Naher Osten Archive - Seite 9 von 10 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Gut fünf Wochen nach der Explosion im Hafen von Beirut, die weite Teile der Stadt zerstörte, stellt KIRCHE IN NOT weitere Nothilfemaßnahmen für die betroffene Bevölkerung zusammen. Mitarbeiter des Hilfswerks reisen in diesen Tagen in die libanesische Hauptstadt, um sich die Lage vor Ort anzusehen und noch vor Winterbeginn weitere Hilfsprojekte zu starten. Diese werden vorrangig pastorale Projekte und Wiederaufbauhilfen umfassen. Unmittelbar nach der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT geholfen, Lebensmittelpakete und weitere notwendige Bedarfsgüter bereitzustellen. Sie kamen 6000 Familien zugute, die am schwersten von der Explosion betroffen sind.

Über 100 Kirchen, Klöster und Schulen zerstört

Nur drei Kilometer vom Detonationsort liegt der überwiegend von Christen bewohnte Bezirk Aschrafiyya (Achrafieh). Wie Projektpartner gegenüber KIRCHE IN NOT berichteten, seien dort und in weiteren Teilen Beiruts über 100 Kirchen, Klöster, kirchliche Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen zerstört.

Neben der humanitären Notlage befürchtet die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, eine Auswanderungswelle der libanesischen Christen: „Viele von ihnen machen sich Sorgen über die wirtschaftliche und politische Situation, die sich fortlaufend verschlechtert. Die Explosion vom 4. August könnte der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.“ Es bestehe die Gefahr, dass viele Angehörige der christlichen Gemeinschaft, der größten im Nahen Osten, die Geduld verlören und anderswo eine bessere Zukunft suchten. „Wir wollen ihnen durch unsere Unterstützung zeigen, dass es für sie eine Zukunft im Libanon gibt – einem Land, das so lange ein Leuchtturm des Christentums gewesen ist“, sagte Lynch.

Regina Lynch, Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT

Über 30 000 Familien sind obdachlos

KIRCHE IN NOT stimmt die weiteren Nothilfen mit anderen katholischen Hilfsorganisationen ab. Jede Organisation ist dabei für einen anderen Bereich verantwortlich, zum Beispiel für Wiederaufbau, medizinische Versorgung, Schule und Bildung oder Infrastruktur.

Durch die Explosion haben über 30 000 Familien in Beirut ihre Wohnungen und Häuser verloren. Es seien längerfristige Nothilfen nötig, da die Instandsetzung einige Zeit brauchen werde, erklärte Lynch. Überwältigt zeigte sie sich von der Hilfsbereitschaft der Wohltäter von KIRCHE IN NOT: „So viele Menschen haben mit so viel Mitgefühl auf das Leid der Menschen in Beirut reagiert. Die Nachrichten von unseren Projektpartnern sind voller Dankbarkeit. Die Botschaft ist angekommen: Die Leidtragenden sind nicht allein.“

Lieferungen mit Hilfsgütern für die Betroffenen der Explosion.

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Libanon

Aufgrund der schwierigen Situation, in der sich die Christen im Libanon befinden, bewilligt das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT drei Nothilfeprojekte für gefährdete Familien und Flüchtlinge in der Region Zahle und Bekaa.

Im Laufe der Jahre hat die Kirche im Libanon eine wichtige Rolle dabei gespielt, auf die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu reagieren. „Jetzt kämpft unser ganzes Volk darum, seine tägliche Nahrung zu bekommen. Wir werden alles tun, um in diesen schwierigen Zeiten an seiner Seite zu stehen“, sagte der griechisch-melkitische Erzbischof Issam John Darwish von Zahle.

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Erzbischof Issam John Darwish von Zahle inmitten von Lebensmitteln für die Hilfspakete.

Bedürftige Familien unverzüglich mit Lebensmittel versorgen

Zwei der Projekte zielen darauf ab, bedürftige Familien unverzüglich mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln zu unterstützen. Um das Leid von 2.000 Familien in Zahle und im Bekaa-Tal zu lindern, hat Erzbischof Darwish das Hilfswerk KIRCHE IN NOT um finanzielle Unterstützung für 2.000 Lebensmittelpakete gebeten. Gegenwärtig sind viele Menschen aufgrund der Coronakrise nicht einmal in der Lage, sich mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Ein zweites Projekt kommt weiteren hundert Familien in den Pfarreien der maronitischen Diözese Baalbeck–Deir el-Ahmar im Norden von Bekaa zugute. Dank der Hilfe erhalten diese Familien, die unterhalb der Armutsgrenze leben, für drei Monate eine gewisse Sicherheit.

„Ihre finanzielle Unterstützung ist von großer Bedeutung. Sie kommt genau dann, wenn wir sie am meisten brauchen. Sie wird eine große Wirkung haben und einer großen Zahl von Bedürftigen helfen. Wir finden keine Worte, um unsere Dankbarkeit auszudrücken. Es sind die wunderbaren Taten anderer, die uns die meisten Tage im Schwung halten. Es ist eine große Hilfe in einer sehr schwierigen Zeit. Ein Sonnenstrahl, der etwas Hoffnung bringt“, so drückt Dr. Mireille Bechara, Projektleiterin der maronitischen Diözese, ihre Dankbarkeit aus.

Ausgabe von Lebensmittel und Hygieneartikel für bedürftige Familien.

Die Menschen in Zahle und Bekaa leben in Chaos und Angst

Angesichts der steigenden Zahl von Neuinfektionen und der fehlenden Testkapazitäten im Land wird KIRCHE IN NOT außerdem die Einrichtung eines Covid19-Testzentrums im Krankenhaus Tel Chiha unterstützen, einer der Erzdiözese Furzal, Zahle und Bekaa gehörenden Einrichtung. Ein solches Testzentrum ist unerlässlich, um die dramatische Situation zu lindern, unter der die Menschen leiden.

Das Krankenhaus befindet sich in einer der ärmsten Regionen des Libanon. Die Zahl der Covid 19-Patienten hat besonders in diesem Gebiet nahe der syrischen Grenze zugenommen. Das einzige Regierungskrankenhaus, das auf Covid testete, wurde jedoch in einen großen Skandal verwickelt, als falsche Testergebnisse herausgegeben wurden und sich herausstellte, dass der für das Labor verantwortliche Arzt mit einem gefälschten Abschluss arbeitete.

