo Agostinho Matica vor, als er dem Apostolischen Administrator von Pemba, Weihbischof Antonio Juliasse, die Kirchenbücher der Pfarre im äußersten Nordosten von Mosambik überreichte. Paulo Agostinho hatte die Unterlagen wie einen Schatz versteckt, als die Stadt am 24. März 2021 von Terroristen angegriffen wurde.
„Ich war im Pfarrhaus bei der Arbeit, als der Terrorangriff begann“, erinnert sich Paulo. Während die ersten Schüsse und Bombendetonationen zu hören waren, beschloss der Katechet, die Pfarrbücher zu retten, in denen die Eheschließungen und Taufen der katholischen Gemeinde St. Benedikt in Palma aufgezeichnet sind – eine Art „historisches Gedächtnis“ der Pfarre.
Paulo hielt sich zwei Tage im Pfarrhaus versteckt; draußen tobten die Kämpfe. Am dritten Tag entschied er sich, das Risiko einzugehen und zum Haus eines Freundes zu gelangen. Von dort aus floh er erst in ein Dorf am Stadtrand von Palma und schließlich nach Senga. Die Kirchenbücher, die er als den „Schatz“ der Gemeinde betrachtete, hatte er immer bei sich.

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht; sie treffen die gesamte Bevölkerung, Muslime wie Christen. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei über 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen.
Ende März verübten die Terroristen eine ihrer bis dahin schlimmsten Attacken in der Provinz Cabo Delgado. Es kursierten Nachrichten, dass in Palma Menschen enthauptet wurden; Hunderte von Menschen waren auf der Flucht – unter ihnen auch Paulo Agostinho Matica.
Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Als der Katechet am Vorabend des Palmsonntags in Senga ankam, fand er eine kleine christliche Gemeinde vor. „Sie sagten zu mir: ‚Wir wollen beten’. Also ging ich in die Kirche, und wir begannen zu beten.“ Wenn kein Priester verfügbar ist, wird in der Gegend von Cabo Delgado üblicherweise ein Wortgottesdienst vom Katecheten gefeiert. So begingen die Christen von Senga den Palmsonntag.
Um die Pfarrbücher nicht zu verlieren, musste Paulo einen Ort finden, der sicher war. Also ging er in das Dorf Mwagaza, wo er Verwandte hat, und blieb dort bis Mitte April. Als er hörte, dass der Eroberungszug der Terroristen vorbei war, beschloss Paulo, trotz aller Gefahren nach Palma zurückzukehren.

Was er vorfand, erschütterte ihn zutiefst: Die Kirche war geplündert worden. Die Milizen hatten viele Gegenstände in Brand gesetzt, zum Beispiel Heiligenbilder und Kirchenbänke. Auch die Lautsprecher und einige Kirchenfenster hatten sie zerstört. Alles war verwüstet.
Paulo Agostinho Matica hatte im Pfarrhaus etwa 30 000 Meticals [etwa 400 Euro] für die Ausgaben der Gemeinde aufbewahrt. Alles war weg, erzählt er: „Sie nahmen das Geld, einen Fernseher und das Motorrad.“
Gut zwei Monate nach dem Terroranschlag in Palma fuhr der Katechet in die Provinzhauptstadt Pemba, um die Pfarrbücher in einer kurzen Zeremonie zu übergeben, die KIRCHE IN NOT per Video mitverfolgen konnte.
Weihbischof Juliasse, der Apostolische Administrator der Diözese, lobte Paulos Mut und seine Entschlossenheit: „Ich bewundere sehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, die Pfarrbücher zu retten. Inmitten des Leids gibt er dieses Zeugnis der Liebe zur Kirche Gottes.“
Paulo Agostinho Matica ist es zu verdanken, dass die Pfarrbücher der Gemeinde St. Benedikt in Palma gerettet werden konnten. Wäre der Mut dieses Mannes nicht gewesen, hätten die Pfarrbücher dazu gedient, das Feuer zu schüren, das die Terroristen auf dem Boden der Kirche entfacht hatten. Nun sind sie Teil des historischen Erbes der Diözese.
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Zwischen 2012 und 2018 wurden in Mexiko 26 Priester ermordet. Es gab zudem Hinweise auf Entführungen, gewaltsame Attacken auf Kirchen und Bombenattacken.
Meistens werden Priester ermordet, um eine drohende Botschaft zu senden und um zu zeigen, dass man auch jeden anderen Priester töten könnte. Dies destabilisiert die Gesellschaft und schafft eine Kultur des Schweigens, die es den Drogenkartellen und der organisierten Kriminalität ermöglicht, zu schalten und walten.

