Christenverfolgung Archive - Seite 4 von 13 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Christenverfolgung

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Eine Christusstatue rettete den „Missionsfranziskanerinnen von Christus König“ 2006 das Leben, als Tausende aufgebrachte Muslime das Gelände der katholischen Marienkirche stürmten, auf dem sich auch das Kloster und die Schule der Schwestern befinden. Bis heute sind Gewaltausbrüche eine Bedrohung für die christliche Minderheit in Pakistan.

Die ganze islamische Welt war in Aufruhr, als eine dänische Zeitung im September 2005 Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Als einige Wochen später in der Stadt Sukkur im Süden Pakistans auch noch das Gerücht aufkam, ein Christ habe Seiten aus dem Koran verbrannt, brach auch dort ein Tag des Zornes und der Rache herein.

Eine wütende Menge zerstörte zuerst die protestantische Erlöserkirche und richtete dann ihre Wut gegen die katholische Marienkirche. Die Männer rissen Heiligenfiguren herunter, warfen Bänke um, schleuderten liturgische Gegenstände auf die Erde und versuchten, gewaltsam den Tabernakel aufzubrechen. Schließlich steckten sie die Kirche in Brand.

Schwester Rosey mit Schulkindern vor der Statue Christi in Sukkur (Pakistan), die den Schwestern das Leben rettete.

Heiligenfiguren zerstört und Kirche in Brand gesteckt

Auf dem Weg zum Schwesternkloster fiel dem Mob jedoch die große Christusstatue ins Auge, die zwischen Kirche und Kloster steht. Die weiße Steinfigur stellt Christus als König dar. Nun richtete sich der Hass der Männer gegen Christus.

Sie versuchten, die Statue zu zertrümmern, diese erwies sich jedoch als massiver als gedacht. Immer wieder schlugen sie darauf ein, aber es gelang ihnen nicht, sie zu zerstören. Während sie noch am Werk waren, traf die Polizei ein. Die Schwestern waren gerettet.

Seit 80 Jahren sind die Ordensfrauen in Sukkur tätig. Sie kümmern sich vor allem um die Erziehung von Kindern und Jugendlichen und setzen sich für Frauen ein, die sozial benachteiligt sind. Häusliche Gewalt ist weit verbreitet. Viele Frauen haben keine Schule besucht und können sich nur als Hausangestellte und als billige Arbeitskräfte auf den Feldern der Großgrundbesitzer verdingen. Nicht selten werden sie sexuell belästigt.

Schwester Rosey mit Kindern vor der Marienkirche in Sukkur in Pakistan (Archivbild). Die Kirche wurde durch die Monsun-Regenfälle und die anschließende Flut 2022 stark beschädigt. KIRCHE IN NOT unterstützt die Reparaturarbeiten.

Religiöse Minderheiten stark benachteiligt

Wenn sie religiösen Minderheiten angehören, ist ihre Lage noch schwieriger. Bisweilen kommt es zu Fällen von Entführungen und Zwangsverheiratungen, wobei die jungen Frauen gezwungen werden, zum Islam überzutreten.

Nun stehen die Schwestern vor einer neuen Herausforderung: Im vergangenen Jahr kam es zu den schlimmsten Überschwemmungen seit 30 Jahren, die weite Teile Pakistans verwüsteten. Auch Sukkur war betroffen.

Ein Mann steht im Hochwasser im Südosten Pakistans, wo die Überflutungen besonders verheerend waren.

Schlimmste Flut seit 30 Jahren

Schwester Rosey Yacoob berichtet: „Der Regen und die Überflutung haben schwere Schäden an unserem Kloster angerichtet. Das Dach ist undicht, es gab einen Kurzschluss, Türen und Fenster wurden beschädigt. Es sind viele Instandsetzungsarbeiten notwendig. Wir bitten Sie um Hilfe.“

Wir möchten die Schwestern nicht im Stich lassen und haben ihnen 18.000 Euro versprochen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Schwestern und die Reparaturarbeiten mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Gut die Hälfte der Landesfläche Burkina Fasos befindet sich laut Bischof Laurent Birfuoré Dabiré aus Dori in der Hand dschihadistischer Truppen; zwei Millionen Menschen seien innerhalb des Landes auf der Flucht.

Bei den Eroberern handle es sich um unterschiedliche Gruppierungen, eine der größten sei die „Unterstützungsgruppe für den Islam und die Muslime“ (JNIM), teilte der Bischof im Gespräch mit KIRCHE IN NOT mit: „Es wird deutlich, dass das eigentliche Ziel darin besteht, die heutige Gesellschaft zu unterdrücken, die eine multireligiöse Gesellschaft des Dialogs und der Koexistenz ist.“

Der Terror richte sich gegen alle Einwohner der Landes, „die sich nicht zum gleichen Islam bekennen wie die Dschihadisten, einschließlich der Muslime“.

In einem Flüchtlingscamp in Burkina Faso.

„Terror richtet sich gegen alle Einwohner”

Auch für die Arbeit der katholischen Kirche im Land seien die Folgen des Terrorismus in den vergangenen sieben Jahren „schrecklich“. Drei der sechs Pfarrgemeinden seiner Diözese Dori hätten aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen, berichtete Bischof Dabiré.

Die Gläubigen eines Ortes würden oft von sich aus darum bitten, da ihnen bewusst sei, dass Priester und kirchliche Mitarbeiter einer stärkeren Gefahr durch die Dschihadisten ausgesetzt seien. Erst Anfang des Jahres wurde im Nordwesten des Landes ein Priester ermordet.

Die Menschen in Burkina Faso seien erschöpft. „Viele haben Familienangehörige verloren; es gibt auch viel materielle Zerstörung.“ Viele Menschen würden aus Angst vor Anschlägen die Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen nicht mehr besuchen.

Menschen in Burkina Faso auf der Flucht.

Kontakt mit den Flüchtlingen via Radio

„Wir verstehen sie und verlangen nicht, dass sie über ihren Mut hinausgehen“, teilte Bischof Dabiré mit, der auch Vorsitzender der gemeinsamen Bischofskonferenz von Burkina Faso und Niger ist.

Die Kirche habe eine eigene Flüchtlingsseelsorge auf die Beine gestellt. „Auch das Radio hilft uns sehr, die Vertriebenen zu erreichen.“ Deshalb finanziert KIRCHE IN NOT unter anderem die Verteilung von Solar-Radios.