„Die Menschen in Zahle und Bekaa leben in Chaos und Angst. In den letzten zwei Wochen ist die Zahl der Patienten in allen Regionen, insbesondere in Zahle und Bekaa, dramatisch angestiegen. Wir stehen kurz davor, die Kapazität unseres Gesundheitssystems zu erschöpfen“, erklärt der griechisch-melkitische Erzbischof Darwish von Zahle.

Aus diesem Grund wurde geplant, im bestehenden katholischen Krankenhaus eine Testabteilung einzurichten, die 150.000 Einwohnern zur Verfügung steht, darunter Flüchtlinge und lokale Risikogruppen.

„Das Leben der Menschen liegt in unseren Händen. Wir müssen den Menschen ein vertrauenswürdiges Labor zur Verfügung stellen. Denn jetzt sind sich die Bewohner der Region über die meisten Ergebnisse nicht sicher. Deshalb müssen wir die Tests dringend wiederholen, um eine bessere Nachverfolgung des Virus zu gewährleisten“, erklärt Darwish.

Eine Straße in Zahle.

„Das Leid im Libanon ist riesig“

Die Leiterin der Projektabteilung für das Hilfswerk KIRCHE IN NOT betont ihrerseits:  „Wie allgemein bekannt, ist das Leid im Libanon riesig, besonders in Beirut nach dem katastrophalen Bombenanschlag. Aber wir dürfen nicht die Coronakrise vergessen, die sich in der Region immer weiter ausbreitet. Ein wichtiger Teil der seelsorgerlichen Bedürfnisse, mit denen die Kirche in der gegenwärtigen Notsituation im Land konfrontiert ist, spiegelt sich in lebenswichtigen Bedürfnissen wie Nahrungsmitteln und medizinischen Versorgungspaketen wider.“

Obwohl es im Libanon seit 1932 keine offiziellen Bevölkerungszahlen mehr gibt, schätzt die vom in Beirut ansässigen Forschungsunternehmen Statistics Lebanon durchgeführte, jüngste Umfrage die Zahl der Christen im Libanon auf 44%. Die schwere wirtschaftliche und politische Krise treibt jedoch viele Christen seit Jahren zur Auswanderung. Der Korruption überdrüssig, haben die Menschen das Vertrauen in die Regierung und die Politiker verloren. Laut dem KIRCHE IN NOT-Bericht über Religionsfreiheit sind die Christen auf 32,2% der knapp sechs Millionen Libanesen gesunken. Dazu kommen wegen des Kriegs im benachbarten Syrien mehr als eine Million Flüchtlinge, meist sunnitische Muslime.

Trotz Auswanderung bleibt der Libanon das Land mit der anteilsmäßig größten Christenzahl im gesamten Nahen Osten und eines der wenigen, in dem die Christen nicht unter sozialer oder politischer Diskriminierung leiden. In den letzten Jahren haben irakische und syrische Christen wegen der Verfolgung und des Krieges in ihren eigenen Ländern im Libanon Zuflucht gesucht. Seit vergangenem Oktober hat es Demonstrationen für einen Regimewechsel gegeben, aber die Explosionen, die Beirut am 4. August 2020 verwüsteten, haben das Land an den Rand des Abgrunds gebracht.
Um den Christen im Libanon beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Um den Betroffenen der Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut beizustehen, hat das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ Lebensmittelhilfen in Höhe von 250.000 Euro auf den Weg gebracht. Damit sollen arme Familien versorgt werden, die von der Detonation unmittelbar betroffen sind oder ihr Zuhause verloren haben.

Lokalen Quellen zufolge sind bei der Explosion im Beiruter Hafenviertel mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen und über 4000 Personen verletzt worden. Die Schäden, die mutmaßlich durch eine Explosion von Ammoniumnitrat ausgelöst wurden, haben weite Teile des Beiruter Stadtgebietes verwüstet. Internationale Medien berichteten, dass bis zu 300 000 Einwohner obdachlos geworden sind.

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Rauchwolke nach der Explosion im Beiruter Hafenviertel.

„Detonation wie eine Atombombe“

„Kirche in Not“ stand unmittelbar nach der Explosion in Kontakt mit mehreren Projektpartnern aus dem Libanon. Einer von ihnen, der Karmelitenpater Raymond Abdo, erklärte: „Die enorme Druckwelle erinnerte an die Detonation einer Atombombe. Überall war roter Rauch. Es entstand großer Schaden.“

Abdo teilte „Kirche in Not“ mit, dass ein Kloster von Ordensschwestern schwer beschädigt worden sei. Eine ältere Ordensfrau sei dabei umgekommen. Die übrigen Ordensfrauen seien mit dem Leben davongekommen, weil sie sich alle im Speisesaal befunden hätten, der als einziges Gebäudeteil weitgehend intakt geblieben sei.

Der maronitisch-katholische Priester Samer Nassif erklärte, das christliche Viertel von Beirut sei „völlig zerstört“ worden. Die Bewohner hätten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verloren. Auch mindestens zehn Kirchen lägen in Trümmern. „Durch die Explosion wurde dem christlichen Viertel von Beirut mehr Schaden zugefügt als in den langen Jahren des Bürgerkriegs. Wir müssen es von Grund auf neu bauen“, sagte Nassif.

Samer Nassif, Projektpartner von „Kirche in Not“ im Libanon.

Libanon auf internationale Hilfe angewiesen

Die Projektpartner beklagten, dass der Libanon durch die lang anhaltende Wirtschaftskrise und die Folgen der Corona-Pandemie schlecht gerüstet sei, um die Notlage zu bewältigen. Das Land sei dringend auf internationale Hilfe angewiesen.

Einen „Appell an die Staaten der Welt“ richtete auch der maronitisch-katholische Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï: „Beirut, die Braut des Ostens und der Leuchtturm des Westens ist verwundet. … In allen Straßen herrscht Zerstörung und Trostlosigkeit. … Wir brauchen Hilfe, um wieder aufstehen zu können.“

Ein Flüchtlingslager im Libanon.

Um den Überlebenden der Katastrophe in Beirut beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Nach mehrjährigen Aufbauarbeiten wird die maronitisch-katholische Kathedrale Sankt Elias in Aleppo am 20. Juli wieder eingeweiht. Die im 19. Jahrhundert errichtete Kirche war zwischen 2012 und 2016 durch mindestens drei Raketeneinschläge und weitere Kampfhandlungen schwer beschädigt worden. Die schlimmsten Schäden an dem Bauwerk entstanden im Jahr 2013: Damals hatten islamistische Kämpfer den Stadtteil gestürmt, in dem sich die Kathedrale befindet. Dabei versuchten sie, alle christlichen Wahrzeichen zu zerstören.