Oftmals sind die Priester die einzigen, die den Mut aufbringen, sich für die Opfer der Kartelle einzusetzen und sich gegen die Korruption im Land zu wehren. Die Priester wissen um die Gefahr, in die sie sich begeben, aber sie folgen dem Evangelium.
Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für katholische Priester, die sich ständiger Aggression und einer stetig steigenden Anzahl an Entführungen und Morden ausgesetzt sehen, die meistens vom organisierten Verbrechen ausgehen. KIRCHE IN NOT hilft den Priestern in Mexico regelmäßig mit Messstipendien.
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Das Leben für Christen in Pakistan ist nicht einfach. Als Angehörige einer religiösen Minderheit sind sie häufig Opfer von Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Die meisten Christen gehören zu den ärmsten Schichten der Gesellschaft und sind Fabrikarbeiter, Tagelöhner, Hausangestellte, Reinigungspersonal von Abflüssen und Toiletten… Viele von ihnen finden sich ohne Zugang zu rechtlicher Unterstützung wieder und werden von den Behörden ignoriert, wenn sie versuchen, ihre Menschenrechte zu verteidigen. Christliche Frauen sind in diesem Kontext noch verwundbarer und größeren Gefahren ausgesetzt. Öffentliche Berichte über sexuellen Missbrauch und Zwangsverheiratungen werden immer zahlreicher, und doch ist die tatsächliche Zahl dieser Fälle wahrscheinlich noch höher.
KIRCHE IN NOT fördert nun ein Programm, das junge christliche Frauen, die in diesen extrem schwierigen Verhältnissen leben, stärken soll. Viele der jungen Frauen, die an dem Programm teilnehmen, sind Studentinnen oder Hausangestellte in den Außenbezirken einer pakistanischen Großstadt. Um die Sicherheit der betroffenen jungen Frauen zu schützen und sie und die lokalen Projektpartner von KIRCHE IN NOT vor jeglicher Art der Repressalien zu bewahren, gibt die Hilfsorganisation weder Namen noch Orte bekannt. Sie teilt aber dennoch die Geschichten der Frauen, die Ängste und die Sorgen, mit denen sie konfrontiert sind. Es ist die Realität, von der so viele christliche Frauen in Pakistan betroffen sind.

Eine dieser jungen Frauen ist „Samia“ (Name geändert). Sie lebt im Norden Pakistans zusammen mit ihren Eltern und vier Brüdern. Ihr Vater ist Fabrikarbeiter und ihre Mutter ist Hausfrau. Sie berichtet: „Da ich zu einer christlichen Familie gehöre, haben meine Eltern mich immer ermahnt, niemals mit anderen Menschen über religiöse Unterschiede zu sprechen. Sie haben uns beigebracht, jede Art von Diskriminierung einfach zu ertragen, da wir ohnehin keinen Einfluss haben, weil wir in einem muslimischen Land leben. Ich habe Angst von den Gesetzen diskriminiert zu werden; wir sind eine Minderheit in Pakistan, die nicht viel Unterstützung hat. Wir leben in einem Zustand der Angst und des ständigen Drucks. Wir glauben, dass wir, wenn wir versuchen, unsere Rechte zu verteidigen, aufgrund falscher Anschuldigungen der Blasphemie oder anderer Vergehen beschuldigt werden, so wie es in der Vergangenheit schon häufiger vorgekommen ist.
Dank meiner Teilnahme an dem von KIRCHE IN NOT International unterstützten Frauenförderprogramm bin ich in meinem Glauben gestärkt worden. Es hilft uns Frauen, uns unserer Verantwortung und unserer Rechte stärker bewusst zu werden. Es ermutigt uns, stark zu bleiben, gegen Diskriminierung, Zwangsbekehrung, Belästigung und Gewalt zu kämpfen und unsere gleichen Rechte zu verteidigen“, erklärt die 20-jährige. Das Programm habe sie ermutigt, „hart zu arbeiten, damit unsere Gemeinschaft eine bessere Zukunft haben kann“.

