
Die weltweite päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT (international: Aid to the Church in Need ACN) nimmt mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit Abschied von Papst em. Benedikt XVI.. Er sei ein großer Freund und Förderer des Hilfswerks gewesen, erklärt der Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN), Mauro Kardinal Piacenza: „Das Lehramt von Papst Benedikt, der seine erste Enzyklika ,Deus caritas est’ der Nächstenliebe gewidmet hat, ist sehr wertvoll für ,Kirche in Not’ gewesen.“ Damit habe er die Mission des Hilfswerks gestärkt, dass sich „aufgrund seines Gründungscharismas ganz und gar mit der Nächstenliebe beschäftigt, um der leidenden Kirche zu helfen.“
Auf Auslandsreisen hatte Benedikt XVI. den Einsatz des Hilfswerks für notleidende und bedrängte Christen kennengelernt. 2007 war er zum Beispiel bei einer Apostolischen Reise nach Brasilien zu Besuch in einem Drogenrehabilitationszentrum „Fazenda da Esperança“ (Hof der Hoffnung), unterstützt von KIRCHE IN NOT.

Papst Benedikt hat die Arbeit des internationalen katholischen Hilfswerks viele Jahre lang maßgeblich begleitet. Kardinal Piacenza erinnert daran, dass es Benedikt XVI. gewesen sei, der im Jahr 2011 KIRCHE IN NOT in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhoben und einen umfassenden Modernisierungsprozess bei KIRCHE IN NOT einleitet hatte. In dem Bestätigungsschreiben (Chirograph) hatte der Papst die Verdienste des Hilfswerks gewürdigt, „das die Kirche seit 65 Jahren überall dort begleitet, wo es an finanziellen Mitteln fehlt und oder es zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit kommt, so dass die Ausübung des Evangelisierungsauftrages schwierig oder gar unmöglich wird.“ KIRCHE IN NOT hat mit dieser Umwandlung zur Päpstlichen Stiftung ihre bis heute gültige Gestalt bekommen. Zum ersten Präsidenten ernannte Papst Benedikt XVI. Mauro Kardinal Piacenza.
Kardinal Joseph Ratzinger war der Arbeit von KIRCHE IN NOT schon in seiner Zeit als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation verbunden. Schon im Jahr 2002 hatte er erklärt: „Ich unterstütze ,Kirche in Not’, weil ich weiß, dass da wirklich Dienst am Glauben getan wird. Manche meinen ja, man dürfe nur Soziales im engsten Sinne des Wortes unterstützen; was einer glaube, solle man jedem selbst überlassen. Aber in Wirklichkeit ist nichts wichtiger, als Gott zu den Menschen zu bringen, als ihnen zu Christus zu helfen, weil nur dann die Kräfte des Glaubens erwachen, die die entscheidende Art von Energie für die Weltgeschichte sind. KIRCHE IN NOT hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist.“
Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT International erklärt: „Diese Kraft des Glaubens, von der Papst Benedikt sprach, kann KIRCHE IN NOT jedes Jahr in den Hunderttausenden von Spenden erleben, die es ermöglichen, die Kirche und den Glauben in der Welt zu stärken.“

Heine-Geldern erinnert zudem daran, wie sehr Papst Benedikt die Jugendlichen am Herzen lagen: „Auch dieses wichtige Anliegen hat er uns anvertraut durch die Betreuung, Verbreitung und Weiterentwicklung des Jugendkatechismus YOUCAT.“
Heute ist die YOUCAT-Stiftung fester Bestandteil von KIRCHE IN NOT. Sie unterstützt den Informations- und Verkündungsauftrag des Papstes. Im Vorwort des Jugendkatechismus wandte sich Papst Benedikt direkt an die Jugendlichen: „Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt. Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“
Das bleibende Erbe des verstorbenen Papstes für die ganze Kirche sei „das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit inmitten der Diktatur des Relativismus, der oft zum Fundamentalismus geworden ist“, erklärt Kardinal Piacenza. Benedikt XVI. habe den Gläubigen vermittelt, dass das Christentum ebenso Religion der Freiheit ebenso wie Religion der Liebe sei. „Er hat aufgezeigt, dass an der Basis vieler eingeforderter Rechte der Relativismus zu finden ist, und dass die Freiheit, wo sie von der Realität getrennt wird, sich selbst vernichtet.“
Zusammen mit seiner Wertschätzung der Liturgie und des Gebetes habe der Papst damit Werte vermittelt, die auch in der Praxis von KIRCHE IN NOT „das praktische Handeln der Hilfe unterstützen und die sein Ursprung sind“, sagt Kardinal Piacenza. Er ruft die Wohltäter des Hilfswerks dazu auf, für den verstorbenen Papst em. und die ganze Kirche zu beten und die Botschaft Benedikts XVI. in den Werken der Nächstenliebe weiterzutragen.
KIRCHE IN NOT sorgt dafür, dass rund 44 000 Kinder in Syrien und im Libanon ein Weihnachtsgeschenk und warme Winterkleidung erhalten. Die Verteilung findet in mehreren Pfarrgemeinden und Klöstern in beiden Ländern statt; KIRCHE IN NOT hat dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Geschenkaktion fand bereits in den vergangenen Jahren statt und wird dieses Jahr fortgesetzt.
Im Libanon werden so rund 14 000 Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten; in Syrien etwa 30 000. Allein in Aleppo können gut 1500 Kinder sowie kranke und ältere Menschen an Weihnachtsfeiern mit Musik, Theateraufführungen und einer gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen. „In Syrien und im Libanon kennen die Kinder gar kein sorgenfreies Weihnachten mehr. Auch für die Erwachsenen ist es lange her“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Wir rufen dazu auf, dieses Weihnachtsfest zu einer Zeit der Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern im Nahen Osten zu machen.“

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon und in Syrien!
Die Situation sowohl in Syrien als auch Libanon sei desolat. In Syrien lebten mindestens 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, im Libanon mehr als 70 Prozent. Viele Projektpartner von KIRCHE IN NOT fühlten sich entmutigt, erklärte Lynch, die die Region mehrfach besucht hat: „Sie haben den Eindruck, dass die Welt sie vergessen hat. Sie können aber einen Funken Hoffnung bewahren, weil sie wissen, dass wir alles in unserer Machtstehende tun werden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.“
KIRCHE IN NOT hat deshalb vor Weihnachten die langjährige Hilfsarbeit für Syrien und den Libanon nochmals verstärkt. Das Hilfswerk unterstützt kirchliche Krankenhäuser, finanziert Lebensmittelpakte, gibt Zuschüsse für Schulgebühren und Stipendien und fördert kirchliche Jugendgruppen sowie den Einsatz von Ordensschwestern und Priestern.
Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten, sagte Lynch: „Ohne unsere Hilfe würde die christliche Minderheit die Auswanderung als einzigen Ausweg sehen und die Hilfsarbeit der Kirchen für die gesamte Bevölkerung zusammenbrechen.“
Sowohl Syrien als auch der Libanon gehören zu den Ursprungsregionen des Christentums; viele Orte werden schon in der Bibel genannt. Aktuell gebe es dort aber immer weniger Christen, sagte Lynch: „Gründe dafür sind Kriege und Wirtschaftskrisen, die Hunger und Elend über die Menschen gebracht hat.“
Nach einer Phase wirtschaftlichen Wohlstands geht der Libanon aktuell durch die schwerste Krise seiner jüngeren Geschichte. Die einheimische Währung ist nichts mehr wert. In Syrien wird zwar in weiten Teilen des Landes nicht mehr gekämpft, aber die Situation ist durch den Rückgang humanitärer Hilfe und infolge der nach wie vor geltenden Sanktion enorm verschlimmert.
Viele Menschen würden für sich und ihre Kinder keine Perspektive mehr sehen und auswandern, betonte Lynch. „Das Überleben der Christen in Syrien und im Libanon ist in Gefahr. Damit würden auch viele karitative Einrichtungen zusammenbrechen. Wir müssen tun, was wir können, um diese Entwicklung zu stoppen. Deshalb hoffen wir auf großzügige Unterstützung.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon oder Syrien