Es gebe auch Versuche, mit den Menschen in den besetzten Gebieten Kontakt zu halten, berichtete der Bischof: „Manchmal ist es uns auch gelungen, Lebensmittel und Hilfsgüter in abgelegene Gebiete zu schicken. Wir passen uns der Situation an, so gut wir können.“

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Särge mit den Opfern eines Anschlags auf eine Kirche in Burkina Faso.

Seit 2015 von Terror heimgesucht

Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Truppen heimgesucht; sie rekrutieren sich aus der einheimischen Bevölkerung und aus dem Ausland. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Etwa ein Viertel der Bevölkerung des Landes sind Christen.

Ende September 2022 hatte sich in einem erneuten Staatstreich Hauptmann Ibrahima Traoré an die Macht geputscht. Während sich mit dem ersten Umsturz noch gewisse Hoffnungen im Kampf gegen den Terror verbunden hätten, sei die Bevölkerung jetzt skeptisch, teilten lokale Ansprechpartner unseres Hilfswerks mit.

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Burkina Faso: Christ-Sein in Burkina Faso ist ein ständiger Akt des Glaubens und des Heldentums.

St. Pölten, 10.07.2023 (KAP) Eine Wanderausstellung des Hilfswerks “Kirche in Not” zum Thema Christenverfolgung ist derzeit in der Herz Jesu-Kirche in Amstetten zu sehen. “Christsein war noch nie so gefährlich wie heute”, betonte der österreichische “Kirche in Not”-Nationaldirektor Herbert Rechberger bei der Eröffnung der Schau am Sonntag. Christinnen und Christen in über 50 Ländern würden aktuell verfolgt, inhaftiert, schikaniert oder sogar umgebracht. 200 Millionen Menschen seien betroffen, am stärksten Christinnen und Christen in Nordkorea, Somalia und im Jemen.

Drei Wochen lang ist die Wanderausstellung in Amstetten zu sehen. Das Thema sei leider nach wie vor hochaktuell, so Rechberger, “obwohl die Religionsfreiheit in den Allgemeinen Menschenrechten von 1948 verankert worden ist”. Christinnen und Christen seien seit 2.000 Jahren mit Verfolgung konfrontiert. In Nordkorea gelte ein Bekenntnis zum Christentum etwa als Hochverrat. Daher müssten dort die Gläubigen ihr Christsein geheim halten, um nicht verhaftet und in ein Arbeitslager verbracht zu werden.

Besonders sorge sich Rechberger, dass in den “Ursprungsländern des Christentums” im Nahen Osten die Christinnen und Christen verschwinden. Aber auch in Staaten, wo man es weniger vermutet, wird Gläubigen in manchen Regionen schwer zugesetzt, etwa in Indien durch fanatische Hindus oder in Nigeria durch die islamistische Terrorsekte Boko Haram. Exemplarisch nannte Rechberger auch Pakistan, wo Blasphemie oder die Schmähung des Propheten Mohammed streng bestraft wird.

(quelle: Kathpress)

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Kirchenvertreter in Nigeria zeigen sich bestürzt über ein Video, in dem der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Kaduna, Nasir El-Rufai, systematische Benachteiligung von Christen zugibt. El-Rufai hat den zentralnigerianischen Bundesstaat Kaduna von 2015 bis 2023 geleitet. Er gehört der Partei All Progressive Congress (APC) an – der politischen Heimat des neuen Präsidenten Bola Tinubu und seines Vorgängers Muhammadu Buhari.

Faire Behandlung trotz Benachteiligung?

In einer Rede vor muslimischen Geistlichen erklärte El-Rufai, warum er keine Christen in die lokale Regierung aufgenommen habe: „Diejenigen, die keine Muslime sind, wählen unsere Partei nicht – zumindest die meisten von ihnen. Warum sollte ich ihnen also das Amt des Vize-Gouverneurs geben?“ Im Süden des Bundesstaats Kaduna sind die Christen in der Mehrheit, im Norden die Muslime. In Nigeria liegt das Verhältnis von Christen und Muslimen bei etwa 50:50.

Laut dem ehemaligen Gouverneur habe seine Regierung Christen „immer fair behandelt“. Gleichzeitig hebt er jedoch hervor, dass er mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiete bevorzugt habe: „Das, was ich Jaba [einem mehrheitlich christlichen Gebiet; Anm. d. Red.] gebe, ist nur ein Teil dessen, was ich Kubau [wo Muslime in der Mehrheit sind] gebe, weil Jaba nicht für uns gestimmt hat.“ Abschließend rief El-Rufai seine Zuhörer auf, dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft Muslime die Kommunalpolitik dominieren.

Beisetzung des entführten und anschließend ermordeten Priesterseminaristen Michael Nnadi aus Kaduna (Archivbild aus 2020). © Kirche in Not

„Hasserfüllte Deklaration“

In einem Schreiben an den seit Ende Mai amtierenden Gouverneur von Kaduna, Uba Sani, das dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT vorliegt, bezeichnete eine Gruppe katholischer Priester die Äußerungen seines Vorgängers als „spalterische, hasserfüllte, jedem staatsmännischen Denken entbehrende Deklaration der politischen Vorherrschaft des Islam in Nigeria“. Die christlichen Gemeinden seien in den vergangenen Jahren „Leidtragende der Schrecken einer ineffizienten Regierungsführung“ gewesen, schreiben die Seelsorger.

Nach Recherchen von KIRCHE IN NOT wurden allein seit Anfang 2022 im Bundesstaat Kaduna mindestens elf Priester entführt. Zwei von ihnen wurden ermordet, von zwei anderen fehlt jede Spur. Die Priester kritisierten auch die Untätigkeit der Polizei und der Behörden, Christen und kirchliche Einrichtungen vor islamistischen Gruppen und kriminellen Banden zu schützen: „Als einzige Antwort kamen von der Regierung absurde Anschuldigungen, sie hätten ihre Mörder provoziert und die Gräueltaten seien gerechtfertigte Rachemorde.“

Angehende Priester im Bundesstaat Kaduna. © Kirche in Not

„Religion darf nie zur Verschleierung von Versagen verwendet werden“

Trotz dieser scharfen Kritik betonten die Priester aus dem Bundesstaat Kaduna ihren Willen zur Zusammenarbeit mit der Regierung: „Die Religion sollte den Platz einnehmen, der ihr nach der Verfassung zusteht, und darf niemals zur Verschleierung von Inkompetenz und Versagen verwendet werden. Der Frieden und Fortschritt unseres Staates sollen nie einem politischen Zweckdenken weichen.“