Eine andere junge Frau, die an dem Programm teilnimmt, ist „Ashia“ (Name geändert). Ihr Vater ist Straßenkehrer und verdient gerade mal 10.000 Rupien (rund 53 Euro) im Monat. „Als ich zum College ging, wurde ich von meinen Lehrern und Mitschülern oft diskriminiert, und das ging so weit, so dass ich mich nicht mehr aufs Lernen konzentrieren konnte“, berichtet die 17-jährige. Sie erzählte ihre Schwierigkeiten einer Freundin, die sie ermutigte, am KIRCHE IN NOT-Programm teilzunehmen. „Ich nahm an den Beratungsgesprächen teil und sie gaben mir neue Hoffnung, mit meinen Umständen fertig zu werden. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich den Anderen keine weitere Gelegenheit geben werde, meine Zukunft zu zerstören. Ich werde fleißig studieren und den Menschen zeigen, dass unser Herr immer bei uns ist, dass er uns Kraft gibt und uns führt und beschützt“, schließt sie.
Paradigmatisch is der Fall von „Shazia“ (Name geändert). Wie viele junge christliche Frauen hatte die 19-Jährige große Träume. Ihr Vater, ein Rikschafahrer, war der Einzige, der für den Lebensunterhalt der Familie sorgte. Mit viel Mühe seitens ihrer Familie schaffte sie es, an der Universität Software Engineering zu studieren. Doch wegen der Finanzkrise musste sie das Studium im zweiten Jahr abbrechen. „Ich begann, in einer Fabrik zu arbeiten, um meinem Vater zu helfen, die Familie finanziell zu unterstützen. Ich verdiente zwischen acht- und zehntausend pakistanische Rupien im Monat. Ich dachte, das ist mein Schicksal und das sollte meine Zukunft sein“, erinnert sie sich. Sie hatte sich mit diesem Schicksal abgefunden, bis sie das von KIRCHE IN NOT gesponserte Förderprogramm kennenlernte. „Neue Hoffnung keimte auf. Es entzündete in mir den Funken der Hoffnung, dass es möglich sein kann, etwas Anderes in unserem Leben zu tun, und das selbst verzweifelte junge Menschen wie ich es schaffen können, positive Veränderungen herbeizuführen. Der Motivationsvortrag hat mich so sehr inspiriert, und mir wurde klar, dass Bildung das einzige Werkzeug und der Schlüssel zum Erfolg ist. Alles ist möglich, wenn wir uns mit ganzem Herzen engagieren und uns mutig den Schwierigkeiten des Lebens stellen“, sagt Shazia jetzt.

Eine der jüngsten Teilnehmerinnen des Programms ist „Nasreen“ (Name geändert). Diese junge Frau war gerade 15 Jahre alt und befand sich im neunten Schuljahr an einer staatlichen Schule, als die Pandemie ihr Leben zerstörte. Ihr Vater ist Tagelöhner und befand sich durch den „Lockdown“ in großen finanziellen Schwierigkeiten, so dass er das Schulgeld und den Online-Unterricht in Zeiten der COVID-Pandemie nicht mehr bezahlen konnte. Zudem war Nasreen die einzige Christin in der Klasse. Am Ende wurde sie aus den Online-Kursen verwiesen. „Ich war sehr verletzt und aufgebracht, aber ich konnte darüber mit meinen Eltern nicht sprechen, weil sie aufgrund der schwierigen finanziellen Situation in der Familie ohnehin schon sehr litten“, erinnert sie sich. „Es war nicht das erste Mal, dass ich von meinen Mitschülern aufgrund unserer Religion Diskriminierungen und Vorurteilen gegenüber mir und meiner Familie ausgesetzt war. Ich war völlig ratlos und verzweifelt über das, was mir widerfahren ist“, erzählt Nasreen. „Dann lernte ich das Team kennen, das das Förderprojekt leitete und das einer Gruppe junger Mädchen wie mir die Teilnahme an einem Kurs anbot. Sie erklärten uns, dass eine Ausbildung unerlässlich ist, um persönlich und spirituell wachsen zu können.“ Schließlich besserte sich die Lage und Nasreens Vater konnte wieder arbeiten und ihr Schulgeld bezahlen.
Aber es geht nicht nur um den wirtschaftlichen Aspekt. Die moralische Unterstützung und Ermutigung, die die Kurse bieten, sind absolut notwendig, um diesen jungen christlichen Frauen zu helfen, die sich sonst angesichts ihres Schicksals oft überfordert und verlassen fühlen. „Ich bin KIRCHE IN NOT so dankbar, dass es mir eine so große Veränderung in meinem Leben ermöglicht hat. Jetzt erleuchtet die Kerze des Glaubens und der Hoffnung meinen Weg, und ich werde sie in Zukunft nicht durch irgendeine Art von Diskriminierung verlöschen lassen“, sagt Nasreen.
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Am 3. September 2016 wurde die spanische Ordensschwester Isabel Sola Matas, 51 Jahre alt, ermordet, als sie die Straße in Bel Air, einer Barackenstadt auf einem Hügel im Zentrum der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, entlangfuhr.
Mitten am helllichten Tag schossen zwei Unbekannte auf einem Mofa an einer Straßenkreuzung auf sie; sie wurde zweimal in die Brust getroffen. Man geht von einem Raubüberfall aus. Haiti ist eines der gefährlichsten Länder Zentralamerikas.

