
Eine christliche Gemeinde im Irak hatte dieses Jahr zu Ostern zusätzlichen Grund zur Freude, als ihre Kirche zum ersten Mal seit der Entweihung des Gebäudes vor fast acht Jahren durch militante Kämpfer des IS wieder für Gottesdienste geöffnet wurde.
Die militanten Extremisten drangen 2014 in die chaldäisch-katholische Kirche St. Kyriakos in Batnaya ein, enthaupteten die Statuen und zerschlugen den Altar. Bewaffnete Männer nutzten die heiligen Bilder über dem Altar für Schießübungen; die Extremisten schrieben antichristliche Graffiti auf die Wände der nahe gelegenen Kapelle der Unbefleckten Empfängnis.

Die Slogans, einige davon in deutscher Sprache, lauteten: „Oh, ihr [Schimpfwort] Sklaven des Kreuzes, wir werden euch alle töten … Ihr Drecksleute, ihr gehört nicht hierher.“
Sogar die Grabsteine des nahe gelegenen Friedhofs wurden in Stücke geschlagen.
Als der IS (Daesh) schließlich besiegt war und die Stadt als frei von Gewalt erklärt wurde, lag Batnaya nahezu in Schutt und Asche, es war die am stärksten beschädigte Stadt unter den mehr als ein Dutzend christlichen Städten und Dörfern in der historischen Ninive-Ebene.
Das katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) initiierte ein umfangreiches Restaurierungs- und Wiederaufbauprogramm, um den Menschen aus Batnaya zu helfen, in großer Zahl zurückzukehren.

Als Unterstützer verfolgter und anderer leidender Christen leistete KIRCHE IN NOT Hilfe zur Instandsetzung zweier Kindergärten in Batnaya, des Dominikanerklosters St. Clara, des Gemeindehauses, der Bibliothek und des Priesterhauses (Presbyterium).
Die St.-Kyriakos-Kirche und die nahe gelegene Kapelle, gefördert mit 242.000 Euro, bildeten das Kernstück des KIRCHE IN NOT-Restaurierungsprogramms. Ein KIRCHE IN NOT-Team, das zur Projektbeurteilung im letzten Monat Batnaya besuchte, stellte fest, dass die Arbeiten kurz vor dem Abschluss standen.
Die Arbeiten wurden in der Karwoche unterbrochen, damit die Gottesdienste stattfinden konnten – die ersten seit August 2014 –; und zur Osternacht besuchten über 500 Menschen die Messe, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern.

Der Gemeindediakon Basim berichtete KIRCHE IN NOT aus Batnaya und sagte: „Wir haben uns alle so sehr gefreut, zur Ostermesse in die Kirche zu gehen.“
Diakon Basim, der zwei Töchter hat, die elfjährige Therese und die achtjährige Veronica, und an einer örtlichen Sekundarschule Englisch unterrichtet, fügte hinzu: „Wir hatten sehr hart gearbeitet, um so weit zu kommen, und die Kirche war so voll, dass die Leute sogar in den Gängen standen.“
Der Koadjutorbischof von Alqosh, Thabet Al Mekko, wies darauf hin, dass die Kirche St. Kyriakos eine der größten der Diözese ist, und sagte KIRCHE IN NOT: „Wir sind dem Hilfswerk Kirche in Not sehr dankbar für all die Unterstützung, die sie uns gewährt hat.“
Diakon Basim gab an, er hoffe, dass die Arbeiten an St. Kyriakos im Juli abgeschlossen sein werden, am Jahrestag der Kirche, die viele Jahrhunderte alt ist, aber 1944 neu errichtet wurde.
Nach dem Wiederaufbau unterstützt KIRCHE IN NOT die christliche Minderheit im Irak, einem der Schwerpunktländer, weiterhin. Ein aktuelles Großprojekt ist zum Beispiel die katholische Universität von Erbil im kurdischen Teil des Irak, wo Christen, Jesiden und Muslime gemeinsam studieren.
Die Zahl der Christen im Irak ist heute auf deutlich unter 200 000 Personen gesunken; vor 20 Jahren waren es noch über eine Million. Die Ninive-Ebene gehört zu den ältesten christlichen Siedlungsgebieten des Nahen Ostens.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Irak
KIRCHE IN NOT (ACN) hat eine Dokumentation veröffentlicht, die sich der zunehmenden Gewalt gegen christliche Frauen in zahlreichen Ländern der Welt widmet. Sie trägt den Titel „Hört ihre Schreie. Entführung, Zwangskonversion und sexuelle Ausbeutung christlicher Frauen und Mädchen“.
Christinnen aus Ägypten, Syrien, Irak, Pakistan und Nigeria schildern darin ihre Schicksale. „Kirche in Not“ stellt fest, dass Entführungen, Zwangsverheiratungen und -konversionen zunehmen. Zu den Co-Autorinnen der Fallstudie gehört die US-amerikanische Menschen- und Frauenrechtsexpertin Michele Clark. Sie hat sich vorrangig mit der Situation koptischer Christinnen in Ägypten beschäftigt. Clark lehrt an der „Elliot School of International Affairs“ in Washington.