Nach Angaben des am 22. Juni erschienenen Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT ist Nigeria eines der Länder, in dem am meisten religiöse Verfolgung herrscht. Vorwiegend Christen, aber auch Muslime und Anhänger traditioneller Glaubensrichtungen fallen der Gewalt zum Opfer. Geistliche und Gläubige leiden unter den Verbrechen der inländischen und ausländischen Dschihadisten und kriminellen Banden. Weitere Informationen zur Lage in Nigeria: Bericht über Nigeria 

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62 Prozent der Menschen weltweit leben in Ländern, in denen das Menschenrecht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit eingeschränkt ist. In 61 Staaten, rund einem Drittel der Länder weltweit, kommt es zu Diskriminierung oder Verfolgung aufgrund der Religion und Weltanschauung. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Religionsfreiheit weltweit 2023“, die das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (international „Aid to the Church in Need, ACN) heute präsentiert hat.
Weltkarte aus dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2023“: Länder mit schwerwiegenden Verletzungen der Religionsfreiheit.

„Religiöse Verfolgung hat zugenommen“

„Wir stellen fest, dass religiöse Verfolgung weltweit zugenommen hat: In 47 der untersuchten Länder hat sich die Situation in den vergangenen zwei Jahren verschlimmert, darunter in großen Nationen wie Indien, China, Pakistan, aber auch in zahlreichen afrikanischen Ländern. Betroffen sind nicht nur religiöse Minderheiten, sondern auch Mehrheitsreligionen“, erklärte der Vorsitzende des Redaktionsteams von „Religionsfreiheit weltweit 2023“, Mark von Riedemann. Nur in neun Staaten seien zaghafte Verbesserungen eingetreten, zum Beispiel in Ägypten, Jordanien oder Katar.

„Kirche in Not“ gibt den Bericht zum 16. Mal heraus; er nimmt 196 Länder und alle Religionen in den Blick. Rund 30 internationale Journalisten und Beobachter haben Entwicklungen und Vorkommnisse von Januar 2021 bis Dezember 2022 dokumentiert. „Religionsfreiheit weltweit“ ist der einzige Bericht, der von einer nicht staatlichen Einrichtung in diesem Umfang vorgelegt wird. Er erscheint alle zwei Jahre neu.

Bischof Jude Ayodeji Arogundade (Bistum Ondo/Nigeria) besucht einen verletzten Mann, der den Anschlag auf die Kirche in Owo überlebt hat. Bei diesem Angriff islamistischer Terroristen auf einen Gottesdienst am Pfingstsonntag 2022 wurden 41 Menschen getötet.

Verfolgung, Diskriminierung, staatliche Restriktionen

Laut dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ herrscht in 28 Staaten weltweit explizite Verfolgung für Angehörige von religiösen oder weltanschaulichen Gruppen („Kategorie rot“). Erstmalig wurde Nicaragua in diese Liste aufgenommen. Dort geht das sandinistische Regime insbesondere gegen die katholische Kirche vor. In 33 Staaten kommt es zu Diskriminierungen („Kategorie orange“), zum Beispiel im Irak, in Israel und den Palästinensischen Gebieten oder in der Türkei. 23 Länder hat der Bericht als „unter Beobachtung“ eingestuft, darunter Chile, die Philippinen, aber auch Russland und die Ukraine. Dort seien staatliche Maßnahmen gegen Aspekte der Religionsfreiheit, zunehmende Hasskriminalität und vereinzelte religiöse Verfolgung festzustellen.

„Hauptursachen für die Missachtung der Religionsfreiheit sind nach wie vor ein ethno-religiöser Nationalismus wie in Indien oder Myanmar, der islamistische Extremismus, der vor allem weite Teile Afrikas erfasst, und autoritäre Systeme wie Nordkorea, Iran oder Vietnam“, erklärte Redaktionsleiter Mark von Riedemann.

Zerstörtes Krankenhaus in Maboya (Demokratische Republik Kongo). Bei dem Überfall auf die Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft durch islamistische Terroristen kamen zwei Menschen ums Leben. Sie verbrannten bei lebendigem Leib.

Autokraten bauen ihre Macht auf Kosten der Religionsfreiheit aus

„Religionsfreiheit weltweit“ zufolge hätten in den vergangenen beiden Jahren Autokraten und Anführer fundamentalistischer Gruppen ihre Macht ausbauen können. Die internationale Gemeinschaft setze diesen Entwicklungen aus wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen zu wenig entgegen.

In afrikanischen Staaten, wo nach wie vor am meisten Verfolgung und Diskriminierung herrsche, seien dschihadistische Gruppen dazu übergegangen, rohstoffreiche Gebiete auszuplündern und wirtschaftliche Netzwerke aufzubauen.

Auch die Zunahme von Angriffen auf jüdische Gemeinden in westlichen Ländern und die zunehmende Verfolgung von Muslimen durch Angehörige der eigenen Religion hätten zugenommen, so der Bericht. In vielen Staaten kämen Antikonversionsgesetze immer stärker zum Tragen, die den Religionswechsel unter drakonische Strafen stellten.

Im Blick auf die OSZE-Staaten macht „Religionsfreiheit weltweit“ darauf aufmerksam, dass dort in den vergangenen beiden Jahren ein Klima der „Cancel Culture“ zugenommen hätte. Diese trete zunehmend aggressiv gegenüber religiösen Überzeugungen und Gewissenentscheidungen des Einzelnen auf. Der Bericht stellt einen immer stärkeren Druck fest, sich ideologischen Trends anzupassen.

Als positiv wertet der Bericht die wachsende Zahl von Initiativen zum religiösen Dialog und das Erstarken religiöser Feste und Wallfahrten nach der Covid-19-Pandemie.

Ausgebrannte Kiche im Bistum Imphal (Indien). Im Mai 2023 haben unbekannte Personen mehrmals eine Kirche und ein angeschlossenes Bildungszentrum angegriffen. Am Nachmittag des 4. Mai wurden die Kirche und das Bildungszentrum in Brand.