Zu Weihnachten 2016 gingen Bilder um die Welt, als die Gemeinde nach dem Ende der Kampfhandlungen Gottesdienst in der zerstörten Kathedrale feierte und eine Krippe in den Trümmern errichtete. Danach begann der Wiederaufbau; das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat ihn hauptsächlich unterstützt.

Der maronitisch-katholische Erzbischof Joseph Tobji im Januar 2017 in seiner zerstörten Kathedrale St. Elias.

„Wiedereröffnung ist Botschaft an Christen in aller Welt“

Entsprechend groß ist nun die Freude der maronitischen Gemeinde wie der gesamten christlichen Bevölkerung, erklärte der zuständige Erzbischof Joseph Tobji: „Die Eröffnung unserer Kathedrale ist eine Botschaft für die Christen in Aleppo und der ganzen Welt. Der Wiederaufbau ist ein Beweis, dass wir trotz unserer schwindenden Zahl immer noch in diesem Land leben. Unsere Stimmen werden Gott an diesem Ort trotz aller Schwierigkeiten weiterhin loben.“

Der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ International, Dr. Thomas Heine-Geldern, wandte sich mit einer Video-Botschaft an die Teilnehmer der Eröffnungsfeierlichkeiten: „Ich bin traurig, dass ich wegen der Corona-Beschränkungen an diesem Tag der Freude nicht bei Ihnen sein kann. Wir sehen die Sankt-Elias-Kathedrale und es ist ein Wunder. Es ist fantastisch, dass sie in ihrer alten Pracht wiedererstrahlt. Ich wünschte, dass sie wieder zum Zentrum der gesamten christlichen Gemeinschaft wird, so wie es vor diesem schrecklichen Krieg war.“

Außenansicht der wiederaufgebauten Kathedrale.

Nur ein Drittel der Christen ist geblieben

Die syrischen Christen haben unter den Auswirkungen des Syrienkriegs schwer gelitten. Laut „Kirche in Not“ vorliegenden Quellen leben derzeit höchstens 30.000 Christen in Aleppo. Vor Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 waren es etwa 180.000. In ganz Syrien waren es rund 1,5 Millionen Christen, heute ist etwa ein Drittel davon übrig.

Die wiederaufgebaute Kathedrale Sankt Elias beherbergt die maronitisch-katholische Gemeinde von Aleppo. Sie gehört zu den kleineren christlichen Gemeinschaften in Aleppo, ist aber bei der humanitären und pastoralen Betreuung der Bevölkerung sehr aktiv. „Unser Wunsch ist es, zu bleiben – nicht nur, weil wir hier geboren wurden oder weil wir keine andere Möglichkeiten hatten, sondern weil es unsere Mission ist“, erklärte Erzbischof Tobji im Gespräch mit „Kirche in Not“. „Wir sind eine Familie. Meine Absicht war es, das gemeinsame Haus zu erneuern, dass uns vereint und willkommen heißt.“

Blick in den wiederaufgebauten Innenraum der Kathedrale.

Seit Beginn des Syrienkriegs unterstützt „Kirche in Not“ die notleidende christliche Minderheit mit über 1000 Hilfsprojekten. Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

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„In Damaskus ist alles teuer geworden“, stellt Schwester Joseph-Marie Chanaa besorgt fest. „Die wachsende Not war für mich der Auslöser, mich für die Menschen einzusetzen, die arm sind und leiden.“ Vor dem Krieg arbeitete Schwester Joseph-Marie vom Orden der Barmherzigen Schwestern von Besançon als Katechetin. Seit über neun Jahr leitet sie eine sechzehnköpfige Gruppe von Ordensschwestern und freiwilligen Helfern, die sich um die christlichen Familien in Damaskus kümmern. Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützt den Einsatz seit Langem.

Der Krieg geht in sein zehntes Jahr – und die soziale Not im Land wird immer größer. 2019 lebten laut UN-Angaben 83 Prozent der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Auch wenn in Damaskus inzwischen keine Bomben mehr fallen, trägt die Bevölkerung doch weiterhin die Hauptlast des Krieges – und der internationalen Handelssanktionen. Sie verknappen und verteuern die Dinge des täglichen Bedarfs. Sie führen zu weiteren Lohneinbrüchen, was viele Familien hart trifft.

Verteilung von Kleiderspenden an bedürftige Familien. © KIRCHE IN NOT

Lebensmittel, Mieten, Medikamente: alles unerschwinglich

Erschwerend kommt hinzu, dass landwirtschaftliche Flächen nicht bestellt werden können – zum einen weil Maschinen fehlen oder zerstört sind, zum anderen weil die Felder durch Granateneinschläge und chemische Kampfmittel unbrauchbar geworden sind. Die Folgen all dieser Entwicklungen sind offensichtlich: Schwester Joseph-Marie erzählt von einem Familienvater, der umgerechnet etwa 140 Euro verdient. Für die Wohnung der Familie gehen über 100 Euro drauf. Also bleiben noch etwa vierzig Euro zum Leben – für eine mehrköpfige Familie. Um sich eine Vorstellung zu machen, was das im Alltag bedeutet: Ein belegtes Brot kostet in Damaskus aktuell knapp zwei Euro. „Für Syrien ist das sehr teuer“, sagt Schwester Joseph-Marie.

Damit christliche Familien in dieser Situation überleben können, zahlen die Ordensfrau und ihre Mitstreiter zum Beispiel Mietzuschüsse, die etwa ein Viertel der Kosten decken. Das Geld kommt von den Wohltätern von KIRCHE IN NOT. Anders als die Syrer, die im Ausland ihr Glück probieren, fehlen den verbliebenen Menschen die finanziellen Möglichkeiten, erklärt Schwester Joseph-Marie. In den vergangenen Monaten seien nur fünf oder sechs Familien, die sie betreut, ausgewandert.