Schwester Isabel lebte seit 2008 auf Haiti, half den Ärmsten der Armen, so auch den Betroffenen des katastrophalen Erdbebens im Jahr 2010. Sie sorgte für sie mit Lebensmitteln und Schulbildung. Sie war Krankenschwester und richtete eine Werkstatt zur Herstellung von Prothesen für die durch das Erdbeben verstümmelte Menschen ein.
Kurz vor ihrem Tod verfasste Schwester Isabel ein persönliches Zeugnis: „Ich hoffe, dass ich das getan haben werde, was ich immer liebte: mein Leben zu geben, mein Volk zu lieben und zu dienen.”
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Der Priester war auf dem Weg in das Dorf Takum, um an einem Treffen zur Streitschlichtung teilzunehmen, das eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen dem Stamm der Tiv und dem Stamm der Jukun zum Ziel hatte, als er im Dorf Kufai Amadu von bewaffneten Männern angegriffen wurde, die ihn später töteten und sein Auto anzündeten.
Pfarrer David Tanko gab sein Leben in dem Bestreben, zwischen zwei verfeindeten Stämmen den Frieden herbeizuführen. KIRCHE IN NOT unterstützt viele Projekte, die sich für Frieden einsetzen. So unterstützte KIRCHE IN NOT beispielsweise in Nigeria ein großes Treffen für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, das von der Fokolar-Bewegung organisiert wurde.
Die Beispiele von aktuellen Märtyrern stammen aus unserem Büchlein „Kalender der Märtyrer und Zeugen der Liebe“, das Sie in unserem Shop bestellen können: zum Kalender der Märtyrer
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Verwendungszweck: Nigeria
Auch nach dem blutigsten Massaker seit Beginn der islamistischen Gewalt in Burkina Faso sei das Zusammenleben der Religionen und der interreligiöse Dialog nicht gefährdet. Das hat der katholische Bischof von Dori, Laurent Dabiré, gegenüber KIRCHE IN NOT betont.
„Das Land wird von unterschiedlichen Gruppen angegriffen, die den Islam als Mittel der Propaganda oder zur Mobilisierung nutzen. Der Islam der bewaffneten Gruppen ist nicht der Islam unserer Brüder. Die Muslime Burkina Fasos werden selbst zum Ziel“, so der Bischof. Ihm zufolge funktioniere Burkina Faso das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen oder Angehörigen anderer Religionen.
Einer Fortführung oder gar Intensivierung des interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen stehe daher nichts im Wege. „Wir müssen hoffen, dass der Dialog der Religionen zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Ich denke dabei besonders an die Flüchtlingsfrage.“

Aufgrund des islamistischen Terrors gibt es eine zunehmende Zahl an Binnenflüchtlingen; nach UN-Angaben sind es über eine Million. „Besonders in den vergangenen beiden Monaten hat die Zahl wegen der erneuten Angriffe zugenommen“, erklärte Bischof Dabiré.
In der Nacht zum 5. Juni waren bei einem terroristischen Angriff mutmaßlich islamistischer Gruppen in dem Ort Solhan im Osten von Burkina Faso über 100 Personen ermordet worden. Bischof Dabiré zufolge sind die tatsächlichen Opferzahlen noch unklar und bewegten sich nach Medienberichten zwischen 100 bis 170. „Darunter sind auch vier Christen“, so der Bischof.
Im Anschlagsort Solhan gebe es dem Bischof zufolge eine lebendige christliche Gemeinde. Bereits vor dem Anschlag aber seien viele Christen wegen der brenzligen Sicherheitslage geflohen.