Einsatz für Religionsfreiheit ist Gebot der Nächstenliebe

„Kirche in Not“  weist darauf hin, dass der Einsatz für bedrängte Christen und das Engagement für Religionsfreiheit einander bedingten. Von Verletzungen der Religionsfreiheit seien nicht nur Christen betroffen, sondern alle religiösen Gruppen. Es ist daher ein Gebot christlicher Nächstenliebe, auch diesen bedrängten Brüdern und Schwestern eine Stimme zu geben. Zudem profitierten von der Hilfe für notleidende Christen auch die anderen Bevölkerungsgruppen.

„Kirche in Not“ gibt eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse von „Religionsfreiheit weltweit 2023“ heraus. Sie kann unter www.kircheinnot.at/shop bestellt werden. Die ausführlichen Länderanalysen sind unter www.religionsfreiheit-weltweit.at nachlesbar sein.

Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Kaduna im Norden Nigerias lebt in einer der gefährlichsten Regionen des Landes, auch wenn sein Lächeln und seine Freundlichkeit während des Gesprächs mit KIRCHE IN NOT nichts davon erahnen lassen.

Aufgrund der Gewalt von islamistischen Gruppierungen ist die Evangelisierung in Nigeria zu einem risikoreichen Wagnis geworden. Acht Priester aus der Diözese Kaduna wurden in den vergangenen drei Jahren entführt: Vier wurden freigelassen, einer wird noch vermisst und drei Priester wurden von ihren Entführern getötet.

Einer dieser drei habe erstaunlichen Mut bewiesen, berichtet der Erzbischof: „Als sie ein Maschinengewehr auf ihn richteten, sagte er zu seinen Angreifern, sie sollten ihre bösen Taten bereuen, woraufhin sie ihn töteten.“

Trotzdem setzt Bischof Ndagoso seine Mission fort. „Ich habe fünf Wachhunde, damit ich ruhig schlafen kann“, berichtet er. Er reist mit Personenschutz zu gut bewachten Orten, denn er fürchtet, dass er als Bischof leichte Beute für Banditen sein könnte. „Wir sehen unterwegs oft Fahrzeuge, die überfallen worden sind und die uns daran erinnern, was uns jeden Moment passieren kann“, sagt er gegenüber KIRCHE IN NOT.

Studenten am Priesterseminar in Kaduna (Nigeria).

„Religion sollte verbindend und nicht spaltend wirken“

Die Unsicherheit ist für die Menschen in Nigeria alltäglich geworden. Die Priester müssen bei jedem ihrer Schritte und Besuche abwägen, ob sich das Risiko lohnt. Dies ist zur Hauptsorge geworden: „Der Glaube fällt nicht vom Himmel. Es braucht Seelsorger, aber wir wissen, dass wir Risiken eingehen, wenn wir sie irgendwohin schicken. Im Grunde genommen gehen wir zu den Anfängen der Kirche zurück“, so Erzbischof Ndagoso.

Die Religion ist in Nigeria, dessen Bevölkerung prozentual fast zu gleichen Teilen aus Christen und Muslimen besteht, von entscheidender Bedeutung. Diejenigen, die Konflikte im Land schüren wollen – insbesondere die Gruppen Boko Haram und ISWAP – versuchten, die Religionsgemeinschaften gegeneinander auszuspielen, beklagt der Erzbischof. Er fügt hinzu: „Religion sollte verbindend und nicht spaltend wirken.“

Beisetzung eines getöteten Priesterseminaristen in Kaduna/Nigeria.

Koesistenz religiöser Gruppen für Nigeria charakteristisch

Das Leben von Erzbischof Ndagoso steht sinnbildlich für die Koexistenz verschiedener religiöser Gruppen, die für Nigeria charakteristisch ist. Sein Vater war Oberhaupt einer traditionellen Religion. Auf Initiative eines Cousins wurde Ndagoso in einer katholischen Schule unterrichtet. Er entschied sich im Alter von zehn Jahren für die Taufe.

„Hier in Afrika südlich der Sahara liegt uns die Religion im Blut: Wir haben hier eine religiöse Kultur. Das hat mir mein Vater vererbt, und ich danke ihm dafür. Mein Vater hat mir nie einen Vorwurf wegen meiner Entscheidung gemacht, er war glücklich über meine Konversion – auch wenn er es lieber gesehen hätte, wenn ich geheiratet hätte“, fügt er lächelnd hinzu.

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Dschihadismus und Nationalismus sind die Hauptmotive für die zunehmende Verfolgung von Christen in zahlreichen Ländern weltweit. Das ist das zentrale Ergebnis der Dokumentation „Verfolgt und Vergessen? Ein Bericht über Christen, die ihres Glaubens wegen unterdrückt und verfolgt werden“, den das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT veröffentlicht hat.

Der Bericht, den das britische Nationalbüro des Hilfswerks erstellt hat und der nun in deutscher Sprache vorliegt, dokumentiert für den Zeitraum 2020 bis 2022 die Entwicklungen im Hinblick auf die religiöse Verfolgung in Afrika, im Nahen Osten und Asien und geht anschließend auf Vorkommnisse in 22 Ländern ein, darunter China, Pakistan, Katar, Türkei oder Vietnam.

Cover des Berichtes “Verfolgt und vergessen?”.

Zeugnisse aus erster Hand

Der Bericht “Verfolgt und Vergessen?” liefert Zeugnisse aus erster Hand, vor allem von den Projektpartnern von KIRCHE IN NOT sowie öffentlich zugänglichen Quellen. Diese Beispiele belegten, dass Christenverfolgung Tag für Tag stattfinde, in einigen Weltregionen in steigendem Maße. Der Bericht möchte aufrütteln und zur Solidarität anspornen.

Der neue Bericht stellt fest, dass in 75 Prozent der untersuchten Länder die Unterdrückung und Verfolgung von Christen im Berichtszeitraum zugenommen hat. So breitet sich in Afrika der Dschihadismus vor allem in den Staaten der Sahel-Region immer weiter aus. Berichten zufolge starben allein in Nigeria zwischen Januar 2021 und Juni 2022 bis zu 7600 Christen durch terroristische Anschläge. Im Mai 2022 wurde ein Video veröffentlicht, das die Hinrichtung von 20 nigerianischen Christen durch die Terrorgruppe Boko Haram zeigt.

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.