Schwester Joseph-Marie Chanaa mit Studenten, die KIRCHE IN NOT unterstützt. © KIRCHE IN NOT

Wegen Armut von Bildung ausgeschlossen

Die Ordensfrau schildert noch ein weiteres Problem: Viele Familien schicken ihre Kinder nicht zur Schule oder lassen sie nicht zur Universität. Sie wollen sie „versteckte Bildungskosten“ vermeiden, zum Beispiel das Geld für den Bus oder Kosten für Bücher und Fotokopien. Um Studienabbrüche zu verhindern, hat KIRCHE IN NOT beschlossen, auch dieses Jahr wieder 550 Studentinnen und Studenten an der Universität Damaskus mit Stipendien zu unterstützen. Die Dankbarkeit ist groß, stellt Schwester Joseph-Marie fest. Oft höre sie den Satz: „Schwester, wir wissen nicht, wie wir ihnen danken sollen; Ihre Hilfe ist so wertvoll.“

Die Ordensfrau freut sich, dass viele Studenten in Syrien bleiben wollen und nur ins Ausland gehen, um sich zu spezialisieren und dann wieder zurückkommen. Den jungen Männern, die an Auswanderung denken, weil sie dem langen und harten Militärdienst entgehen wollen, pflegt Schwester Joseph-Marie zu sagen: „Natürlich wissen wir nicht, was die Zukunft bringt, aber ihr müsst eurem Land dienen. Die Kirche hilft euch dabei.“

Schwester Joseph-Marie besucht ein älteres Ehepaar. © KIRCHE IN NOT

Zahl der Krebskranken nimmt dramatisch zu

Die Auswirkungen des Krieges haben auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Stoffwechselstörungen, hohem Blutdruck oder Cholesterin nicht verschont. Die Preise für Tabletten und Insulin haben sich seit 2016 verdreifacht. Und selbst wenn die Menschen sie sich leisten könnten: Es gibt viel zu wenige Medikamente. Viele Pharma-Firmen wurden zerstört, ebenso die Arzneimittellager. Die Regale in den Apotheken sind oft leer, einzig kirchliche und humanitäre Organisationen können mit Glück ein paar lebenswichtige Medikamente vorhalten.

Hilfsorganisationen sind vor allen in den Regionen des Landes aktiv, in denen noch gekämpft wird. In mittlerweile von der Regierung kontrollierten Gebieten wie Damaskus sind sie nicht so aktiv. Deshalb unterstützt KIRCHE IN NOT auch dieses Jahr wieder 200 kranke Menschen in der Hauptstadt.

Schwester Marie-Joseph und ihre Helfer versuchen, Medikamentenvorräte für drei bis vier Monate anzulegen – in Zeiten nochmals eingeschränkter Hilfslieferungen sicher ein guter Ansatz. Betroffen macht Schwester Marie-Joseph, dass die Zahl der Krebskranken „unter jungen Menschen dramatisch zunimmt. Es gibt sehr wenig Hilfe für sie.“

Um die Arbeit von Schwester Joseph-Marie für notleidende Familien in Damaskus weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Der Libanon steckt in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise – und dann kam auch noch Corona. Die Auswirkungen treffen auch die karitative Arbeit der katholischen Kirche im Land schwer. In Zahlé und der Bekaa-Ebene versorgen kirchliche Einrichtungen tausende Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien.

Oliver Maksan, Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, hat für das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit dem dortigen melkitischen griechisch-katholischen Erzbischof Issam John Darwish über die aktuelle Lage gesprochen.

Issam John Darwish, melkitischer griechisch-katholischer Erzbischof von Zahlé und Furzol.

Oliver Maksan: Herr Erzbischof, der Libanon war schon vor der Corona-Krise großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt. Zwingt die Pandemie das Land jetzt in die Knie?

Erzbischof Issam John Darwish: Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft anderer großen Länder schwer getroffen. Wir müssen deshalb damit rechnen, dass der Libanon im Vergleich dazu sogar härter getroffen wird, denn es gab schon zuvor Verschuldung und Korruption. Aber man muss auch sagen, dass es ernst zu nehmende Bemühungen der neuen Regierung gibt, zu verhindern, dass das Land in die Knie geht.

Der Libanon ist ein Land mit vielen Religionen. Vor Corona sind alle gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen das Versagen der Politik zu protestieren. Würden Sie sagen, dass Corona auch die Solidarität unter den Menschen unabhängig von ihrer Religion gestärkt hat?

Dieser religionsübergreifende Konsens ist viel mehr als nur das Resultat der gegenwärtigen Pandemie oder einer wirtschaftlichen Krise. Konsens und Solidarität müssen als Kultur verankert werden. Proteste allein vereinigen noch kein gespaltenes Land. Was ein Land viel eher zusammenführt, ist eine Erziehung hin zur Einheit und ein funktionierendes nationales Vorbild. Anderenfalls wird der Libanon ein Schauplatz frustrierender Experimente und des Politikerversagens bleiben.

Ausgabe von warmen Mahlzeiten in der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ in Zahlé unter Corona-Schutzmaßnahmen.

Was macht die katholische Kirche, um den von Corona heimgesuchten Menschen zu helfen?

Der Patriarch der melkitischen griechisch-katholischen Kirche, Joseph I. Absi, hat alle Bischöfe gebeten, die Agrarflächen der Diözesen den Gläubigen zur Verfügung zu stellen, damit sie es bewirtschaften können. Das haben wir gemacht. Außerdem haben wir damit begonnen, das Krankenhaus in Zahlé mit der wegen Covid-19 dringend benötigten Ausrüstung auszustatten. Wir haben zudem mit dem Krankenhaus der Amerikanischen Universität in Beirut zusammengearbeitet, um unser Personal im Umgang mit der Pandemie zu schulen. Schließlich haben wir die Verteilung von Hygiene-Artikeln verstärkt, um den Menschen eine bessere Vorsorge gegen die Pandemie zu ermöglichen.

„Kirche in Not“ unterstützt das Projekt „Tafel Sankt Johannes der Barmherzige“. Dort werden bedürftigen Menschen warme Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Mussten Sie wegen der Pandemie etwas umstellen?

Die Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“ hat nie damit aufgehört, bedürftigen Menschen Essen zur Verfügung zu stellen. Wegen der Pandemie mussten wir aber dafür sorgen, dass die Menschen ihr Essen erhalten können, ohne ihre Sicherheit zu riskieren. Diese Maßnahmen greifen noch immer. Die Zahl der Empfänger hat seit Beginn der Pandemie zugenommen – und tut es immer noch. Derzeit gibt die Tafel mehr als 1400 Essen täglich aus.

An der Essensausgabe der Tafel „Sankt Johannes der Barmherzige“.
Es gibt kein Land auf der Welt, das im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat als der Libanon. Stellen die Libanesen ihre Solidarität mit den Syrern durch Corona in Frage?

Die Mehrheit der Libanesen hat zu Beginn der syrischen Krise das Flüchtlingsaufkommen sehr zögerlich aufgenommen. Die Einreise wurde zu bestimmten Zeiten von der libanesischen Regierung aufgedrängt. Jetzt wird die Lage immer schwieriger, denn die Zahl der Flüchtlinge ist problematisch groß. Während der Corona-Zeiten bedrohen zum Teil undisziplinierte Flüchtlinge zudem die Solidarität wie auch die Möglichkeiten des Aufnahmelandes.