KIRCHE IN NOT: Ist die Gewalt gegen christliche Frauen ein verhältnismäßig neues Phänomen oder hat es die Öffentlichkeit bislang zu wenig beachtet?
Michele Clark: Das ist leider kein neues Phänomen. Aber die Attacken auf Christinnen haben zugenommen – und ja, es hat mit Religion zu tun. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Übergriffe sehr genau geplant werden. Sie haben Methode. Es werden mehr Fälle registriert. Aber es gibt auch eine hohe Dunkelziffer. Der Bericht von KIRCHE IN NOT dokumentiert einige dieser bekannten Fälle stellvertretend für viele andere.
Die Mehrheit der Täter sind radikale Islamisten. Ist die Gewalt an Christinnen eine Strategie, um ihre Familien zu zerreißen?
Es zerreißt nicht nur Familien. Gewalt gegen Christinnen ist eine Waffe im Zermürbungskrieg gegen religiöse Minderheiten. Das hat auch mit der Struktur des islamischen Rechts zu tun. Wenn eine christliche Frau zur Konversion gezwungen wird oder mit einem Muslim verheiratet wird, ist es für sie unmöglich, wieder ihren christlichen Glauben anzunehmen – selbst wenn sie sich befreien kann oder aus der Ehe entlassen wird. Wenn die Frau Kinder hat, werden die Kinder für immer Muslime bleiben. Eine wachsende Zielgruppe, die wir dokumentieren konnten, sind Mütter mit ihren Kindern. Man nimmt nicht nur eine Person aus der christlichen Volksgruppe heraus, sondern eine Mutter und mit ihr die Nachkommen.

Wie kam es zu Ihrer Mitwirkung der Dokumentation „Hört ihre Schreie“ von KIRCHE IN NOT?
Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn auf internationale Menschenrechte und Frauenrechte konzentriert. Ich habe besonders mit jungen Mädchen gearbeitet, die durch politische, religiöse oder andere Umstände traumatisiert wurden. Ein Kollege bat mich um Unterstützung, um mehr über das Schicksal koptischer Christinnen in Ägypten zu erfahren. Ich habe dort Frauen getroffen, die entführt, zwangsverheiratet und zur Konversion gezwungen worden waren. Bislang gab es darüber nur einzelne Erzählungen, aber keine wissenschaftliche Aufarbeitung. Meine Begegnungen sind dann in zwei Berichte eingeflossen, die auch in Ausschüssen des US-Kongresses aufgegriffen wurden. Das hat der Situation der Christinnen in Ägypten mehr Sichtbarkeit gegeben.
Können Sie uns einige spezifische Fälle nennen, mit denen sie zu tun hatten?
Was mich bei meinen Recherchen sehr berührt hat, war der Einsatz der Väter für ihre verschleppten Töchter. Ein Mann erzählte mir, er haben eines Tages einen anonymen Anruf erhalten: „Pass auf deine Tochter auf, wir beobachten euch!“ Der Mann wusste, dass das nicht nur eine leere Drohung ist. Er hat daraufhin seine Tochter sogar aus der Schule genommen und sie nicht mehr allein aus dem Haus gelassen. Zwei oder drei Wochen nach dem Anruf bat die Tochter ihre Mutter, sie doch zum Markt gehen zu lassen. Der war nur ein paar hundert Meter von ihrem Haus entfernt. Seitdem wurde die Tochter nicht mehr gesehen. Der Familienvater hat mehrfach Anrufe von den Entführern erhalten. Er hat Mitschnitte gemacht und ist zur Polizei gegangen. Aber nichts ist passiert. Er hat keinerlei Unterstützung erhalten.