Hohe Dunkelziffer christenfeindlicher Übergriffe

In Asien führen autoritäre Regime zu einer Verschärfung der Unterdrückung. Nordkorea steht hier seit Langem an der Spitze der Verfolgung, aber auch in China sind Christen immer größerer staatlicher Überwachung unterworfen. Besondere Sorge in dieser Weltregion macht der erstarkende ethno-religiöse Nationalismus. Beispiele sind Indien oder Sri Lanka, in denen hinduistische bzw. buddhistische Nationalistengruppen großen Einfluss haben. So wurden in Indien zwischen Januar 2021 und Juni 2022 mindestens 710 Vorfälle antichristlicher Gewalt gezählt; die Dunkelziffer dürfte weit größer sein.

Im Nahen Osten ist dem Bericht zufolge die Auswanderungswelle der christlichen Bevölkerung infolge der wirtschaftlichen Not und der Auswirkungen des Syrienkriegs nach wie vor nicht gestoppt. In Syrien ist die Zahl der Christen von zehn Prozent der Bevölkerung kurz vor Kriegsbeginn auf heute weniger als zwei Prozent gesunken. Im Irak hat sich die Zahl der Christen seit 2014 halbiert, wenngleich kleine Fortschritte in der Anerkennung der Rechte der christlichen Minderheit gemacht werden konnten.

„Verfolgt und vergessen?“ dokumentiert auch die zahlreichen Entführungen von Mädchen und jungen Frauen in Ländern wie Pakistan oder Ägypten, die vorrangig auf das Konto radikaler Islamisten gehen. Der Bericht zeigt in zahlreichen Bildern und Beispielen auch den Einsatz von „Kirche in Not“ für bedrängte Christen weltweit.

„,Verfolgt und vergessen?’ ist wie ein Kompendium und Motor unseres Einsatzes für die Kirche, die auch im 21. Jahrhundert in Not ist“, sagt Herbert Rechberger, Nationaldirektor von “Kirche in Not” – Österreich. „Unsere Glaubensgeschwister brauchen uns; das zeigt der Bericht einmal mehr denn je.“

Der Bericht „Verfolgt und vergessen?“ kann in unserem Shop bestellt werden unter: https://www.kircheinnot.at/shop/verfolgt-und-vergessen-ein-bericht-ueber-christen-die-ihres-glaubens-wegen-unterdrueckt-werden/

Am 8. März, dem Weltfrauentag, hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz die beiden nigerianischen Christinnen Maryamu Joseph (19) und Janada Marcus (22) begrüßt. Beide hatten durch die Terroreinheit Boko Haram schwere Misshandlungen erfahren. Sie waren auf Einladung des italienischen Büros von KIRCHE IN NOT nach Rom gekommen. Fotos zeigen, wie Papst Franziskus mit den beiden Frauen spricht und sie segnet.

Darüber hinaus wurden die Christinnen von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und von Außenminister Antonio Tajani empfangen.

Eine der beiden Frauen, Janada Marcus, hat mit KIRCHE IN NOT über ihr Leid gesprochen.

Die nigerianische Christin Janada Marcus.

KIRCHE IN NOT: Janada, Sie und Ihre Familien waren bereits zweimal vor Boko Haram geflohen, als sie sich in Maiduguri in Nordnigeria niederließen. Was geschah dann?

Maryamu Joseph: Mein Vater hatte ein Stück Land in der Nähe von Maiduguri gekauft und wir waren froh, dass der Albtraum der Flucht vorbei war. Aber dann kam der 20. Oktober 2018 – der Tag, an dem die Sonne aus unserem Leben verschwand.

Was passierte?

Wir waren gerade bei der Arbeit auf unserem Bauernhof und sangen Lieder. Plötzlich waren wir von Männern von Boko Haram umzingelt. Sie richteten eine Machete auf meinen Vater. Sie sagten ihm, sie würden uns freilassen, wenn er mit mir Sex hätte. Während die Machete auf die Stirn meines Vaters zielte, sah er mich und meine Mutter an. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehen. Ich schämte mich für das, was die Männer vorgeschlagen hatten.

Wie reagierte Ihr Vater?

Er senkte den Kopf und antwortete: „Ich kann nicht mit meiner eigenen Tochter schlafen. Lieber sterbe ich, als so eine Gräueltat zu begehen.“ Da nahm einer der Männer die Machete und enthauptete meinen Vater. Ich flehte Gott an, auch mein Leben zu nehmen. Ich war schon eine lebendige Tote.

Papst Franziskus segnet Janada Marcus bei der Generalaudienz am 8. März auf dem Petersplatz. © Vatican Media

Sie haben diesen Angriff überlebt. Aber das war noch nicht das Ende des Schreckens …

Zwei Jahre später, im November 2020, war ich auf dem Weg zu einer Behörde, als ich erneut von Boko-Haram-Kämpfern überfallen wurde. Sie verschleppten mich und folterten mich, sechs Tage lang. Es kam mir wie sechs Jahre vor. Ich kann nicht beschreiben, was ich erlebt habe. Dann ließen sie mich frei. Ich ging zurück zu meiner Mutter. Sie brachte mich dann ins Traumazentrum der katholischen Diözese Maiduguri.

Wie war es im Traumzentrum?

Ich wurde erstmal zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Es folgte ein halbes Jahr mit intensiven Therapiegesprächen und geistlicher Betreuung. Ich habe gelernt, meine Vergangenheit zu verarbeiten – die Kunst, heil zu werden, indem ich meinen Schmerz loslasse. Mein Glaube ist stärker geworden. Inzwischen bin ich wieder auf den Beinen und habe mich jetzt in einer weiterführenden Schule eingeschrieben.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begrüßt Janada Marcus. © Kirche in Not

Sie sagen, Ihr Glaube sei stärker geworden. Was meinen Sie damit?

Meine schrecklichen Erfahrungen haben mich erst von Gott weggeführt. Ich fragte: Wo war Gott, als mein Vater getötet wurde? Wo war er, als ich Folter und Qualen durchleben musste? Nach meinem Heilungsprozess weiß ich, dass Gott auch im Leid da ist. Boko Haram hat mir so Schlimmes angetan. Ich kann selbst nicht glauben, dass ich das sage: Aber ich haben meinen Peinigern vergeben und bete für die Erlösung ihrer Seelen.

Das Traumazentrum der Diözese Maiduguri wurde mit Hilfe von KIRCHE IN NOT gebaut. Dort können bis zu 40 traumatisierte Frauen und Mädchen psychologisch und seelsorgerisch betreut werden.

Auf das Schicksal entführter und missbrauchter Frauen und Mädchen in Nigeria, Pakistan, Ägypten, Irak und andernorts macht eine Fallstudie von KIRCHE IN NOT mit dem Titel „Hört Ihre Schreie“ aufmerksam. Sie kann hier bei uns bestellt werden.