Hilft Ihre Diözese an Corona erkrankten Flüchtlingen?

Bislang gibt es in Zahlé und Umgebung keine an Corona erkrankten Menschen. Aber wir ergreifen natürlich die notwendigen Vorkehrungen, um für auftretende Fälle vorbereitet zu sein. Entscheidend sind dabei die Ausstattung des Krankenhauses und die Schulung des dortigen Personals.

Was hat die Corona-Krise die Kirche gelehrt?

Ich neige dazu zu glauben, dass die Vorsehung des Herrn seine Schöpfung an seine Gebote und seine immerwährende Liebe und Barmherzigkeit erinnert. Vielleicht ist aber auch ein Ruf an die Menschheit, das Ausmaß des Schadens in den Blick zu nehmen, den Industrie und Waffen anrichten. Wir bitten Gott darum, unseren Glauben zu reinigen und der Menschheit die Gelegenheit zur Umkehr zu geben, damit er diese Bedrohung durch die Pandemie für immer aufhebt.

Würden Sie sagen, dass die Corona-Krise die Christen der Kirche nähergebracht hat?

Die Gläubigen standen und stehen immer noch der Kirche nahe. Sie baten uns immer darum, die Kirchen wieder zu öffnen. Wann immer wir in der Kirche gebetet haben, sind Gläubige gekommen und haben vor der Tür mit uns gebetet. Sie glauben fest, dass die Eucharistie sie beschützt.

Um die Versorgung von Flüchtlingen und die Arbeit der katholischen Kirche in Libanon weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier  oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Libanon

Flüchtlingslager im Libanon.

Zu Beginn der weltweiten Corona-Krise und massiver Einschränkungen des öffentlichen Lebens riefen die Vereinten Nationen zu einem weltweiten Waffenstillstand auf, um sich auf den Kampf gegen Covid-19 zu konzentrieren. Papst Franziskus wiederholte diesen Appell. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat mit Projektpartnern in Kriegs- und Krisenländern Kontakt aufgenommen. Trotz der Pandemie gehen Krieg und Terror weiter. Die Not der Bevölkerung steigt.

„Die Wut des Virus veranschaulicht den Irrsinn des Krieges. Es ist an der Zeit, bewaffnete Konflikte zu beenden und sich gemeinsam auf den wahren Kampf unseres Lebens zu konzentrieren’’, erklärte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am 23. März. Er hoffe, dass sich die Menschen bewusst seien, dass das Virus keinen Unterschied zwischen den Nationen mache und alle betreffe.

Papst Franziskus griff diesen Appell auf. Am 29. März forderte er die „Schaffung von Korridoren für humanitäre Hilfe, Offenheit für die Diplomatie und Aufmerksamkeit denen gegenüber …, die sich in einer Situation befinden, die sie am verletzbarsten macht’.

Flüchtling in Aleppo Syrien mit einer Friedenstaube © Ismael Martinez Sanchez/KIRCHE IN NOT

Umdenken bei Kriegsparteien?

„Hier geht der Konflikt weiter”, beklagt Erzbischof Andrew Nkea Fuanya aus Bamenda im Nordwesten von Kamerun. Der anglophone Teil des zentralafrikanischen Landes ist seit vier Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte mit tausenden Toten und weit mehr als einer halben Million Vertriebenen. Separatisten kämpfen dort für eine eigene „Republik Ambazonien“, unabhängig vom französischsprachigen Teil. Die katholische Kirche Kameruns agiert als Vermittlerin zwischen den Bürgerkriegsparteien.

Zwar hätten einige Anführer aus dem Lager der Separatisten zugestimmt, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen, so Erzbischof Nkea. Sie seien sich bewusst, was in der Corona-Pandemie auf dem Spiel stehe, aber sie hätten „wenig Einfluss auf die Kämpfer in dem Gebiet”, räumt er ein.

Dasselbe gilt auch für die Region Hassaké im Norden Syriens, wo „Militärflugzeuge weiterhin den Himmel überziehen und die Angriffe nicht aufhören”, teilt Nidal Thomas, Generalvikar der chaldäisch-katholischen Kirche im Nordosten Syriens mit: „Wir haben seit dem Auftreten des Coronavirus nur zwei oder drei Tage erlebt, an denen Ruhe herrschte.”

Die Pandemie habe das Land nach neun Kriegsjahren in einem Zustand großer Schwäche getroffen. Syrien habe 60 Prozent seiner Ärzte verloren – sie sind bei den Kämpfen umgekommen, wurden verschleppt oder sind geflüchtet. Nur ein Viertel der Krankenhäuser sei in Betrieb, erklärt Thomas. Außerdem sei Syrien durch die Wirtschafts- und Währungskrise im Nachbarland Libanon mitbetroffen: Syrische Sparer haben ihre Einlagen bei libanesischen Banken verloren, Hilfsgelder über den Libanon können nur noch unter erschwerten Umständen fließen. Syrien leidet zudem unter den internationalen Sanktionen, die seine Wirtschaft belasten.

Zerstörte Häuser in der Donbass-Region im Osten der Ukraine.

Eine Tragödie in der Tragödie

Von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt, gehe der Krieg in der Donbass-Region im Osten der Ukraine weiter, teilt Bischof Pawlo Honczaruk aus Charkiw mit. Seine Diözese umfasst auch Teile der umkämpften Gebiete. Die Corona-Pandemie lasse offenbar werden, wie sehr „das oligarchische System das ukrainische Gesundheitswesen insbesondere in ländlichen Gebieten geschwächt hat. Die Pandemie legt die Korruption der politischen Führung offen, die eine Folge der Geschichte unseres Landes ist“, erklärt der Bischof. Der Verlust der Solidarität gefährde besonders die ärmsten Menschen.

In Nigeria ist es ebenfalls die grassierende Armut, die der Kirche neben den Folgen des islamistischen Terrors am meisten Sorge bereitet. „Die größte Gefahr in Verbindung mit Covid-19 in unserem Land ist, dass die Pandemie Hungersnöte unter den Ärmsten und eine Destabilisierung der bereits sehr schwachen Wirtschaft auslösen kann”, erklärt Erzbischof Ignatius Kaigama aus der Hauptstadt Abuja. Er betont, dass das Land insbesondere im Nordosten seit dem Auftreten der Pandemie weiterhin unter Terroranschlägen von Boko Haram leide.

Erzbischof Ignatius Kaigama aus Abuja/Nigeria verteilt während der Corona-Pandemie Lebensmittel an Bedürftige.