Aber sie haben nicht nur Fälle aufgedeckt, in denen Mädchen verschleppt wurden. Manchmal wurde diese auch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Hände der Täter getrieben.
Es gibt verschiedene Fälle von jungen Christinnen, die aus zerrütteten Familien kommen. Das Mädchen hat eine Freundin aus der muslimischen Nachbarschaft, die sagt zu ihr: „Mein Bruder mag dich, er würde dich gern öfter treffen.“ Darauf beginnt das Mädchen eine Beziehung. Doch manchmal führt sie auch in eine Falle: Der Mann lädt das Mädchen zu sich nach Hause ein. Dort wird sie missbraucht. Dieser Missbrauch katapultiert den Fall auf eine ganz andere Ebene: Wenn die junge Frau aus einem konservativen Elternhaus kommt, gilt sie als unehrenhaft und kann nicht mehr nach Hause zurückkehren. Oder die Frau wird missbraucht und zu einer Eheschließung und dem damit verbundenen Glaubenswechsel gezwungen. Was für sie mit einer schönen Beziehung begonnen hat, wird zum Albtraum. Dieses „Loverboy-Phänomen“ ist gut untersucht und dokumentiert.
Der Bericht „Hört ihre Schreie“ von KIRCHE IN NOT stellt fest, dass über verschleppte und zwangsverheiratete Frauen zu wenig berichtet wird. Das ist überraschend angesichts der Sensibilität für Geschlechter-Fragen. Woher kommt diese Zurückhaltung?
Ich denke, ein Grund dafür ist, dass es um Religion geht. Zudem sind beim westlichen Feminismus Religion und Emanzipation nicht immer die harmonischsten und verständnisvollsten Partner. Auch gibt es eine Neigung, sich mit Urteilen gegenüber anderen Religionen und Kulturen zurückzuhalten. Da ist die Ablehnung sehr schnell, und es ist schwierig, dem mit Beweisen beizukommen.
Die Fallstudie richtet sich besonders an Politiker. Was können sie tun?
Die Politiker sollten sicherstellen, dass für diejenigen, die religiöse Gewalt erlebt haben, ein sicherer Raum geschaffen wird. Das betrifft auch die Asylbestimmungen. Es gab eine Zeit, da wurde zum Beispiel bei der Gewalt gegen koptische Christinnen in Ägypten von „mutmaßlichen Fällen“ gesprochen. Doch diese Fälle sind belegbar. Je mehr Politik und Medien erkennen, dass wir von tatsächlichen Fällen und von berechtigten Interessen sprechen, desto mehr Gewicht hat die Berichterstattung. Es wird zunehmend evident, dass es sich um eine reale Bedrohung handelt. Grund genug für einen öffentlichen Aufschrei.
Zum Jahreswechsel erinnert der Geschäftsführende Präsident der internationalen Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ (Aid to the Church in Need ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, an die zunehmende religiöse Verfolgung weltweit. Er beklagt auch eine steigende Intoleranz gegenüber christlichen Überzeugungen in der westlichen Welt. Gleichzeitig sei die Aufmerksamkeit für die Opfer religiöser Verfolgung gestiegen, stellt Heine-Geldern fest. Seine Erklärung im Wortlaut:
„Im Jahr 2021 war unsere Arbeit bei ,Kirche in Not’ geprägt von Dankbarkeit und Sorge. Dankbar sind wir vor allem, dass Gott auch in diesem Jahr unsere Arbeit sichtbar gesegnet hat. Dankbar sind wir auch so vielen Wohltätern, Freunden und Verbündeten weltweit.
Unser besonderer Dank gilt Papst Franziskus. Er hat mit seinem Irak-Besuch im vergangenen Frühjahr die dortige christliche Minderheit getröstet und ihr Hoffnung gebracht. Vor allem hat der Heilige Vater die Augen der Weltöffentlichkeit auf die Situation der Christen im ganzen Nahen Osten gelenkt. Sie sind konstitutiver Teil ihrer Heimatländer, werden aber allzu oft als Bürger zweiter Klasse behandelt.

Im Irak, in Syrien und auch im Libanon leidet die christliche Minderheit unter den Folgen von Krieg und wirtschaftlicher Misere. Der Exodus der Christen geht ungebremst weiter. ,Kirche in Not’ arbeitet zusammen mit Wohltätern und Projektpartnern daran, den Christen im Nahen Osten Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat zu eröffnen und ihr Elend zu verringern.
Ein weltweit wahrgenommener Lichtblick im Zusammenleben von Christen und Muslimen in der arabischen Welt war Anfang Dezember die Weihe der Kathedrale ,Unsere Liebe Frau von Arabien’ in Bahrain, deren Bau ,Kirche in Not’ unterstützt hat.

Besonders erfreulich ist auch das große Echo auf unseren Bericht ,Religionsfreiheit weltweit 2021’, den wir im April vorgelegt haben. Der Bericht deckt nicht nur die religiöse Verfolgung in vielen Ländern weltweit auf. Er ist auch, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Politik und öffentliche Akteure zusammen einstehen müssen für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Die Freiheit des religiösen Bekenntnisses ist der Gradmesser unserer Humanität.
Zum weltweit sichtbaren Zeichen für bedrängte Christen hat sich auch die Initiative “Red Wednesday” entwickelt. 2015 von ,Kirche in Not’ ins Leben gerufen, machen mittlerweile Ende November immer mehr Kirchen und Einrichtungen auf der ganzen Welt mit. Ich danke allen Teilnehmern für ihre Solidarität und ihr Gebet.