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Weihbischof aus Maiduguri sieht Nigeria im Umfeld der Präsidentschaftswahlen „noch nie so geteilt wie jetzt – entlang religiöser, ethnischer und regionaler Grenzen. Das ist ein Versagen der Politik, die es versäumt hat, Menschen zusammenzubringen.“

Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT betonte der Weihbischof, dass die internationale Gemeinschaft in der aktuellen Katastrophenlage helfen könne, „dass Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit eingehalten werden. Die Weltgemeinschaft kann Druck auf unsere Regierung ausüben, damit sie all das wahrnimmt.“ Nigeria sei „in gewisser Weise ein Entwicklungsland, dem beim Regieren geholfen werden muss“.

Bakeni ist seit Sommer 2022 Weihbischof im Bistum Maiduguri im Nordosten Nigerias. Die Region im Bundesstaat Borno gilt als Ursprungsregion der Terrorgruppe „Boko Haram“. Mittlerweile sei es dort etwas sicherer geworden, aber es handle sich nach wie vor um einen „Guerillakrieg. Besonders in den Dörfern ist die Lage noch angespannt, weil die Boko-Haram-Einheiten in den Busch und die Wälder zurückgedrängt werden konnten.“

Weihbischof John Bogna Bakeni (Bistum Maiduguri/Nigeria).

„Christen unterdrückt, verfolgt, diskriminiert und ausgeschlossen“

Muslime und Christen, die in der Region einen Anteil von etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, lebten „Seite an Seite zusammen. Wir gehen auf denselben Markt, ins selbe Krankenhaus. Es gibt einen Dialog des Lebens.“

Es sei jedoch ebenso falsch, in den Medien und der Öffentlichkeit vereinfachend von „Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen“ in Nigeria zu sprechen. Die Konflikte hätten zwar eine religiöse Dimension, aber es spielten auch politische, ethnische und weitere Faktoren eine Rolle.

Dennoch werde besonders in Nordnigeria von Regierungsseite versucht, „Christen zu unterdrücken, zu verfolgen, zu diskriminieren und vom politischen und gesellschaftlichen Leben auszuschließen“, erklärte der Weihbischof.

Katholiken im Bistum Maiduguri (Nigeria) beten den Kreuzweg.

„Es gibt eine Islamisierungsagenda”

Das gelte auch im Konflikt zwischen Bauern und Hirten in weiten Teilen Nigerias. Durch die klimatischen Veränderungen fänden die Hirten immer weniger Weideland: „Also mussten sie ins Hinterland ziehen, und das schafft zwangsläufig Konflikte“, sagte Weihbischof Bakeni.

Neben dem Landkonflikt gebe es jedoch auch hierbei „eine Islamisierungsagenda. Dessen muss sich die internationale Gemeinschaft bewusst sein. Manchmal wollen es die Verantwortlichen nicht hören. Aber für uns, die wir in dieser Realität leben, ist das alles sehr klar.“

Als besonders problematisch bezeichnete Bakeni das traditionelle islamische Bildungssystem „Almajiri“. Dabei handelt es sich um „wandernde“ Koranschulen, für die „kleine Kinder schon im sehr zarten Alter ihre Elternhäuser verlassen. Sie werden rein auf islamistischer Grundlage ausgebildet.“

Die durch einen Anschlag zerstörte St.-Rita-Kirche im Erzbistum Kaduna (Nigeria).

Bildung ist wichtig, um Radikalisierung entgegenzuwirken

Diese jungen Menschen würden zu einer leichten Beute von „Boko Haram“ und anderen radikalen Strömungen. „Sie werden sogar von Politikern während der Wahlkampf-Kampagnen benutzt“, berichtete Bakeni. Den staatlichen und kirchlichen Schulen komme deshalb eine wichtige Bedeutung zu, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.

In dieser schwierigen Situation seien für die katholischen Christen Nordnigerias Gebet, Anbetung und Gemeindeleben essenziell, betonte der Weihbischof. „Wir brauchen den spirituellen Rückhalt. Wir haben bisher so viel erlitten. Aber all das hat uns angespornt, unser Leben aus dem Glauben zu stärken. Ich danke allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT, die uns dabei unterstützen.“

Bola Tinubu neuer Präsident Nigerias

Nach den Präsidentschaftswahlen in Nigeria hat die Wahlkommission Bola Tinubu von der Regierungspartei All Progressives Congress (APC) zum Sieger erklärt. Fast 90 Millionen Wahlberechtigte waren am 25. Februar aufgerufen, den Nachfolger von Präsident Muhammadu Buhari zu wählen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.

Der Urnengang war Medienberichten zufolge größtenteils friedlich verlaufen. Viele Wahllokale hatten jedoch mit organisatorischen Problemen zu kämpfen, was die Bekanntgabe der Wahlergebnisse verzögerte. Beobachter erwarten im Nachgang weitere Auseinandersetzungen.

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Laut dem Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Emmanuel Yousaf, nehmen die Entführungen und Zwangskonversionen von jungen Frauen aus christlichen Minderheiten immer mehr zu. „Das Problem wird Tag für Tag akuter“, sagte der Priester im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Betroffen seien vor allem Angehörige der christlichen und hinduistische Minderheiten in den Provinzen Sindh und Punjab. Es gebe zwar Gesetze gegen Kinderehen und Zwangsverheiratung, aber diese würden nicht umgesetzt: „Ein Grund dafür ist, dass all das nur Christen und Hindus passiert. Der Druck geht von der Gesellschaft in Pakistan und der muslimischen Seite aus. Sie setzen die Familien und die Mädchen unter Druck.“

Ohne Gerichtsprozess sei es unmöglich, die Frauen aus den Händen radikal-muslimischer Entführer freizubekommen, doch dies verschlinge viel Zeit und Geld. „Sogar die Anwälte haben Angst, sich mit solchen Fällen zu befassen, die Richter ebenfalls.“

Yousaf betonte, dass es sich bei den radikalen Muslimen in Pakistan um eine kleine, aber einflussreiche Minderheit handle: „Ich habe viele muslimische Freunde, aber sie sind die schweigende Mehrheit. Das ist das Problem.“ Auch die westliche Öffentlichkeit sei gefordert, die Menschenrechtslage in Pakistan immer wieder anzusprechen und eine bessere Gesetzespraxis anzumahnen.