Eine Kirche der offenen Türen

„Die Gewalt hat in unserer Gesellschaft auch während der Pandemie nicht nachgelassen”, beklagt Erzbischof Carlos Garfias Merlos, Vizepräsident der Bischofskonferenz in Mexiko. Ohne Zweifel sei die Friedens-Botschaft von Papst Franziskus bei den Drogenbanden nicht angekommen. Mehr als je zuvor fahre die Kirche damit fort, „ihre Türen für die Opfer der Gewalt zu öffnen”, berichtet der Erzbischof.

Die Bürgerkriegsparteien in der Zentralafrikanischen Republik hätten ebenfalls nicht auf den Aufruf zum Waffenstillstand gehört, beklagt Bischof Bertrand Guy Richard Appora-Ngalanibé aus Bambari. „Leider liefern sich in einigen Gebieten die bewaffneten Gruppierungen strategische Gefechte mit dem Ziel, ihre Vorherrschaft auszuweiten und die Ressourcen des Landes zu plündern.” Dennoch zeigten die interreligiösen Initiativen, dass diese Krise eine Gelegenheit sein könne, um die Verbundenheit zwischen den Bürgern des Landes zu stärken, so Ngalanibé: „Mit der Hilfe unserer protestantischen und muslimischen Brüder und Schwestern bemühen wir uns darum, Sensibilisierungskampagnen durchzuführen, um die Pandemie-Gefahr einzudämmen.”

Der Einsatz für Frieden bleibt auch in der aktuellen Situation ein Stachel im Fleisch für die internationale Gemeinschaft. Weltweit gehen Kriege und Konflikte auch während der Corona-Krise weiter. „Kirche in Not“ steht in vielen Ländern den Betroffenen bei und unterstützt die Arbeit der Kirche vor Ort, die für viele notleidende Menschen die einzige Anlaufstelle ist.

Damit Seelsorger und kirchliche Mitarbeiter die Corona-Pandemie schultern und für die ihnen anvertrauten Menschen da sein können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Nothilfen Covid-19

Flüchtlingskinder in der Zentralafrikanischen Republik.

Als Antwort auf die anhaltende dramatische Situation der Christen in Syrien unterstützt das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit einem weiteren Nothilfeprogramm 20 550 christliche Familien unterschiedlicher Konfessionen.

Der einmalige Zuschuss von 25 Euro pro Familie ermögliche besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen, das sich auch in Syrien ausbreite, erklärte der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“. „Es scheint ein kleiner Betrag zu sein, aber er entspricht fast der Hälfte des monatlichen Einkommens einer syrischen Familie und ist daher lebenswichtig. Die Nothilfe muss schnell umgesetzt werden, bevor sich COVID-19 weiter im Land ausbreitet.“

Die Nothilfe ermöglicht besonders bedürftigen Familien, Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, um sich vor dem Corona-Virus zu schützen

Das mit über eine halbe Million Euro umfassende Programm kommt katholischen, orthodoxen und evangelischen Familien in ganz Syrien zugute. Viele Familien sind durch den immer noch andauernden Krieg und die Wirtschaftssanktionen am Ende ihrer Kräfte. Jetzt müssen sie sich einer weiteren Herausforderung stellen: der Ausbreitung von COVID-19. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Schließung von Geschäften und Schulen sowie der Einstellung des Transports zwischen den Städten, stößt die finanzielle Situation der Ortskirchen in Syrien an ihre Grenzen.

„Wir unterstützen mehr als hundert Projekte in Syrien. Einige sind wegen der Pandemie eingeschränkt, aber viele laufen weiter, wie zum Beispiel unser Projekt ,Ein Tropfen Milch‘. Damit wird hunderten Kleinkindern und Säuglingen eine lebenswichtige Milchration gewährleistet. Das neue Hilfsprogramm ist ein Zeichen der Ermutigung für unsere Brüder und Schwestern in Syrien und gibt ihnen Trost und finanzielle Unterstützung“, erklärt Thomas Heine-Geldern. „Wir möchten die Christen in Syrien nicht allein lassen.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

Besonders die christliche Bevölkerung in Syrien leidet unter den Folgen des Krieges, der seit 2011 andauert. Waren Diskriminierungen gegen Christen davor eher selten und die Auswanderung begrenzt, so fühlen sie sich heute als Bürger zweiter Klasse, die von der Regierung im Stich gelassen und von anderen Bürgern diskriminiert werden. Ihr Eigentum wurde im Krieg zerstört, geplündert oder weit unter Preis verkauft. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren. Ausländische Hilfen erreichen wegen der Sanktionen und Grenzschließungen das Land nur sehr schwer.

Darüber hinaus ist das Bankensystem des Nachbarlandes Libanon, das einen Teil des Systems aufrechterhalten hat, aufgrund der politisch-sozialen Krise und der COVID-19-Pandemie zusammengebrochen. Die Inflation im Land ist immens hoch.

Um die Christen in Syrien weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien

Die Syrer im allgemeinen, aber besonders die Einwohner von Aleppo, neigen dazu, sich weniger Sorgen um ihre persönliche Sicherheit zu machen als die meisten Menschen in Europa.

“Viele von ihnen sagen, dass sie bereits seit neun Jahren leiden und sowohl den Krieg als auch den Hunger überlebt hätten. Einige sind vorsichtiger und verwenden Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Handschuhe, um sich zu schützen. Aber die meisten Menschen machen sich keine Sorgen über die Ausbreitung des Coronavirus. Sie haben schon so viel gelitten”, erklärt der armenisch-katholische Priester Antoine Tahhan gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Am 19. März erließ die syrische Regierung aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus einen Erlass, alle Geschäfte zu schließen und verhängte eine Ausgangssperre zwischen 18 und 6 Uhr. Nur wenige Tage später, am 22. März, beschlossen die katholischen Bischöfe in Aleppo zusätzlich die Schließung aller ihrer Kirchen, um die Gläubigen zu schützen und die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern.  Seitdem kommt Pater Antoine jeden Morgen in die armenisch-katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Aleppo, um dort allein die heilige Messe zu feiern, und kehrt dann nach Hause zurück, um die Vorgaben zur sozialen Isolierung einzuhalten.

Aber es gibt wenig, was in einem Land wie Syrien getan warden kann, in dem der Krieg auch das Gesundheitssystem zerstört hat. “Aleppo hat viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren verloren, die durch die Terroristen zerstört wurden. Ein großer Teil der Ausstattung und der Medikamentenvorräte wurden geplündert, und viele Ärzte sind ausgewandert, weil die Terroristen einige entführt und anderen gedroht hatten, sie zu töten.  Infolgedessen ist das Gesundheitssystem in einem schlechten Zustand, und darauf fußt die Sorge, dass das Virus sich in der Bevölkerung, insbesondere unter den Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee, verbreiten könnte”, sagt Pater Antoine.