Die Stadt Tyros im Libanon wird mehrfach in der Bibel genannt, auch als Rückzugsort Jesu. Die Stadt war in der Vergangenheit mehrheitlich von maronitischen Christen bewohnt – heute ist ihr Anteil auf unter 30 Prozent gefallen.
Einer von ihnen ist Salim Assaf. Früher war er Taxifahrer. Zu seinen Kunden zählten vor allem Touristen, die die alte Hafenstadt am Mittelmeer besuchten. Er musste zwar Miete zahlen für das Taxi, aber er kam mit seiner Familie gut über die Runden. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Libanon ab 2019. Innerhalb kürzester Zeit verlor das libanesische Pfund etwa das Zwanzigfache seines Wertes. Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate im Libanon bei über 158 Prozent; im Jahresdurchschnitt 2021 bei knapp 155 Prozent.
Die Preise für die meisten Waren blieben jedoch gleich oder stiegen sogar – bei Brot oder Benzin teilweise um 400 Prozent oder mehr. Salim konnte sich das Benzin für sein Taxi nicht mehr leisten, seitdem ist er arbeitslos. Staatliche Hilfe für ihn gibt es keine. So musste er auch sein Haus aufgeben. Mit seiner Frau und fünf Töchtern zog er zu seinem Vater in eine Zwei-Zimmer-Wohnung – sieben Menschen auf engstem Raum.

Die Eltern mussten ihre Töchter schweren Herzens von der Schule nehmen, da sie das Schulgeld und selbst das Geld für den Bus nicht mehr aufbringen konnten. Eine der Töchter ist kognitiv beeinträchtigt; Salims Frau kümmert sich um sie und kann deshalb nichts dazuverdienen.
Als ein Team von KIRCHE IN NOT Salim und seine Familie besuchte, war gerade ein Teil der Decke im Schlafzimmer ihres Apartments eingestürzt. Für Reparaturen fehlt das Geld; die Familie drängt sich nun in der kleinen Küche zusammen.

Alle zwei Monate bekommen sie ein Lebensmittelpaket von der lokalen maronitischen Gemeinde; das Geld dafür stammt von den Wohltätern KIRCHE IN NOT. „Die Menschen sind sehr auf die Lebensmittelhilfen angewiesen“, berichtet Pfarrer Yacoub Saab. „Sie waren schon immer arm, aber seit der Krise leben sie unterhalb des Existenzminimums.“
Die Familie Assaf ist eine von rund 150 christlichen Familien, die noch in Tyros leben. Die meisten Christen haben die Stadt auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Im Stadtzentrum treffen die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT auf Therese.

Sie ist 60 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Enkelkindern zusammen. Ihr Haus sieht von außen imposant aus, doch die Wände sind feucht und die Räumlichkeiten sehr beengt. So muss der Heizkessel im Bad gleichzeitig als Kochstelle genutzt werden; sonst ist es in den Räumen eiskalt.
„Wir schaffen es nur dank der Lebensmittelpakte von der Kirche, überhaupt etwas zu essen zu haben“, erzählt Therese. Ihr Mann, der früher als Fischer gearbeitet hat, hilft manchmal in einem Lokal beim Ausnehmen und Herrichten von Tintenfischen. Mit dem kleinen Zubrot kauft er dann manchmal ein paar Äpfel für die Enkelinnen, aber auch das ist selten. Die Pfarrgemeinde versorgt Therese auch mit Medikamenten, denn sie leidet an Diabetes. Aber auch die lebensnotwendige Medizin ist nicht immer zu bekommen.

„Tyros ist eine schöne Stadt, aber die Armut ist oft in den Häusern versteckt“, erklärt Pfarrer Yacoub. Die maronitische Diözese hat in Tyros und Umgebung mehr als 2600 hilfsbedürftige Familien ermittelt. 1500 von ihnen erhalten aktuell Lebensmittelpakete, finanziert von KIRCHE IN NOT.
Das Hilfswerk hat seine Hilfe im Libanon seit Ausbruch der Finanzkrise vervierfacht. Ziel ist es, den Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen und ihnen zu helfen, im Land zu bleiben. „Die Hilfe ist ein Zeichen der Solidarität unter uns Christen“, sagt Pfarrer Yacoub. „Wir hoffen, dass die aktuelle Krise eines Tages vorüber ist. Dann sind wir an der Reihe, anderen zu helfen.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon
Pater Youssef Nasr ist Präsident des Sekretariats für katholische Schulen im Libanon. Kürzlich sprach er mit KIRCHE IN NOT (ACN) über die Herausforderungen, vor denen die Schulen angesichts der anhaltenden schweren Wirtschaftskrise des Landes stehen.
Wie viele katholische Schulen gibt es im Libanon? Und wie ist das zahlenmäßige Verhältnis von muslimischen zu christlichen Schülern?
Es gibt drei Arten von katholischen Schulen: 211 weiterführende katholische Schulen, die auf Schulgeld angewiesen sind; 90 halböffentliche Schulen, die bis 2017 teilweise ein jährliches staatliches Stipendium erhielten,– diese Schulen sind am meisten bedroht – sowie 19 technische Bildungseinrichtungen.
Es gibt ungefähr 200 000 Schüler, davon 27 % Muslime und 73 % Christen. Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen in Regionen, die mehrheitlich muslimisch sind und die nur einen geringen Anteil an Christen aufweisen. Wir kümmern uns um diese Schüler und helfen ihnen, so wie wir auch die Christen in Regionen unterstützen, in denen diese in der Mehrheit sind. Darüber hinaus bewahren wir unsere eigene Identität, auch wenn wir für alle Gemeinschaften offenbleiben.

Welche Rolle spielen die Bildungseinrichtungen bei der Förderung der interreligiösen Harmonie?
Im Libanon hängen die privaten Bildungseinrichtungen meistens von religiösen Einrichtungen ab. In diesem Zusammenhang spielen die katholischen Schulen eine koordinierende und zusammenführende Rolle. Das bedeutet, dass die katholischen Bildungseinrichtungen unter den Schülern der verschiedenen Religionen ein Bewusstsein für verschiedene Religionen schaffen und sie zusammenbringen. Bei der Verbreitung der Botschaft der katholischen Kirche behandeln wir jedoch alle Menschen auf die gleiche Weise. Natürlich fördern wir die Harmonie und legen Wert auf Offenheit.
Wir versuchen, mit muslimischen Schulen zusammenzuarbeiten, um dabei Erfahrungen auszutauschen und Offenheit zwischen den Einrichtungen herzustellen. Wir wollen damit die Harmonie zwischen den christlichen und muslimischen Schulen fördern, um eine Gesellschaft zu schaffen, die sich gegenüber allen Religionen im Libanon offen zeigt.
Welche Rolle spielen die Schulen bei der Weitergabe des Glaubens?
Die katholischen Schulen sind die rechte Hand der Kirche und verkörpern die Mission der Kirche. Das ist klar und deutlich: Wir haben unsere Identität, unsere Mission und unsere Vision. In unseren Schulen ist die Atmosphäre von christlichen Werten durchdrungen. Wir engagieren uns für die Mission der Kirche und bezeugen unseren Glauben gegenüber Schülern, Mitarbeitern und Eltern.