Psychologische Hilfe für ein Mädchen aus Pakistan, das aus einer arrangierten Ehe fliehen konnte.

Kleine, aber einflussreiche Gruppe radikaler Muslime

Das gelte auch im Hinblick auf die Blasphemiegesetze, die jede Verunglimpfung des Islam und des Propheten Mohammed unter Strafe stellt. Dies würde oft dazu verwendet, um persönliche Rechnungen zu begleichen: „Es geht oft um einen persönlichen Streit oder um Landkonflikte“, erklärte Yousaf.

Doch dann würden involvierte Christen der Blasphemie beschuldigt und Muslime aus den betroffenen und weiteren Ortschaften zusammengetrommelt: „Sie kommen und plündern die Häuser. Sie stecken die Kirche in Brand.“ Es gehe nicht in erster Linie um eine Änderung oder Abschaffung der Blasphemiegesetze, „sondern darum, den Missbrauch der Vorschriften zu stoppen“, betonte der Priester.

Christen in Pakistan demonstrieren gegen Gewalt und für Frieden.

Christen haben mit Vorurteilen zu kämpfen

Christen, die unter zwei Prozent der pakistanischen Bevölkerung ausmachen, hätten mit vielen Vorurteilen zu kämpfen: „Viele denken, wir könnten in kürzester Zeit ein Visum für Auslandsreisen bekommen, aber das stimmt nicht. Sie sagen, wir gehören zu Europa, weil wir Christen sind. Aber wir sind Pakistaner und lieben dieses Land.“ Hinsichtlich der Religionsfreiheit gebe es kaum Fortschritte in Pakistan.

Umso wichtiger sei die Unterstützung durch Organisationen wie KIRCHE IN NOT, die seit Jahren eng mit Emmanuel Yousaf und der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden zusammenarbeitet.

Emmanuel Yousaf, Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan.

„Wir werden weiter für die armen Mädchen kämpfen”

Die Kommission könne so für Familien, deren Mädchen entführt wurden, die Gerichtskosten übernehmen oder Aufklärungsarbeit über Menschenrechtsverletzungen betreiben, sagte der Priester: „Ich bin KIRCHE IN NOT dankbar. Sie sind eine große Unterstützung für uns. Denn wenn wir vor Gericht gehen müssen, ist das sehr teuer. Aber wir werden weiter für diese armen Mädchen kämpfen.“ Dabei geschähen immer wieder auch „kleine Wunder“, für die es sich lohne weiterzumachen.

Laut einem Bericht, der dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen im Sommer 2022 vorgelegt wurde, sind für 2021 mindestens 78 Fälle belegt, bei denen junge Frauen in Pakistan entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet wurden.

Viele Taten werden der Polizei nicht gemeldet

Autor der Studie ist das Zentrum für soziale Gerechtigkeit (CSJ) in Lahore. Das CJS spricht außerdem von mindestens 84 dokumentierten Fällen für 2021, in denen Pakistaner wegen Blasphemie gerichtlich belangt wurden. Beobachter nehmen an, dass die tatsächlichen Zahlen höher sein dürften, da viele Taten nicht bei der Polizei gemeldet werden.

„Hört ihre Schreie!“ - Christinnen im Fadenkreuz von Islamisten

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Pakistan und den Einsatz für entführte Frauen und Mädchen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Pakistan

KIRCHE IN NOT (ACN) ruft zum Gebet für die Kirche in Nicaragua und für den am 10. Februar verurteilten nicaraguanischen Bischof auf.

Vereint mit Papst Franziskus, der sich am 12. Februar nach dem Angelusgebet traurig und besorgt zeigte, bittet KIRCHE IN NOT darum, die schreckliche Situation nicht aus den Augen zu verlieren, in der sich Rolando Álvarez, Bischof von Matagalpa und Apostolischer Administrator der Diözese Estelí, befindet. KIRCHE IN NOT bittet um Gebet für ihn und für alle, die in Nicaragua leiden.

Laut verschiedener Medien nimmt die Regierung nun Priester, die Bischof Rolando Alvarez in ihren Gottesdiensten erwähnen, mit der Begründung fest, dies sei „eine verbotene Tätigkeit“. Mindestens zwei Priester wurden Berichten zufolge in Madriz beziehungsweise Nueva Segovia verhaftet, weil sie den Bischof in ihren Sonntagsgottesdiensten erwähnten oder für ihn beteten.

Angesichts des Versuchs, die Gebete des nicaraguanischen Volkes zum Schweigen zu bringen, bittet KIRCHE IN NOT seine Wohltäter in aller Welt, ihre Gebete für die nicaraguanische Kirche zu verstärken, damit sie sich in den aktuellen Schwierigkeiten nicht alleingelassen weiß und weiterhin das Evangelium verkünden und die Menschen, insbesondere die Schwächsten und Ärmsten, begleiten kann.

Der verurteilte Rolando José Álvarez Lagos, Bischof von Matagalpa (Nicaragua).

Wegen Landesverrat verurteilt

Das Urteil gegen Bischof Rolando Álvarez erging einen Tag, nachdem er sich geweigert hatte, zusammen mit mehr als 200 politischen Gefangenen, darunter mehrere Priester und Seminaristen, das Land zu verlassen. Sie wurden der „Verschwörung“ beschuldigt und in die Vereinigten Staaten abgeschoben. Zu den Ausgewiesenen gehörten die Priester Oscar Benavides, Ramiro Tijerino, Sadiel Eugarrios, José Díaz und Benito Martínez sowie der Diakon Raúl Veja. Ebenfalls abgeschoben wurden die Seminaristen Melkin Centeno und Darvin Leyva sowie die beiden Verantwortlichen für soziale Kommunikation der Diözese Matagalpa, Manuel Obando und Wilberto Astola. Sie alle befanden sich im Gefängnis wegen „Verstoßes gegen die Unabhängigkeit, die Souveränität und die Selbstbestimmung des Volkes“ sowie wegen Anstiftung zu „Gewalt, Terrorismus und wirtschaftlicher Destabilisierung“.