Leider erreichten uns im zu Ende gehenden Jahr fast wöchentlich Berichte über religiöse Verfolgung und Gewalt. Priester, Ordensleute und Laien werden in ihrem Einsatz getötet, entführt oder misshandelt. Gerade die aktuelle Lage in Indien oder Nigeria erfüllt uns mit großer Sorge und setzt uns in Alarmbereitschaft.
Dramatisch ist die Lage in den Ländern der afrikanischen Sahelzone und in Mosambik. Die Gewalt trifft alle, Christen aber ganz besonders. Es ist sehr zu bedauern, dass die Kirche an vielen Orten durch den Terror an ihrer pastoralen und sozialen Arbeit gehindert wird: Viele von der Kirche geführten Kliniken, Schulen und viele andere lebenswichtige Orte sind geschlossen. Außerdem sind die kirchlichen Mitarbeiter in diesen Ländern mit der Herkules-Herausforderung konfrontiert, hunderttausende Flüchtlinge und Vertriebene zu versorgen und zu betreuen.

Auch in den westlichen Ländern registriert ,Kirche in Not’ zunehmende Gewaltakte gegen religiöse Einrichtungen und eine Entwicklung, die Papst Franziskus als ,höfliche Verfolgung’ beschrieben hat: Glaubensüberzeugungen sollen unter dem Deckmantel einer vermeintlichen ,Toleranz’ aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden.
Das jüngste Beispiel war das interne Dokument der Europäischen Kommission zur integrativen Sprache mit dem Vorschlag, christliche Bezeichnungen und Namen zu vermeiden, beispielsweise das Wort ,Weihnachten’ durch ,Feiertage’ zu ersetzen. Das Dokument wurde zurückgezogen, was wir befürworten. Denn das durchaus berechtigte Anliegen der Inklusion hätte in diesem Fall die Exklusion der größten Glaubensgemeinschaft der Europäischen Union mit sich gebracht. Immerhin sind fast zwei Drittel der EU-Bürger Christen.
Besonders denken wir zum Jahresende an die Opfer der Covid-19-Pandemie: Viele Ordensfrauen, Bischöfe, Priester und Katecheten sind in Ausübung ihres Dienstes an der Krankheit gestorben. Sie haben ihr Leben geopfert, um trotz der gesundheitlichen Gefahr den ihnen anvertrauten Menschen nahe zu sein. Das ist ein großes Zeugnis der Hingabe.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat von Projektpartnern aus Indien Berichte erhalten, wonach extremistische Hindu-Gruppen an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen und christliche Einrichtungen vorgegangen sind. Wir sind zutiefst schockiert über diese Gewaltwelle, die sich leider in jüngster Zeit schon abgezeichnet hat. Indien, die größte Demokratie der Welt, wird für Christen und andere religiöse Minderheiten mehr und mehr zu einem Land der Unsicherheit und der Angst. Das setzt uns in Alarmbereitschaft.
Dr. Suresh Mathew, Herausgeber der katholischen Wochenzeitung „Indian Currents“, bestätigte dem Hilfswerk acht christenfeindliche Attacken an den Feiertagen. Diese gingen auf das Konto hindunationalistischer Kräfte, unter anderem der „Hindutva Brigade“. Sie gilt als militanter Arm der Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party), der auch der indische Premierminister Narendra Modi angehört. Nachdem die „Hindutva Brigade“ Medienberichten zufolge in jüngster Vergangenheit muslimische Einrichtungen attackiert habe, ging sie an den Weihnachtstagen gezielt gegen Christen vor.

Laut Mathew sei etwa im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Mob vor das Kloster „Mathridham Ashram“ in Varanasi gezogen. Die Menge skandierte „Church Murdabad“, auf Deutsch in etwa „Nieder mit der Kirche“ oder „Tod der Kirche“. In der Stadt Ambala im Bundesstaat Haryana hätten Extremisten eine Christusstatue beschädigt; in Silchar (Bundesstaat Assam) sei eine Christmette gestürmt und die Gläubigen bedroht worden. An mehreren Orten gab es Proteste gegen Weihnachtsfeiern an christlichen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen.
Irritationen hatten auch Berichte über die von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“ ausgelöst. Die Ordensleitung bestätigte, dass ihr Verlängerungsantrag, um Spenden aus dem Ausland annehmen zu dürfen, nicht verlängert worden sei. Nach Angaben des indischen Innenministeriums sei die erneute sogenannte FCRA-Registrierung am 25. Dezember abgelehnt worden, weil die Zulassungsbedingungen nicht erfüllt worden seien. In den vorhergehenden Monaten hatten nationalistische Gruppen den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ vorgeworfen, sie würden hinduistische Mädchen in Kinderheimen zur Konversion zwingen und religiöse Gefühle verletzen.