Warum ist es so wichtig, den Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten, um den Eltern Hoffnung und einen Grund zu geben, im Libanon zu bleiben und nicht auszuwandern, um der Wirtschaftskrise zu entkommen?
Trotz der aktuellen Herausforderungen wollen die Eltern in eine bestmögliche Zukunft blicken. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine gute Bildung, und genau das bieten wir. Deshalb müssen wir dieses Bildungsangebot aufrechterhalten, um die Menschen im Libanon zu halten und sie insbesondere angesichts der heutigen schwierigen Situation davon abzuhalten, auszuwandern.
Wir müssen den Eltern eine positive Botschaft vermitteln, und ihnen zeigen, dass wir unser Bestes tun, um unser Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Daran arbeiten wir
Nehmen die muslimischen Familien den christlichen Aspekt des Unterrichts gut auf?
Muslimische Familien lassen freiwillig ihre Kinder in christlichen Schulen unterrichten. Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.

Was sind die größten Bedürfnisse und Herausforderungen für die Schulen?
Erstens sind seit dem Verfall der Landeswährung die Gehälter der Lehrkräfte weitgehend wertlos geworden. Wir bemühen uns daher, uns um sie zu kümmern und sie zu halten, indem wir versuchen, ihnen jeden Monat einen kleinen Geldbetrag in US-Dollar zu geben. Das ist unser Ziel, und wir hoffen, dass wir es durch die Hilfe, die wir erhalten, erreichen können Der zweite Punkt, bei dem wir Hilfe benötigen, betrifft unsere Schulkosten wie Strom und Heizung, die 40 % unserer Gesamtausgaben ausmachen. Obwohl all diese Kosten in US-Dollar bezahlt werden, bezahlen die Eltern das Schulgeld nach wie vor hauptsächlich in libanesischen Pfund, , die nahezu wertlos geworden sind. Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.
KIRCHE IN NOT unterstützt die Eltern bei der Zahlung des Schulgeldes, und bezuschusst die Gehälter der Lehrer an 200 Schulen. Wie wirkt sich diese Unterstützung aus?
Ohne KIRCHE IN NOT wäre es uns unmöglich, weiterzumachen und all unsere Aufgaben zu bewältigen. Wir benötigen Ihre Hilfe, die für uns sehr wichtig ist, um all diese Herausforderungen bewältigen zu können.
Welche Botschaft möchten Sie den Wohltätern von KIRCHE IN NOT mitgeben?
Ich möchte jedem einzelnen Spender und jeder Spenderin danken, und sagen, dass es sehr schwierig – vielleicht unmöglich – ist, ohne diese Hilfe weiterzumachen.Wir zählen auf Ihre Hilfe bei unserer christlichen Mission, ohne die unsere Existenz aufs Spiel gesetzt würde. Sie, die Spender, erfüllen eine maßgebliche Aufgabe des Evangeliums.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon
Angesichts des Wintereinbruchs in der Ukraine und der Zerstörung großer Teile der Energieversorgung finanziert das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) Öfen und Generatoren für kirchliche Einrichtungen. Dort finden viele Einwohner und Flüchtlinge Zuflucht. Einfache Holzöfen werden auch in der lokalen Bevölkerung verteilt.
„Wir befürchten, dass der Wintereinbruch in Regionen, wo wegen der zerstörten Infrastruktur das Heizen nicht mehr möglich ist, zu noch mehr Vertriebenen führen wird. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder“, erklärte die Projektreferentin von KIRCHE IN NOT für die Ukraine, Magda Kaczmarek, die gerade von einer Reise in die Ukraine zurückgekehrt ist.

Die aktuellen russischen Drohnenangriffe zielten Kaczmarek zufolge „nicht auf strategische Ziele“ ab, sondern darauf, „das tägliche Leben der Ukrainer zu verschlimmern“ und es „unmöglich zu machen, den Winter an diesen Orten zu überleben.“ In einigen Regionen des Landes, vor allem in der okkupierten Ostukraine, würden die Temperaturen im Winter üblicherweise auf unter Minus 20 Grad Celsius fallen. Nach Angaben der ukrainischen Regierung sind die Hälfte der Kraftwerke und Energieanlagen des Landes zerstört.
Als Reaktion auf die dramatische Versorgungslage hat KIRCHE IN NOT ein weiteres Hilfspaket für die Ukraine geschnürt: Dazu gehören Finanzhilfen für den Kauf von Heizöfen und Stromgeneratoren, darunter 40 Generatoren für das in größten Teilen von Russland besetzte ukrainisch griechisch-katholische Exarchat (Bistum) Donezk.

Auch in den heftig umkämpften Regionen um Charkiw und Saporischschja finanziert KIRCHE IN NOT Holzöfen, die von der dortigen römisch-katholischen Diözese ausgegeben werden. In den Wärmestuben, Suppenküchen und Ausgabestellen halten sich viele der verbliebenen Bewohner auf. „Viele alte, kranke und arme Menschen sind in Charkiw geblieben. Sie haben Angst vor dem Winter. Viele fragen sich, wie sie durchhalten sollen“, erklärte Kaczmarek.
Der Bischof von Charkiw-Saporischschja, Pawlo Honcharuk, bat KIRCHE IN NOT wegen des Wintereinbruchs um weitere Hilfen: „Für viele Menschen wird es eine große Herausforderung sein, ihre Wohnungen zu heizen, denn viele haben keinen Zugang zu Strom und Gas. Viele Menschen haben sich bereits mit der Bitte um Hilfe an uns gewandt.“
Die Energiekrise betreffe aber nicht nur die besetzten und umkämpften Gebiete, sondern die ganze Ukraine, stellte Magda Kaczmarek fest: „Ich habe das bei meinem vergangenen Besuch erlebt. Die Schwestern in einem der Klöster, das ich besucht habe, waren ohne Strom und Wasser – und das bei jetzt schon sehr niedrigen Temperaturen.“ Viele dieser Einrichtungen hätten Flüchtlinge aufgenommen und befürchteten, dass das Schlimmste jetzt im Winter noch bevorstehe.
Aufgrund des Strom- und Gasmangels suchen zahlreiche Pfarreien, Klöster und Priesterseminare nach neuen Energiequellen und wollen ihre Heizsysteme jetzt umstellen. Auch hier hilft KIRCHE IN NOT. So zum Beispiel im Priesterseminar von Ternopil in der Westukraine, das auf eine Heizung mit Holzpellets aus eigener Produktion umgerüstet hat. Damit konnten die Energiekosten erheblich gesenkt werden.
„Wir machen in der Ukraine eine äußerst schwierige Zeit durch“, schreibt Bischof Pawlo Honcharuk aus Charkiw an KIRCHE IN NOT. „Wir danken Ihnen für die Gebete und die Unterstützung, die wir von so vielen Menschen seit Beginn des Krieges erhalten haben. Möge Gotte alle Wohltäter reichlich belohnen.“
Am Internationalen Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen macht KIRCHE IN NOT auf das Leid christlicher Frauen in Ländern aufmerksam, in denen sexuelle Gewalt als Waffe gegen religiöse Minderheiten eingesetzt wird, und fordert die nationalen Regierungen und internationalen Organisationen auf, mehr gegen die zunehmende Zahl dieser Übergriffe zu unternehmen, die oft ungestraft bleiben und die Befürchtung nähren, dass sie Teil einer fundamentalistischen Strategie sind, um das Verschwinden bestimmter religiöser Gruppen aus den jeweiligen Ländern zu beschleunigen.
„Wenn schon der Glaube an Jesus Christus in vielen Teilen der Welt eine ernsthafte Bedrohung darstellt, ist es noch schwieriger, eine Christin zu sein. In vielen Ländern, in denen religiöse Verfolgung immer noch weit verbreitet ist, wird Gewalt gegen Frauen oft als Waffe der Diskriminierung eingesetzt“, sagt Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT. „Im zu Ende gehenden Jahr gab es wieder mehr Fälle, in denen christliche Frauen und Mädchen entführt und gezwungen wurden, zu konvertieren und Männer anderer Religionen zu heiraten.“