Der Bischof von Matagalpa stand seit den frühen Morgenstunden des 19. August 2022 unter Hausarrest. Sein Name befand sich zwar auf der Liste der Personen, die abgeschoben werden sollten. Er weigerte sich jedoch, das Flugzeug zu besteigen. Der für Mittwoch, den 15. Februar, angesetzte Prozess wurde deswegen vorgezogen, wobei der Richter eine Freiheitsstrafe von 26 Jahren verhängte. Demnach würde Bischof Alvarez bis 2049 im Gefängnis bleiben. Der Richter erklärte ihn zum „Landesverräter“ und der „Verschwörung zur Untergrabung der nationalen Integrität und der Verbreitung falscher Nachrichten durch Informations- und Kommunikationstechnologien zum Schaden des Staates und der nicaraguanischen Gesellschaft“ für schuldig.

Bischof Rolando José Alvarez Lagos aus Matagalpa in den zerstörten Räumen einer karitativen Einrichtung seiner Diözese.

Ein Versuch, die Kirche zum Schweigen zu bringen

Im August 2022 beklagte KIRCHE IN NOT die Lage der Katholiken in Nicaragua. Regina Lynch, internationale Projektleiterin bei KIRCHE IN NOT, sagte: „Wir erleben gerade einen Prozess, der die Kirche in Nicaragua zum Schweigen bringen will.“

Sie erklärte weiter: „Nicaragua wird weiterhin von der Krise erschüttert, die vor mehr als fünf Jahren ausbrach. Die Lage in dem mittelamerikanischen Land ist kritisch, die Polarisierung groß und die Konfrontation stark. Wir glauben, dass das Gebet in dieser Zeit wichtiger ist als je zuvor.“

KIRCHE IN NOT ist bestürzt über die bei dem Hilfswerk regelmäßig eingehenden Berichte über Priester, denen die Rückkehr ins Land verweigert wird, über Visabeschränkungen für Ordensleute, die Kontrolle und Überwachung der Bewegungen von Priestern und Bischöfen, das Abhören von Predigten sowie über das Verbot von Prozessionen und religiösen Feiern.

In einer Situation großer politischer und sozialer Unsicherheit hat das Engagement der Kirche in ihrer Rolle als Friedensvermittlerin und Förderin der Versöhnung im Land dazu geführt, dass Gläubige und Priester Opfer von Repressionen, falschen Anschuldigungen, ungerechtfertigten Verhaftungen und Gefängnisstrafen geworden sind.

Demonstration gegen die Regierung und Präsident Ortega in Nicaragua (2018).

Hunderte von Angriffen gegen die Kirche

Im November 2022 erschien der jüngste Bericht der Rechtsanwältin und Forscherin Martha Patricia Molina „Nicaragua: eine verfolgte Kirche? (2018-2022)“. Dem Bericht zufolge wurden im Zeitraum zwischen April 2018 und Oktober 2022 insgesamt 396 Angriffe auf die katholische Kirche in diesem mittelamerikanischen Land verübt.

Unter den fast 400 dokumentierten Vorfällen sind Schändungen, Raubüberfälle, Drohungen und Hassreden zu finden. In diesem Zeitraum waren mehrere Bischöfe, Priester, Ordensschwestern und Laien Ziel von Repressalien seitens der Behörden.

Die drastische Maßnahme der nicaraguanischen Regierung gegen Bischof Alvarez ist ein weiterer Schritt in der Spirale der Konfrontation gegen die Kirche und ihre Mitglieder. Der Apostolische Nuntius, Waldemar Stanislaw Sommertag, war bereits im März 2022 des Landes verwiesen worden. Ebenso wurde die Ausreise der Missionarinnen der Nächstenliebe, der von der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta gegründeten Kongregation, sowie anderer Ordensleute und Priester erzwungen. Außerdem schloss die Regierung den Fernsehsender der Bischofskonferenz und katholische Radiosender und verstaatlichte die katholische Universität von Trópico Seco, die zur Diözese Estelí gehörte.

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Mit drastischen Worten hat ein Missionar aus der Demokratischen Republik Kongo angeprangert, dass die internationale Gemeinschaft zu wenig gegen die Gewalt im Osten des afrikanischen Landes unternehme.

„Was uns als Missionare oft empört, ist das Schweigen der internationalen Gemeinschaft, während Menschen abgeschlachtet werden“, sagte der aus Portugal stammende Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Wie er weiter erklärte, komme es in der Region Nord-Kivu an der Grenze zu Uganda häufig zu Anschlägen. Dabei griffen Rebellen Dörfer an und versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. „Die Menschen müssen ständig aus ihren Dörfern fliehen, sich im Wald verstecken und darauf warten, dass [die Rebellen] die Dörfer verlassen“, berichtete der Missionar, der seit mehreren Jahren in der Demokratischen Republik Kongo lebt.

Pater Marcelo Oliveira, ein aus Portugal stammender Comboni-Missionar in der Demokratischen Republik Kongo.

Rebellen verbreiten Angst und Schrecken

„Die Methode besteht darin, die Menschen in die Flucht zu schlagen, um sich an ihr Land zu kommen, das sehr reich an Bodenschätzen ist. … Heute ist dieses Dorf dran, das nächste Mal ein anderes, und das alles geschieht in aller Stille.“

Die Gewalt richtet sich dabei auch gezielt gegen Christen. Am 15. Jänner wurde auf eine protestantische Kirche in Kasindi in der Provinz Nord-Kivu ein Terroranschlag verübt. Anhänger der Rebellengruppe „Alliierte Demokratische Kräfte“ (ADF) hatten eine Bombe in einer vollbesetzten Kirche deponiert und gezündet. Mindestens 15 Menschen kamen dabei ums Leben.

Niedergebrannte Gebäudeteile eines Krankenhauses in Maboya (Demokratische Republik Kongo).

Gezielte Gewalt gegen Christen

Seit Jahren wird das rohstoffreiche Grenzgebiet zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Uganda von Rebellen der Miliz ADF überrannt. Die ADF wird von Jamil Mukulu angeführt, einem zum Islam konvertierten ehemaligen Christen. Dem kongolesischen Militär und der UN-Friedensmission MONUSCO gelingt es nicht, die Region zu befrieden.

Die Provinz Nord-Kivu gilt als Epizentrum der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen zufolge ereignet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo die am längsten dauernde humanitäre Krise Afrikas. In der Region lagern Gold, Diamanten, Kobalt und Coltan in der Erde. Dabei handelt es sich um wichtige Rohstoffe, zum Beispiel für die IT- oder Fahrzeugindustrie.

Ab dem 31. Jänner bereist Papst Franziskus die Demokratische Republik Kongo und Südsudan. Allerdings sind keine Termine in der Region Nord-Kivu im Besuchsprogramm vorgesehen.

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