“Ich denke nicht, dass es in den Krankenhäusern, insbesonderen auf den Intensivstationen, genug Beatmungsgeräte gibt, um dem Virus gewachsen zu sein. Wir benötigen ebenfalls sehr viele Schutzmasken, Ausrüstung zum Sterilisieren und andere medizinische Ausstattung. Zugleich müssen wir unter der Bevölkerung auch ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken erwecken, denn noch immer gehen viele Leute in den Parks spazieren, halten sich an den Händen und begrüßen sich, ohne die behördlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit zu beachten.”

Die Kämpfe in Aleppo sind seit dem 24. Dezember 2016 zu Ende. Einige bessergestellte Familien waren seitdem in der Lage, ihre Häuser wiederherzustellen, aber die meisten christlichen Familien sind sehr arm und überleben nur dank der Unterstützung der Ortskirche und von Organisationen wie der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, die Nothilfeprojekte ins Leben gerufen haben, um die ärmsten Familien in Aleppo und anderen Teilen Syriens mit Mietzuschüssen, Lebensmitteln und grundlegender medizinischer Versorgung zu unterstützen. „Ohne diese Hilfe könnten die Christen nicht nach Hause zurückkehren und die christliche Präsenz im Nahen Osten sichern”, erklärt Pater Antoine.

Der durch den Krieg bedingte Exodus habe verheerende Auswirkungen: „Die Zahl der christlichen Familien, die vor dem Krieg in Aleppo lebten, lag bei 30.000. Nun ist die Anzahl auf rund 10.000 gesunken. Wir leiden unter einer massiven Überalterung der Bevölkerung, da der Anteil an älteren Menschen inzwischen auf zwei Drittel gestiegen ist, und das nicht nur in Aleppo, sondern in ganz Syrien. Und der Mangel an jungen Arbeitskräften hat sich durch den Militärdienst weiter verschärft.”

Seit einem Jahr leide Syrien an einer schweren Wirtschaftskrise. “Als Aleppo befreit wurde, bestand beträchtlicher Optimismus, und drei Jahre lang setzten die Menschen ihre Hoffnung auf harte Arbeit, aber nun wird die wirtschaftliche Lage immer schlimmer. Viele Menschen sind arbeitslos, und die gezahlten Gehälter reichen nicht aus, um eine vierköpfige Familie zu ernähren. Die Wirtschaftssanktionen fügen der Bevölkerung schweres Leid zu, und die schlechte wirtschaftliche Lage im Libanon beeinträchtigt auch die Wirtschaft in Syrien. Der Dollarkurs und damit auch die Lebenshaltungskosten sind in die Höhe geschossen. Zugleich wurden die Hilfeleistungen, die über den Libanon nach Syrien gelangten, eingestellt”, erklärt Pater Antoine gegenüber KIRCHE IN NOT.

Seit der Befreiung von Aleppo sind 75 armenisch-katholische Familien zurückgekehrt, aber sie waren Binnenflüchtlinge aus anderen Teilen Syriens und keine Flüchtlinge aus Europa. “Um Familien dazu zu ermutigen, nach Syrien zurückzukehren, müssen die Wirtschaftssanktionen aufgehoben warden, wie der Papst es in seiner Osterbotschaft gefordert hat, und man muss den jungen Menschen dabei helfen, Arbeit zu finden. Wir brauchen auch Sicherheit, medizinische Versorgung und die Aufhebung der Militärreserve, damit die jungen Leute Arbeit finden, ihre Zukunft aufbauen und Familien gründen können”, schließt Pater Antoine.

Das Coronavirus ist  eine weitere Sorge unter vielen anderen, aber diese globale Pandemie lässt die Menschen in Syrien vor allem die wirtschaftlichen Folgen fürchten. Sie könnten zum einen ihren Leidensweg erschweren und andererseits eine Minderung der Nothilfeprogramme zur Folge haben, die jetzt für ihr Überleben notwendiger sind denn je.

Schwester Annie Demerjian, eine der Hauptprojektpartnerinnen von „Kirche in Not“ in Syrien, hat den Wohltätern des weltweiten päpstlichen Hilfswerks und allen von der Corona-Pandemie betroffenen Menschen eine Grußbotschaft zukommen lassen. „Was die Welt im Augenblick erlebt, ist sehr schmerzlich. Lassen Sie sich in dieser durch das Coronavirus hervorgerufenen Situation nicht durch die Nachrichten in Panik versetzen. Folgen Sie den Anweisungen der Gesundheitsbehörden”, rief Schwester Annie auf.

Die Ordensfrau der „Kongregation von Jesus und Maria“ dankte den Wohltätern von „Kirche in Not“ für die Hilfe in Form von Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln, Heizöl und Medikamenten, die seit fast zehn Jahren den ärmsten und schwächsten Menschen in Aleppo und anderen Orten in Syrien zugutekommen. Außerdem versichert sie alle Wohltäter in dieser internationalen Notlage ihres Gebetes.

„Das Leid ist da, aber die Auferstehung auch“

Schwester Annie erklärte, dass sie und ihre Mitschwestern jeden Tag den Rosenkranz „für die ganze Welt” beten, und fügte hinzu: „Unser Glaube besteht nicht darin, eine Art ,Zauberknopf‛ zu drücken und zu hoffen, dass alles geregelt wird. Der Schmerz und das Leid sind da, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Auferstehung ebenfalls jeden Tag da ist.”

Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie während des Krieges im nordsyrischen Aleppo gemacht hat, sagte die Ordensfrau: „Wir müssen den bedürftigsten Menschen helfen. Wir müssen einander aufrichten, und alles wird vorübergehen.”

Besuchsdienst für Ältere, Einkaufsgutscheine für bedürftige Familien

lickt mit Sorge auf die Auswirkungen des Virus in Syrien, das durch neun Jahre Krieg geschwächt ist. „In Aleppo besuchen unsere Gruppen von Freiwilligen weiterhin die Häuser. Wir helfen insbesondere den alten Menschen, da viele von ihnen keine andere Unterstützung haben. Auch in Damaskus helfen unsere Schwestern den alten Menschen. Sie erledigen die Einkäufe für diese besonders gefährdeten Personen, damit sie nicht aus dem Haus gehen müssen. Die Leute haben nichts, womit sie sich schützen könnten. Wie sollen sie überleben?”, fragte die Ordensfrau besorgt.