Michelle Clark, eine Wissenschaftlerin, die sich intensiv mit diesem Phänomen, insbesondere in Bezug auf Ägypten, beschäftigt hat, sagt, dass diese Angriffe Teil eines größeren Trends sind. „Das ist leider kein neues Phänomen. Aber die Attacken auf Christinnen haben zugenommen – und ja, es hat mit Religion zu tun. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Übergriffe sehr genau geplant werden. Sie haben Methode. Es werden mehr Fälle registriert. Aber es gibt auch eine hohe Dunkelziffer“, erklärt sie.
Michelle Clark war eine der Expertinnen, die mit KIRCHE IN NOT (ACN) an dem Bericht „Hear her cries“ über Entführung, Zwangskonvertierung und sexuelle Schikanierung von christlichen Frauen und Mädchen mitgearbeitet hat. In einem Interview mit KIRCHE IN NOT erläutert sie die Auswirkungen dieser gezielten Gewalt.
„Es zerreißt nicht nur Familien. Gewalt gegen Christinnen ist eine Waffe im Zermürbungskrieg gegen religiöse Minderheiten. Das hat auch mit der Struktur des islamischen Rechts zu tun. Wenn eine christliche Frau zur Konversion gezwungen wird oder mit einem Muslim verheiratet wird, ist es für sie unmöglich, wieder ihren christlichen Glauben anzunehmen – selbst wenn sie sich befreien kann oder aus der Ehe entlassen wird. Wenn die Frau Kinder hat, werden die Kinder für immer Muslime bleiben. Eine wachsende Zielgruppe, die wir dokumentieren konnten, sind Mütter mit ihren Kindern.

Man nimmt nicht nur eine Person aus der christlichen Volksgruppe heraus, sondern eine Mutter und mit ihr die Nachkommen.“
KIRCHE IN NOT hat Partner vor Ort dabei unterstützt, den Schutz für christliche Frauen in Ländern wie Pakistan zu verbessern, wo die Zahl der Zwangskonvertierungen und -verheiratungen im Jahr 2021 – auch von Hindus und Sikhs – betrug nach Angaben des in Lahore ansässigen Center for Social Justice 78, wobei 38 Fälle Christen betrafen. Einigen Schätzungen zufolge ist die Zahl jedoch weitaus höher; manche gehen davon aus, dass es jedes Jahr bis zu 1000 Fälle gibt.
In einigen Fällen wurden Gesetze erlassen, die zwar auf dem Papier Schutz bieten, an der Realität vor Ort ändert dies jedoch oft nichts.
In Pakistan beispielsweise ist die Heirat von Minderjährigen illegal, dennoch haben mehrere Gerichte in unteren Instanzen Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen anerkannt. Mit Hilfe wohlwollender Polizisten und Richter können muslimische Fundamentalisten junge Christinnen entführen und vergewaltigen und behaupten, sie hätten freiwillig in die Konvertierung und Heirat eingewilligt, und dies für gültig erklären lassen. Selbst wenn höhere Gerichte die Entscheidung aufheben, dauert dies seine Zeit, und der erlittene Missbrauch hinterlässt bleibende Narben.

„Der Druck, der von extremistischen Gruppen auf die Gerichte ausgeübt wird, die voreingenommene Haltung der Polizei, die Angst vor Grausamkeiten durch den Entführer und die damit verbundene Stigmatisierung zwingen das Opfer oft dazu, eine Aussage zugunsten ihres Entführers zu machen“, sagt Pater Emmanuel Yousaf von der Nationalen Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CCJP) in Pakistan. KIRCHE IN NOT hat sich mit der CCJP zusammengetan, um die Gesetzgebung zum Schutz der Opfer zu stärken.
Saba war 15, als sie in Faisalabad entführt wurde. Ihre Eltern erstatteten Anzeige bei der Polizei, erfuhren aber, dass sie ihren Entführer geheiratet hatte.
„Äußerlich betrachtet ist alles in Ordnung, aber leider stoßen die Familien der betroffenen Mädchen in vielen Fällen auf eine ablehnende Polizeiverwaltung, wenn sie versuchen, einen ersten Informationsbericht über die Entführung oder Vergewaltigung einzureichen“, erklärt Merab Arif vom CCJP. „Die örtliche Polizeistation weigert sich oft einfach, eine Anzeige aufzunehmen. Selbst in den Fällen, in denen es den Eltern gelingt, Anzeige zu erstatten, gelingt es der Polizei oft nicht, das Mädchen zu retten. Außerdem wird oft den Eltern die Konvertierungsbescheinigung zusammen mit der Heiratsurkunde ausgehändigt, bevor sie das Kind zurückbekommen. Und wenn der Fall vor Gericht kommt, zögern die Gerichte ebenfalls, die Mädchen zu schützen, angeblich aufgrund des Drucks gewalttätiger Mobs.“
Islamische Fundamentalisten haben auch Versuche vereitelt, Gesetze zu verabschieden, die Angehörige von Minderheiten besser schützen könnten. Mindestens zwei wichtige Gesetzesentwürfe, das Gesetz zur Verhinderung und zum Schutz vor häuslicher Gewalt (Domestic Violence Prevention and Protection Bill 2020) und das Gesetz zum Verbot von Zwangskonversionen (Prohibition of Forced Conversions Bill 2021), scheiterten an den Einwänden des Rates für Islamische Ideologie.
Saba wurde schließlich gerettet, aber der katholische Priester Pater Khalid Rashid sagt, dass solche Erfolgsgeschichten nicht die Regel sind. „Es ist selten, dass es gelingt, solche Mädchen zurückzubekommen, die Leute geben auf halbem Weg auf, aber wir werden niemals Kompromisse bei der Würde unserer Kinder eingehen.”

Neben Pakistan unterstützt KIRCHE IN NOT überall auf der Welt Projekte, die zur Würde und zum Schutz von Frauen beitragen. Ein Beispiel dafür ist auch Nigeria, wo Frauen, die oft von Terrorgruppen wie Boko Haram missbraucht wurden, unterstützt werden. Bei seinem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT rief Weihbischof John Bakeni aus Maiduguri dazu auf, sich gegen dieses Übel zu wehren: „Als Kirche müssen wir an vorderster Front stehen, wenn es darum geht, diese Probleme anzugehen. Durch die Unterstützung von KIRCHE IN NOT haben wir ein Traumazentrum, das vielen Menschen in den Gemeinden und in den Lagern hilft, insbesondere den Opfern. Die Kirche sieht dies als eine Priorität an, daher stehen wir an vorderster Front und arbeiten mit anderen Akteuren zusammen, um dafür zu sorgen, dass dieses Problem angegangen wird und in unserer Gesellschaft Ablehnung erfährt.“
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Verfolgte Christen
Die Christen von Baghdeda (Karakosch) wissen aufgrund ihrer langen Erfahrung mit Verfolgung, dass die schlechten Zeiten zurückkehren könnten, aber sie glauben, dass „eine Kirche, die nicht verfolgt wird, eine Kirche ist, die Christus nicht trägt“.
Es ist ein schöner Tag in Baghdeda, und die Familien strömen in die Kirche St. Behnam und Sarah. Das Innere der Kirche ist makellos und die Kirchenbänke sind voll von Menschen, die gekommen sind, um an einer syrisch-katholischen Liturgie teilzunehmen.
Die Ruhe, die die Kirche umgibt, macht es schwer, sich vorzustellen, dass Baghdeda, oder Karakosch, wie es auf Arabisch heißt, erst vor acht Jahren vollständig von Terroristen des Islamischen Staates besetzt war, die altes und unschätzbares christliches Erbe zerstörten und die Kirche St. Behnam niederbrannten und dem Erdboden gleichmachten.