Einem im Oktober erschienenen Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge herrsche in 21 der 28 Bundesstaaten Indiens Christenverfolgung; bis September 2021 registrierte der Bericht 305 Gewalttaten gegen Christen oder christliche Einrichtungen. „Die organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich im ganzen Land aus“, erklärte A. C. Michael, einer der Mitherausgeber des Berichts vom „United Christian Forum“. Weitere Herausgeber waren die „Association for Protection of Civil Rights“ und die Gruppe „United Against Hate“. Der Bericht kritisiert, dass Polizei und Behörden zu zögerlich gegen die Täter vorgingen. Auch immer mehr christliche Frauen gerieten ins Visier der Fanatiker. „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation“, sagte Michael gegenüber „Kirche in Not“.
Christen machen rund 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. Die Kirchen engagieren sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderen wohltätigen Zwecken.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Indien
„Es sollte nie Nacht werden. Ich habe so Angst, wenn es dunkel wird. Meine Nächte sind voller Qualen und Albträume“, gesteht die Nigerianerin Naomi im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Naomi ist eine von 30 000 Binnenvertriebenen, die im Flüchtlingslager von Pulka nahe der Grenze zu Kamerun Zuflucht gefunden haben. 20 solcher Camps gibt es im Bundesstaat Borno.
Wie so viele ihrer Landleute im Nordosten Nigerias durchlebt Naomi Nacht für Nacht dieselben traumatischen Erinnerungen: Die Terrormiliz Boko Haram erobert ihr Dorf, Angehörige werden vor ihren Augen ermordet, sie wird verschleppt, mit einem Terroristen zwangsverheiratet, missbraucht.
Auch der 33-jährige Familienvater Charles hat Angst vor der Nacht: „In meinen Träumen erlebe ich ein ums andere Mal die Zeit, als wir uns vor den Terroristen verstecken mussten. Sie griffen vor allem in der Dunkelheit an, also verbrachten wir zahllose Nächte weit außerhalb des Dorfes, unter freiem Himmel.“

Die Angriffe von Boko Haram haben das Leben von Naomi und Charles für immer auf den Kopf gestellt. Im Bundesstaat Borno sind die meisten Bewohner Muslime, in ganz Nigeria ist das Verhältnis von Christen und Muslimen etwa 50:50.
Naomi und Charles sind Christen. Vor gut 50 Jahren kamen Missionare in die Region. Sie brachten nicht nur den christlichen Glauben, sie eröffneten auch flächendeckend Schulen. Gegen beides richtet sich der Hass der Extremisten von Boko Haram: Sie wollen die Christen auslöschen – und die Schulbildung, die ihnen als „westlich“ und daher gefährlich gilt.
Der Glaube war es, der viele Einwohner in den vergangenen Jahren Unglaubliches ertragen ließ, ist Pfarrer Christopher überzeugt. Der Priester des Bistums Maiduguri kümmert sich um die vertriebenen Christen. KIRCHE IN NOT unterstützt ihn dabei.

„Zunächst wurden sie bedrängt, zum Islam zu konvertieren. Dann wurden die Extremisten immer gewalttätiger“, erzählt der Priester. Ab 2015 sei die Lage so bedrohlich geworden, dass zehntausende Menschen die Flucht nach Kamerun antraten. Dort blieben sie einige Jahre – oft in erbärmlichsten Zuständen –, bis die nigerianische Armee ihre Dörfer zurückerobert hatte.
„Wir sind seit zwei Jahren wieder zurück, aber es ist zu unsicher, in unseren Dörfern zu wohnen“, erzählt der vierfache Familienvater Charles. „Wir sind zwar näher an unserer Heimat, aber wir leben immer noch in Lebensgefahr.“
Also hausen die Heimkehrer in Camps, schlafen in Zelten oder oft unter freiem Himmel. Die Notunterkunft wird zum Gefängnis: „Sie können kaum hier raus. Sie könnten sonst überfallen oder getötet werden. Das ist bereits geschehen bei Bauern, die ihre Felder bestellt haben“, erklärt Pfarrer Christopher.
Auch er ist ständig einem Risiko ausgesetzt, wenn er zwischen dem Flüchtlingscamp und seiner Pfarrei pendelt. Dort lebt er selbst in einer Notunterkunft, da die Boko-Haram-Kämpfer die Pfarrerwohnung zerstört haben. KIRCHE IN NOT unterstützt den Wiederaufbau.
Der Priester hört im Camp den Vertriebenen einfach zu, versucht Lebensmittel aufzutreiben oder hilft mit ein paar anderen Dingen des täglichen Bedarfs aus. Gerade rund um Weihnachten werden seine Besuche sehnsüchtig erwartet, erzählt Naomi: „Pfarrer Christoper ist ein echter Vater für uns alle. Wenn es uns schlecht geht, macht er uns Mut. Weihnachten ist eine schwere Zeit für uns. Früher kamen Verwandte von überall her, um mit uns zu feiern. Als die Angriffe begannen, war Weihnachten nicht mehr, was es einmal war.“