Eine wirksame Hilfe sei das Gutscheinprogramm, das 260 Familien den Einkauf im Supermarkt ermögliche und die Unterstützung bei Mietzahlungen für besonders bedürftige Menschen. Schwester Annie fügte hinzu: „Allen unseren Wohltätern sagen wir ein aufrichtiges Dankeschön für ihre Großzügigkeit. Sie helfen uns seit so vielen Jahren und tun dies noch immer. Möge Gott sie weiterhin segnen und Sie und ihre Familien beschützen und gesund erhalten.”

Helfer mit Lebensmittelgutscheinen für bedürftige Menschen in Aleppo.

Als erstes von rund 5000 Hilfsprojekten des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ hat die Tafel „Johannes der Barmherzige“ in Zahlé/Libanon ihre Arbeit als Reaktion auf die Corona-Krise umstellen müssen. „Die Pandemie hält die Welt in Atem. Wir erhalten Nachrichten der Anteilnahme aus aller Welt. Doch auch unsere Projektpartner leiden unter den Auswirkungen der Krise. Das macht uns Sorgen“, erklärte Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland.

Die Tafel „Johannes der Barmherzige“ wird von der melkitischen griechisch-katholischen Erzdiözese von Furzol, Zahlé und der Bekaa-Ebene betrieben. Normalerweise werden dort jeden Tag rund 1000 Personen mit einem Mittagessen versorgt. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge; die syrische Grenze liegt nicht weit. Nun musste die Essensausgabe den Bewirtungsbetrieb in den eigenen Räumen einstellen, nachdem die libanesische Regierung umfangreiche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen hatte.

Essenslieferung an 400 Personen

Die Arbeit geht auch unter den veränderten Umständen weiter: Helfer bringen die Mahlzeiten nun zu rund 400 besonders bedürftigen Personen, die ihre Häuser nicht mehr verlassen können. „Ich danke dem Team der Freiwilligen für ihren Einsatz. Sie tun Gutes und helfen den Menschen in dieser außergewöhnlichen Situation“, erklärte der zuständige melkitisch griechisch-katholische Erzbischof Issam John Darwish. Er rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben sowie Gebete und Gottesdienste über Radio oder Internet zu verfolgen. Im Libanon gelten ähnlich wie in zahlreichen europäischen Ländern Versammlungsverbote.

Krisenländer trifft Corona noch härter

„Länder, deren Gesundheitswesen wenig Schutz bietet oder die, wie der Libanon, durch Flüchtlingsströme und Krisen bereits geschwächt sind, trifft die Ausbreitung des Corona-Virus noch viel härter als uns“, erklärte Florian Ripka. Im Libanon herrscht eine schwere politische und wirtschaftliche Krise. Seit Herbst 2019 kam es zu Massenprotesten. „Kirche in Not“ nutzt die bestehenden Kontakte zu den lokalen Kirchenvertretern, damit die Hilfsleistungen gesichert bleiben.

Mittlerweile träfen bei „Kirche in Not“ auch aus Venezuela und den Palästinensergebieten Nachrichten ein, die über Auswirkungen der Corona-Pandemie berichten, sagte Ripka: „Wir alle werden in der Zeit des Corona-Virus geprüft, aber wir können auch etwas tun: Unser Gebet und unsere Solidarität müssen weitergehen.“

Um die Tafel „Johannes der Barmherzige“ im libanesischen Zahlé weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.kircheinnot.at/helfen/spenden oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon

Vorbereitung der Essensauslieferung

Bei einem bewaffneten und vermutlich gezielten Überfall auf ein Auto eines Priesters sind am vergangenen Montag in Syrien der Geistliche und dessen mitgereister Vater getötet worden. Ein weiterer Mitfahrer wurde verletzt, einem vierten Insassen gelang die Flucht.

Wie der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, gegenüber dem internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ berichtete, waren die vier Männer auf dem Weg nach Deir ez-Zor, rund 350 Kilometer östlich von Aleppo, um dort die Baustellen von Häusern und der Kirche besuchen, die zurzeit wiederaufgebaut werden. Kurz vor ihrem Ziel seien die Reisenden von zwei bewaffneten Personen auf einem Motorrad überholt worden, die sofort das Feuer eröffnet hätten. Pfarrer Hovsep Hanna Bedoyan (43) wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg zum Krankenhaus starb. Sein Vater war sofort tot.

Die Untersuchungen des Vorfalls seien noch im Gange. Daher wisse man noch nicht, wer sie getötet habe, auch wenn sich offenbar der IS zu dem Überfall bekannt habe, so der Erzbischof. „Sicher ist, dass Pfarrer Hovsep einen Priesterkragen trug und daher erkennbar war, ebenso sein Auto, das auf dem Heck die Aufschrift ,Armenisch-katholische Kirche‘ trug.“

So könne man davon ausgehen, dass der Geistliche wegen seines Priesteramts und aufgrund seines Beitrags zur Wiederherstellung der christlichen Präsenz in Deir ez-Zor getötet worden sei, vermutet Erzbischof Marayati. Die Stadt im Osten Syriens ist seit Beginn des Krieges besonders umkämpft. Der IS eroberte Deir ez-Zor im Jahr 2014, erst drei Jahre später konnten syrische Streitkräfte die IS-Kämpfer vertreiben.

Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan wurde in der Stadt Kamischli (Qamishli) im Nordosten Syriens beigesetzt. Die Stadt liegt in der Grenzregion zur Türkei und zum Irak. Hier komme es aufgrund der Kämpfe zwischen Türken und Kurden derzeit zu schweren Spannungen, sagt Erzbischof Marayati. „Die Situation ist chaotisch. Es sind Türken, Kurden, Amerikaner und Russen vor Ort. Die Christen haben große Angst, und bei jedem Gewaltausbruch entscheiden sich viele Familien für eine Auswanderung.“ Vor dem Krieg hätten 5000 armenische Katholiken in der Stadt gelebt, heute seien es nur noch rund 2000. Von den einstmals fünf Kirchen seien nur noch zwei geöffnet.

Erzbischof Marayati appellierte im Gespräch mit „Kirche in Not“ an die internationale Gemeinschaft: „Wir bitten nur darum, dass dieser Krieg aufhört. Aber das kann nicht geschehen, wenn Sie weiterhin den Terroristen helfen und Waffen nach Syrien schicken.“ An die Christen in der Welt gewandt sagte er: „Ich bitte Sie: Beten Sie für uns und unser Volk! Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit.“

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