„Die Angst überkommt die Christen wie alle anderen vom Terror betroffenen Menschen in Burkina Faso auch. Sie haben als Christen allerdings einen zusätzlichen Grund, sich vor einem aufgezwungenen Islam zu fürchten. Sie könnten ihre Religionsfreiheit, ja ihr Leben verlieren“, erklärt der Bischof.
Die Angst vor weiteren Anschlägen sei religionsübergreifend groß: „Die Menschen sind sprachlos. Besonders die Menschen in der betroffenen Sahelzone fragen sich: Wer wird das nächste Ziel sein? Das Massaker hat nicht nach Ethnie oder Religion unterschieden“, sagte der Bischof.
Noch sei unklar, wer genau die Täter waren, so Dabiré. „Man weiß nicht genau, wer warum angegriffen hat. Aber am plausibelsten ist es, anzunehmen, dass es sich um die bewaffneten Gruppen handelt, die seit 2015 das Land heimsuchen. Es ist eine weitere ihrer Untaten. Sie wollen dadurch zeigen, dass sie stark sind, und von sich reden machen.“

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.
Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Die übrige Bevölkerung gehört traditionellen Religionen an.
KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche Burkina Fasos dabei, den von islamistischer Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumatisierungen gefördert.
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In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“
Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.
„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“
Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“
Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“
KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.
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Pfarrer Francois Mourad wurde am 23. Juni 2013 im Franzis kanerkloster St. Antonius von Padua in Ghassanieh im Westen Syriens ermordet.
Er war aus Sicherheitsgründen in das Kloster der Kustodie umgezogen, um die wenigen dort verbliebenen Ordensbrüder zu unterstützen, zusammen mit einem anderen Priester und den Rosenkranzschwestern.

Das Kloster wurde von militanten Islamisten der damaligen Dschihadisten-Gruppe „Al-Nusra-Front“ angegriffen. Bei dem Versuch, die Schwestern und andere Personen zu retten, wurde Pater Francois erschossen. Er war sich der Gefahr seiner Situation durchaus bewusst und hat tapfer sein Leben für den Frieden in Syrien und auf der ganzen Welt geopfert.
Pater Mourad hatte einen Traum und begann dafür mit dem Bau eines Klosters in Aleppo, um „Gott vor allem unter den armen Menschen präsent zu machen”, wie er an KIRCHE IN NOT geschrieben hatte. Er schrieb: „Und wieder einmal klopfen wir an eure Tür, die einzige Tür, die für uns noch offen ist, da es keine andere Organisation gibt, die uns noch helfen kann.” Dann brach der Krieg aus, und die Hauptsorge der Franziskaner war es, der leidenden Bevölkerung zu helfen – ungeachtet ihres ethnischen oder religiösen Hintergrunds.
KIRCHE IN NOT setzt nun die großartige Arbeit von Pfarrer Mourad fort, indem das Hilfswerk beispielsweise einen Teil der Kosten des Kindergartens für Flüchtlingskinder übernimmt, der von Franziskanerinnen in Damaskus geleitet wird und in dem die Kinder von rund 50 syrischen und sudanesischen Flüchtlingsfamilien aufgenommen wurden.
Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto im Nordwesten Nigerias hat bestätigt, dass seitens seiner Diözese Kontakte zu den Entführern aufgenommen wurden, die am 21. Mai den 75-jährigen Priester Joseph Keke verschleppt haben. „Es ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, mit Kriminellen und Mördern zu verhandeln, die in einer zivilisierten Umgebung eigentlich für immer weggesperrt sein sollten, von deren Gnade wir aber jetzt abhängig sind“, sagte Kukah dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.
Die Entführer hätten zunächst umgerechnet knapp 200.000 Euro Lösegeld verlangt; später hätten sie ihre Forderungen auf an die 100.000 Euro reduziert, berichtete der Bischof. Die Verhandlungen dauerten noch an. Die Kidnapper nutzten einheimische Kollaborateure oft als Informanten. Sie wählten nur „weiche Ziele“ aus, also wehrlose Personen oder leicht zugängliche Orte, so Kukah: „Ihre einzige Motivation ist das Geld.“