Auch Charles gesteht gegenüber KIRCHE IN NOT, „dass es in unserer Situation schwer ist, Weihnachten zu feiern. Die meisten von uns haben alles verloren.“ Entschlossen fügt er hinzu: „Das Evangelium gibt mir die Kraft, all das Leid auszuhalten, das wir jeden Tag erleben. Unser Leben liegt in Gottes Hand. Jesus Christus ist meine Rettung, das feiere ich an Weihnachten.“
Nachdem es in den Flüchtlingscamps in jüngster Zeit einige Cholerafälle gab, ist der Bedarf an medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser enorm hoch, weiß Pfarrer Christopher. Darüber hinaus wünschten sich viele vertriebene Menschen, dass sie ihre Ausbildung oder ein Studium fortsetzen können.
Der Weihnachtswunsch des Priesters für sich und die ihm anvertrauten Menschen ist jedoch ganz schlicht: „Wir wollen ein normales Leben führen und wieder in unsere Häuser zurückkehren. Die Menschen hier verlassen sich auf die Kirche, weil sie stets versucht, ihre Tränen zu trocknen.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nigeria
Am Morgen des 2. April 2015 (Gründonnerstag) stürmten bewaffnete Dschihadisten den Campus der Universität von Garissa in Kenia. Ein Zeuge berichtete, dass sie auf jeden schossen, dem sie begegneten – außer auf muslimische Glaubensgenossen. Mindestens 148 christliche Studenten wurden bei dem Überfall getötet, 70 weitere verletzt.
Die Terroristen der Gruppe Al-Shabaab bekannten sich später zu dem Angriff. Sie sagten, sie hätten die christlichen Opfer sorgfältig ausgewählt.

Die Universität in Garissa liegt 145 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt in einem überwiegend muslimischen Gebiet. Seit vielen Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Al-Shabaab die Menschen in Somalia und in den Nachbarländern.
Die mangelnde Sicherheit auf dem Campus war bereits vor dem Überfall bekannt. Schon im November 2014 hatten Studenten demonstriert und auf die Defizite aufmerksam gemacht. KIRCHE IN NOT unterstützt in vielen Gegenden den Bau von Sicherungsmaßnahmen für kirchliche Grundstücke. Dazu zählen zum Beispiel auch Mauern oder andere Befestigungen für Schwesternkonvente, um die Ordensfrauen vor Eindringlingen zu schützen.
Im Februar 2015 wurden an einem Strand in Libyen 21 koptische Christen von Anhängern des „Islamischen Staates“ enthauptet. Die vermummten Schergen töteten sie für ein Propaganda-Video vor laufender Kamera. Zwanzig Opfer waren koptisch-orthodoxe Christen aus Ägypten; ein weiteres Opfer stammte aus Ghana.
Diese 21 ermordeten Christen sind von der koptisch-orthodoxen Kirche zu Märtyrern erklärt worden. Es gibt eine Ikone, die ihr Martyrium zeigt. Mittlerweile gibt es in der ägyptischen Provinz Minya ein Heiligtum, das ihrem Gedenken gewidmet ist. Eine Ausstellung dokumentiert die Geschehnisse ihres gewaltsamen Todes.

„Die Bedrohung für die religiösen Minderheiten wie die Christen in Pakistan hat zugenommen, seitdem die Regierung den Sieg der Taliban in Afghanistan unterstützt.“ Dies erklärte Kamilianer-Pater Mushtaq Anjum in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Anjum ist aktuell der einzige Angehörige seines Ordens in Pakistan.
Es gebe zahlreiche Verbindungen zwischen afghanischen und pakistanischen Fundamentalisten, so der Ordensmann: Mehrere Mitglieder des neuen Taliban-Kabinetts hätten am islamistischen Seminar Darul Uloom Haqqania im Nordwesten Pakistans studiert. „Ich befürchte, dass viele Taliban nach Pakistan zurückkehren werden, was pakistanische Terrorgruppen zu verstärkten Anschlägen veranlassen wird“, sagte Pater Mushtaq.
Pakistan sei seiner Meinung nach anfälliger für Fundamentalismus als andere islamische Länder. Der Ordensmann hat einige Jahre in Indonesien gearbeitet.