„Als ich die Stadt im Jahr 2016 zum ersten Mal besuchte, vier Tage nach ihrer Befreiung, sahen wir die totale Verwüstung. Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt. Ich war traurig. Diese Pfarrei war vor der Belagerung durch den IS sehr aktiv. Aber die Kirche steht wieder, wir konnten sie restaurieren“, sagt George Jahola, der aus Baghdeda gebürtig stammende Priester, während er auf noch sichtbare Zeichen der Zerstörung, wie den zu Boden gestürzten Glockenturm, zeigt.
In den letzten Jahren wurde die Kirche renoviert. Der Innenraum wurde vor kurzem fertiggestellt, und es konnte nun auch, mit finanzieller Unterstützung von KIRCHE IN NOT (international: ACN), mit den Außenarbeiten begonnen werden.
Die Einwohner von Karakosch warteten jedoch nicht erst auf den Wiederaufbau, um in dieser Kirche zu beten, als sie aus dem Exil in Kurdistan zurückkehrten. „Die Gemeinde war begeistert, dass sie zurückkehren und in dieser Kirche beten konnte. Wir wollten den Glauben stärken und vermitteln, dass die Kirche mehr als nur ein Gebäude ist, sondern die Seelen der Menschen, die in der Gemeinde leben. Nach zwei Jahren haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, die Kirche zu restaurieren, um den Menschen Hoffnung zu geben“, sagt George Jahola.

Hoffnung ist notwendig, auch jetzt nach der Befreiung der Stadt, wo viele immer noch versucht sind, in den Westen in Sicherheit zu gehen. „Die Wiederherstellung dieser Kirche ist ein Symbol des Widerstands, in diesem Land zu bleiben, Zeugnis abzulegen. Papst Franziskus hat uns vor etwas mehr als einem Jahr besucht und uns gebeten, in diesem Land Zeugnis abzulegen“, erinnert sich der Priester.
Der örtliche Pfarrer, Boutros Sheeto, bestätigt, dass die Restaurierung der Kirche zu einem sichtbaren Zeichen für den Kampf um den Erhalt des christlichen Glaubens im Irak geworden ist. „Die Restaurierung der Kirche gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden viele Familien heute über eine Auswanderung nachdenken.“
Die Tatsache, dass viele Christen beschlossen haben zu bleiben, bedeutet nicht, dass sie keine Angst vor der Wiederkehr der Verfolgung haben. Vielmehr sehen viele sie als Teil ihres Glaubens. „Seit ihren Anfängen bis heute ist die Kirche verfolgt worden. Eine Kirche, die nicht verfolgt wird, ist eine Kirche, die Christus nicht trägt, denn Jesus wurde gekreuzigt und hat während seines Lebens und seiner Mission gelitten. Wenn Jesus gelitten hat, gestorben ist, begraben wurde und auferstanden ist, müssen wir mit Jesus leiden und mit der Kirche leiden, damit wir die Auferstehung leben und Zeugen des Evangeliums der Freude und der Hoffnung in der Welt sein können“, fügt Pfarrer Boutros hinzu.

Heute jedoch, da in der wunderschön restaurierten Kirche St. Benham und Sarah wieder alte syrische Hymnen erklingen und Freiwillige Essen und Getränke an die Gemeindemitglieder verteilen, die nach draußen kommen, um sich zu unterhalten, ist ein Tag des Feierns und der Dankbarkeit gegenüber Gott und denjenigen, die die Restaurierung ermöglicht haben.
„Wir danken KIRCHE IN NOT für ihre Hilfe um den Wiederaufbau der Kirche. Wir danken ihr von ganzem Herzen und allen Wohltätern für ihre Unterstützung“, sagt Semoon Beto Shabo, der Kustos der Kirche.
KIRCHE IN NOT ist sehr engagiert bei der Wiederherstellung des christlichen Erbes und der christlichen Infrastruktur im Irak, insbesondere seit den schrecklichen Verfolgungen durch den IS, die Hunderttausende zur Flucht nach Kurdistan gezwungen haben. Das katholische Hilfswerk hat sich zunächst auf den Wiederaufbau von Häusern in christlichen Städten und Dörfern konzentriert und dann bei der Restaurierung und dem Bau von Schulen, Kirchen und anderen wichtigen Einrichtungen geholfen, um die christliche Präsenz in der Region zu erhalten.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Irak
Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Kardinal Rai hat im Gespräch mit KIRCHE IN NOT eine „internationale Sonderkonferenz unter Leitung der Vereinten Nationen“ für den Libanon gefordert. Die Politiker des Landes seien nicht in der Lage, die wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen. Der Libanon befinde sich in einer politischen Sackgasse, sagte Patriarch Rai. Die Probleme lägen in der politischen Machtstruktur, in der sich die einzelnen Kräfte gegenseitig blockierten.
Deshalb setzt der Kardinal Hoffnung auf die internationale Gemeinschaft. Dies liege auch in deren Eigeninteresse, da der Libanon eine „Ausnahme im Nahen Osten“ sei, so Patriarch Rai. Während in vielen Ländern der Weltregion autoritäre Regierungen ohne Gewaltenteilung herrschten und der Islam die dominierende Kraft sei, gebe es im Libanon „eine Aufteilung der Macht. Es gibt keine Staatsreligion, keine muslimische Dominanz und die Verantwortlichen haben die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet.“

Das maronitische Oberhaupt hatte den Geschäftsführenden Präsidenten von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, zu einem Gespräch in Dimane im Nordlibanon empfangen. Das Hilfswerk hat seine Unterstützung angesichts der aktuellen Finanzkrise mit Teuerungsraten von mehr als 600 Prozent noch weiter verstärkt. Erst kürzlich hat KIRCHE IN NOT ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, damit 200 christliche Schulen nach den Sommerferien wieder ihren Betrieb aufnehmen konnten. Patriarch Rai betonte die hohe Bedeutung der Bildungseinrichtungen. Dort würden Christen und Muslime gemeinsam unterrichtet, was die Toleranz fördere. Schulen, Universitäten und auch Krankenhäuser seien „Werkzeuge der Botschaft der Kirche“ im Libanon. „Diese Einrichtungen sind in den meisten arabischen Ländern zu großen Teilen verloren gegangen, weil sie verstaatlicht wurden.“
Laut KIRCHE IN NOT-Präsident Heine-Geldern befinde sich der Libanon „in einer sehr schlechten, aber nicht hoffnungslosen Lage. Es gibt immer noch Hoffnung, wenn die Menschen sich zusammensetzen und sich auf eine Person einigen, die nun die Regierungsverantwortung übernimmt.”
Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT solle es den Christen ermöglichen, im Libanon zu bleiben. Dies habe eine religiöse wie politische Bedeutung: „Wenn weiterhin viele Christen das Land verlassen, hört der Libanon auf, ein christlich geprägtes Land im Nahen Osten zu sein. Die anderen politischen und religiösen Gruppen werden es dann nicht länger akzeptieren, Christen politische Macht zu überlassen, wenn diese eine Minderheit sind“, sagte Heine-Geldern.

Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Parlamentswahlen im Mai haben den Einfluss der islamistischen Hisbollah geschwächt. Dennoch war es bislang nicht möglich, eine Regierung zu bilden. Auch die Amtszeit des libanesischen Präsidenten Michel Aoun läuft am 31. Oktober ab. Er hat angekündigt, notfalls darüber hinaus im Amt zu bleiben, wenn bis dahin keine funktionsfähige Regierung bestehe.
Im Libanon herrscht ein strenger Proporz, um die verschiedenen religiösen Gruppen zu berücksichtigen: Der Staatspräsident muss maronitischer Christ sein, Ministerpräsident wird ein sunnitischer Moslem. Die Parlamentssitze werden etwa je zur Hälfte von Christen oder Muslimen besetzt. Auch alle anderen Ämter sind streng nach religiösen Gruppen und Konfessionen aufgeteilt.
Diese Ämterverteilung garantierte in den vergangenen Jahren einerseits relative Stabilität, war jedoch immer wieder Anlass teils blutiger Auseinandersetzungen. Mit der Abwanderung zahlreicher Christen infolge der jüngsten Krise und dem Erstarken radikaler Gruppen sehen viele Beobachter dieses religiös-politische System vor dem Aus. Christen stellen Schätzungen zufolge aktuell maximal noch 40 Prozent der Bevölkerung des Libanon; größte christliche Gemeinschaft sind die Maroniten.
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Verwendungszweck: Libanon
Ab sofort können sich österreichische Pfarren und andere Einrichtungen für den „Red Wednesday 2022“ anmelden. Dieser findet heuer am 16. November 2022 statt. Mit dieser Aktion ruft KIRCHE IN NOT dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen.
„Pfarren sind eingeladen, mit der Beleuchtung ihrer Kirchen ein Zeichen zu setzen und gleichzeitig in Gottesdiensten und Andachten für unsere Glaubensgeschwister weltweit zu beten“, erklärte der Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich, Herbert Rechberger, zum Start der Anmeldung.
KIRCHE IN NOT stellt Technikleitfäden, Andachtshefte und Werbematerialien für den „Red Wednesday 2022“ bereit und begleitet die konkrete Umsetzung der Aktion. Anmeldungen sind ab sofort per Mail an religionsfreiheit@kircheinnot.at , telefonisch unter: 01/405 25 53 oder auf der Webseite unter: www.kircheinnot.at/rw möglich. Der Red Wednesday 2022 findet in Österreich von 16.11. bis 20.11.2022 statt.

Die offizielle Internetseite zum „Red Wednesday“ ist ab sofort unter: www.kircheinnot.at/rw erreichbar. Auf der neu gestalteten Webseite findet sich eine interaktive österreichweite Überblickskarte mit allen Teilnehmern und Veranstaltungen zur Initiative. Pfarren und andere Einrichtungen haben auf der Webseite die Möglichkeit sich online anzumelden und Veranstaltungen und Aktivitäten einzutragen. Darüber hinaus gibt es Informations- und Werbematerial für den „Red Wednesday“ sowie Hintergrundinformationen.

„Hunderte Millionen Christen leben derzeit rund um den Erdball in einem Umfeld, in dem sie gewaltsam verfolgt, diskriminiert oder an der freien Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“, erklärte Rechberger den Hintergrund des „Red Wednesday“. Bereits seit 2016 werde durch das rote Anstrahlen von Kirchen und staatlichen Gebäuden international die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter und benachteiligter Christen gelenkt.
Zu den Bauwerken, die bereits im Rahmen der Aktion rot angestrahlt wurden, zählen das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Christusstatue in Rio de Janeiro, das österreichische Parlamentsgebäude, der Stephansdom in Wien und der Passauer Dom.

Fünf Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine zieht das Hilfswerk Bilanz über die in das Land geflossenen Hilfen: rund 5 Millionen Euro an Soforthilfe und für andere Initiativen, um die katholische Kirche beider Riten in ihrem gewaltigen Bemühen zu unterstützen, ihren Gläubigen zur Seite zu stehen.
Zusätzlich zu der ersten Soforthilfe hat das Hilfswerk in den letzten drei Monaten von Mai bis Juli weitere 2,5 Millionen Euro bereitgestellt. Mit der im Juli gegebenen Zusage für 34 neue Hilfsprojekte für die Kirche in der Ukraine erreicht die bisherige Unterstützung seitens des Hilfswerks im Jahr 2022 einen Umfang von 5 Millionen Euro. Die österreichischen Wohltäter haben bis jetzt mit knapp 700 000 Euro beigetragen, die Not der Menschen in der Ukraine zu lindern.

„Die schlimmsten Folgen des Krieges werden nicht unmittelbar eintreten: Die psychischen, geistlichen, physischen und humanitären Folgen werden erst später zu spüren sein. Nur Gott kann die tiefsten Wunden heilen. Wir aber versuchen, die dringendsten Bedürfnisse zu lindern und die Ortskirche zu unterstützen, damit sie ihre Mission weiterführen können“, so Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not” International.
„Dank der Hilfe der Wohltäter von „Kirche in Not” können Priester und Ordensleute den Mangel an Nahrungsmitteln, grundlegenden Hygieneartikeln und Medikamenten für die vielen Binnenvertriebenen verringern. Darüber hinaus bieten sie den durch den Verlust von Familie und Heimat traumatisierten Menschen psychologische und geistliche Unterstützung“, so Thomas Heine-Geldern.
„Wir stehen in täglichem Kontakt mit dem ganzen Land“, ergänzt Magda Kaczmarek, seit 14 Jahren „Kirche in Not”-Projektmanagerin für die Ukraine. „So können wir die Projekte ermitteln, die die Kirche vor Ort als vorrangig ansieht. Damit sind wir in unserer Unterstützung Monat für Monat flexibel.“

„Der Schmerz ist enorm“, erinnert sich Kaczmarek, die die Ukraine im April besuchte. „Das war eine sehr emotionale Erfahrung. Wir sind Flüchtlingen begegnet, die einfach nur geweint haben. Da war es wichtig, sie einfach in den Arm zu nehmen. Es gab aber auch Flüchtlinge, die komplett verstummt waren. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, ungefähr 30 Jahre alt, der seit Beginn des Krieges kein Wort mehr gesprochen hat.“
„Die Kirche ist der Anker, der das Boot in der Flut hält“, sagt Kaczmarek. „Die große Sorge und Angst aller gilt dem kommenden Winter. Aber bereits jetzt haben sie Angst, dass sich die Lebensmittel- und Treibstoffknappheit Ende August noch verschärfen wird“, sagt sie.

Dank der Großzügigkeit der Wohltäter von „Kirche in Not” auf der ganzen Welt hat das Hilfswerk Hilfen im Wert von rund 5 Millionen Euro in mehreren Phasen bewilligen können. Zu den in den ersten fünf Kriegsmonaten durchgeführten Projekten gehören:

„Die größte Last für die kirchlichen Einrichtungen in der Ukraine, die tausende von Binnenflüchtlinge in alle Diözesen empfangen, sind aktuell die laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Heizung. Die Kirchen haben im wahrsten Sinne des Wortes die Türen für alle aufgemacht. Aber das ist auch eine finanzielle Herausforderung“, erklärt Kaczmarek. „Wir haben in diesen fünf Monaten sehr geholfen und werden weiterhin verstärkt helfen, denn wir müssen den Menschen Hoffnung geben“, so Kaczmarek.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.