Am Freitag vor Pfingsten war Joseph Keke zusammen mit seinem Amtsnachfolger Pfarrer Alphonsus Bello in der Pfarrei St. Vinzenz Ferrer in Malunfashi im nordnigerianischen Bundesstaat Katsina gefangen genommen worden. Bello wurde am nächsten Morgen in der Nähe getötet aufgefunden. Wie internationale Medien berichteten, wurde der Priester nur 30 Jahre alt. „Pfarrer Bellos Tod ist Teil der sinn- und endlosen Verluste, die unsere Nation verschlingen“, sagte Bischof Kukah.

Wie die Nachrichtagentur „Fides“ berichtet, hatten am Pfingstmontag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja hunderte Menschen gegen die zunehmenden Entführungen demonstriert, die alle Teile der Gesellschaft und alle religiösen Gruppen betreffen. Kirchenvertreter hatten zu Pfingsten erneut die Untätigkeit des Staates kritisiert, der den anhaltenden dschihadistischen Überfällen, Entführungen durch kriminelle Banden und Übergriffen radikalisierter Hirten nichts entgegensetze.
Massive Kritik kommt auch von Bischof Kukah. Die Regierung sei in das zunehmende Chaos verstrickt, erklärte er gegenüber KIRCHE IN NOT: „Sie wollen kein egalitäres und geeintes Land schaffen. Ihr Fokus liegt auf dem Aufstieg eines Islam, den selbst 80 Prozent der Muslime nicht gutheißen. Wir sind im Würgegriff der salafistischen Form des Islam.“
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46 Jahre lang lebte der gebürtige polnische Priester Kazimierz Wojno in Brasilien. Er war beliebt und bekannt als „Pater Casimiro“.
Am Abend des 21. September 2019 drangen nach der letzten Samstagabendmesse sechs Männer in die Kirche am Heiligtum „Unserer Lieben Frau der Gesundheit“ im Norden der Hauptstadt Brasilia ein.

Sie nahmen den Priester und den Küster als Geiseln. Letzterem gelang die Flucht. Der Pfarrer hingegen wurde später auf einem an die Kirche angrenzenden Grundstück mit gefesselten Händen und Füßen und einem Draht um den Hals tot aufgefunden.
Es war nicht das erste Mal, dass diese Kirche überfallen wurde.
Brasilien gilt als Land mit den meisten Katholiken weltweit. Doch besonders protestantische Pfingstbewegungen haben großen Zulauf. Die brasilianischen Projektpartner von KIRCHE IN NOT bitten daher um Unterstützung und Stärkung ihrer Pfarren. Brasilien ist ein wichtiges Projektland für KIRCHE IN NOT. Mit fast zwei Millionen Euro hat das Hilfswerk 2019 die Seelsorge in dem südamerikanischen Land unterstützt.
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Am 7. April 2014 drangen zwei maskierte Männer in das Haus der Jesuiten in Homs ein und ermordeten Pater Frans van der Lugt mit zwei Kopfschüssen. Er wurde 75 Jahre alt.
Pater Frans wird immer für seine Solidarität und Unterstützung all derjenigen in Erinnerung bleiben, die an seine Türe klopften, seien es Christen oder Muslime.

Obwohl viele Menschen bereits aus der Stadt evakuiert worden waren, entschied sich Pater Frans, bei den Menschen zu bleiben, mit denen er 50 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Er wollte weiter dort helfen, wo Not war, vor allem dort, wo Menschen hungerten.
In Syrien ist der Frieden bis heute nicht in den Norden des Landes vorgedrungen. Das internationale Embargo gegen Syrien macht die Nothilfe für die Menschen vor Ort nahezu unmöglich. KIRCHE IN NOT unterstützt hunderte christliche Familien mit verschiedenen Projekten im Land, vor allem in der Stadt Aleppo, wo die Entbehrungen besonders stark sind und wo KIRCHE IN NOT in der Lage ist, über 5000 Familien monatlich mit Gutscheinen für Lebensmittel zu versorgen.
Unterstützen Sie notleidende Christen in Syrien mit Ihrer Spende: online … hier