Auch dort gebe es ein Blasphemiegesetz, das die Herabwürdigung des Islam oder des Propheten Mohammed unter Strafe stelle. „Aber die Rechtsstaatlichkeit wird insgesamt gewahrt. Leider ist Pakistan ein islamischer Staat, in dem das Blasphemiegesetz vorwiegend gegen arme und wehrlose Menschen angewandt wird“, betonte Pater Mushtaq.
Die Islamische Republik Pakistan hat 1986 mehrere Paragrafen im Strafgesetzbuch eingeführt, die für „gotteslästerliche Handlungen“ drastische Strafen vorsehen. „Viele Menschen erheben falsche Anschuldigungen, um Rache zu üben oder sich das Eigentum des Beschuldigten anzueignen“, kritisierte Pater Mushtaq im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.
Beobachter weisen seit Langem darauf hin, dass Anklagen, Prozessführung und Haftbedingungen bei Anklagen wegen vermeintlicher Blasphemie rechtsstaatlichen Standards widersprechen. Zu diesem Schluss kommt auch eine Resolution des Europäischen Parlaments von Ende April 2021.

Die Abgeordneten fordern Pakistan unter anderem zur Abschaffung von Todesstrafe und lebenslanger Haft in den Blasphemiegesetzen auf. Andernfalls sollten die Pakistan gewährten Handelsvorzüge auf den Prüfstand gestellt werden.
Pater Mushtaq begrüßt die Resolution des Europäischen Parlaments und fordert mehr internationalen Druck: „Die Staats- und Regierungschefs sollten die mangelnde Achtung der Menschenrechte und der Religionsfreiheit in Pakistan wie Afghanistan mit größerer Wachsamkeit verfolgen.“ In beiden Ländern sei der Hass auf westliche Länder mit christlicher Bevölkerungsmehrheit weit verbreitet.
„Sowohl Afghanistan als auch Pakistan betrachten die Vereinigten Staaten und die mit ihnen verbündeten Länder als Feinde. Dass die religiösen Minderheiten in Pakistan und Afghanistan ein unterdrücktes Leben führen, ist vor allem von den Taliban verschuldet“, sagte der Ordensmann.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Pakistan
Nur wenige Kilometer von der Grenze zum US-Bundesstaat Texas liegt die kleine Gemeinde Santa Adelaida im Bistum Matamoros.
Der 55-jährige Pfarrer der Pfarre „Christus König von La Paz“ wurde dort am Abend des 22. August 2019 auf der Schwelle der Kirche durch zahlreiche Messerstiche schwer verletzt. Er wurde zwar noch in ein Krankenhaus gebracht, aber er starb dort nach stundenlangen Qualen.

Erst ein Jahr zuvor hatte die Diözese Matamoros die Initiative „Sichere Kirche für alle“ gestartet. Damit sollte angesichts der Gewalt von Mitgliedern der Drogenkartelle in der Region ein erhöhter Schutz der Gläubigen erreicht werden.
Die mexikanischen Bischöfe bezeichneten den Tod von Pater Guzmán Vega als Ausdruck der Gewalt, die ein anhaltendes Problem in der Gesellschaft sei. Bitte schließen Sie in Ihren Gebeten die Priester und Gläubigen in Mexiko ein.
Die Sicherheitslage in Burkina Faso hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Dabei soll es auch zu gezielter Verfolgung gegen die christliche Minderheit in dem westafrikanischen Land gekommen sein. Dies berichten Augenzeugen aus der katholischen Diözese Dori im Norden von Burkina Faso, nahe der Grenze zu Mali und Niger.
Die lokalen Ansprechpartner müssen aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. Ihnen zufolge erobern dschihadistische Extremisten immer mehr Dörfer in Region. Nachdem sie die Orte unter Kontrolle gebracht haben, erheben sie eine „Steuer“ auf jedes Stück Vieh. Sind die Besitzer nicht in der Lage, diese Zwangsabgabe zu zahlen, beschlagnahmen die Extremisten die Tiere. Dieses Vorgehen betrifft Muslime und Christen gleichermaßen.
Den Augenzeugen zufolge habe sich das Vorgehen gegen christliche Bauern in jüngster Zeit jedoch verschärft: Die Eroberer hätten dezidiert nachgefragt, ob die Eigentümer einer Viehherde Christen oder Muslime seien. Habe es sich um Christen gehandelt, hätten die Angreifer die Tiere gar nicht mehr gezählt, sondern erklärt, „sie wollten nicht nur die Tiere mitnehmen, sondern auch deren (christliche) Besitzer töten“, so die Ansprechpartner.

Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Berichten konnten in der letzten Oktoberwoche rund 150 Personen – darunter Schwangere und Kinder unter fünf Jahren – aus zwei Ortschaften an der Grenze zu Niger vor den heranrückenden Terrorgruppen fliehen.
KIRCHE IN NOT nennt auch hier keine Ortsnamen, um die verbliebenen Bewohner nicht zusätzlich zu gefährden. Auch hier berichten Augenzeugen, dass die Extremisten die Orte gezielt nach Christen durchsucht hätten, um sie zu töten.
Auch die Tage der Flucht seien voller Gefahren gewesen, berichtet eine Person aus einer Flüchtlingsgruppe, die mittlerweile die Bischofsstadt Dori erreichen konnte: „Das Furchtbare war: Wenn uns jemand auf der Flucht Unterschlupf gewährte, wurden wir oft als Christen denunziert. Das brachte wiederum die Menschen in Gefahr, die uns aufgenommen hatten. Nicht alle Christen aus unserer Region konnten fliehen. Wir machen uns Sorgen um das Schicksal unserer Kinder und Frauen, die sich noch dort aufhalten.“

Der Bischof von Dori, Laurent Birfuoré Dabiré, sagte KIRCHE IN NOT, der Norden des Landes drohe „vom Rest des Landes abgeschnitten zu werden, wenn die Situation sich nicht verbessert.“ Die Extremisten hätten Verbindungsstraßen und teilweise auch die Kommunikationsinfrastruktur unter ihre Kontrolle gemacht.
Die staatlichen Truppen hätten dem wenig entgegenzusetzen und gerieten immer häufiger in die Defensive. „Die Gefahr wird immer größer. Wir hoffen, dass die Menschen in den eroberten Dörfern sich noch in Sicherheit bringen können“, teilte der Bischof mit.
Burkina Faso wird seit 2015 von islamistischen Terrorgruppen heimgesucht. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von KIRCHE IN NOT zufolge ist es zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden.

Mit ungefähr 55 Prozent gehört die Mehrheit der Bewohner des Landes dem Islam an. Etwa 24 Prozent bekennen sich zum Christentum. Der Rest gehört traditionellen Religionen an. In der Diözese Dori im Norden des Landes sind die Christen jedoch mit unter zwei Prozent in der absoluten Minderheit und haben kaum gesellschaftliche Fürsprecher.
KIRCHE IN NOT arbeitet seit Jahren intensiv mit der Diözese Dori zusammen, um den von Gewalt betroffenen Menschen einen Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. Dabei werden besonders Projekte zur Heilung von Traumata gefördert.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Burkina Faso
KIRCHE IN NOT-Aktion am 17. November 2021: Hunderte Kirchen, Monumente und Gebäude werden rot angestrahlt, um weltweit auf das Schicksal der verfolgten Christen aufmerksam zu machen.
In Österreich werden heuer mehr als 90 Kirchen, Stifte, Klöster und Monumente rot angestrahlt, darunter auch das Parlament in der Wiener Hofburg und das Bundeskanzleramt.
Immer noch werden Millionen von Christen in etlichen Ländern – vor allem im arabischen Raum, Asien und Afrika – nur ihres Glaubens wegen unterdrückt, verfolgt und vielerorts auch ermordet. Darüber wird bei uns in der westlichen Welt viel zu wenig berichtet. „Christ sein war noch nie so gefährlich wie heute“ – betont Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“-Österreich (ACN)– „deshalb wollen wir mit der roten Beleuchtung von Kirchen, Klöstern und Monumenten hierzulande auf unzählige Übergriffe gegen Christen aufmerksam machen – nach wie vor eine bittere Realität!“

Den Auftakt des „Red Wednesday“, eine bereits 2015 weltweit von „Kirche in Not“ ins Leben gerufene Kampagne, bildet heuer wieder Österreich. Mehr als 90 Kirchen und Monumente in allen österreichischen Bundesländern werden in diesem Jahr teilnehmen. Eine Liste aller Teilnehmer finden Sie unter: www.kircheinnot.at/rw


Am 12. November 2019 wurde der armenisch-katholische Priester Hovsep Bedoyan, Gemeindepfarrer von Kamischli und al-Hasaka in Syrien, zusammen mit seinem Vater ermordet. Sie wurden in einen Hinterhalt gelockt, als sie mit dem Auto durch den Busayrah-Distrikt von al-Hasaka nach Deir ez-Zor fuhren.
Mit ihnen im Auto fuhr auch der Diakon Fadi Sano, der schwer verwundet wurde. Die Männer waren unterwegs, um die Fortschritte der Renovierung einer armenisch-katholischen Kirche in Deir ez-Zor anzuschauen.

Pfarrer Bedoyan, ein verheirateter Priester des armenischen Ritus, hinterlässt eine Frau und drei Kinder.
Im Krieg in Syrien wurden mehr als 1200 Besitztümer der Kirche zerstört. Wie Pfarrer Bedoyan schließt sich auch KIRCHE IN NOT dem Wunsch an, kriegszerstörte Kirchen wiederaufzubauen. Im Jahr 2018 finanzierte KIRCHE IN NOT zum Beispiel den Wiederaufbau der armenisch-katholischen Kathedrale in Aleppo.