Wie würden Sie die Situation in Ihrer Diözese beschreiben, die zum Hauptschauplatz dieses schrecklichen Krieges geworden ist?
Unsere Kirche lebt und ist aktiv. Priester und Gläubige sind an Ort und Stelle, das Gebet geht weiter, ebenso die tägliche Liturgie in den Pfarreien. In den einen mehr als in den anderen, das hängt von dem jeweiligen Ort ab: Dort, wo die Kriegshandlungen im Gange sind, oder in den besetzten Gebieten, gibt es diese Möglichkeit nicht. Dennoch steht unsere Kirche den Menschen zur Seite, den alten Menschen und den Kindern, genauso wie sie den Soldaten hilft, die unser Heimatland verteidigen.
Vor wenigen Monaten bezeichneten Sie die Situation gegenüber KIRCHE IN NOT als Schock und Schmerz. Zu Beginn des Krieges gab es vielleicht noch die Hoffnung, dass er früher enden würde. Jetzt zeigt sich, dass er weiter andauern wird. Was empfinden Sie in diesem fünften Kriegsmonat?
Der erste Schock ist vorbei, jetzt herrscht ständige Anspannung. Wir sind permanent in Alarmbereitschaft, besonders wenn es Bombenangriffe gibt und niemand weiß, wann und wo es Einschläge geben wird. Vorgestern war das keine 1.000 bis 1.200 Meter Luftlinie von hier. Letzte Nacht schlugen die Bomben irgendwo ganz in der Nähe ein. Ich weiß, dass ich das Geschoss nicht hören werde, das mich trifft. Wenn ich also eine Explosion höre, bedeutet das, dass ich noch lebe. Wir sind auf einen plötzlichen und unerwarteten Tod vorbereitet. Das heißt, dass wir oft zum Empfang der Sakramente gehen, besonders zur Beichte. Das ist eine völlig neue Erfahrung, eine andere Art zu leben. Ich stehe morgens auf und mir wird bewusst, dass ich lebe.
Zusätzlich zu diesem Schmerz bewirkt das Leid ein Gefühl der Hilflosigkeit, denn es überwältigt einen. Das Böse ist so groß und so zynisch, dass es die Großen dieser Welt von ihrem Thron stößt. Kriege lassen sich sehr leicht auslösen, aber wie kann man sie beenden? Andererseits gibt es auch große Zeichen der Gegenwart Gottes inmitten des tosenden Krieges, in den Herzen der Menschen, die an unterschiedlichen Orten als Soldaten, Sanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und in anderen Diensten im Einsatz sind. Wenn wir in die Gesichter dieser Menschen blicken, können wir die große, göttliche Macht der Liebe erkennen, mit der Gott sie erfüllt.

Wie stellt sich die Lage in Charkiw zurzeit dar? Kehren die Menschen zurück oder beginnen sie nun, wieder zu gehen?
Die Situation ändert sich ständig. Beispielsweise kommt ein Mann vielleicht, um nach seiner Wohnung zu sehen und geht sofort wieder weg. Grundsätzlich ist es so, dass die Menschen Charkiw wegen der ständigen Bombardierungen verlassen. Es gibt Angriffe am Vormittag, am Nachmittag und in der Nacht. Wir sind sehr nah an der Front, zwanzig Kilometer, um genau zu sein. Vor dem Krieg lebten in der Stadt Charkiw 1,7 Millionen Menschen. Im Augenblick sind es ungefähr 700.000, weniger als die Hälfte. Aber andere Städte in der Diözese, wie Slowjansk, Kramatorsk oder Bachmut sind sehr gefährliche Orte im eigentlichen Kriegsgebiet. Fast alle sind schon geflohen, es gibt nur noch wenige Menschen in diesen Städten.
Wie sieht der Alltag aus in einer Stadt, die unter ständigem Beschuss steht?
Die Situation stellt sich für jede Familie und jeden Einzelnen anders dar. Ist das Haus unbeschädigt, hat man einen Ort zum Leben, hat man Arbeit, hat man Geld. Ist das Haus zerstört, hat man keinen Ort zum Leben. Und hat man keine Arbeit, weil der Arbeitsplatz zerstört wurde, hat man kein Geld. Und wenn man dann auch noch verletzt worden ist…
Manchmal haben die Menschen nur noch das, was sie am Leibe tragen, weil alles mit dem Haus verbrannt ist. Darum brauchen manche Menschen Kleidung, manche brauchen Schuhe oder Medikamente oder Lebensmittel. Manche brauchen einfach Unterstützung und manche einen Ort, an dem sie unterkommen können. Andere wiederum benötigen jemand, der ihre Angehörigen in Sicherheit bringt. Es liegen so viele Probleme und Aufgaben vor uns.
Haben die Menschen Zugang zu dem, was sie brauchen? Gibt es Arbeit?
Die Stadt ist Schätzungen zufolge zu 15 % zerstört. Dies ist ein irreparabler Schaden. Aber die Infrastruktur der Stadt funktioniert, sie hält der Belastung stand. Die Fabriken und Unternehmen, die in der Lage dazu sind, führen den Betrieb fort, und ihre Mitarbeiter haben noch Arbeit. Einige andere sind komplett in andere ukrainische Städte verlagert worden. Auch Krankenhäuser und die städtischen Versorgungsunternehmen, die für Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung und den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind, arbeiten immer noch. Das funktioniert alles. Wenn etwas zerstört wird, kann man nach vierundzwanzig Stunden nicht mehr sehen, dass überhaupt etwas passiert war. Die städtischen Dienste räumen alles auf und bringen es weg. Auch die Feuerwehr, Polizei und andere Dienste sind vollständig funktionstüchtig. Die Menschen bemühen sich um ein normales Leben, obgleich der Krieg in unserer Stadt so präsent ist. Schulen und Universitäten laufen im Online-Betrieb.

Und wie ist es mit der finanziellen Situation? Gibt es Probleme bei den Banken? Haben die Geschäfte geöffnet?
Nur wenige Banken haben ihre Filialen geöffnet. Es funktionieren auch nur bestimmte Geldautomaten. In den meisten Fällen bleiben diese Orte aus Sicherheitsgründen geschlossen. Aber der gesamte Finanzbereich arbeitet, Bankkarten funktionieren überall. Die Geschäfte sind teilweise geöffnet. Ich war gestern auf dem Markt – nur die Hälfte der Markthallen ist niedergebrannt. Dort, wo die Verkaufsstände und -buden noch stehen, wird verkauft. Die Menschen können aber nicht alles kaufen, denn sie haben kein Geld. Die Menschen hier sind nicht wohlhabend. Die Wohlhabenden sind schon lange weg. Diejenigen, die von Gehaltscheck zu Gehaltsscheck lebten, sind geblieben. Sie mussten jeden Cent zählen und sind jetzt in einer sehr schwierigen Lage. Schon an der Kleidung können Sie sehen, dass diese Menschen immer ein Leben in Würde geführt haben, aber der Krieg hat sie arm oder obdachlos gemacht. Viele Menschen sind auch in ihrer Psyche getroffen, einige haben mit dem Trinken angefangen.
In einigen weit von der Front entfernten Städten ignorieren die Menschen schon den Luftalarm. Wie ist das in Charkiw? Suchen die Menschen Schutz oder ignorieren sie den Alarm und gehen einfach ihrem täglichen Leben nach?
Am Anfang des Krieges haben die Menschen bei Luftangriffen stärker reagiert, sie haben in der Regel die Keller und Schutzräume nicht verlassen. Viele kamen überhaupt nicht heraus und blieben dauerhaft dort. Einige geraten bis heute in große Panik. Es gibt Straßen, in denen die Menschen kaum gespürt haben, dass Krieg herrscht, weil es dort komplett ruhig war. Und es gibt Gegenden, in denen alles zerstört ist. Ich bemerke, dass die meisten Menschen mutiger geworden sind, die müde Psyche beginnt, das Gefühl der Gefahr zu unterdrücken.
Wie ist die Sicherheitslage?
Die Menschen stehen zusammen und unterhalten sich weiter, wenn die Bombardements weit weg sind. Wenn man die Bombeneinschläge näherkommen hört, zerstreuen sie sich. Wenn aber zwei, drei Minuten lang nichts geschieht, kommen die Menschen wieder heraus. Vorgestern war ein Vater mit seinem Sohn im Auto unterwegs. Sie waren in die Stadt gekommen, um Unterlagen für die Universität einzureichen, und waren nun auf dem Heimweg. Plötzlich wurde das Auto direkt von einer Rakete getroffen. Vom Fahrzeug blieb etwas Schrott zurück, aber ihre Körper waren zerfetzt.
Sie sehen, die Menschen fahren auch während der Angriffe mit dem Auto. Manche schaffen es, manche nicht. Wir sollten jetzt aber nicht denken, dass diese Menschen verantwortungslos sind. Die Gefahr dauert jetzt schon so lange an, dass man gelernt hat, sie zu ignorieren, gleichzeitig muss man nachdenken und Entscheidungen treffen. Früher konnten die Menschen das nicht kontrollieren: sie liefen weg und fingen dann an zu denken. Aber es ist sehr anstrengend, wenn man zehnmal am Tag wegrennen muss.

Ihre Diözese ist wohl einzigartig: es fliehen Menschen aus ihr, aber es suchen auch Menschen Schutz in ihr.
Einige Bewohner Charkiws und anderer Städte entlang der Front sind in die nächstgelegenen Dörfer gezogen – zu ihren Verwandten oder in leerstehende Häuser dort. Als sie jedoch feststellten, dass es kein Ende gab, zogen einige weiter. Auch innerhalb des Landes müssen sie einen Platz zum Leben und Arbeiten finden, es gibt viele Schwierigkeiten dabei. Ins Ausland zu gehen bedeutet wiederum, dass nur die Frau und die Kinder gehen können und die Männer auf ukrainischem Territorium bleiben müssen. Das schreibt das nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine in Kraft getretene Ausreiseverbot für ukrainische Männer vor. Das ist ein schwerer Schlag für die Familie, für die Ehepartner, und erzeugt großes Leid.
Die Menschen sind ständig in Bewegung. Manche lassen sich irgendwo nieder und finden eine Arbeit, anderen gelingt das nicht. Manchmal scheint es, dass eine Familie schließlich an einem neuen Ort angekommen ist, und plötzlich heißt es „tut uns leid, wir müssen Sie bitten, unser Haus zu verlassen“. Jedes einzelne Schicksal ist anders, aber es ist immer schwer. Manche kehren zurück, weil es, wie sie sagen, für sie einfacher ist, unter Beschuss und in Gefahr zu leben als ein Leben als Flüchtlinge zu führen.
Wer sind sie als Menschen in dieser Situation? Sie haben keine Rechte, sie können nichts planen, sie haben nichts, was ihnen gehört. Sie haben ständig das Gefühl jemandem im Weg zu sein. Das ist psychologisch sehr belastend. Wenn jemand einen Versuch wagen will, soll er mal sein Haus für einen Monat verlassen und sich selbst in ein anderes Haus einladen, dann in ein anderes, dann in ein drittes, dann in ein viertes, immer als Gast, und immer wieder umziehen.
Wie geht die Kirche in Ihrer Diözese mit den Flüchtlingen und Vertriebenen um?
Hier in Charkiw haben wir die Marianer Patres und die Caritas. Sie helfen den Vertriebenen, denn viele Menschen, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben, kommen in die Stadt. Gestern sind hier unweit der Grenze zwanzig Häuser eines Dorfes zerstört worden. Die russischen Truppen vernichten unsere ukrainischen Dörfer ganz einfach. Die Überlebenden fliehen in die Stadt, weil sie am alten Ort nicht mehr leben können. Vertriebene aus umliegenden Dörfern kommen auch nach Charkiw, obwohl Charkiw nach wie vor jeden Tag unter Beschuss steht.
Wir arbeiten auch in anderen Städten. Wir helfen, indem wir Hilfsmittel verteilen, Sachen für Kinder, Lebensmittel, Windeln – oder wir stehen einfach für ein Gespräch zur Verfügung. Das tun wir in Poltawa, Sumy, Konotop, Dnipro sowie in Saporischschja und Pokrowsk.
Was möchten Sie den Wohltätern sagen, die es KIRCHE IN NOT ermöglichen, Hilfe in die Ukraine und in Ihre Diözese zu schicken?
Ich danke Ihnen für diese Gelegenheit. Ich möchte im Namen aller, die Hilfe erhalten, und in meinem Namen herzlich für Ihre offenen Herzen und Ihre Hilfe danken. Es ist nicht wichtig, ob es viel oder wenig war, wichtig ist, dass Sie unserer Situation gegenüber nicht gleichgültig geblieben sind. Ich danke Ihnen von Herzen! Gott segne Sie!
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in der Ukraine und helfen Sie den notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Bitte schließen Sie die Menschen in der Ukraine in Ihr Gebet ein und beten Sie für eine friedliche und diplomatische Lösung der aktuellen Spannungen. Bestellen Sie hierfür unser kostenloses Gebetsblatt mit dem Gebet um Frieden für die Ukraine. Stellen Sie in unserer virtuellen Kapelle eine Kerze auf.
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
Das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) kündigt eine Sonderhilfe für Ordensschwestern und Priester in Sri Lanka an, die unter einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise leiden.
„Die wirtschaftliche Lage im Land ist sehr ernst. Es gibt viele arme Menschen, die weder Lebensmittel noch Medikamente haben. Die Warteschlangen sind riesig, kilometerlang; Menschen stehen Schlange, um Treibstoff, Benzin, Milchpulver, Zucker, Reis, Medikamente zu kaufen…. Zahlreiche Menschen sind in den Warteschlangen gestorben, während sie etwas kaufen wollten. Es gibt Kinder, die wegen fehlender Aufsicht in ihren Häusern ums Leben gekommen sind, weil ihre Eltern so lange abwesend waren“, so beschreibt Msgr. Valence Mendis, Bischof von Kandy und apostolischer Administrator von Chilaw, die schreckliche Situation, unter der die Bevölkerung leidet.

Die lokale Kirche ist nicht in der Lage, ihre eigenen Grundbedürfnisse zu befriedigen, aber hat keine Mittel, um das Leid derer zu lindern, die um Hilfe bitten. „Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und die Preise sind in astronomische Höhen gestiegen. Die Menschen sind nicht in der Lage ihren täglichen Bedarf zu decken. Auch unsere Priester und Ordensleute sind von der Krise stark betroffen. Daher wäre ich dankbar, wenn ich in dieser kritischen Zeit Messstipendien für Priester und finanzielle Unterstützung für Ordensleute erhalten könnte“, schreibt Msgr. Mendis an KIRCHE IN NOT. „Wir brauchen Ihr Gebet“, bittet er.
Dies ist eine der vielen Anfragen, die das Hilfswerk aus dem asiatischen Land erhalten hat. Als unmittelbare Reaktion wird KIRCHE IN NOT insgesamt 19 Projekte unterstützen, um Priestern mit Messstipendien und Ordensschwestern und Katecheten mit Nothilfeprogrammen zu helfen.
Der Gesamtbetrag der Unterstützung beläuft sich auf 465.365 €. Während der Pandemie hat KIRCHE IN NOT bereits die Kirche im Sri Lanka mit einem ähnlichen Notprogramm für die Diözesen unterstutzt.

Papst Franziskus bat während des Angelusgebets am Sonntag, den 10. Juli, darum, den Schmerz des sri-lankischen Volkes zu hören. Der Heilige Vater versicherte die Menschen in Sri Lanka seiner Nähe in ihrem Leid und rief dazu auf, den Schrei der Armen nicht zu ignorieren und für den Frieden im Land zu beten.
Sri Lanka befindet sich in einer schweren Finanzkrise, die durch korrupte politische und wirtschaftliche Praktiken verursacht wurde, die die Auslandsverschuldung des Landes in die Höhe getrieben haben, sowie durch eine enorme Inflation und willkürliche Vorschriften, die in den letzten zwei Jahren die Ernte und die Erträge des Landes geschmälert haben. Dazu kamen die Folgen der Corona-Pandemie, durch die die Einnahmen aus dem Tourismus wegfielen. Die Finanzkrise hat zu politischem Chaos und landesweiten Massenprotesten geführt, die den Rücktritt von Präsident Gotabaya Rajapaska gefordert haben. Am Freitag, den 15. Juli, trat Rajapaska in Singapur zurück, wohin er nach seiner Flucht auf die Malediven gekommen war.
Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Sri Lanka